Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik AM-Empfänger, Tipps!


von Basti N. (lefuet)


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Hallo Leute,
ich habe zwar schon einen anderen Fred offen, da es hier aber speziell 
um den AM-Empfang geht mache ich einen neuen auf. Ich muss eine 
Empfänger-Schaltung realisieren und hoffe, dass ihr mir bei einigen 
Sache helfen könnt. Angefangen beim AM-Sender. Ich wollte eigentlich ein 
NF-Signal mit 15kHz erhalten, hoffe das es damit funktioniert. Ich weiß 
nicht genau, wie dort nun das HF-Signal bestimmt wird.

Bei meinem Schwingkreis bin ich von 15Mhz ausgegangen(eigentlich sollte 
dort ein Drehkondensator rein, der den KW-Bereich abdeckt aber es ist ja 
nur eine Simulation).

Mit der Diode wollte ich das Signal gleichrichten.

Anschließend folgt der Hochpass, der die Gleichanteile rausfiltern soll, 
allerdings weiß ich nicht genau welche Resonanzfrequnez ich nehmen 
soll(bin von 15MHz ausgegangen).

Zum Schluss kommt noch ein Tiefpass, den ich auf 15kHz eingestellt habe.

Doch irgendwie klappt das alles nicht.  Ich hoffe ihr könnte sagen wie 
ich die Schaltung verbessern kann, bzw. wie ich sie funktionstüchtig 
hinbekomme.
Edit: Hochpass hinzugefügt.

von stefanus (Gast)


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Ich sehe da nur zwei Tiefpässe in Reihe.
Wie sorgst du denn dafür, dass die Spannung am Schwingkreis über 0,7V 
kommt?

von Werner S. (wernertrp)


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In Mühlacker mit 1 Meter langen Antennendraht könnte es klappen die 0,7 
Volt.
Aber nur bis 8. Januar 2012.

von Basti N. (lefuet)


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> Ich sehe da nur zwei Tiefpässe in Reihe.
> Wie sorgst du denn dafür, dass die Spannung am Schwingkreis über 0,7V
> kommt?
AHh ich hoffe jetzt stimmt der Hochpass. Mit den 0,7V meinst du doch die 
Durchlass-Spannung der Diode oder? Gute Frage... eigentlich wollte ich 
ja 0.3V erreichen, da ich GE-Dioden verwenden wollte.

von Joerg L. (Firma: 100nF 0603 X7R) (joergl)


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Werner Schubert schrieb:
> In Mühlacker mit 1 Meter langen Antennendraht könnte es klappen die 0,7
> Volt.
> Aber nur bis 8. Januar 2012.

Ja. Das war dort ein hartes Schicksal als Jugendlicher mit einem 
Elektronik-Experimentierkasten. Im Begleitbuch stand: "verstellen Sie 
den Drehkondensator, um auf einen Sender abzustimmen....". Man konnte 
schrauben wie man wollte, es gab immer nur genau EIN Programm. Egal wie 
man abstimmte, Bandanfang oder -ende, überall war "Südfunk Stuttgart, 
erstes Programm".

von Basti N. (lefuet)


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Sooo nach etwas googlen habe ich herausgefunden, dass ich eine 
Ladeschaltung hinter der Diode brauche, den Hochpass habe ich 
rausgeschmissen. Es sieht nun aufjedenfall besser aus in der Simulation. 
Kann mir hier jemand vielleicht sagen wie ich diese Ladeschaltung 
richtig dimensioniere? Wie wichtig ist der Hochpass in einem 
AM-Empfänger? Und die letzte Frage sind die Frequenzen von denen ich 
ausgegangen bin korrekt?! Vielen dank

von B e r n d W. (smiley46)


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Hallo Basti

Die Bauteilwerte sind bei Dir schon recht gut gewählt. Am Ausgang sollte 
ein Koppelkondensator folgen, denn sonst fließt dort ein Gleichstrom. 
Mit einer Schottky- oder Germaniumdiode geht es besser. Oder die Diode 
müsste auf 0,3 Volt vorgespannt werden.

Meine Variante hat immer noch einen Klirrfaktor von >3%. Verbessern läßt 
sich das durch vergrößern der Impedanz rechts von der Diode. Die 
folgende Schaltung belastet den Demodulator, weshalb die Impedanz nicht 
beliebig erhöht werden kann. Deshalb haben aktive Demodulatoren mit 1 
oder zwei Transistoren besserere Eigenschaften.

Die Frage ist auch, soll der Demodulator besonders empfindlich sein oder 
einen niedrigen Klirrfaktor haben?

Gruß, Bernd


Nachtrag:
Du hast ja zuvor 1MHz anstatt 15MHz verwendet und der Schwingkreis hatte 
da auch seine Resonanz. Deshalb hab ich bei 1MHz weitergemacht.

von Basti N. (lefuet)


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Also,
zuerst mal vielen Dank für deine mühe. Ich konnte die Schaltung auch auf 
meine Trägerfrequenz umrechnen. Allerdings sind mir einige Werte der 
Bauteile noch nicht ganz klar.

Vor dem Ausgang habe ich also einen Hochpass, der die Gleichanteile 
rausfiltert. Den dimensioniere ich so, dass ich möglichst die komplette 
Frequenz durchlasse, d.h. die Grenzfrequenz ist sehr klein(bei dir waren 
es glaube ich 15Hz). Habe ich das richtig Verstanden?

C1 und R1 sind mir aber nicht ganz klar. C1 wird bei jeder pos. 
Halbwelle über R1 geladen, ok. Aber wie dimensioniert man diese 
Bauteile?

Kann ich mit diesen 200mW auch ungefähr in der "realen Welt" rechnen, 
also bei einem richtigen KW-Empfänger, der so ähnlich aufgebaut ist?




B e r n d W. schrieb:
> Die Frage ist auch, soll der Demodulator besonders empfindlich sein oder
> einen niedrigen Klirrfaktor haben?
Uhh, ich bin kein Fachmann^^ Ich möchte am Ende nur einen hörbaren 
Sender haben. Dass man keine wunder von dieser Schaltung erwarten kann 
ist mir klar. Ich hoffe nur das man irgendwas reinbekommt

von B e r n d W. (smiley46)


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C1 und L1 bilden den Schwingkreis. Dieser wird durch den 50 Ohm 
Widerstand zum Schwingen angeregt.

Die Diode lädt den C2 auf den Spitzenwert der HF-Schwingung auf und der 
R1 entlädtden C2 langsam wieder. Die Zeitkonstante T = R1*C2 muss 
schnell genug sein, um der Hüllkurve mit 15kHz folgen zu können.

R4 und C4 bilden einen Tiefpass, der das Signal auf 15kHz begrenzt. Die 
Belastung durch die nachfolgenden Bauteile soll nicht zu groß sein, 
sonst wird das Signal leiser und es klingt schlechter.

C3 trennt den Gleichstrom-Pfad und bildet mit der nachfolgenden 
Schaltung einen Hochpass. Für Musik kann der z.B. auf 20 Hz ausgelegt 
werden, für Sprache auf 100 oder 200 Hz.

> mit diesen 200mW auch ungefähr in der "realen Welt" rechnen

In einem normalen Weltempfänger wird das Signal zwischen 100mV und 1Volt 
betragen (nicht mW=Milliwatt).

> Dass man keine wunder von dieser Schaltung erwarten kann
> ist mir klar. Ich hoffe nur das man irgendwas reinbekommt

Es gibt aktive Demodulatoren, welche schon viel kleinere Signale hörbar 
machen können. Dazu ist gerade mal 1 Transistor notwendig.

Hier ging es letztes Jahr um ein ähnliches Thema:
Beitrag "Kathodengleichrichter"

Rundfunksender auf Kurzwelle übertragen ein NF-Signal bis ca. 4,5 kHz 
Bandbreite. Da ein AM-Signal aber zwei Seitenbänder hat, werde pro Kanal 
9-10 kHz Bandbreite benötigt. Auf manchen Kurzwellen-Bändern beträgt der 
Kanalabstand aber nur 5 kHz, weshalb sich die Sender überlappen können. 
In dem Fall hört man einen 5kHz Pfeifton.

von Basti N. (lefuet)


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Soo,
da in so einer Schaltung noch ein NF-Verstärker fehlt, habe ich den auch 
gleich noch verbaut.

Dazu dient ein OPV. Laut Simulation verstärkt dieser auch mein 
Signal(wuhu). Jetzt aber das Problem wird das Signal auch am Ende gut 
erhalten bleiben? Bzw. was müsste ich verbessern (der OPV sollte 
erhalten bleiben).

Das Ziel dieser Schaltung sollte es sein 1V(Projektvorgabe) am Ende zu 
erhalten. Das Problem ist natürlich das ich nicht weiß wie viel Volt ich 
unter realen Bedingungen erhalten werde.


Nochmal vielen Dank an die Antworten, die ich von euch erhalten habe. 
Hat mir sehr geholfen!

Edit: Sorry für das zweite Bild, manchmal sehe ich nicht ob das Bild 
schon drin ist oder nicht...

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