Das Neue ist das gründlich vergessene Alte.
In Ostberlin fuhren noch bis Ende der 60er Jahre die um schätzungsweise
1930 ff gebauten elektrischen Postautos mit Akku durch die Gegend.
Wenn man die Entwicklung der Batterien in den letzten 80 Jahren
betrachtet,
sollte das wohl möglich sein, was die Chinesen da machen.
Offenbar liegt aber kein Interesse vor.
Das Ostberliner Straßenbahnnetz wurde ja in den letzen 23 Jahren auch
nur symbolisch in den Westen verlängert (Seestraße).
Es gibt wohl kein Interesse am elektrischen Verkehrswesen in
Deutschland.
http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/Historisch/408574/Bremen---Pionier-der-Elektromobilitaet.html
Um 1900:
> Zehn der damaligen deutschen Hersteller bauten ausschließlich> Elektrofahrzeuge, sieben verkauften neben Elektro- auch Benzinwagen.
Später:
> Unter dem ab 1914 gültigen Firmennamen Hansa-Lloyd-Werke AG produzierte> das Unternehmen fortan tausende Elektrolastwagen und -karren. Vor allem> die Deutsche Reichspost, aber auch die Fischereihafenfirmen in> Bremerhaven sowie Molkereien, Brauereien und Müllabfuhrbetreiber setzten> auf die Lloyd-Mobile aus Bremen. Von den 1200 Elektrolastwagen, die 1928> höchst erfolgreich im Postdienst eingesetzt wurden, trugen gut die Hälfte> das Lloyd-Markenzeichen. Als das Unternehmen um 1926 Trolleybusse> entwickelte, schien sich eine vielversprechende neue Verkaufschance> abzuzeichnen - immerhin forcierten damals viele Städte den Einsatz dieser> Busse. Das Geschäft machten allerdings dann, und noch in den 1950er-> Jahren, andere Unternehmen - Henschel, MAN und Daimler-Benz.
Um dann allesamt das Elektro-Geschäft einzustampfen und heute erstaunt
nach China zu schauen, dass man dort fast 100 Jahre alte Technik
beherrscht und auf den Markt wirft, von der man sich hier angeekelt
abgewendet hatte.
Kommt dann hinten ein Aufkleber drauf "Ich fahre mit Braunkohle"? Wenn
es überhaupt möglich ist z.B. alle Berliner Busse über Nacht aufzuladen.
Mit technischen Details hält sich der Jubelartikel nicht großartig auf.
Mich würde z.B. interessieren wie der Fahrgastraum im Winter beheizt und
im Sommer klimatisiert wird.
Stand doch im Artikel:
>Auch die Heizung könnte noch Problem bereiten. Bei einen Test mit einem>Batteriebus der Marke Cobus in Offenbach froren die Fahrgäste bitterlich.
Peter Bednarz schrieb:> Was haltet ihr davon?
Liebevoll aufgemachte Spiele fürs Volk. Und plötzlich brauchen wir
wieder Windräder und Solaranlagen...
Aber das ist doch auch hübsch:
1
Der Busfahrer im Blaumann ...
Soso, da fährt der Monteur...
1
... hat den Blick freigegeben auf das Herzstück seines Fahrzeuges:
2
die Batterien.
Früher hat man rumgeprotzt: 230 Ps! Heute protzt man: 780 Ah!
Und da haben wir den Schlüssel zum Versuchsbetrieb:
1
Seine Firma ... panzert Limousinen für Regierungsmitglieder.
Na, wer sich da nicht alles die Klinke in die Hand gibt...
Hi!
In Nanjing (China, 300km westlich von Shanghai) waren letztes Jahr 4
Versuchsbusse mit E-Antrieb unterwegs. Im Gespräch mit dem Busfahrer kam
dann raus: Reichweite ca. 90 km - also weniger als eine Schicht. Im
Winter war es dann relativ kalt (-5 Grad sind hier schon das untere
Ende) - seitdem sind die Busse zur Generalüberholung zurück beim
Hersteller und die Dieselbusse sind wieder im Einsatz...
Ich nehme das Thema daher nicht besonders ernst...
Grüße,
TommyS
Georg W. schrieb:> Wenn es überhaupt möglich ist z.B. alle Berliner Busse über Nacht> aufzuladen.
Hatte ich am Beispiel des mysteriösen Elektro-Audis mal ausgerechnet:
Beitrag "Re: A2 fährt mit Batterie 605 km"
Um 100Ah Batteriekapazität in 15 Minuten vollzuladen, werden 152kW
elektrische Anschlußleistung benötigt (bei 100% Wirkungsgrad). Der
Eurabus fährt mit einer 630Ah-Batterie und soll in drei Stunden geladen
werden.
http://www.kvip.de/kvip/html/eurabus.html
Pro Bus müßten also rund 80kW Anschlußleistung vorhanden sein. Zum
Vergleich, eine typische 110kV-Freileitung hat laut Wiki eine Kapazität
von 32MW und würde für 400 Busse reichen.
Haha, die blauäugigen :
>Die offene Frage ist noch, wie stark die Reichweite bei winterlichen >Temperaturen sinkt. Tatsächlich nur um zehn Prozent, wie Labortests ergeben >haben?
10% Prozent Verlust bei -15 °C? Das ist ein Wunschwert und physikalisch
nicht zu halten:
http://www.radl.at/index.php/LiPo_Akkus_-_Anleitung_und_Warnhinweise>Der zulässige Temperaturbereich beim Laden und Lagern vo LiPo-Akkus beträgt >0-50° Celsius.
Man fährt den Bus also zum Laden in die Halle?
Ausserdem bricht bei normaler Belastung und bei -22°C die Spannung
sofort ein:
http://www.slowflyer.ch/downloads/temperaturtestprotokoll.pdf
So einfach isses also nicht. Das Thermalmanagement der LiPos und der
Fahrgäste dürfte die Busse zu Schönwettervehikeln machen.
Icke ®. schrieb:> Hatte ich am Beispiel des mysteriösen Elektro-Audis mal ausgerechnet:>> Beitrag "Re: A2 fährt mit Batterie 605 km"
Abgesehen davon hat sich der Notar ja geweigert mitzufahren und der
Wagen ist auf der Strecke mal für ein paar Stunden verschwunden. Aus
Versehen ist es ja auch abgebrannt, das 'Lekkermobil'
AKKU Systeme allgemein glänzen vor allem durch einen miserablen
Gesamtwirkungsgrad. Dieser kann durch Rekuperation geringfügig
verbessert werden bleibt in Summe aber mies. Das Problem der
grundsätzlichen Energiebereitstellung wird nur verlagert, was der
Luftqualität in Innenstädten dienlicher ist als der gesamten Atmosphäre.
Also auch hier nur eine Veschiebung. Genaugenommen versucht die
Elektroenergieerzeugerlobby ein neues Betätigungsfeld für ihre
zentralisierte und monopolisierte Struktur aufzutun um so die Verluste
durch die ökologischere dezentralen
Energiebereitstellung(Kraftwrämekopplung) zu kompensieren.
Berechnet man den Ressourcenverbauch für die Herstellung der Akkus
hinzu, so bleibt es Blendwerk für eine Sackgase welche als Ausweg
verkauft wird.
Namaste
Elektrofahrzeuge sind schon sinnvoll. Kraftwerke arbeiten effizienter
als kleine Verbrennunsmotoren und es ist einfacher, ein paar Kraftwerke
auf dem neuesten Stand zu halten mit Filtern etc. als Millionen von
Autos. Ausserdem ermöglichen Elektrofahrzeuge größere Flexibilität. Der
Strom für Elektroautos kann durch Gas, Kohle, Öl, Solar, Wasserkraft,
Atomkraft, etc. erzeugt werden, je nachdem was im Moment am besten
geeignet ist.
Ausserdem könnte man damit die Spitzen abfangen, die durch Solar- und
Windkraft enstehen, wenn Elektroautos genügend verbreitet sind. Die
Akkus können tagsüber geladen werden und nachts bei Bedarf wieder
Energie abgeben. Die Energieversorger könnten Elektrofahrzeuge
subventionieren und sich dadurch die immensen Kosten für
Pumpspeicherwerke sparen.
Also mal nicht so kurzsichtig sein :-)
Als Fahrgast ist es mit (fast) egal, womit der Bus angetrieben wird,
Benzin, Holzkohlenvergaser, Strom von der Oberleitung, Batterien, 100
Kulis die schieben (naja fast egal). Wichtig für mich sind: was kostet
es und ist der Bus pünktlich.
Fährt der Bus umweltschonend, finde ich das schon toll. Ich würde auch
etwas mehr für den Fahrpreis bezahlen, aber doch wohl nur etwas.
Früher gab es Oberleitungsbusse, die Busse wurden vom Energieversorger
betrieben, da war das eine gute Verbindung. Aber die Dinger waren nicht
besonders zuverlässig. Immer mal wieder blieb so ein Dinger stehen, dann
war mal wieder so ein Abnehmer von der Oberleitung gerutscht, der Fahrer
sprang dann raus, nahm sich eine lange (isolierte) Stange und hat
versucht, den Abnehmer wieder in Position zu bringen. Die Jungs hatten
echt Routine, was schon genug aussagt. Dann stellte man irgendwann auf
Dieselbusse um, Probleme dieser Art gab es nicht mehr, der Feind der
Busse ist der Verkehr und nur wenig die Technik. Dummerweise ist der
Preis für den Diesel stark gestiegen, die Oberleitungen sind abgebaut
(ein paar hängen noch, aber die dürften vergammelt sein nach 20 oder 30
Jahren). Und jetzt geht es mit Akkus weiter.
Traurig nur, dass die deutsche Industrie schon länger nicht mehr
Vorreiter ist.
Marko B. schrieb:> Elektrofahrzeuge sind schon sinnvoll. Kraftwerke arbeiten effizienter> als kleine Verbrennunsmotoren
Wohl kaum. Zitat aus Wikipedia:
"Der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken weltweit betrug 2004 (Zahlenbasis
teilweise aus 2002 und früher) im Mittel 31 %, in Deutschland lag er bei
38 %."
Moderne Benzinmotoren können da locker mithalten, Diesel sind sogar
deutlich besser. Wenn man die Wirkungsgradverluste durch die
Energieübertragung und das Laden mit einrechnet, steht die zentrale
Erzeugung in Kraftwerken sogar ziemlich mies da. Ökologisch machen
Elektroautos nur Sinn, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt.
Dave B. schrieb:> Siemens braucht wohl Geld und möcht gern die Autobahnen elektrifizieren
Siemens... waren das nicht die mit dem Transrapid?
> Halten natürlich alle für Quatsch und ist es ja wohl auch von wegen> Ausbaukosten für die Leitungen, Umbau für die LKWs
Allein den Umbau bestehender LKWs halte ich zwar nicht für umöglich,
aber für kompliziert und teuer. Man kann den E-Motor nicht einfach
irgendwo anflanschen, dafür muß mindestens das Getriebe oder der
Kardanantrieb umgebaut und erstmal Platz gefunden werden. Nicht zu reden
von den sicherheitstechnischen Problemen. Um die nötigen Leistungen zu
übertragen, eignet sich nur Hochspannung im Bereich mehrerer kV. Sowohl
die LKWs als auch die Fahrdrähte müssen berührungssicher ausgelegt sein
und bei einem Auffahrunfall bedeutet der Strom zusätzliche Gefahr.
Was ist, wenn ein LKW stehenbleibt? Das kommt sehr häufig vor. OK, die
anderen müssen den Diesel anwerfen und vorbeifahren. Aber bis die soweit
sind, hat es inzwischen mehrere km Stau. Wo sollen die Schwertransporte
dann fahren (eingeschränkte Höhe durch den Fahrdraht)? Und, und, und...
> und dann muss der Strom ja auch irgendwo her kommen.
Richtig. Wir reden von min. 100-200kW pro LKW.
Für Stadtbusse halte ich diese Idee und auch deren Ausführung für gut.
LKW damit auszurüsten, wird nicht gehen, weil dann zuviel Nutzlast
zugunsten der Akkus verloren geht. Außerdem- wo soll das viele Material
(Lithium) dafür herkommen.
Wir haben ein (sehr ausgedünntes) Bahnnetz, auf das man Transporte
verla-
gern kann. LKW bräuchte man nur für den Zubringerverkehr.
B.T.W.
Die Ungarn bauten einen Bus,
den nannten sie gleich "Ikarus"
Dann bauten sie noch so einen Krepel
-den nannten sie dann "Csepel"
MfG Paul
Fraglich auch was beim eHighway passiert wenn mal so ein Mast umgekarrt
wird. Alles bleibt stehen über so einige Kilometer? LWKs dürfen alle
zudieseln und was sagt das Stromnetz wenn aufeinmal eine Autobahn
aussteigt?
Icke ®. schrieb:> Marko B. schrieb:>> Elektrofahrzeuge sind schon sinnvoll. Kraftwerke arbeiten effizienter>> als kleine Verbrennunsmotoren>> Wohl kaum. Zitat aus Wikipedia:
So it is, und daran ändert auch blinder Aktionismus nichts, selbst wenn
er prtegiert wird.
Elektro ist schön und gut aber nur wenn:
a) Kein Ressourcen der menschlichen Ernährung entzogen werden,
b) die Natur geschont wird und
c) Der Wirkungsgrad stimmt
Diese drei Faktoren sind übrigens eng mit einander verbunden, der
verstoß gegen eine der bedingungen zieht automatisch die
Beeinträchtigung der anderen beiden Punke nach sich.
Insofern sollte mindestens ein möglichst hoher Gesamtwirkungsgrad
angestrebt werden, da dies auch die Punkte a und b positiv beeinflust.
Namaste
Dave B. schrieb:> Weiß ja nicht ob sich da ein eigener Thread lohnt aber das fällt ja so> mit in die ähnliche Richtung> http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1338485313292&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546>> Siemens braucht wohl Geld und möcht gern die Autobahnen elektrifizieren> und elektrische LKWs drauf fahren lassen. Im Sinne von Energiewende und> so.
Vorschlag: Machen wir noch Stahlräder dran und legen Schienen auf die
Autobahn und nennen das Ganze dann "Bahn".
Der Bahn mal in den Hintern treten, dass sie ihr Gleisnetz mal so
steuern und vermarkten, dass es sich gar nicht lohnt, mit dem Brummi von
München nach Hamburg zu fahren - DAS wäre mal ein Geschäftsansatz der
Kohle bringen würde.
Stahlräder und Gleise sind auch nur eine rostende Lärmquelle wenn auch
der Rollwiderstand sinkt. Die Entkoppelung von Schwerlastlogistik und
Individualverkehr hingegen währe in Ordnung und zu erreichen wenn man
Frachtfahrten auf der Straße auf Strecken unter z.B. 100km beschränkte
und dafür das Bahnnetz straffte.
....
Wenn ich dran denke, wieviel Güter(bahn)verkehr es in der DDR gegeben
hatte... Dieser hatte sogar Vorrang vor dem Personenverkehr.
Heute sind alle Gleise und (Güter-)Bahnhöfe "zurückgebaut".
Elektrische LKW auf der Autobahn.. Wie kommt man nur auf so einen
Schwachsinn?
Icke ®. schrieb:> dafür muß mindestens das Getriebe oder der Kardanantrieb umgebaut
Sinnvollerweise müsste da ausgebaut stehen. Denn die Elektromotoren
gehören dort hin, wo keine Zahnräder mehr Reibungsverluste produzieren:
direkt ans Rad.
Das haben die traditionellen Autobauer aber noch nicht verstanden, denn
für die gehört zu jedem Motor zwingend eine Kupplung und ein oder
mehrere Getriebe...
Lothar Miller schrieb:> Sinnvollerweise müsste da ausgebaut stehen. Denn die Elektromotoren> gehören dort hin, wo keine Zahnräder mehr Reibungsverluste produzieren:> direkt ans Rad.
Dummerweise gehören E-Motoren direkt am Rad zur ungefederten Masse. Bei
sehr langsamen Fahzeugen ist das nicht so problematisch, ansonsten
schon. Genau deswegen wird es nicht gemacht, und nicht weil die
Ingenieure zu doof sind.
Bahn ist leider etwas Mühsam.
Will man z.B. 200km von A nach B etwas transportieren, muss:
Ein Waggon bestellt werden
1-2 Tage später steht der dann bei A
Am nächsten Tag wird der abgeholt
Dann über diverse Vierschubbahnhöfe bis zu B gebracht
Mit einer Spedition ist die Ware 3h später am Ziel ...
Ja, bei ad hoc Lieferungen.
Es gibt aber jede Menge regelmässige Transporte. Und ja, die
Bahnlogistik muss natürlich optimiert werden.
Nachteil: Einer bringts zum Bahnhof, ein anderer holts vom Bahnhof ab -
ist halt etwas umständlich. Könnte man die Paketdienste ins Spiel
bringen, für die letzte Meile.