Hallo,
ich möchte mit einem µController einige Schalter auswerten, die jedoch
weit verteilt sind. Ich habe mir nun überlegt, was die beste Möglichkeit
ist, um Störungen minimieren zu können. Bei der Leitungslänge dürfte man
sich evtl. schon einiges an Störungen einfangen. Man könnte das ganze
natürlich auch niederohmiger machen und evtl. per Optokoppler trennen,
aber ob das so elegant ist? Wäre es daher sinnvoller, das ganze eher als
Bus auszulegen? Der Aufwand wäre dann aber schon höher und die
Anforderungen an die Verkabelung sind dann auch wieder höher. Oder eher
z.B. per 20mA-Steuerung? Über Tipps würde ich mich sehr freuen. Ach ja,
das ganze soll sich im Haus abspielen. Funkübertragung ist
ausgeschlossen.
Vielen Dank, Jens
@ Jens (Gast)
>ist, um Störungen minimieren zu können. Bei der Leitungslänge dürfte man>sich evtl. schon einiges an Störungen einfangen.
Sicher.
> Man könnte das ganze>natürlich auch niederohmiger machen und evtl. per Optokoppler trennen,>aber ob das so elegant ist?
Die Paranoiker hier würden zwei Optokoppler in Reihe anschließen ;-)
> Wäre es daher sinnvoller, das ganze eher als>Bus auszulegen?
Kommt auf die räumliche Verteilung an.
> Der Aufwand wäre dann aber schon höher und die>Anforderungen an die Verkabelung sind dann auch wieder höher. Oder eher>z.B. per 20mA-Steuerung?
Kann man machen, ist aber nicht zwingend nötig.
> Über Tipps würde ich mich sehr freuen.
Wenn man ein paar einfache Grundreglen einhält, passt das schon. Das
Ganze nicht zu hochohmig machen, so im Bereich 1-5mA sollten schon
fließen. Macht 1K Pull Up bei 5V. Vor deine uC -Eingänge RC-Filter,
sagen wir 10k + 100nF plus Schutzbeschaltung, Z-Diode reicht. Damit
kommt man schon sehr weit. Dass man jeweils zweiadrig zu den Tastern
geht sollte klar sein. Muss kein besonderes Kabel sein. Verdrillt ist
nett aber nicht zwingend, es kann auch billiges Telefonkabel sein.
Ja, vielen Dank schon mal. Wäre es evtl. sinnvoll, das ganze mit 12V zu
versorgen? Nicht, dass es am Ende mit den 5V knapp wird. Wäre ein
Optokoppler wirklich übertrieben?
Jens
Jens schrieb:> Ja, vielen Dank schon mal. Wäre es evtl. sinnvoll, das ganze mit 12V zu> versorgen? Nicht, dass es am Ende mit den 5V knapp wird. Wäre ein> Optokoppler wirklich übertrieben?> Jens
Hallo Jens, ich würde es einfach so probieren. Internen Pull-Up
einschalten und 100 nF parallel zum Eingang. Wenn du mit starken
Hochfrequenzfeldern rechnen musst, dann am besten noch eine Schottky-
und eine Zener-Diode an den Eingang.
Falls der Spannungsabfall wirklich zu groß ist (evtl. weil die Leiter
recht dünn sind), dann vielleicht -12 V verwenden, einen Widerstand in
Reihe und eine Diode in umgekehrter Flussrichtung nach GND, damit du den
Eingang nicht wesentlich unter 0 V ziehst, wenn der Schalter geschlossen
ist.
@ Jens (Gast)
>Super, vielen Dank für Deine Hilfe!
Welche eher ein Bärendienst war.
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rendienst
Denken statt "probieren" ist oft die Lösung.
Interner Pull-Up liegt im Bereich von 50 kOhm beim AVR, viel zu
hochohmig.
Ohne RC-Filter, vor allem ohne Längswiderstand VOR dem uC-Pin, hat man
kaum Schutz vor starken Spannungsspitzen, welche u.a. durch Blitzschlag,
auch wenn der 1km weit weg ist, eingekoppelt werden können. Die Z-Diode
allein direkt am Pin OHNE Längswiderstand ist da nicht ausreichend!
Mal so als Orientierung zum Thema hochohmige Leitung.
Sehr dünne Kabel haben 0,14mm^2 Querschnitt, macht 128 mOhm/m, sprich
eine 100m lange Leitung hat hin und zurück ca. 26 Ohm. Diese bildet mit
dem vorgeschlagenen 1K Pull-Up Widerstand einen Spannungsteiler,
welcher dann den Eingang auf 5*26/(26+1000)=127mV runter ziehen kann.
Das reicht zehnmal aus, um sicher als LOW erkannt zu werden. Selbst bei
1V hätte ich da noch keine Bedenken.
RECHNEN statt faseln!
Jens schrieb:> per Optokoppler trennen,
Hat zumeindest den Vorteil, daß Du kaum Masseprobleme hast und bei
Irrtümern oder Überspannung wahrscheinlich nur der Optokoppler geopfert
wird.
Jens schrieb:> Wäre ein Optokoppler wirklich übertrieben?
Schwer zu sagen. Was soll den der Koppler wohin koppeln? Woher soll er
seine Versorgung nehmen, damit er überhaupt was koppeln kann? Was ist am
optogekoppelten Signal besser als am nicht gekoppelten?
Aber die Fragen gehen möglicherweise zu sehr ins Detail. Allgemeine
Meinung ist wohl, je mehr Optokoppler, desto besser das System. Man
gönnt sich ja sonst nix.
MfG Klaus
oszi40 schrieb:>Hat zumeindest den Vorteil, daß Du kaum Masseprobleme hast und bei Irrtümern >oder Überspannung wahrscheinlich nur der Optokoppler geopfert >wird.
Kaputt ist die Schaltung dann trotzdem. Bringt also her gar nichts.
Oliver
Die Spannung zu erhöhen ist kein Weg zur Verbesserung. Den gleichen
Fehler hatte man bereits bei RS232 gemacht.
Man könnte evetuell RS485 Transceiver verwenden, die reagieren ja auf
die Spannungsdifferenz von zwei Eingängen, also (weitgehend) unabhängig
von Masseschleifen.
@ Stefan Frings (stefanfrings_de)
>Man könnte evetuell RS485 Transceiver verwenden, die reagieren ja auf>die Spannungsdifferenz von zwei Eingängen, also (weitgehend) unabhängig>von Masseschleifen.
Totaler Overkill!
>>>ich möchte mit einem µController einige Schalter auswerten,>> Dass man jeweils zweiadrig zu den Tastern geht sollte klar sein.
Damit gibt es keinerlei Masseschleifen, weil alles sternförmig am uC
geerdet ist.
Jens schrieb:> Ach ja,> das ganze soll sich im Haus abspielen.
Die Vorschläge die Falk Brunner gemacht hat, sind ein gangbarer Weg.
Selber gehe ich mit langen Leitungen nie direkt an einen µC-Eingang,
sondern schalte immer Leitungsempfänger davor: MC1489 zum Beispiel ist
ein billiger Typ mit internem Schutz.
Stefan Frings schrieb:> Die Spannung zu erhöhen ist kein Weg zur Verbesserung.
Komisch aber, daß man in der Industrie 24V nimmt und nicht die 5V oder
3,3V der CPU.
Peter
Jens schrieb:> Wäre es evtl. sinnvoll, das ganze mit 12V zu> versorgen?
Ja.
Jens schrieb:> Wäre ein> Optokoppler wirklich übertrieben?
Nö.
Damit bist Du auf der sicheren Seite. Insbesondere, wenn Du mit
Platinenlayout nicht soviel Erfahrung hast.
Die beiden Seiten der Optokoppler sind auf der Platine nicht miteinander
verbunden. Der einzige gemeinsame Erdungspunkt befindet sich außerhalb
der Platine. Damit hast Du keine Störungen durch Erdschleifen.
Peter
>> Die Spannung zu erhöhen ist kein Weg zur Verbesserung.> Komisch aber, daß man in der Industrie 24V nimmt und nicht die 5V oder> 3,3V der CPU.
Die 24 V stammen aus einer Zeit als man noch keine Halbleiter verwendet
hat und so eine Relaisspule auch gern mal 5W gebraucht hat. Das wären
bei 3,3V doch relativ dicke Kabel geworden.
Hi!
Normalerweise würde ich Dir eine Stromschleife vorschlagen. Dazu einen
78L05 mit einem Widerstand am 5V Ausgang gegen Masse beschalten, den
Widerstand so berechnen, das z.B. XmA fließen. X hängt davon ab, wie
viel mA die mit dem Eingang des 78L05 in Reihe liegende LED des
Optokopplers benötigt. Deine 80m werden dann zwischen 7..24V (hängt von
der Eingangsfestigkeit des 78L05 ab) eines Netzteils und der obigen
Schaltung geklemmt.
Quer über die Schaltung kann man noch eine Schottky Diode schalten, die
die gröbsten Überspannungen kurz schließt. Dazu vielleicht noch ein paar
nF um eingestrahlte HF zu vernichten.
Das ganze macht aber nur richtigen Sinn, wenn man für die langen
Steuerleitungen eine andere Versorgung wählt, als für die uC Schaltung.
Sobald man nur mit einem Netzteil arbeitet, machen Optokoppler keinen
Sinn mehr. Allerdings kann man auch den Einwand weeiter oben gelten
lassen, dass bei einer Sternverlegung keine Masseschleifen existieren.
Der Stern wird aber vermutlich recht asymetrisch sein und daher können
durchaus unterschiedliche Potentiale auf der Signalleitung selbst
liegen. Die Optokoppler werden dann das schlimmste verhindern.
Da es wohl im einfaches Schalten geht, wird an die Optokoppler
hinsichtlich Geschwindikeit kein großer Anspruch gestellt und daher ist
diese Lösung sicherlich finanzierbar.
Gruß, Ulrich
Stromschnittstelle ist ein guter Ansatz. Zusätzlich sollte man den
Eingang mit Varistor / TVS-Diode vor Überspannung schützen, die sonst in
die Speisespannung einkoppeln könnte. Den Shuntwiderstand greift man
hochohmig mit einem Serienwiderstand ab, an dem ein ADC-Pin hängt. Damit
ist der ADC-Pin gesichert. Es funktionieren auch murksige Schalter
zuverlässig, da die Software den Schwellwert bestimmen kann, wann der
Schalter wirklich als gedrückt / eingeschaltet gesehen werden kann und
wann ein Kriechstrom oder eine Störung / Leitungsbruch vorliegt. Ein
Abtasten der Leitung in 10-ms-Schritten reicht völlig.
Also bei meiner Optokoppler Variante hatte ich ja bereits eine Schottky
Diode quer über die Dioden-Seite als Schutz erwähnt. Auf der Controller
Seite kann man darauf verzichten.
Man kann, wenn man nur sehr empfindliche Optokppler bekommt, also deren
LED bereits bei <1mA hell genug leuchtet um durchzuschalten, einen
Widerstand vorschalten und entsprechend auch den Widerstand am 78L05
kleiner machen. Damit ist dann ein höherer Strom erforderlich um die LED
zu leuchten zu bringen. Es kann ja durchaus sein, dass durch paralleles
verlegen mit anderen Kabeln genug Energie induziert wird um eine moderne
low power LED zum leuchten zu bringen. Durch den höheren Strom erhöht
sich der Störabstand.
Da der Schalter/Taster den Stromkreis aber normal öffnet, erwarte ich da
nur wenig Probleme, gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass die
Schaltung trotz höherem Schaltstrom nicht auch einen höheren Standby
Strom benötigt. Es wird also keine Energie vergeudet.
Das Abtasten per ADC halte ich für überflüssig. Man kann, wie gesagt,
den Erkennungsstrom mit den Widerständen künstlich erhöhen. Gleichzeitig
kann man damit das Pollen der Eingänge recht hoch ansetzen. Natürlich
sollte man bei einer erkannten 1 erst einmal mehrfach nachhaken, ob die
auch ernst gemeint ist. Im Grunde kann man aber auch die CPU schlafen
legen und per Interrupt durch einen Tastendruck wecken lassen, dabei
dann erst mehrfach abtasten ob es nicht ein Störimpuls war und dann erst
reagieren.
Gruß
Ulrich
Wie wärs mit 2 Koppelrelays, eins am Schalter und eins am µC.
Die Strecke wir elegant mit Störunanfälligen 24V überbrückt.
Oder liegt ist die Schaltfrequenz ~>20Hz ?
Die Relays(auch optische) und ein 24V Netzteil bekommst Du in
Industriequalität für nen Appel und nen Ei.
So bist Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite und sparst Dir die
Fehlersuche in einer Frickellösung.
schönen Abend allerseits!
m.n. schrieb:> Bei dem ganzen Aufwand, den ihr treiben wollt, bin ich richtig froh,> dass meine Nachttischlampe mit einem einzigen Ein-Aus-Schalter auskommt>> :-)
Vermutlich hast du einen 40m langen Arm .-)
m.n. schrieb:> Bei dem ganzen Aufwand, den ihr treiben wollt, bin ich richtig froh,> dass meine Nachttischlampe mit einem einzigen Ein-Aus-Schalter auskommt> :-)
Ist der nicht wesentlich weiter vom E-Werk entfernt als 80m?
Wie wertest Du den denn aus?
Fragt sich
Harald
Hallo nochmal.. komm jetzt erst nach Hause und les all Eure Antworten!
Muss ich erstmal alle überdenken und überlegen, was wohl am besten sein
wird in meinem Fall. Es muss nicht minimalistisch sein; es sollte
sicher sein. Das mit den Leitungstreibern guck mir gleich mal an.
vielen Dank nochmal!
Guten Abend!
Ich sehe mich genötigt hier auch einige Zeilen zu schreiben.
Was haben wir?
Entfernung: ca. 80m
Schirmung: unklar
Störquellen: unklar
Mögliche Störquellen:
- Blitzschlag
- Funktele-Störung
- 230V-Kabel in der Nähe
Vorschlag (in Firma eingesetzt)
- Spannungsversorgung 1x 12V-Netzteil
- Spannung für µC per U-Reg aus den 12V
- µC von ext. Eingabegeräten per Optokoppler getrennt
- ext. Taster über Diode (1kV in Sperrrichtung) mit den 12V versorgt
- am Optokoppler eine Diode antiparallel zu Opto-LED
- am Optokoppler parallel zur Opto-LED eine Überspannungsschutz-Diode
- ein R mit ca 2k parallel zur Opto-LED um Induktionen zu löschen
- bei Blitzgefahr an Opto-LED noch pro Leitung einen MOV gegen Erde
Mag sein, das es für einige von Euch der absolute Overkill ist, aber
bevor der µC beim 1. Sommergewitter gegrillt wird (Was hängt am µC? Ein
PC oder andere elektronische Schaltung?) und ich mir damit den Blitz INS
Haus hole, gehe ich lieber auf Nummer Sicher.
Eine Status-LED pro Taster/Schalter nach dem Optokoppler ist sicher auch
nicht falsch um Hardware- oder Softwareprobs unterscheiden zu können.
Bei extrem Blitz-exponierter Lage könnte man noch über eine eigene
Spannungsversorgung der Taster-Seite nachdenken. Ob nun mittels extra
Netzteil, oder DC/DC-Wandler ist Geschmackssache.
Unterm Strich:
Überlegt was max. passieren kann und passt darauf die Schaltung an.
Wie ausfallsicher muss der Taster sein?
Will man nach jeden Gewitter nachschauen ob noch alles heil ist?
Ich bin für Euch bestimmt einer der Paranioden, aber dafür laufen die
Systeme jetzt schon bis zu 10 Jahre (OK, ein sehr naher Blitzschlag kann
trotzdem die Schutzschaltung zerhauen, aber eben NUR diese und nicht den
kompletten µC + nachgeschalteter Elektronik). :-)
In diesem Sinne...
Gute Nacht
Soo,ich bin´s nochmal..
Also ich habe jetzt CAT5-Kabel verlegt, da es noch vorhanden war. WEgen
der Schirmung dürften die Störungen wohl gering sein, oder? Daher werde
ich nun auf Optokoppler verzichten und nur RC-Tiefpass mit Z-Diode
verwenden. Es ist überigens alles im Haus, also keine direkte
Blitzgefahr. Welche Störungen sind noch trotz CAT5-KAbel zu befürchten?
Vielen Dank,
Jens
Jens schrieb:> also keine direkte> Blitzgefahr.
Das hat nichts zu bedeuten. Ein Blitz in 100m Entfernung zerlegt dann
trotzdem alles. Einfach weil die extreme Stromstaerke des Blitzes auch
in respektabler Entfernung noch grosse Induktionsspannungen in Deinem
Kabel erzeugt.
fonsana
Ok, danke, also reicht dann auch einfach RC und Z-Diode, ja? Hab mir von
dem Kabel eben erhofft, all die anderen Vorsichtsmaßnahmen nicht zu
genötigen.