Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Verstärker TPA3130: Schaltung und Fragen


von Johannes (menschenskind)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo

Ich habe eine Verständnisfrage:
Werde diesen Verstärker mit nem Stereosignal aus ner 3 pol. Klinke 
versorgen.
Auf Seite 17 des Datenblatts 
http://www.ti.com/lit/ds/symlink/tpa3130d2.pdf steht "the unused input 
should be ac grounded at the audio source instead of at the device input 
for best noise performance". Heißt das, ich soll mit der Leitung so weit 
wie möglich weg vom Verstärker und dann die beiden negativen Inputs mit 
nem Kondensator nach Masse?

Falls ihr mir auch Tipps für die Schaltung geben könnt, bitte raus damit 
:)
Habe mich sehr eng ans Datenblatt gehalten.

Danke
Gruß vom Hannes

von Max H. (hartl192)


Lesenswert?

Ich hab das bei meinem auf Rat meines Lehrers so gelöst:
- RINN & LINN über 10µF auf die Masse das Klinkensteckers.
- RINP & LINP über einen 10µF aus das Signal des Klinkensteckers.
- Die Masse des Klinkensteckers über 100Ω auf die Masse der Schaltung.

von Hans Hefekranz (Gast)


Lesenswert?

Johannes H. schrieb:
> Falls ihr mir auch Tipps für die Schaltung geben könnt, bitte raus damit
> :)

Also erstmal machst Du mal ein "Annotate", damit die Bezeichner alle 
einen eigenen ihresgleichen nennen können.

Johannes H. schrieb:
> Heißt das, ich soll mit der Leitung so weit
> wie möglich weg vom Verstärker

Nein. Das heißt, dass Du den unbenutzten Eingang über einen Kondensator 
auf Masse legen sollst.

Dafür, dass Du keine Ahnung hast, hast Du aber ein ganz schön teures 
Layoutprogramm. Kann ich mir nicht leisten...

von etec (Gast)


Lesenswert?

Hans Hefekranz schrieb:
> Dafür, dass Du keine Ahnung hast, hast Du aber ein ganz schön teures
> Layoutprogramm.

Was für ein Layoutprogramm ist das? Leider kenne ich das nicht.

von spess53 (Gast)


Lesenswert?

Hi

>Was für ein Layoutprogramm ist das? Leider kenne ich das nicht.

Altium.

MfG Spess

von Johannes (menschenskind)


Lesenswert?

Hallo Hans.
Was hat denn ein Verständnisproblem eines englischen Textes mit dem Typ 
des Layoutprogramms zu tun?
Die Bauteile kriegen ihre Bezeichner, sobald die Schaltung vollständig 
ist. Bevor nicht sicher ist, ob sich noch was ändert hat das keinen 
Sinn. Wer hat hier also "keine Ahnung"? ;)

@Max
Ob 1uF oder 10uF, das ist dann sicherlich fallabhängig, aber genau so 
wie Du sagst, hatte ich das auch verstanden, wollte das nur 
verifizieren.
Warum legt man die Audio-Masse noch über die 100Ohm auf die 
Verstärkermasse?

Mich würde interessieren, ob ihr noch Aussagen zu dem Ausgangsfilter 
machen könnt, damit habe ich bis jetzt noch Null Erfahrung.

von Stefan (Gast)


Lesenswert?

> Warum legt man die Audio-Masse noch über die 100Ohm auf die
> Verstärkermasse?

Weil der Verstärker mit unsymetrischer Versorgungsspannung arbeitet. Der 
Chip muss also mit einer virtuellen Masse arbeiten. An den Eingängen 
liegt also ein DC Offset. Und beim Einschalten wird die Spannung durch 
den Kondensator erstmal kurzgeschlossen. Der Widerstand entschärft das 
Problem etwas. Das ist höflicher.
Falls der Verstärker des Weiteren keine Einschaltverzögerung hat oder 
sie nicht genutzt wird, kommt es im Einschaltmoment zu einem Knacken im 
Lautsprecher. Wenn nun beide Kondensatoren am Eingang gleich groß sind 
und die darüber hinaus über einen gleichen Widerstand geladen werden 
(Zeitkonstante), fällt das Knacken schwächer aus. Ein Kondensator liegt 
dann also über den Widerstand direkt an Masse und der andere über den 
Innenwiderstand der Quelle. Da sind 100 Ohm kein schlechter Wert.

> Mich würde interessieren, ob ihr noch Aussagen zu dem Ausgangsfilter
> machen könnt, damit habe ich bis jetzt noch Null Erfahrung.

Hast du nachgesehen ob es ein Evalboard zu dem Chip gibt? Wenn TI eins 
gemacht hat, dann gibt es auch ein PDF zum Download dazu. Da könnte dann 
etwas mehr zu dem Thema stehen als im Datenblatt.
Bei 10µH für L?/L? würde ich 0.68µF für C?/C? ansetzen. R?, C? und 
entsprechend R? und L? kannst du zunächst weglassen. Die Werte hängen 
von der Drossel und dem Layout ab. Da hilft nur Messtechnik.

von Johannes (menschenskind)


Lesenswert?

Hallo Stefan

Danke für die ausführliche Antwort, find ich gut.
Es gibt ein Eval-Board http://www.ti.com/lit/ug/slou341a/slou341a.pdf

Da ist die Versorgungsspannung PVCC auf Seite 5 in der Ecke links oben 
über 10nF mit Masse kurzgeschlossen. Ich nehme an, um höherfrequente 
Störimpulse rauszufiltern? Sind die 10 Ohm nötig um den Kondensator zu 
schützen?

von Max H. (hartl192)


Lesenswert?

Johannes H. schrieb:
> Sind die 10 Ohm nötig um den Kondensator zu
> schützen?
Das hat was mit dämpfen von Schwingungen zu tun. Der Kondensator kann 
mit parasitären Induktivitäten einen Schwingkreis bilden, mit dem 
Zusätzlichen Widerstand ist es ein gedämpfter Schwingkreis.

von Stefan (Gast)


Lesenswert?

Das sieht mir nach einem Snubber aus.
http://www.mikrocontroller.net/articles/Snubber

Ich bin noch nicht auf die Idee gekommen einen Snubber an dieser Stelle 
zu platzieren. Könnte vielleicht Störabstrahlung über die Stromzuführung 
verringern. Solche Endstufen reißen ja mächtig an der 
Versorgungsspannung.
Muss ich mal bei Gelegenheit testen.

C10 und C11 sind übrigens ernst gemeint. Die gehören stramm an das IC. 
Andernfalls kann es passieren dass die Endstufe bereits bei kleinen 
Leistungen verzerrt oder gar nicht läuft.
Und achte mal auf die Platzierung von C24. Das gehört so. Da fließt 
Strom von Pin 29 nach Pin 28. Ein Stromkreis. Mach den so klein wie 
möglich.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.