Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Die Qual der Mikrocontrollerwahl


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von Max T. (charmquark)


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Hi zusammen,

ich starte bald mit meinem ersten Projekt und habe die Qual der Wahl 
bezüglich des Miktocontrollers.

Ich baue, wie schon in einem anderen Thread diskutiert, zum Einstieg 
einen LED-Würfel der seine Daten u.A. über USB empfangen soll. Ich habe 
den aktuellen Schaltplan mal angehängt. Es soll mein längerfristiges 
Lernprojekt sein, und ich werde wahrscheinlich viel Zeit verbringen alle 
möglichen Sachen zu programmieren und Komponenten wie z.B. Schalter oder 
Audioeingänge hinzuzufügen.

Geplant hatte ich anfangs den ATMega32U2 (~3,50€ bei Reichelt), der eine 
eingebaute USB Schnittstelle besitzt. Ich vermute, dass er von der 
Dimension einigermaßen ausreichen würde um vom PC berechnete Daten 
"anzuzeigen", viel mehr aber auch nicht.

Jetzt habe ich beispielsweise den STM32 F103VBT6 Cortex-M3 uC entdeckt, 
der "etwas mehr" kann und mit 5,45€ nicht viel teurer ist. Es wäre 
natürlich toll, wenn ich in dem Bereich mehr Kapazitäten habe, als wenn 
ich mit dem ATMega32U2 schon bald an der Grenze bin. Ausserdem scheine 
ich aus einigen Threads herauszulesen, dass ARM in Zukunft AVR ablösen 
wird, was natürlich ein weiterer Grund wäre.

Ich habe jedenfalls zwei offene Fragen, bei denen ihr mir vielleicht 
helfen könnt:

1) Die Spannungsversorgung für den uC ist 2.0V - 3.6V. Wenn ich den uC 
über einen Spannungsregler versorge, kommen die Ausgangspins bei high 
nur max. 3.6V, mit denen ich dann nicht mehr direkt die MOSFETs 
betreiben kann um die LEDs mit 5V zu schalten. Stimmt das überhaupt so? 
Und wenn ja, wie könnte ich das lösen?

2) Brauche ich für den Betrieb des SMT32ers in einer Schaltung noch 
viele zusätzliche Komponenten, oder werden es nur ein paar günstige 
Widerstände, Kondensatoren etc. sein? Ich konnte leider keine einfache 
Grundschaltung finden.

Schöne Grüße,
Max

von Ian (Gast)


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Max TBA schrieb:
> Ich baue, wie schon in einem anderen Thread diskutiert, zum Einstieg
> einen LED-Würfel der seine Daten u.A. über USB empfangen soll.

Dann nimm für den Anfang eine RS232-Verbindung mit USB-seriell-Adapter.

Max TBA schrieb:
> Jetzt habe ich beispielsweise den STM32 F103VBT6 Cortex-M3 uC entdeckt,
> der "etwas mehr" kann und mit 5,45€ nicht viel teurer ist. Es wäre
> natürlich toll, wenn ich in dem Bereich mehr Kapazitäten habe, als wenn
> ich mit dem ATMega32U2 schon bald an der Grenze bin.

Für den STM32 brauchst Du erst einmal Kapazitäten im KOPF! Als 
Einsteiger siehst Du da total alt aus.

Nimm einen ATmega88 und fertig.

von Frank K. (fchk)


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Max TBA schrieb:

> 1) Die Spannungsversorgung für den uC ist 2.0V - 3.6V. Wenn ich den uC
> über einen Spannungsregler versorge, kommen die Ausgangspins bei high
> nur max. 3.6V, mit denen ich dann nicht mehr direkt die MOSFETs
> betreiben kann um die LEDs mit 5V zu schalten. Stimmt das überhaupt so?
> Und wenn ja, wie könnte ich das lösen?

Wenn Du schon 5V hast, dann hänge doch einfach einen 74HCT541 vor die 
MOSFETs, den Du mit Vcc=5V betreibst. Die HCT erkennen High-Level schon 
ab etwa 1.5V, das passt also zu 3.3V Signalen.

Ob Du tatsächlich 5V zum Schalten brauchst, siehst Du im Datenblatt des 
Transistors. Schau Dir mal den BSH105 an.

http://www.nxp.com/documents/data_sheet/BSH105.pdf

Wenn Du Dir Fig.6 auf Seite 3 anschaust, siehst Du, dass der Transistor 
schon bei 2.5V ziemlich weit durchgeschaltet hat und der RDS(on) nur 
noch 0.2Ω beträgt. Bei 4.5V VGS sinkt der auf 0.15Ω. Bei VGS von 3.3V 
bist Du irgendwo dazwischen.

Schau ins Datenblatt Deines Transistors und prüfe, wie weit der bei 3.3V 
schon durchschaltet. Manche wollen da auch 8V VGS sehen.

> 2) Brauche ich für den Betrieb des SMT32ers in einer Schaltung noch
> viele zusätzliche Komponenten, oder werden es nur ein paar günstige
> Widerstände, Kondensatoren etc. sein? Ich konnte leider keine einfache
> Grundschaltung finden.

Im Prinzip ist die Handhabung nicht anders als bei einem AVR. Dran 
denken:
- ALLE VDD/VSS-Pins anschließen
- Zwischen JEDES VDD/VSS-Paar ein 100n setzen, und zwar so dicht wie 
möglich
- Reference Manual lesen (das ergänzt das Datenblatt)

PS: Du darfst auch ruhig bei anderen Leuten spicken:
https://www.olimex.com/dev/stm32-p103.html
https://www.olimex.com/dev/images/ARM/ST/STM32-P103-sch.gif

fchk

von Max T. (charmquark)


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Vielen Dank fchk, das ist eine sehr hilfreiche Antwort =) Ich hatte 
einen Denkfehler bzgl. der Transistoren. Stimmt natürlich, dass man 
keine 5V braucht um damit 5V zu schalten ;-)

Ich glaube ich werde es einfach mal mit einem ARM uC versuchen. Gibt es 
vielleicht bessere Alternativen als den STM32 F103VBT6? Sollte man 
lieber in der ARM Schiene von Atmel bleiben? Oder TI?

von Guter Rat (Gast)


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Wenn es schon STM sein muß, würde ich ein fertiges Entwicklungsboard 
kaufen. Glaube nicht, daß es die im DIL Gehäuse gibt und SMD Löten ist 
für einen Anfänger nicht das Wahre.

von Johannes (Gast)


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Ich würde dir auch nen kleineren Atmel empfehlen und erstmal ein 
bisschen probieren. Der Umstieg ist dann relativ einfach, aber für den 
Anfang ist ein kleiner oft besser (mehr Erfolg = mehr Spaß)
Probiere dir ein paar Gedanken zu machen aber Plane nicht zu viel. Ich 
hatte schon Projekte bei denen ich alles zu berücksichtigen versuchte, 
wurden dann so komplex das sie bis heute noch nicht fertig sind....
Wenn du erstmal einen 3x3 Cube mit nem Atmega am laufen hast, dann 
kannste weiter sehen ... wenn du noch nie eine LED auf einem µC zum 
blinken gebracht hast, musst du für einen Cortex3 frustresistent sein 
:-D
Wenn man dich überhaupt nicht überreden kann hol dir wenigstens ein 
fertiges Board für den Anfang. Da ist dann meist auch gleich ein 
Programmer drauf und die haben Schaltpläne mit dabei.... d.h. für die 
eigene Platine kannste da abkupfern (Peripherie).
Boards die gut und billig sind:
http://de.farnell.com/jsp/displayProduct.jsp?sku=1824325&action=view&CMP=GRHS-1000962
http://www.watterott.com/de/LPC1769-LPCXpresso-Board?xda783=498593d093a737651a9bbcbd9f6528b9

Gruß
Johannes der dir immer noch nen Atmega empfiehlt :-D (Mit Hirn geht da 
wesentlich mehr als bei einem Cortex3 ohne Hirn HAHAA)
Viel Spaß beim Baschteln

von Johannes (Gast)


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Achja für die Fets schau dir mal den hier an
http://www.irf.com/product-info/datasheets/data/irlml2502.pdf
die kannste für LED anwendungen auch direkt mit dem µC schalten. Bei 3,3 
Volt haben die weit unter 40 mOhm und billig sind die Dinger auch noch

von Karl A. (karlauer)


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Ich denke nahezu jeder, der sowowhl AVR als auch ARM Cortex-M3 nutzt 
wird für den Anfang den AVR empfehlen. Der Umstieg von AVR auf z.b. 
STM32 ist dann relativ einfach, weil man mit den wesentlichen Dingen 
eines uC vertraut ist und die ganzen Nebenkriegsschauplätze der 
ARM-Entwicklung besser in den Griff bekommt.

Während man beim AVR bereits mit ein paar Zeilen C schon etwas erreichen 
kann, sind bei einem STM32 erst mal mindestens 100 Zeilen zur 
Konfiguration nötig, bis man überhaupt eine LED zum Blinken bringt. Eine 
riesige Quelle von Fehlern, die man für den Anfang einfach vermeiden 
sollte.

Auch die IDEs für STM32 sind vom Komfort her, solange man nicht viel 
Geld ausgeben möchte, kein Vergleich zum AVR-Studio.

Schließlich findet man im Internet auch viel mehr Hilfe und Beispiele zu 
den AVRs als zu Cortex-M3.

Also meine Empfehlung erst AVR dann ARM.

Die USB-Übertragung würde ich vielleicht auch erst mal mit einem FT232 
o.ä. realisieren, denn auch dieser ganze USB-Kram ist ein 
Nebenkriegsschauplatz, der einem nur die Zeit für die Hauptaufgaben 
nimmt. Auch nicht schlecht dafür sind Bluetooth-zu-Seriell Module, die 
man im Internet schon für ein paar Euro findet.

von Markus W. (Firma: guloshop.de) (m-w)


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Ian schrieb:
> Nimm einen ATmega88 und fertig.

Seh ich genauso. VUSB-Software von obdev drauf, dann brauchst du auch 
keine Hardware-USB-Schnittstelle im Mikrocontroller.

Wenn der Speicherplatz knapp wird, dann nimm den ATmega328.

Falls du mehr Pin brauchst, weil du ein paar Schieberegister einsparen 
willst: ATmega324A.

Einen LED-Würfen per ARM anzusteuern, halte ich schon für arg 
übertrieben. Andererseits, wenn es ein Lernprojekt werden soll, um 
speziell in ARM (und nur in ARM) einzusteigen, kommt es darauf natürlich 
nicht an.

von Frank K. (fchk)


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Max TBA schrieb:
> Vielen Dank fchk, das ist eine sehr hilfreiche Antwort =) Ich hatte
> einen Denkfehler bzgl. der Transistoren. Stimmt natürlich, dass man
> keine 5V braucht um damit 5V zu schalten ;-)

Das kommt auf den Transistor an. Lies die Datenblätter.

> Ich glaube ich werde es einfach mal mit einem ARM uC versuchen. Gibt es
> vielleicht bessere Alternativen als den STM32 F103VBT6? Sollte man
> lieber in der ARM Schiene von Atmel bleiben? Oder TI?

Wenn Du etwas mit der Einfachkeit eines AVR, aber der Leistung eines 
ARMs suchst, greif zum PIC32. Bei Reíchelt gibts den 32MX220F032B-ISP 
als DIL28 für 2.95€, und der hat schon 40 echte MHz, 32k Flash und 8k 
RAM und ist ein echter 32 Bit Prozessor. Am oberen Ende gibts den 
32MX795F512L80PT für 8.90€ mit 512k Flash, 128k RAM und 80 echten MHz 
und 100 MBit Ethernet, USB, CAN und allem was das Herz begehrt. Und die 
Programmierung ist auch nicht schwerer als beim AVR. Microchip versucht, 
die Programmierung zwischen den 8, 16 und 32 Bit PICs so ähnlich wie 
möglich zu machen, obwohl das völlig unterschiedliche Architekturen 
sind.

Microchip gibt Dir kostenlos die MPLAB IDE, den passenden Compiler und 
fertige Bibliotheken für alle Schnittstellen inkl TCP/IP und USB. Als 
Programmer brauchst Du ein PicKIT3, das Du hier am günstigsten bekommst. 
Damit kannst Du alle aktuellen PICs (8, 16, 32 Bit) programmieren und 
debuggen.

https://hbe-shop.de/PROGRAMMER-IN-CCT-DEBUGGER-PICKIT-3-Typ-PG164130

Hier gibts ein günstiges Prototypenboard für den Anfang (20€):

https://www.olimex.com/dev/pic-p32mx.html

fchk

von Oberlehrer (Gast)


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> Für den STM32 brauchst Du erst einmal Kapazitäten im KOPF! Als
> Einsteiger siehst Du da total alt aus.

Quatsch mit Sauce. Der Einstieg ist genauso leicht.

von Max T. (charmquark)


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Danke für die hilfreichen Kommentare!

Ich glaube ich lass mir das nochmal durch den Kopf gehen mit dem 
ATmega88. Wobei es mich schon reizen würde direkt mit einem ARM 
anzufangen. Jedenfalls gestalte ich das ganze sowieso so, dass der uC 
mit der anderen Peripherie sowieso auf einer eigenen Platine sitzt, so 
dass ich ihn später einfach durch einen anderen Controller ersetzen 
kann.

von Andreas B. (andreasb)


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Oberlehrer schrieb:
>> Für den STM32 brauchst Du erst einmal Kapazitäten im KOPF! Als
>> Einsteiger siehst Du da total alt aus.
>
> Quatsch mit Sauce. Der Einstieg ist genauso leicht.

Wenn du wirklich mit einem STM32 Anfangen willst: Du kriegst z.B. auf 
Ebay Boards aus China, bei dem alle Pins auf DIP herausgeführt sind, 
Spannungsregler etc. alles bereits bestückt. Ich würde dir abraten das 
erste Board selbst zu erstellen.

Für den Anfang würde ich dir aber sowieso zu einem AVR Raten, da der 
Einstieg mit diesen meiner Meinung nach wesentlich einfacher ist, 
Begründung findest du weiter oben, z.B. braucht ein AVR fast keine 
Konfiguration, beim STM32 braucht man tatsächlich 100 Zeilen um eine LED 
zum blinken zu bringen;-)

Beim AVR kannst du V-USB für eine USB Schnittstelle nehmen, jedoch ist 
dann der Programmieraufwand PC Seitig etwas höher.

Einfacher wäre für dich warscheinlich ein USB-UART Adapter, diese 
kriegst du ebenfalls auf Ebay für ein paar €.

Den STM32 kannst du über UART (also USB-UART Adapter, am einfachsten) 
flaschen. Für den AVR brauchst du noch einen Programmer, diesen kannst 
du dir selbst bauen (Siehe Wiki Artikel ISP) oder einen fertigen, z.B. 
USB ASP, kaufen.


mfg Andreas

von Frank K. (fchk)


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Max TBA schrieb:
> Danke für die hilfreichen Kommentare!
>
> Ich glaube ich lass mir das nochmal durch den Kopf gehen mit dem
> ATmega88. Wobei es mich schon reizen würde direkt mit einem ARM
> anzufangen. Jedenfalls gestalte ich das ganze sowieso so, dass der uC
> mit der anderen Peripherie sowieso auf einer eigenen Platine sitzt, so
> dass ich ihn später einfach durch einen anderen Controller ersetzen
> kann.

Hast Du Dir mal mein PIC32 Posting angeschaut?

fchk

von Max T. (charmquark)


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Frank K. schrieb:
> Hast Du Dir mal mein PIC32 Posting angeschaut?

Ja, danke nochmal! Ich dachte nur, da ich hier schon ein ATmega32 
Evalboard und Programmer habe, würde ich eher bei den Atmel Controllern 
bleiben. Ich werde mir nochmal ein paar Sachen zu dem PIC durchlesen und 
schauen, ob ich dann eher in die PIC-Schiene einsteige.

Schöne Grüße,
Max

von Sam P. (Gast)


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Wenn ich heutzutage neu anfangen würde, würde ich mit ARM anfangen, und 
zwar mit dem mbed (www.mbed.org). Da ist nix mit 100 Zeilen bis es 
blinkt, das ist der Einstieg wirklich einfach, einfacher als mit dem 
AVR. Nur preislich ist der eher Mittelklasse. Das ist ein 
DIP-Breakout-Board, das du auf deine Schaltung stecken kannst (und 
später auch austauschen, weil man den lieber für Prototypen nimmt und 
fertigen Geräten dann ein billiges Break-Out-Board spendiert).

Wenn du schon C kannst und knappes Budget, dann lohnt sich auch gleich 
ein billiges Breakout-Board (STM Discovery, LPC Xpresso, oben erwähnte 
Chinaware, teilweise einstellige Eurobeträge).

Größter Vorteil all dieser Teile ist, dass du keine Last mit 
Spannungsversorung, Pufferkondensatoren usw. hast, die gröbsten Fehler 
kannst du da schon gar nicht mehr machen. Du kannst sofort in deine 
Schaltung starten und musst dich nicht mit dem Controller selbst 
rumplagen.

Was da die beste Empfehlung ist, hängt halt davon ab, ob du eher in 
Hardware oder Software vorbelastet bist.

von Markus W. (Firma: guloshop.de) (m-w)


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Frank K. schrieb:
> Wenn Du etwas mit der Einfachkeit eines AVR, aber der Leistung eines
> ARMs suchst, greif zum PIC32. Bei Reíchelt gibts den 32MX220F032B-ISP
> als DIL28 für 2.95€, und der hat schon 40 echte MHz, 32k Flash und 8k
> RAM und ist ein echter 32 Bit Prozessor.

Hört sich erst einmal beeindruckend an. Nur so aus Neugier: werden diese 
40 MHz runtergeteilt oder vervielfacht, bevor sie als CPU-Takt verwendet 
werden? Wie viele CPU-Takte braucht dieser Mikrocontroller für eine 
Operation – sagen wir, eine Addition?

von Ian (Gast)


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Oberlehrer schrieb:
> Quatsch mit Sauce. Der Einstieg ist genauso leicht.

Du hast einen Satzdreher, den ich gerne korrigiere:

"Der Einstieg ist genauso leicht" => Quatsch mit Soße.

von Karl A. (karlauer)


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Wobei man jetzt auch nicht sagen kann, dass der Einstieg in Cortex-M3 
besonders kompliziert oder anspruchsvoll wäre. Er ist halt nur aufwendig 
und lästig, was für den Anfang frustrierend sein kann.

Wir reden hier als Projekt ja über einen LED-Würfel und da bringt der 
STM32 nun wirklich keine Vorteile.

Außerdem hat es auch einen m.E. ganz hilfreichen pädagogischen Effekt, 
wenn man sich nicht gleich ein "Rechenmonster" als Controller holt, 
sondern erst mal versucht aus einem AVR möglichst viel rauszuholen. Das 
bringt jedenfalls deutlich mehr für einen persönlich, als sich in die 
Untiefen der STM32 Konfiguration zu begeben.

von W.S. (Gast)


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Markus W. schrieb:
> Hört sich erst einmal beeindruckend an. Nur so aus Neugier: werden diese
> 40 MHz runtergeteilt oder vervielfacht, bevor sie als CPU-Takt verwendet
> werden? Wie viele CPU-Takte braucht dieser Mikrocontroller für eine
> Operation – sagen wir, eine Addition?

Es handelt sich um den CPU-Takt.

Warum fragst du nach dem Zeitbedarf für eine Addition? Bedenke mal, daß 
es ne Menge unterschiedliche Additionen gibt: integer+integer, 
single+single, double+double usw. Ein echter 32 Bitter hat da in allen 
Belangen die Nase weit vorne im Vergleich zu einem Achtbitter, und wenn 
er auch noch passende Befehle hat, um den Umgang mit Gleitkommazahlen zu 
erleichtern oder gar ein Hardware-GK-Rechenwerk oder/und ne MAC-Einheit, 
dann haben alle Achtbitter nicht mal die kleinste Chance dagegen. Wozu 
also sich mit einem ollen AVR herumärgern, wenn man ohnehin nach 
Größerem strebt? Schau nach vorn und mach nur dann in Nostalgie, wenn du 
dies ausdrücklich so wünschst. Ich meine, ein ZX81-Nachbau per AVR ist 
ne nette Sache, aber eben auch pure Nostalgie, gelle?

Wohlgemerkt, ich hab nix gegen kleine Achtbitter, ich verwende sie 
überall dort, wo sie gut hinpassen - aber ich programmiere sowas dann 
auch in Assembler.

W.S.

von Frank K. (fchk)


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Markus W. schrieb:
> Frank K. schrieb:
>> Wenn Du etwas mit der Einfachkeit eines AVR, aber der Leistung eines
>> ARMs suchst, greif zum PIC32. Bei Reíchelt gibts den 32MX220F032B-ISP
>> als DIL28 für 2.95€, und der hat schon 40 echte MHz, 32k Flash und 8k
>> RAM und ist ein echter 32 Bit Prozessor.
>
> Hört sich erst einmal beeindruckend an. Nur so aus Neugier: werden diese
> 40 MHz runtergeteilt oder vervielfacht, bevor sie als CPU-Takt verwendet
> werden? Wie viele CPU-Takte braucht dieser Mikrocontroller für eine
> Operation – sagen wir, eine Addition?

Die 40 MHz sind der echte CPU Zyklustakt. Die einfachen Sachen sind in 
einem Takt erledigt.

fchk

von Frank K. (fchk)


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Max TBA schrieb:
> Frank K. schrieb:
>> Hast Du Dir mal mein PIC32 Posting angeschaut?
>
> Ja, danke nochmal! Ich dachte nur, da ich hier schon ein ATmega32
> Evalboard und Programmer habe, würde ich eher bei den Atmel Controllern
> bleiben. Ich werde mir nochmal ein paar Sachen zu dem PIC durchlesen und
> schauen, ob ich dann eher in die PIC-Schiene einsteige.

Und Du meinst, bei einem ARM wäre das anders gewesen? Da brauchst Du 
auch komplett andere Tools.

fchk

von c. m. (Gast)


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Sam P. schrieb:
> Wenn ich heutzutage neu anfangen würde, würde ich mit ARM anfangen, und
> zwar mit dem mbed (www.mbed.org).

von der mbed seite:
> Creating a program:
> ...
> The mbed Compiler is an online application used to create your own
> programs for the mbed microcontroller.
> ...

ein online compiler? und wenn die seite off geht hat man keine 
möglichkeit mehr programme zu schreiben?

da ist mir avr zum einsteigen lieber.
entweder besorgt man sich ein arduino board, oder einen atmega im dil 
gehäuse, ein breadboard, einen isp programmer und schon kann man 
anfangen sich zum spass mit µc zeug rumzuärgern :)

von Micha (Gast)


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Hi,
ich hab vor einen jahr mi uC's angefangen. Ein wenig C konnte ich schon. 
Entgegen der Empfdhlungen habe ich direkt mit dem STM32 angefangen. Das 
Disocvery board für 20€ war ein super Angebot.
Nach einem Jahr kann ich die komplexesten Apps beweltigen.
Das man zur Konfig 100 Zeilen mehr brauch als bei AVR  ist unsinn.
Vielleicht 10 mehr , was aber an der Funktionsvielfalt liegt.
STM32 ist wie LEGO für Erwachsene. Kennt man erst alle Bausteine kann 
man machen was man will!

Und die kostenlose IDE (eclipse+CDT) kann auch alles was die anderen 
können.
Gibt auch viele Plugins etc.

Komerziell würd ich Ride7, keil oder IAR empfehlen.

Also keine angst vor ARM!

von ?? (Gast)


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Nach einem Jahr kann man also alles?

von Micha (Gast)


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alles was man mit dem avr auch konnte und ein wenig mehr.
Im Hobbybereich. Ich meine nich Steuergeräteprogrammierujg mit MISRA-C 
und Autosar kompatibel ;)

von Oberlehrer (Gast)


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Ich kann Coocox empfehlen (komplett umsonst und unbeschränkt inklusive 
automatischer Einbindung von Examples). Ich habe bereits 2 Leuten den 
STM32 nahegebracht. Innerhalb von 15 Minuten ist die IDE aufgesetzt und 
nach einer Stunde blinkt dann auch die LED. Der eine von den 2 Leuten 
war nichtmal Elektroniker. Der macht jetzt selbstständig seine Sachen 
damit ;)

Die AVRs besitzen nämlich auch ihre Fallstricke: Wer kennt sie nicht, 
die verzweifelten AVR-Anfänger, die sich den µC verfused haben und 
nichts geht mehr.

Der AVR ist nämlich in erster Linie auch eines: Alt

Nur keine Scheu vor den ARMs. Die ist definitiv unbegründet.

von Spess53 (Gast)


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Hi

>Der AVR ist nämlich in erster Linie auch eines: Alt

ARM ist älter.

MfG Spess

von Oberlehrer (Gast)


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Spess53 schrieb:
> Hi
>
>>Der AVR ist nämlich in erster Linie auch eines: Alt
>
> ARM ist älter.
>
> MfG Spess

Das ist schon richtig, aber es geht doch hier um die Technologie wie sie 
in den µCs implementiert ist. Und diese ist natürlich viel aktueller.

von Max T. (charmquark)


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Wie sieht denn der Trend aus? Wie geht es weiter mit AVR, PIC, ARM etc.?

von Frank K. (fchk)


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Max TBA schrieb:
> Wie sieht denn der Trend aus? Wie geht es weiter mit AVR, PIC, ARM etc.?

Bei AVR erwarte ich nicht viel neues. Atmel konzentriert sich derzeit 
auf ARM, weil hier mehr Nachfrage ist und Atmel nicht finanzstark genug 
ist, um alles gleichermaßen weiter zu entwickeln.

ARM ist ein Massenmarkt und wird wachsen. Wobei ARM nicht gleich ARM 
ist. Die klassischen ARM-Architekturen (ARM7,ARM9,ARM11) werden 
auslaufen. Die Musik spielt bei den Cortex A und M Serien. Wobei Du auch 
hier wissen musst: Der gemeinsame Nenner zwischen den ARM-Herstellern 
ist nur der nackte Prozessorkern. Mehr nicht. Die ganze Peripherie ist 
bei jedem Hersteller komplett unterschiedlich, was dazu führt, dass es 
einfacher ist, etwas von AVR32 auf Atmel ARM zu portieren (gleiche 
Peripherie) als von STM32 auf Atmel ARM (gleicher Prozessorkern). Das 
vergessen die meisten Leute.

Microchip schließt sich dem ganzen ARM-Zeugs nicht an, sondern fährt 
weiter seine eigenen Prozessorarchitekturen, wie Renesas (die Nummer 1) 
auch. Auf dem Markt ist genug Platz für Alternativen. Und sowohl Renesas 
als auch Microchip sind wirtschaftlich gesund.

Für Dich sind diese Sachen allerdings nicht so wichtig. Wichtig ist, 
dass Du geistig flexibel bleibst und verschiedene Architekturen 
kennenlernst, dass Du lernst zu lernen. Das ist der Punkt.

fchk

von Ian (Gast)


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Micha schrieb:
> Nach einem Jahr kann ich die komplexesten Apps beweltigen.

Ein Fundskärl! Dann schreib doch mal eine Rechtschreib Äpp.

Oberlehrer schrieb:
> Innerhalb von 15 Minuten ist die IDE aufgesetzt und
> nach einer Stunde blinkt dann auch die LED.

Wenn eine LED Blinkt, beherrscht man den µC? Es gibt Eval-Boards, da 
blicken die LEDs (mehrere!) schon beim Einschalten. Wahnsinn!

> Die AVRs besitzen nämlich auch ihre Fallstricke: Wer kennt sie nicht,
> die verzweifelten AVR-Anfänger, die sich den µC verfused haben und
> nichts geht mehr.

Also gut: ein 8051 muß her!
Oder aber ein Raspberry Pi. Da muß man nur ein Image aufspielen und 
schon kann man Fernsehen kucken.

Max TBA schrieb:
> Ich dachte nur, da ich hier schon ein ATmega32
> Evalboard und Programmer habe, würde ich eher bei den Atmel Controllern
> bleiben.

Dann fange damit an. Den Stein der Weisen wirst Du hier nicht finden.

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