Fritzbox WLAN LED als Steuersignal

Gast #4036898
Lesenswert?

Hallo,

meine Fritzbox ist so eingestellt, dass sie nachts das WLAN abschaltet. 
Ein permanent eingeschalteter WiFi Music Player versucht dann die ganze 
Nacht, Verbindung mit der Fritzbox herzustellen und häufig hängt er sich 
dabei auf, denn es kommt dann keine Verbindung mehr zustande, wenn sich 
das WLAN wieder einschaltet - ich muss den Music Player also kurz von 
der Stromversorgung trennen.
Jetzt habe vor, ihn entsprechend WLAN Status ein/-auszuschalten. Dazu 
würde sich die Fritzbox WLAN LED anbieten, die man evtl. anzapfen und 
als Steuersignal verwenden könnte.
Der Mikrocontroller, der das WLAN LED Steuersignal auswerten soll, soll 
vom 5V Adapter des Music Players mit versorgt werden - ist also ein 
anderer Stromkreis als der der Fritzbox.
Wie muss ich vorgehen, wenn

- die WLAN LED über + geschaltet wird
  (+ Steuersignal an Mikrocontroller-Eingang und die GNDs beider 
Stromkreise zusammenschliessen?)

- die WLAN LED über GND geschaltet wird
  (?!?!?)


Danke für alle Antworten

Matthias
Gast #4036910
Lesenswert?

Matthias schrieb:
> Wie muss ich vorgehen, wenn

Wenn du einen Optokoppler verwendest, ist das egal, dessen Eingangs-LED 
ist ja potentialfrei und funktioniert wie die LED der Fritzbox. Es kann 
allerdings sein, dass die Spannung nicht für den Betrieb von 2 LEDs in 
Serie ausreicht, dann müsstest du mit dem Optokoppler eine eigene 
WLAN-LED ansteuern (wenn du es nicht sowieso an deinem Player siehst).

Georg
Gast #4036927
Lesenswert?

WS schrieb:
> Warum schaltest Du den Player nicht mit einer Zeitschaltuhr nachts
> ab?...
Weil ich so nichts zu basteln habe und da ich gerade beginne, mich mit 
Elektronik / Mikrocontrollern zu beschäftigen!


Georg schrieb:
> Wenn du einen Optokoppler verwendest, ...
Gibt es da fertige Bausätze/Bauteile? Habe Optokoppler schon häufig 
gehört, kann im Moment aber (noch) nichts damit anfangen

Grüsse

Matthias
Gast #4036935
Lesenswert?

Matthias schrieb:
> WS schrieb:
>> Warum schaltest Du den Player nicht mit einer Zeitschaltuhr nachts
>> ab?...
> Weil ich so nichts zu basteln habe und da ich gerade beginne, mich mit
> Elektronik / Mikrocontrollern zu beschäftigen!

Dann vergiss bitte die Idee, jeden Pups mittels MC machen zu wollen. 
Manchmal kann das bei Massenproduktion aus Kostengründen sinnvoll sein, 
aber in der heimischen Bastelbude darf es -IMO- gerne auch noch KISS 
sein, insbesondere als Anfänger.


> Georg schrieb:
>> Wenn du einen Optokoppler verwendest, ...
> Gibt es da fertige Bausätze/Bauteile? Habe Optokoppler schon häufig
> gehört, kann im Moment aber (noch) nichts damit anfangen

Suchmaschine, Optokoppler eintippern?
Gast #4037057
Lesenswert?

Jupp schrieb:
> Suchmaschine, Optokoppler eintippern?
Das hatte ich schon getan -> 440000 Ergebnisse

s. meinen 2. Post
> ... ich gerade beginne, mich mit
> Elektronik / Mikrocontrollern zu beschäftigen!

Evtl. ist ja jemand so freundlich, mir bei der Auswahl des richtigen 
Optokopplers für diese Anwendung zu helfen

Gemessen habe ich an der LED 3,2 V/1,9 V vor/nach Vorwiderstand

Wenn ich das im Artikel Gelesene richtig verstanden habe, kann ich den 
passenden Optokoppler mit Vorwiderstand (???) direkt parallel zur WLAN 
LED anschliessen und die Sekundärseite als Steuereingang für 
Mikrocontroller/Transistor nutzen - korrekt?

Grüsse

Matthias
Gast #4037328
Lesenswert?

Lochrasterfan schrieb:
>... Dann müsstest du du Fritz Box nicht öffnen und drin rumlöten.
Schon passiert - WLAN LED ist an K und A angezapft vor dem Vorwiderstand 
und eine zus. externe Low Current LED mit 330 Ohm Vorwiderstand 
beeinflusst die interne bzgl. Helligkeit nicht

Wie geht's weiter - bekomme ich Hilfe bei Auswahl des richtigen 
Optokopplers??

Matthias
#4037370
Lesenswert?

Ich würde da einen TLP627 nehmen. Den gibt's in 1-fach-, 2-fach- und 
4-fach-Ausführung; 1-fach reicht bei Dir. Andernfalls hättest Du noch 
Kanäle frei, falls Du zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere LED 
anzapfen willst.
Vorteil bei dem Typ ist die große Current Transfer Ratio wegen der 
Darlington-Schaltung in der Ausgangsstufe. D.h., es reicht ein kleiner 
Strom durch die Optokoppler-LED, z.B. 1 mA. Flussspannung ist in der 
Größenordnung 1 V.
Gast #4039560
Lesenswert?

Habe mich in Sachen Optokoppler versucht einzulesen und zu berechnen mit 
folgenden Ergebnissen:

Der vorgeschlagene TLP627 bei den einschlägigen Händlern nicht verfügbar

Gewählt und bestellt:
TLP 621
Typ. Vorwärtsspannung: 1,15 V
Typ. Vorwärtsstrom: 10 mA
Max. Vorwärtsspannung: 1,3 V
Max. Vorwärtsstrom: 60 mA
Collector-Emitter-Spannung: 55 V
Collector-Strom: 50 mA
CTR: 50 - 600 %

Gemessende Spannung nach Leitungsverlusten: 3,17V

Vorwiderstand: (3,17V - (1,15V + 1,3V) / 2) / 10mA = 195 Ohm -> 220 Ohm

Anschluss an Mikrocontroller wie hier 
http://www.mikrocontroller.net/attachment/194966/schaltung_1.png aus 
Thread Beitrag "Eingang Attiny von Optokoppler"

Ist das so korrekt?

Falls ja, könnte ich den Widerstand zwecks Stromverbrauch noch erhöhen 
und bis zu welchem Wert wäre es möglich - 1k5 wären ca. 1,3mA
Das getestete Reed Relais benötigt wie erwähnt nur 6,3mA, somit wäre 
Optokoppler mit 10mA verschwenderischer.

Grüsse

Matthias
#4040708
Lesenswert?

Wieso schreibst Du "(1,15V + 1,3V) / 2"?
Soll das eine Art Mittelwert sein? --> Die typischen 1,15 V beziehen 
sich auf den typischen Strom von 10 mA, kannst also mit 1,15 V bei 10 mA 
rechnen.

Die Schaltung im verlinkten Bild passt, würde ich auch so machen.

Mit einer CTR von im Worst Case 50 % (habe das Datenblatt nicht 
angesehen, ich beziehe mich auf Deine Angaben) könntest Du bei 1,3 mA 
LED-Strom bis zu 0,65 mA schalten. Da Du am Ausgang mit 10 kOhm deutlich 
weniger Strom schalten musst, sollte das klappen.

Mir fällt gerade auf, dass für diese Anwendung ein 
Darlington-Optokoppler nicht mal notwendig ist. Da reicht also sogar ein 
Wald und Wiesen-Optokoppler.
Gast #4042543
Lesenswert?

Danke für die Antwort - Optokoppler funktioniert mit 1k5 einwandfrei.

Allerdings neues Problem: solange am Ausgang nur eine LED angeschlossen 
ist, funktioniert die ganze Schaltung tadellos.
Wenn ich aber den Music Player anschliesse und Pin2 auf HIGH geht, führt 
der Mikrocontroller einen Reset durch.
Vermute, dass der Music Player beim Einschalten zuviel Leistung benötigt 
und habe - ohne wirklich zu wissen was ich tue - mit Kondensatoren 
experimentiert (s. Anhang). Der 1000uF direkt am Platineneingang schafft 
Abhilfe, der 47uF am Mikrocontrollereingang schafft Besserung.

Bin ich mit den Kondensatoren auf dem richtigen Weg und falls ja, wo ist 
die korrekte Einbauposition?

An dieser Stelle möchte ich mich selbst von weiter oben zitieren

Matthias schrieb:
> ... und da ich gerade beginne, mich mit
> Elektronik / Mikrocontrollern zu beschäftigen!

Das ist auch der Grund, warum ich nicht mit einem professionellen 
Schaltplan dienen kann


Danke für alle Anzworten

Matthias
Angehängte Dateien:
Gast #4042549
Lesenswert?

Falls der Programmcode relevant ist
1
#include <avr/sleep.h>
2
#include <avr/interrupt.h>
3

4
const int dRWLAN = 0;
5

6
const int dWPowerOff =  1;
7
const int dWPowerOn =  2;
8
const int dWPoti = 3;
9

10
const int aRDelay = A2;
11

12

13
void setup() {
14

15
  pinMode(dRWLAN, INPUT);
16

17
  pinMode(dWPowerOn, OUTPUT);
18
  digitalWrite(dWPowerOn, LOW);
19

20
  pinMode(dWPowerOff, OUTPUT);
21
  digitalWrite(dWPowerOff, HIGH);
22
  delay(500);
23
  digitalWrite(dWPowerOff, LOW);
24

25
  pinMode(dWPoti, OUTPUT);
26
  digitalWrite(dWPoti, LOW);
27

28
  pinMode(4, INPUT);
29

30
}
31

32

33
void sleep() {
34

35
  GIMSK |= _BV(PCIE);                     // Enable Pin Change Interrupts
36
  PCMSK |= _BV(PCINT0);                   // Use PB0 as interrupt pin
37
  ADCSRA &= ~_BV(ADEN);                   // ADC off
38
  set_sleep_mode(SLEEP_MODE_PWR_DOWN);    // replaces above statement
39

40
  sleep_enable();                         // Sets the Sleep Enable bit in the MCUCR Register (SE BIT)
41
  sei();                                  // Enable interrupts
42
  sleep_cpu();                            // sleep
43

44
  cli();                                  // Disable interrupts
45
  PCMSK &= ~_BV(PCINT0);                  // Turn off PB0 as interrupt pin
46
  sleep_disable();                        // Clear SE bit
47
  ADCSRA |= _BV(ADEN);                    // ADC on
48

49
  sei();                                  // Enable interrupts
50

51
}
52

53

54
ISR(PCINT0_vect) {
55
}
56

57

58
//Schaltet, wenn sich einstellbar 2-10sek der LED Status nicht ändert
59
///(um das Geblinke beim Starten/Beenden des WLAN zu puffern
60
void SetPower() {
61
  int dR;
62
  int dRTmp;
63
  int chkdelay;
64
  int cnt = 0;
65
  int blinkcnt = 0;
66
  int state = HIGH;
67
  digitalWrite(dWPoti, state);
68
  chkdelay = 20 + analogRead(aRDelay)/12.7875;
69
  dR = digitalRead(dRWLAN);
70
  while (cnt < chkdelay)
71
  {
72
    delay(100);
73
    dRTmp = digitalRead(dRWLAN);
74
    if (dRTmp != dR)
75
    {
76
      cnt = 0;
77
      dR = dRTmp;
78
    }
79
    else
80
    {
81
      cnt++;
82
    }
83
    blinkcnt++;
84
    if (blinkcnt % 5 == 0)
85
    {
86
      state = 1 - state;
87
      digitalWrite(dWPoti, state);
88
    }
89
  }
90
  digitalWrite(dWPoti, LOW);
91
  digitalWrite(2 - dR, HIGH);
92
  delay(250);
93
  digitalWrite(2 - dR, LOW);
94
}
95

96

97
void loop() {
98

99
  SetPower();
100

101
  sleep();
102

103
}
Gast #4042575
Lesenswert?

Es gibt keine blöden Fragen, nur ab und zu dumme Antworten.

drama schrieb:
> Die Einsparungen beim Stromverbrauch sollten sich auf den
> Bruchteil eines Watts beschränken.

Nicht, wenn man alle permanent eingeschalteten WLAN Geräte dazurechnet - 
der Music Player ist ja nur ein Beispiel.
Ist doch auch bequem, wenn alle WLAN Geräte bei eingeschaltetem WLAN 
automatisch mit verfügbar sind.

Ausserdem geht es vorrangig darum, dass ich mich - als komplett 
branchenfremder - etwas in das Thema Elektronik/Mikrocontroller 
einarbeiten will und bevor ich einfach LEDs blinken lasse, suche ich mir 
lieber ein Ziel mit - zumindest etwas - Sinn.
#4043928
Lesenswert?

Wird der Music Player von dem Relais geschaltet?
Es kann natürlich sein, dass die (leeren) Kondensatoren auf der 
Versorgungsschiene beim Einschalten zu viel Strom ziehen und deshalb die 
Spannung einbricht.
Sowas kann man mit einem Digitaloszi sehr gut sehen. Gehört sich eh zur 
Grundausstattung eines (zukünftigen) Hobbyelektronikers. :-)
Ein Widerstand zur Strombegrenzung würde evtl. helfen. Leider ist dies 
nicht möglich, wenn der Player zu viel Strom zieht, weil dann der 
Spannungsabfall zu groß wäre.

Ich habe mir den Quellcode nicht genau angesehen. Evtl. ist auch da was 
falsch und der Controller führt einen Reset durch. Das kannst Du aber 
relativ leicht testen, indem du den Player abklemmst und siehst, ob es 
dann geht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren