Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Labornetzteil mit Vorregelung


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von S. E. (crayse)


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Hallo zusammen,
der wahrscheinlich 10000ste Labornetzteilthread, ich weiß, aber ich hab 
auch nach ein bisschen Suchen nichts zu speziell meinem Problem finden 
können.
Ich hab hier einen 24~V Trafo stehen, der schon vor zig Jahren mal so 
halb zu einem Standard-Linearnetzteil mit LM723 verbastelt wurde, 
allerdings wurde das nie so richtig fertig gemacht, ...

Ich wollte das wieder aufnehmen und dachte dabei so an 0-30 V mit 0-3 A 
mit Spannungs- und Strombegrenzungsregelung, also ziemlich 0815. Muss 
auch nicht fancy und programmierbar sein, sondern ganz klassisch mit 
Potis zum drehen. Allerdings ist mir die Verlustleistung am Linearregler 
(im schlechtesten Fall ja rund 90 W) irgendwie zuviel, weil ich wenn 
möglich ohne aktive Kühlung und nicht mit allzu riesigen Kühlkörpern 
auskommen will.

Ich hatte deshalb überlegt, einen Schalt-Vorregler einzubauen, der die 
gleichgerichtete Wechselspannung vorregelt, so dass der Linearregler nur 
noch noch so 5 V verbraten muss und sich die Verluste in erträglichen 
Grenzen halten.

Gibt es da irgendwelche prinzipiellen Probleme, die ich übersehen 
könnte? Muss ich mir über starke Schwingungen der beiden Regler 
gegeneinander Gedanken machen? Um die zu vermeiden hätte ich nen großen 
Kondensator zur Zwischenpufferung nach dem Schaltregler vorgesehen und 
insgesamt versucht die Vorregelung für den Schaltregler eher "träge" zu 
machen. Mir ist klar, dass dann für den Fall, dass die Spannung 
plötzlich hochregeln muss, eine langsame Reaktionszeit zu erwarten ist. 
Das wäre mir aber eher egal, insbesondere will ich ja eine schnelle 
Abschaltzeit bei Überstrom, was dann ja immernoch gut funktionieren 
sollte.

Zur praktischen Umsetzung hätte ich der Einfachheit halber daran 
gedacht, z.B. so ein fertiges Schalt-DC/DC-Modul zu verwenden:

http://www.aliexpress.com/item/DC-DC-step-down-converter-3A-90w-8-40V-to-4-32V-Switching-Power-Supply-buck/1149652403.html

Und dieses dann über einen Mikrocontroller (entweder per PWM oder per 
Digital-Poti) zu regeln. Damit wäre ich ja auch frei darin die Latenz 
der Vorregelung noch in Software zu verändern (und z.B. "langsame" 
Rampen zwischen den Schaltreglersollwerten zu fahren) und z.B. eine 
Übertemperaturabschaltung zu realisieren.
Meint ihr das wäre dazu prinzipiell geeignet, oder würdet ihr mir eher 
raten den Schaltregler gleich selbst zusammenzustellen? Hat bspw. schon 
mal jemand Erfahrungen mit diesem (oder einem ähnlichen) Modul gemacht? 
Weiß z.B. jemand, was da für nen Regler drauf arbeitet? Zumindest den 
Angaben nach, müsste das ja meine Leistung abkönnen.

Ich bin nicht besonders anspruchsvoll an die Qualität der 
Ausgangsspannung. Mit einem leichten Ripple könnte ich sicherlich leben, 
ich hab nicht vor damit irgendwelche Funkanwendungen zu betreiben, o.ä..
Würd mich aber interessieren, ob ihr z.B. meint, dass sich dieser 
Aufwand mit zusätzlichem Linearregler nicht lohnt, und dass man da ja 
gleich nen reinen Schaltregler machen könnte, ...
Ich hoffe halt, dass sich der Linearregler (insbesondere bei der 
Überstromabschaltung) insgesamt schneller und gutmütiger verhält.

Ach ja, habt ihr für die Linearregelung irgendwelche speziellen 
Empfehlungen? Old-fashioned LM723? Oder dieses Funkschau-Netzteil aus 
den 70ern? Soll aber nicht unbedingt in ner Glaubensdiskussion ausarten 
... ;-)

Freu mich auf jeden Fall schon über Antworten, oder auch über eure 
Erfahrungen mit ähnlichen vorgeregelten Linearnetzteilen.

Grüße

Sven

von MaWin (Gast)


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S. E. schrieb:
> Gibt es da irgendwelche prinzipiellen Probleme, die ich übersehen könnte?

Zwei Regler hintereinander sind immer ein Stabilitätsproblem, wenn sie 
gleichschnell regeln. Da aber der Schaltregler viel langsamer sein wird, 
gibt es gleich das Probkem, wenn der Linearrdgler weiter aufregelt 
(Stromquelle und Last wird geringer) dass dann erst mal weniger als 5V 
davor sind, vuelleicht 3V zu wenig und der Regler aus der Regelung 
fällt. Zum Ausregeln der Schaltreglerstörungen isf ein Linearregler 
jedoch zu langsam, da hilft eher ein UKW Filter.

30V aus einem 24V Trafo holen zu wollen, und das auch noch bri 5V mehr 
Spannjngsverlust, ist allerdings sportlich, bzw. bedeutet dass du es nie 
nachgerechnet hast. Selbst ohne Vorregler bekommt ein LM723 da gerade 
24V raus.

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9

von Deneriel (Gast)


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Unser tägliches Netzteil gib uns heute...

90W würde ich mit 2-3 Stück BD249 linear machen. Häng einfach nen alten 
CPU-Kühler dran und schalte den Lüfter ein, wenns warm wird. So eine CPU 
hat unter Last deutlich mehr Abwärme los zu werden.

Für die Regelung kannste nen Regler aufblasen oder diskret mit dem 
Dual-OpAmp nach Schema F. Aber Vorsicht - Letzteres neigt gerne zum 
Schwingen, wenn die Schleifenverstärkung zu hoch ist.

Und was zum Geier willst du mit einem Digitalpoti? Die 
08/15-Schaltregler bekommen einfach nur eine Steuerspannung via 
Spannungsteiler. Das kann man doch analog machen ohne von hinten durch 
die Brust ins Auge.
Digitalpoti...

Wie dick ist denn dein Trafo? 30V bei 3A aus einem 24V-Trafo ist 
ziemlich ambitioniert. 24V * sqrt(2) - 2x Ufluss der 
Gleich-Riecht-Er-Dioden - [1..3]V Spannungsfall am Linearregler.
Rechne mal aus, wie hoch der Ladestrom deines Siebelko da wird, und wie 
dick der werden muss um den Ripple in erträglichem Maße zu halten.
Realistisch sind eher 25-28V, zumindest bei nennenswerter Last.

Und JETZT kannst du nicht mehr sagen, die Forensuche sagt nichts zu 
deinen Problemen!

von Helge A. (besupreme)


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Wenn du schon eine 723 - Schaltung hast, kannst du einen 
Schalt-Vorregler über die Ausgangsspannung mit ansteuern. 
Mindestspannung vom 723 ist 10V (9,5 nach Datenblatt). Das sollte sich 
mit einem Operationsverstärker und ein paar Widerständen bewerkstelligen 
lassen.

Ich hab ein älteres 30V/8A Netzteil mit 723, das nach einer ähnlichen 
Behandlung schreit. Das kommt irgendwann im Frühling unter den 
Lötkolben.

von Andrew T. (marsufant)


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S. E. schrieb:
> Hallo zusammen,

mal davon abgesehen das Du Deine ick wohl an "crazy" anlehnest ..

> der wahrscheinlich 10000ste Labornetzteilthread, ich weiß, aber ich hab
> auch nach ein bisschen Suchen nichts zu speziell meinem Problem finden
> können.

Nimm:
http://www.mikrocontroller.net/articles/Nachbausicheres_Klein_Labornetzgerät

> Ich wollte das wieder aufnehmen und dachte dabei so an 0-30 V mit 0-3 A
> mit Spannungs- und Strombegrenzungsregelung, also ziemlich 0815. Muss
> auch nicht fancy und programmierbar sein, sondern ganz klassisch mit
> Potis zum drehen. Allerdings ist mir die Verlustleistung am Linearregler
> (im schlechtesten Fall ja rund 90 W) irgendwie zuviel, weil ich wenn
> möglich ohne aktive Kühlung und nicht mit allzu riesigen Kühlkörpern
> auskommen will.

eben das ist nachbausicher gelöst in:

http://www.mikrocontroller.net/articles/Nachbausicheres_Klein_Labornetzgerät

>
> Ich hatte deshalb überlegt, einen Schalt-Vorregler einzubauen, der die
> gleichgerichtete Wechselspannung vorregelt, so dass der Linearregler nur
> noch noch so 5 V verbraten muss und sich die Verluste in erträglichen
> Grenzen halten.

An sich ein interessater Ansatz, aber für 90W nicht wirklich lohnend.
Die Details habe ndie vorposter dir schon erläutert.
Und da Du schon seit Jahren an der Variante ohne Vorregler sitzt und 
noch immer auf deren Funktion hoffst,
nochmals der deutliche hinweis:

http://www.mikrocontroller.net/articles/Nachbausicheres_Klein_Labornetzgerät


>
> Freu mich auf jeden Fall schon über Antworten, oder auch über eure
> Erfahrungen mit ähnlichen vorgeregelten Linearnetzteilen.
>

WARNUNG:
Der oben empfohlene Link hat den gewaltigen Nachteil, das er fast in 
99,95% der Fälle schon im ersten aufbau funktioniert.
D.h. man hat nicht das Vergnügen der jahrelangen zermürbenden 
Fehlersuche.
Wenn du mit dieser Einschränkung leben kannst...

scnr.

von S. E. (crayse)


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Oh wow, cool, so viele kompetente Antworten in so kurzer Zeit.
Danke schonmal dafür!

@Mawin:

> Zwei Regler hintereinander sind immer ein Stabilitätsproblem, wenn sie
> gleichschnell regeln. Da aber der Schaltregler viel langsamer sein wird,
> gibt es gleich das Probkem, wenn der Linearrdgler weiter aufregelt
> (Stromquelle und Last wird geringer) dass dann erst mal weniger als 5V
> davor sind, vuelleicht 3V zu wenig und der Regler aus der Regelung
> fällt. Zum Ausregeln der Schaltreglerstörungen isf ein Linearregler
> jedoch zu langsam, da hilft eher ein UKW Filter.

Damit wir uns richtig verstehen, du meinst den Fall, dass der aktuelle 
Sollwert des Schaltreglers zwar richtig eingestellt ist (x Volt über der 
Sollausgangsspannung), aber jetzt z.B. eine große Last angeschlossen 
wird. Der Linearregler würde aufregeln, aber du würdest sagen, dass der 
Schaltregler nicht schnell genug nachregelt, um die nötige 
Regeldifferenz stabil halten zu können?
Könnte man das nicht mit großen Kondensatoren genug puffern, dass der 
Linearregler immer genug Spannungsdifferenz sieht?
Dass der Fall, dass der Sollwert zu klein ist, problematischer ist, ist 
mir klar.

> 30V aus einem 24V Trafo holen zu wollen, und das auch noch bri 5V mehr
> Spannjngsverlust, ist allerdings sportlich, bzw. bedeutet dass du es nie
> nachgerechnet hast. Selbst ohne Vorregler bekommt ein LM723 da gerade
> 24V raus.

Oh ja, vielen Dank für den Hinweis und den Link dazu. Nein, 
nachgerechnet hatte ich ehrlich gesagt nicht (also nicht richtig, 
insbesondere hab ich so wichtige "Details" wie Netzspannungsschwankungen 
nicht berücksichtigt). Wie ihr merkt ist das ja auch alles noch nicht 
bis zum Ende durchdacht, deswegen frage ich ja Experten wie euch. ;-)

Mit 24 V wär ich aber auch zufrieden. Eigentlich hab ich ja auch schon 
ein funktionierendes Linearnetzteil (von zweifelhafter Qualität), geht 
mir also auch mehr um den Spaß am Basteln als um das Ergebnis. 
Funktionieren muss es aber am Ende schon zumindest so gut, dass es mir 
nicht durch irgendwelche Regelfehler was kaputt macht, o.ä..

@Deneriel

> 90W würde ich mit 2-3 Stück BD249 linear machen. Häng einfach nen alten
> CPU-Kühler dran und schalte den Lüfter ein, wenns warm wird. So eine CPU
> hat unter Last deutlich mehr Abwärme los zu werden.

Dass das so geht, wusste ich schon. Kannst du mir auch sagen, warum du 
dass so machen würdest? Wie gesagt Lüfter möchte ich möglichst vermeiden 
...

> Und was zum Geier willst du mit einem Digitalpoti? Die
> 08/15-Schaltregler bekommen einfach nur eine Steuerspannung via
> Spannungsteiler. Das kann man doch analog machen ohne von hinten durch
> die Brust ins Auge.
> Digitalpoti...

Kann man auch analog machen, das ist klar. Mit MC wär ich etwas 
flexibler im Regelverhalten und könnte z.B. den Sollwert hoch halten, 
wenn die Spannung nur für einige ms auf einen niedrigen Wert einbricht. 
Insbesondere könnte ich das dann auch am Ende noch flexibel ändern. 
Theoretisch könnte man ja sogar die vom Linearregler verbratene Leistung 
loggen und dann irgendwann runterregeln, wenn einem das zu viel wird.
Oder verschieden Modi machen, solche in denen man sie runterregelt und 
solche in denen man's nicht tut und dafür dann (kurzzeitig) eine 
Erwärmung in Kauf nimmt (mit Übertemperaturabschaltung versteht sich).

Bin auch kein Fan von Digitalpotis, aber das würde halt für das 
Fertigmodul den geringsten Aufwand bedeuten, weil man das Poti von dem 
dann einfach durch sowas ersetzt. PWM ginge bestimmt auch, müsste man 
halt dort noch nen Widerstand auslöten o.ä.. Um das zu entscheiden 
müsste ich wohl erstmal wissen, was da für ein Chip läuft und wie das 
Modul aufgebaut ist.

> Wie dick ist denn dein Trafo?
Guter Punkt, der ist ziemlich dick. Macht plätzmäßig am Ende sicher die 
Hälfte des Volumens und deutlich mehr als die Hälfte des Endgewichts 
aus. Ich schau vor dem Bauen nochmal nach, meine aber was von mindestens 
120 VAC gelesen zu haben, könnte aber sogar auch mehr sein.

> Realistisch sind eher 25-28V, zumindest bei nennenswerter Last.

Da hast du recht, das war ziemlich blauäugig von mir da einfach 
irgendwelchen Bastelanleitungen zu glauben, man könnte da 30 V 
rausholen. Ist mir aber eigentlich auch nicht so wichtig, denke ich.

> Und JETZT kannst du nicht mehr sagen, die Forensuche sagt nichts zu
deinen Problemen!

Damit meinte ich vor allem die Sache mit der Schaltvorregelung. Dachte 
aber, wenn ich schon dabei bin frag ich auch nochmal nach anderen 
Sachen. Sorry, wenn das jetzt so ankommt, als würde ich gar nichts 
vorher lesen und direkt bei allem nachfragen, das war nicht 
beabsichtigt.

@ Helge A.
> Wenn du schon eine 723 - Schaltung hast, kannst du einen
> Schalt-Vorregler über die Ausgangsspannung mit ansteuern.
> Mindestspannung vom 723 ist 10V (9,5 nach Datenblatt). Das sollte sich
> mit einem Operationsverstärker und ein paar Widerständen bewerkstelligen
> lassen.

Das ist nicht so. Das wurde nie zu Ende gebaut und ich bin mir auch 
nicht sicher, ob es jemals funktioniert hätte.
Die 10V Mindestspannung sind ein guter Punkt. Man müsste die Versorgung 
des Linearreglers wohl möglichst vor dem Schaltregler abgreifen, damit 
der immer genug "Saft" hat, selbst wenn man mit dem Schaltregler auf 
z.B. 5 V runterregelt. Ist aber wie gesagt noch nicht wirklich 
durchgeplant.

@Andrew:
Danke für deinen deutlichen Hinweis und den Link! ;-)
Den Trafo möchte ich allerdings ungern umwickeln, bzw. durch einen 
anderen ersetzen. Das wär so ziemlich meine einzige Konstante bei dem 
ganzen Projekt, glaub ich.


@ All:
Der Tenor ist klar angekommen: Eigentlich empfehlt ihr fast ausnahmslos 
das direkt linear zu machen, wenn ich euch da mal richtig verstehe. 
Wahrscheinlich mach ich das am Ende auch so und dazu gibts ja wirklich 
genug Stoff hier im Forum bzw. sonst im Netz um das seriös zu planen.

Trotzdem freu ich mich natürlich über Hinweise und Erfahrungen darüber, 
ob das im Prinzip (einigermaßen stabil) geht und wo die Fallstricke 
liegen. Am liebsten natürlich von Projekten wo ihr (oder wer anderes) 
selbst mal ähnliches probiert habt. Oder auch von Links auf Pläne die 
sowas in der Art realisieren. Ob das für meinen Fall wirklich passt oder 
nicht, ist ja eher irrelevant, darf auch gerne eine theoretische 
Diskussion bleiben. ;-)

von Andrew T. (marsufant)


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S. E. schrieb:
>
> @Andrew:
> Danke für deinen deutlichen Hinweis und den Link! ;-)
> Den Trafo möchte ich allerdings ungern umwickeln, bzw. durch einen
> anderen ersetzen. Das wär so ziemlich meine einzige Konstante bei dem
> ganzen Projekt, glaub ich.


Da Du eh auf eine anderen Trafo gehen solltest (schreiben über das 
"Warum" ja die anderne Vorposter): Ein geeigneter 2x18V / 4A Trafo ist 
nicht soo teuer, und da Du dir bereits viel Mühe machst beim Vorplanen 
-- sollte man diese "Konstante" Deiens Projektes  eher variable geslten 
.-)

Will sagen: Einmal richtig eingekauft, und gut ist .

>
>
> @ All:
> Der Tenor ist klar angekommen: Eigentlich empfehlt ihr fast ausnahmslos
> das direkt linear zu machen, wenn ich euch da mal richtig verstehe.


Nun, vor allem das ausgangsspannungsabhängige "Umschalten" der 
sekundärwicklung wäre eine  Überlegung wert.
Selber wickeln würde ich heute auch nicht mehr, die Fertigtrafos sind 
sehr gut und preislich im Rahmen.

von Udo S. (urschmitt)


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S. E. schrieb:
> er Linearregler würde aufregeln, aber du würdest sagen, dass der
> Schaltregler nicht schnell genug nachregelt, um die nötige
> Regeldifferenz stabil halten zu können?

Nein!
Es geht darum: Wenn du dein Netzteil als Konstantstromquelle benutzt und 
die Last kleiner wird (also der Lastwiderstand plötzlich größer) dann 
muss das Netzteil um den Strom konstant zu halten die Spannung erhöhen. 
Normalerweise schafft das eine Regelung innerhalb von Millisekunden.
Wenn du aber ein Vorregler dran hast oder eine Umschaltung der 
Trafowicklungen, dann braucht das zumindest eine Halbwelle der 50Hz 
Netzspannung um den Siebelko entsprechend auf die höhere Spannung 
aufzuladen.

Wenn du mit dem Manko leben kannst daß ein Konstantstrombetrieb mit 
schnell wechselnder Last nicht funktioniert, dann kannst du sowas 
machen, ansonsten eher die volle Spannung an den Siebelko und höhere 
Verlustleistung akzeptieren.

: Bearbeitet durch User
von MaWin (Gast)


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S. E. schrieb:
> Könnte man das nicht mit großen Kondensatoren genug puffern

Nein, deshalb verwendete ich das Beispiel, daß das Nezteil den Strom 
konstant halten soll, in dem es mit der Spannung rauf muss.

von S. E. (crayse)


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> Nein, deshalb verwendete ich das Beispiel, daß das Nezteil den Strom
> konstant halten soll, in dem es mit der Spannung rauf muss.

Ok, ja, das war mir schon klar. Das meinte ich mit:
> Mir ist klar, dass dann für den Fall, dass die Spannung
> plötzlich hochregeln muss, eine langsame Reaktionszeit zu erwarten ist.

Sorry, dass ich mich da missverständlich ausgedrückt hatte. Damit könnte 
ich wie gesagt leben. Ich benutze mein Netzteil eigentlich eh nie als 
Stromquelle. Insbesondere würde ich das wahrscheinlich nicht für so hohe 
Ströme tun. Die Strombegrenzung ist dagegen etwas, was ich schon öfter 
brauchen kann.

Für kleine Ströme, bzw. kurzzeitig auch für große, könnte man ja die 
Vorregelung per Knopfdruck abschalten, oder so. Falls ich das wirklich 
mal brauchen sollte.

von Ulrich (Gast)


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Den Vorregler sollte man schon für den vollen Strom auslegen. Der Elko 
zu Puffern muss auch nicht so groß sein - viel mehr als einige Periode 
des Schaltreglers müssen es gar nicht sein. Um 3 A bei 1 V 
Spannungsabfall für vielleicht 0.1 ms zu puffern braucht es nur 300 µF.
Deutlich mehr Kapazität hat da Eigentlich nur Nachteile, weil langsamer 
reagiert werden kann und ggf. auch die Endstufentransistoren im Falle 
eines Kurzschuss am Ausgang mehr Energie umsetzen müssen. gegen 
Störungen vom Schaltregler ist ein LC Filter viel Effektiver als nur ein 
großer ELko. Die Grundfrequenz des Schaltreglers sollte der Lineare Teil 
noch ausregeln können.

Wenn man wollte könnte man ggf. auch der linearen Endstufe die 
Möglichkeit geben kurzzeitig die volle Spannung zu nutzen, als eine Art 
Überbrückung.

Die vom Vorregler reduzierte Spannung wird eigentlich nur für die 
Endstufe gebraucht. Die eigentliche Regelschaltung kann auch gut mit den 
vollen etwa 35 V laufen (ggf. mit Begrenzung der Spannung für den OP auf 
z.B. 35 V). So verliert man nicht noch zusätzliche Spannung.

von ./. (Gast)


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Es gab hier auch mal eine Schaltung mit einem Thyristor(/Triac ?)
zum vorregeln. Das das dynamisch nicht gerade guenstig ist, wurde
ja schon diskutiert. Auf der anderen Seite braucht man dann
keinen extra Schaltregler der ja auch Probleme bereiten kann.

von Ulrich (Gast)


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Früher hat man teils die Vorregelung mit Tyristoren gemacht. Allerdings 
erzeugt das ziemliche Verzerrungen im Netz und belastet des Trafo und 
die Elkos ggf. mehr. Auch da kann man ggf. Hochfrequente Störungen (beim 
Zünden des Tyristors) bekommen, wenn auch mit anderer Frequenz bzw. 
Zeitabhängigkeit. Beim echten Schaltregler könnte man ggf. bei kleiner 
Spannung deutlich mehr Strom (etwa 6 A bei 12 V) heraus hohlen. Bei der 
Tyristorschaltung müsste man erst klären ob man da die 3 A auch bei 12 V 
noch bekommt, oder ggf. eine schwere 100 Hz Drossel braucht und dann die 
25 V nicht mehr erreicht.

Bei einem Trafo mit Zwischenabgriff wäre ggf. eine Nutzung der 2. 
kleineren Spannung schon ein Alternative. Davon hat der TO aber nichts 
geschrieben.

Der Schaltregler kann ggf. auch ein ganz einfacher Typ mit definiertem 
Ausgangsrippel sein. Der Linear-regler ist dabei eine eher gutmütige 
Last, so dass die Stabilität des Schaltregler kein größeres Problem ist. 
Die Entkopplung der Last vom Schaltregler ist durchaus auch eine 
Motivation da noch den Linearregler zwischen zu haben.

von S. E. (crayse)


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@ Ulrich:
Danke für die Antworten und die guten Vorschläge.
Hast du sowas schonmal gemacht?

von Michael L. (michaelx)


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MaWin schrieb:
> 30V aus einem 24V Trafo holen zu wollen, und das auch noch bri 5V mehr
> Spannjngsverlust, ist allerdings sportlich, bzw. bedeutet dass du es nie
> nachgerechnet hast. Selbst ohne Vorregler bekommt ein LM723 da gerade
> 24V raus.

Hallo MaWin,

Entschuldigung (auch an den TO) wenn ich mich hier mal kurz anhänge. Ich 
bin durch Zufall über diesen Artikel gestopltert:

http://www.mikrocontroller.net/articles/Projekt:_Labornetzteil#L.C3.A4ngsregler_40V_1A

Da wird genau so "sportlich" gerechnet, und ich hatte sofort starke 
Zweifel. Meiner Meinung nach fehlt mindestens der Ri des Trafos, ich 
habe es mal simuliert, und bin zu dem Ergebnis lt. Anlagen gekommen.
Leider bin ich nicht der Experte, um das abschließend zu beurteilen.

.-)

von Helge A. (besupreme)


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Ich vermute, daß 4 Ohm nur für einen recht kleinen Trafo gelten würden. 
Das hat mir einmal für eine böse Überraschung gesorgt: Bei einem 
12V/60VA Trafo und 10mF Elko sind mir schon Shottkies gestorben, die 
nach Datenblatt 80A Spitzenstrom und 15A Dauerstrom leisten konnten.

Die Impedanz eies Trafos läßt sich ganz grob abschätzen über das 
Verhältnis von Leerlaufspannung zur Spannung bei Nennlast.

von Michael L. (michaelx)


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Helge A. schrieb:
> Ich vermute, daß 4 Ohm nur für einen recht kleinen Trafo gelten würden.

Ich habe auch wenig Erfahrungen mit der Dimesionierung von Netzteilen 
und Trafos, und keine eigenen Werte für Ri des Trafos. Die 4 Ohm habe 
ich von

http://www.electronicdeveloper.de/SpannungTrafoBruecke2.aspx

Dagegen hat der "Held" dieses Artikels

http://www.mikrocontroller.net/articles/Projekt:_Labornetzteil#L.C3.A4ngsregler_40V_1A

mit NULL Ohm simuliert. Das hat mit jedenfalls sofort "weh" getan, das 
konnte schon "vom Gefühl her" nicht richtig sein.

;-)

Edit: Wieso spricht 4 Ohm eher für einen recht kleinen Trafo? Muss der 
Ri bei einem "großen" Trafo nicht eher kleiner als bei einem kleinen 
Trafo sein, damit man die entsprechend große Leistung überhaupt aus dem 
Trafo entnehmen kann!?

:-/

: Bearbeitet durch User
von Deneriel (Gast)


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So, das Wochenende ist vorbei ;-)

@crayse:
Klassisch lineare Ausführung, weil die Verlustleistung sich bei deinen 
angepeilten Werten in einem durchaus überschaubaren Rahmen bewegt. Für 
den Normalfall am Basteltisch wirst du das Netzteil ohnehin eher 
kurzzeitig voll belasten. Etwa für die Zeit in der deine Schaltung den 
Magic Smoke raus lässt, oder um mal einen Motor anlaufen zu lassen, 
einen Elko zu laden, usw.

Ich bin nunmal ein Anhänger des KISS-Prinzips. "Keep it stupid simple!"
Ein Vorregler erhöht die Komplexität des Ganzen, und stellt damit eine 
weitere Fehlerquelle dar. Das Gleiche passiert auch wenn man einen µC 
einbaut.
Wenn man den µC nicht nur für den Vorregler sondern auch noch als 
Steuerung oder gar Regelelement für den Linarregler hernimmt, kann man 
die Schaltung am Ausgang schon allein mit Programmierfehlern töten. Das 
ist moderne Technik, denn vor 50 Jahren wäre das SO nicht möglich 
gewesen.
Demnach: Da der Vorregler zur Beherrschung der Verlustleistung nicht 
zwingend notwendig aber eine mögliche Fehlerursache ist: Lass ihn weg.

Wenn du auf einen Lüfter verzichten willst, gilt für den Kühler das 
zweite Prinzip: Think big!
Oder anders gesagt: Wenn du etwas dadurch zum Funktionieren bringen 
kannst, dass du es größer machst - bau's gleich größer!
Mit genügend Kühlfläche ist die Leistung deines Netzteiles durchaus 
passiv weg zu bekommen. Zumal die 90W das Worst Case Szenario sind.

Oh, und gegen Digitalpotis habe ich eine Abneigung entwickelt. Die 
sollen hier ständig zur Lösung von Problemen vergewaltigt werden die 
eigentlich gar nicht existieren :-/ Ich kann auch nen simplen LM317 
mittels Digitalpoti steuern - aber sinnvoll ist das nicht.

von GB (Gast)


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Schau mal in die Schaltpläne von delta Elektronika (z.B. hier):
http://ko4bb.com/manuals/index.php?dir=09)_Misc_Test_Equipment/Delta%20Elektronika
Die arbeiten schon seit ewigen Zeiten mit Vorregelung, und das rein 
Analog.

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