Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Trafo bei schlechter Netzqualität betreiben


von Mario (Gast)


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Hallo,
angenommen ich betreibe einen 50Hz Trafo an einem "schlechten" Netz, bei 
dem die Spannung sehr oberwellenbelastet ist.
1)Kann es sein, dass der Wirkungsgrad sinkt, da die Wirbelstromverluste 
steigen?
Wenn ja, kann sich dies deutlich bemerkbar machen, oder steigt die 
Verlustleistung nur minimal.

von MaWin (Gast)


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Konventionelle Trafos sind sehr robust im schlechten Netz, im Gegensatz 
zu Schaltnetzteilen und Kondensatornetzteilen.
Bei mehr Oberwellen steigen deren Wirbelstromverluste, richtig, denn der 
Trafo hält diese über 400Hz von der Sekundärseite fern.
Also steigt seine Erwärmung ungefähr um den Anteil der vernichteten 
Energie.

von Mario (Gast)


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Hallo,
danke für deine schnelle Antwort.
Wie ist es mit den 400Hz zu verstehen? Werden durch den Aufbau des Kerns 
eines 50Hz Trafos keine Frequenzen größer ca. 400Hz auf die sekundäre 
Seite übertragen?
Danke

von Lothar S. (loeti)


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> Werden durch den Aufbau des Kerns

Durch das verwendete Trafoblech.

Grüße Löti

von Andrew T. (marsufant)


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Mario schrieb:
> Werden durch den Aufbau des Kerns
>
> eines 50Hz Trafos keine Frequenzen größer ca. 400Hz auf die sekundäre
>
> Seite übertragen?

Nicht "keine", sondern "entsprechend abgeschwächt" -- dies bedingt durch 
die Kernblechqualität für 50/60Hz Trafos.

Wäre dem anders, würden Ausgangstrafos in ELA-Anlagen nicht machbar 
sein.
Und die übertragen bequem > 5kHz.
Dank passend gewähltem Aufbau.

> .. kann sich dies deutlich bemerkbar machen

JA.

von Lothar S. (loeti)


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> Dank passend gewähltem Aufbau.

Und Blech.

Grüße

von Falk B. (falk)


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@ Mario (Gast)

>Wie ist es mit den 400Hz zu verstehen? Werden durch den Aufbau des Kerns
>eines 50Hz Trafos keine Frequenzen größer ca. 400Hz auf die sekundäre
>Seite übertragen?

Das Problem sind die Wirbelstrom- und Ummagnetisierungsverluste, die 
sind bei 400Hz und normalen 50 Hz Trafos recht hoch, wegen der Bleche im 
Eisenkern.

Siehe Transformatoren und Spulen.

MFG
Falk

von Harald W. (wilhelms)


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Falk Brunner schrieb:

> Das Problem sind die Wirbelstrom- und Ummagnetisierungsverluste, die
> sind bei 400Hz und normalen 50 Hz Trafos recht hoch, wegen der Bleche
> im Eisenkern.

Sie verringern sich aber (für den NF-Bereich) mit dünneren Blechen.
Bis 0,1mm ruter war zumindest früher handelsüblich. Ob schon die
400Hz-(Flugzeug-)Trafos mit dünneren Blechen gefüllt werden,
weiss ich nicht.
Gruss
Harald

von Lothar S. (loeti)


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> Ob schon die 400Hz-(Flugzeug-)Trafos mit dünneren Blechen gefüllt werden,
> weiss ich nicht.

Nein, normale kleine Netztrafos gehen bei 300Hz bis 600Hz optimal und 
wenn Du für anspruchsvolle NF-Anwendungen Drähte statt Bleche verwendest 
geht dieses "Trafoblech" bis hinauf zu 35kHz (Rückkopplung...).

Nur die großen Trafos der "Umspannwerke" sind aus Blech für niedrigere 
Frequenzen.

Grüße Löti

von Falk B. (falk)


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@ Lothar S. (loeti)

>Nein, normale kleine Netztrafos gehen bei 300Hz bis 600Hz optimal und

Naja.

>wenn Du für anspruchsvolle NF-Anwendungen Drähte statt Bleche verwendest

Zeig mir mal einen Trafokern aus Eisendraht.

Allerdings sloote man dran denken, die Ausgangsübertrager alter 
Röhrenradios waren AFAIK auch aus Eisen, nix Ferrit. Allerdings wurden 
die magnetisch deutlich weniger ausgesteuert, um eben die Verlust als 
auch Verzerrungen zu verringern.

von Harald W. (wilhelms)


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Falk Brunner schrieb:

> Das Problem sind die Wirbelstrom- und Ummagnetisierungsverluste, die
> sind bei 400Hz und normalen 50 Hz Trafos recht hoch, wegen der Bleche im
> Eisenkern.

In den (19-)60 Jahren ging man langsam von 0,5er Trafoblechen III auf
0,35er Trafobleche IV über, offensichtlich um die Eisenverluste zu
verringern. Dabei ging es damals wohl noch nicht um Enerrgieeinsparung,
sondern eher um die Erwärmung, speziell im Leerlauf.
Gruss
Harald

von Lothar S. (loeti)


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> Zeig mir mal einen Trafokern aus Eisendraht.

Kann ich nicht, den LoweOpta hab' ich an einen Sammler verkauft.

Das kannst Du mir aber glauben, vor den Ferriten gab's Das tatsächlich.

Grüße Löti

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