Bei uns im kleineren Elektronikbetrieb ist gemäß hausinternen Vorgaben
eine Normenrecherche zu Entwicklungsbeginn vorgeschrieben
Du musst ja so oder so eine Konformitätserklärung verfassen, um das
Gerät in Verkehr bringen zu dürfen. Da müssen die verwendeten Normen
dann eh aufgelistet sein.
Um die relevanten Normen zu ermitteln gibt es mehrere Möglichkeiten :
1.) Ab zum EMV & Co. Testhaus, und sich dort beraten lassen, die machen
dann gerne auch die notwendigen Tests von EMV bis hin zur
Gerätesicherheit ( von Isolationsabständen bis Entflammbarkeit)
-> Kostenpunkt so um/ab 6 -15kEuro
2.) Alles selber ermitteln und Normen lesen. Dazu gibts auch einige
Fachbücher beispielsweise vom VDE Verlag, die den Prozess des
Inverkehrbringen erklären.
Dauert bestimmt einen Monat wenn du vorher gar keine Ahnung hattest, das
für Dein Produkt grob zu durchblicken (z.B. wenn da noch Funk / HF mit
im Spiel ist), aber danach weißt Du dann woher die Normen kommen und
fischst nicht mehr im Trüben - dazu kann Dir danach nicht mehr jeder
allen Unfug erzählen. Aber Du belastest Dich dann mit allem möglichen
und kommst auf schlechte Gedanken, was Dein Produkt alles erfüllen muss.
Grober Einstieg :
Inverkehrbringen von Produkten in der EU -> das "Blue Guide" der EU
erklärt dann für verscheoidene Produktgruppen z.B. daß die
erforderlichen Normen die dann aus den Veröffentlichungen im EU
Amtsblatt hervorgehen.
Du hast meist meherer Bereiche abzudecken : Sicherheit,
Elektromagnetische Verträglichkeit ...
Diese Normen kannst Du als aktuelle Listen durchgehen und findest dann
z.B. die Produktnorm und deren aktuell gültige Version für
Wasserbettenheizungen (gibt es wirklich) und wie lange diese Fassung
noch gültig sein wird.
Da steht dann auch drin nach welchen anderen Normen Du teilweise zu
Prüfen hast...
Dann gehst Du beispielsweise beim Beuth Verlag die entsprechenden Normen
kaufen und bezahlst den ersten Tausender für einen Haufen Papier. Manche
normen gibts aber auch kostelos, z.B. bei der Etsi, iergendwan hatt die
Firma denn ein ausreichendes Archiv.
Bei den verwendeten Normen noch aufpassen wie lange diese noch gelten,
nicht dass man eine Entwicklung auf einer schon annähernd veralteten
Norm durchführt, die gemäß EU Amtsblattveröffenlichung schon nächstes
Jahr durch eine neue ersetzt wird.....
3.) Von anderen Firmen und Ex Studienkollegen kenne ich es teilweise,
dass bei Geräten und Komponenten ohne größeres direktes
Gefährdungspotenzial einfach ein CE Bepperli geklebt und vielleicht noch
eine CE Erklärung zusammengelogen wird. Da könnte ich als
Verantwortlicher jedoch nicht mehr gut schlafen.
Spätestens beim Export außerhalb der EU wenn z.B. eine dortige
Fernmeldeverwaltung Dokumente eines akkreditierten Prüflabors haben
will, weil beispielsweise ein Funkmodul mit drin ist, fliegt Dir oder
Deinem zu kostenbewussten Chef dass dann um die Ohren. (BTDT)
Fazit :
Am Besten ein Test / EMV Labor o.ä. mit ins Boot holen, dass sich
auskennt, falls genug Geld da ist - die vieles machen lassen. Diese
bieten auch regelmäßig, teilweise sogar kostenfreie ein- oder zweitägige
Seminare zum Einstieg an.
"viel Spaß"
wünscht Maik