Hallo,
könnte mir jemand sagen was eine übliche Beschleunigungszeit für einen
Schrittmotor wäre, der eine sich langsam drehende Last (ca. 5 U/min)
antreibt.
Da ich absoluter Laie bin kann ich mir nur schwer vorstellen in welchem
Bereich man sich da bewegt.
lg
Das die Winkelgeschwindigkeit bezogen auf die Zeit die
Winkelbeschleunigung ergibt ist klar.
Die Winkelgeschwindigkeit habe ich. Mir fehlt halt eine Zeitangabe, die
grob der Orientierung dienen soll. Benötige keinen konkreten Zahlenwert.
Nur in welchem Bereich man sich bewegt. Sekunden, Millisekunden...
Was genau verstehst du unter Beschleunigungszeit?
Welche Zeit meinst du da?
Vom Stillstand auf 5U/min, das geht wohl instantant sobald der Motor den
ersten Schritt macht.
5 U/min ist so langsam, dass ich die Drehung des Motors überhaupt mehr
als 'von einer Schrittposition zu nächsten hoppeln, mit Pausen
dazwischen' ansehen und weniger als kontinuierliche Drehung. Kommt aber
natürlich auch auf die Last an, die der Motor bewegt.
Ich versuche praktisch die Winkelbeschleunigung auszurechnen.
Habe mir hier von dieser Seite die Formel unter 2.4.2 für die Berechnung
des Beschleunigungsmomentes zur Orientierung genommen:
http://www.motron.de/index.php?article_id=135&clang=0
Karl Heinz schrieb:> Kommt aber> natürlich auch auf die Last an, die der Motor bewegt.
V.a. auf die Masse, die beschleunigt werden soll, und wie und warum - es
macht ja wenig Sinn, eine Frässpindel mit 50 g durch die Gegend zu
schleudern.
Gruss Reinhard
markus schrieb:> Benötige keinen konkreten Zahlenwert.> Nur in welchem Bereich man sich bewegt. Sekunden, Millisekunden...
Hängt prinzipiell von Trägheitsmoment des Gesamtsystems, dem Drehmoment
das zusätzlich statisch erbracht werden muss (um z.B. etwas zu halten)
und dem Drehmoment des Schrittmotors selbst ab.
Wobei Karl Heinz wohl recht hat, 5U/min sind eher einzelne
quasistatische Schritte wenn du kein Getriebe dran hast und hinter dem
Getriebe misst.
Es fehlen wie so oft essentielle Infos um dir helfen zu können.
Es geht um einen Bohrer.
die Last hat ein Gewicht von 1kg.
Bei der Drehzahl würde ich mich dann auf 20 U/min festlegen.
Das Massenträgheitsmoment ist im Bereich von 80.000gcm^2
An sich scheint mir 5 U/m auch nicht wirklich kritisch zu sein.
Genau genommen hängt das aber von der Masse ab, die beschleunigt werden
soll, im Endeffekt also vom Drehmoment.
Zur Sicherheit kann man aber im Datenblatt des Schrittmotors mal
nachschauen wie sich der Drehmoment in Abhängigkeit von der
Schrittfrequenz verhält. Allerdings sind die Angaben, je nach
Hersteller, mehr oder weniger, äh..., "optimistisch gestaltet".
Prinzipbedingt ist der Drehmoment bei geringen Schrittfrequenzen grösser
als bei hohen Schrittfrequenzen.
Viel Erfolg
P.S. Der Optimist des 20. Jahrhunderts sah uns als in der besten aller
Welten lebend. Der Pessimist hielt das für möglich.
@ Udo Schmitt
>Willst du uns verarschen?
Na na na. Man kann erstmal annehmen, das der TO nicht genau weiß welche
Grössenordnungen hier vorliegen und was wichtig ist. Jedenfalls wäre es
schön wenn wir höflich bleiben.
@ markus
>der bohrer dient als förderschnecke.
Hm. Es wird aber doch bei jedem Post von Dir ein bisschen weniger
einfach.
Das ist ein wenig frustrierend, da man so nie eine Chance hat, einen
wirklich treffenden Rat zu geben.
Du solltest entweder das Vorhaben mal ausführlich beschreiben und uns
alle Informationen, Skizzen etc. vorlegen oder aber Dir genau ausrechnen
welche Kräfte auftreten und mit welchen zeitlichen Verlauf und dann
schauen welche Kräfte der Motor aufbringen kann.
Es läuft aber anscheinend darauf hinaus, das Du eine Drehzahlregelung
vorsehen solltest.
P.S. Es ist ein Zeichen für den Verfall einer Gesellschaft wenn die
Manieren roher werden. (Frei nach Robert A. Heinlein - "Friday")
Ich versteh immer noch nicht, welche Relevanz das ganze hat.
Die Frage nach der Winkelbeschleunigung kommt mir genau so relevant vor,
wie die Frage, welchen Beschleunigungswert eine Strassenwalze hat. Gang
rein, dann ruckelts ein wenig und die Strassenwalze fährt mit 1.5km/h
Enweder der Motor ist ausreichend dimensioniert, dann dreht sich die
Schnecke nach dem Einschalten mehr oder weniger sofort mit der
gewünschten Drehzahl. Oder er ist hoffnungslos unterdimensioniert, dann
brennt er dir ab.
Das es da eine Beschleunigungszeit gibt, ist schon klar, denn nichts
kann in einem Satz von 0 auf gewünschte Geschwindigkeit kommen. Die
Frage ist aber, in welchem Verhältnis steht diese Zeit zur restlichen
Zeit. Wie bei einer Strassenwalze: ziemlich uninteressant.
Du hast das Nennmoment M Deines Schrittmotors, das Trägheitsmoment J der
Last (Also Rotor+was dranhängt, Rotor wird man bei 1kg dran wohl
vernachlässigen können) und die Endgeschwindigkeit...
Einfachste Schulmathematik, bloß dass ich wahrscheinlich trotzdem krasse
Fehler reinrechne ;)
J*d²phi/d²t = M
<=> d²phi/d²t = M/J
<=> dphi/dt = omega = Int(M/J,0,t) + omega0 = M/J*t + omega0
Das soll Dein omega_soll sein:
omega_soll = M/J*t + omega0
<=>
omega_soll-omaga0 = M/J*t
<=>
J/M*(omega_soll-omega0) = t
So, die Zeit musst Du dem Motor als Geschwindigkeitsrampe geben, wenn Du
ihn nicht übersteuerst, damit er nicht "springt", besser noch einen
Sicherheitsfaktor abziehen.
Die Frage ist eigentlich nur dann relevant, wenn man aus irgendwelchen
Gründen sehr schnell beschleunigen muss. So schnell, das der vom Motor
erzeugte Drehmoment in der selben Grössenordnung liegt wie das nötige
Drehmoment für die Last. Ansonsten fängt man einfach mit einer flachen
Rampe an und steigert sich bis Schritt ausgelassen werden.
Als Daumenregel kenne ich, das man in ungefähr 10 Schritten auf die
Nenndrehzahl des Motors beschleunigen kann.
markus schrieb:> der bohrer dient als förderschnecke. danke für die nette antwort
Danke dafür, daß du dir alle relevanten Infos erst nach und nach aus
deiner großen Nase ziehen lässt.
Warum nimmst du einen Schrittmotor als Antrieb für eine Förderschnecke?
Relevant sind keine dieser Angaben:
markus schrieb:> Es geht um einen Bohrer.> die Last hat ein Gewicht von 1kg.> Bei der Drehzahl würde ich mich dann auf 20 U/min festlegen.> Das Massenträgheitsmoment ist im Bereich von 80.000gcm^2
Bei einer Förderschnecke ist nur relevant welche Reibungskraft bei der
Förderung zu erwarten ist, und ggf. welche Masse pro Zeit wie hoch
gefördert werden muss.
Und die Reibung kann man sowiso nicht hinreichend genau berechnen, schon
gar nicht wenn wir nicht mal wissen daß eine Förderschnecke benutzt
wird.
Vieleicht liest du mal die Netiquette ehe du uns hier so in die Irre
führst.
Und damit du noch einen Tipp hast: Nimm statt eines Schrittmotors ein
Getriebemotor und regle die Drehzahl!
Danke für die Antworten, das hilft mir schon was weiter.
Um einfach mal zu sagen was ich vorhabe. Ich möchte den Motor
dimensionieren. Dazu hatte ich mich an die Formel aus dem Link von oben
gehalten. Bei der Beschleunigungszeit wusste ich dann nicht weiter.
Ich hatte mir einen Motor ausgewählt der ein maximales Drehmoment von
5Nm und eine maximale Drehzahl von 20 U/min hat.
Durch die Rechnungen würde ich gern herausfinden ob das Drehmoment
ausreicht.
Die einzigen interessanten Anwendungen sind doch die, bei denen man aus
irgendeinem Grund richtig schnell beschleunigen und bremsen will,
positionsgenau. Drehzahlregelung ist doch langweilig ;)
@Markus: Wenn die Reibung mitspielt, kannst Du aus jedem Nennmoment > 0
jede Drehzahl erreichen. In Deinem Fall bräuchten wir also das
Reibungsmoment bei 20 U/min. Das darf nicht größer sein als das
Nennmoment.
Jede Drehzahl stimmt natürlich auch nicht, BEMF und so... So sollte es
lauten: Bei Abwesenheit von Reibung erreicht man Lastunabhängig immer
die Nenndrehzahl (Bei Gabe von Nennspannung).
Udo Schmitt schrieb:> Ich tippe mal:> selbstgebauter 3D Drucker
nope.
ja das Reibmoment hat mir auch etwas kopfzerbrechen gemacht. Der Bohrer
ist über eine Kupplung mit dem Motor verbunden. Lager werden keine
verwendet. Ansonsten berührt der Bohrer nur das Material das befördert
wird.
Es gibt doch bestimmt Geräte, die man benutzen kann um das wirkende
Moment anzuzeigen, während man die Sache im Handbetrieb hat, wenn sich
das der Berechnung entzieht...
Z.b. eine 1m lange leichte Stange dranmachen und am Ende Gewichte
drauflegen und schauen ab wann es sich dreht... oder sowas... :)
markus schrieb:> ja das Reibmoment hat mir auch etwas kopfzerbrechen gemacht. Der Bohrer> ist über eine Kupplung mit dem Motor verbunden. Lager werden keine> verwendet. Ansonsten berührt der Bohrer nur das Material das befördert> wird.
Aber das Material berührt die Wand, in der die ganze Förderschnecke
steckt.
Wie wärs mal mit ein paar Zeichnungen, in die man dann auch die
wirkenden Kräfte bzw. Momente einzeichnet? Das hat sich schon in meiner
Schulzeit im Fach "Mechanik" extremst bewährt.
Reibungsmoment ist eigentlich ein schlechter Begriff in dem Fall, weil
ja auch die Beschleunigung des Gutes und die Reibung darin und mit den
"Wänden" mit drin ist, also besser einfach Lastmoment... Das ist
natürlich auch gut und gerne von der Fördergeschwindigkeit und einem
eventuellen Staudruck abhängig, falls am Ende eine Düse ist... (Ich
denke gerade an einen Plätzchenspritzer mjam)
markus schrieb:> Lager werden keine> verwendet. Ansonsten berührt der Bohrer nur das Material das befördert> wird.
Dann wirken also die ganzen Vorschubkräfte der Schnecke axial auf das
Motorlager? Du musst also beim Dimensionieren auch berücksichtigen, dass
der Motor das verkraftet
markus schrieb:> Ich hatte mir einen Motor ausgewählt der ein maximales Drehmoment von> 5Nm und eine maximale Drehzahl von 20 U/min hat.
Sind das Fantasiezahlen, die Du uns hier auftischst?
Oder unterschlägst Du uns ein Getriebe?
Zeig doch mal den Motor. Link?
Ja der Motor hat ein Getriebe.
Mit Staudruck der Düse und so, das sprengt dann doch etwas den Rahmen ;)
Aber auch ohne das fehlt mir der Durchblick.
Meine Vorgehensweise:
Ich würde als erstes die Massenträgheitsmomente berechnen für das
Beschleunigungsmoment. Hier wäre dann aber die Frage wie ich das ohne
die Beschleunigungszeit anstelle.
Als nächstes dann die Berechnung von dem Reibmoment (Lastmoment). Hatte
mich da vertan, der Bohrer ist doch gelagert.
Das Problem ist, dass Du uns eigentlich alle interessanten Kenngrößen
unterschlägst, sodass wir Dir alles aus der Nase ziehen müssen, nur um
hinterher wahrscheinlich festzustellen, dass das Übersetzungsverhältnis
dermaßen hoch für den Mechanismus ist, dass der Motor davon fast nichts
mehr mitbekommt.
Das "Gewicht" der Last wird ja vermutlich durch die Zwangkräfte der
Lagerungen aufgebracht, schätze ich?
Dann wären von dem Gewicht hier nur die Auswirkungen auf die
Largerreibung und damit das Reibungsmoment interessant.
Aber das bekommt man auch in Kombination mit der Reibung im bewegten Gut
heraus, integriert in ein gemeinsamens Lastmoment. Dieses Lastmoment
schätze ich intuitiv Geschwindkeitsabhängig ein. Ohne dieses Lastmoment
geht es nicht weiter, das kann man mit gewieften mathematischen Methoden
bestimmt irgendwie berechnen, oder aber man misst es, was mir
praktikabler erscheint.
Ist der Aufbau schon fertig zur Untersuchung? Oder rechnest Du gerade in
der Luft herum?
Das antriebsseitige Trägheitsmoment (1/ü²) liegt zumindest in der
Größenordnug der Rotorträgheit von gängigen permanenterregten Motoren,
also würde ich das mal zwei nehmen, wenn Du keine Daten des Motors hast
(wird bei Bohrmaschinen wohl nicht angegeben).
Okay, Drehzahlmessung ist doch gut machbar, Drehmomentmessung auch,
Winkelbeschleunigung mit etwas Filterung auch... gibt's nicht Geräte,
die man bloß auf eine Achse setzen muss und dann dreht man etwas mit
einer Kurbel mit welchsenden Kräften und das Gerät spuckt einem J und
M_L(omega) aus? Ich habe mal etwas in Richtung Dynamometer gesucht, aber
das war nicht so ganz etwas darunter, was ich mir jetzt so vorstelle.