Hallo zusammen, ich hab hier einen alten Röhrenradio, der ein auffälliges Verhalten zeigt, welches ich mir nicht erklären kann: Netztrafo ist sekundärseitig komplett frei (alles abgelötet), trotzdem verbraucht das Teil 150 Watt (Wirkleistung, cos phi = 0,99) und wird entsprechend warm. Primärseitig gibts wie üblich die vielen Anzapfungen für verschiedene Netzspannungen, ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät) Sekundärseitig gibts einmal eine Wicklung mit Mittelanzapfung, die dann zur Gleichrichterröhre führen, hier jeweils 24mH und 100 Ohm. Dann noch eine Wicklung für die Röhrenheizungen, Induktivität nicht messbar, Gleichstromwiderstand 0,3Ohm. Isolationswiderstand zwischen den Wicklungen ist hoch (über 50 MOhm), gemessen mit Isolationsiderstandsmessgerät bei 250V. Die sekundärseitigen Spannungen passen auch: ~200V zum Gleichrichter, ~7V zum Heizen. Wenn ich irgendwo einen Windungsschluss hätte, müsste sich das doch in falschen Spannungen äußern? Was kann die ursache sein, dass das Ding so heiss wird?
Michael Reinelt schrieb: > ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH > und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät) Ein Anhaltspunkt auf intakte Primärwicklungen könnten die entsprechenden Messungen für die anderen Anzapfungen geben. Also, wenn vorhanden, die 110 und 120V usw. Michael Reinelt schrieb: > ~200V zum Gleichrichter Das erscheint mir recht wenig. Welche Gleichrichterschaltung wird verwendet? Ist das schon eine Brücke oder noch die klassische Röhren-Doppeldiode? Im Letzteren Fall hättest du die Möglichkeit, die beiden Anodenspannungswicklungen mal zu vergleichen.
Michael Reinelt schrieb: > Hallo zusammen, > > ich hab hier einen alten Röhrenradio, der ein auffälliges Verhalten > zeigt, welches ich mir nicht erklären kann: > > Netztrafo ist sekundärseitig komplett frei (alles abgelötet), trotzdem > verbraucht das Teil 150 Watt (Wirkleistung, cos phi = 0,99) und wird > entsprechend warm. D.h. nach 2 Minuten glüht der Trafo schon? > Primärseitig gibts wie üblich die vielen Anzapfungen für verschiedene > Netzspannungen, ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH > und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät) X_L = j*Omega*L = 2*PI*50Hz*43mH = 13,5 Ohm Wechselstromwiderstand. Blindleistung = U * I = U / X_L = U^2/X_L = 230V^2 / 13,5 Ohm = 4,3kW Da stimmt schonmal was überhaupt nicht.
> zeigt, welches ich mir nicht erklären kann: > falscher Anschluss? Oder Windungsschluss! Ein kleiner Windungsschluss sagt noch nicht, daß hinten keine Spannung mehr rauskommt. Ausbrennen wird er erst etwas später?
Matthias Sch. schrieb: > Michael Reinelt schrieb: >> ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH >> und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät) > > Ein Anhaltspunkt auf intakte Primärwicklungen könnten die entsprechenden > Messungen für die anderen Anzapfungen geben. Also, wenn vorhanden, die > 110 und 120V usw. Die passen recht gut (+/- 10V) zusammen. > Michael Reinelt schrieb: >> ~200V zum Gleichrichter > > Das erscheint mir recht wenig. Welche Gleichrichterschaltung wird > verwendet? Ist das schon eine Brücke oder noch die klassische > Röhren-Doppeldiode? Im Letzteren Fall hättest du die Möglichkeit, die > beiden Anodenspannungswicklungen mal zu vergleichen. Es ist die Röhren-Doppeldiode, Spannungen stimmen recht gut zusammen, die genaue Höhe müsste ich nochmal nachmessen. Martin Schwaikert schrieb: > D.h. nach 2 Minuten glüht der Trafo schon? glühen nicht gerade, aber er wird schon ziemlich warm. Gefühlsmäßig erhitzen sich eher die Windungen, weniger der Kern (also eher keine Wirbelstromverluste durch kaputte Isolierung des Blechpakets) Martin Schwaikert schrieb: > X_L = j*Omega*L = 2*PI*50Hz*43mH = 13,5 Ohm Wechselstromwiderstand. > > Blindleistung = U * I = U / X_L = U^2/X_L = 230V^2 / 13,5 Ohm = 4,3kW > > Da stimmt schonmal was überhaupt nicht. Hmmm... vermutlich ist mein LCR-Messgerät für Trafos nicht so gut geeignet? Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege. Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"?
Michael Reinelt schrieb: > Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem > 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W > (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege. Doch doch. Lang doch mal den 65VA-Trafo an. Wahrscheinlich glüht der fleißig mit. Der Trenntrafo wird kaum ein Luftspalttrafo sein, der dann ordentlich in der Betriebsspannung zusammenbricht. > Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"? Lass den Trenntrafo weg. Häng den unbelasteten Trafo direkt über ein Ampere-Meter an 230V und schau Dir den Strom an. Unbelastet dürfte er allerhöchstens im mA-Bereich aufnehmen. Geht er drüber, ist er kaputt. Anzunehmen ist allerdings auch, dass bei den Mittelabgriffen etwas nicht stimmt (d.h. Anschlussreihenfolge falsch). Hast Du die im Originalzustand, oder selbst mal so angeschlossen? Ich persönlich hatte mal das Problem, dass ein dicker 5kV Trenntrafo im Schaltplan falsche Anschlüsse eingezeichnet hatte. Hat zwar ein bisschen gebrummt, aber hat funktioniert. Erst als ich dann merkte, dass das Teil 85°C warum wurde, bemerkte ich den Fehler.
Martin Schwaikert schrieb: > Michael Reinelt schrieb: >> Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem >> 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W >> (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege. > > Doch doch. Lang doch mal den 65VA-Trafo an. Wahrscheinlich glüht der > fleißig mit. Der Trenntrafo wird kaum ein Luftspalttrafo sein, der dann > ordentlich in der Betriebsspannung zusammenbricht. Das Mysterium ist gelöst: mein Trenntrafo hat 240 VA :-) >> Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"? > > Lass den Trenntrafo weg. Häng den unbelasteten Trafo direkt über ein > Ampere-Meter an 230V und schau Dir den Strom an. Unbelastet dürfte er > allerhöchstens im mA-Bereich aufnehmen. Geht er drüber, ist er kaputt. Hab ich mich nicht getraut :-) ich hab jetzt aber nochmal alle Spannungen nachgemessen: Spannungswahlschalter steht auf 240V, dort hab ich 225 V anliegen. an den anderen Abgriffen für Eingangsspannungen messe ich folgendes: 240 V: 225 V 220 V: 206 V 150 V: 136 V 130 V: 113 V 110 V: 100 V bis auf die 113V (das sollten ca. 120V sein) passt das meiner Meinung nach. An der heizwicklung mess ich 6V (effektiv) das kommt mir etwas zu niedrig vor. Die beiden Sekundärwicklungen liefern 125 bzw. 140 V Im Leerlauf nimmt er 0.65A auf. Das dürfte viel zu viel zu viel sein. Also kann ich das Teil schrotten? Was natürlich lästig ist, weil so einen Trafo als Ersatz zu kriegen dürfte ziemlich unmöglich sein.... Abwickeln und per Hand neu wickeln dürfte auch eher mühsam sein... > Anzunehmen ist allerdings auch, dass bei den Mittelabgriffen etwas nicht > stimmt (d.h. Anschlussreihenfolge falsch). Hast Du die im > Originalzustand, oder selbst mal so angeschlossen? Ist im Originalzustand. Schöne Sch**sse.
43mH ist bei weitem zu wenig. Das wären gerade mal 13.5 Ohm Blindwiderstand. An der Stelle müßten es mehrere ganz H sein. Der Leerlaufstrom sollte <50mA sein. Dein Trafo hat einen Windungsschluß. An den Sekundärspannungen muß sich dabei nichts auffälliges verändern. @Martin Schweikert: Ein Luftspalt macht einen Trafo nicht weich und läßt die Sekundärspannungen nicht zusammenbrechen. Was du meinst ist ein Streufeldtrafo der ein Eisenteil zwischen den Wicklungen hat.
Normalerweise hat die Heizwicklung im Leerlauf ~7 Volt. Falls diese sich ganz oben befindet, könnte sie abgewickelt und dann der Trafo nochmal überprüft werden. Je nach Restaurations-Anspruch kann dann eine neue Heizwicklung draufgewickelt oder ein extra Heiztrafo vorgesehen werden.
Michael Reinelt schrieb: > Abwickeln und per Hand neu wickeln dürfte auch eher mühsam sein... Durchaus, besonders der dünne Draht für die Anodenspannungswicklung ist mühselig. Ich habe das in meiner frühen Jugend öfter gemacht. Der ärgerlichste Fall war einmal, dass der Fehler dann nachher doch woanders war ... Aber da war ich auch noch nicht soweit wie Du mit meinen elektrotechnischen Kenntnissen. Gruß Dietrich
Michael Reinelt schrieb: > Martin Schwaikert schrieb: >> Michael Reinelt schrieb: >>> Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem >>> 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W >>> (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege. >> >> Doch doch. Lang doch mal den 65VA-Trafo an. Wahrscheinlich glüht der >> fleißig mit. Der Trenntrafo wird kaum ein Luftspalttrafo sein, der dann >> ordentlich in der Betriebsspannung zusammenbricht. > > Das Mysterium ist gelöst: mein Trenntrafo hat 240 VA :-) > >>> Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"? >> >> Lass den Trenntrafo weg. Häng den unbelasteten Trafo direkt über ein >> Ampere-Meter an 230V und schau Dir den Strom an. Unbelastet dürfte er >> allerhöchstens im mA-Bereich aufnehmen. Geht er drüber, ist er kaputt. > > Hab ich mich nicht getraut :-) > > ich hab jetzt aber nochmal alle Spannungen nachgemessen: > > Spannungswahlschalter steht auf 240V, dort hab ich 225 V anliegen. an > den anderen Abgriffen für Eingangsspannungen messe ich folgendes: > > 240 V: 225 V > 220 V: 206 V > 150 V: 136 V > 130 V: 113 V > 110 V: 100 V Das ist zu wenig. Du bist 6,25% unter Nennwert. Dann müssten bei 110V mindestens 103V anliegen - und zwar unter Last. Im Leerlauf müssten es deutlich mehr sein (zwischen 1,1 bis 1,5-fache). Das lässt stark darauf schließen, dass das Übertragungsverhältnis nicht mehr stimmt. > bis auf die 113V (das sollten ca. 120V sein) passt das meiner Meinung > nach. Nichtmal ansatzweise (s.o.) Das ist viel zu viel. Im Leerlauf darf er maximal die Ummagnetisierungsverluste aufnehmen - und diese liegen üblicherweise im einstelligen Watt-Bereich bei so kleinen Transformatoren. > Also kann ich das Teil schrotten? > > Was natürlich lästig ist, weil so einen Trafo als Ersatz zu kriegen > dürfte ziemlich unmöglich sein.... Du kannst ihn ja neu wickeln lassen. > Abwickeln und per Hand neu wickeln dürfte auch eher mühsam sein... > >> Anzunehmen ist allerdings auch, dass bei den Mittelabgriffen etwas nicht >> stimmt (d.h. Anschlussreihenfolge falsch). Hast Du die im >> Originalzustand, oder selbst mal so angeschlossen? > > Ist im Originalzustand. > > Schöne Sch**sse. Es wurde ja auch schon gesagt: Wenn es nicht authentisch sein soll, einfach einen passenden Trafo wickeln lassen. Wenn Dir der Originalzustand am Herzen liegt, dann wirst Du nicht darum herum kommen, das Teil entweder selbst zu wickeln, oder wickeln zu lassen. Wenn man sich allerdings schon die Arbeit macht, dann sollte man gleich alle Windungen ersetzen. Sonst läuft man hinterher nur Gefahr, dass die nächste ausfällt.
Dietrich L. schrieb: > ...Trafowickeln... > Aber da war ich auch noch nicht soweit wie Du mit meinen > elektrotechnischen Kenntnissen. Das war dann "Learning by Doing". Allerdings mehr "Doing als "Learning". :-) Ich denke bei mehr als 300 Wdg sollte man eine Trafowickelmaschine haben. Gruss Harald
Martin Schwaikert schrieb: >> Spannungswahlschalter steht auf 240V, dort hab ich 225 V anliegen. an >> den anderen Abgriffen für Eingangsspannungen messe ich folgendes: >> >> 240 V: 225 V >> 220 V: 206 V >> 150 V: 136 V >> 130 V: 113 V >> 110 V: 100 V > > Das ist zu wenig. Du bist 6,25% unter Nennwert. Dann müssten bei 110V > mindestens 103V anliegen - und zwar unter Last. Im Leerlauf müssten es > deutlich mehr sein (zwischen 1,1 bis 1,5-fache). Das lässt stark darauf > schließen, dass das Übertragungsverhältnis nicht mehr stimmt. Moment - ich spreche von den primärseitigen Anzapfungen. Oder ich hab einen Denkfehler... ich vereinfache mal: angenommen der Trafo wäre nur für 110 und 220V angelegt. Dann hätten die 110V halb so viele Windungen wie die 220V (also mehr oder weniger eine Mittenanzapfung) Wenn ich nun über die gesamte Primärwindung 230V anlege, würde ich erwarten, an der 110V-Anzapfung die Hälte, sprich 115V zu messen; relativ egal ob unter last oder nicht. Sekundärseitig gebe ich dir recht: 6V an der unbelasteten Heizwicklung ist wirklich ziemlich viel zu wenig. > Du kannst ihn ja neu wickeln lassen. Hmmm... wo lässt man eine Trafo neu wickeln? In meiner Ausbildung hatten wir sogar eine trafo-Werkstätte mit entsprechenden Wickelmaschinen, aber das ist lange her und weit weg.... > Wenn man sich allerdings schon die Arbeit macht, dann sollte man gleich > alle Windungen ersetzen. Sonst läuft man hinterher nur Gefahr, dass die > nächste ausfällt. eh klar.
Michael Reinelt schrieb: > Moment - ich spreche von den primärseitigen Anzapfungen. Oder ich hab > einen Denkfehler... ich vereinfache mal: Ach richtig. Das hab ich jetzt irgendwie falsch sortiert. Dann vergiss das. Ein paar technische Daten vom Gerät wären interessant. Die genauen Spannungen am Ausgang + Ströme könnte man dann u.U. erfahren. Sonst wird das Neuwickeln wirklich zu einer Krankheit.
Martin Schwaikert schrieb: > Michael Reinelt schrieb: >> Moment - ich spreche von den primärseitigen Anzapfungen. Oder ich hab >> einen Denkfehler... ich vereinfache mal: > > Ach richtig. Das hab ich jetzt irgendwie falsch sortiert. Dann vergiss > das. > > Ein paar technische Daten vom Gerät wären interessant. Die genauen > Spannungen am Ausgang + Ströme könnte man dann u.U. erfahren. Sonst wird > das Neuwickeln wirklich zu einer Krankheit. Es ist ein Eumig-Radio "Eumigette W". Unterlagen bekomm ich hoffentlich bald vom Radiomuseum, wenn meine Anmeldung dort durch ist. Allerdings spekuliere ich eher damit, den bestehenden trafo abzuwickeln, Windungszahlen und Drahtstärke dabei aufzuzeichnen, und identisch nochmal zu wickeln. Wenn ich mir das überhaupt antun mag...
Andrew Taylor schrieb: > Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. > 141012218839 Würde ich auch machen. Wenn der Preis nicht arg viel weiter steigt, dann sind selbst noch 50 Euro i.O. Es sei denn, Du erhebst keinen Anspruch auf Authentizität, dann könnte man auch einen RKT einsetzen. Die bekommt man inzwischen recht preiswert.
> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839
... sofern dieses noch gesund ist. Mein Horoskop sagt, daß kaputte Elkos
manchmal den Trafo überlasten konnten.
Michael Reinelt schrieb: > Hmmm... wo lässt man eine Trafo neu wickeln? Ich habe mir letztes Jahr einen Trafo wickeln lassen bei http://www.elnatrafo.de/startseite/. Das war ein Printtrafo 10VA vergossen mit 230V prim., 1000V sek.1 und 50/75V sek.2. Das Ganze hat 48,53€ -2% Skonto gekostet. Gruß Dietrich
oszi40 schrieb: >> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839 > > ... sofern dieses noch gesund ist. Mein Horoskop sagt, daß kaputte Elkos > manchmal den Trafo überlasten konnten. genau das ist meine Angst: was kommt danach? Dass die alten Elkos gerne eingehen und getauscht werden müssen ist eh bekannt. Dann gehts weiter mit verbrauchten Röhren, durchgebrannten Widerständen, verstimmten Filtern, ...
Michael Reinelt schrieb: > oszi40 schrieb: >>> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839 >> >> ... sofern dieses noch gesund ist. Mein Horoskop sagt, daß kaputte Elkos >> manchmal den Trafo überlasten konnten. > > genau das ist meine Angst: was kommt danach? Dass die alten Elkos gerne > eingehen und getauscht werden müssen ist eh bekannt. Dann gehts weiter > mit verbrauchten Röhren, durchgebrannten Widerständen, verstimmten > Filtern, ... Wenn Du davor wirklich angst hast, dann bist Du mit einem 9,95 Euro Kofferradio immernoch am besten bedient. Wenn der Trafo wieder will, Du pro Forma alle Elkos tauschst, dann hast Du doch schon 90% aller Fehlerquellen behoben. Und die Röhren sind ja heute noch zu 99% zu bekommen.
Martin Schwaikert schrieb: > Wenn Du davor wirklich angst hast, dann bist Du mit einem 9,95 Euro > Kofferradio immernoch am besten bedient. Wenn der Trafo wieder will, Du > pro Forma alle Elkos tauschst, dann hast Du doch schon 90% aller > Fehlerquellen behoben. > > Und die Röhren sind ja heute noch zu 99% zu bekommen. Da hast du natürlich auch recht.
>> pro Forma alle Elkos tauschst,
Das Wort bald wäre noch zu ergäzen. Alte Elkos, die lange irgendwo
herumgestanden haben, zerfetzt es manchmal. Das gibt eine schöne
Schweinerei im Gerät. Deshalb auch vorsorglich Spannung laaaaaangsam
hochfahren bei Erstinbetriebnahme.
Ich frage mich, wie die das überhaupt solange überlebten. Ein Bekannter von mir hat jetzt seine Wurlitzer (BJ 1968) überholen lassen. Bis dato lief sie mit inzwischen 45 Jahre alten Elkos. Ob unsere in 20 Jahren überhaupt noch funktionieren?
Martin Schwaikert schrieb: > Ob unsere in 20 Jahren überhaupt noch funktionieren? Ja, kann schon sein (wenn sie nicht zu knapp dimensioniert waren oder lange herumgestanden haben). Ein Radio was schon 40 Jahre spielt, wird auch nächsten Jahr noch spielen. Ein Elko, der 40 Jahre herumgelegen hat, wird seine Formierung verloren haben und pffffft machen wenn er die volle Anodenspannung sofort abbekommt. Tückische Exemplare meldeten sich erst 4 Wochen später und verteilen ihr Konfetti wie eine Rakte im ganzen Gerät.
Michael Reinelt schrieb: > genau das ist meine Angst: was kommt danach? Dass die alten Elkos gerne > eingehen und getauscht werden müssen ist eh bekannt. Dann gehts weiter > mit verbrauchten Röhren, durchgebrannten Widerständen, verstimmten > Filtern, ... Das ist aber das Standardprogramm. Dazu kommen noch Feinschlüsse in Gitterkondensatoren. Hier gibt es es ein Teilschaltplan: http://www.repdata.de/wbb2/index.php?page=Thread&threadID=71884 Versuche doch einen Trafo mit den gleichen Abmessungen zu bekommen.
..nur noch mal eine Nachfrage: Du hast wirklich die Störschutzkondensatoren über den Sekundärwicklungen an der Gleichrichterröhre abgelötet? Die sind für Kurzschlüsse bekannt.. Gruß, Holm
Holm Tiffe schrieb: > ..nur noch mal eine Nachfrage: Du hast wirklich die > Störschutzkondensatoren über den Sekundärwicklungen an der > Gleichrichterröhre abgelötet? > Die sind für Kurzschlüsse bekannt.. Da sind keine... ich hab mich auch schon gewundert, weil in dem oben verlinkten Schaltplan welche eingezeichnet sind. Sekundärseitig hab ich die Gleichrichterröhre gezogen (damit hängen die beiden Wicklungen der Anodenspannung in der Luft) und zusätzlich die Masseverbindung der Heizwicklung und der Mittelanzapfung getrennt. Wenn ich nicht ganz blöd bin, ist die Sekundärseite wirklich frei. Momentan liegt der Radio mal auf Eis, ich werd die Augen offen halten um ein (defektes) gleiches Modell zu ergattern.
Löte mal zur absoluten Sicherheit mal die beiden Anodenanschlüsse an der GL Röhre noch ab (von der Fassung). Kein Schwein weiß wie es der Röhrenfassung so geht.. Die Kondensatoren waren mit hoher Wahrscheinlichkeit mal da, sind aber bestimmt schon entfernt worden. Die könnten auch die Ursache für einen Trafotod gewesen sein. Dann betreibe das Ding bitte (vortsichtig) ohne Trenntrafo, ich hatte da schon die seltsamsten Effekte.. Gruß, Holm
Holm Tiffe schrieb: > Löte mal zur absoluten Sicherheit mal die beiden Anodenanschlüsse an der > GL Röhre noch ab (von der Fassung). Kein Schwein weiß wie es der > Röhrenfassung so geht.. Danke für den hinweis, werd ich machen, aber später, momentan steht er zusammengeschraubt im Abstellraum :-( > Die Kondensatoren waren mit hoher Wahrscheinlichkeit mal da, sind aber > bestimmt schon entfernt worden. Die könnten auch die Ursache für einen > Trafotod gewesen sein. Sah für mich nicht so aus. ich hab die Lötstellen genau kontrolliert, da war weder was abgezwickt noch sah die Lötstelle irgendwie "frischer" aus als die anderen.... Wenn er nicht zusammengeschraubt wäre, tät ich ein Foto machen...
Michael Reinelt schrieb: > Primärseitig gibts wie üblich die vielen Anzapfungen für verschiedene > Netzspannungen, ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH > und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät) Nur zur Info: Mit den 3mA, die das Atlas LCR Messgerät liefert, bekommst Du den Kern vom Trafo kein bißchen magnetisiert, dann zeigt das Teil vollkommenen Blödsinn an (hat ein Student vor kurzem bei uns probiert, bei einer Drossel von der die Induktivität eigentlich bekannt war).
Gregor B. schrieb: > Nur zur Info: > Mit den 3mA, die das Atlas LCR Messgerät liefert, bekommst Du den Kern > vom Trafo kein bißchen magnetisiert, dann zeigt das Teil vollkommenen > Blödsinn an (hat ein Student vor kurzem bei uns probiert, bei einer > Drossel von der die Induktivität eigentlich bekannt war). Oh, danke für die Info! Sowas in der Art hatte ich schon vermutet... gegenfrage: Gibts eine einfache Möglichkeit, die Induktivität eines Transformators festzustellen? Hintergrund: bei einer ganz anderen Baustelle (Beitrag "Wechselspannung 25Hz erzeugen") versuche ich mit einem "umgedrehten" Trafo ca. 40V mit 25Hz zu erzeugen. Die 25Hz sind einigermaßen fix, und da war meine Idee, mittels eines parallel geschalteten Kondensators die Resonanzfrequenz des Schwingkreises zu treffen.
Da ich das sowieso für meine Klausur lernen muss versuche ich mal zu erklären wie wir das in der uni gelernt haben: Als erstes misst Du den ohmschen Widerstand der Primärwicklung, damit kannst Du die Spannung über Deiner Hauptinduktivität nach
bestimmen. (Das kann man so machen weil die Spannungen im Zeigerdiagramm genau orthogonal zueinander sind) Dann machst Du eine Leerlaufmessung mit deinem Wechselstrom und daraus kannst du dann nach:
die Induktivität bestimmen... Das ist allerdings nur die Hauptinduktivität aus dem L-Ersatzschaltbild für die Streuinduktivität musst du eine Kurzschlussmessung machen und das wird bei Deinen vielen Abgriffen glaube ich sehr kompliziert... Grüße, Sebastian
Danke seba! Leider versteh ich nicht ganz, vor allem die Schaltbilder... Außerdem ist mein problem, dass ich sekundärseitig keine echte Wechselspannung einspeise, sondern je eine Seite mit interleave gegen Mittelabgriff = Masse ein Rechteckimpuls. Wäre eine andere Variante denkbar: Ich bau einfach mal "irgendeinen" Kondensator ein, modifiziere meine Ansteuerung so dass sekundärseitig eine Art Dirac-Impuls eingespeist wird, mit geringer Frequenz (ca. 1 hz), am primärseitigen Schwingkreis müsste ich eine Art Impulsantwort mit dem oszi aufzeichnen können, deren hauptschwingung ist die resonanzfrequenz, daraus kann ich mir (bei bekanntem C) die induktivität berechnen, bzw. im Näherungsverfahren den Schwingkreis abstimmen. Trafo ist nämlich schon fix und fertig verlötet... Was hält ihr davon?
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.
