Dynamo-Wechselspannung begrenzen

Gast #2688155
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Hallo zusammen,

es geht um Folgendes:
Ich möchte mit einem Nabendynamo eine Schaltung betreiben ( benötigt 12V 
DC ). Die Schaltung beinhaltet einen Gleichrichter mit anschließendem 
Buck-Converter und ist bereits aufgebaut.

Um die Schaltung vor zu hohen Spannungen zu schützen, will ich nun 
versuchen die Wechselspannung des Dynamos zu begrenzen. Ausserdem will 
ich meine Schaltung nicht verändern müssen und plane somit eine extra 
Platine zwischen Dynamo und Schaltung ein.

Meine Idee war es, zwei Z-Dioden, mit jeweils 12V, 3W, antiparallel zu 
schalten (siehe Bild).
Dann wird die Wechselspannung doch auf 12,7V (12V Zenerspannung und 0,7V 
Durchlassspannung) bei jeder Halbwelle begrenzt, oder nicht ?

Einen Trafo kommt nicht in Frage, da ich nicht viel Platz habe.

Könnte das so gehen?
Habt ihr denn andere Lösungen?

Danke.
Angehängte Dateien:
#2688199
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hima schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> es geht um Folgendes:
> Ich möchte mit einem Nabendynamo eine Schaltung betreiben
> Um die Schaltung vor zu hohen Spannungen zu schützen, will ich nun
> versuchen die Wechselspannung des Dynamos zu begrenzen.
> Meine Idee war es, zwei Z-Dioden, mit jeweils 12V, 3W, antiparallel zu
> schalten (siehe Bild).
> Dann wird die Wechselspannung doch auf 12,7V (12V Zenerspannung und 0,7V
> Durchlassspannung) bei jeder Halbwelle begrenzt, oder nicht ?

Das funktioniert natürlich, führt aber im Zweifel dazu, das ein
grosser Teil der Energie in den Z-Dioden vernichtet wird. Die
Begrenzungsspannung von Z-Dioden ist übrigens nicht sehr genau
definiert, sodas es sich hier nicht lohnt, mit zehntel Volt zu
rechnen. Außerdem wird nur die Spitzenspannung begrenzt.

> Einen Trafo kommt nicht in Frage, da ich nicht viel Platz habe.

Der wäre bei einem Fahrraddynamo auch wenig sinnvoll.
Gruss
Harald
Gast #2688228
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Ja, das stimmt. Die 12,7V sind aber eher eine Groessenordnung als exakt.

Berechen auch die Verlustleistung. Bei 500mW waere schon bei 40mA 
Gleichstrom Schluss. Ein Fahrraddyamo liefert ca. 500mA.

Die Dioden sind uebrigens antiseriell verschaltet.
Gast #2688322
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Vielen Dank schon mal für die schnellen Antworten.

Die Leistung darf ruhig in den Z-Dioden vernichtet werden, ist nur um 
mal die Schaltung während einer Fahrt zu testen.
Danach wird das Layout schon noch mal überdacht :)

Deswegen war meine Idee mal zwei Z-Dioden mit 3W, oder 5W zu nehmen.
Der Dynamo leistet doch maximal 3W (+/- Toleranz), egal bei welcher 
Geschwindigkeit, oder?
Bei über 12V fließt dann ja auch ein geringerer Strom.

Gruß
Gast #2688376
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Der Zehnerdiodenansatz ist leider Schrott. Denn je mehr Strom kommt, 
desto mehr bremst der Dynamo, ohne dass man mehr erhaelt. Ist ja schoen, 
wenn man den Berg runter Bremshilfe erhaelt, aber auf der Ebene muss man 
mehr treten.
Gast #2688418
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Plop schrieb:
> Der Zehnerdiodenansatz ist leider Schrott. Denn je mehr Strom kommt,
> desto mehr bremst der Dynamo, ohne dass man mehr erhaelt. Ist ja schoen,
> wenn man den Berg runter Bremshilfe erhaelt, aber auf der Ebene muss man
> mehr treten.

Das ist mir schon klar, dass der Dynamo nur eine begrenzte Leistung 
abgibt.

Dass der Dynamo derartig bremsen soll wäre mir neu. Die heutigen 
Nabendynamos fühlt man doch kaum mehr.
Gast #2688447
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>Für Nabendynamos am Fahrrad aber IIRC Vorschrift (§ 67 StVZO / TA 23).

Und nochmals ein halbes Kilo extra mit marginaler Leistung. Da lob ich 
mit doch das Batterie LED Licht, auch wenn's nicht erlaubt ist. Da kommt 
vorne wenigstens was raus.
Gast #2688573
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Was wäre, die zusätzliche Spannung in einen Akku oder einen Elko 
einzuleiten und/oder überhaupt nur die Spitzen zu nehmen und einen DC/DC 
Wandler einzusetzen? Dann wird entweder der bremsde Strom genutz, oder 
gar nicht erst abgezogen.
Gast #2688836
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Hab diese Schaltung nun mal getestet und festgestellt, dass der Dynamo 
weit mehr als 3W liefern kann.

Bei 14,1V floss ein Strom von 473mA (beides effektiv).
Das ergibt eine Leistung von rund 6,7W !!!

Hab dann die Messung abgebrochen, weil die Diode laut Datenblatt einen 
maximalen Strom von 395mA verträgt.

Ist vielleicht besser Z-Dioden mit einer geringeren Zenerspannung zu 
wählen. Z.B. 6,8V. Dann geht die Leistung vielleicht nicht so hoch, 
oder?

Meinungen dazu?
Gast #2689767
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Was meinst du mit "totlaufen" ?

Ich versteh die Wirkungsweise des Nabendynamos noch nicht so recht.
Der verhält sich doch bei Belastung wie eine Konstantstromquelle, oder?
Also er liefert bei Geschwindigkeiten ab ca.10 km/h einen Strom von 
ungefähr 500mA. Die Spannung stellt sich dann abhängig von der Last ein.
Seh ich das richtig?

>Ein Dynamo begrenzt
sich nicht selbst.

Warum strebt die Spannungskennlinie mit einem ohmschen Verbraucher als 
Last einen konstanten Wert an?
Gast #2690310
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hima schrieb:
> Also er liefert bei Geschwindigkeiten ab ca.10 km/h einen Strom von
> ungefähr 500mA.

So in etwa. Der abgenommene Strom schwächt das Magnetfeld im Generator 
und regelt den Strom zurück.

> Die Spannung stellt sich dann abhängig von der Last ein.
> Seh ich das richtig?

Ja. Allerdings ist die maximale Spannung abhängig von der Drehzahl. Kann 
aber durchaus über 50V liegen.
Bei Last mit geringem Innenwiderstand können also leicht ein paar mehr 
als 3W rauskommen.

Du solltest also die Spannung so gering wie möglich halten. Ab etwa 10 
km/h wird der Dynamo um 0,5A liefern, egal ob Du die bei 3V, 6V oder 12V 
(das wird mit 10km/h vmtl. nicht ganz klappen) abnimmst.
Entsprechend schwerer wird dann das Treten werden....

Parallelregler ist wohl in dem Fall das sinnvollste. Falls es sich von 
der Leistung ausgeht und Du den Dynamo nicht fürs Licht brauchst gleich 
auf die Zielspannung und den Buck-Konverter raus.
#2690378
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Werner schrieb:
> Jeder Dynamo hat sicher seine eigene Kennlinie, aber hier mal ein
> Beispiel zu Leerlaufspannung und Kurzschlußstrom abhängig von der
> Fahrgeschwindigkeit
> 
http://enhydralutris.de/Fahrrad/Modellierung_eines_Nabendynamos__Mathias_Magdowski_.pdf

Irgendwie schon interessant, das die Leerlaufspannungin Volt in etwa
der Geschwindigkeit in km/h entspricht. :-)
Gruss
Harald
Gast #2690441
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> Bei Last mit geringem Innenwiderstand können also leicht ein paar mehr
als 3W rauskommen.

Am meisten kommt bei Leistungsanpassung heraus.

Die hätte man, wenn die Last eine Reihenschaltung Kondensator ( zur 
Kompensation der Streuinduktivität => Grösse frequenzabhängig ! ) + 
Lastwiderstand ( = ohmscher Ersatzinnenwiderstand ) wäre.

Gemäss obigem Modell

http://enhydralutris.de/Fahrrad/Modellierung_eines_Nabendynamos__Mathias_Magdowski_.pdf

( Ummagnetisierungswiderstand R(Fe) nicht berücksichtigt ) könnte man 
dann z.B. bei 25 km/h ( richtig: bei entsprechender Drehzahl ) mit dann 
24 V Leerlaufspannung an einem Lastwiderstand von 7,4 Ohm immerhin

P = 0,25*(24 V)²/7,4 Ohm = 19 W

erhalten !

( Und nochmal 19 W würden den Dynamo erwärmen ... )

Als praktische Anwendung wäre eine kleine Wassermühle denkbar -
mit einigermassen konstanter Drehzahl
und Zwangskühlung für den Dynamo ... ;-)
Gast #2690662
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U. B. schrieb:
> ( Ummagnetisierungswiderstand R(Fe) nicht berücksichtigt ) könnte man
> dann z.B. bei 25 km/h ( richtig: bei entsprechender Drehzahl ) mit dann
> 24 V Leerlaufspannung an einem Lastwiderstand von 7,4 Ohm immerhin
>
> P = 0,25*(24 V)²/7,4 Ohm = 19 W

sobald man den Dynamo belastet hat man schon keine Leerlaufspannung 
mehr, denn diese bricht zusammen. Der Nabendynamo ist wie schon gesagt 
wurde eben eine Stromquelle. Bei 25km/h sind mit Leistungsanpassung etwa 
6W real.

@hima:
da du hinter dem Gleichrichter einen Buck-Converter einsetzen willst, 
könntest du ein Problem bekommen.
Wenn der irgendwann losläuft wenn die Eingangsspannung hoch genug ist, 
wird er kurzzeitig recht viel Strom ziehen, dabei den Eingangselko 
leeren.
Der Dynamo wird diese irgendwann zwar liefern, aber dabei wegen 
plötzlicher Last auch die Spannung einbrechen, welche dem Buck aber 
nicht mehr genügt.
Dann kommts zum Pumpen.
Gast #2690917
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> sobald man den Dynamo belastet hat man schon keine Leerlaufspannung
> mehr, denn diese bricht zusammen.

Trivial, weil jede reale Spannungsquelle eben eine reale Innenimpedanz
hat ...

Wenn das hier angegebene Modell praktikable Gültigkeit hat, ergeben sich 
bei jeweils parallelen 2 ( Scheinwerfer + Rücklicht ) in Reihe eben 6 
Watt.

Wenn zusätzlich die Streuinduktivität kompensiert ist, geht definitiv 
mehr.
#2691589
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Wenn die Spannung im Eingangskondensator zu hoch ist könntest du einen 
Triac nutzen um die Wechselspannung kurz mal abzuschalten, dann wird 
keine zusätzliche Energie verbraucht und er dreht sich leichter.

Was ist das für eine Schaltung die du betreiben willst?
Gast #2693857
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Mike J. schrieb:
> Triac nutzen

Du meinst so eine Art Phasenanschnittsteuerung?
Oder wie meinst du das mit
> die Wechselspannung kurz mal abzuschalten
?
Den Nabendynamo kurzschließen?

Wäre denn eine Phasenanschnittsteuerung eine Alternative? Aber da wird 
doch der Stromfluss gesteuert und nicht die zu hohe Spannung 
heruntergeregelt.
#2696050
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Hallo hima

auf nachstehender Seite kannst Du Dich mal zur Fahrradlichtmaschine, 
speziell zum Klauenpolgenerator (=Nabendynamo) informieren.
http://fahrradzukunft.de/1/wirkungsweise-fahrradlichtmaschinen und hier 
gibt's im Forum weitere Infos:
[Beitrag "Re: Laderegler bauen mit dem anhand eines Dynamos ein Handy oder Navi mit Strom versorgt werden kann"]
Dort hat einer sogar ein LTSpice-Modell des Verhaltens unter Last 
gezeigt.

mfg Ottmar

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