dotm schrieb:> Warum sollte ich eigentlich bei den Ausgängen meiner Schaltregler> Tantalelkos verwenden
Wer sagt das denn?
Nach meinem Kenntnisstand sind Tantals dafür auch ungeeignet, da sie
keinen hohen Rippelstrom vertragen.
Gruß Dietrich
> einen höheren ESR als keramische haben
Das kann bei manchem Schaltregler zum Problem werden, da der ESR dann zu
klein ist. Also vorher das Datenblatt lesen.
Ich benutze nur noch Schaltregler, die für den Betrieb mit
Keramikkondensatoren ausgelegt sind.
Bürovorsteher schrieb:> Das kann bei manchem Schaltregler zum Problem werden, da der ESR dann zu> klein ist.
Wieso kann ein ESR bei einem Schaltregler zu klein sein? Beim
Linearregler lass ich mir das noch einreden weil er sonst zu schwingen
anfängt.
Dietrich L. schrieb:> Wer sagt das denn?
Die Gewohnheit, sonst eigentlich nix.
Wenn ich die Datenblätter meiner Schaltregler durchsehe (alles neue
Modelle) sehe ich entweder grosse gepolte Kondensatoren oder kleinere
ungepolte die dann sowieso als Keramikkondensatoren empfohlen werden.
Hätte mir die Frage eigentlich ersparen können....
Eins noch:
Was spricht eigentlich dagegen bei meinen LDOs den notwendigen ESR des
Tantalelkos einfach per Widerstand an einen wesentlich günstigeren
Keramikkondensators dazuzuhängen?
Tantals haben gegenüber Alu-Becherelkos geringere Leckströme, eine
höhere Lebensdauer, und höhere Kapazität pro Bauteilvolumen, auch sind
sie nicht ganz so frostempfindlich. Das sind nur mal vier Eigenschaften,
die mir aus dem Stehgreif spontan einfallen. Also sie haben durchaus
Vorteile. Ob ESR dazu gehört, weiß ich so direkt nicht. Details müßte
ich konkret aber mal in Bauelemente-Literatur nachschlagen.
Oder einfach nur hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tantal-Elektrolytkondensatorhttp://de.wikipedia.org/wiki/Tantal-Elektrolytkondensator#Vor-_und_Nachteile_2
dotm schrieb:> Dietrich L. schrieb:>> Wer sagt das denn?>> Die Gewohnheit, sonst eigentlich nix.
Meine "Gewohnheit" sagt genau das Gegenteil.
Wegen dem begrenzten erlaubten Stromrippel gab es in "meiner" Firma die
Vorschrift:
Tantals durften als Stützkondensatoren nur verwendet werden, wenn sie
spannungsmäßig stark überdimensioniert wurden: min. 35V bei 5V
Versorgung.
Das ist aber schon viele Jahre her...
Gruß Dietrich
dotm schrieb:> Warum sollte ich eigentlich bei den Ausgängen meiner Schaltregler> Tantalelkos verwenden wenn die teurer sind, einen höheren ESR als> keramische haben und ausserdem grösser.
Keramikkondensatoren mit hohen Kapazitäten UND höheren Spannungen sind
selten. z.B. 470u/35V. Versuch das mal als MLCC zu bekommen. Oder
100u/50V.
Außerdem verlieren MLCCs einen Teil Ihrer Kapazität, wenn Du Dich der
Nennspannung näherst, d.h. Du musst MLCCs in diesem Fall
überdimensionieren. Tantals haben dieses Problem nicht.
Beispiel: Bei 10u/6.3V Y5R bleiben bei U=5V von den 10u nicht mal 6u
über.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie also immer Ihren Apotheker oder
den Beipackzettel.
z.B.
http://www.vishay.com/docs/23140/geninfo.pdf
fchk
dotm schrieb:> Wieso kann ein ESR bei einem Schaltregler zu klein sein?
Weil du mit dem ESR des Ausgangskondensators eine Nullstelle im
Frequenzgang einbaust. Dadurch wird dein Regler schneller.
mal langsam!
Wilhelm F. schrieb:> Tantals haben gegenüber Alu-Becherelkos geringere Leckströme
Von Alu-Elkos rede ich ja garnicht!
Dietrich L. schrieb:> Tantals durften als Stützkondensatoren nur verwendet werden, wenn sie> spannungsmäßig stark überdimensioniert wurden: min. 35V bei 5V
Um Himmels Willen! um Faktor sieben überdimensioniert! Gilt das auch für
Linearregler?
Ausserdem: Wieso hat die Spannungsfestigkeit Einfluss auf den Ripple.
Kapazität seh ich ja ein, ESR auch...
Frank K. schrieb:> Du musst MLCCs in diesem Fall> überdimensionieren. Tantals haben dieses Problem nicht.
Da ist Dietrich im Post über dir aber anderer Meinung! (will ja keine
Unruhe stiften :) )
Helmut Lenzen schrieb:> Weil du mit dem ESR des Ausgangskondensators eine Nullstelle im> Frequenzgang einbaust. Dadurch wird dein Regler schneller.
Wie da jetzt genau die mathematische Aufbereitung aussieht weiss ich
nicht. Mein Hausverstand (sofern vorhanden...) sagt mir dass sobald eine
Induktivität mit zugehörigem Serienwiderstand dabei ist, der
Serienwiderstand eines Tantalelkos dagegen nicht ins Gewicht fällt.
Einige Schaltregler (z.B. MC34063) brauchen beim Ausgangskondensator
schon eine gewisse ESR, oder profitieren zumindest davon. Es wird die
Spannung über dem Kondensator gemessen, sodass der Widerstand der Spule
einfach an einer anderen Stelle liegt und die ESR nicht ersetzen kann.
Bei viel Rippel ist eine Überdimensionierung der Spannung schon
angebracht: Durch den Rippelstrom erwärmt sich der Elko und dabei sinkt
die Spannungsfestigkeit. Es muss aber eher kein Faktor 7 sein. Das
andere ist, das die Typen für höhere Spannungen größer sind und oft mehr
Spitzenstrom vertragen. Der Pauschale Faktor ersetzt aber nicht den
Blick ins Datenblatt, sondern ist mehr ein Startpunkt für die Suche.
Durch die Fortschritte bei dem MLCCs kann man in einigen Fällen auch
wirklich Tantal-Elkos ersetzen, aber halt nicht immer. Aber auch hier
muss man dann bei der Kapazität und/oder Spannung etwas mehr ansetzen,
weil die volle Kapazität nicht mehr bei Nennspannung gilt.
dotm schrieb:> Frank K. schrieb:>> Du musst MLCCs in diesem Fall>> überdimensionieren. Tantals haben dieses Problem nicht.>> Da ist Dietrich im Post über dir aber anderer Meinung! (will ja keine> Unruhe stiften :) )
Nicht unbedingt. Ich schrieb: "Tantals haben dieses Problem nicht."
Nämlich das des Kapazitätsverlustes. Das sie andere Schwächen haben,
bestreite ich nicht. Dafür musst Du nur mal in die Datenblätter schauen
und dann schauen, was für Dich in dem jeweiligen Fall passt.
Und dass die Rohstoffe von Tantal-Kondensatoren unter ethisch
fragwürdigen Umständen gewonnen werden, ist auch kein Geheimnis.
fchk
Ulrich schrieb:> Einige Schaltregler (z.B. MC34063) brauchen beim Ausgangskondensator> schon eine gewisse ESR, oder profitieren zumindest davon. Es wird die> Spannung über dem Kondensator gemessen, sodass der Widerstand der Spule> einfach an einer anderen Stelle liegt und die ESR nicht ersetzen kann.
Falls du Lust und Zeit hast dan erklär mir das doch genauer. Ich hab das
Datenblatt kurz überflogen und seh keinen Unterschied zu den anderen
Schaltreglern.
Wenn Q1 ab ist fliesst der Strom über den ESR der Spule in den
Ausgangskondensator und somit sind die beiden ESR in Serie.
Wenn Q1 an ist dann ist der ESR sowieso nur Ausschlaggebend für den
maximalen Strom in die Last.
Frank K. schrieb:> Und dass die Rohstoffe von Tantal-Kondensatoren unter ethisch> fragwürdigen Umständen gewonnen werden, ist auch kein Geheimnis.
Ich bestelle generell nur Fair-Trade-Tantals aus biologischem Anbau...
dotm schrieb:> Wenn Q1 ab ist fliesst der Strom über den ESR der Spule in den> Ausgangskondensator und somit sind die beiden ESR in Serie.> Wenn Q1 an ist dann ist der ESR sowieso nur Ausschlaggebend für den> maximalen Strom in die Last.
Dann stelle mal die Übertragungsfunktion der Schaltung auf und dann die
gesammte Übertragungsfunktion der kompletten Reglers. Da wirst du
feststellen das dieser ESR an der Phasenreserve des Reglers was ändert.
Helmut Lenzen schrieb:> Dann stelle mal die Übertragungsfunktion der Schaltung auf und dann die> gesammte Übertragungsfunktion der kompletten Reglers. Da wirst du> feststellen das dieser ESR an der Phasenreserve des Reglers was ändert.
ääääh. mach ich morgen oder so :) bisdahin glaub ich dir einfach.
@ Frank K. (fchk)
>Und dass die Rohstoffe von Tantal-Kondensatoren unter ethisch>fragwürdigen Umständen gewonnen werden, ist auch kein Geheimnis.
Jaja, das grüne Gewissen. Schau dir mal an wie divere andere Rohstoffe
gewonnen werden. Kupferminien in Chile? Eisenerzabbau weltweit? etc. pp.
Wenn du politisch, ökologisch korrekt sein willst, stehtst du nackig da.
Bei einem Schaltregler wird es evt. keine Rolle spielen, der Betrag des
ESR ist, wenn gleich auch hoeher, ueber fast den gesamten
Frequenzbereich recht konstant waerend er sich bei den MLCC bei
niedrigen Frequenzen im Audiobreich relativ stark aendert.
Als Gedanke, ob es wirklich eine Rolle spielt?
Bild:
johansondielectrics.com/technical-notes/product-training/basics-of-ceram
ic-chip-capacitors.html
dotm schrieb:> Dietrich L. schrieb:>> Tantals durften als Stützkondensatoren nur verwendet werden, wenn sie>> spannungsmäßig stark überdimensioniert wurden: min. 35V bei 5V>> Um Himmels Willen! um Faktor sieben überdimensioniert! Gilt das auch für> Linearregler?
Das gilt für Stützkondensatoren - egal woher die Schaltung versorgt
wurde. Im damaligen Fall waren es Geräte in einer 19"-Etage mit
zentraler 5V-Versorgung.
> Ausserdem: Wieso hat die Spannungsfestigkeit Einfluss auf den Ripple.> Kapazität seh ich ja ein, ESR auch...
Da müsstest Du "unsere" Elektronik-Prüfabteilung fragen, die das
festgelegt hatte; die existiert aber nach etlichen Umorganisationen
nicht mehr. Ich weiß den genauen Grund nicht.
Gruß Dietrich
> Warum sollte ich eigentlich bei den Ausgängen meiner Schaltregler> Tantalelkos verwenden
Du sollst ja auch nicht.
Früher gab es keine hochkapazitiven Keramiks und niederohmigen Elkos, da
hat man manchmal Tantals eingesetzt, aber es auch wieder bereut weil sie
nicht schaltfest sind.
Heute nimmt man sie höchstens noch als hochkapazitive kleine
Kondensatoren mit niedrigem Reststrom bei Timinganwendungen
"Minutentimer".
Die Tantalkondensatorenhersteller versuchen zwar, etwas bessere Tantas
herzustellen, aber auf Grund der Rohstoffproblematik sollte man als
Entwickler trotzdem die Finger davon lassen, auch wenn hochkapazitive
Keramiks ebenfalls unzuverlässig sind und mit Edelmetallen auch ein
Rohstoffproblem darstellen.
> Einige Schaltregler (z.B. MC34063) brauchen beim Ausgangskondensator> schon eine gewisse ESR,
Der MC34063(uA78S40) war der erste Schaltregler, mit dem ich erfolgreich
und zuverlässig damalige Tropfentantals gesprengt habe...
dotm schrieb:> Ausserdem: Wieso hat die Spannungsfestigkeit Einfluss auf den Ripple.Dietrich L. schrieb:> Da müsstest Du "unsere" Elektronik-Prüfabteilung fragen, die das> festgelegt hatte; die existiert aber nach etlichen Umorganisationen> nicht mehr. Ich weiß den genauen Grund nicht.
Wenn Dietrichs Theorie stimmt, dann wegen der sinkenden Kapazität?
dotm schrieb:> Frank K. schrieb:>> Du musst MLCCs in diesem Fall>> überdimensionieren. Tantals haben dieses Problem nicht.>> Da ist Dietrich im Post über dir aber anderer Meinung! (will ja keine> Unruhe stiften :) )
Ich hab mal alles unter 33µ durch MLCC ersetzt, alles super.
Das einzige Problem welches bleibt ist ein Schaltregler den ich gerade
überarbeite.
Ich hab den LT1308B im Sepic Design aufgebaut und zwar um ein SIM900
Modem mit 4,5V zu betreiben.
Es funktioniert im Prototypenaufbau gut, aber Aufgrund des
Entwicklungsprozesses ist es eine eigenartige Lösung.
Ich hab zunächst den LT1308B ähnlich dem Datenblatt aufgebaut mit 220µ
Tantal im Ausgang. Haut hin.
Dann hab ich das Sim900 angeschlossen (welches ich zunächst getrennt
behandelt hatte) und mir den Spannungseinbruch bei den Sendebursts
angesehen, Da werden ja 2A gezogen, das kann de LT1308B nicht mehr im
kompletten Eingangsspannungsbereich.
Lt. Datenblatt sind 400mV Einbruch zulässig. Dazu hab ich einfach
ausprobiert was ich da hatte, ab 4mF bewegt sich die Versorgungsspannung
im Bereich der Spezifikationen, ab 1mF funktionierts generell.
Am Demoboard für das SIM900 welches ich mir besorgt hatte sind 2x1mF
drauf.
Das sind jetzt normale Alu Elkos.
Nach neuzeichnen des Schaltplans hab ich jetzt 220µ Tantal parallel zu
4,7mF Alu.
Entweder ich nehm das jetzt so hin (weils ja funktioniert) oder ich
machs nochmal neu (weils eigentlich ein Pfusch ist).
Fakt ist jedenfalls dass ich >4mF brauche um die Bursts abzufedern
(ausser mir ist das Datenblatt komplett egal).
Fakt ist aber auch dass ich keinen Tantalelko mit dieser Kapazität
finde. Vielleicht 4x1mF, aber das kostet...
Die weitere Vorgehensweise kann ich jetzt nur erahnen. Das Datenblatt
des Alu Elkos gibt mir keinen ESR an sondern den tanδ bei 120 Hz (lässt
sich der ESR ausrechnen).
Die Schaltfrequenz des LT1308B liegt bei 600kHz, wüsste ich da den ESR
oder tanδ könnte ich den Ripplestrom und die Ripplespannung abschätzen
wenn ich nur den Alu-Elko verwende und ausmachen ob das im Bereich der
Spezifikationen meines Moduls als auch meines Elkos liegt.
So wie ich das sehe ist nämlich die Ripplespannung gleich dem
Schaltstrom mal ESR und der Schaltstrom ist gemittelter Sromverbrauch
mal ~zwei (oder liegt es am Tastverhältnis? was ist da der worstcase?).
Diese schöne Grafik stammt aus Wikipedia:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Elko-Impedanzverlauf-mit-ESR.svg
und daraus würde ich fast schliessen dass sich da garnicht soooviel
ändert zu höheren Frequenzen hin was den ESR betrifft. Vielleicht erspar
ich mir eventuell ein herumgerechne?
Ich frag mich langsam auch ob ich dazu tendiere alles verzukomplizieren.
Oder sind solche grundsätzlichen Betrachtungen schon sehr notwendig? Ich
will mir halt nicht für JEDES Bauelement in dem eh schon grossen
Schaltplan den Kopf zerbrechen müssen.
Fragen kann ich nur euch hier, meine Freunde sind alle
Geisteswissenschaftler :)
Ralf G. schrieb:> Wenn Dietrichs Theorie stimmt, dann wegen der sinkenden Kapazität?
Elektrolytkondensatoren bauen natürlich bei höheren Spannungen und viel
Ripple gerne mal größere Oxidschichten auf, auch da, wo sie es nicht
sollen. Tiefere Poren in der rauhen Oberfläche verstopfen schon mal
irreversibel ganz, da sinkt dann die Gesamtkapazität. Mit ein Grund
auch, weshalb Elkos bei bestimmtem Ripple nach einer Weile unbrauchbar
geworden sind.
Die Tropfenform-Tantals gibt oder gab es übrigens auch als Flüssig-Elko,
nicht nur in der fest gesinterten Form mit Braunstein. Man sieht es
äußerlich also nicht unbedingt.
dot m. schrieb:> Die weitere Vorgehensweise kann ich jetzt nur erahnen. Das Datenblatt> des Alu Elkos gibt mir keinen ESR an sondern den tanδ bei 120 Hz (lässt> sich der ESR ausrechnen).
Das ist der Wink mit dem Zaunpfahl daß es die falschen Elkos für einen
Schaltregler sind.
Wenn die Elkos ordentlichen Ripplestrom aushalten und niedrigen ESR
haben, gibt der Hersteller das an (ist ja vorteilhaft). Wenn die Werte
dagegen nicht so gut oder unzuverlässig über die Chargen sind, werden
sie weggelassen.
Mein Vorschlag: Such nach nem Regler, der Dir Deine 2A zuverlässig
liefern kann anstatt ne Kondensatorbank zu bauen. Dann reichen kleine
Kapazitäten aus und da hast du genug Auswahl bei guten&günstigen Elkos.
Gerd E. schrieb:> Mein Vorschlag: Such nach nem Regler, der Dir Deine 2A zuverlässig> liefern kann anstatt ne Kondensatorbank zu bauen. Dann reichen kleine> Kapazitäten aus und da hast du genug Auswahl bei guten&günstigen Elkos.
Das ist in dem Fall nicht möglich, da der Regler nach Supercaps sitzt.
Das ist der einzige der bei der niedrigen Eingangsspannung noch
ausreichend Strom liefern kann (funktioniert im Moment zuverlässig ab
1.2V).
Ich glaube es kommen in Zukunft sicher noch weitere Regler auf den Markt
mit niedriger Eingangsspannung weil sich Supercaps immer mehr
verbreiten. Im Moment gibt es aber nur genau DEN.
Auch muss es Sepic sein, sonst verschenke ich Kapazität weil ich meine
Supercaps nicht voll aufladen kann (muss also auch runter regeln
können).
Eine weiterer Faktor ist der Leerlaufstrom. Regler die mir die 2A im
Handumdrehen liefern saugen dann auch die Supercaps leer ohne Last.
Zuletzt: Die 2A Bursts sind ganz kurz. Eigentlich kein Thema die mit
einer ausreichend grossen Kapazität abzufangen. Es funktioniert ja im
Moment.
Es bleibt also keine andere Option (zumindest wie ich das sehe).
Ich denke ich werde aufs Rechnen zunächst verzichten und die
Kondensatoren mal so wie sie sind ins Layout reinnehmen (220uF
Tantal||4700uF alu). Für den Alu-Elko such ich mir eine Version mit
geringen ESR und bestücke den Tantal zunächst nicht. Ist der Ripple im
Betrieb im grünen Bereich lass ichs einfach so.
Irgendwann in einem weniger hektischen Moment werd ich das ganze
eingehender sezieren. Man kann ja nicht ewig nur basteln :)
Ok. Beachte das die Regeleigenschaften von Schaltreglern mit großen
Kapazitäten hintendran meist schlechter werden.
Auch solltest Du Dir Gedanken machen um den Einschaltmoment sowie die
Zeit nach dem kurzen Sende-Burst. Dann müssen nämlich die Kondensatoren
(wieder) geladen werden und Du hast quasi einen Kurzschluss hinten am
Regler. Der muss damit umgehen können. Gleichzeitig sollte der Regler
oder die Spulen nicht in Flammen aufgehen, wenn dann doch mal der
Sendetransistor durchlegiert ist oder ähnliches.
Schau Dir das Datenblatt von Deinem Regler zu diesen Themen mal genauer
an.
Gerd E. schrieb:> Auch solltest Du Dir Gedanken machen um den Einschaltmoment sowie die> Zeit nach dem kurzen Sende-Burst. Dann müssen nämlich die Kondensatoren> (wieder) geladen werden und Du hast quasi einen Kurzschluss hinten am> Regler. Der muss damit umgehen können
Ein guter Punkt. Ich war zunächst nicht sicher ob der Regler in eine so
grosse Kapazitive Last überhaupt starten kann (ohne z.B. abzurauchen).
Er tuts ohne Probleme (steht auch im Datenblatt so drin).
Das Modem wird über den Shutdow-Pin vom Regler bei Bedarf vom MCU in
Betrieb genommen oder auch komplett vom Saft getrennt.
Ich war ganz schön baff als beim ersten mal Regler einschalten durch den
MCU der JTAG-Debugger abstürzte.
Lösung: Mein (AC-DC)Schaltnetzteil davor ging in die Knie (kann nur 3W)
-> einbruch in der MCU-VErsorgung, also brauchts die selbe dicke
Kapazität vorm SEPIC wie hinterher. Und die muss erstmal voll sein.
Eine Frage des Timings. Wenn die Supercaps mal geladen sind ist genug
Energiereserve da.
Gerd E. schrieb:> sowie die> Zeit nach dem kurzen Sende-Burst.
Nach jedem Burst muss der Kondensator um etwa 400mV auf die Sollspannung
geladen werden. Im Vergleich zum starten in den leeren Elko eigentlich
eine Lapalie. Viel Zeit hat er dafür aber nicht, es sind ja ein Haufen
Bursts. Mit sinkender Eingangsspannung wird irgendwann mal die
Strombegrenzung dafür sorgen dass die Ausgangsleistung nicht mehr
ausreicht. Dann kann man zusehen wie die Einzelnen Bursts den Elko leer
saugen bis sich das Modem resettet.
Das ist bei mir bei etwa 1.1V.
Unbelastet kann der LT1308B bei mir noch bei 0.8V anstarten (Im
Datenblatt steht 1V).
Eigentlich ein tolles Teil!