Diac - noch aktuell ?

OP #3961142
Hallo
in einer Schaltung habe ich einen Triac vom Typ TIC226D gefunden. Dieser 
wird über einen MOC 3041 angesteuert. Dazwischen sitzt ein Diac. Leider 
keine Typenangabe. Habe im Netz gesucht und konnte nur einen DB3 finden. 
AScheint ausgestorben zu sein. Was kann man als Ersatz nehmen?
achim
Ich bin bisher nur Schaltungen begegnet, in denen die Triggerspannung 
von Diacs bei gut 30V lag. Dem Standardwert dieser Dinger, und eben auch 
der Wert des DB3. Eine grosse Vielfalt hat es bei den Dingern wohl nie 
gegeben. Sollte also passen.
Gast
Diac sind noch in vielen elektronischen Vorschaltgeräten für 
Leuchtstofflampen und Energiesparlampen zu finden. Durchbruchsspannung 
ist zwischen 25V und 35V (meist). Als Ersatz können 2 antiparallel 
geschaltete Zehnerdioden (30V) funktionieren. Hängt von der Schaltung 
ab, ansonsten defekte Energiesparlampen "schlachten". Ist meist das 
blaue Bauteil, was die Bauform einer Glasdiode hat.  Schönen Sonntag 
noch    Opamanfred
opamanfred schrieb:
> Als Ersatz können 2 antiparallel
> geschaltete Zehnerdioden (30V) funktionieren.

Der Witz an Diacs ist der Einbruch der Längsspannung nach dem 
Durchbruch. In den üblichen Triac-Schaltungen führt das zu einem 
sofortigen hohen Zündstrom des Triacs - und das ist gewollt. Wenn man 
den Diac durch Z-Dioden ersetzt, dann kann der Zündstrom gemächlich 
ansteigen, was nicht unbedingt der beste Weg ist, Triacs zu zünden.
Gast
opamanfred schrieb:
> Als Ersatz können 2 antiparallel
> geschaltete Zehnerdioden (30V) funktionieren.

Nicht wirklich. Die Hauptaufgabe des Diacs ist ja nicht der definierte 
Spannungsabfall von ca. 33V, sondern die negative Kennlinie.
Eine Glimmlampe ist so ziemlich das einzige Einzel-Bauteil, das ähnlich 
wie ein Diac wirkt.
A. K. schrieb:
> opamanfred schrieb:
>> Als Ersatz können 2 antiparallel
>> geschaltete Zehnerdioden (30V) funktionieren.
>
> Der Witz an Diacs ist der Einbruch der Längsspannung nach dem
> Durchbruch. In den üblichen Triac-Schaltungen führt das zu einem
> sofortigen hohen Zündstrom des Triacs - und das ist gewollt. Wenn man
> den Diac durch Z-Dioden ersetzt, dann kann der Zündstrom gemächlich
> ansteigen, was nicht unbedingt der beste Weg ist, Triacs zu zünden.

Antiparallel schon mal gar nicht, wenn schon in Reihe....
Funktioniert aber trotzdem nicht in der üblichen Diac-Betriebsweise wie 
z.B. in Dimmern. Da erreicht der Zündstrom nie den erforderlichen Wert. 
Grundvoraussetzung ist die spezielle Kennlinie des Diac (niedrigere 
Haltespannung als Zündspannung)

Und wozu man einen Diac einer MOC3041-Schaltung braucht ist mir 
irgendwie auch nicht ganz klar. Habe ich auch noch nie gesehen, wird 
aber schon irgendeinen Sinn haben. Vielleicht weiss da jemand was?

Und bei Conrad gibts den auch, sogar mal was zu einem normalen Preis.
Gast
opamanfred schrieb:
> Als Ersatz können 2 antiparallel geschaltete Zehnerdioden (30V)
> funktionieren.

Wenn schon, dann bitte in Serie. Sonst übersteigt die Spannung im ersten 
und dritten Quadranten der Gesamtkennlinie nie die ca. 0,7V.

Trotzdem hat man dann nicht den Zündeffekt wie beim Diac.
Gast
ArnoR schrieb:
> Diac auch mit Transistoren nachbilden und hat dann sogar
> bessere Eigenschaften. Die "Brennspannung" ist kleiner als bei einem
> echten Diac

Das ist aber nicht besser, denn der Diac soll den 
Phasenschieberkondensator gar nicht vollständig entladen.
Aber einen ordentlichen Zündimpuls ins Gate jagen...
Bei einer Z-Dioden-Schaltung würde, sobald sich die Spannung am 
Kondensator der Z-Spannung nähert, ein kleiner Strom ins Gate fliessen. 
Reicht nicht zum Zünden, verhindert aber die weitere Aufladung -> 
funktioniert nicht.
Gast
foo schrieb:
> Das ist aber nicht besser, denn der Diac soll den
> Phasenschieberkondensator gar nicht vollständig entladen.

Wieso denn das? Der größere rel. Hub erlaubt einen kleineren 
Kondensator, so dass sich das praktisch aufhebt. Außerdem kann man die 
Aufladezeit einfach über die Steuerung (Poti) anpassen.

Die kleinere Zündspannung hat auch den Vorteil, dass man mit kleinerem 
Zündverzugswinkel bzw. größerem Stellbereich arbeiten kann.
0815 schrieb:

> Nicht wirklich. Die Hauptaufgabe des Diacs ist ja nicht der definierte
> Spannungsabfall von ca. 33V, sondern die negative Kennlinie.
> Eine Glimmlampe ist so ziemlich das einzige Einzel-Bauteil, das ähnlich
> wie ein Diac wirkt.

Die hat man ja auch anfänglich für Dimmer benutzt,
als es noch keine Diacs gab.
ArnoR schrieb:
> Man kann ein Diac auch mit Transistoren nachbilden und hat dann sogar
> bessere Eigenschaften. Die "Brennspannung" ist kleiner als bei einem
> echten Diac und außerdem kann man die Zündspannung in einem großen
> Bereich frei wählen.

Sinnvoller mit einem Thyristor und einer Z-Diode zwischen Gate und Anode 
und Widerstand Gate-Kathode. Wenns bipolar sein soll, braucht man noch 
einen Brückengleichrichter.

MfG

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