Ich hab grad mal eine alte Samsung HD160JJ von mir aufgeschraubt und angeschlossen (sie lief im geöffneten Zustand locker 10 Minuten durch, und ich konnte während dessen problemlos die Daten aufrufen - ist das normal? Ich hätte erwartet, dass der Staub sofort Fehler verursacht). Danach habe ich dann den Schreib-/Lesearm ausgebaut und den Rest wieder zusammengeschraubt, um mit der Platten ein bisschen rumbasteln zu können. Jetzt läuft die Festplatte auch noch an, merkt dann aber nach etwa 10s scheinbar, dass keine Daten geliefert werden und schaltet sich wieder ab. Interessanterweies auch nur, wenn die Scheiben die volle Drehzahl erreichen - bremst man die Scheiben mit dem Finger am Rand ein wenig aus, dann läuft sie kontinuierlich weiter und versucht die maximale Drehzahl zu erreichen. Ich habe ja eigentlich keine großen Hoffnungen, dass man an so einem komplexen Teil ohne ausführliche Doku irgendwas an der Reglung umgestellt bekommt, aber hat schonmal jemand versucht, die Platten ohne Arm weiterlaufen zu lassen? Gibt ja immer mal so Scherze und Videos, wo eine alte Festplatte zum Beispiel zum Schleifen von Messern genutzt wird, wenn Schleifpapier auf den obersten Platter geklebt wird. Was mir in dem Zusammenhang auch noch einfällt: Auf der Seite mit den Anschlüssen befindet sich an der Festplatte auch noch ein 8-Pol-Stecker, von dem zwei Kontakte mit einem Jumper gebrückt sind. Wofür ist dieser denn da? Viele Grüße in der Hoffnung, dass die in oder andere Frage geklärt werden kann =) EGSler
EGSler schrieb: > Jetzt läuft die Festplatte auch noch an, merkt dann aber nach etwa 10s > scheinbar, dass keine Daten geliefert werden und schaltet sich wieder > ab. Auf den Disks steht irgendwelche Verwaltungsinfo drauf. Vielleicht sogar ein Teil des Programms. > Interessanterweies auch nur, wenn die Scheiben die volle Drehzahl > erreichen Logisch. Programmablauf startet zunächst die Disks und liest erst wenn die auf Touren sind. Andersrum wär doof.
wenn du nur willst, das die Festplatte sich dreht, dann sollte man den Motor auch selber ansteuern können. Es ist meinst ein normaler Brushless motor.
Mit Geschick im Reverse-Engineering lässt sich vielleicht auch der Enable-Pin am Motortreiber finden.
Auf den Medien ist ein Teil der Firmware drauf, ohne Zugriff darauf folgen, je nach Plattenmodell, verschiedene Reaktionen. Enable-Pin sollte zu finden sein. EGSler schrieb: > Auf der Seite mit den > Anschlüssen befindet sich an der Festplatte auch noch ein 8-Pol-Stecker, > von dem zwei Kontakte mit einem Jumper gebrückt sind. Wofür ist dieser > denn da? Meist serielle Schnittstelle o.ä. und ggf. runterschalten auf SATA 1,5G.
Die 8 PINs hinten sind zum umschalten von Master, Slave, etc...
Ah, das sind schonmal interessante Infos. Ich versuch mal herauszufinden, was der Enable-Pin ist und setz ihn auf dauerhaft HIGH, dann sollte die Platte ja kontinuierlich laufen. Viele Grüße
Ob die Festplatte sofort ausfällt, wenn man den Deckel abhebt ist einfach nur Glückssache. Die ein oder anderen kleinen Körnchen werden evtl. noch weggeschleudert (Luftstrom oberhalb der Platten!!). Oder deine Luft war einfach nur ziemlich sauber. Wenn der Arm rausgebaut ist, dann schaltet sich die Platte wieder ab, weil sie die Konfigurations- und Kalibrierungsdaten(??) etc. nicht mehr lesen kann, die in einem speziellen Bereich auf der Platte gespeichert werden. Die Pins mit den Jumpern: Vermutlich Master, Slave, CableSelect und noch ein paar Spezialeinstellungen (Handbuch oder google befragen)
EGSler schrieb: > Jetzt läuft die Festplatte auch noch an, merkt dann aber nach etwa 10s > scheinbar, dass keine Daten geliefert werden und schaltet sich wieder > ab. Interessanterweies auch nur, wenn die Scheiben die volle Drehzahl > erreichen - bremst man die Scheiben mit dem Finger am Rand ein wenig > aus, dann läuft sie kontinuierlich weiter und versucht die maximale > Drehzahl zu erreichen. Das hat weniger damit zu tun, daß keine Daten geliefert werden, sondern daß auch keine Servoinformationen mehr kommen (die stehen bei heutigen Platten zwischen den Daten). Die Solldrehzahl wird vom Motortreiber geregelt. Wenn du die Platte mit dem Finger bremst, erreicht sie die Solldrehzahl nicht und der Motorcontroller signaliert das dem Rest der Elektronik, die dann gar nicht erst versucht, überhaupt was zu lesen. Ansonsten wird das Verhalten moderner Platten von Firmware bestimmt und kann beliebig komplex sein. Ich würde z.B. erwarten, daß die Platte sich komplett abschaltet, wenn sie die Solldrehzahl nicht nach einem gewissen Timeout erreicht. XL
Dann wars hier wohl gerade recht staubfrei, sah ja schon ganz interessant aus ;) Mal eine blöde Frage zwischendurch: Ich habe den Enable-Pin am Motortreiber gefunden (schätze ich zumindest, hab noch nichts verändert an der Platine, um das sicher sagen zu können, aber vom Hauptcontroller gehen nur 4 Leiterbahnen zum Motortreiber und davon wiederum springt nur eine auf Low, wenn die Platten aufhören zu drehen). Wenn ich an diesem Pin mit meinem Voltcraft VC 830 messe, zeigt es mir im Display "Warning" an oO Manual sagt dazu folgendes: > Warnsymbol bei Spannungen >30 V AC/DC, Low imp-Funktion und falsch > angeschlossener Messleitungen" Die Spannung lag bei 1,6V (und nach ein paar Sekunden dann 0V), Low-Imp war deaktiviert und die Messspitzen hab ich auch richtig angeschlossen. Naja, ich mach mich mal dran, die Leiterbahn zu durchtrennen.
Das auf dem Pin muss keine Gleichspannung sein...
Auf dem Enable Pin? Meinst du, der Controller steuert die Geschwindigkeit, indem er den Enable schnell an- und ausschaltet?
EGSler schrieb: > Auf dem Enable Pin? Meinst du, der Controller steuert die > Geschwindigkeit, indem er den Enable schnell an- und ausschaltet? Wenn ich dich richtig verstanden habe, weißt du gar nicht, ob das ein Enable-Pin ist. Kann ja auch eine PWM-Leitung oder I²C sein. Was sagt denn das Datenblatt des Motortreibers?
Datenblatt habe ich zu dem Hitachi-Treiber leider nicht finden können. Das ist der HA13645, da hab ich mich schon blöd gesucht ;/
Rolf Magnus schrieb: > EGSler schrieb: >> Auf dem Enable Pin? Meinst du, der Controller steuert die >> Geschwindigkeit, indem er den Enable schnell an- und ausschaltet? > > Wenn ich dich richtig verstanden habe, weißt du gar nicht, ob das ein > Enable-Pin ist. Kann ja auch eine PWM-Leitung oder I²C sein. Was sagt > denn das Datenblatt des Motortreibers? Der hier hat mal einige Links zu Datenblättern von Motortreibern von Festplatten gesammelt: http://www.users.on.net/~fzabkar/HDD/HDD_Motor_Control.html Deiner ist zwar nicht dabei, die anderen sollten dir aber eine recht gute Vorstellung davon geben, dass es mit einem Enable-PIN oder eine SPI-Kommando nicht getan ist.
Vier Leitungen zwischen Prozessor und Motortreiber --das kann auch SPI sein. Ich habe an der Stelle mal SPI mit 40MHz beobachtet (naja, mit 'nem 30MHz-Analogoszi sieht man da nicht viel): Takt (auch als Grundlage für die Drehzahl), CS und Daten hin, Sync-Impulse (zum Drehzahlmessen) zurück. Der Motortreiberchip wird ja flexibel sein und daher etwas Konfigurationsdaten brauchen. Bei einigen Platten reicht es auch, den Kopfträger, bzw. die Spule anzuschließen: der entsprechende Servotreiber sieht den niedrigen Widerstand und meldet keinen Fehler mehr. Kann natürlich trotzdem sein, daß die Firmware den Motor wieder ausmacht, wenn der Arm partout auf keine Spur einrastet. Überzählige Steckerpins an der Seite mit den offiziellen Anschlüssen sind meist offizielle Jumper: Master/Slave, SCSI-Adresse, Schreibschutz, wasauchimmer. Früher hatten die Platten gelegentlich 'nen UART rausgeführt oder JTAG, aber heutzutage wird dafür nichts mehr bestückt, da sind das nur noch Kupferpunkte irgendwo auf der Platine.
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