Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Alter Trafo wird warm


von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Hallo zusammen,

ich hab hier einen alten Röhrenradio, der ein auffälliges Verhalten 
zeigt, welches ich mir nicht erklären kann:

Netztrafo ist sekundärseitig komplett frei (alles abgelötet), trotzdem 
verbraucht das Teil 150 Watt (Wirkleistung, cos phi = 0,99) und wird 
entsprechend warm.

Primärseitig gibts wie üblich die vielen Anzapfungen für verschiedene 
Netzspannungen, ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH 
und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät)

Sekundärseitig gibts einmal eine Wicklung mit Mittelanzapfung, die dann 
zur Gleichrichterröhre führen, hier jeweils 24mH und 100 Ohm.

Dann noch eine Wicklung für die Röhrenheizungen, Induktivität nicht 
messbar, Gleichstromwiderstand 0,3Ohm.

Isolationswiderstand zwischen den Wicklungen ist hoch (über 50 MOhm), 
gemessen mit Isolationsiderstandsmessgerät bei 250V.

Die sekundärseitigen Spannungen passen auch: ~200V zum Gleichrichter, 
~7V zum Heizen.

Wenn ich irgendwo einen Windungsschluss hätte, müsste sich das doch in 
falschen Spannungen äußern?

Was kann die ursache sein, dass das Ding so heiss wird?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Michael Reinelt schrieb:
> ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH
> und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät)

Ein Anhaltspunkt auf intakte Primärwicklungen könnten die entsprechenden 
Messungen für die anderen Anzapfungen geben. Also, wenn vorhanden, die 
110 und 120V usw.

Michael Reinelt schrieb:
> ~200V zum Gleichrichter

Das erscheint mir recht wenig. Welche Gleichrichterschaltung wird 
verwendet? Ist das schon eine Brücke oder noch die klassische 
Röhren-Doppeldiode? Im Letzteren Fall hättest du die Möglichkeit, die 
beiden Anodenspannungswicklungen mal zu vergleichen.

von Martin S. (sirnails)


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Michael Reinelt schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> ich hab hier einen alten Röhrenradio, der ein auffälliges Verhalten
> zeigt, welches ich mir nicht erklären kann:
>
> Netztrafo ist sekundärseitig komplett frei (alles abgelötet), trotzdem
> verbraucht das Teil 150 Watt (Wirkleistung, cos phi = 0,99) und wird
> entsprechend warm.

D.h. nach 2 Minuten glüht der Trafo schon?

> Primärseitig gibts wie üblich die vielen Anzapfungen für verschiedene
> Netzspannungen, ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH
> und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät)

X_L = j*Omega*L = 2*PI*50Hz*43mH = 13,5 Ohm Wechselstromwiderstand.

Blindleistung = U * I = U / X_L = U^2/X_L = 230V^2 / 13,5 Ohm = 4,3kW

Da stimmt schonmal was überhaupt nicht.

von oszi40 (Gast)


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> zeigt, welches ich mir nicht erklären kann:
>
falscher Anschluss? Oder Windungsschluss!

Ein kleiner Windungsschluss sagt noch nicht, daß hinten keine Spannung 
mehr rauskommt. Ausbrennen wird er erst etwas später?

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Matthias Sch. schrieb:
> Michael Reinelt schrieb:
>> ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH
>> und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät)
>
> Ein Anhaltspunkt auf intakte Primärwicklungen könnten die entsprechenden
> Messungen für die anderen Anzapfungen geben. Also, wenn vorhanden, die
> 110 und 120V usw.

Die passen recht gut (+/- 10V) zusammen.

> Michael Reinelt schrieb:
>> ~200V zum Gleichrichter
>
> Das erscheint mir recht wenig. Welche Gleichrichterschaltung wird
> verwendet? Ist das schon eine Brücke oder noch die klassische
> Röhren-Doppeldiode? Im Letzteren Fall hättest du die Möglichkeit, die
> beiden Anodenspannungswicklungen mal zu vergleichen.

Es ist die Röhren-Doppeldiode, Spannungen stimmen recht gut zusammen, 
die genaue Höhe müsste ich nochmal nachmessen.

Martin Schwaikert schrieb:
> D.h. nach 2 Minuten glüht der Trafo schon?

glühen nicht gerade, aber er wird schon ziemlich warm. Gefühlsmäßig 
erhitzen sich eher die Windungen, weniger der Kern (also eher keine 
Wirbelstromverluste durch kaputte Isolierung des Blechpakets)

Martin Schwaikert schrieb:
> X_L = j*Omega*L = 2*PI*50Hz*43mH = 13,5 Ohm Wechselstromwiderstand.
>
> Blindleistung = U * I = U / X_L = U^2/X_L = 230V^2 / 13,5 Ohm = 4,3kW
>
> Da stimmt schonmal was überhaupt nicht.

Hmmm... vermutlich ist mein LCR-Messgerät für Trafos nicht so gut 
geeignet?

Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem 
65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W 
(bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege.

Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"?

von Martin S. (sirnails)


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Michael Reinelt schrieb:
> Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem
> 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W
> (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege.

Doch doch. Lang doch mal den 65VA-Trafo an. Wahrscheinlich glüht der 
fleißig mit. Der Trenntrafo wird kaum ein Luftspalttrafo sein, der dann 
ordentlich in der Betriebsspannung zusammenbricht.

> Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"?

Lass den Trenntrafo weg. Häng den unbelasteten Trafo direkt über ein 
Ampere-Meter an 230V und schau Dir den Strom an. Unbelastet dürfte er 
allerhöchstens im mA-Bereich aufnehmen. Geht er drüber, ist er kaputt.

Anzunehmen ist allerdings auch, dass bei den Mittelabgriffen etwas nicht 
stimmt (d.h. Anschlussreihenfolge falsch). Hast Du die im 
Originalzustand, oder selbst mal so angeschlossen?

Ich persönlich hatte mal das Problem, dass ein dicker 5kV Trenntrafo im 
Schaltplan falsche Anschlüsse eingezeichnet hatte. Hat zwar ein bisschen 
gebrummt, aber hat funktioniert. Erst als ich dann merkte, dass das Teil 
85°C warum wurde, bemerkte ich den Fehler.

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Martin Schwaikert schrieb:
> Michael Reinelt schrieb:
>> Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem
>> 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W
>> (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege.
>
> Doch doch. Lang doch mal den 65VA-Trafo an. Wahrscheinlich glüht der
> fleißig mit. Der Trenntrafo wird kaum ein Luftspalttrafo sein, der dann
> ordentlich in der Betriebsspannung zusammenbricht.

Das Mysterium ist gelöst: mein Trenntrafo hat 240 VA :-)


>> Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"?
>
> Lass den Trenntrafo weg. Häng den unbelasteten Trafo direkt über ein
> Ampere-Meter an 230V und schau Dir den Strom an. Unbelastet dürfte er
> allerhöchstens im mA-Bereich aufnehmen. Geht er drüber, ist er kaputt.

Hab ich mich nicht getraut :-)

ich hab jetzt aber nochmal alle Spannungen nachgemessen:

Spannungswahlschalter steht auf 240V, dort hab ich 225 V anliegen. an 
den anderen Abgriffen für Eingangsspannungen messe ich folgendes:

240 V: 225 V
220 V: 206 V
150 V: 136 V
130 V: 113 V
110 V: 100 V

bis auf die 113V (das sollten ca. 120V sein) passt das meiner Meinung 
nach.

An der heizwicklung mess ich 6V (effektiv) das kommt mir etwas zu 
niedrig vor.

Die beiden Sekundärwicklungen liefern 125 bzw. 140 V

Im Leerlauf nimmt er 0.65A auf. Das dürfte viel zu viel zu viel sein.

Also kann ich das Teil schrotten?

Was natürlich lästig ist, weil so einen Trafo als Ersatz zu kriegen 
dürfte ziemlich unmöglich sein....

Abwickeln und per Hand neu wickeln dürfte auch eher mühsam sein...


> Anzunehmen ist allerdings auch, dass bei den Mittelabgriffen etwas nicht
> stimmt (d.h. Anschlussreihenfolge falsch). Hast Du die im
> Originalzustand, oder selbst mal so angeschlossen?

Ist im Originalzustand.


Schöne Sch**sse.

von A-Freak (Gast)


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43mH ist bei weitem zu wenig. Das wären gerade mal 13.5 Ohm 
Blindwiderstand. An der Stelle müßten es mehrere ganz H sein. Der 
Leerlaufstrom sollte <50mA sein.

Dein Trafo hat einen Windungsschluß.

An den Sekundärspannungen muß sich dabei nichts auffälliges verändern.


@Martin Schweikert:

Ein Luftspalt macht einen Trafo nicht weich und läßt die 
Sekundärspannungen nicht zusammenbrechen. Was du meinst ist ein 
Streufeldtrafo der ein Eisenteil zwischen den Wicklungen hat.

von B e r n d W. (smiley46)


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Normalerweise hat die Heizwicklung im Leerlauf ~7 Volt. Falls diese sich 
ganz oben befindet, könnte sie abgewickelt und dann der Trafo nochmal 
überprüft werden.

Je nach Restaurations-Anspruch kann dann eine neue Heizwicklung 
draufgewickelt oder ein extra Heiztrafo vorgesehen werden.

von Dietrich L. (dietrichl)


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Michael Reinelt schrieb:
> Abwickeln und per Hand neu wickeln dürfte auch eher mühsam sein...

Durchaus, besonders der dünne Draht für die Anodenspannungswicklung ist 
mühselig. Ich habe das in meiner frühen Jugend öfter gemacht. Der 
ärgerlichste Fall war einmal, dass der Fehler dann nachher doch woanders 
war ...
Aber da war ich auch noch nicht soweit wie Du mit meinen 
elektrotechnischen Kenntnissen.

Gruß Dietrich

von Martin S. (sirnails)


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Michael Reinelt schrieb:
> Martin Schwaikert schrieb:
>> Michael Reinelt schrieb:
>>> Was ich auch nochmal kontrollieren muss: ich betreibe das Radio an einem
>>> 65VA-Trenntrafo. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass ich aus dem 150W
>>> (bzw. mit angeschlossener Heizung etc. 200W) rauskriege.
>>
>> Doch doch. Lang doch mal den 65VA-Trafo an. Wahrscheinlich glüht der
>> fleißig mit. Der Trenntrafo wird kaum ein Luftspalttrafo sein, der dann
>> ordentlich in der Betriebsspannung zusammenbricht.
>
> Das Mysterium ist gelöst: mein Trenntrafo hat 240 VA :-)
>
>>> Gibts eine verläßliche Methode, einen Windungsschluss zu "ermessen"?
>>
>> Lass den Trenntrafo weg. Häng den unbelasteten Trafo direkt über ein
>> Ampere-Meter an 230V und schau Dir den Strom an. Unbelastet dürfte er
>> allerhöchstens im mA-Bereich aufnehmen. Geht er drüber, ist er kaputt.
>
> Hab ich mich nicht getraut :-)
>
> ich hab jetzt aber nochmal alle Spannungen nachgemessen:
>
> Spannungswahlschalter steht auf 240V, dort hab ich 225 V anliegen. an
> den anderen Abgriffen für Eingangsspannungen messe ich folgendes:
>
> 240 V: 225 V
> 220 V: 206 V
> 150 V: 136 V
> 130 V: 113 V
> 110 V: 100 V

Das ist zu wenig. Du bist 6,25% unter Nennwert. Dann müssten bei 110V 
mindestens 103V anliegen - und zwar unter Last. Im Leerlauf müssten es 
deutlich mehr sein (zwischen 1,1 bis 1,5-fache). Das lässt stark darauf 
schließen, dass das Übertragungsverhältnis nicht mehr stimmt.

> bis auf die 113V (das sollten ca. 120V sein) passt das meiner Meinung
> nach.

Nichtmal ansatzweise (s.o.)

Das ist viel zu viel. Im Leerlauf darf er maximal die 
Ummagnetisierungsverluste aufnehmen - und diese liegen üblicherweise im 
einstelligen Watt-Bereich bei so kleinen Transformatoren.

> Also kann ich das Teil schrotten?
>
> Was natürlich lästig ist, weil so einen Trafo als Ersatz zu kriegen
> dürfte ziemlich unmöglich sein....

Du kannst ihn ja neu wickeln lassen.

> Abwickeln und per Hand neu wickeln dürfte auch eher mühsam sein...
>
>> Anzunehmen ist allerdings auch, dass bei den Mittelabgriffen etwas nicht
>> stimmt (d.h. Anschlussreihenfolge falsch). Hast Du die im
>> Originalzustand, oder selbst mal so angeschlossen?
>
> Ist im Originalzustand.
>
> Schöne Sch**sse.

Es wurde ja auch schon gesagt: Wenn es nicht authentisch sein soll, 
einfach einen passenden Trafo wickeln lassen. Wenn Dir der 
Originalzustand am Herzen liegt, dann wirst Du nicht darum herum kommen, 
das Teil entweder selbst zu wickeln, oder wickeln zu lassen.

Wenn man sich allerdings schon die Arbeit macht, dann sollte man gleich 
alle Windungen ersetzen. Sonst läuft man hinterher nur Gefahr, dass die 
nächste ausfällt.

von Harald W. (wilhelms)


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Dietrich L. schrieb:

> ...Trafowickeln...
> Aber da war ich auch noch nicht soweit wie Du mit meinen
> elektrotechnischen Kenntnissen.

Das war dann "Learning by Doing". Allerdings mehr "Doing als
"Learning". :-) Ich denke bei mehr als 300 Wdg sollte man eine 
Trafowickelmaschine haben.
Gruss
Harald

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Martin Schwaikert schrieb:
>> Spannungswahlschalter steht auf 240V, dort hab ich 225 V anliegen. an
>> den anderen Abgriffen für Eingangsspannungen messe ich folgendes:
>>
>> 240 V: 225 V
>> 220 V: 206 V
>> 150 V: 136 V
>> 130 V: 113 V
>> 110 V: 100 V
>
> Das ist zu wenig. Du bist 6,25% unter Nennwert. Dann müssten bei 110V
> mindestens 103V anliegen - und zwar unter Last. Im Leerlauf müssten es
> deutlich mehr sein (zwischen 1,1 bis 1,5-fache). Das lässt stark darauf
> schließen, dass das Übertragungsverhältnis nicht mehr stimmt.

Moment - ich spreche von den primärseitigen Anzapfungen. Oder ich hab 
einen Denkfehler... ich vereinfache mal:

angenommen der Trafo wäre nur für 110 und 220V angelegt. Dann hätten die 
110V halb so viele Windungen wie die 220V (also mehr oder weniger eine 
Mittenanzapfung) Wenn ich nun über die gesamte Primärwindung 230V 
anlege, würde ich erwarten, an der 110V-Anzapfung die Hälte, sprich 115V 
zu messen; relativ egal ob unter last oder nicht.

Sekundärseitig gebe ich dir recht: 6V an der unbelasteten Heizwicklung 
ist wirklich ziemlich viel zu wenig.

> Du kannst ihn ja neu wickeln lassen.
Hmmm... wo lässt man eine Trafo neu wickeln? In meiner Ausbildung hatten 
wir sogar eine trafo-Werkstätte mit entsprechenden Wickelmaschinen, aber 
das ist lange her und weit weg....

> Wenn man sich allerdings schon die Arbeit macht, dann sollte man gleich
> alle Windungen ersetzen. Sonst läuft man hinterher nur Gefahr, dass die
> nächste ausfällt.

eh klar.

von Martin S. (sirnails)


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Michael Reinelt schrieb:
> Moment - ich spreche von den primärseitigen Anzapfungen. Oder ich hab
> einen Denkfehler... ich vereinfache mal:

Ach richtig. Das hab ich jetzt irgendwie falsch sortiert. Dann vergiss 
das.

Ein paar technische Daten vom Gerät wären interessant. Die genauen 
Spannungen am Ausgang + Ströme könnte man dann u.U. erfahren. Sonst wird 
das Neuwickeln wirklich zu einer Krankheit.

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Martin Schwaikert schrieb:
> Michael Reinelt schrieb:
>> Moment - ich spreche von den primärseitigen Anzapfungen. Oder ich hab
>> einen Denkfehler... ich vereinfache mal:
>
> Ach richtig. Das hab ich jetzt irgendwie falsch sortiert. Dann vergiss
> das.
>
> Ein paar technische Daten vom Gerät wären interessant. Die genauen
> Spannungen am Ausgang + Ströme könnte man dann u.U. erfahren. Sonst wird
> das Neuwickeln wirklich zu einer Krankheit.

Es ist ein Eumig-Radio "Eumigette W". Unterlagen bekomm ich hoffentlich 
bald vom Radiomuseum, wenn meine Anmeldung dort durch ist.

Allerdings spekuliere ich eher damit, den bestehenden trafo abzuwickeln, 
Windungszahlen und Drahtstärke dabei aufzuzeichnen, und identisch 
nochmal zu wickeln.

Wenn ich mir das überhaupt antun mag...

von Andrew T. (marsufant)


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Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839

von Martin S. (sirnails)


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Andrew Taylor schrieb:
> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr.
> 141012218839

Würde ich auch machen. Wenn der Preis nicht arg viel weiter steigt, dann 
sind selbst noch 50 Euro i.O.

Es sei denn, Du erhebst keinen Anspruch auf Authentizität, dann könnte 
man auch einen RKT einsetzen. Die bekommt man inzwischen recht 
preiswert.

von oszi40 (Gast)


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> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839

... sofern dieses noch gesund ist. Mein Horoskop sagt, daß kaputte Elkos 
manchmal den Trafo überlasten konnten.

von Dietrich L. (dietrichl)


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Michael Reinelt schrieb:
> Hmmm... wo lässt man eine Trafo neu wickeln?

Ich habe mir letztes Jahr einen Trafo wickeln lassen bei 
http://www.elnatrafo.de/startseite/.
Das war ein Printtrafo 10VA vergossen mit 230V prim., 1000V sek.1 und 
50/75V sek.2. Das Ganze hat 48,53€ -2% Skonto gekostet.

Gruß Dietrich

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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oszi40 schrieb:
>> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839
>
> ... sofern dieses noch gesund ist. Mein Horoskop sagt, daß kaputte Elkos
> manchmal den Trafo überlasten konnten.

genau das ist meine Angst: was kommt danach? Dass die alten Elkos gerne 
eingehen und getauscht werden müssen ist eh bekannt. Dann gehts weiter 
mit verbrauchten Röhren, durchgebrannten Widerständen, verstimmten 
Filtern, ...

von Martin S. (sirnails)


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Michael Reinelt schrieb:
> oszi40 schrieb:
>>> Oder gleich eines als Ersatzteillager kaufen: ebay Nr. 141012218839
>>
>> ... sofern dieses noch gesund ist. Mein Horoskop sagt, daß kaputte Elkos
>> manchmal den Trafo überlasten konnten.
>
> genau das ist meine Angst: was kommt danach? Dass die alten Elkos gerne
> eingehen und getauscht werden müssen ist eh bekannt. Dann gehts weiter
> mit verbrauchten Röhren, durchgebrannten Widerständen, verstimmten
> Filtern, ...

Wenn Du davor wirklich angst hast, dann bist Du mit einem 9,95 Euro 
Kofferradio immernoch am besten bedient. Wenn der Trafo wieder will, Du 
pro Forma alle Elkos tauschst, dann hast Du doch schon 90% aller 
Fehlerquellen behoben.

Und die Röhren sind ja heute noch zu 99% zu bekommen.

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Martin Schwaikert schrieb:
> Wenn Du davor wirklich angst hast, dann bist Du mit einem 9,95 Euro
> Kofferradio immernoch am besten bedient. Wenn der Trafo wieder will, Du
> pro Forma alle Elkos tauschst, dann hast Du doch schon 90% aller
> Fehlerquellen behoben.
>
> Und die Röhren sind ja heute noch zu 99% zu bekommen.

Da hast du natürlich auch recht.

von oszi40 (Gast)


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>> pro Forma alle Elkos tauschst,

Das Wort bald wäre noch zu ergäzen. Alte Elkos, die lange irgendwo 
herumgestanden haben, zerfetzt es manchmal. Das gibt eine schöne 
Schweinerei im Gerät. Deshalb auch vorsorglich Spannung laaaaaangsam 
hochfahren bei Erstinbetriebnahme.

von Martin S. (sirnails)


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Ich frage mich, wie die das überhaupt solange überlebten. Ein Bekannter 
von mir hat jetzt seine Wurlitzer (BJ 1968) überholen lassen. Bis dato 
lief sie mit inzwischen 45 Jahre alten Elkos.

Ob unsere in 20 Jahren überhaupt noch funktionieren?

von oszi40 (Gast)


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Martin Schwaikert schrieb:
> Ob unsere in 20 Jahren überhaupt noch funktionieren?

Ja, kann schon sein (wenn sie nicht zu knapp dimensioniert waren oder 
lange herumgestanden haben). Ein Radio was schon 40 Jahre spielt, wird 
auch nächsten Jahr noch spielen. Ein Elko, der 40 Jahre herumgelegen 
hat, wird seine Formierung verloren haben und pffffft machen wenn er die 
volle Anodenspannung sofort abbekommt. Tückische Exemplare meldeten sich 
erst 4 Wochen später und verteilen ihr Konfetti wie eine Rakte im ganzen 
Gerät.

von Michael_ (Gast)


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Michael Reinelt schrieb:
> genau das ist meine Angst: was kommt danach? Dass die alten Elkos gerne
> eingehen und getauscht werden müssen ist eh bekannt. Dann gehts weiter
> mit verbrauchten Röhren, durchgebrannten Widerständen, verstimmten
> Filtern, ...
Das ist aber das Standardprogramm. Dazu kommen noch Feinschlüsse in 
Gitterkondensatoren.
Hier gibt es es ein Teilschaltplan:
http://www.repdata.de/wbb2/index.php?page=Thread&threadID=71884
Versuche doch einen Trafo mit den gleichen Abmessungen zu bekommen.

von Holm T. (Gast)


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..nur noch mal eine Nachfrage: Du hast wirklich die 
Störschutzkondensatoren über den Sekundärwicklungen an der 
Gleichrichterröhre abgelötet?
Die sind für Kurzschlüsse bekannt..

Gruß,

Holm

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Holm Tiffe schrieb:
> ..nur noch mal eine Nachfrage: Du hast wirklich die
> Störschutzkondensatoren über den Sekundärwicklungen an der
> Gleichrichterröhre abgelötet?
> Die sind für Kurzschlüsse bekannt..

Da sind keine... ich hab mich auch schon gewundert, weil in dem oben 
verlinkten Schaltplan welche eingezeichnet sind.

Sekundärseitig hab ich die Gleichrichterröhre gezogen (damit hängen die 
beiden Wicklungen der Anodenspannung in der Luft) und zusätzlich die 
Masseverbindung der Heizwicklung und der Mittelanzapfung getrennt. Wenn 
ich nicht ganz blöd bin, ist die Sekundärseite wirklich frei.

Momentan liegt der Radio mal auf Eis, ich werd die Augen offen halten um 
ein (defektes) gleiches Modell zu ergattern.

von Holm T. (Gast)


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Löte mal zur absoluten Sicherheit mal die beiden Anodenanschlüsse an der 
GL Röhre noch ab (von der Fassung). Kein Schwein weiß wie es der 
Röhrenfassung so geht..

Die Kondensatoren waren mit hoher Wahrscheinlichkeit mal da, sind aber 
bestimmt schon entfernt worden. Die könnten auch die Ursache für einen 
Trafotod gewesen sein.

Dann betreibe das Ding bitte (vortsichtig) ohne Trenntrafo, ich hatte da 
schon die seltsamsten Effekte..

Gruß,

Holm

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Holm Tiffe schrieb:
> Löte mal zur absoluten Sicherheit mal die beiden Anodenanschlüsse an der
> GL Röhre noch ab (von der Fassung). Kein Schwein weiß wie es der
> Röhrenfassung so geht..

Danke für den hinweis, werd ich machen, aber später, momentan steht er 
zusammengeschraubt im Abstellraum :-(

> Die Kondensatoren waren mit hoher Wahrscheinlichkeit mal da, sind aber
> bestimmt schon entfernt worden. Die könnten auch die Ursache für einen
> Trafotod gewesen sein.

Sah für mich nicht so aus. ich hab die Lötstellen genau kontrolliert, da 
war weder was abgezwickt noch sah die Lötstelle irgendwie "frischer" aus 
als die anderen.... Wenn er nicht zusammengeschraubt wäre, tät ich ein 
Foto machen...

von Gregor B. (Gast)


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Michael Reinelt schrieb:
> Primärseitig gibts wie üblich die vielen Anzapfungen für verschiedene
> Netzspannungen, ich hab die "maximale" für 240V. Dabei messe ich 43 mH
> und 40Ohm (mit meinem Atlas LCR-messgerät)

Nur zur Info:
Mit den 3mA, die das Atlas LCR Messgerät liefert, bekommst Du den Kern 
vom Trafo kein bißchen magnetisiert, dann zeigt das Teil vollkommenen 
Blödsinn an (hat ein Student vor kurzem bei uns probiert, bei einer 
Drossel von der die Induktivität eigentlich bekannt war).

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Gregor B. schrieb:
> Nur zur Info:
> Mit den 3mA, die das Atlas LCR Messgerät liefert, bekommst Du den Kern
> vom Trafo kein bißchen magnetisiert, dann zeigt das Teil vollkommenen
> Blödsinn an (hat ein Student vor kurzem bei uns probiert, bei einer
> Drossel von der die Induktivität eigentlich bekannt war).

Oh, danke für die Info! Sowas in der Art hatte ich schon vermutet...

gegenfrage: Gibts eine einfache Möglichkeit, die Induktivität eines 
Transformators festzustellen?

Hintergrund: bei einer ganz anderen Baustelle 
(Beitrag "Wechselspannung 25Hz erzeugen")  versuche ich mit einem 
"umgedrehten" Trafo ca. 40V mit 25Hz zu erzeugen. Die 25Hz sind 
einigermaßen fix, und da war meine Idee, mittels eines parallel 
geschalteten Kondensators die Resonanzfrequenz des Schwingkreises zu 
treffen.

von Sebastian A. (seba)


Angehängte Dateien:

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Da ich das sowieso für meine Klausur lernen muss versuche ich mal zu 
erklären wie wir das in der uni gelernt haben:
Als erstes misst Du den ohmschen Widerstand der Primärwicklung, damit 
kannst Du die Spannung über Deiner Hauptinduktivität nach
bestimmen. (Das kann man so machen weil die Spannungen im Zeigerdiagramm 
genau orthogonal zueinander sind)
Dann machst Du eine Leerlaufmessung mit deinem Wechselstrom und daraus 
kannst du dann nach:
die Induktivität bestimmen... Das ist allerdings nur die 
Hauptinduktivität aus dem L-Ersatzschaltbild für die Streuinduktivität 
musst du eine Kurzschlussmessung machen und das wird bei Deinen vielen 
Abgriffen glaube ich sehr kompliziert...

Grüße,
Sebastian

von Michael R. (Firma: Brainit GmbH) (fisa)


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Danke seba! Leider versteh ich nicht ganz, vor allem die Schaltbilder... 
Außerdem ist mein problem, dass ich sekundärseitig keine echte 
Wechselspannung einspeise, sondern je eine Seite mit interleave gegen 
Mittelabgriff = Masse ein Rechteckimpuls.

Wäre eine andere Variante denkbar: Ich bau einfach mal "irgendeinen" 
Kondensator ein, modifiziere meine Ansteuerung so dass sekundärseitig 
eine Art Dirac-Impuls eingespeist wird, mit geringer Frequenz (ca. 1 
hz), am primärseitigen Schwingkreis müsste ich eine Art Impulsantwort 
mit dem oszi aufzeichnen können, deren hauptschwingung ist die 
resonanzfrequenz, daraus kann ich mir (bei bekanntem C) die induktivität 
berechnen, bzw. im Näherungsverfahren den Schwingkreis abstimmen.

Trafo ist nämlich schon fix und fertig verlötet...

Was hält ihr davon?

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