Ich habe nicht zu viel Erfahrung in HF Bereich. Ich habe festgestellt
dass die Verstärkung von Transistoren schon im Bereich von 100 MHZ stark
fällt. Ich baue einen Oszillator mit Frequenz um 100 MHZ. Im Katalog
finde ich auch Transistoren von GHZ Bereich. Wie verhalten sie dann im
100 MHZ Bereich. Welche Transistor soll ich nehmen?
GHz Transistoren werden für solche Oszillatoren verwendet. Schau Dir
doch mal aktuelle Amateurfunkprojekte, z.B. 2m Transceiver wie den
Hohentwiel-Bausatz von QRP Project an. Dessen Baumappe findest Du auf
deren Webseite. Verwende einen Transistor mit geringenm Rauschen.
Inwieweit es Probleme mit Instabilitäten geben kann, kann ich nicht
sagen, meine Erfahrungen beschränken sich auf den Bau von Verstärkern
für KW mit solchen Transistoren.
Wenn du folgende Halbleiter für HF-Zwecke in der Bastelkiste hast,
kannst du min. 90% der HF-Schaltungen von Elektor, Hans Nussbaum, Frank
Sichla, Burkhard Kainka und was sonst so im Netz kursiert, nachbauen.
BiPos:
BC558BF199 *
BF254BF4942N708
FETs:
BF245 *C
BF246BF256 *B
J309
J310 *
DG-FETs:
BF981BF960BF961 *
Mischer-IC:
NE602 *
(NE612, SA602, SA612)
Varicap-Diode:
BB112
Ge-Ds:
AA112
AA116 *
AA119
Für NF-Vertärker:
ICs:
TDA7052A *
LM386
(TDA7050)
BiPos:
BC547 *B
BC557
Die Bauteile mit dem * dahinter halte ich persönlich für "essentiell".
Wenn ein Buchstabe hinter dem Sternchen angegeben ist, z.B. BF245 *C,
heißt das, dass dieser Typ mit dem Buchstaben, z.B. BF245C mir besonders
empfehlenswert erscheint.
Mein Tipp: irgendwo einen Sack "Restpostenwiderstände" bestellen und
alte Radios zum Ausschlachten auf dem Flohmarkt kaufen (auch
Röhrengeräte, die haben meistens die besseren Drehkondensatoren. Aber
vor dem Ausschlachten beachten, Röhrengeräte können gefährliche
Hochspannungen noch für Stunden oder Tage in ihren Elkos speichern!)
Zum Schluss noch eine recht bekannte Seite mit vielen
HF-Bastelschaltungen:
http://www.qsl.net/va3iul/Homebrew_RF_Circuit_Design_Ideas/Homebrew_RF_Circuit_Design_Ideas.htm
Torsten schrieb:> lte Radios zum Ausschlachten auf dem Flohmarkt kaufen (auch> Röhrengeräte, die haben meistens die besseren Drehkondensatoren.
Banause!
Ich und nicht er schrieb:> Torsten schrieb:>> lte Radios zum Ausschlachten auf dem Flohmarkt kaufen (auch>> Röhrengeräte, die haben meistens die besseren Drehkondensatoren.>> Banause!
Die schraddeligen Eliteteile und was Neckerman sonst so verhökert hat
zum Ausschlachten.
Die schönen ganz alten natürlich nicht! Die werden aber auch
normalerweise nicht zu Ausschlachtpreisen angeboten.
So etwas habe ich schon gebaut. Die Ausgangssinusode ist sehr gut.
Amplitude bei 500 KHz beträgt circa 8 Volt. Bei 75 MHz die Amplitude
beträgt circa 0.1 Volt.Der Ausgang will ich zusätzlich mit einem
Verstärker ergänzen. Selber aus Transistoren bauen oder etwas fertiges
Z.B. NE592? Oder...
Michael_ schrieb:> Für einen Oszillator ist es wurscht, wieviel Verstarkung er hat.
Richtig. Es ist bekanntermaßen ohnehin nahezu unmöglich, einen
Transistor in einer Oszillatorschaltung zum Schwingen zu bekommen.
Lediglich Transistoren in Verstärkern schwingen grundsätzlich. ;-)
B e r n d W. schrieb:> Der Gain-Widerstand fehlt zwischen G1A und G1B. Mach mal 1k rein, dann> müßte die Verstärkung 10 betragen.
Danke. Aber hat das leider nicht geholfen.
In der Beschreibung vom NE592:
Now available in an 8-pin version with fixed gain of 400 without
external components and adjustable gain from 400 to 0 with one
external resistor.
Ich sehe da zwei Design-Fehler:
1) der LM7805 sorgt für eine Common-Mode-Eingangsspannung, die hart am
Limit liegt ([5...7]V laut Datenblatt).
2) R1 sorgt zusammen mit dem Biasstrom der Eingangstransistoren für eine
DC-Differenzspannung am Eingang von ca. 10µA*1kOhm=10mV. Bei v=400 würde
eine DC-Differenzspannung von 4V folgen --> der Verstärker ist
übersteuert.
Weiters: Bei welcher Last hast du gemessen? Bei 50Ohm wäre die max.
Ausgangsspannung nur mehr 500mVpp...
B e r n d W. schrieb:> Gain 400V/V (1)> 1) Gain select Pins G1A and G1B connected together.>> Wie ist denn die DC-Spannung am Ausgang Pin4 und Pin5?
Dann die Spannung: Pin4 10.28 Volt, Pin 5 8.75 Volt
G1A and G1B offen: Pin4 9.16 Volt, Pin 5 9.11 Volt
Laut Datenblatt macht der Baustein doch nur 8-fache Verstärkung bei
50MHz. Mehr ist halt nicht drinne, oder interpretiere ich die
"Voltage-Gain as Function of Frequenz" falsch?
> 8-fache Verstärkung bei 50MHz
Ja, scheint so beim 8-Pin. Der Große ist anscheinend besser.
>Dann die Spannung: Pin4 10.28 Volt, Pin 5 8.75 Volt
Das sieht DC-mäßig nach Anschlag aus. Verwende mal anstatt dem 5Volt
Spannungsregler zwei getrennte Spannungsteiler mit 2.2k / 2.2k pro
Eingang.
Der Current feedback OP LT1227CN8 hat noch 40 dB Verstärkung bei 10 MHz,
Reichelt 3,35€
Der BFP620 ist der höchstfrequenteste Transistor in Reichelts Sortiment
(1,10€), 65GHz Transitfrequenz.
Der BFW92 ist auch ein preiswerter Transistor für Breitbandverstärker:
http://www.qrpforum.de/index.php?page=Thread&threadID=4163
Ich nehme auch gerne den BFG91A in einer simpelst Schaltung:
+ 5-9 Volt
|
-
| | 1k
| |
-
22k | 1n
-|==|--o-----||---->
| / C
O>||---o-----|
1n B \ E
|
|--------------o-----------
GND
Emitterwiderstand nach Bedarf hinzufügen. Geht locker bis 1.5 Ghz, wenn
man geeigneten Aufbau und Teile nimmt. Die 'Pille' hat den Emitter in
der Mitte, was bei geeigneten Aufbau den Eingang recht gut vom Ausgang
schirmt.
M.E. ist der NE592 nicht unbedingt der beste. Prima für Videosignale,
aber bei 100 Mhz an der Grenze.
Dieses Rätsel habe ich schon (teilweise...) gelöst. Bei Reichelt habe
ich NE592 bestellt. Bekam ich TL592. Aber die sind nicht gleich!. TL592
hat kleinere Frequenzbreite! Ich habe jetzt einen NE592 reingesteckt und
erst jetzt reagiert die Schaltung auf die Widerstand zwischen G1A und
G1B.
Matthias Sch. schrieb:> Ich nehme auch gerne den BFG91A in einer simpelst Schaltung:
Super!
Es funktioniert um Klasse besser als das mit NE592. Ich nahm den BF241
(Max.Frequenz 600)mit Stromverstärkung 100. Die Schaltung sollte bis
100 MHz arbeiten. Ich will noch mehr Spannungsverstärkung erreichen.
Noch ähnliche Stufe? Oder Transistor Darlington Schaltung.?
Deine Schaltung ist einfach. Meine Devise: „einfach ist gut und noch
einfacher noch besser“.
Kein Spannungsteiler im Basis und die negative Rückkopplung durch
Widerstand Kollektor-Basis machen das Gute...
Seh gerade, das Reichelt mit dem BFG91 nicht dienen kann, der BFW92 ist
aber zu haben. Wenns also diskret sein darf (wie ich aus dem Betreff
lese), tuts der 26 cent Transisotr vermutlich recht gut. Aus der o.a.
Simpelschaltung sind gut und gerne 6-10 dB Gain rauszuholen, vor allem
bei den 'niedrigen' 100 MHz. Nur halt nicht zu viel Strom durchfliessen
lassen. Je niedriger der Kollektorwiderstand, desto höher ist die
Grenzfrequenz, aber desto mehr Strom fliesst auch. Bei 1,2 Ghz (ATV
Sender) nehme ich so um die 330-470 Ohm, wenns um den PLL Puffer oder
eine normale Verstärkerstufe geht.
Gleichzeitg gepostet :P Darlingtons sind traditionell recht langsam,
besser bau eine 2. Stufe dahinter oder überlege den Einsatz eines z.b.
MAR Amps von Minicircuits. Dadrin ist auch ein Darlington, aber frag
mich nicht, wie sie das machen. Die 2. Stufe ist bestimmt billiger.
Falls du noch mal bei Frau Reichelt bestellst, kannst du dir ja mal ein
paar BFW92 mitordern. Bei 100 Mhz sind die Koppel-Cs nicht kritisch, bei
Ghz dann aber schon.
Experementieren lohnt sich auch im Emitterkreis. Ein 47 oder 100R
Widerstand, überbrückt mit einem 470p bis 2n2 C könnte sich lohnen.
Leider liegt der Emitter dann nicht mehr direkt an Masse, was mögl. zum
Schwingen führen kann. Ich setze die Transis gerne direkt unter das
Trennblech zwischen den Stufen.
Verstärker mit drei Stufen läuft schon.
Spannungsversorgung beträgt 18 Volt. Je größere Spannung desto größere
Verstärkung... Interessant wäre so etwas mit der Versorgung Z.B. 50
Volt...
Willst also doch einen Sender bauen? Dann musst du ab jetzt spätestens
mit abgestimmten Schwingkreisen im Kollektor arbeiten, nur dadurch
bekommst du noch höheren Pegel. Also im Prinzip die simple Schaltung,
aber statt des Kollektorwiderstands einen Parallelschwingkreis,
abgestimmt auf die Nutzfrequenz. Das hat ausserdem den Vorteil, das du
unerwünschte Oberwellen, hervorgerufen durch Übersteuern der Stufen,
unterdrückst.
Für C-Betrieb lässt du dann den Basiswiderstand 22k in meiner Schaltung
ganz weg und ziehst die Basis leicht auf Masse (z.B. 22k dann von Basis
zur Masse)
Matthias Sch. schrieb:> Willst also doch einen Sender bauen?
Nein (bis jetzt...). Ich will einen einfachen Oszillator mit Frequenz
bis um 100 MHz mit einem Spannungspegel über TTL-logic. Als erste will
ich meinen schon vor Jahren gebauten noch ohne Mikroprozessor
Frequenzzähler testen.
Achtung! Messfehler!
Als Anfänger in etwas höherem Frequenzbereich habe ich einen Fehler
gemacht. Ich war erstaunt, dass ich nicht in größeren Spannungsbereich
erreichen kann. Jetzt weiß ich warum. Alle meine Messungen habe ich
durchgeführt mit der Oszilloskopsonde mit der Einstellung 1:1.
Eine zufällige Umschaltung auf 1:10 und die Spannungen waren größer.
Eingangskapazität vom Oszi war die Ursache...
skorpionx schrieb:> Als erste will> ich meinen schon vor Jahren gebauten noch ohne Mikroprozessor> Frequenzzähler testen.
Besorg dir noch ein paar fertige TTL-Quarzoszillatoren zum Vergleich.
Die haben guten Pegel und sind relativ genau.