Hi,
ich kopiere mir sehr gerne Teilabschnitte aus bestehenden
professionellen Schaltungen, wenn ich nicht selber weiter weiß, oder es
um ein Nice-to-have geht, welches nicht Hauptbestandteil meines
Projektes ist.
Und da kommt es hin und wieder vor, dass ich auf Spulen oder Ferrite
treffe, die nicht benannt sind und mir das Leben bei einer
Teile-Bestellung schwer machen.
gibt es einen Richtwert, wie das uH bei Spulen und der Widerstandwert
bei Ferriten berechnet werden kann?
Das aktuelle Problem hängt im Anhang.
Könnt ihr mir eine Generelle Lösung und eine im Speziellen geben?
Grüße David
Das ist jetzt aber die ganze harte Tour.
Ich kann mit der Formel an sich nicht viel anfangen, da ich kein
Elektronikfachmann bin. Ich weiß zwar, was ein TP-Filter ist, doch in
keinster Weise, wie man einen sollchen richtig berechnet.
Vor allem weiß ich ja nicht, welche Frequenzen ich da eigentlich
unterdrücken sollte.
Dann kommt erschwerend hinzu, dass der Scheinwiderstand manchmal in uH
und dann wieder in Ohms angegeben wird:
http://de.mouser.com/Passive-Components/EMI-RFI-Components/EMI-RFI-Suppressors-Ferrites/_/N-194jj?P=1z0z7ym
Vielleicht kannst du noch Mal ein paar Quellen in die Runde werfen, wo
ich mich kurz und knapp zu diesem Thema informieren kann?
Ich möchte vorerst nur die wesentlichen Fakten kennen, um in Zukunft
diesen Baustein in meinen Schaltungen selber berechnen zu können.
Grüße Oekel
FP2 soll hochfrequente Störungen herausfiltern. Es kommen Induktivitäten
mit sehr hohen Verlusten im MHz-Bereich zum Einsatz. Das Filter lebt
auch von den Impedanzen der restlichen Schaltung. Deshalb würde ich ein
passendes Bauteil lieber durch Versuch ermitteln als ewig mit nicht
genau bekannten Randbedingungen herumzurechnen.
Von Würth Elektronik gibt es die "Trilogie der induktiven Bauteile" ISBN
978-3899291513. Das ist zwar an deren Programm angepasst, es steht aber
einiges an Grundlagen drin.
>Könnt ihr mir eine Generelle Lösung und eine im Speziellen geben?
Die genauen Impedanzwerte sind oft egal. Deswegen steht da oft kein
spezieller Typ.
Ich nehme gerne dieses Teil hier:
http://katalog.we-online.de/pbs/datasheet/742792651.pdf
Es verhält sich bei tiefen Frequenzen wie eine Induktivität von 1,4µH,
wie man dem Impedanzwert bei 1MHz und dem 20dB-Verlauf pro Dekade unter
10MHz entnehmen kann. Bei höheren Frequenzen erzeugt es eine recht hohe
Impedanz, nämlich bis zu 800R bei 200MHz und bei 1GHz immerhin noch
250R. Die Impedanz ist dabei überwiegend ohmsch bei den hohen Frequenzen
und genau darum geht es bei Ferriten.
Um eine LC-Resonanz bei tieferen Frequenzen zu vermeiden, muß eine
ohmsche Bedämpfung von R >= SQRT(2L/C) vorhanden sein. In deinem
Beispiel mit C=10µF und obigen L=1,4µH also R > 0,5R. Wird für C ein
Tantal oder ALu-Elko verwendet, liegt in der Regel der ESR dieses Caps
schon in dieser Größenordnung, weswegen auf einen zusätzlichen
Widerstand dann oft verzichtet werden kann. Nimmt man aber für das C
einen keramischen Cap (X7R, etc.), sollte man eventuell noch einen
Serienwiderstand von >0,5R in Serie zum Ferrit legen. Der
Gleichstromabfall daran darf dann natürlich nicht zu groß werden.