xmega über Nacht defekt?

OP #3590096
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Hallo,
Ich wollte gerade ein bisschen an meinem Projekt weiterwerkeln, muss nur 
noch Programmieren, da meldet mir mein JTAG-Ice das die 
Versorgungsspannung zu niedrig ist. Also mal eben mein (unerträglich 
lautes) Multimeter hochgefahren und nachgemessen. Tatsache nur knapp 1V 
an Vcc. Als erstes hatte ich meinen Schalzregler (TI TPS62120) in 
verdacht. Also da mal mit dem Oszi am SW-pin gemessen, sah soweit 
eigentlich ganz gut aus, zumindest hat er geschaltet. Also weiter 
gesucht, irgendwas zieht da zuviel Saft. Mehr als der TPS, der xmega und 
ne Hand voll Hühnerfutter sind ja nicht drauf. Also einfach mal den 
xmega getauscht und siehe da, 3,3V. Neu gefasht und alles wieder beim 
alten.

Jetzt meine Frage, wie kann das Ding über Nacht, ohne Stromzufuhr und 
ohne das es jemand berührt hat, seinen Geist aufgeben?
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OP #3590232
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So, ich glaub ich habs, hab mal auf den "Einschaltmoment" getriggert. 
Schöne Spikes.
Da ich über einen Koppelkondensator Daten auf die 
12V-Versorgungsspannung aufmodeliere, und da gehn die natürlich auch 
durch.

Die gelbe Kurve sind meine 12V. Die blaue, hängt am Ausgang des 
AnalogComperators vom xmega.

Ich denke das könnte es gewesen sein.
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Gast #3591189
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Ich gehe mal das Risiko ein und lasse wieder die Vorwürfe des 
XMega-Bashings über mich ergehen. Diese Controller sind völlig 
unausgegoren. Mir sind die Dinge nach dem Flashen auch gestorben wie die 
Fliegen. Das hat meinen Chef eine Stange Geld gekostet. Jetzt sind wir 
bei STM32 und happy.

 Vielleicht ist es aber doch bei Deinem Aufbau ein Lötfehler.

Gruß,
Paul
OP #3591215
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> Jetzt sind wir bei STM32 und happy.
Naja, nen STM32 wär doch ein bisschen Overpowered. Ich hab den xmega 
genommen weil ich 12 PWM-channels brauche. Mehr macht das Teil ja 
garnicht, Daten vom Uart empfangen und auf den PWM-channeln ausgeben.

>  Vielleicht ist es aber doch bei Deinem Aufbau ein Lötfehler.
Was soll das den heißen ;P. Glaub ich eigentlich nicht, das Ding lief ja 
schon seit 2Wochen bei mir auf'm Schreibtisch.
Gast #3591236
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Christian Dreihsig schrieb:
>>  Vielleicht ist es aber doch bei Deinem Aufbau ein Lötfehler.
> Was soll das den heißen ;P. Glaub ich eigentlich nicht,

Nein, ich wollte nicht die Lötkünste ankreiden. Aber:


Christian Dreihsig schrieb:
> Jetzt meine Frage, wie kann das Ding über Nacht, ohne Stromzufuhr und
> ohne das es jemand berührt hat, seinen Geist aufgeben?

das klingt schon nach einer kalten Lötstelle. Einfach nochmal nachlöten. 
Würde mich interessieren, ob das was gebracht hat.

Gruß,
Paul
Gast #3591257
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Christian Dreihsig schrieb:
> Zu spät, hab ihn ja gestern schon getauscht.

Das habe ich schon kapiert. Dieser Fehler muss nicht der vorige sein, 
d.h. der erste Controller ist aus einem Grund gestorben, den Du noch 
nicht kennst. Der neue ist vielleicht gar nicht tot, sondern hat eine 
kalte Lötstelle. Das heisst aber nicht, dass dieser im Fall eine kalten 
Lötstelle, später auch nicht irgendwann stirbt. Aber nachlöten kostet 
Dich ja nicht viel.

Gruß,
Paul
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #3591275
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Christian Dreihsig schrieb:
> So, ich glaub ich habs, hab mal auf den "Einschaltmoment" getriggert.
> Schöne Spikes.
Das ist einfach nur gemessener Mist. Sowas kannst du sogar messen, wenn 
du deine Messpitzen gar nirgends anschließt und eine Leuchtstoffröhre 
oder einen Trafo einschaltest...

Christian Dreihsig schrieb:
> Als erstes hatte ich meinen Schalzregler (TI TPS62120) in verdacht.
Hast du da mal einen Schalzplan dazu? Und einen Layout-Ausschnitt mit 
Bauteilnamen (das Layout sieht ein wenig dubios aus)? Wie schnell steigt 
denn dessen Ausgangsspannung an? Was passiert, wenn du deinen uC mal aus 
einem Labornetzgerät versorgst?
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #3591309
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Paul schrieb:
> Ich gehe mal das Risiko ein und lasse wieder die Vorwürfe des
> XMega-Bashings über mich ergehen. Diese Controller sind völlig
> unausgegoren.

Schwachsinn, hunderte eingesetzt, kein einziger ist defekt. Auch in 
rauher Umgebung (Eisenbahnplatte) absolut zuverlässig. Arbeite mit einem 
XMEGA32E5 gerade an einem HV-Ultraschall-Generator. Das GLCD ist beim 
Zünden der Endstufen schon mal hängengeblieben, den XMEGA stört das gar 
nicht!
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #3591318
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Christian Dreihsig schrieb:
> Also weiter
> gesucht, irgendwas zieht da zuviel Saft. Mehr als der TPS, der xmega und
> ne Hand voll Hühnerfutter sind ja nicht drauf.

Wenn Du schon 2-seitig arbeitest, mach oben drauf auch noch ein Polygon, 
vorzugsweise VCC. Hast Du alle I/Os, die gerade nicht verwendet werden, 
mit Pullup/Pulldown beschaltet? Bei der Vielzahl der Pins, die 
undefiniert schwingen können, kann die Stromaufnahme den XMEGA 
nennenswert erwärmen.
OP #3591331
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Knut Ballhause schrieb:
> Wenn Du schon 2-seitig arbeitest, mach oben drauf auch noch ein Polygon,
> vorzugsweise VCC.
Komplett VCC? Ich bilde eigentlich immer nur "VCC-Inseln" unter den 
IC's.

> Hast Du alle I/Os, die gerade nicht verwendet werden,
> mit Pullup/Pulldown beschaltet? Bei der Vielzahl der Pins, die
> undefiniert schwingen können, kann die Stromaufnahme den XMEGA
> nennenswert erwärmen.
Keine externen, nur die internen.
OP #3591386
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Sry, hatte dein Posting ganz überlesen.

Lothar Miller schrieb:
> Hast du da mal einen Schalzplan dazu?
Klar (Bild 1/2)
> Und einen Layout-Ausschnitt mit
> Bauteilnamen (das Layout sieht ein wenig dubios aus)?
Habe versucht die Strompfade möglichst kurz zu halten. Und möglicht nahe 
am empfohlenen Layout aus dem Datenblatt zu bleiben. (Bild 3)

> Wie schnell steigt
> denn dessen Ausgangsspannung an? Was passiert, wenn du deinen uC mal aus
> einem Labornetzgerät versorgst?
langsam, der hat nen softstart. Aber sieh selbst (Bild4).
Labornetzteil habe ich leider nicht -.-
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(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #3592234
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Christian Dreihsig schrieb:
> Komplett VCC? Ich bilde eigentlich immer nur "VCC-Inseln" unter den
> IC's.

Wenn Du auf der jeweiligen Seite ein Polygon 1x GND und 1x VCC machst, 
hast Du einen Plattenkondensator gebaut, der hohe Frequenzen 
unterdrückt. Zudem wirkt die niederohmige Anbindung dem sogenannten 
Bouncing entgegen, bei dem Schaltspitzen die Versorgung in die jeweils 
andere Richtung ziehen und somit die Referenzpegel verschieben. Bei 
Inseln kann es einzelne schwingfähige Areale auf der Platine geben.

Was machen die Pullups/PullDowns?
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #3592265
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Knut Ballhause schrieb:
> Wenn Du auf der jeweiligen Seite ein Polygon 1x GND und 1x VCC machst,
> hast Du einen Plattenkondensator gebaut, der hohe Frequenzen
> unterdrückt.
Wenn viele Leiterbahnen dieses eine Polygon zerschneiden, dann hat man 
auf einmal viele kleine Potentialinseln, die wieder eigenartiges 
Verhalten hervorrufen können.
Ein zweilagiges Layout muss schon vor dem Kupferfluten sicher 
funktionieren, da funktioniert die "irgendwie wird da schon Masse ans IC 
kommen" Methode nicht. Dann kann man hinterher noch mit Polygonen 
arbeiten, wenn man meint die Leiterplatte müsse zeitgemäß aussehen.
Aber das Layout ist hier sicher nicht das Problem...

Christian Dreihsig schrieb:
> Aber sieh selbst (Bild4).
Sieht gut aus...

Ich würde jetzt erst mal sagen: Gut, einer kann Zufall sein. Ab dem 
Zweiten wirds kritisch...  ;-)
Denn so ein kleiner Funke vom Teppichboden kann da schon mal die 
Siliziumdotierung durcheinanderbringen. Es kann natürlich auch eine 
Stromschleife über den Programmieradapter sein, ich stecke zur 
Sicherheit immmer den Programmierling in die selbe Steckdosenleiste wie 
den PC.
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #3592524
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Lothar Miller schrieb:
> Wenn viele Leiterbahnen dieses eine Polygon zerschneiden, dann hat man
> auf einmal viele kleine Potentialinseln, die wieder eigenartiges
> Verhalten hervorrufen können.

Bestätigt. Dann muss man die Leitungen halt so verlegen, dass nicht zu 
viele Zerschneidungen des Polygons stattfinden ;-)

Lothar Miller schrieb:
> Dann kann man hinterher noch mit Polygonen
> arbeiten, wenn man meint die Leiterplatte müsse zeitgemäß aussehen.

Es ist ja nicht nur das Aussehen. Außer der möglichen Verbesserung der 
elektrischen Eigenschaften ist sie Platine auch ESD-resistenter und man 
spart Verbrauchsmaterial bei der Herstellung.

Lothar Miller schrieb:
> Aber das Layout ist hier sicher nicht das Problem...

Glaube ich auch nicht. Aber man kann ja optimieren. Die Frage der 
offenen Eingänge ist immer noch nicht geklärt. Diese sind, an längere 
Kabel angeschlossen, sehr empfänglich für tödliche Spannungspegel. Da 
außer den niedlichen Serienwiderständen keine weiteren Schutzmaßnahmen 
getroffen sind, vermute ich hier das Problem.
OP #3594813
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Hallo,
erstmal Danke, an euch Beide, für die ausführlichen Antworten und 
Entschuldigung das ich mich erst jetzt wieder melde.

Lothar Miller schrieb:
> Aber das Layout ist hier sicher nicht das Problem...
Das freut mich, da ich, erstens sehr viel von deiner Meinung halte und 
ich zweites noch Anfänger bin(kann meine Layouts an einer Hand 
abzählen).

Knut Ballhause schrieb:
> Die Frage der offenen Eingänge ist immer noch nicht geklärt.
Die gehen, über ca. 20cm Kabel, zu den EN- und DIM-Pins von 12x 
MIC3201(1A LED-treiber).

Lothar Miller schrieb:
> Wenn viele Leiterbahnen dieses eine Polygon zerschneiden, dann hat man
> auf einmal viele kleine Potentialinseln, die wieder eigenartiges
> Verhalten hervorrufen können.
Würde ich also in diesem Fall also nicht machen? Weil ich ja niemals 
eine zusammenhängende Fläche hinbekommen würde?

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