Hallo Leute,
ich habe mir gerade den Film "Metro" angeschaut und habe mal eine
technische Frage dazu. In dem Film wird ein U-Bahn Tunnel überflutet. In
dem Tunnel gibt es etwa auf der Höhe der Hüfte eine Stromschiene (480V
AC oder DC). Und jetzt passiert folgendes:
Das Wasser steigt im Tunnel immer weiter und weiter, bis es irgendwann
die Stromschiene berührt. Alle Menschen die mit dem Wasser in Kontakt
kommen, sterben dabei.
Doch was ist die Realität? Das restliche Wasser ist ja über die Schienen
geerdet, würde da der Strom nicht einfach in die schienen fließen? Vor
allem weil die Schiene ja großflächig den Strom ableiten würde?
Hmmm... Aber ein Föhn zum Schaumblasen-Machen in der Badewanne soll ja
auch nicht gesund sein, vor allem ohne RCD.
Kann mir da jemand helfen zu verstehen, was Realität und Fiktion ist?
Da Wasser weniger gut leitet als Menschen, wird sich der Strom auf die
Leiber konzentrieren. Man nennt das Spannungstrichter bei Blitzen.
Falls es AC ist und nicht der Strom sowieso automatisch abgeschaltet
wird, wird man das nicht überleben. Voraussetzung wäre, daß das Wasser
genügend Dreck beeinhaltet. Wäre es rein, würde praktisch kein Strom
fließen.
Ich gehe mal davon aus, daß die Schiene der Gegenpol zum Draht ist. Ich
glaube zumindest in London war oder ist es noch so.
Den Film kenne ich nicht.
Abdul K. schrieb:> Da Wasser weniger gut leitet als Menschen, wird sich der Strom auf die> Leiber konzentrieren. Man nennt das Spannungstrichter bei Blitzen.
Ich habe mal eben den Spannungstrichter gegoogelt. Da steht, dass das
Potential mit zunehmender Entfernung zur Kontaktstelle exponentiell
abnimmt. Dabei geht es allerdings um einen Punkt. Wie würde es denn bei
einer langen Schiene aussehen? Es ist ja eine sehr große Fläche, über
die ein Kontakt mit gewissem Widerstand hergestellt wird.
Abdul K. schrieb:> Falls es AC ist und nicht der Strom sowieso automatisch abgeschaltet> wird, wird man das nicht überleben. Voraussetzung wäre, daß das Wasser> genügend Dreck beeinhaltet. Wäre es rein, würde praktisch kein Strom> fließen.
Spielt es da wirklich eine Rolle?
Nehmen wir mal an, dass das Wasser stark leitend ist, dann würde der
meiste Strom über das Wasser in die Schiene fließen. Aber ebenso wäre
das stark leitende Wasser auch mit dem Körper verbunden.
Wenn das Wasser schwach leitet, dann lässt es einfach nicht so viel
Strom durch, der Strom, der durch den Körper fließen kann wäre demnach
begrenzt.
Die andere Frage wäre, was denn im Körper passiert. Wenn tatsächlich ein
Strom durch den Körper fließt, dann wird er sich ja den kürzesten Weg
suchen. Wenn die Schiene jetzt in Hüfthöhe ist, dann dürfte dem Herzen
oder dem Gehirn ja nichts passieren. Die Hüfte und die Beine dürften
dann aber warm werden. Der Spannungstrichter dürfte ja wohl ebenso an
den Beinen entstehen. Das heißt, dass der größte Strom ja über
Oberfläche bzw. die ersten Hautschichten abgegeben wird. Und wenn ich
jetzt davon ausgehe, dass die Leute im kalten Wasser stehen, sollten sie
doch ebenso vor irgendwelchen Verbrennungen geschützt sein.
Ist mir jetzt zu spät/früh. Verbrennungen, Hinfallen, Krämpfe, so gut
leitet kein Wasser das es quasi als faradyscher Käfig den Körper
schützen würde. Die Schiene ist eben eindimensional, der Blitz
zweidimensional. Ändert grundsätzlich nichts außer der absoluten
Stromstärke. Außerdem kommts drauf an ob die Quelle beliebig viel Strom
liefern kann oder die Spannung dabei einbricht.
Hallo Mathias.
Mathias schrieb:> Abdul K. schrieb:> Ich habe mal eben den Spannungstrichter gegoogelt. Da steht, dass das> Potential mit zunehmender Entfernung zur Kontaktstelle exponentiell> abnimmt. Dabei geht es allerdings um einen Punkt. Wie würde es denn bei> einer langen Schiene aussehen?
Aus dem Trichter wird dann eine Rinne.
> Spielt es da wirklich eine Rolle?> Nehmen wir mal an, dass das Wasser stark leitend ist, dann würde der> meiste Strom über das Wasser in die Schiene fließen. Aber ebenso wäre> das stark leitende Wasser auch mit dem Körper verbunden.> Wenn das Wasser schwach leitet, dann lässt es einfach nicht so viel> Strom durch, der Strom, der durch den Körper fließen kann wäre demnach> begrenzt.
Richtig. Reines Wasser ist schon ein recht guter Isolator. Der
Gesamtstrom würde bei ausreichender Reinheit zu klein, um physiologische
Schäden anzurichten. Aber wenn Wasser einen U-Bahn Tunnel flutet, ist
das Wasser bestimmt nicht mehr lange rein genug....
Sehr gut leitendes Wasser würde einen Kurzschluss bedeuten. Wenn der
hohe Kurzschlussstrom nicht die mit Innenwiderstand behaftete
Spannungsquelle bis auf ungefährliche Werte niederreist, bestände im
direkten Umfeld ein Gefahrenpotential, das mit größerer Entfernung immer
kleiner wird. Allerdings weiss ich nicht, ob eine Salzlake so gut leiten
kann, dass innerhalb eines U-Bahn Tunnels dann gefährdungsfreie Bereiche
wären.
Die Realität liegt irgendwo zwischen den beiden extremen. Sie hängt
ebenfalls von der Reinheit des Wassers und natürlich auch von der
Geometrie der Elektroden ab.
> Oberfläche bzw. die ersten Hautschichten abgegeben wird. Und wenn ich> jetzt davon ausgehe, dass die Leute im kalten Wasser stehen, sollten sie> doch ebenso vor irgendwelchen Verbrennungen geschützt sein.
Die Gefahren gehen nicht nur von einer Verbrennung aus. Es finden auch
elektrolytische Zersetzungen im Körper statt. Die Zersetzungsprodukte
sind teilweise hochgiftig.....ausserdem treten Krämpfe auf. Wenn jemand
wegen der Krämpfe umfällt, und unter Wasser gerät, ertrinkt er, auch
wenn sonst nichts weiter passiert. Das gilt auch für nicht elektrisch
induzierte Krämpfe...Es hat z.B. Fälle gegeben, wo Epileptiker in nicht
fusstiefem Wasser ertrunken sind.
Bei Lichtbögen können trozdem auch Unterwasser Verbrennungen auftreten.
Es kann z.B. ja unter Wasser auch elektrisch geschweisst werden. Wenn Du
Eisen geschmolzen bekommst, kannst Du Dir auch daran Verbrennungen
zuziehen.
Meine Erfahrungen damit aus meiner Jugendzeit: In einem teilüberflutetem
Keller mit den Füssen im Wasser stehen und dabei elektrisch Schweissen.
Trafo war einer von den alten, gut zündenden, mit 90V Leerlaufspannung.
Ich fand dass das sehr unangenehm unter den Füssen juckte....aber zum
Schweissen brauchte ich halt eine ruhige Hand, und so musste ich mich
zusammenreissen.....
Ist natürlich alles gegen Sicherheitsvorschriften. Selbst ohne Wasser
darf in Kesseln und Rohren (wo immer die Möglichkeit besteht, selber
großflächigen Erdkontakt zu bekommen), nur mit Schweisstrafos
geschweisst werden, die 42V Leerlaufspannung liefern.
Also....besser nicht nachmachen, solange nicht irgendeine Form von
äußerstem Notstand dazu zwingt.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Das Wasser bildet einen Spannungsteiler.
Stehst Du zu 1m im Wasser in 1m Entfernung zur Stromschiene sind es max
480V / 2 = 240V.
Dann wird dieser Spannungsteiler noch durch Deinen Körperwiderstand
belastet und die Spannung sinkt weiter.
Stehst Du aber nicht direkt auf der Fahrschiene, bildet sich unten ein
weiterer Spannungsteiler.
Um sterben zu können, muß das Wasser aber noch bis zum Herzen stehen
oder Du die Hände ins Wasser halten.
Bernd Wiebus schrieb:> Bei Lichtbögen können trozdem auch Unterwasser Verbrennungen auftreten.> Es kann z.B. ja unter Wasser auch elektrisch geschweisst werden. Wenn Du> Eisen geschmolzen bekommst, kannst Du Dir auch daran Verbrennungen> zuziehen.
Ich denke da gerade an diesen typischen "Kinderversuch". Man nehme zwei
Luftballons. Den einen bläst man einfach nur auf, den anderen füllt man
zuerst mit etwas Wasser. Nun hält man ein Feuerzeug drunter. Der Ballon
mit Luft zerplatzt sofort, der mit Wasser nicht, da das Wasser die Wärme
abführt. Deshalb habe ich ähnliches bei einem Stromschlag im Wasser
angenommen.
Bernd Wiebus schrieb:> Allerdings weiss ich nicht, ob eine Salzlake so gut leiten> kann, dass innerhalb eines U-Bahn Tunnels dann gefährdungsfreie Bereiche> wären.
Genau daran habe ich gedacht.
Nehmen wir mal an, ich hätte zwei Punkte im Wasser, zwischen denen ein
Strom fließt, der durch das Wasser einen Widerstand hat. Wenn ich jetzt
weitere zwei Punkte nehme, die von der gleichen Stromquelle gespeist
werden, dann kann der doppelte Strom fließen. Wir haben dann eine
einfache Parallelschaltung von Widerständen.
Die Stromschiene und der dazugehörige Ableiter sind ja im Falle der
U-Bahn "relativ" unendlich lang - mehrere hundert Meter. Nach meinem
Empfinden müsste doch die Kontaktfläche groß genug sein, damit auch bei
einem schlecht leitendem Wasser insgesamt genug Strom fließt um einen
Kurzschluss zu verursachen.
Mathias schrieb:> Kann mir da jemand helfen zu verstehen, was Realität und Fiktion ist?
Ziemlich viel Fiktion. Interessant finde ich in den Hollywood-Filmen
auch immer wieder das Versagen der Schutzeinrichtungen. Wie oft es da
immer wieder funkt ohne dass die Sicherung fliegt, krass.
Ich weiß ja nicht wie es in den USA so ist aber ich könnte mir
vorstellen, dass durch das Wasser definitiv genügend Strom fließt damit
normaler Weise die Schutzeinrichtung ausgelöst wird. Außer natürlich im
Film, da versagt die Schutzeinrichtung natürlich und jeder der ins
Wasser steigt fällt sofort tot um.
Michael Köhler schrieb:> Ziemlich viel Fiktion.
Sind ja auch Filme und nicht die Realität.
> Interessant finde ich in den Hollywood-Filmen> auch immer wieder das Versagen der Schutzeinrichtungen. Wie oft es da> immer wieder funkt ohne dass die Sicherung fliegt, krass.
Wenn ich meinen Laptop einstecke dann "funkt" es auch. Trotzdem fliegt
keine Sicherung. Ist das jetzt auch ein "Versagen der
Schutzeinrichtungen" oder "Fiktion"?
> Ich weiß ja nicht wie es in den USA so ist aber ich könnte mir> vorstellen, dass durch das Wasser definitiv genügend Strom fließt damit> normaler Weise die Schutzeinrichtung ausgelöst wird.
So ein U-Bahn-Zug zieht ja schon ein bisschen Strom, entsprechend hoch
wird der Stromkreis auch abgesichert sein. Wenn jetzt nur ein Teil des
Tunnels unter Wasser steht dann wird da ev. auch nicht so viel Strom
fließen um abzuschalten.
Außerdem genügt es wohl schon, wenn das eine "träge" Abschaltung ist und
ein paar Sekunden verzögert abschaltet um die Leute zu grillen.
> Außer natürlich im> Film, da versagt die Schutzeinrichtung natürlich und jeder der ins> Wasser steigt fällt sofort tot um.
Wenn dich das stört dann solltest du andere Filme ansehen. Ohne diese
Dramaturgie wären diese Filme dann ja noch langweiliger.
Peter Dannegger schrieb:> Das Wasser bildet einen Spannungsteiler.> Stehst Du zu 1m im Wasser in 1m Entfernung zur Stromschiene sind es max> 480V / 2 = 240V.
Der Spannungsteiler hängt also mit einem Ende an der Stromschiene (480V)
und mit dem anderen an der Bahnschiene, also an Erde (0V). Also quasi an
derselben Erde, die sich im Umkreis von 20cm um die Stormschiene
sicherlich noch öfter befindet, etwa mit geerdeten Abdeckblechen usw...?
Also ehe der Strom einen Meter durch schlecht leitendes Wasser fließt,
um dann ein Stück durch den viel besser leitenden Körper und dann wieder
einen Meter weiter zur Erde zu fließen... naja, da wird er wohl eher die
viel kürzere Distanz durch das Wasser zum nächsten Erdungspunkt in der
Nähe der Stromschiene fließen.
Mathias schrieb:> Doch was ist die Realität?
Erstens mal, dass es je nach Land nicht nur 480V wie in London sind,
sondern 750V, manchmal 1500V.
Dann sind Leute, die nah an den Stromschienen stehen sehr wohl
gefährdet, und die, die weiter weg stehen verspüren nur ein kribbeln.
Zudem gilt, dass Filme immer lügen, weil Filmschaffende dumm sind und
den Zuschauer für noch dümmer halten.
Also zumindest bei der Ubahn Berlin liegen 750VDC an und ein anfahrender
Zug brachte das Amperemeter auf 800A.
Ob etwas Wasser 800A fließen lässt?
Aber bevor Leute durch den Tunnel evakuiert werden wird die Stromschiene
eh kurzgeschlossen.
War bei einer Führung durchs Umrichterwerg, bei 800A summte der Schrank
mit den Kupferschienen schon recht nett g
Das Wasser wird auf jeden Fall auf die 800 A kommen, der Schacht ist ja
nicht nur 1 m oder so lang. Sollte die Versorgung (wegen eines
Defektes?) trotzdem genug Strom aufbringen um die Spannung zu halten
wird man aber wegen der Zuckungen nicht mehr im Wasser stehen können.
Also fällt man um und liegt dann ganz im Wasser -> Herzrythmusstörungen
und Ohnmacht sind die Folge -> man liegt ohnmächtig im Wasser -> nicht
gesund... Also selbst wenn man den Schlag selbst überlebt ertrinkt man
stattdessen...
Kann es sein, daß die Stromversorgung bei Überflutung vorsorglich
abgeschaltet wird, so wie das z.B. in Ortsnetzen auch gemacht wird?
Oder sind Filme immer realistisch?
Beitrag "Gravity der Film und der Realismus"
Jan Hansen schrieb:> Wenn ich meinen Laptop einstecke dann "funkt" es auch. Trotzdem fliegt> keine Sicherung. Ist das jetzt auch ein "Versagen der> Schutzeinrichtungen" oder "Fiktion"?
Aha, bei dir funkt es dann wie im Film oder wie? Ja ne, is klar.
Jan Hansen schrieb:> Wenn jetzt nur ein Teil des> Tunnels unter Wasser steht dann wird da ev. auch nicht so viel Strom> fließen um abzuschalten.> Außerdem genügt es wohl schon, wenn das eine "träge" Abschaltung ist und> ein paar Sekunden verzögert abschaltet um die Leute zu grillen.
Glaubst du das jetzt ernsthaft? Was glaubst du wieviel Strom fließt wenn
nur ein Meter Gleis und ein Meter Stromschiene unter Wasser steht? Und
wie sieht das bei 10 Meter aus? Und bei 100 Meter? Wenn der UBahn-Tunnel
komplett unter Wasser steht würde sowas von knallen schätze ich.
Jan Hansen schrieb:> Wenn dich das stört dann solltest du andere Filme ansehen. Ohne diese> Dramaturgie wären diese Filme dann ja noch langweiliger.
Ich finde es einfach nur lächerlich in manchen Filmen. Die Meinung darf
ich doch haben.
Nur 800A? Wo hast Du diese Daten her? Von der U-Bahn weiß ich es nicht
genau, aber eine S-Bahn kann beim Anfahren bis zu 4.000A bei 800V
saugen. Da gehen die 800A schon für einen einzigen Triebwagen drauf und
ein Vollzug hat vier Stück davon. Ich glaube nicht so recht, daß es bei
der U-Bahn so viel weniger ist.
Deswegen ist es auch gar nicht so unwahrscheinlich, daß die
Schutzschaltung im Unterwerk nicht ausgelöst wird, wenn ein Teil der
Streche überflutet wird. Das ist eine leicht erhöhte Grundlast, aber
nicht mehr.
Was ich aber nicht glaube ist, daß tausende Menschen unter großem
Funkenflug zu schwarzen rauchenden Häufchen verbrannt werden. Das ist
Hollywood-Hokuspokus. Das Wasser würde in der Umgebung eine sehr große
Erdungsfläche haben und im Verhältnis sehr wenig Kontaktfläche mit der
Stromschiene. Wenn man sich also nicht direkt neben der Stromschiene
befindet, wird wahrscheinlich nichts passieren. Ausprobieren werde ich
es trotzdem nicht.
Hallo Mathias.
Mathias schrieb:> Ich denke da gerade an diesen typischen "Kinderversuch". Man nehme zwei> Luftballons. Den einen bläst man einfach nur auf, den anderen füllt man> zuerst mit etwas Wasser. Nun hält man ein Feuerzeug drunter. Der Ballon> mit Luft zerplatzt sofort, der mit Wasser nicht, da das Wasser die Wärme> abführt. Deshalb habe ich ähnliches bei einem Stromschlag im Wasser> angenommen.
Das gibt aber lediglich einen quantitativen Unterschied, keinen
qualitativen. Wenn Du länger wartest, bis das Wasser heiss genug ist,
oder ein stärkeres Feuerzeug verwendest, z.B. einen Schweissbrenner,
tritt der Effekt doch wieder auf.
Extrembeispiel: Mach den Luftballong aus Eisenblech, und fülle ihn mit
Wasser. Dann mach ihn mit einem Schweissbrenner heiss. Du hast jetzt
einen Dampfkessel, der, wenn er Druck genug aufgebaut hat, mit
erheblichem energieumsatz zerknallt. Der Fall, dass kein Wasser im
Behälter ist, der aber trozdem unter Gasdruck steht (z.B. mit einem
inerten Schutzgas) führt übrigens auch zum Platzen, wenn der Kessel
durch die Flamme lokal so heiss ist, dass er weich wird. Darum sind ja
auch Inertgasflaschen bei Bränden eine Gefahrenquelle. Auch wenn der
Inhalt unbrennbar ist, und sogar zum Löschen verwendet werden kann,
explodieren können sie doch wegen der im unter Druck stehendem Gas
gespeicherten Energie.
> Genau daran habe ich gedacht.> Nehmen wir mal an, ich hätte zwei Punkte im Wasser, zwischen denen ein> Strom fließt, der durch das Wasser einen Widerstand hat. Wenn ich jetzt> weitere zwei Punkte nehme, die von der gleichen Stromquelle gespeist> werden, dann kann der doppelte Strom fließen. Wir haben dann eine> einfache Parallelschaltung von Widerständen.>> Die Stromschiene und der dazugehörige Ableiter sind ja im Falle der> U-Bahn "relativ" unendlich lang - mehrere hundert Meter. Nach meinem> Empfinden müsste doch die Kontaktfläche groß genug sein, damit auch bei> einem schlecht leitendem Wasser insgesamt genug Strom fließt um einen> Kurzschluss zu verursachen.
Das ist richtig. Aber der Fall ist eher theoretisch. Wenn Wasser einen
Tunnel flutet, hat irgendwann an einer Stelle das Wasser zu erst Kontakt
mit dem Leiter. Sei es jetzt ein langsam steigender Wasserspiegel, der
die Stromschiene zuerst an der Stelle berührt, wo sie am tiefsten
durchhängt (Denke auch an eventuellen Wellenschlag, der ersteinmal
gelegentlich an der Schiene anschlägt), sei es eine Flutwelle, die von
einem Ende des Tunnels kommt, und, bei entsprechender Ausführung der
Stirnfront der Flutwelle, die Stromschiene zuerst an einem Ende berührt.
Zuerst tritt also eine punktueller Kontakt auf, der dann breiter wird.
Es spielt also hinein, wo der Kontakt zuerst auftritt, und wie schnell
sich die Kontakstelle vergrößert. Gegenwirkend sin Gasblasen und
Korrosieonsprodukte aus der Elektrolyse, die sich eventuell an den
Elektroden bilden und dort den Übergangswiderstand verschlechtern.
Die halbwegs genaue Berechnung von so etwas ist nicht einfach. Die
Beschreibung der Feldverteilung für einfache Fälle geht ja noch. Aber
für kompliziertere Objekte, und ein U-Bahntunnel mit Fahrschienen,
Stromschienen und einem Wasserspiegel ist schon recht kompliziert, geht
das in endlicher Zeit nicht mehr per Hand. So etwas würde man mit der
Methode der finiten Differenzen oder der finiten Elemente angehen. Aber
das würde zum Beispiel schon bedeuten, dass ein Drahtgittermodell der
Objekte existiert. Alleine das Schaffen solcher Drahtgittermodelle ist
schon aufwändig. Wenn Dir eine zweidimensionale Beschreibung im
Tunnelquerschnitt langt, könntest Du das selber mit atlc
(http://atlc.sourceforge.net/) angehen. Drei Elektroden (zwei Schienen
am Boden für die Erde, eine an der Seite als Stromschiene) schafft atlc
noch. Du müsstest Dir aber ein zweidimensionales Bild des
Tunnelquerschnitts mit den Elektroden als Bitmap erstellen, wo der
Leitwert des Stoffes in der Farbe des Pixels codiert ist.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Hallo magic
magic smoke schrieb:> Deswegen ist es auch gar nicht so unwahrscheinlich, daß die> Schutzschaltung im Unterwerk nicht ausgelöst wird, wenn ein Teil der> Streche überflutet wird. Das ist eine leicht erhöhte Grundlast, aber> nicht mehr.
Überwachung auf Erdschluss ist in dem Falle nicht trivial, weil bedingt
durch die Fahrschienen als Erdung immer ein heftiger Erdschluss über den
Fahrmotor auftritt. Was eventuell machbar ist, wäre eine Differenzstrom
Überwachung aus dem in die Stromschiene fliessenden Strom und dem
Rückstrom an der Einspeisung der Fahrschienen. Aber erwarte davon nicht
zuviel, weil Eisenbahnschienen gegen Erde immer einen gewissen
Erdschluss haben. Die Überwachung muss also recht grob sein.
Auch die Überstromsicherung in Energieversorgungsnetzten im allgemeinen
und Bahnstromversorgungen im speziellen ist sehr robust ausgelegt. Zum
einen soll nicht jede verschmorende Ratte den Betrieb stilllegen, und
zum anderen ziehen Fahrmotoren während der Anfahrt erhebliche
Spitzenströme, die man versucht durch träges Verhalten der
Überstromauslösung auszusitzen.
Ein erkannter Erdschluss z.B. führt u.U. nicht zu dauerhaftemm
Abschalten sondern nur zum kurzzeitigen Abschalten und Wiedereinschalten
nach wenigen Sekunden. Erst bei mehrmaligem persistentem Erdschluss wird
endgültig Abgeschaltet.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
magic smoke schrieb:> Da gehen die 800A schon für einen einzigen Triebwagen drauf und> ein Vollzug hat vier Stück davon. Ich glaube nicht so recht, daß es bei> der U-Bahn so viel weniger ist.
So ne handelsübliche UBahn hat idR nur einen Triebwagen. Klar, die muss
ja auch nicht 30.000* Tonnen bewegen sondern nur 300*. ;)
* Schätzwerte meinerseits aber man schaue sich nur mal die REs in
unserem Lande an, die haben idR auch nur einen Triebwagen und dürften
deutlich mehr Masse als ne UBahn haben.
Bernd Wiebus schrieb:> Drei Elektroden (zwei Schienen> am Boden für die Erde, eine an der Seite als Stromschiene) schafft atlc> noch. Du müsstest Dir aber ein zweidimensionales Bild des> Tunnelquerschnitts mit den Elektroden als Bitmap erstellen, wo der> Leitwert des Stoffes in der Farbe des Pixels codiert ist.
Klassischer Denkfehler? Was ist mit der Erde auf der die Schwellen mit
den Gleisen liegen? Eine enorme Kontaktfläche, vom Wasser mit Sicherheit
sehr gut durchdrungen. Sollte man mit berücksichtigen ;)
Hallo Michael.
Michael Köhler schrieb:>> Drei Elektroden (zwei Schienen>> am Boden für die Erde, eine an der Seite als Stromschiene) schafft atlc>> noch. Du müsstest Dir aber ein zweidimensionales Bild des>> Tunnelquerschnitts mit den Elektroden als Bitmap erstellen, wo der>> Leitwert des Stoffes in der Farbe des Pixels codiert ist.> Klassischer Denkfehler? Was ist mit der Erde auf der die Schwellen mit> den Gleisen liegen? Eine enorme Kontaktfläche, vom Wasser mit Sicherheit> sehr gut durchdrungen. Sollte man mit berücksichtigen ;)
Wird automatisch erledigt, wenn Du die Metallteile mit sehr gutem
Leitwert annimst, und Wasser, Erde ec. mit anderen, durchaus voneinander
verschiedenen. Noch vorhandene Luft hat den schlechtesten Leitwerd.
Welche Pixelfarbe das im einzelnen ist bzw. wie Du die errechnest,
müsstest Du in der Anleitung zu atlc nachschlagen.
Ob Du jetzt die Schwellen (Holz, Metall, Beton?) im Modell gegenüber dem
Untergrund (Schotter, Betonplatten?) berücksichtigst ist eh bei einem
zweidimensionalen Modell problematisch. ;O) Lediglich ein
Betonplattenaufbau ist dabei homogen. Ansonsten müsstest Du Dir
irgendeinen Mittelwert aus den Fingern saugen.
Dieses sich "Mittelwerte aus den Fingern saugen" und hypotetische
Annahmen machen passiert bei solchen Modellrechnungen sehr häufig. Die
eigenen Aufzeichnungen (Erfahrungswerte) hierrüber sind das Kapital der
Firmen, die sich mit so etwas Beschäftigen. Da sie solche Feinheiten
selten ohne extremen druck preisgeben, kannst Du von aussen aber erst im
Nachinein erahnen, ob das wirkliche Erfahrungswerte waren, oder ob da
ebentuell auch etwas aus den Fingern gesogen wurde oder die richtigen
Erfahrungswerte mit falschen Voraussetzungen verwendet wurden.
Es sind halt physikalische Modelle mit eingeschränktem
Gültigkeitsbereich, der sich aber oftmals nur schlecht abschätzen lässt.
Trozdem sind solche Modelle meist präzieser als die eher lyrischen
Bilder aus Filminszenierungen. ;O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Hab den Film jetzt nich gesehen. Wo fallen die Leute denn um?
Die Stromschiene ist immer durch eine mit Erde (Schiene) elektrisch
leitender Abdeckung (U-Förmig) verbunden. Diese Abdeckung ist so
gestalltet, dass bei einer Überflutung zuerst die leitenden Halterungen
(ca. 2m Abstand) und die Abdeckung vom Wasser umströmt wird und erst
dann die Stromschiene benetzt wird. Der vom Strom durchflossene Bereich
ist somit begrenzt und wird sich nicht auf den Bahnsteig ausweiten.
Zudem ist Wasser bei solch einer großflächigen Benetzung ein guter
Leiter. Wenn die Leitfähigkeit auch nur 2mS beträgt, dann hat eine
"Wasserwürfel" mit 1cm Kantenlänge 500Ohm. Bei einer Überflutung der
Stromschiene gibt das zwischen Stromleiter und seiner mit Erde
verbundenen Abdeckung einen sehr kleinen Widerstand. Wenn die
Sicherungsorgane nicht ansprechen sollten, wird der Strom den Weg des
kleinsten Widerstandes nehmen und der ist von der Stromschiene zur
umgebenden Abdeckung und Gott sei Dank nicht über den Bahnsteig.
Upps, die Stromschiene ist natürlich nicht mit einer leitenden Abdeckung
verbunden, sondern nur abgedeckt (Berührungsschutz). Irgend wann sollte
die U-Bahn ja auch fahren ;-)
Nachtrag:
Bernd Wiebus schrieb:> Wird automatisch erledigt, wenn Du die Metallteile mit sehr gutem> Leitwert annimst, und Wasser, Erde ec. mit anderen, durchaus voneinander> verschiedenen. Noch vorhandene Luft hat den schlechtesten Leitwerd.> Welche Pixelfarbe das im einzelnen ist bzw. wie Du die errechnest,> müsstest Du in der Anleitung zu atlc nachschlagen.
Die Schienen sind ja die Leitungen, die den Widerstand "Erde"
großflächig kontaktieren. Der Erdwiderstand ist in erster Linie der
direkte Übergangswiderstand vom Leiter auf die "Erde" und dann ein
Zylinder, Halbzylinder oder Kugelhälfte mit dem Widerstandsmaterial
"Erde" um den Erder herum. Mit zunehmendem Abstand vom Erder wird aber
der Querschnitt dieses Widerstandsmaterials im allgemeinen so groß, dass
der Widerstand gegen Null geht. Auch bei Fels hast Du in einigen dutzend
(oder meinetwegen auch hunderten) von Metern diesen Effekt.
Bei Eisenbahnanlagen wird übrigens der ohmsche Widerstand zwischen den
beiden Schienen ermittelt und für eine Gleisbesetztanzeige verwendet. Ob
das auch bei elektrifizierten Strecken in der Form gemacht wird, weiss
ich nicht. Ich kenne mich in der Branche nicht aus, aber hier (
http://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/SharedDocs/Publikationen/EUB/DE/Untersuchungsberichte/2008/024_Recklinghausen.pdf
) habe ich Hinweise darauf gefunden, das soetwas existiert (und
überraschende Probleme aufweisen kann). Ob jetzt hierfür die Schienen
dazu extra isoliert montiert werden müssen, weiss ich auch nicht. Ich
weiss aber, dass beim Schweissen von Schienen mit Hilfe einer
Abbrennstumpfstossschweissanlage (50hz/8V/30kA) für ca. 50m in beide
Richtungen die Strecke entlang Gummilappen unter die Schienen gelegt
werden (die Schienen sind dabei noch nicht mit den Schwellen
verschraubt), damit kein Nebenschluss entsteht. Ab den 50m ist die
aufgespannte Leiterschleife so groß, dass deren Induktivität den Strom
bei 50Hz auf Werte begrenzt, die gegenüber dem Schweissstrom
vernachlässigbar sind.
Nur um mal ein paar Hausnummern zu nennen.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Hallo Abdul.
Abdul K. schrieb:> Ich befürchte man kommt mit SPICE schneller vorwärts als mit atlc (Wo> die Verfasser seit 2004 (!) an der Multiprozessorlösung arbeiten).
Ich kenne leider Spice nicht so gut, und auch das ich mit atlc etwas
gemacht habe ist länger (2005? 2006?) her.
Ich wusste übrigens nicht, dass sich mit Spice auch räumliche Modelle
verwenden lassen. Ich dachte immer, Spice arbeitet nur mit
konzentrierten Elementen.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
> So ne handelsübliche UBahn hat idR nur einen Triebwagen. Klar, die muss> ja auch nicht 30.000* Tonnen bewegen sondern nur 300*. ;)
Güterzüge haben z.B. 2000 t. -
Ein (U-)Stadtbahnwagen B80 (z.B. in Düsseldorf) wiegt leer 40 t, mit 150
Fahrgästen à 75 kg kommen dann also 51 t zusammen.
Die max. Antriebsleistung liegt bei 600 kW; hat man Doppeltraktion und
750 V (falls die überhaupt noch am Fahrzeugort ankommen !), braucht man
dann 1,6 kA ...
Nachtrag:
Bernd Wiebus schrieb:>> Ich befürchte man kommt mit SPICE schneller vorwärts als mit atlc (Wo>> die Verfasser seit 2004 (!) an der Multiprozessorlösung arbeiten).>> Ich kenne leider Spice nicht so gut, und auch das ich mit atlc etwas> gemacht habe ist länger (2005? 2006?) her.
Du hast übrigens recht. atlc kann das gar nicht, weil atlc nur die
elektrischen und magnetischen Felder berechnet, aber nichts, was durch
zusätzlichen Ladungseintrag dort passiert.
Also Leitwerte und die dadurch verursachten Feldveränderungen sind nicht
machbar. Das hatte ich vergessen. Sorry.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Bernd Wiebus schrieb:> Ich wusste übrigens nicht, dass sich mit Spice auch räumliche Modelle> verwenden lassen. Ich dachte immer, Spice arbeitet nur mit> konzentrierten Elementen.>
SPICE ist ein numerischer Löser nichtlinearer Differentialgleichungen.
Was du damit beschreiben kannst, ist im ersten Ansatz also mit auch
SPICE lösbar. Ob es effektiv wird, ist eine andere Sache. Mechanik und
Thermik mit SPICE u.a. auch im gleichen Arbeitsblatt wie den
elektrischen Teil zu simulieren, ist gängig. z.B. wenn man einen Piezo
in einer Flüssigkeit hat und an diesem einen Endverstärker betreibt.
FEM geht auch:
Beitrag "Re: Nachrichtensendung unterwasser?"
Der Thread ist übrigens auch mit Wasser :-)
Behauptet habe ich nicht, daß atlc es nicht könne. Aber es gibt noch
einen Ansatz: FEEM
Hab ich schon für magnetisch Felder benutzt und auch mit Störpunkten wie
Menschen kein Problem. Kann es.
U. B. schrieb:>> So ne handelsübliche UBahn hat idR nur einen Triebwagen. Klar, die muss>> ja auch nicht 30.000* Tonnen bewegen sondern nur 300*. ;)>> Güterzüge haben z.B. 2000 t. -
War ja nur geschätzt ;)
> Ein (U-)Stadtbahnwagen B80 (z.B. in Düsseldorf) wiegt leer 40 t, mit 150> Fahrgästen à 75 kg kommen dann also 51 t zusammen.> Die max. Antriebsleistung liegt bei 600 kW; hat man Doppeltraktion und> 750 V (falls die überhaupt noch am Fahrzeugort ankommen !), braucht man> dann 1,6 kA ...
Leitungswasser (das ist also "sauber") hat so etwa ~50 mS/m (sagt
Wikipedia zumindest, halte ich aber für realistisch), bei 100 m kommt
man auf einen Widerstand nur durch das Wasser, ohne Zug, auf ~0.2 Ohm.
Bei 750 V macht das mal eben schlappe 3750 A und dazu kommt dann noch
das, was der Zug an Strom zieht. Das knallt mit Sicherheit. Man muss ja
bedenken, dass die maximale Antriebsleistung nur kurz benötigt wird,
wenn sie überhaupt abgerufen wird. Um mit konstant 80 Sachen durch die
Gegend zu eiern brauchts keine 600 kW. ;)
Michael Köhler schrieb:> Man muss ja> bedenken, dass die maximale Antriebsleistung nur kurz benötigt wird,> wenn sie überhaupt abgerufen wird.
Die Leute müssen ja auch nur kurz im Wasser stehen, um umzufallen...
Ich würd mal sagen: Je weiter weg, desto besser. Da die Stromschienen
etwa 50cm über dem Boden verlaufen, sollte ab 2m Abstand die Spannung
schon ausreichend "runtergeteilt" sein. Dann fließt der Strom ja nicht
durch den Körper, sondern durch die Beine unterhalb Kniehöhe. Nun sollte
man halt keine großen Schritte von der Leitung weg machen.
Auch würde ich annehmen, dass die Abdeckung der Stromschienen - so in
der Moskauer Metro vorhanden - aus Blech und über die Ständer geerdet
ist. Damit muss der Strom nicht 50cm von der Stromschiene in die
Schiene, sondern nur vielleicht 10cm in die Abdeckung durchs Wasser.
Reduziert den Abstand auf vielleicht einen halben Meter, wo man noch
ernsthaft gefährdet ist (Epileptiker und Herzschwache mal ausgenommen).
Yo, kann mir mal einer verraten warum der Strom von der Stromschiene,
die sich außerhalb der Gleise befindet, statt direkt ins benachbarte
Gleis erstmal über das Gleis springen sollte in die Füße der Menschen,
die innerhalb der Gleise laufen, hoch über das Herz, und erst dann zum
Sternpunkt zurück fließen sollte? Diese Szene ist für einen Film
vielleicht ganz nett aber absolut realitätsfern. Kein Mensch würde in so
einer Situation wegen eines Stromschlags sterben.
Ein Güterzug hat wenn er richtig schwer ist aber auch eine
Doppeltraktion mit 2x6 Megawatt und 15kV aus dem Fahrdraht. Das ist mehr
als ein 330km/h schneller ICE3 mit 8 Megawatt.
Hier in der Gegend fahren inzwischen sogar die Regios mit 6,4 Megawatt
durch die Gegend (BR 182), damit sie ausreichend anzugsstark sind und
durchfahrenden Zügen nicht das Gleis blockieren.
Der Strom auf diesen Stromschienen ist schon echt heftig. Man muß ja
auch damit rechnen, daß mal zwei Züge im selben Speisungsbereich
anfahren können müssen. Im allgemeinen sind Stadtbahnen deutlich
spurtstärker ausgelegt als Vollbahnen, damit sie auf den kurzen
Fahrstrecken zwischen den Stationen ihre Nenngeschwindigkeit erreichen.
Dazu wird die Leistungsfähigkeit der Fahrmotoren im Normalfall auch voll
ausgenutzt. Das Beschleunigen aus dem Stand auf Sollgeschwindigkeit kann
da auch schon mal 30-40 Sekunden dauern, während dieser Zeit wird nahezu
Vollast gehalten. All das muß die Stromversorgung aushalten.
U-Bahnen mit nur einem Triebwagen gibts hier in Berlin nicht. Die Bahnen
haben etwa 2 Megawatt je Vollzug (Gl/1 und A3L/92 4x480kW, HK 2x1020kW,
H 2160kW, F 4x540kW) und vor allem die Kleinprofil-Züge zischen damit
auch ganz gut los. 2 Megawatt sind bei 750Vdc 2.667A, also deutlich mehr
als 800A.
Das einzige was oftmals nur einen Triebwagen hat sind Straßenbahnen. Die
fahren hier in Berlin mit 600Vdc aus einer Fahrleitung. Die
Antriebsleistung eines Triebwagens liegt beim GT6N bei 300kW und beim
KT4D bei 160kW. Allerdings sind diese Dinger vom Gewicht her nicht mit
einer U-, S-, oder einer richtigem Vollbahn vergleichbar.
Ist ja ganz nett Smoke, nur wie ich schon schrieb: Der Kurzschluss durch
das Wasser ist eine "zusätzliche" Last. Das "Problem" mit der
Stomschiene kommt auch hinzu. Noch mal die Szene betrachten.
Übrigens, die IK und HKs der Berliner Ubahn haben einen Gesamtleistung
von 1020 kW, verteilt auf zwei Triebwagen wenn man der
Herstellerbeschreibung glauben schenkt und nicht 2 * 1020 kW. Die
Leistung ist pro Fahrzeug angegeben ;)
Mathias schrieb:> Das Wasser steigt im Tunnel immer weiter und weiter, bis es irgendwann> die Stromschiene berührt. Alle Menschen die mit dem Wasser in Kontakt> kommen, sterben dabei.
Auch in Deutschland werden Erdkabel für die Energieversorgung verlegt.
Deshalb wird bei Hochwasser oft die Stromversorgung abgeschaltet,
damit die Tiere, Bewohner und Helfer nicht sterben.
Die feuchte Haut hat so gut wie keinen Übergangswiderstend, deshalb ist
Wasser und Strom eine sehr ungesunde Kombination. Ein Test mit einer 9V
Batterie am Handrücken und an der Zunge kann die Wirkung anschaulich
berdeutlichen
lutz h. schrieb:> Auch in Deutschland werden Erdkabel für die Energieversorgung verlegt.> Deshalb wird bei Hochwasser oft die Stromversorgung abgeschaltet,> damit die Tiere, Bewohner und Helfer nicht sterben.
1) Es geht hier um eine U-Bahn in Moskau.
b) Es geht um eine Stromschiene in einem Tunnel und nicht um
irgendwelche Leitungen. In einem Tunnel werden Leitungen entweder an der
Wand geführt oder an der Decke. Keiner vergräbt sie.
III) Bei Hochwasser werden Stromleitungen nicht wegen der Erdkabel
abgeschaltet. Die Kabel sind alle isoliert, auch die Abzweigungen. Das
Wasser fließt bei richtigem Hochwasser aber in die Verteiler an der
Straße. Um die zu schützen, wird der Strom abgeschaltet. Erdkabel liegen
in einer Tiefe ab 60cm.
Dem Strom ist es egal, ob der Mensch in einem Keller in Deutschland,
einer U- Bahn in Moskau oder auf einen Stuhl in Amerika ist. Eine
gewisse Menge an Strom ist tödlich.
lutz h. schrieb:> Dem Strom ist es egal, ob der Mensch in einem Keller in Deutschland,> einer U- Bahn in Moskau oder auf einen Stuhl in Amerika ist.
Nur haben die Elektronen in meinem Keller, die mein Stromanbieter
liefert, die beiden daneben liegenden Außenleiter viel lieber als mich.
Die haben sogar diesen hässlichen grüngelben Leiter oder die
Potentialausgleichsschiene lieber.
heul *dieElektronenMeinesStromanbietersHabenMichNichtLieb*
"Pro Fahrzeug" heißt bei den IK und HK vier Wagen. Ein Vollzug hier in
Berlin besteht aus 8 Wagen, wie bei der S-Bahn auch. Ich glaube auch
knapp über 1.000kW ist etwas wenig für eine volle U-Bahn. Wie gesagt,
die Dinger müssen spurtstark ausgelegt werden - es bringt nichts wenn
die Dinger wie ein ICE schätzungsweise 7-8 Minuten brauchen um
Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Dafür ist der Stationsabstand viel
zu kurz.
Dimitri Roschkowski schrieb:> Die haben sogar diesen hässlichen grüngelben Leiter oder die> Potentialausgleichsschiene lieber.
Richtig, im Wasser entsteht ein elektrisches Feld.
magic smoke schrieb:> "Pro Fahrzeug" heißt bei den IK und HK vier Wagen.
Richtig, und laut Hersteller hat der 1020 kW. Und das ist auch nicht zu
wenig, geht man von 75 kg/Person aus so wiegt der voll besetzte Zug
keine 90 t. Ein LKW, 40 t, hat so um die 500 kW. Und das reicht locker
aus. Warum sollte man also einem Zug, der doppelt so schwer ist, 8 mal
mehr Leistung mitgeben? Das klingt nicht sehr logisch. Und der
Hersteller gibt auch für das Fahrzeug, bestehend aus vier Wagen, nur
1020 kW an. Ich geneigt dem mehr zu glauben.
Michael Köhler schrieb:> Ein LKW, 40 t, hat so um die 500 kW. Und das reicht locker> aus. Warum sollte man also einem Zug, der doppelt so schwer ist, 8 mal> mehr Leistung mitgeben? Das klingt nicht sehr logisch.
Dann schau dir mal an, wie ein voll beladener 40-Tonner beschleunigt und
wie ein U-Bahnzug.
Icke ®. schrieb:> Dann schau dir mal an, wie ein voll beladener 40-Tonner beschleunigt und> wie ein U-Bahnzug.
Nochmal: Der Hersteller sagt ein Fahrzeug, bestehend aus 4 Wagen, hat
1020 kW. Und das erscheint mir auch realistisch. So eine U-Bahn fährt
auch nicht schneller als als ein LKW. Es soll ja auch für die Fahrgäste
angenehm bleiben.
Hier nochmal ein Link dazu:
http://www.untergrundbahn.de/fahrzeuge/hk/hk.htm
> Und der Hersteller gibt auch für das Fahrzeug, bestehend aus vier Wagen,> nur 1020 kW an.
Ach gugg. Und wieviele Wagen hat eine normale Berliner U-Bahn?
Und 500kW beim 40-Tonner? Dann hast Du schon eine verdammt gute
Zugmaschine.
magic smoke schrieb:> Ach gugg. Und wieviele Wagen hat eine normale Berliner U-Bahn?
Wenn ich diesem Bild nach gehen
http://fotogalerie.verkehrsgigant-portal.de/data/media/36/HK98.jpg
vier Wagen. Acht (zwei Fahrzeuge gekoppelt) sind natürlich auch drin
aber mehr ist alleine schon wegen des Bahnsteigs quatsch.
magic smoke schrieb:> Und 500kW beim 40-Tonner? Dann hast Du schon eine verdammt gute> Zugmaschine.
Und noch mal: Warum meinst du bräuchte ne Bahn so erheblich mehr Power?
Wenn du schon 500 kW bei 40 Tonnen als verdammt gut ansiehst dürften
doch 1020 kW bei ~100 Tonnen, oder was so ne Bahn maximal haben darf,
mehr als ausreichen.
Michael Köhler schrieb:> So eine U-Bahn fährt auch nicht schneller als als ein LKW.
Es geht nicht um die Geschwindigkeit, sondern um die Beschleunigung. Der
LKW braucht ein gutes Weilchen, bis er sein Reisetempo erreicht hat.
Macht auch nix, denn er muß nicht ständig anhalten und wieder losfahren.
Die U-Bahn schon und dort muß das erheblich schneller gehen, wofür eben
auch wesentlich Leistung benötigt wird.
Icke ®. schrieb:> Es geht nicht um die Geschwindigkeit, sondern um die Beschleunigung. Der> LKW braucht ein gutes Weilchen, bis er sein Reisetempo erreicht hat.
So ein LKW ist schnell genug auf 50. Eine Bahn muss nicht schneller auf
50 km/h sein, eher langsamer, oder sollen die Fahrgäste durch die Wagen
kegeln?
Dimitri Roschkowski schrieb:> Ich habe mal die passende Szene rausgesucht, so macht es durchaus mehr> Sinn über das Thema zu reden.>> http://www.youtube.com/watch?v=60Ry-MKqWKI
Warum muss der Zug fahren, warum laufen die Leute nicht auch? Wuerden
sie ertrinken wenn sie nicht schnell wegfahren?
Ich hasse diese filmische Dramaturgie. Warum muessen die Leute Sekunden
vor Abschalten sterben? Wenn sie sterben muessen, dann koennen sie es
auch Minuten frueher machen. Das wuerde fuer die Charakterentwicklung
nichts aendern (Schuldgefuehle oder was weiss ich worauf der Film dann
hinauswill), aber diesen abgewetzten ganz-knapp-Effekt auslassen.
Andere Szenarien sind doch viel reizvoller. Wenn der Zug nicht
durchfaehrt ertrinken all seine Fahrgaeste, wenn er durchfaehrt sterben
alle Leute im Tunnel. Das wissen die Leute in der Zentrale, die Fahrer
im Zug, irgendwer muss entscheiden.
Oder die Menschen im Tunnel sterben einfach, Minuten vor Ankunft, und
keiner weiss es - bis auf den Zuschauer. Alle freuen sich, und man weiss
dass den Verantwortlichen irgendwann bekannt wird dass die Rettung der
Fahrgaeste genausoviele Leben gekostet hat.
Entweder sind diese Katastrophen vermeidbar, dann aber bitte nicht in
letzter Sekunde (Beispiel Bombentimer stoppt bei 1 Restsekunde). Oder
sie sind unvermeidbar, dann moechte ich sie so praesentiert bekommen.
Unausweichlich, keine Chance durch besonderen Heldeneinsatz 1 Sekunde
Vorsprung rauszuholen und die Welt zu retten.
Michael Köhler schrieb:> So ein LKW ist schnell genug auf 50. Eine Bahn muss nicht schneller auf> 50 km/h sein, eher langsamer, oder sollen die Fahrgäste durch die Wagen> kegeln?
Du hast ganz offensichtlich noch nie einen LKW beschleunigen sehen, noch
bist du in einer U-Bahn gefahren...
Vermeidbare Katastrophen sind so eine Sache.
Vor einiger Zeit war in einer Kurve ein tödlicher Unfall.
Dieses Jahr sind bisher 4 Autos aus der Kurve rausgeflogen.
Warum soll in dieser Kurve etwas verändert werden? Meist gehen die
Unfälle doch glimpflich aus.
Icke ®. schrieb:> Du hast ganz offensichtlich noch nie einen LKW beschleunigen sehen, noch> bist du in einer U-Bahn gefahren...
Nochmal: Warum hat die Berliner UBahn, die immerhin 107 t zGG hat, nur
eine Leistung von 1020 kW (Herstellerangabe! 12 * 85 kW) während ein 40
t LKW-Sattelzug von MAN eine Leistung von rund 353 kW (480 PS) hat? Zum
Nachrechnen: Der LKW hat ~10.6 kW/t, die Bahn "nur" 9.5 kW/t. Die Bahn
ist sogar noch leistungsschwächer ausgestattet als der LKW (oben hatte
ich mich vertan als ich "rund 500 kW" schrieb. Das sind ja nicht kW
sondern PS!)
Fazit: Das ganze Gefasel bringt uns nicht weiter. Immer noch konnte auch
niemand erklären warum der Strom von der Stromschiene über das Gleis
hinweg in die Menschen sprang statt direkt das Gleis als Rückfahrkarte
zu benutzen. Die Szene bleibt was sie ist: Unrealistisch. Für den Film
vielleicht gut aber im wirklichen Leben würde diese Situation keine
Opfer aufgrund von Stromschlag fordern.
Michael Köhler schrieb:> Immer noch konnte auch> niemand erklären warum der Strom von der Stromschiene über das Gleis> hinweg in die Menschen sprang statt direkt das Gleis als Rückfahrkarte> zu benutzen.
Das elektrische Feld zwischen zwei Leitern ist nicht nur auf der
direkten Linie zwischen zwei Leitern, sondern füllt den gesamten Raum
aus. Es kann sein, dass in einem großen Abstand von den Leitern der
Strom groß genug ist, einen Menschen zu töten.
In anderen Filmen wurde der Haarföhn in die Badewanne geworfen,zum Glück
gibt es jetzt Fehlerstromschaltungen.
lutz h. schrieb:> Das elektrische Feld zwischen zwei Leitern ist nicht nur auf der> direkten Linie zwischen zwei Leitern, sondern füllt den gesamten Raum> aus.
Das bezweifle ich ja nicht
lutz h. schrieb:> Es kann sein, dass in einem großen Abstand von den Leitern der> Strom groß genug ist, einen Menschen zu töten.
Ist aber in diesem Fall eher unwahrscheinlich. Das Gleis ist keinen
halben Meter entfernt, der Mensch aber gut eineinhalb Meter.
lutz h. schrieb:> In anderen Filmen wurde der Haarföhn in die Badewanne geworfen
Und niemand ist außerhalb der Wanne (die übrigens in diesem Fall der
Gegenpol ist) umgefallen ;)
> Leistungsgewichte? Geschenkt. Die Ubahn beschleunigt konstant mit> Vollast auf 80, das soll sie so machen.
Meistens fährt man bis ca. zur halben Höchstgeschwindigkeit mit
Nennmoment, oberhalb setzt dann die Feldschwächung ein, erst dann bleibt
also die Motorleistung konstant.
Es rentiert sich IMMER, maximal zu beschleunigen, dann kann man nämlich
bei gleicher Gesamtfahrzeit die Höchstgeschwindigkeit und damit die
aufzubringende kinetische Energie mv²/2 deutlich niedriger halten.
Hat man einen Zentralcomputer für (halb-)automatischen Zugbetrieb, kann
man je nach individueller Fahrplanabweichung die Höchstgeschwindigkeit
jedes Fahrzeugs optimieren.
Also der Regelfall bei Berliner U-Bahnen sind 8 (in Worten: ACHT!!)
Wagen. und damit hat so eine verdammte Bahn 2x 1020kW, egal ob die damit
abgeht wie 'ne Oma mit Krückstock oder wie Raumschiff Enterprise.
Und insbesondere die Kleinprofil-Züge wie beispielsweise die guten
schützgesteuerten GL/1 und GL/1E gehen ganz gut ab. Dagegen hätte ein
voll beladener 40-Tonner keine Chance.
Michael Köhler schrieb:> Und niemand ist außerhalb der Wanne (die übrigens in diesem Fall der> Gegenpol ist) umgefallen ;)
Ich weiß, dass in den Hollywood- Filmen und (N)TV- Sendungen gern
physikalische und chemische Gesetze außer Kraft gesetzt werden, wenn
diese die Handling stören. Eine Explosion wirkt als Handlungselement
immer gut.
U. B. schrieb:> Es rentiert sich IMMER, maximal zu beschleunigen,
Wirkt besonders gut, wenn gehbehinderte ältere Menschen dem
Trägheitsgesetz folgend die Position im 3-dimensionalen Erdschwerefeld
beibehalten, und einen etwas anderen Weg nehmen als der Waagen.
Was denkst Du denn wozu die Haltestangen da sind?! Damit halbpubertäre
Jugendliche ihren Sportunterricht daran nachholen können?
https://www.youtube.com/watch?v=H63nj4bXX6w
A. K. schrieb:> LKW, schnell beschleunigt: 0,9-1,6m/s²> http://www.colliseum.net/wiki/Lkw-Anfahrbeschleunigungswerte_für_die_Praxis>> Max Beschleunigung Hamburger U-Bahn: 1,2m/s²> http://de.wikipedia.org/wiki/HHA_Typ_DT3
Zahlen hin oder her. Ich bin jahrelang selbst LKW gefahren, u.a. den
2448 von Daimler. Und ich saß auch schon in verschiedenen U-Bahnen
dieser Welt, z.B. Berlin, München und London. Daher kann ich mit
Gewißheit behaupten, daß auch ein stark motorisierter LKW nicht
annähernd so gut beschleunigt wie eine U-Bahn. Außer vielleicht die
Zugmaschine allein, aber wir sprachen von "voll beladen".
Die Zugmaschine alleine hat vielleicht 5-7 Tonnen. Und wenn da 500 PS
ihren Job machen, dann stürmt die natürlich ganz mächtig los. Mit 35
Tonnen Auflieger sieht's dann leider etwas anders aus.
David ... schrieb:> Ich hasse diese filmische Dramaturgie. Warum muessen die Leute Sekunden> vor Abschalten sterben? Wenn sie sterben muessen, dann koennen sie es> auch Minuten frueher machen. Das wuerde fuer die Charakterentwicklung> nichts aendern (Schuldgefuehle oder was weiss ich worauf der Film dann> hinauswill), aber diesen abgewetzten ganz-knapp-Effekt auslassen.>
Das ist eine Frage des Drehbuchs und des Regisseurs. Teuer kann da
wirklich besser sein. Ein guter Film bringt auch mal überraschende
Wendungen. Das kann auch irrwitzig sein. So z.B. ist Tarantino bekannt
für den Effekt, daß er ins laufende Bild Detailszenen einblendet. Also
da ist ne Person im Kofferraum eines fahrenden Autos gefangen und
jammert rum (Ton). Dann wird ein Loch ins Auto eingeblendet, wo man die
Person dann im Kofferraum liegend sehen kann. Das ist gutes Kino.
Auf der anderen Seite MUSS das Publikum mit BEKANNTEM bedient werden.
Ganz extrem ist das in der Musikindustrie. Sonst wendet es sich ab.
>> Es rentiert sich IMMER, maximal zu beschleunigen, ...> Wirkt besonders gut, wenn gehbehinderte ältere Menschen dem> Trägheitsgesetz folgend die Position im 3-dimensionalen Erdschwerefeld> beibehalten, ...
Weiter oben stand noch:
>>> Wuerde der LKW-Fahrer sein Fahrzeug permanent so aufreissen waer er>>> schnell entlassen. Der muss>>> sparen.
Auf dieses "sparen" war obiger Satz gemünzt; dabei unterstellt, dass ca.
(1,0 ... 1,2) m/s² nicht überschritten werden.
magic smoke schrieb:> Die Zugmaschine alleine hat vielleicht 5-7 Tonnen. Und wenn da 500 PS> ihren Job machen, dann stürmt die natürlich ganz mächtig los. Mit 35> Tonnen Auflieger sieht's dann leider etwas anders aus.
Das Szenario ist dort beschrieben, es war also nicht einfach nur einen
Zugmaschine. Und wenn ich die Seite richtig verstanden habe, dann liegt
ein 35t schwerer Sattelzug mit 360PS bei vmtl. maximaler Beschleunigung
über die ersten 10m bei 1,3m/s², über 30m bei 0,9m/s².
Die Beschleunigung des LKWs nimmt aufgrund der sich ändernden
Getriebeübersetzung mit der Geschwindigkeit naturgemäss stark ab. Wie
das bei aktuellen Bahnen aussieht entzieht sich meiner Kenntnis.
Natürlich wird ein LKW-Fahrer (oder Busfahrer) normalerweise nicht voll
in die Eisen steigen, während eine U-Bahn anfangs wohl regelmässig
maximal beschleunigt. Insofern entsprechen diese Vergleich nicht dem
realen Leben.
Vor 40 Jahren hat mein Vater sich gerne den Spaß mit seinem LKW erlaubt,
an der Ampel PKWs auf den ersten vielleicht 30 Metern abzuhängen. Mit
einer Zugmaschine ohne Auflieger ist das völlig problemlos. Ich kann
mich erinnern, daß ich als kleiner Bub nicht in der Lage war den
Oberkörper während der Beschleunigungsphase aus der Lehne nach vorne zu
drücken.
Das Gleiche habe ich dann vor knapp 20 Jahren mit dem Hotzenblitz
wiederholt. Die Gesichter sahen auch gleich aus ;)
Elektrisch betriebene Bahnen beschleunigen über einen weiten
Geschwindigkeitsbereich annähernd linear. Erstens sind die
Elektromotoren kurzzeitig ziemlich überlastfest und können daher zum
Anfahren über ihre Dauerleistung hinaus beansprucht werden und zweitens
besitzen selbst alte Fahrzeuge Fahrstufenschalter, um die volle Zugkraft
beim Anfahren möglichst lange konstant halten zu können.
> Die Beschleunigung des LKWs nimmt aufgrund der sich ändernden> Getriebeübersetzung mit der Geschwindigkeit naturgemäss stark ab. Wie> das bei aktuellen Bahnen aussieht entzieht sich meiner Kenntnis.
Schrieb ich schon oben:
>> Meistens fährt man bis ca. zur halben Höchstgeschwindigkeit mit>> Nennmoment, oberhalb setzt dann die Feldschwächung ein, erst dann bleibt>> also die Motorleistung konstant.
Das gilt ähnlich für fast (?) alle elektrischen Bahnen:
Strassenbahnen (vmax ca. 60 km/h) gingen schon bei 25 km/h in
Feldschwächung über, Stadtbahnen (vmax ca. 70 km/h) bei 35, die BR 120
der Bundesbahn (vmax=200 km/h) bei 100.
Verhalten sich eigentlich LKW-Räder auf Asphalt genau so wie die Räder
einer Bahn auf Schienen?
So zum Thema Rollwiderstand und Co.
Ich zweifle irgendwie das bei gleicher Ladung und kW/PS sich beide genau
gleich verhalten.
Und zumindest bei U-Bahnen sollte sich ja auch der Luftstau ab einem
bestimmten Zeitpunkt bemerkbar machen.
Dave B. schrieb:> Verhalten sich eigentlich LKW-Räder auf Asphalt genau so wie die Räder> einer Bahn auf Schienen?
Trocken kaum relevant. Auf Eis hat der LKW allerdings gewisse Nachteile.
Wikipedia zu Rad/Schiene (Artikel zu Hochgeschwindigkeitsbahnen): "Im
niedrigen Geschwindigkeitsbereich ist (zumindest bei allachsgetriebenen
Fahrzeugen) die maximal erreichbare Beschleunigung auch bei ungünstigen
Witterungsbedingungen nicht durch den Haftwert zwischen Rad und Schiene
begrenzt, sondern allein durch den Fahrkomfort. "
A. K. schrieb:> die maximal erreichbare Beschleunigung auch bei ungünstigen> Witterungsbedingungen nicht durch den Haftwert zwischen Rad und Schiene> begrenzt
Aber nur bei Allachsgetriebenen. Die alten Dampfloks hatten nicht
umsonst Sandkisten. Und mussten auch ab und zu Anlauf nehmen (erst kurz
zurückdrücken, dann jeden Waggon einzeln aus der Haftreibung in die
Rollreibung reissen).
Timm Thaler schrieb:> Aber nur bei Allachsgetriebenen. Die alten Dampfloks hatten nicht> umsonst Sandkisten.
Man liest ja viel über den Berliner Nahverkehr, aber fährt der wirklich
noch mit Dampfloks? ;-)
A. K. schrieb:> Timm Thaler schrieb:>> Aber nur bei Allachsgetriebenen. Die alten Dampfloks hatten nicht>> umsonst Sandkisten.>> Man liest ja viel über den Berliner Nahverkehr, aber fährt der wirklich> noch mit Dampfloks? ;-)
Das würde erklären warum die so nen Stress mit ihrem neuen Flughafen
haben … :D
Wär schön wenn hier wieder Dampflocks fahren würden, denn der ganze
moderne Scheiss fällt bei jedem Wetterfurz aus!
Von den Talentlos2 Dreckszügen ganz zu schweigen.
Zu den 800A:
Da Stand der Zeiger des Amperemeters und die Anzeige ging so glaube bis
1kA.
Anscheinend sind mehrere dieser Gleichrichterschränke paralel geschalten
um auf die knapp 3kA eines Typ H Vollzuges zu kommen.
Der Typ H Vollzug zieht übrigens ordentlich an, da heißt es festhalten!
Da fließt dann so ordentlich Strom, dass ein recht lautes 300Hz surren
zu höhren ist (Gleichgerichteter Drehstrom).
Michael Köhler schrieb:> Mathias schrieb:>> Kann mir da jemand helfen zu verstehen, was Realität und Fiktion ist?>> Ich weiß ja nicht wie es in den USA so ist aber ich könnte mir> vorstellen, dass durch das Wasser definitiv genügend Strom fließt damit> normaler Weise die Schutzeinrichtung ausgelöst wird. Außer natürlich im> Film, da versagt die Schutzeinrichtung natürlich und jeder der ins> Wasser steigt fällt sofort tot um.
Zumindest während Sandy in New York wütete, haben auch in den USA die
Schutzeinrichtungen eigentlich wunderbar funktioniert. :)
A. K. schrieb:> Man liest ja viel über den Berliner Nahverkehr, aber fährt der wirklich> noch mit Dampfloks? ;-)
Natürlich nicht. Lediglich im Fernverkehr werden wieder Heissluftballons
eingeführt, deswegen doch die 'Teileröffnung' des BER :-) Da brauchts
keine Landebahn und das kommt den Planern sehr entgegen.
Elektro- mit Dieselantrieb zu vergleichen, ist immer schwierig. Ein
E-Antrieb ist subjektiv stärker, weil der Motor konstantes Drehmoment
liefert, während der Diesel das nicht tut. Ein Saxo Electrique liefert
beim Anfahren etwa das Gefühl eines Airbus beim Start, da keinerlei
Lücken im Beschleunigen da sind. Fährt sich schon cool, obwohl nur ein
28 kW Motor drin ist.