Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Lambdasonde über OP an AVR


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von Torsten R. (dode)


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Hallo,

Ich möchte den Abgaswert unseres Grundofens mit einer Sprungsonde Bosch 
LSM-11 und einem AVR ATmega328p messen. Die Sonde gibt eine Spannung von 
0-1 V aus, ich möchte sie also ähnlich wie der LM9044 um das 4,5-fache 
verstärken.

Ich habe nur Grundkenntnisse in der Elektronik und habe mich hier in 
Operationsverstärker eingelesen und das Forum durchsucht, in einem 
Beitrag wird der TL071 als geeigneter Kandidat genannt.

Mir scheint ein nichtinvertierender Verstärker die passende Wahl zu 
sein, hier gibt es ja schon ein Beispiel für eine Verstärkung um den 
Faktor 10 das ich als Grundlage nehmen würde.

Interessieren würde mich jetzt, wie ich den Verstärkungsfaktor möglichst 
genau hinbekomme. Kann ich dafür beide Widerstände messen und den daraus 
errechneten Faktor in meinem Progrämmchen zur Berechnung des 
Lambdawertes verwenden?

Oder sollte ich besser gleich den LM9044 nehmen, man kann ihn bei TI 
bestellen. Ich würde aber schon gerne einen OP selber basteln und etwas 
dabei lernen.

Grüße,
Torsten

: Bearbeitet durch User
von Peter (Gast)


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von Torsten R. (dode)


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Peter schrieb:
> 
http://192.211.49.220/-%20Electronics/Magazines/Elektor%20%28Deutsch%29/Elektor%202012_01_de.pdf

Danke, dieser Artikel ist sehr interessant, weil ich bei der Wahl der 
Lambdasonde nach einer solchen Steuerung gesucht und nur eine teure, 
nicht im Einzelhandel erhältliche Steuerung gefunden hatte.

Ich hatte mich dann wegen der einfacheren Lösung für die LSM-11 
entschieden und hab sie hier bereits liegen und möchte sie zumindest 
vorerst mal verwenden. Später steige ich vielleicht mal auf die 
anspruchsvollere Lösung mit einer Breitbandsonde um.

Also würde mich nach wie vor interessieren ob ich mit dem OP auf dem 
richtigen Weg bin.

Torsten

von Steffen (Gast)


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Torsten Römer schrieb:
> einem AVR ATmega328p messen. Die Sonde gibt eine Spannung von
> 0-1 V aus

Geh doch mit der Sonde direkt auf den Atmega AD Eingang. Die interne 
Referenz auf 1,1V dann hast du die höchste Auflösung.

Gruß Steffen

von Torsten R. (dode)


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Steffen schrieb:
> Geh doch mit der Sonde direkt auf den Atmega AD Eingang. Die interne
> Referenz auf 1,1V dann hast du die höchste Auflösung.

Schon was gelernt, wusste nicht mal dass man die Referenz einstellen 
kann, dachte es sind immer 5V.

Habe hier im Forum allerdings gelesen:
> wollte nur sagen das bei der geringsten Belastung die Spannung
> zusammenbricht. Selbst die Sample&Hold Stufe(Kondensator) eines A/D
> Wandlers könnte eine zu hohe Belastung darstellen und würde bei hohen
> Sampleraten einfach nicht vollständig geladen werden.

Muss ich mir darüber tatsächlich Gedanken machen und würde ein OP das 
Problem lösen?

von Steffen (Gast)


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das kommt drauf an wie du deinen Code erstellst. Für die AD Wandlung 
gibt es den Noise Canceler, d.h. es wird alles angehalten bis die 
Wandlung fertig ist. Dann sollte das kein Problem darstellen.

von Torsten R. (dode)


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Danke Steffen, das schaue ich mir an und werde es einfach mal mit der 
Sonde direkt an dem AVR Analogeingang ausprobieren.

Wenn ich es richtig verstehe, ist meine Samplerate sowieso sehr niedrig, 
ich würde nicht öfters als 1 Mal/Sekunde den Wert abfragen.

Nur noch eine Frage für mein Verständnis, wenn ich doch einen OP 
verwenden müsste, wäre dann ein Spannungsfolger (Impedanzwandler) in 
Kombination mit interner Referenz von 1,1V eine sinnvolle Lösung?

Grüße,
Torsten

von Steffen (Gast)


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also ich hab einen Controller mal gebaut der mir eine Sprungsonde 
einliest und dann daraus einen Wert generiert um eine 
Gemischaufbereitung zu beeinflussen. Hier reicht 1 Abfrage pro s völlig 
aus.

Zu deiner Frage, ja mit dem OPV geht das so. Ich würde auch nicht höher 
gehen mit der Spannung, weil so hast du die höchste Auflösung des AD 
Wandler.
Wenn dir das nicht reicht, dann gibt es AD Wandler mit I²C 16bit oder 
mehr Auflösung. Kommt halt drauf an was du machen willst.

von Torsten R. (dode)


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Super, Danke für die Infos! Soweit ist für mich alles geklärt.

Ich möchte vorerst nur den Abgaswert unseres Grundofens (Holzfeuer) 
messen, rein informativ, um den Luftschieber optimaler einstellen zu 
können. Man sieht ja auch an der Flamme ob zu wenig Luft da ist, ich bin 
aber einfach neugierig.

Neben der Sonde baue ich auch ein Thermoelement Typ K ein, weil mich die 
Abgastemperatur interessiert. Dafür verwende ich dann einen AD8495.

Mein Ziel ist die Effizienz des Ofens zu optimieren und die 
Emissionswerte zu verbessern.

Schönen Abend noch,
Torsten

von Steffen (Gast)


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Hört sich gut an. Ob das die Sonde mit macht? Sind da nicht die 
Abgastemperaturen zu niedrig? Wenn ich an meinen neuen Ofen denke, der 
hat irgendwas zwischen 120 und 200 Grad.

von Torsten R. (dode)


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Gute Frage! Am besten zugänglich wäre der Wartungsdeckel am Anfang des 
letzten Zuges, dort kann man aber glaube ich (zum Glück) nicht mehr als 
200 °C erwarten.

Im Überbrand ist es soweit ich weiß zu heiß für die Sonde (max. 800 °C 
Betriebstemperatur), ich könnte aber an den 1. Zug ca. 50 cm nach dem 
Überbrand drankommen. Dort würde ich auf ca. 650 °C hoffen.

Und die LSM-11 hat eine Heizung mit einem PTC die sie auf mindestens 350 
°C hält.

Bin gespannt, vielleicht montiere ich zuerst nur das Thermoelement und 
schaue mal, was dort für Temperaturen entstehen.

Ich frage auch noch mal den, der den Ofen gebaut hat!

von Steffen (Gast)


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Genau erst mal messen und dann weiter sehen. Der Einsatzort scheint aber 
dafür gedacht zu sein. Muss man nur testen wie und wo man den Sensor 
anschließt. Jedenfalls brauch der Temperatur.

von F. F. (foldi)


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Steffen schrieb:
> das kommt drauf an wie du deinen Code erstellst. Für die AD Wandlung
> gibt es den Noise Canceler, d.h. es wird alles angehalten bis die
> Wandlung fertig ist. Dann sollte das kein Problem darstellen.

Steht alles im Datenblatt.

Torsten, lies doch mal das Datenblatt und auf der Atmel Seite findest du 
unter jeden Controller noch viele wertvolle Dokumente.

: Bearbeitet durch User
von Torsten R. (dode)


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Danke, ich lese schon was das Zeug hält, werde da auch schauen. Fange ja 
gerade erst an :-)

von Torsten R. (dode)


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Habe jetzt einige Tests gemacht, mit der Sonde direkt am ADC und 
Referenzspannung 1.1 V.

In AVR120 steht: "The signal source
should therefore have sufficiently low out
put impedance to get correct conversion
results."

Bei 12V Heizspannung und 20°C Umgebungstemperatur hat der Ausgang der 
Sonde laut Datenblatt 250 Ohm, was ich auch messen kann.

Das sollte für den ADC dann OK sein, oder?

Ist die Sonde aber unbeheizt ist die Impedanz unendlich und die vom ADC 
gemessene Spannung schwankt planlos zwischen 0 und 1.1 V, was wohl zu 
erwarten ist.

Wenn ich nun einen 10 KOhm Widerstand parallel schalte beruhigt sich der 
Messwert und schwankt nur noch um ein paar mV um 0 V (ich nehme den 
Mittelwert aus 10 Werten). Der Messwert bei beheizter Sonde wird durch 
den Widerstand scheinbar nicht beeinflusst.

Ist es also sinnvoll, diesen 10 kOhm Widerstand parallel zu schalten 
oder sollte ich einen Impedanzwandler einsetzen? Die Messwerte bei 
unbeheizter Sonde sind aber eigentlich eh uninteressant, mir geht es nur 
darum die Anzeige zu stabilisieren.

Ein echter Test mit der Sonde im Abgas steht noch an.

Grüße
Torsten

von Thomas M. (malla)


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Torsten Römer schrieb:
> Habe jetzt einige Tests gemacht, mit der Sonde direkt am ADC und
> Referenzspannung 1.1 V.
>
> In AVR120 steht: "The signal source
> should therefore have sufficiently low out
> put impedance to get correct conversion
> results."
>
> Bei 12V Heizspannung und 20°C Umgebungstemperatur hat der Ausgang der
> Sonde laut Datenblatt 250 Ohm, was ich auch messen kann.
>


> Das sollte für den ADC dann OK sein, oder?
Da der Eingang des AVR relativ hochohmig ist sind die 250Ohm zu 
vernachlässige (Spannungsteiler, kannst ja mal im Datenblatt nachschauen 
und rechnen wie viel LSB da abfällt)
>
> Ist die Sonde aber unbeheizt ist die Impedanz unendlich und die vom ADC
> gemessene Spannung schwankt planlos zwischen 0 und 1.1 V, was wohl zu
> erwarten ist.

Jetzt hast du die kapazitive Einstreuung von vermutlich 50Hz entdeckt
>
> Wenn ich nun einen 10 KOhm Widerstand parallel schalte beruhigt sich der
> Messwert und schwankt nur noch um ein paar mV um 0 V (ich nehme den
> Mittelwert aus 10 Werten). Der Messwert bei beheizter Sonde wird durch
> den Widerstand scheinbar nicht beeinflusst.
Kann sogar noch höher, du verfälscht hier nur das Messergebnis unnötig 
durch die "niederohmige" Belastung
>
> Ist es also sinnvoll, diesen 10 kOhm Widerstand parallel zu schalten
> oder sollte ich einen Impedanzwandler einsetzen? Die Messwerte bei
> unbeheizter Sonde sind aber eigentlich eh uninteressant, mir geht es nur
> darum die Anzeige zu stabilisieren.
>
Kannst ihn auch weg lassen, wenn dich das signal nich stört --> wäre 
auch als indukator für "Sonde zu kalt" oder "Feuer ist aus" sicher 
auswertbar.
> Ein echter Test mit der Sonde im Abgas steht noch an.
>
> Grüße
> Torsten

von Sebastian K. (basti)


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Hallo Torsten,

für Holzheizungen ist meistens ein Messbereich von 5 ... 10% Sauerstoff 
interessant. Die LSM11 gibt dir da 5 ... 15mV an Spannung aus. Wenn du 
die Sonde direkt an den A/D-Wandler anschließt hast du eine Auflösung 
von gerade mal 1mV!

Bitte beachte auch, dass das Ausgangssignal der LSM11 sehr stark von der 
Temperatur der Sonde abhängig ist.

Bezüglich des schwankenden Messwerts bei kalter Sonde: Ignorieren und 
nur bei warmer Sonde messen :)
Oder hochohmig an 5V, dann weißt du wenn die Sonde kalt ist.

Gruß
Sebastian

von Torsten R. (dode)


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Danke Thomas für die Infos!

Thomas M. schrieb:
> (Spannungsteiler, kannst ja mal im Datenblatt nachschauen
> und rechnen wie viel LSB da abfällt)

Werde ich machen, alleine schon zwecks Verständnis!

von Torsten R. (dode)


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Hallo Sebastian,

Sebastian K. schrieb:
> für Holzheizungen ist meistens ein Messbereich von 5 ... 10% Sauerstoff
> interessant. Die LSM11 gibt dir da 5 ... 15mV an Spannung aus. Wenn du
> die Sonde direkt an den A/D-Wandler anschließt hast du eine Auflösung
> von gerade mal 1mV!

Da bin ich etwas verunsichert - habe auch gelesen, das man bei 
(Holz)Feuer mit einer Lambdaregelung auf knapp über Lambda 1 kommen 
kann, das ist auch mein Ziel. Oder sollte der Wert immer zwischen  1,5 
und 3 liegen was man oft liest? Ich dachte das ist der Wert der 
üblicherweise bei manueller Steuerung der Luftzufuhr zustande kommt.

>
> Bitte beachte auch, dass das Ausgangssignal der LSM11 sehr stark von der
> Temperatur der Sonde abhängig ist.

Ich überlege jetzt die Sonde am Anfang des letzten Zuges in den 
Wartungsdeckel zu montieren und hoffe dort auf ca. 200°C 
Abgastemperatur. Die Heizung der Sonde hält die Sondentemperatur laut 
Datenblatt auf 350°C.

>
> Bezüglich des schwankenden Messwerts bei kalter Sonde: Ignorieren und
> nur bei warmer Sonde messen :)

Das werde ich machen.

> Oder hochohmig an 5V, dann weißt du wenn die Sonde kalt ist.

Verstehe ich nicht, die Sonde ist doch eigentlich nicht hochohmig und 
bei 5V wäre die Auflösung doch noch geringer?

Grüße,
Torsten

von Carsten R. (kaffeetante)


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Ich befasse mich auch seit geraumer Zeit mit dem Thema da wir einen 
Holzvergaserkessel haben.

Deine Idee ist an sich ganz gut, aber die Wahl der Sonde ist denkbar 
schlecht für die Verbrennungsüberwachung bei Holz. Man kann damit zwar 
mit Zusatzwissen und einigem Hin und Her auch irgendwie regeln, aber 
wirklich beobachten und analysieren wird damit schwierig bis unmöglich. 
Das hängt mit den Eigenheiten dieser Verbrennung zusammen. Holz ist ein 
komplexer Brennstoff und nicht mit Heizöl, Diesel, Benzin oder Gas 
vergleichbar.

Auf die schnelle finde die entsprechenden Dateien gerade nicht, aber 
Holz verbrennt man für minimale Emissionen mit leichtem Luftüberschuß. 
Soweit ich mich erinnere lag der ideale Kompromiss irgendwo im Bereich 
zwischen 5 bis 7 Prozent Restsauerstoff. Nun ist die Frage was du 
beobachten willst. Wenn Du diesen Bereich gezielt beobachten willst, wie 
bekommst du den Fokus der Schaltung dort hin?

Eine Sprungsonde springt zwar nicht wirklich und liefert auch ein 
stetiges Signal, aber Du weißt sicher schon selbst, daß die Kennlinie 
eine schmale und sehr steile Zone hat. Mit etwas Aufwand hat man dann 
zwar ein stetiges Signal daß an auswerten kann, das aber nur in einem 
engen Bereich sinnvoll auszuwerten ist. Abseits dieser Zone ändert sich 
die Steigung sehr stark. Das erfordert dann plötzlich eine hohe 
Verstärkung und eine koplexere Umrechnung etc.

Und nun lauten die Fragen:

Wo, bei welchen Werten, liegt der "Tunnelblick" der Schaltung durch den 
steilen Teil den Kennlinie ?
Welche schmale Zone möchtest Du eigentlich sehen?
In welchem Bereich befinden sich die tatsächlichen Werte (wenn man 
beobachten will)

Bei manchen Geräten kann man sich mit einer Sprungsonde behelfen und 
variiert die Mischung bis man den Sprung findet, orientiert sich daran 
und extrapoliert davon ausgehend die gewünschte Einstellung für eine 
gute Verbrennung. Dieser Vorgang wird zyklisch wiederholt und paßt nicht 
so recht zum eigentlichen Beobachten. Man muß eingreifen um etwas zu 
sehen und man sieht immer nur den selben Bereich, den "Sprung". Um sich 
einen Übrblick zu verschaffen ist es oft eher logisch zunächst einen 
breiten Bereich zu beobachten.

Und gerade bei der dritten Frage kommt der Brennstoff ins Spiel. 
Holzscheite sind nicht nur chemisch komplex, sondern auch nicht homogen. 
Es verbrennt nicht gleichmäßig und ab und an sackt der Haufen in 
unregelmäßigen Abständen in sich zusammen. Schau mal deinem Schorni bei 
der Feststoffmessung über die Schulter. Der mißt aus gutem Grund den 
Mittelwert über 15 Minuten, weil einige Werte erstaunlich schnelle und 
erstaunlich weite Sprünge machen.

Auch wenn es schade ist weil du die Sonde schon hast, so würde ich an 
deiner Stelle eine Breitbandsonde besorgen und die LSM11 für andere 
Zwecke verwenden oder wieder verkaufen. Breitbandsonden sind zwar 
teurer, aber dafür wird der Rest deutlich einfacher. Man bekommt 
leichter was man will. Der Aufwand wird geringer und es gibt dadurch 
weniger Stolperfallen die zu falschen Messungen führen, weil man weniger 
tricksen muß.

Wenn man dann einen bestimmten Bereich gezielter betrachten will, kann 
man das Signal immer noch auf einem festgelegten Bereich verstärken. Da 
die Kurve aber keine so flachen Strecken hat wie eine Sprungsonde, 
braucht man auch keine so große Verstärkung im Extremfall.

von Carsten R. (kaffeetante)


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Torsten Römer schrieb:
> Da bin ich etwas verunsichert - habe auch gelesen, das man bei
> (Holz)Feuer mit einer Lambdaregelung auf knapp über Lambda 1 kommen
> kann, das ist auch mein Ziel.

Unter ca. 5-7 % Restsauerstoff steigt dir der CO-Wert wegen 
unvollständiger Verbrennung. Wie gesagt habe ich dazu gerade die 
entsprechenden Ausarbeitungen nicht zur Hand für genauere Angaben. 
Allerdings steigt der CO-Wert auch bei hohem Restsauerstoffanteil an, 
weil durch den kalten Luftüberschuß die Verbrennung gekühlt wird und der 
Volumenstrom zunimmt, so daß Abgase die heiße Zone schneller verlassen 
Dadurch verschlechtert sich der Ausbrand des Gasgemisches. Auch die 
Feststoffpartikel (Ruß, (Fein)Staub) werden weniger verbrannt. Folglich 
sucht man da ein Minimum und links und rechts davon steigen die Werte 
wieder an. Die Vorgänge werden auch ein wenig von der Bauart beeinflußt.

Außerdem gibt es noch andere Schadstoffe die im Bezug auf den Lambdawert 
oder Restsauerstoff andere Kenlinien ergeben. Ein guter 
Kompromissbereich liegt in der genannten Zone, nagle mich da aber nicht 
auf ein Prozent fest.

Schädlicher ist die Unterschreitung der Untergrenze. Soweit ich mich 
erinnere waren die Kennlinien im Durchschnitt links vom Minimum steiler 
als Rechts. Die Neigung zum Rußen ist nach links vom Optimum auch 
stärker. Abgesehen von dem Schadstoff sind Ruß und CO auch ungenutzter 
Brennstoff. Wenn man es also nicht so genau lenken kann ist man gut 
beraten eher etwas mehr Luft zu geben als ganz auf Kante zu nähen, denn 
da sind ja noch die Schwankungen, die nach "links" schädlicher sind und 
mehr "wiegen". Mit 10 % Restsauerstoff kann man auch noch gut arbeiten. 
Dann hat man auch noch etwas Luft für Schwankungen.

: Bearbeitet durch User
von Torsten R. (dode)


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Vielen Dank Carsten für die sehr ausführlichen Informationen.

Auch wenn das Datenblatt der LSM 11 "Wood-fired systems" als 
Anwendungsgebiet nennt ist eine Breitbandsonde wohl doch besser geeignet 
wie du es beschreibst.

Die Breitbandsonden setzen sich anscheinend generell durch.

Mir war aber die Steuerung einer Breitbandsonde vorerst zu aufwändig, 
ich bin Anfänger und versuche es jetzt mal mit der LSM 11 und hebe mir 
die Breitbandsonde für mein Projekt "Lambda 2.0" auf :-)

10% Restsauerstoff entsprechen ja Lambda 1.1, richtig? In diesem Bereich 
kann man mit der LSM 11 aber ganz gut messen, das Datenblatt (der LSM 
11-PM) enthält eine Wertetabelle von Lambda 1.035 bis 1.495, diese hab 
ich in meinen Code übernommen und mache zwischen den Werten eine lineare 
Interpolation.

Evtl. werde ich auch über längere Zeiträume messen, sagen wir eine 
Minute, um zusammenfallende Holzhaufen "auszugleichen". Nach meinen 
laienhaften Beobachtungen ist das Feuer aber meistens recht stabil, und 
genau dann würde ich gerne wissen, wie das Abgasverhältnis ist. Den 
Luftschieber werde ich nach wie vor manuell bedienen.

von Carsten R. (kaffeetante)


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Torsten Römer schrieb:
> Auch wenn das Datenblatt der LSM 11 "Wood-fired systems" als
> Anwendungsgebiet nennt ist eine Breitbandsonde wohl doch besser geeignet
> wie du es beschreibst.

Man kann ja damit auch regeln, eben wie beschrieben. Man variiert die 
Luftsteurung bis man den Knick sieht und gibt dann per Extrapolation 
mehr Sekundäruft, weniger Primärluft oder beides. Nur für Beobachtungen 
/ Messungen wird es halt schwierig bis unmöglich. Du kannst daher damit 
schlecht direkt überprüfen ob deine extrapolierte Einstellung bei deiner 
Konstruktion auch wirklich das gewünschte Ergebnis bringt. Dazu würde 
ich dir dann empfehlen ein echtes Messgerät einzusetzen (mieten?).

Zugegeben, die Elektronik für Breitbandsonden ist komplexer. ICs wie der 
CJ125 (ca. 7 Euro im Einzelhandel) nehmen einem da viel Arbeit ab. Man 
kann dafür auch fertige Platinen bekommen, z.B.:

http://www.breitband-lambda.de/produkte.html

Die kosten zwar auch etwas, aber wenn man das Ding eimal eingemessen 
hat, hat man damit auch schon ein "Meßgerät". Man braucht dann nicht so 
oft ein echtes Meßgerät mehr ausleihen. Wenn die Messungen vom Schorni 
nahe Deiner Anzeige ist, kannst du relativ genau vergleichen.

Torsten Römer schrieb:
> 10% Restsauerstoff entsprechen ja Lambda 1.1, richtig?

Nein, 1,1 ist selbst für Gasthermen ein hochgestecktes Ziel. Der 
Lambdawert ergibt sich aus:

zugeführter Sauerstoff / benötigter bzw. verbrauchter Sauerstoff

Nimmt man 21% Luftsauerstoff an so ergibt das:

lambda= 21 / (21-Restsauerstoff in %)

Bei 10 % Restsauerstoff wäre das also ein Lambdawert von ca. 1,9. 7% 
ergäben  1,5 und 5 % wären ca. 1,3.  Der sinnvolle Bereich liegt also 
bei Holz irgendwo zwischen 1,3 und 2. Andere stecken den Rahmen noch 
etwas enger ab. Ich habe den Rahmen nur deswegen erweitert, weil ich die 
Zahlen für den Restsauerstoff nicht genau im Kopf habe und nicht 
ausschließen will, daß es nicht doch mit entsprechenden Konstruktionen 
möglich mit anderen Werten noch sinnvoll zu arbeiten.

http://www.holzvergaser-forum.de/index.php/forum/regelung-und-verbrennung/1246-lambdawert-restsauerstoff

Der oft genannte Referenzwert von 13% Restsauerstoff, nur scheinbar 
etwas höher, entspricht einem Lambdawert von über 2,6. Da jagt man also 
sehr viel Luft unnötig nur zum Erwärmen durch den Ofen und zum 
Schornstein hinaus. Niedrigere Lamdawerte als 1,3 sind mit den oben 
genannten Nachteilen verbunden. Da sieht man auch wieder daß eine 
Sprungsonde nicht wirklich gut paßt.

: Bearbeitet durch User
von Torsten R. (dode)


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Carsten R. schrieb:
> Man kann dafür auch fertige Platinen bekommen, z.B.:
>
> http://www.breitband-lambda.de/produkte.html

Preis ist finde ich OK, mit einer Breitbandsonde kommt man so knapp über 
das, was teilweise so für eine LSM 11 verlangt wird.

Das ist auf jeden Fall interessant für Lambda 2.0...

> Nein, der Lambdawert ergibt sich aus:
>
> zugeführter Sauerstoff / benötigter bzw. verbrauchter Sauerstoff

Alles klar, hatte ich falsch in Erinnerung.

Danke!

von Torsten R. (dode)


Angehängte Dateien:

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Ein "Follow-up" zum Thema: Die Schaltung ist soweit fertig und die 
Sensoren einschließlich Lambdasonde im Ofen installiert.

Gestern habe ich während einem Abbrand die Messdaten aufgezeichnet und 
ausgewertet. Die Messwerte der Lambdasonde habe ich zwar bisher nicht 
verifiziert, sie scheinen jedoch zu passen.

Das Projekt habe ich hier beschrieben: http://luniks.net/lambda_de.php

von Tobias C. (tobiasc)


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Peter schrieb:
> http://192.211.49.220/-%20Electronics/Magazines/El...

Hallo,

ich bin im Moment auf der Suche nach dem Elektor-Artikel aber der oben 
gepostete Link funktioniert leider nicht mehr. Kann jemand den Artikel 
nochmal hochladen oder mir per Mail zukommen lassen?

Grüße,
Tobias

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