Hallo! ich habe mir gerade einen Raspberry Pi (Version B) bestellt, der vermutlich am Freitag geliefert wird :) Nun ist meine Idee, daran ein normales Analog-Telefon daran anzuschließen (genauer: ein Gigaset A400 - wie ich erstaunt festgestellt habe sogar heutzutage noch Made in Germany!). Ob nun über die GPIO-Ports oder einfach einen Kopfhörer- / Mikroanschluss (dann wohl über eine USB-Soundkarte) weiß ich noch nicht - dafür kenne ich leider zu wenige der technischen Grundlagen der Telefonie. Dieses würde ich dann sozusagen als "Headset" benutzen, um damit VoIP-Gespräche zu führen. Das Wählen usw. ist derzeit erstmal nicht so wichtig, da ich auf dem Telefon sowieso fast nur angerufen werden werde (bzw. dann auch einfach über die Raspberry Pi Software eine Nummer eingeben kann, aber auch die Analyse von den DTMF-Wahltönen sollte ja nicht allzu kompliziert softwaremäßig umsetzen lassen). An die Basisstation schließt man ja standardmäßig den 2-Adrigen RJ-11-Stecker an. Also eigentlich dürfte das mit analoger Technik und gerade mal zwei Adern eigentlich nicht allzu kompliziert werden... ...Aber wie ich leider feststellen musste, finden sich im Internet einfach so gut wie garkeine Informationen über die Technik, mit der (Analoge) Telefone funktionieren :( Ich habe jetzt schon mehrere Stunden gegooglet und mikrocontroller.net durchforstet - und nichts darüber gefunden. Vielleicht ein paar Dinge wie "Wie bringe ich ein altes W48 zum klingeln" - aber das war's dann auch. Bisher habe ich es nichtmal hinbekommen, die Spannung herauszufinden, die man für den Betrieb eines modernen Analogen Telefons zugrundelegen muss... Also zwischen 25 V und 48 V habe ich alles gelesen. Außerdem ist für mich noch die Frage: Wie wird die "Sprache" übertragen? Könnte man an die zwei Adern des RJ-11 Anschlusses mit Spannungsversorgung und entsprechenden Vorwiderständen (also einfach mal hypothetisch und Quick and Dirty) einfach einen Kopfhörer anschließen und dann das ins Telefon gesprochene hören? Oder wird das Audiosignal noch irgendwie "moduliert" oder irgendwie "anders" übertragen als auf dem Weg zu Lautsprechern / Kopfhörern? Vielen Dank im Voraus :) katze_sonne
katze_sonne schrieb: > Nun ist meine Idee, daran ein normales Analog-Telefon daran > anzuschließen Das ist nicht so einfach, wie du dir das anscheinend vorgestellt hast. > oder einfach einen Kopfhörer- / Mikroanschluss (dann wohl über eine > USB-Soundkarte) Der Teil wäre wohl noch am ehesten hinzubekommen. Wobei du da mindestens noch das Mikrofon austauschen mußt, weil ein Kohlemikrofon an der Soundkarte nicht funktioniert. > An die Basisstation schließt man ja standardmäßig den 2-Adrigen > RJ-11-Stecker an. Also eigentlich dürfte das mit analoger Technik und > gerade mal zwei Adern eigentlich nicht allzu kompliziert werden... Fehlschluß. Es wird nicht einfacher mit weniger Anschlüssen. Sonst wäre das Mobiltelefon (0 Anschlüsse) ja am einfachsten ;) > ...Aber wie ich leider feststellen musste, finden sich im Internet > einfach so gut wie garkeine Informationen über die Technik, mit der > (Analoge) Telefone funktionieren :( Ich habe jetzt schon mehrere Stunden > gegooglet Ach komm! http://de.wikipedia.org/wiki/Telefon http://de.wikipedia.org/wiki/Gabelschaltung http://de.wikipedia.org/wiki/Impulswahlverfahren http://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/0212013.htm http://www.bayern-online.com/v2261/artikel.cfm?DID=203&Product_ID=22878 XL
katze_sonne schrieb: > ...Aber wie ich leider feststellen musste, finden sich im Internet > einfach so gut wie garkeine Informationen über die Technik, mit der > (Analoge) Telefone funktionieren :( Ich habe jetzt schon mehrere Stunden > gegooglet wenn das wirklich stimmt, dann lass es gleich bleiben... wer sich so anstellt, kriegt das nie im leben hin.
>> (Analoge) Telefone funktionieren :( Ich habe jetzt schon mehrere Stunden >> gegooglet > > wenn das wirklich stimmt, dann lass es gleich bleiben... wer sich so > anstellt, kriegt das nie im leben hin. FULL ACK! Gruss Michael
Michael H. schrieb: > wenn das wirklich stimmt, dann lass es gleich bleiben... wer sich so > anstellt, kriegt das nie im leben hin. Das sehe ich leider ähnlich. Wenn man etwas googelt findet man sogar die Spezifikationen von dem ganzen Zeugs zum freien Download. So einfach ist das aber nicht, da sind Spannungen von 60V bei, garantiert nicht RaPI-kompatibel.
Hallo Zusammen, vor ca. 30 Jahren habe ich mal eine Telefon-Anlage mit einem Z80 gebaut, da habe ich das Interface ungefähr so gebaut ... Das Telefon(W48) hängt in Reihe an einem Widerstand(330 Ohm), hebe man den Höhrer ab singt die Spannung an (a) ungefähr auf die Hälfte je nach Innenwiderstand der Apparates. Beim Sprechen ändert sich dies etwas (+-) und kann über einen Kondensator ausgekoppelt werden. Wählt man mit der Impulswählscheibe, wird der Apparat erst niederohmig und erzeugt 100mS lange Impulse Verhältnis 40/60, dazu wird der Apparat für 60mS hochohmig, so wie beim Auflegen ... Das Klingeln habe ich damals mit einer positiv gelagerten Wechselspannung gelöst, so kann während des Klingen der Apparat überprüft werden ... Wie sich der Innenwiederstand bei heutigen analogen Geräten verhält die ja zum teil Ihre Versorgung aus der Telefonleitung bezieht, kann ich nicht sagen. MFW müsste man am TON - Anschluss auswerten können. !! Vorsicht die verwendetet Spannungen sind nicht OHNE ... also VORSICHT !! Gruss Ralf
2 einfache möglichkeiten: 1. Es gibt extra adapter um normale telefone über usb an rechner anzuschließen "voip usb analog" oder so ähnlich suchen 2. Fritzbox, voip ata, beliegiges gerät das auf einer seite sip spricht und auf der anderne seite analoge telefone anschließbar sind... und dann halt über ethernet... Interessant für dich ist eventuell asterisk
Also ich muss BillX zustimmen, was Fertiges und Asterisk wäre da in jedem Falle sinnvoller. Zu Ralf-G. muss ich hinzufügen, dass Du da natürlich noch eine Brückenschaltung für die Richtungstrennung brauchst. Übrigens, ich hab mal gerade nachgeschaut. Das Gigaset A400 ist ein DECT Telefon, kein analoges. Es hat aber die alte ANIS-Schnittstelle.
katze_sonne schrieb: > ...Aber wie ich leider feststellen musste, finden sich im Internet > einfach so gut wie gar keine Informationen Glaub' ich nicht. Mit etwas Suchen hättest du (z.B. über Wikipedia) den Begriff "Teilnehmerschaltung" finden können. Der entsprechende englische Fachbegriff ist "Subscriber Line Interface Circuit" (SLIC). Eine Suche nach "slic telephone" liefert bereits Unmengen von Treffern. Die Ergänzung um "discrete" sollte auch hilfreich sein. So, jetzt bist du dran. Grüße Stefan
Ralf G. schrieb: > 100mS > für 60mS ... mindestens genauso schwer auszurotten wie "Wiederstand" http://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_%28Einheit%29 http://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Einheitensystem#SI-Basiseinheiten Groß-/Kleinschreibung als Glücksspiel - nicht einfach, aber beherrschbar?
Ich erkläre Dir mal, wie ein analoges Telefon prinzipiell funktioniert. Fangen wir mal mit der einfachsten Grundschaltung für den Telefonhörer an:
1 | a o--------[Lautsprecher]------[Mikrofon]---------o b |
Im einfachtsen Fall enthält der Telefonhörer einen Lautsprecher und ein Kohlemikrofon in Reihe. Das Kohlemikrofon wirkt wie ein Widerstand, dessen Wert sich abhängig vom Luftdruck (Schallwellen) ändert. Das Telefon wird mit einem Strom von 20-30mA betrieben, der ergibt sich aus der 60V Spannungsversorgung, dem Leistungswiderstand und dem Innenwiderstand diverser Spulen in der Vermittlingsstelle. Telefone werden mit einem (annähernd) konstanten Strom betrieben, nicht mit einer konstanten Spannung! Die Spannung, die dabei am Telefon anliegt, variiert je nach Modell im Bereich 3-12 Volt.
1 | _____ |
2 | o----------------| | |
3 | 60V | | Telefon 1 |
4 | o---XXXXX--------|_____| |
5 | ====== _____ |
6 | o---XXXXX--------| | |
7 | 60V | | Telefon 2 |
8 | o----------------|_____| |
Die Sprache modiliert die Spannung und Stromstärke am Telefon. Der Übertrager in der Vermittlungsstelle überträgt den Wechselspannungsanteil zum anderen Telefon. Damit man den Gesprächspartner lauter hört, als sich selbst, ist die Grundschaltung des Telefonhörers in der Praxis etwas aufwändiger. Die folgende Schaltung war in den 70er Jahren üblich:
1 | +--[Lautspr.]--+ |
2 | | | |
3 | +----XXXXXX----+ |
4 | ========== |
5 | a o--------XXXXXXXXXX----+ |
6 | | | |
7 | | === |
8 | | | |
9 | Mikrofon |~| |
10 | | |_| |
11 | | | |
12 | b o-------------+--------+ |
Das R/C Glied soll die Eigenschaften der Telefonleitung nachahmen. Diesen Teil hat man je nach Modell mehr oder weniger Aufwändig gebaut. Sinn der Sache ist der: Die Signale, die das Mikrofon abgibt, fließen links herum durch den Transformator zur Vermittlungsstelle (Anschüsse a und b). In gleicher Stärke fließen die Signale aber auch nach rechts herum zu der R/C Schaltung. Im Idealfall heben sich die Ströme (links/rechts) gegenseitig auf, so daß der Transformator keine Spannung an den Lautsprecher abgibt. Aber den Idealfall will man gar nicht haben, denn dann denkt der Sprecher, das Telefon sei kaputt. Ein kleines bisschen soll man sich selbst schon hören können, darum genügt die einfache R/C Schaltung als Leitungsnachbildung. Heutige analoge Telefone enthalten Ersatzschaltungen aus Transistoren oder IC's mit Electret Mikrofonen, die die obige Grundschaltung simulieren. Den Rest schreibe ich im nächsten Beitrag, bitte hab' etwas Geduld.
Wenn Du eine Telefonanlage bauen willst, kannst Du mit 24V Versorgungsspannung arbeiten. 60V sind nur bei Kilometer langen Leitungen nötig. Anstatt die Signale mittels Übertragen zum anderen Telefon zu übertragen, kann man auch einen Kondensator verwenden:
1 | 24V + o-----+--------------------------+ |
2 | | | |
3 | [KSQ] [KSQ] |
4 | | | |
5 | +---||---[Schalter]---||---+ |
6 | | | |
7 | [Telefon] [Telefon] |
8 | | | |
9 | GND o-------+--------------------------+ |
KSQ sind Konstantstromquelle mit 30mA. Als Kondensatoren taugen 100yF Elkos. Wenn der Schalter geschlossen ist, wird die Sprache zwischen den Telefonen in beiden Richtungen übertrager. Der Schalter kann ein Relais-Kontakt sein, oder ein MOS Transistor (als IC: CD4066). Die Konstantromquelle könnte mit der Transistorschaltung realisiert werden, die Ralf G bereits gepostet hat. Besser ist jedoch eine Gyrator Schaltung, denn die hat einen viel höheren Innenwiderstand für Wechselströme. Das Sprachsignal fließt dann zu einem viel geringeren Anteil in das Netzteil, so dass die Lautstärke besser wird.
1 | 24V+ o----+----+------+ |
2 | | | | |
3 | 22 |~| === | 100yF |
4 | Ohm |_| | | |
5 | | | |/< |
6 | +----+----| BC558B |
7 | | |\ |
8 | | | |
9 | >\| | |
10 | BC160-16 |---------+ |
11 | /| | |
12 | | |~| |
13 | o |_| 10k |
14 | Ausgang | |
15 | | |
16 | GND |
Der BC160 muss mit einem Kühlstern ausgestattet werden, sonst wir er zu heiß. Ohne Kondensator wäre das eine Konstantstromquelle. Der Kondensator macht daraus einen Gyrator. Der Gyrator reagiert auf Strom-Schwankungen nur sehr träge - er ist für Wechselspannungen hochohmig, verhält sich also (fast) wie die Spule des Übertragers in der Vermittlungsstelle. Einziger Haken: Im Einschaltmoment fließt für kurze Zeit ein deutlich höherer Strom, als die 30mA. Der 10k Widerstand begrenzt den Strom zusammen mit dem Verstärkungsfaktor des BC160 auf einen Wert, den Telefon vertragen. Die Polarität (a/b) der Telefone ist übrigens beliebig. Im nächsten Beitrag beschreibe ich, wie Telefone klingeln.
@ Stefan Du scheinst eine Menge Ahnung von der Sache zu haben. Vielleicht wäre ein Artikel hier in der Artikelsammlung sinnvoll? Da geht das Wissen nicht so schnell im Rauschen unter.
Telefone klingeln, wenn man eine Wechselspannung (48-60V) anlegt. Bei den analogen Vermittlungsstellen der Post hatte diese Wechselspannung 25 Hz und sie wurde zur Versorgungsspannung addiert:
1 | 470nF |
2 | o--------a--------||----+ |
3 | 60V DC | |
4 | o X |
5 | | X Klingel-Spule |
6 | o X |
7 | 60V AC | |
8 | o--------b--------------+ |
Im Telefon befindet sich in Reihe zur Klingel ein Kondensator, der nur den Wechselstrom durch lässt. Es fließt kein Gleichstrom, obwohl eine Gleichspannung anliegt. Mit 50Hz funktioniert es auch, aber mechanische Klingeln hören sich damit weniger gut an. Auf elektronische Signalgeber hat die höhere Frequenz jedoch keinen negativen Einfluss. Die Klingeln haben eine Stromaufnahme von weniger als 50mA. Wenn der Angerufene Teilnehmer den Hörer abhebt, wird ein Schalter umgelegt. Der Schalter unterbricht den Strom zur Klingel und schaltet stattdessen die Schaltung für den Hörer an die Leitung. Die Vermittlungsstelle erkennt, das nun nicht nur ein Wechselstrom fließt, sondern auch ein Gleichstrom. Sie schaltet die Klingel-Spannung ab und verbindet den angerufenen Teilnehmer mit an Anrufer. Im nächsten Beistrag beschreibe ich, wie die Wählscheibe funktioniert.
Stefan schrieb: > Im nächsten Beitrag beschreibe ich, wie die Wählscheibe funktioniert. Hallo Namensvetter, vielleicht sollten wir uns aufteilen. Hier Beitrag "Re: Impulsverfahren auslesen / Morsecodes im uC interpretieren" und hier Beitrag "Re: Impulsverfahren auslesen / Morsecodes im uC interpretieren" hab ich schon mal was zum Impulswahlverfahren geschrieben. Ich könnte das noch einmal zusammen fassen und das Mehrfrequenzwahlverfahren ergänzen. Grüße Stefan
Stefan schrieb: > Im nächsten Beistrag beschreibe ich, wie die Wählscheibe funktioniert. Telefonkursus für Anfänger in mehreren Lektionen? :-) In welcher Lektion ist denn dran, wie ich den Hörer halten muß, Schnur nach oben, oder Schnur nach unten? :-) Gruss Harald PS: Erinnert mich irgendwie an das Frühstück der Gebrüder Blattschuss: "und eins und zwei und morgen verrat' ich ihnen die Auflösung des Knotens"
Die Wählscheibe enthält einen Schließer-Kontakt, der die Schaltung des Telefonhörer überbrückt, sowie einen Unterbrecher-Kontakt, der Impulse an die Vermittlungsstelle sendet. Tastentelefone mit Impuslwahl-Verfahren funktionieren genau so, nur dass die ganze Mechanik durch Elektronik ersetzt ist.
1 | |
2 | Unterbecher |
3 | a o-----o/o-----+------------------o a |
4 | | |
5 | o |
6 | / Schließer Zum Telefonhörer |
7 | o |
8 | | |
9 | b o-------------+------------------o b |
In der Ausgangsposition der Wählscheibe ist der Unterbrecher-Kontakt geschlossen und der Schließer-Kontakt ist offen. Wenn Du nun die Wählscheibe drehst, wird der Shließer geschlossen. Er überbrückt den Telefonhörer, so dass die Impulse des Unterbrechers in voller höhe in Richtung Vermittlungsstelle fließen. Der Unterbrecher Kontakt wird aktiv, sobald Du die Wählscheibe zurück drehen lässt. Bei einer 1 unterbricht er einmal, bei einer 2 unterbricht er zweimal, bei einer 0 unterbricht er 10 mal. Das genaut Timing weiß ich nicht mehr. Ich meine aber, dass die 10 Impulse innerhablb einer Sekunde stattfinden. Als modernere Alternative haben wir heute das Mehrfrequenz Verfahren (MFV). Das funktioniert ganz anders: Die Tastatur eines MFV Telefons hat drei Spalten und vier Reihen. Jeder Spalte ist eine Tonfrequenz zugeordnet, und jeder Reihe ist eine Frequenz zugeordnet. Wenn Du eine Taste drückst, erzeugt die Tastatur einen gemischten Ton aus den Frequenzen der entsprechenden Reihe und Spalte. Es sind also immer zwei Töne. Dazu erinnere ich mich an ein sehr lustiges Experiment: Als Kinder hatten wir mal versucht, diese beiden Töne zu zweit zu singen und so unsere Oma anzurufen (war eine 4-Stellige Rufnummer). Wir haben es nicht leider nciht geschafft. Zur Erkennung dieser Ton-Kombinationen gibt (oder gab) es einen Mikrochip mit Namen MT8870. Den hatte ich mal eingesetzt, war sehr einfach anzuwenden. Besorge Dir den Chip und baue die Schaltung einfach genau so auf, wie sie im Datenblatt empfohlen wird. http://www.alldatasheet.com/datasheet-pdf/pdf/MITEL/MT8870.html Ansonsten könntest Du die Töne auch mit einem ADC einlesen und mit der Fourier-Analyse erkennen. http://wwwitp.physik.tu-berlin.de/~basti/download/10_fourieranalyse.pdf
Stefan Wagner schrieb: > Ich könnte das noch einmal zusammen fassen und das > Mehrfrequenzwahlverfahren ergänzen. Das Telefon kann der Vermittlungsstelle (Telefonanlage) auf zwei Wegen mitteilen, zu welcher Rufnummer eine Verbindung aufgebaut werden soll: Das ältere Verfahren ist die Impulswahl. Ein Wahlimpuls ist eine Unterbrechung des Stromflusses in der Leitung (Schleifenunterbrechung). In den Pausen zwischen den Impulsen fließt Strom (die Schleife ist geschlossen). Die Nenndauer für einen Puls (Unterbrechung) ist 60 ms, die Pause 40 ms. Das Verhältnis von Puls und Pause soll 1,5:1 sein. Die Ziffer 1 wird durch 1 Wahlimpuls dargestellt, die Ziffer 2 durch 2 (usw. bis zur Ziffer 9 mit 9 Wahlimpulsen und der Ziffer 0 mit 10 Wahlimpulsen. Die Pause zwischen zwei Ziffern muss min. 650 ms betragen. Wenn ein mechanischer Kontakt verwendet wird, muss seine Prellzeit <= 3 ms sein. Die Mehrfrequenzwahl kommt im nächsten Beitrag.
Für die Mehrfrequenzwahl wird jede Wahlziffer durch einen Doppelton (zwei parallel gesendete Frequenzen) dargestellt.
1 | Obere Frequenzgruppe |
2 | Hz 1209 1336 1477 |
3 | Untere 697 1 2 3 |
4 | Frequenz- 770 4 5 6 |
5 | gruppe 852 7 8 9 |
6 | 941 ∗ 0 # |
Das Wahlsignal dauert mindestens 80 ms, die Pause zwischen zwei Wahlsignalen ebenfalls mindestens 80 ms.
Der Vollständigkeit halber möchte ich nun noch die digitalen Signale erklären, die inzwsichen als optionales Feature hinzugefügt wurden: Zuerst sei da der Gebührenimpuls zu nennen. Früher hatte man einen festen Preis pro Impuls (ähnlich der Stromrechnung). Je nachdem, ob man ein ortsgespräch, Ferngespräch oder Auslandsgesräch führte, wurde die Abrechnung unterschieldich schnell getaktet. Bei jedem Takt fielen einige Pfennige an. Die Gebührenimpulse konnate man sich gegen Gebühr ans Telefon senden lassen. Damit verbunden war ein Gebühren-Impuls-Zähler, der die Impulse auf einem mechanischen Zählwerk anzeigte. Die Impulse waren einfach kurze Pieptöne (von etwa 300ms Länge) mit einer Frequenz von (ich glaube) 16 Kilohertz. Dise wurde mit L/C Filtern an den beiden Leitungen a und b abgegriffen und dem Zählwerk zugeführt. Darüber hinaus gibt es noch die Anrufer-Erkennung, also die Übermittlung der Rufnummer des Anrufers. Diese wird mittels FSK Modulation in der Pause zwischen den ersten beiden Klingeltönen übertragen. Das ist aber so komplex, das willst Du sicher nicht nachbauen. Lesestoff dazu gibts hier: Beitrag "EM92547 Caller ID FSK Decoder, Rufnummernanzeige"
Hilft Dir das weiter? @Stefan Wagner: Danke, so musste ich die Frequenzen nicht heraus suchen.
@troll Ich glaube nicht, dass dieser alte Kram heute noch von Interesse ist. Ähh, warum habe ich das alles dann geschrieben? Ich muss bekloppt sein. Oder gelangweilt. Ja, das ist es wohl.
@katze_sonne Di Schaltung mit dem Gyrator hast Du ja jetzt. Da kannst Du mit einem Kondensator auch die Sprache vom Mikrofon abzeigen, um sie mit dem Audio-Eingang des Raspberry Pi zu verbinden. Du kannst Da auch den Audio-Ausgang des Raspberry Pi (über 100yF Kondensator) anschließen. Der Haken ist: Du kanst nicht ohne weiteres beides gleichzeitig anschließen, denn dann bekommst Du eine Rückkopplung. Wenn Du Sprache in beide Richtungen übertragen willst, musst Du die Schaltung aus obigem Beitrag von 12:04 aufbauen. Ein Telefon hälst Du Dir an das Ohr, das andere zerlegst Du und schließt es an den Computer an: Lautsprecherausgang -> Mikrofon Eingang Mikrofon <- Kopfhörer Ausgang (über 100yF Kondensator). Oder du zerlegst kein Telefon, sondern baust die Schaltung mit dem Transformator und der Leitungsnachbildung irgendwie anders nach. Das ist aber nicht einfach! Es kommt darauf an, dass Du dich selbst nicht allzu laut selbst hören darfst, sonst entseht eine Rückkopplung und ein ganz hässliches Echo oder Pfeifen. Vergess nicht Schutzschaltungen gegen Überspannung!
Stefan schrieb: > Die Gebührenimpulse waren einfach kurze Pieptöne (von etwa 300ms Länge) > mit einer Frequenz von (ich glaube) 16 Kilohertz. 16 kHz +/- 80 Hz, Klirrfaktor < 10%, Dauer 78 - 170 ms, Abstand >= 132 ms. In Österreich waren es (aus der Erinnerung) übrigens 12 kHz. Grüße Stefan
Danke an Stefan & Stefan für die ausführlichen und eingängigen Erklärungen. Selten liest man in einem Diskussionsfaden soviel geballtes Wissen, da liegt es nahe diese Informationen ins Wiki zu übernehmen. Fragen nach Analogtelefonen kommen hier relativ häufig: http://www.mikrocontroller.net/search?query=analogtelefon&sort_by_date=1
troll schrieb: > @ Stefan > Du scheinst eine Menge Ahnung von der Sache zu haben. Vielleicht wäre > ein Artikel hier in der Artikelsammlung sinnvoll? Da geht das Wissen > nicht so schnell im Rauschen unter. Jeder kann einen Wiki Artikel schreiben, auch du mein Sohn.
Stefan schrieb: > @troll > Ich glaube nicht, dass dieser alte Kram heute noch von Interesse ist. Das sehe ich anders, schließlich wird es auch heute noch viel genutzt. Eine Telefonnetznachbildung mit µC wäre mal was... Hab jetzt nicht die Suche gefragt, aber die umgekehrte Version (µC ans Telefonnetz) wurde hier schon mehrfach angesprochen. Da sind solche Infos viel wert.
Hallo Harald Auf der Suche nach einem einfachen, aber aufschlussreichen Hinweis zur Frage, wie man ein analoges Telefon zum klingeln bringt, bin ich auf die sehr aufschlussreiche Artikel-Serie von Stefan gestossen. Leider gibt es in diesem Forum immer wieder solche vermeintlichen Schlaumeier, die lediglich Schwachsinn platzieren und überhaupt nicht's zur Fragestellung beitragen. Nimm Dir doch bitte lieber ein Beispiel an Stefan!
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