Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Was ist eine gute Kalibrierquelle


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von Andreas H. (andreas1993)


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Guten Tag,

meine Frage wäre schon im Betreff gestellt. Was ist eine gute 
Kalibrierquelle ( bzw. was ist überhaupt eine Kalibrierquelle)?

Ist das so was ähnliches wie ein Frequenzgenerator?

Gruß
Andreas

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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von Raimund R. (corvuscorax)


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Da stellt sich pauschal erst einmal die Frage, welche physikalischen 
Größen Du 'kalibrieren' möchtest?
Dann geht es weiter mit der generellen Frage, ob Du ein Gerät nur 
'justieren' willst oder tatsächlich 'kalibrieren' musst?

Denn:
Kalibrieren bedeutet die Abweichung des Istwertes zum Sollwert 
aufzuzeigen unter Angabe der Messunsicherheit und der verwendeten 
Messmittel, die natürlich besser (in Genauigkeit und Auflösung) sein 
sollten als das zu vermessende Objekt.

Kalibrierte Messmittel sind auch auf Ihre Urformen (die für Deutschland 
überwiegend bei der PTB in Braunschweig stehen) rückführbar.
Z.B. steht das Zeit-/Frequenznormal dort, von der dann die offizielle 
Zeit bei einem Sender (bekannt unter "DCF77") in Mainflingen (bei 
Frankfurt/M) ausgestrahl wird.
Für Längen wäre es das Ur-Meter, dass, wenn ich mich recht erinnere, 
irgendwo in Paris (Frankreich) steht.

von Bitflüsterer (Gast)


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>Für Längen wäre es das Ur-Meter, dass, wenn ich mich recht erinnere,
>irgendwo in Paris (Frankreich) steht.

Seit 1960 ist es nicht mehr die Grundlage.

von Bitflüsterer (Gast)


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Hier: http://www.helmut-singer.de/stock/x18.html

kannst Du Dir mal verschiedene Geräte und Bauteile anschauen die man zum 
Kalibrieren benutzt.

von Harald W. (wilhelms)


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Raimund Rabe schrieb:

> Für Längen wäre es das Ur-Meter, dass, wenn ich mich recht erinnere,
> irgendwo in Paris (Frankreich) steht.

Davon hat aber damals fast jedes Land eine Kopie bekommen.
Die PTB hat m.W. inzwischen drei. :-)
Allerdings ist das Meter schon längere Zeit über die Licht-
geschwindigkeit definiert.
Gruss
Harald

von U. B. (pasewalker)


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Damit kann man schon einiges machen (nicht ganz billig):

http://cal-center.com/images/products/5720A_1355493755_9648.jpg

von M. K. (sylaina)


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Also ich finde ja, eine gute Kalibrierquelle ist eine Quelle, die 
überall, zu jeder Zeit die exakt selbe Menge abgibt. Aber die Ansichten 
sind ja verschieden… :D

von Wolfgang (Gast)


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Andreas Hoffmann schrieb:
> Ist das so was ähnliches wie ein Frequenzgenerator?

Nein, ein Frequenzzähler ist ein Frequenzmesser, genaugenommen ein 
Frequenzvergleicher. Er zeigt an, wie die Frequenz eines zugeführten 
Signales im Verhältnis zum eingebauten oder extern angeschlossenen 
Vergleichssignal ist. Das Vergleichssignal kann von einer 
Kalibrierquelle kommen.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Wolfgang schrieb:
> Andreas Hoffmann schrieb:
>> Ist das so was ähnliches wie ein Frequenzgenerator?
>
> Nein, ein Frequenzzähler ist ein Frequenzmesser

Thema verfehlt. Gefragt war nach einem Frequenz_generator_.

@Andreas: Kalibrierquelle für welche physikalische Größe? Spannung? 
Widerstand? Frequenz? Masse?

Häufig verwendet man im Hobbybereich keine Kalibrierquelle mit genau 
bekanntem Wert, sondern nimmt eine normale kurzzeitstabile Quelle und 
ein Vergleichsmeßgerät. Das sollte natürlich deutlich besser sein als 
das zu kalibrierende (oder abzugleichende) Gerät.

Die Quelle für eine Spannung könnte dann z.B. ein Labornetzteil sein. Da 
schließt man einfach beide Meßgeräte an und stellt die gewünschte 
Kalibrierspannung ein (gemessen mit dem Vergleichsgerät).


XL

von lalala (Gast)


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Michael Köhler schrieb:
> Also ich finde ja, eine gute Kalibrierquelle ist eine Quelle, die
> überall, zu jeder Zeit die exakt selbe Menge abgibt. Aber die Ansichten
> sind ja verschieden… :D

Und mit welcher Abweichung ist bei Dir exakt noch exakt?

von Harald W. (wilhelms)


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Michael Köhler schrieb:

> Also ich finde ja, eine gute Kalibrierquelle ist eine Quelle, die
> überall, zu jeder Zeit die exakt selbe Menge abgibt.

Wenn es sich dabei um eine elektrische Spannung handelt,
ginge das nur mit einem Referenzelement, welches auf den
Josephson-Effekt beruht.
Gruss
Harald

von Udo S. (urschmitt)


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Michael Köhler schrieb:
> die exakt selbe Menge abgibt

In Experimentalphysik hättest du für die Aussage ein "ungenügend" 
erhalten.
In Messtechnik auch :-)

von Wolle G. (wolleg)


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Harald Wilhelms schrieb:
> Allerdings ist das Meter schon längere Zeit über die Licht-
> geschwindigkeit definiert.

muss Dich korrigieren
1m ist gleich 1 650 763,73 Wellenlängen der orangefarbenen Spektrallinie 
des Krypton 86 (meine Literatur Stand von 1975)

von Harald W. (wilhelms)


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wolle g. schrieb:

>> Allerdings ist das Meter schon längere Zeit über die Licht-
>> geschwindigkeit definiert.
>
> muss Dich korrigieren
> 1m ist gleich 1 650 763,73 Wellenlängen der orangefarbenen Spektrallinie
> des Krypton 86 (meine Literatur Stand von 1975)

Hatten wir zu der Zeit in D nicht noch einen Kaiser?
http://de.wikipedia.org/wiki/Meter

von U. B. (pasewalker)


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@wolle g.:

Seit 1983 ist das Meter aus der Basiseinheit 1 Sekunde und der 
Vakuumlichtgeschwindigkeit definiert, s.u.:

http://de.wikipedia.org/wiki/Urmeter#Neudefinitionen_des_Meters_aufgrund_Optik_und_Zeitmessung

von Bastler (Gast)


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Hallo,

ich stelle mal eine Anschlussfrage:

Wenn ich mein Multimeter kalibrieren möchte ("ganau genug einstellen" 
reicht auch aus...), was wäre die genauste Spannungsreferenz welche ein 
Hobbyanwender in Chipform zu bezahlbaren Preisen (also max. im 50 Euro 
Bereich) bekommen kann ?
Also sowas wie ein Präzesions 7805 (wobei es mir aber nicht auf die 5V 
ankommt - es kann auch jede andere "sinnvolle" Spannung sein), aber 
ähnlich einfach in der Beschaltung ?
Wie gesagt - es geht nicht um die "perfekte, zertifizierte" 
Kalibrierquelle - sondern um das auf einfachen und bezahlbaren Weg für 
einen neugierigen Hobbyisten.

mfg

   Bastler

von Harald W. (wilhelms)


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Bastler schrieb:

> auf einfachen und bezahlbaren Weg für einen neugierigen Hobbyisten.

Ladegeräte für Li Akkus sollten bei vollem Akku normalerweise
4,2V bei einer Genauigkeit von 1% haben. Neue Zinkkohleelemente
eine Ausgangsspannung von 1,64V bei ebenfalls 1%. Vielleicht
reicht Dir das ja schon. Es muss ja nicht immer gleich ein
Josephson-Element sein. :-)
Gruss
Harald

von Daniel (Gast)


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von Anja (Gast)


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Bastler schrieb:
> sondern um das auf einfachen und bezahlbaren Weg für
> einen neugierigen Hobbyisten.

Hier wird Dir geholfen:

http://www.voltagestandard.com/

oder such mal nach AD584LH in der Bucht.

Alternativ kannst Du auch eine ISL21009 Referenz (0.5mV bei 25 Grad) 
oder einen MAX6350 verwenden.

Gruß Anja

von Wolle G. (wolleg)


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Harald Wilhelms schrieb:
> Hatten wir zu der Zeit in D nicht noch einen Kaiser?

Ein Glück, dass ich eine Jahreszahl angegeben hatte!
sonst: peinlich,peinlich

von Axel S. (a-za-z0-9)


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U. B. schrieb:

> Seit 1983 ist das Meter aus der Basiseinheit 1 Sekunde und der
> Vakuumlichtgeschwindigkeit definiert, s.u.:

Wobei diese "Definition" fragwürdig ist.

Genau genommen ist das nämlich keine Definition, sondern nur ein 
Meßwert. Schon bei der Lichtgeschwindigkeit ist deren konstanter Wert 
nur postuliert. Die Sekunde leitet sich aus der mittleren Länge des 
Sonnentages ab, von der man seit einigen Jahrzehnten weiß daß sie nicht 
wirklich konstant ist (die Erde rotiert immer langsamer, womit die Länge 
des Tages zunimmt). Das Meter ist ursprünglich definiert als der 
40-millionste Teil des Erdumfangs, was angesichts von Plattentektonik 
und relativistischer Raumkrümmung auch nur näherungsweise konstant ist.

Am Ende sind alle Einheiten (außer vielleicht der Lichtgeschwindig- 
keit) nur Übereinkunft. Wenn das "wahre" Meter doppelt so lang wäre wie 
unseres und die "wahre" Sekunde ebenso, dann würden wir überhaupt keinen 
Unterschied bemerken können. Oder anders gesagt: wenn die Franzosen 
damals das Meter nicht als den 40-millionsten, sondern als den 
50-millionsten Teil des (geschätzten) Erdumfangs definiert hätten, 
dann wäre der Nennwert der Lichtgeschwindigkeit heute eben 375 Mio km/s. 
Sobald man eine der Größen (willkürlich) festlegt, erhält man den 
passenden Wert der anderen.

Und deswegen habe ich arge Bauchschmerzen dabei, die Festlegung, was 
denn ein amtlicher Meter sei, auf Basis der Lichtgeschwindigkeit eine 
Definition zu nennen. Denn genau genommen ist es nur die willkürliche 
Festlegung auf einen (von vielen möglichen) Meßwerten für die 
Vermessung des "echten" Meters. Hätte man diese Messunng 10 Jahre später 
durchgeführt, dann hätte man wegen des dann längeren Sonnentags halt 
eine andere Zahl heraus bekommen. Und die wäre praktisch genauso gut 
gewesen.


XL

von Kai S. (kai1986)


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Axel Schwenke schrieb:
> Die Sekunde leitet sich aus der mittleren Länge des
> Sonnentages ab, von der man seit einigen Jahrzehnten weiß daß sie nicht
> wirklich konstant ist (die Erde rotiert immer langsamer, womit die Länge
> des Tages zunimmt).

Das ist die Herkunft der Sekunde, im Zuge der Neudefinition aller 
Basiseinheiten wurde die aber neu Festgelegt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sekunde


Axel Schwenke schrieb:
> Schon bei der Lichtgeschwindigkeit ist deren konstanter Wert
> nur postuliert.

Naja, praktisch deuten alle Experimente der letzten 100 Jahren darauf 
hin, das die Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen den gleichen 
Wert hat. Als einzige Abweichung von der konstanz der 
Lichtgeschwindigkeit wird im Moment die Abhängigkeit von der Wellenlänge 
gehandelt. Die liegt aber wenn im Moment noch unter unserer 
Längenmessfähigkeit. Wenn sich diese Vermutungen bestätigen sollten 
müsste man dann lediglich noch die Frequenz festlegen, bei der die 
Lichtgeschwindigkeit gemessen werden soll.

Es wird zudem seit vielen Jahren (Jahrzehnten) Aufwand getrieben, alle 
Basiseinheiten so festzulegen, das sie sich physikalisch sehr genau und 
einfach messen lassen. Zudem sollen sie ja Unveränderlich sein.

Das die Größen irgendwann mal willkürlich festgelegt wurde liegt in der 
Natur der Sache, da es keine "natürliche" Einheit gibt.

Gruß Kai

von Achim H. (anymouse)


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Axel Schwenke schrieb:
> Die Sekunde leitet sich aus der mittleren Länge des
> Sonnentages ab, von der man seit einigen Jahrzehnten weiß daß sie nicht
> wirklich konstant ist (die Erde rotiert immer langsamer, womit die Länge
> des Tages zunimmt).

Vorher Sonnentag, um die 1900-Jahrhundertwende dann mittlere Länge und 
Sternentag (die Erde eiert auch etwas), und ab 1967 dann die Definition 
über die Cäsiumfrequenz.

Axel Schwenke schrieb:
> Und die wäre praktisch genauso gut gewesen.
Ja, wäre sie, und vermutlich auch mit der davor etwas ungenaueren 
Definition in Übereinstimmung.



Aber das ist doch genau das, was man mit der Definition einer 
Größeneinheit erreichen will: Eine Vorschrift zu haben, mit der man 
(möglichst) unabhängig von sonstigen Einflüssen einen (möglichst) genau 
bestimmbaren Wert erhält. Ob der Meter nun das 39,37007-fache oder das 
39,37008-fache der Daumenbreite eines bestimmten Menschens sind, ist ja 
eigentlich egal; wichtig ist nur, das alle sich auf einen bestimmten 
Wert geeinigt haben, und leicht ihre Messgeräte anhand dieser Messlatte 
einstellen können (selbst wenn besagter Mensch mal zu- oder abnimmt oder 
stirbt).

von EinName (Gast)


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Udo Schmitt schrieb:
> Kommt darauf an für welches Maß? Für die Zeit wäre das zum
> Beispiel ganz
> brauchbar:
> http://www1.symmetricom.com/csac/?product_name=Chi...



<-70 dBc/Hz

Nunja... Ob das ein guter Standard ist, sei mal dahingestellt.

von EinName (Gast)


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10 Hz phase noise...

von Ralph B. (rberres)


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Bastler schrieb:
> Wenn ich mein Multimeter kalibrieren möchte ("ganau genug einstellen"
> reicht auch aus...), was wäre die genauste Spannungsreferenz welche ein
> Hobbyanwender in Chipform zu bezahlbaren Preisen (also max. im 50 Euro
> Bereich) bekommen kann ?

Welches Multimeter?

Ein preiswertes Handmultimeter, bei welche sämtliche Messbereiche 
gemeinsam mit einem Trimmer justiert wird, gibt es wie oben schon 
angeführt preiswerte und dennoch recht genaue Lösungen.

Bei modernen Multimeter, welches auch Rechnergestützt justiert werden 
kann,
Z.B. HP34401, muss jeder Messbereich für sich justiert werden.
Dazu zählen auch zunehmend die modernen Handmultimeter der oberen 
Einstiegsklasse.

Da braucht man dann eine Kalibrierquelle entsprechender Genauigkeit, 
welche für jeden Messbereich die erforderliche Größe zur Verfügung 
stellt.
Diese sind leider garnicht billig, und liegen schnelle bei 20000 Euro 
und mehr. Da kommt man fast nicht dran vorbei es zum Kalibrierdienst zu 
geben.

Ralph Berres

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Wobei es diesen "Kalibrierdienst" in jeder größeren Firma oder Uni gibt. 
Nennt sich "Prüfmittelüberwachung". Vielleicht ist ja was passendes in 
Deiner Nähe, wo Du Deine Kiste in der Mittagspause mal an den Fluke 
MetCal hängen kannst. Die werden Dir zwar kein DKD-Zertifikat 
ausstellen, dafür bist Du aber mit ein paar Paketen Kaffee dabei.

von A + B = B - A (Gast)


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Andreas Hoffmann schrieb:
> Was ist eine gute
> Kalibrierquelle ( bzw. was ist überhaupt eine Kalibrierquelle)?
>
> Ist das so was ähnliches wie ein Frequenzgenerator?

Nein, eine Stimmgabel*.



*)Die Qualität der Antworten ist direkt proportional zur Qualität der 
Fragen.

von Harald W. (wilhelms)


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Axel Schwenke schrieb:

>> Seit 1983 ist das Meter aus der Basiseinheit 1 Sekunde und der
>> Vakuumlichtgeschwindigkeit definiert, s.u.:
>
> Wobei diese "Definition" fragwürdig ist.
>
> Genau genommen ist das nämlich keine Definition, sondern nur ein
> Meßwert. Schon bei der Lichtgeschwindigkeit ist deren konstanter Wert
> nur postuliert.
> Am Ende sind alle Einheiten (außer vielleicht der Lichtgeschwindig-
> keit) nur Übereinkunft.

So ist es. Aber der Zustand, das jedes Staatsinstitut seine eigene
Meterdefinition verwendet, wäre wesentlich schlechter. Die derzeitige
Lösung hat den Vorteil, das bei einer Neudefinition der Sekunde (Die
Definition über die Cäsiumfrequenz ist im Prinzip schon überholt),
nicht auch gleich das Meter neu deiniert werden muss.

> wenn die Franzosen damals das Meter nicht als den 40-millionsten,

Die Definition hiess "Der zehnmillionste Teil des Erdquadranten"
und das war eine runde Zahl. :-)

> Und deswegen habe ich arge Bauchschmerzen dabei,

Da bist Du vermutlich nicht der Einzige. Wichtig ist es aber, das
man eine Definition findet, auf die  sich alle relevanten Personen
auf der Welt einigen können.
Gruss
Harald

von Harald W. (wilhelms)


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Kai S. schrieb:

>> Schon bei der Lichtgeschwindigkeit ist deren konstanter Wert
>> nur postuliert.
>
> Naja, praktisch deuten alle Experimente der letzten 100 Jahren darauf
> hin, das die Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen den gleichen
> Wert hat.

Es gibt z.Z. durchaus Überlegungen, ob solche "Konstanten" wirklich
konstant sind. Aber um da Messungen machen zu können, braucht man
zuerst eine Neudefinition  der Sekunde über sog. optische Uhren.

> Es wird zudem seit vielen Jahren (Jahrzehnten) Aufwand getrieben, alle
> Basiseinheiten so festzulegen, das sie sich physikalisch sehr genau und
> einfach messen lassen.

Genauer gesagt: "Durch physikalische Gesetze festgelegt."
Bei einigen Grössen, wie die Masse oder die Stromstärke, ist
das leider noch nicht gelungen.
Gruss
Harald

von U. B. (pasewalker)


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> Am Ende sind alle Einheiten (außer vielleicht der Lichtgeschwindig-
> keit) nur Übereinkunft.

Wobei die Geschwindigkeit eine abgeleitete Grösse ist, mit der Dimension

Länge mal Zeit ^-1  ...


> Genauer gesagt: "Durch physikalische Gesetze festgelegt."
> Bei einigen Grössen, wie die Masse oder die Stromstärke, ist
> das leider noch nicht gelungen.

Das Ampere ist schon "festgelegt",

http://de.wikipedia.org/wiki/Ampere#Aktuelle_Definition

nur auf diese Art blöd herzustellen.
In der Praxis ist man auf Umwege angewiesen:

http://www.ptb.de/cms/index.php?id=ampere

von M. K. (sylaina)


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Udo Schmitt schrieb:
> Michael Köhler schrieb:
>> die exakt selbe Menge abgibt
>
> In Experimentalphysik hättest du für die Aussage ein "ungenügend"
> erhalten.
> In Messtechnik auch :-)

Korinthenkacker gibts halt überall. Da wir hier aber weder in der 
Experimentalphysik sind noch in der Messtechnik sondern in einem Forum 
bekomme ich halt nur dumme Sprüche gedrückt. Damit kann ich ja leben ;)

von Harald W. (wilhelms)


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U. B. schrieb:

> In der Praxis ist man auf Umwege angewiesen:
>
> http://www.ptb.de/cms/index.php?id=ampere

Ja, man definiert den Strom über den Quotienten von Spannung und
Widerstand, weil diese Größen über phyikalische Gesetze definiert
sind. Das gleiche hätte man aber gern auch für den Strom. Daran
wird seit vielen Jahren gearbeitet; bislang ist es aber noch nicht
gelungen, eine Definition mit der erforderlichen Genauigkeit
zu machen.
Gruss
Harald

von Martin B. (statler)


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Für Spannung würde ich eine BandGap-Referenz wählen
Zeit (Frequenz) mit einem Empfänger für den Sender der DCF77 
(http://fa2010.softxl.net/02/DCF77/Baumappe_DL1SNG_DCF77-Frequenznormal.pdf)

von Arc N. (arc)


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Harald Wilhelms schrieb:
> U. B. schrieb:
>
>> In der Praxis ist man auf Umwege angewiesen:
>>
>> http://www.ptb.de/cms/index.php?id=ampere
>
> Ja, man definiert den Strom über den Quotienten von Spannung und
> Widerstand, weil diese Größen über phyikalische Gesetze definiert
> sind. Das gleiche hätte man aber gern auch für den Strom. Daran
> wird seit vielen Jahren gearbeitet; bislang ist es aber noch nicht
> gelungen, eine Definition mit der erforderlichen Genauigkeit
> zu machen.

Aktuell (wahrscheinlich dieses Jahr) ist/wird die Definition 
Elementarladungen pro Sekunde. Genauer gesagt: Der Wert der 
Elementarladung wird dann exakt festgelegt.

Das Kelvin wird ebenso neu definiert indem die Boltzmann-Konstante exakt 
festgelegt wird...

http://www.bipm.org/utils/common/pdf/si_brochure_draft_ch123.pdf
(ab 2.4.4 und 2.4.5)

von CulCul (Gast)


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Ist ja niedlich!

Etwa 32 von 34 ENGAGIERTEN Beiträge, die NIEMANDEN außerhalb der
Klugscheißer-Riege interessieren!

Nicht mal (verständlicherweise) den TO...

von U. B. (pasewalker)


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> Ist ja niedlich!

ALLEN Schreibern der

> Etwa 32 von 34 ENGAGIERTEN Beiträgen, ...

war halt nicht gegenwärtig, dass letztere

> ... NIEMANDEN außerhalb der Klugscheißer-Riege interessieren!
> Nicht mal (verständlicherweise) den TO...

Das dafür notwendige Einfühlungsvermögen ist nunmal nicht jedem gegeben;
der TO wird sich sicher darüber freuen, dass er diese seine eigene 
Auffassung gar nicht selber kundtun muss.

von Ralph B. (rberres)


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CulCul schrieb:
> Etwa 32 von 34 ENGAGIERTEN Beiträge, die NIEMANDEN außerhalb der
> Klugscheißer-Riege interessieren!
>
> Nicht mal (verständlicherweise) den TO...

Wobei der TO nicht einmal  geschrieben hat, was er genau sucht.

Der zweite der immerhin ein Spannungsnormal sucht, auch nicht genau 
geschrieben hat, was er nun justieren möchte.

Es ist nun leider mal so, das die zur Zeit aktuellen Multimeter ab der 
oberen Einstiegsklasse nicht mehr mit nur einer stabilen 2V Quelle 
auskommen, somit für jeden Messbereich eine passende stabile Quelle 
vorhanden sein muss.

Die Kalibriergeräte, die das justieren sämtlicher Messbereiche ( also DC 
und AC bis 1000V und einige Ampere ) ermöglichen, gibt es nicht als 
Bastlergeräte zum fast Nulltarif. Die kosten auch gebraucht eher über 
10000 Euro, neu über 20000 Euro. Da ist es in der Regel billiger sein 
Gerät einen Kalibrierdienst anzuvertrauen. Die verlangen zwar auch ca. 
200 Euro, aber das ist immer noch weit billiger als 10000 Euro und mehr 
zu investieren.

Man sollte aber darauf bestehen, das das Gerät nach dem Kalibrieren auch 
justiert wird, und dann wieder kalibriert wird. Damit man ein vorher 
nachher Vergleich hat, um zu sehen welche Messbereiche wie weit 
weggedriftet sind.

Allerdings driften die modernen 5 und 6stelligen Multimeter selbst nach 
vielen Jahren nur unmerklich weg. Die daraus resultierende Unsicherheit 
reicht für den Hobbybereich immer noch bei weiten aus. Es betrifft also 
für den Hobbyisten nur Multimeter die nach einer selbst durchgeführten 
Reparatur merklich ungenau geworden sind.

Die Anmerkung jede Uni hat so ein Gerät. Schön wäre es. Es muss schon 
eine verdammt große Uni sein, mit verdammt vielen Multimetern, welche 
alle einen Kalibrierschein benötigen. Sonst lohnt sich die Investitionen 
auch nicht. Die Hochschule Trier hat jedenfalls nur ein Kalibriergerät 
für 3 1/2 Stellige Multimeter, welches noch komplett von Hand betätigt 
werden muss.

Ralph Berres

von Peter R. (pnu)


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Ein Kalibriergerät muss so gut sein, wie mans braucht.

Eine Größenordnung besser als das eigene Gerät ist ausreichend und im 
betreffenden Fall das beste, weil sinnvolle Kalibriermittel.

Kalibriergeräte, die die Grenze der Technik ausloten, sind doch ....

In der üblichen Elektrotechnik werden Spannungen oder Ströme nie genauer 
als mit 1%Fehler vorliegen. Eine Spannungs-oder Stromquelle, die um eine 
Größenordnung besser ist, also z.B. 1mV Fehler je Volt, ist dann  völlig 
ausreichend.

Dazu liefern einige IC-Hersteller Spannungsquellen, die diese Grenzen 
bei Auslieferung einhalten. (siehe ein paar Beiträge weiter oben 
bzw.Datenblätter dazu)

Bei "Frequenz" ist ein passender Rundfunksender bzw. DCF schon viel zu 
gut, um einen eigenen Frequenzgenerator zu justieren bzw. zu 
kalibrieren.

: Bearbeitet durch User
von Ralph B. (rberres)


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Peter R. schrieb:
> In der üblichen Elektrotechnik werden Spannungen oder Ströme nie genauer
> als mit 1%Fehler vorliegen. Eine Spannungs-oder Stromquelle, die um eine
> Größenordnung besser ist, also z.B. 1mV Fehler je Volt, ist dann  völlig
> ausreichend.

Ich würde dem Rest der Leser hier nicht vorschreiben wollen, was für sie 
genau genug ist.

Peter R. schrieb:
> Dazu liefern einige IC-Hersteller Spannungsquellen, die diese Grenzen
> bei Auslieferung einhalten. (siehe ein paar Beiträge weiter oben
> bzw.Datenblätter dazu)

Sofern man ein Multimeter hat, bei welche alle Messbereiche gemeinsam 
mit nur einen Einstellregler für die Justierung versehen ist, trifft das 
zu.

Viele Messgeräte ( insbesonders die aktuellen ) werden aber jeder 
Messbereich gesondert justiert. Da kommt man mit einer Referenzspannung 
leider nicht sehr weit.

Peter R. schrieb:
> Bei "Frequenz" ist ein passender Rundfunksender bzw. DCF schon viel zu
> gut, um einen eigenen Frequenzgenerator zu justieren bzw. zu
> kalibrieren

Wieder der Versuch anderen vorzuschreiben, wie genau sein Messgerät zu 
sein braucht.

Was nützt einen ein 8stelliger Zähler, bei welchen man die letzten 2-3 
Stellen ebenso gut zukleben kann, weil überhaupt nicht mehr 
aussagefähig?

Im übrigen gibt es insbesonders im Funkamateurbereich auch Anwendungen, 
bei denen man eine genaue Frequenz benötigt.

Ralph Berres

von Peter R. (pnu)


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Ich habe nur Beispiele genannt, wieso soll das eine Vorschrift sein ?

Ich gönne Jedem seine Spannungsquelle, mit der ein sechsstelliges DVM 
kalibrierbar ist oder sein Cäsium-Frequenznormal, habe aber meine eigene 
Meinung dazu.

Nur sollte man nicht den Grundsatz aus dem Auge verlieren "so viel wie 
notwendig".

von Ralph B. (rberres)


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Nun ja Bastler hat ja nach einer Möglichkeit gefragt wie er preisgünstig 
sein Multimeter justieren kann. Er hat uns leider nicht gesagt was für 
ein Multimeter. Somit ist uns unbekannt, ob er mit einer Spannung z.B. 2 
Volt auskommen würde. Wenn dem so ist, haben mehrere Teilnehmer hier 
geschrieben, das es preisgünstige Spannungsreferenzen gibt, die für ein 
3,5stelliges Multimeter genau genug sind, auch ohne vorherige 
kalibrierung durch eine Kalibrierdienst.

Wenn er aber für die Justierung für jeden Messbereich seines Multimeter 
eine entsprechende Spannung bzw. Strom sowohl für AC als auch für DC 
braucht ( Widerstand lassen wir mal außen vor ), dann gibt es defacto 
keine preiswerte Hobbylösung. Dann ist es eine persöhnliche Abwägung, ob 
ihm das justieren seines Multimeters durch ein Kalibrierdienst das Geld 
wert ist. Nicht mehr und nicht weniger will ich damit ausdrücken. So 
ganz ohne Wertung welche Genauigkeit er persöhnlich benötigt.

Eine Investition in eine entsprechendes Kalibriergerät ist auf jeden 
Fall
für den Hobbyisten nicht rentabel, da schnell im 4-5 stelligen 
Eurobereich anzusiedeln.

Ralph Berres

von Udo S. (urschmitt)


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Michael Köhler schrieb:
> Korinthenkacker gibts halt überall. Da wir hier aber weder in der
> Experimentalphysik sind noch in der Messtechnik

ROFL
Erzähle mir doch mal was Kalibrieren NICHT mit Messtechnik zu tun hat?
Es hat ZUR GÄNZE mit Messtechnik zu tun.
Du disqualifizierst dich selbst wenn du nicht nur Unsinn schreibst 
sondern die, die dich korrigieren auch noch versuchst zu beleidigen.

von Harald W. (wilhelms)


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Peter R. schrieb:

> In der üblichen Elektrotechnik werden Spannungen oder Ströme nie genauer
> als mit 1%Fehler vorliegen.

Naja, 1% ist die Mindestforderung für die Ladespannung
beim Laden von Li-Akkus.

von Wolle G. (wolleg)


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Harald Wilhelms schrieb:
> Naja, 1% ist die Mindestforderung für die Ladespannung
> beim Laden von Li-Akkus.

Das ist ein gutes Beispiel, wie sich die Anforderungen an die 
Messtechnik im Laufe der Zeit ändern. In der Zeit der Zeigerinstrumente 
gehörten Geräte mit 1% Genauigkeit schon zu den guten Geräten.
Also sollte jeder seine Messtechnik an die Aufgabe anpassen.

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