Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Gierwinkel per DCF77-Peilung? Oder wie sonst?


von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Hallo zusammen,

ich will den absoluten Gier-Winkel meines Modellbau-Helikopters 
bestimmen, um die Drift des Gyros zu kompensieren.

Als erstes fällt einem da das Erdmagnetfeld ein, aber: Durch magnetische 
Einflüsse entsteht eine Missweisung. Diese kann so stark sein (bis zu 
180°), dass ein kontrolliertes autonomes Fliegen nicht mehr möglich ist, 
siehe Seite 22 unter:

http://www.uni-oldenburg.de/fileadmin/user_upload/informatik/download/Dissertation_Final_Puls.pdf

Es gibt zwar Ideen zur Erkennung und Kompensation dieser Missweisung, 
aber ich finde, das Prinzip bedeutet viel Aufwand und unsicher ist das 
Verfahren trotzdem noch, siehe Kapitel 3.3 unter:

http://www8.informatik.uni-wuerzburg.de/fileadmin/10030800/user_upload/quadcopter/Abschlussarbeiten/Magnetfehlererkennung_Bethge_BA.pdf

Also habe ich überlegt, ich könnte eine Funkpeilung auf den DCF77-Sender 
machen. Außerhalb der DCF-77-Reichweite gäbe es sicher Alternativen, das 
ist aber erstmal egal.

Ich könnte entweder einen Ferritstab zum drehen auf einen Servo setzen, 
oder zwei um 90° verdrehte Ferritstäbe nutzen, und aus dem 
Amplitudenverhältnis den Winkel bestimmen.

Aber Das Gewicht dieser Konstruktionen macht mir in einem 
Modellbau-Helikopter Sorgen.

Hat noch jemand 'ne bessere Idee?

VG Torsten

von holger (Gast)


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>Als erstes fällt einem da das Erdmagnetfeld ein, aber: Durch magnetische
>Einflüsse entsteht eine Missweisung. Diese kann so stark sein (bis zu
>180°), dass ein kontrolliertes autonomes Fliegen nicht mehr möglich ist,
>siehe Seite 22 unter:

Aus diesem Grund wurde der Kreiselkompass erfunden.

>Also habe ich überlegt, ich könnte eine Funkpeilung auf den DCF77-Sender
>machen.

Blödsinn pur.

von Simon K. (simon) Benutzerseite


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holger schrieb:
> Kreiselkompass

holger schrieb:
>>Als erstes fällt einem da das Erdmagnetfeld ein, aber: Durch
> magnetische
>>Einflüsse entsteht eine Missweisung. Diese kann so stark sein (bis zu
>>180°), dass ein kontrolliertes autonomes Fliegen nicht mehr möglich ist,
>>siehe Seite 22 unter:
>
> Aus diesem Grund wurde der Kreiselkompass erfunden.

Aus dem Grunde der magnetischen Missweisung wurde der Kreiselkompass 
erfunden? Das ist ja äußerst interessant... und falsch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deklination_%28Geographie%29

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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holger schrieb:
> Aus diesem Grund wurde der Kreiselkompass erfunden

Das mag vielleicht sein, aber hier geht um die Kompensation der Drift 
des Kreiselkompasses.

holger schrieb:
> Blödsinn pur

Darum frage ich, ob Du eine bessere Idee zur Kompensation der Drift 
hast.

von Oldie (Gast)


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Ist man nicht zu nah am DCF77, wäre seine Peilung bei bekannter
Richtung zum Sender eine Überlegung wert.

Um das Minimum zu finden, muss der Ferritstab aber immer in
Bewegung sein. Für die Eindeutigkeit ist zusätzlich noch eine
E-Feld-(Draht-)Antenne nötig, die sich bei der Landung auch mal
in den Rotoren verfangen kann.

Alternativ könnte aber auch ein ungenauer Kompass für die
Eindeutigkeit sorgen.

Das Elektrische lässt sich abgleichen und auf eine Genauigkeit
von +/-5...10° bringen (solange es keine Störungen
von Gewittern, Überlagerung von Boden- und Raumwelle etc. gibt.

Die ganze Mimik frisst aber auch eine Menge Energie für das
Betreiben und Transportieren...

von Ulrich (Gast)


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So schlecht ist die Idee nicht, nur würde ich da eher MW oder LW Sender 
nutzen. In der Regel sollte man da auch einen stärkeren Sender irgendwo 
in der Nähe haben. Die Frequenzen sind höher und der Ferritestab kann 
wohl etwas kleiner werden. Bein Ferritestab könnte man ggf. noch die 
Form auf Gewicht optimieren. Alternativ zum Ferritestab ginge ggf. auch 
noch eine Rahmenantenne.

Die Frequenz und Richtung müsste man ggf. vor dem Start anpassen.

So wild wird es mit den Fehlern des Erdmagnetfeldes meist nicht sein. 
Die großen Fehler sind ja eher lokal begrenzt - an den meisten Orten 
geht es also. In der Luft (outdoor) hat man auch eher wenig lokale 
Störungen durch Eisenkonstruktionen.

Die andere Methode wäre das GPS Signal zu nutzen, also die Richtung der 
Bewegung wenn man sich Fortbewegt. Bei viel Wind könnte das aber daneben 
gehen.

Schließlich könnte man auch nach den Sternen, insbesondere der Sonne 
gehen - mit Polfilter geht das auch noch bei trübem Wetter.

von Max H. (hartl192)


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Torsten C. schrieb:
> aber hier geht um die Kompensation der Drift
> des Kreiselkompasses.
Ich dachte es geht darum die Drift des Gyros zu kompensieren...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kreiselkompass

von Christian B. (casandro)


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Ich hätte Bauchschmerzen dabei, da es nicht sicher ist, ob das Signal 
immer aus der direkten Richtung kommt. Ich kann mir durchaus vorstellen, 
dass unterschiedliche Untergründe oder Bebauungen unterschiedliche 
Richtungen ergeben.

Ich würde das übrigens dann wenn möglich nicht mit Ferritantennen 
machen, sondern mit Luftspulen. Die müssen dann halt größer sein aber 
nicht unbedingt schwerer.

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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In der Diplomarbeit (s.o.) steht, wie auch ich denke: "Das Systen soll 
im Vorfeld denierte Aufgaben automatisch, korrekt und robust ausführen."

Also auch bei "Störungen von Gewittern" (s.o.), genauer als ein 
"ungenauer Kompass" (s.o.), auch "bei viel Wind" (s.o.) und auch bei 
Bewölkung (siehe oben, "Sonne und Sterne").

Ulrich schrieb:
> einen stärkeren Sender irgendwo in der Nähe

Das klingt gut, das schaue ich mir mal genauer an. :-)

Ulrich schrieb:
> Alternativ zum Ferritestab ginge ggf. auch noch eine Rahmenantenne.

Rahmenantennen sind groß. Für den Modellbau bin ich skeptisch. 
Vielleicht 'ne drehbare Yagi-Uda-Antenne zum nächsten Mobilfunkmast? 
Leider ist die Feldstärke dabei sehr ungleichmäßig, das erschwert die 
"Maximumpeilung". Und für UKW und UHF sind die Antennen wieder zu groß. 
:-(

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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PS: Und dann das noch: Ein halbes Jahr werden die meisten Lang- und 
Mittelwellensender in Deutschland noch senden, dann ist Schluss.

http://www.radioszene.de/55530/2015-stirbt-die-mittelwelle.html

DCF-77 hält bestimmt länger.

von Mike (Gast)


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Torsten C. schrieb:
> Als erstes fällt einem da das Erdmagnetfeld ein, aber: Durch magnetische
> Einflüsse entsteht eine Missweisung.

Die Missweisung ist keine kleinräumige Struktur, weil die vom 
Erdmagnetfeld und lokal z.B. auch von Erzlagerstätten abhängt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Missweisung

Was du meinst, ist vermutlich Deviation. Und solange du mit dem Heli 
nicht durch Hochspannungsmasten fliegst, wird sich die in der freien 
Natur eher in Grenzen halten.

von Marcus H. (Firma: www.harerod.de) (lungfish) Benutzerseite


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Hi Torsten,
die magnetische Missweisung ist z.B. in Sichtflugkarten eingetragen.
Ich habe da zufällig ein paar alte Karten im Angebot:
Beitrag "Re: Bücher: Der Privatflugzeugführer"

Missweisung ist in Deutschland kein großes Thema, im Nürnberger Raum ca. 
1°Ost.

Cheerio,
 Marcus

von Harald W. (wilhelms)


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Marcus H. schrieb:

> Missweisung ist in Deutschland kein großes Thema, im Nürnberger Raum ca.
> 1°Ost.

...und wie ist es in unmittelbarer Nähe eines grösseren Eisenerzlagers?

von Karl H. (kbuchegg)


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Harald Wilhelms schrieb:
> Marcus H. schrieb:
>
>> Missweisung ist in Deutschland kein großes Thema, im Nürnberger Raum ca.
>> 1°Ost.
>
> ...und wie ist es in unmittelbarer Nähe eines grösseren Eisenerzlagers?

Da wirds mehr sein.
Aber in Relation zur Missweisung die der Elektromotor an Board 
produziert, kann man das alles erst mal ignorieren, denke ich.

Ich denke dem TO schwant schön langsam, warum eine professionelle IMU, 
mit der Flugzeuge auch über den Atlantik fliegen können, nicht um ein 
Butterbrot zu haben sind. Der Traum, seinen Heli autonom von München 
nach Frankfurt fliegen zu lassen, sollte er erst mal ein wenig 
zurückstellen und lieber mal mit kleineren Brötchen anfangen.

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Zum "Elektromotor an Board": Neben Hochspannungsmasten und 
Eisenerzlagern gibt es viele weitere Störfelder. Auf Seite 21 der o.g. 
Bachelorarbeit ist z.B. der Einfluss der Brushless-Motoren aufgezeigt.

In der freien Natur und in der Flugphase sehe ich weniger ein Problem, 
auch die quasi statische Missweisung aus Sichtflugkarten könnte man 
problemlos kompensieren (Danke, Marcus).

Ein Problem sehe ich beim Starten und Landen in unbekannten Umgebungen 
oder z.B. auf einem Auto-Dach oder bei Tests in einer Sporthalle oder 
Garage.

Aber um's erstmal nicht zu kompliziert zu machen, versuche ich mit den 
gegebenen Sensoren eines LSM9DS0 IMUs auszukommen und werde den Start- 
und Landeplatz mit einem Elektromagneten in Nord-Süd-Richtung markieren: 
Ein Flacheisen, ca. 1m Lang und ein paar Wicklungen CuL-Draht.

Mittelfristig interessiert mich schon eine Lösung, die ohne 
Landeplatz-Markierung auskommt.

Ich werde - weil's einfach ist - auch mal zwei GPS-Empfänger mit ca. 1m 
Abstand ausprobieren.

Für die Funkpeilungs-Idee scheint DCF-77 wohl langfristig doch die beste 
Wahl zu sein.

PS: Ach ja, ich wollte ohnehin an der "Heckflosse" des Helis noch ein 
Accerelometer platzieren, der hilft auch noch, die 
Gier-Winkelgeschwindigkeiten genauer zu messen. Vielleicht wird dadurch 
dir Drift geringer und reicht vielleicht für "Starten und Landen".

Karl Heinz schrieb:
> Der Traum, seinen Heli autonom von München
> nach Frankfurt fliegen zu lassen ...

Ach! (Loriot) Wie gesagt: Start und Landung sind erstmal wichtiger!

von Oliver S. (oliverso)


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Torsten C. schrieb:
> Ich werde - weil's einfach ist - auch mal zwei GPS-Empfänger mit ca. 1m
> Abstand ausprobieren.

Was genau versprichst du dir davon?

Oliver

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Oliver S. schrieb:
> Was genau versprichst du dir davon?
Den Gierwinkel bestimmen!

Hast Du das schon mal ausprobiert?

von Norbert S. (norberts)


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hi,

glaubst du, der empfang von dcf77 ist eine schöne keule die genau auf 
den sender zeigt? das würde mich wundern.
wenn das besser als kompass funktionieren würde, wäre das in der szene 
schon aufgetaucht. unwahrscheinlich, daß es noch niemand versucht hat.

den drift mit acc am heck kompensieren kannst du vermutlich vergessen. 
die acc sind viel zu ungenau im verhältnis zum gyro.

die verfügbaren gyros sind schon verdammt gut, da wirst du ausser 
ergänzend durch gps mit keiner bastellösung was werden.
ausser eben kompass. direkte störungen durch das gerät sind gar nicht so 
schlimm und vor allem konstant. strom kompensiert sich bei dc und bei 
motoren ist es ein wechselfeld. also kannst du eine tabelle bauen 
angezeigter wert vs. wirklicher wert.
übel sind aber alle dinge wie stahlbeton. die verbiegen das bis zur 
unbrauchbarkeit.
das sind eigene erfahrungswerte, ich hab zu einem ähnlichen zweck damit 
rumprobiert.

vor allem, was soll das? für autonomes fliegen nützt es dir gar nichts, 
ob du den gierwinkel nun auf 30° oder 1° genau kennst. jede luftbewegung 
macht dir das kaputt. ohne gps wird das sowieso nix. für die höhe 
brauchst du dann noch luftdruck, weil gps da sehr ungenau ist und in 
bodennähe zum landen noch us, weil der druck dafür wiederum zu ungenau 
ist und zu sehr driftet.

gruß,
norbert

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Norbert S. schrieb:
> übel sind aber alle dinge wie stahlbeton. die verbiegen das bis zur
> unbrauchbarkeit.

Genau das ist das Problem. Gerade in der Entwicklungspase der 
Flugregelung werde ich natürlich indoor arbeiten. Zuerst kommen "Start" 
und "Landung", also auch das "klar kommen" mit dem Bodeneffekt.

Norbert S. schrieb:
> für autonomes fliegen nützt es dir gar nichts

In der Flugphase sehe ich das auch so, steht auch schon mehrfach oben 
geschrieben. Aber um's mal genau zu erklären:

Der Helikopter kennt nur Links/Rechts und Vorn/Hinten. Wenn er eine 
Position halten soll, muss er den Gier-Winkel kennen, um bei einer 
Positionsabweichung in die richtige Richtung (Nord/Süd und West/Ost) 
steuern zu können. Insbesondere bei Start und Landung ist Präzision 
wichtig.

Und da bei der Entwicklung der Flugregelung alles noch etwas langsamer 
geht, kann so ein "Test-Hüpfer" schon mal ein paar Minuten dauern, da 
kommt dann langsam die Drift ins Spiel.

von Oliver S. (oliverso)


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Na ja, indoor und GPS passen ja auch nicht wirklich zusammen.
Da hilft nur noch Bildverarbeitung.

Oliver

von Norbert S. (norberts)


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hi,

dann mach das einfach mit kompass. glaub mir, das ist der einfachste 
teil.
beim start nullen und ne simple zweipunktregelung mit ein paar grad 
hysterese und fertig. da funktioniert auch indoor.
das hat bei meinem quadrocopter 1a funktioniert, also entweder "jetzige 
ausrichtung halten" oder "wie auf start ausrichten".
bei der höhenregelung kannst du dich im vergleich dazu mal richtig warm 
anziehen.

um die position zu halten, reicht eine genauigkeit von ein paar grad und 
relativ ist das kein problem. wenn der kompass statt 10° abweichung 20° 
anzeigt ist das doch kein problem.
horizontal driftet die kiste doch sowieso.

gruß,
norbert

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Oliver S. schrieb:
> Na ja, indoor und GPS passen ja auch nicht wirklich zusammen.
Ach! (Loriot)

> Da hilft nur noch Bildverarbeitung.

Ultraschall in einer Zimmer-Ecke ist einfacher, zumindest wenn der 
Gier-Winkel stabil gehalten werden kann.

Norbert S. schrieb:
> um die position zu halten, reicht eine genauigkeit von ein paar grad

Das ist einen Versuch wert. Und falls nicht, gäbe es ja noch die 
Flacheisen-Methode˄˄, zumindest für Indoor mit Stahlbeton. Ich kann's ja 
erstmal ohne probieren.

Norbert S. schrieb:
> glaubst du, der empfang von dcf77 ist eine schöne keule die genau auf
> den sender zeigt?

Wikipedia sagt:
> Für Längst-, Lang- und Mittelwelle wird das Verfahren der Minimumpeilung
> angewandt, bei dem eine Ferrit- oder Rahmenantenne so lange gedreht wird,
> bis das Signal eine minimale Intensität hat.

Bessere Methoden sind m.E. nicht bekannt.

Karl Heinz schrieb:
> Ich denke dem TO schwant schön langsam, warum eine professionelle IMU,
> mit der Flugzeuge auch über den Atlantik fliegen können, nicht um ein
> Butterbrot zu haben sind.

Zaubern können die auch nicht. Gib's denn was für mehr Geld besseres als 
Erdmagnetfeld oder Funkpeilung?

"Über den Atlantik" ist kein "still stehen und Position halten". Ohne 
Geschwindigkeitsvektor ist die Gierwinkel-Stabilisierung m.E. sogar viel 
schwieriger als beim Strecken-Flug.

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Norbert S. schrieb:
> horizontal driftet die kiste doch sowieso

Im Gegenteil. Indoor wird mit Ultraschall die Drift kompensiert 
(Zimmerecke˄˄) und outdoor per GPS. Ich bin mir nur noch nicht sicher, 
ob ich DGPS mit Billig-China-GPS-Empfängern umsetzen kann.

Eventuell kommt halt doch 'ne Nadir-Kamera zum Einsatz, dann wäre auch 
das Problem mit der Gierwinkel-Drift bei Start und Landung gelöst. In 
der Nacht kann ja noch ein LED-Scheinwerfer nach unten leuchten.

von Norbert S. (norberts)


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Torsten C. schrieb:
> Gib's denn was für mehr Geld besseres als
> Erdmagnetfeld oder Funkpeilung?

ja, gyros.
du hast ja nicht genau gesagt, ob man das kaufen können soll und was 
"mehr geld" bedeutet.
in modernen u-booten sind gyros drin, die so genau sind, daß man damit 
den breitengrad und inert auch die fahrt über die längengrade 
feststellen kann. das soll so genau sein, daß man damit quer über den 
atlantik die hafeneinfahrt trifft. ohne gps (funktioniert da unten 
nicht) oder echolot und seekarten (könnte man orten).
aber wie gesagt, das hat nichtmal digikey, vermutlich, weil die 
shop-software die ganzen stellen des preises nicht anzeigen kann ;-)

probier doch erstmal mit kompass, das ist billig und einfach.

gruß,
norbert

von Norbert S. (norberts)


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ach ja, der klassische kompass hat ja auch auf schiffen noch seine 
berechtigung. das ist natürlich worst case, mit dem ganzen stahl 
drumherum. also werden die auch eingemessen und kalibriert. genau das 
kannst du auch machen, zumindest was das fluggerät selbst angeht.
aber die absolute genauigkeit brauchst du ja gar nicht und position 
halten geht ohne gps sowieso nicht.

von Marcus H. (Firma: www.harerod.de) (lungfish) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

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Oooch, das mit der Kompassabweichung hat man in großen 
Fortbewegungsmitteln recht gut gelöst.
In diesem Bild
http://www.mikrocontroller.net/attachment/226405/DSCF1252_1080.jpg
sieht man unter dem Whiskeyglasskompass so einen kleinen weißen Zettel 
kleben - die Deviationstabelle. Detail im Anhang an diesen Post.
Diese wird bei Nachprüfungen regelmäßig kontrolliert und ggf. angepasst.

Hab grad kein Bild zur Hand, aber als ich das letzte Mal vorne links in 
einer 747 Platz genommen habe, war meine erste Frage auch "Wo ist Euer 
Whiskeyglass?". So ein Teil, in Verbindung mit etwas trainierter 
Wetware, einer Armbanduhr und einer Karte ist nicht zu unterschätzen. 
Speziell wenn der Rest der Hardware gerade überraschend Urlaub 
angemeldet hat.

Den alten Kurskreisel stellt man im unbeschleunigten Geradeausflug immer 
wieder dem Magnetkompass nach, da die Erde ja alle Stunde so ca. 15° 
weiterrotiert.

von Jobst M. (jobstens-de)


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Hmmm ... dafür gibts doch auch etwas fertiges, passendes ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Drehfunkfeuer


Gruß

Jobst

von Torsten C. (torsten_c) Benutzerseite


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Jobst M. schrieb:
> dafür gibts doch auch etwas fertiges, passendes

Danke, als GPS-Alternative vielleicht. Mal schauen, ob das genauer ist.

Aber wie bestimme ich mit einem Drehfunkfeuer beim "Position halten" den 
Gierwinkel?

Anwendungsfall: 10 Minuten an magnetisch "verseuchter" Stelle genau an 
einer Stelle Fliegen und an einer Leine eine Last aufnehmen.

Warum der Gierwinkel zum "Position halten" wichtig ist, hatte ich oben 
ja bereits geschrieben.

von Mike A. (Gast)


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Torsten C. schrieb:
> Ich werde - weil's einfach ist - auch mal zwei GPS-Empfänger mit ca. 1m
> Abstand ausprobieren.

Mit Allerwelts-GPS Empfängern dürfte das schwierig werden. Für einen 
GPS-Kompass brauchst du die Phasendifferenz von zwei GPS-Antennen.
Kommerzielle Lösungen kommen bei 1,6m Antennenabstand auf 0,1° 
Richtungsgenauigkeit (Such mal nach PPU)
http://www.navicomdynamics.com/media/documents/Some%20GPS%20misunderstandings-Sep%202013.pdf
(S.20)

von Stefan H. (cheeco)


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Hey Thorsten,

wenn Du es einfach haben willst dann nimm doch einfach den Sonne als 
Korrekturreferenz. Das sowas funktioniert wurde hier gezeigt:

http://wiki.paparazziuav.org/wiki/Infrared_Sensors

Zum VOR: Damit kann man seine Position bestimmen, aber NICHT sein 
Heading, auch nicht mit Kreuzpeilung.
Dafür gibt es einen sogenannten ADF (Automated Direction Finder = 
Radiokompass). http://de.wikipedia.org/wiki/Radiokompass


Grüße,

Stefan

von Marcus H. (Firma: www.harerod.de) (lungfish) Benutzerseite


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VOR/UKW-Drehfunkfeuer lagen mir die ganze Zeit auf der Zunge. :)

ABER: Man braucht eine quasioptische Verbindung zu dem Teil und in den 
Flughöhen, in denen das möglich ist, möchte ich wirklich keiner 
Hobbydrohne begegnen.

Die ganze Flugnavigation ist für Streckenflieger in Reiseflughöhen 
gedacht.

von Jobst M. (jobstens-de)


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Torsten C. schrieb:
> Danke, als GPS-Alternative vielleicht. Mal schauen, ob das genauer ist.

Nahe eines VORs ja, weiter Entfernt nicht. Etwa 3° Genauigkeit.


> Aber wie bestimme ich mit einem Drehfunkfeuer beim "Position halten" den
> Gierwinkel?

Stefan H. schrieb:
> Zum VOR: Damit kann man seine Position bestimmen, aber NICHT sein
> Heading, auch nicht mit Kreuzpeilung.

Ach, ich hatte einen Knoten im Hirn ... Du bekommst dabei ja nur den 
Winkel von Dir vom VOR.


Marcus H. schrieb:
> ABER: Man braucht eine quasioptische Verbindung zu dem Teil und in den
> Flughöhen, in denen das möglich ist, möchte ich wirklich keiner
> Hobbydrohne begegnen.

Die Frage ist: Was machst Du da?

> Die ganze Flugnavigation ist für Streckenflieger in Reiseflughöhen
> gedacht.

Nein, das ist nicht wahr. Das funktioniert ab ein paar Metern Höhe 
wunderbar. Da habe ich persönliche Erfahrungen. Möglicherweise ist es 
Abhängig von der Entfernung zum Sender.


Gruß

Jobst

von Marcus H. (Firma: www.harerod.de) (lungfish) Benutzerseite


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Hi Jobst,
Deine Frage war: Was machst Du da?

-> Rat mal... ;) <-

Marcus

von Ralph (Gast)


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Andere Idee,

2 Gyros vom gleichen Typ verwenden die aber um 180 ° gedreht aber 
wärmegekoppelt montiert werden.

Bei einer Drehung ergibt der eine eine positiven der andere einen 
negativen Gier Wert.
Der Betrag sollte aber bei beiden identisch sein.

In Ruheposition, also ohne Drehung zeigen ja beide einen Drift. Diese 
hat hier jedoch ebenfalls ein unterschiedliches Vorzeichen.
Der Mittelwert zwischen beide müsste  der Nullpunkt sein. Damit wäre die 
Drift des einzelnen ausrechenbar.

Ja ich weiß das beide Gyros nicht 100 % identisch sind, aber für die 
Kompensation sollte das reichen.

von Jobst M. (jobstens-de)


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Abgesehen davon, dass wir VOR mittlerweile als Lösung ausgeschlossen 
haben ...

Marcus H. schrieb:
> Deine Frage war: Was machst Du da?
>
> -> Rat mal... ;) <-

Keine Ahnung, was ein Mensch in ca. 10-20m über dem Boden macht. Die 
Frage war ernst gemeint!


Gruß

Jobst

von Amateur (Gast)


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>Mit Allerwelts-GPS Empfängern dürfte das schwierig werden. Für einen
>GPS-Kompass brauchst du die Phasendifferenz von zwei GPS-Antennen.
>Kommerzielle Lösungen kommen bei 1,6m Antennenabstand auf 0,1°
>Richtungsgenauigkeit (Such mal nach PPU)

Eine weitere Möglichkeit wäre: "Mach langsam".
Irgendwann wird der EU-Wahnsinn (ein eigenes GPS-System) zur Realität. 
Der soll dann ja genauer sein.

von N. Rokpop (Gast)


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Torsten C. schrieb:
> Als erstes fällt einem da das Erdmagnetfeld ein, aber: Durch magnetische
> Einflüsse entsteht eine Missweisung. Diese kann so stark sein (bis zu
> 180°), dass ein kontrolliertes autonomes Fliegen nicht mehr möglich ist,
> siehe Seite 22 unter:

Ist das ein theoretisches Problem oder tritt es tatsächlich in Deinem 
Design auf? Nutzt Du den Hubschrauber, um Umspannwerke zu inspizieren?

Es erscheint mir am sinnvollsten, mit einem geeigneten Algorithmus zu 
bewerten welchen Datenquelle die zuverlässigste ist (Gyro oder Kompass) 
und dementsprechend den Gierwinkel einzustellen.

von Marcus H. (Firma: www.harerod.de) (lungfish) Benutzerseite


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Hallo Jobst,
in meinem von Dir zitierten Post habe ich geschrieben:

Marcus H. schrieb:
> ABER: Man braucht eine quasioptische Verbindung zu dem Teil und in den
> Flughöhen, in denen das möglich ist, möchte ich wirklich keiner
> Hobbydrohne begegnen.

Und in den dort angesprochenen Flughöhen (meist 4000ft+) hangele ich 
mich üblicherweise auf Streckenflügen den VORs entlang.

Es ist durchaus möglich, an manchen Stellen Bodenempfang von VORs zu 
haben.
Das ist dann aber eher eine Besonderheit und nicht der geplante 
Einsatzzweck. Zu jeder VOR Station gibt es Betriebsinformationen, welche 
die garantierte Reichweite in Abhängigkeit von der Flughöhe 
spezifizieren.

Grüße,
 Marcus

von Jobst M. (jobstens-de)


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Mir ist schon klar, was Du geschrieben hast.

Marcus H. schrieb:
> Es ist durchaus möglich, an manchen Stellen Bodenempfang von VORs zu
> haben.
> Das ist dann aber eher eine Besonderheit und nicht der geplante
> Einsatzzweck.

Da irrst Du Dich aber. Die Signale müssen auch noch recht tief 
empfangbar sein.


Gruß

Jobst

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