Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Suche Programmieradapter für TI-ARM-Cortex


von Simon (Gast)


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Bisher bin ich ziemlich vertraut mit Microchip,
möchte aber ein blick in die ARM welt werfen.

Habe jedoch einige Fragen dazu.

Der Artikel:
http://www.mikrocontroller.net/articles/ARM_GCC

erklärt wie man mit GCC scheinbar die meisten ARM-Cortex serien 
COmpiliert und Programmiert bekommt.

bei Microchip war die Sache einfach. ne Dicke auswahl an Chips als 
Programmieradapter hat man die wahl zwischen PICKit3, ICD3 und noch nem 
ziemlich teuren. Dazu gibt MPLABX für Windows und Linux.

Damit war die sache überschaubar.

Sieht man sich jetzt aber in der ARM Welt um, warten gleich massig 
Hersteller.
Atmel, Texas Instruments ....

selbst SiLabs bietet eine Hand voll Microcontroller mit Cortex-M0/M3/M4
kern an.
http://www.silabs.com/products/mcu/Pages/default.aspx

dazu gibt es wieder einen Adapter für ~36 EUR
http://www.silabs.com/products/mcu/Pages/default.aspx


Aber mal zu meiner Frage, wenn man sich für Texas Instruments 
entscheided, fällt einem später der Umstieg auf andere Hersteller 
schwer?

Gibt es Programmieradapter die mit allen Microcontroller (ARM) klar 
kommen und sich unter linux mit gcc und ein und der selben IDE anständig 
Programmieren lassen?


Die Hersteller bieten für Ihre µC auch jedemenge Beispielcode, ist 
dieser dann auch problemlos compilebar mit dem gcc, wenn man nicht den 
Ihre IDE verwendet?

Wie macht man das wenn man weder nen riesen Haufen adapter rumliegen 
haben will, noch bereit ist für KEIL und co riesen summen auszugeben?

Kann mir jemand einen Programmieradapter für Texas Instruments 
ARM-Cortex MCUs nennen, der Preislich noch verkraftbar ist?

Vielen Dank

von Peter C. (peter_c49)


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Hallo Simon,

schau dier bei TI mal die ARM Launchpad's an.
Die haben alle den debug adapter onboard.
zb das MSP-EXP432P401R (cortex M4F) ist sehr günstig zum einstieg in 
ARM.
Habe ca 12Eur dafür bezahlt, billiger bekommst du keinen debug adapter.

zitat:
XDS110-ET Onboard Emulator
To keep development easy and cost effective, TI's LaunchPad evaluation 
kits integrate an onboard
emulator, which eliminates the need for expensive programmers. The 
MSP‐EXP432P401R has the
XDS110-ET emulator, which is a simple low-cost debugger that supports 
nearly all TI ARM device
derivatives.

mfg
Peter

von Christian (Gast)


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von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Die meisten ARMe sollten sich mit OpenOCD und FT2232-basierenden 
Programmieradaptern programmieren und debuggen lassen. Selbst ein 
"Wiggler" für den Frickelport sollte funktionieren, aber dieses Fass 
will man wohl 2015 endgültig nicht mehr aufmachen.

von Dennis (Gast)


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Nimm den Segger, der ist quasi "Standard" bei den meisten Firmen, und 
als J-LINK EDU für Schüler / Hobbyisten auch bezahlbar:

http://shop.segger.com/J_Link_EDU_p/8.08.90.htm

von Ekschperte (Gast)


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Simon schrieb:
> Gibt es Programmieradapter die mit allen Microcontroller (ARM) klar
> kommen und sich unter linux mit gcc und ein und der selben IDE anständig
> Programmieren lassen?
Ja, zB der J-Link, der geht mit eclipse unter Linux, Windows, Mac. Die 
Einrichtung von eclipse ist etwas fummelig, aber dafür unter 
Linux+Windows gleich.

Simon schrieb:
> Die Hersteller bieten für Ihre µC auch jedemenge Beispielcode, ist
> dieser dann auch problemlos compilebar mit dem gcc, wenn man nicht den
> Ihre IDE verwendet?
Ja, denn die meisten kommerziellen IDE's verwenden ja auch nur den GCC. 
Die CMSIS/Standard-Librarys enthalten sogar extra Anpassungen für den 
GCC.

Simon schrieb:
> Wie macht man das wenn man weder nen riesen Haufen adapter rumliegen
> haben will, noch bereit ist für KEIL und co riesen summen auszugeben?
Freie IDE (für Windows gibts diverse) und J-Link. Letzterer ist zwar 
teurer als die herstellerspezifischen "kleinen" Adapter (wie auch 
ST-Link bei ST), kann dafür eben auch alle ARM Cortex.

Schau im Wiki mal unter STM32, da ist das Vorgehen sehr ähnlich, 
halt nur andere Libraries.

von Simon (Gast)


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Vielen Dank schonmal für die Antworten. Was mir aufgefallen ist, der 
MSP430 wird von den debuggern von Ti (XDS100, XDS200) nicht unterstützt, 
der braucht einen extra FET430. Wie sieht das beim j-link aus, kommt man 
da auch auf die MSP430 chips?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Simon schrieb:
> Wie sieht das beim j-link aus, kommt man da auch auf die MSP430 chips?

Ziemlich wahrscheinlich nicht. MSP430 ist kein ARM, sondern eine 
völlig eigene 16-Bit-Architektur.

MSP432 hingegen verwendet einen Cortex M4F-Kern und ist damit ein ARM.

von Dussel (Gast)


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Also nochmal, nur um sicherzugehen: Der J-Link und Eclipse unterstützen 
(praktisch) alle ARM, unabhängig vom Hersteller?
Kann man vor dem Kauf eines Controllers erkennen, wenn dieser nicht 
unterstützt wird?
Läuft das wie beim AVR, also Anschluss für den Adapter in die Platine 
einbauen und im System programmieren?
Vor grob zwei Jahren hatte ich mal nach sowas gefragt und da klang es 
für mich so, als gäbe es keine Einzellösung für alle.

von Simon (Gast)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Ziemlich wahrscheinlich nicht. MSP430 ist kein ARM, sondern eine
> völlig eigene 16-Bit-Architektur.

ja klar, nur ich hatte die Hoffnung das er doch unterstützt wird, weil 
der j-link selbst über jtag die PIC32 kann.

von Ekschperte (Gast)


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Dussel schrieb:
> Also nochmal, nur um sicherzugehen: Der J-Link und Eclipse
> unterstützen
> (praktisch) alle ARM, unabhängig vom Hersteller?
Ja. Eclipse ist der Controller sowieso egal, da stellst du nur die 
Architektur ein und kopierst die Hersteller-Library, Startupcode und 
Linkerscript hinein. Nur zum Debuggen ist interessant (aber nicht 
zwangsweise erforderlich), ob es die Definitionen der 
Peripherie-Register gibt zur hübschen Anzeige.
> Kann man vor dem Kauf eines Controllers erkennen, wenn dieser nicht
> unterstützt wird?
Die Liste der vom J-Link unterstützten Contröller (man beachte dass 
MSP430 nicht dabei ist):
https://www.segger.com/jlink_supported_devices.html

In Eclipse selbst kannst du sehen, für welche Controller 
Register-Definitionen zwecks Anzeige beim Debugging verfügbar sind:
http://gnuarmeclipse.livius.net/blog/assign-device-project/

> Läuft das wie beim AVR, also Anschluss für den Adapter in die Platine
> einbauen und im System programmieren?
Ja, zB der 20-polige Standard-ARM-JTAG-Stecker der auch am J-Link selber 
dran ist, oder was kleineres mit selbstgebasteltem Adapter.

von Dussel (Gast)


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Danke. Das ist ja interessant.

Bei etwa 5000 unterstützten Controllern sollte schon einer dabei sein, 
der passt. :-)

von Simon (Gast)


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ehm Jungs, ich habe da was gefunden:

nen J-Link bei ebay für 14 eur?
Hat das ding mal einer Probiert?
ich erspare mir mal die Frage ob das nen original ist.

http://www.ebay.de/itm/271867826353

von Christian (Gast)


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Laut Berichten aus Foren sollten solche Adapter eigentlich  laufen. Aber 
dir muss klar sein,  dass es nicht alles läuft bzw.  zu Problemen kommen 
könnte . Wenn du was universelles willst,  nimm halt Edu Version von 
Segger.  Es kostet halt nicht die Welt. Wenn du aber dafür kein Geld 
ausgeben willst,  kaufe Boards mit dem integrierten Programmer. Für 
Privat reicht es in der Regel eine onboard Lösung.

von Simon (Gast)


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Ich seh gerade 42 EUR das original, naja gut komm.. soviel darf es dann 
auch kosten, muss nur noch schauen das ich das unter linux sauber ans 
laufen bekomme

von W.S. (Gast)


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Simon schrieb:
> Gibt es Programmieradapter die mit allen Microcontroller (ARM) klar
> kommen und sich unter linux mit gcc

Schmeiß mal nicht alles in einen Topf.

Also:
mit dem GCC oder irgend einer anderen Toolchain erzeugst du dein zu 
programmierendes Image. Also Quelle rein, Hex oder Bin oder S19 Datei 
raus. Diese Datei ist das dann, die du in den Controller brutzeln mußt.

Was für eine Quelle, was für eine Sprache, was für eine Toolchain - ist 
egal.

So.
Manche Hersteller bieten zum Programmieren nix in ihren Chips an außer 
JTAG oder SWD. Für diese Chips mußt du einen JTAG/SWD-Adapter 
anschaffen, dessen Brennsoftware den betreffenden Chip kennt und 
bedienen kann.

Andere Hersteller (vor allem NXP und ST) erleichtern einem die Sache, 
indem sie fest in einen Sonder-ROM-Bereich ihres Chips (der Adreßraum 
ist ja ausreichend groß) einen Bootlader einbauen. Je nach Chip kann man 
diesen dann per seriell (UART, SPI, I2C oder so - Doku lesen!!!) oder 
gar direktemang per USB benutzen, um seine Firmware in den Chip zu 
bekommen.

Also: Wenn du nicht gerade brennend dafür interessiert bist, dich mit 
JTAG/SWD-Adaptern unter Linux herumzuschlagen, dann würde ich dir ganz 
heftig zu einem Chip raten, der sich direkt per USB braten läßt. Zweite 
Wahl wären dann solche, die einen eingebauten Bootlader via UART haben 
und dritte Wahl dann der Rest per SWD.

Merke eines: Bei der USB-Variante erledigt eine Firmware vom Hersteller 
auf dem Chip das Geschäft und man darf davon ausgehen, daß die es 100% 
tut. Bei der seriellen Bootladervariante brauchst du ein Partnerprogramm 
auf dem PC (bei NXP FlashMagic, bei ST ..hmm Erfos ;-)), was aber dank 
der ordentlich dokumentierten Protokolle auf der Seriellen kein echtes 
Problem ist. Bei der SWD-Variante brauchst du alles passend zu deinem 
Chip auf dem PC.

Natürlich gibt es beim Klassenprimus J-Link auch ne Möglichkeit, ihn 
unter Linux zu benutzen, aber m.W. sind alle die eigenständigen 
Programme, die es dafür von Segger gibt, erstmal nur für Windows 
gedacht.

Also überlege nochmal, ob es tatsächlich TI sein soll. Und ob es Linux 
sein muß, DAFÜR.

W.S.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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W.S. schrieb:
> Merke eines: Bei der USB-Variante erledigt eine Firmware vom Hersteller
> auf dem Chip das Geschäft und man darf davon ausgehen, daß die es 100%
> tut. Bei der seriellen Bootladervariante brauchst du ein Partnerprogramm
> auf dem PC (bei NXP FlashMagic, bei ST ..hmm Erfos ;-))

stm32flash (nur flashen via UART/I2C)
stlink (flashen und Debug-Server via ST-Link)

> Natürlich gibt es beim Klassenprimus J-Link auch ne Möglichkeit, ihn
> unter Linux zu benutzen, aber m.W. sind alle die eigenständigen
> Programme, die es dafür von Segger gibt, erstmal nur für Windows
> gedacht.

Nicht korrekt. Bei Segger kann man mittlerweile auch Tools für Linux 
herunterladen. Neben dem Brennprogramm (J-Link Commander) gibt es auch 
hier wieder einen Debug-Server.

von Bernd K. (prof7bit)


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Axel S. schrieb:
> Bei Segger kann man mittlerweile auch Tools für Linux

alle Tools.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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W.S. schrieb:
> Wenn du nicht gerade brennend dafür interessiert bist, dich mit
> JTAG/SWD-Adaptern unter Linux herumzuschlagen, dann würde ich dir ganz
> heftig zu einem Chip raten, der sich direkt per USB braten läßt.

Der Vorzug von JTAG/SWD ist die Möglichkeit des Debuggens. Insofern 
kann es schon lohnend sein, sich damit herumzuschlagen.

von W.S. (Gast)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Der Vorzug von JTAG/SWD ist die Möglichkeit des Debuggens.

Ich sehe das nicht als eine derart wichtigen Vorzug an - denn 
eigenständige Debugger gibt es im großen und ganzen nicht, man ist immer 
auf das Gewurschtel mit irgend einer verdammten IDE angewiesen - was 
mich nicht stören würde, wenn man von diesen Dingern nicht einerseits 
bevormundet würde (Thema eigener Startup usw) und andererseits das 
Projektdirectory nicht vollgemüllt würde mit unsäglichem Zeugs, was die 
eigentliche Toolchain garnicht braucht.

Andererseits sehe ich ganz klar, daß der Hauptanwendungsfall für den 
Debugger das Lernen von C ist - die meisten wundern sich, was der 
Compiler aus ihrer Quelle tatsächlich gemacht hat. Die Dinge, die ICH 
debuggen wollen würde, kriegt man nur mit sowas wie nem 
Postmortem-Debugger heraus. Versuche du doch mal, nen USB-Driver zu 
debuggen...

Also: Den Maschinencode in die Maschine zu befördern, ist essenziell. 
Das Gucken, wie der selbstgeschriebene Code abgearbeitet wird, ist 
hingegen zweitrangig. Da ist Denkvermögen weitaus wichtiger.

W.S.

von Gerhard (Gast)


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Ich benutze ein Tiva LaunchPad von TI direkt unter Linux.
 http://www.ti.com/tool/ek-tm4c123gxl
Programmentwicklung mit gcc (direkt oder mit Eclipse - wobei ich 
inzwischen die Makefiles und geany vorziehe). Flashen per USB und 
debuggen auch - entweder mit Eclipse oder mit ddd und gdb. Es sind 
meines Wissens nur 4 Haltepunkte möglich. Weiß nicht, ob das per Jtag 
anders ist.

War ein bisschen gefrickel bis alles gelaufen ist - aber 12 Euro für die 
Hardware (incl. Flash und Debug-Interface auf dem LaunchPad).

Kann dir schon die entsprechenden URLs raussuchen zum starten wenn du 
dich für die Lösung entscheidest. Müsstest dann hier noch mal nachhaken.

Gerhard

Ach und ja, Floating Point Hardware und DSP Funktionalität on Board.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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W.S. schrieb:
> Rufus Τ. F. schrieb:
>> Der Vorzug von JTAG/SWD ist die Möglichkeit des Debuggens.
>
> Ich sehe das nicht als eine derart wichtigen Vorzug an - denn
> eigenständige Debugger gibt es im großen und ganzen nicht

Doch, natürlich. gdb. Und für Kommandozeilenhasser halt eines der ca. 
ein Dutzend GUIs oben drauf. Einige der GUIs sind komplette IDE, andere 
wie DDD oder KDbg sind reine Debugger.

https://sourceware.org/gdb/wiki/GDB%20Front%20Ends

> man ist immer
> auf das Gewurschtel mit irgend einer verdammten IDE angewiesen - was
> mich nicht stören würde, wenn man von diesen Dingern nicht einerseits
> bevormundet würde (Thema eigener Startup usw) und andererseits das
> Projektdirectory nicht vollgemüllt würde mit unsäglichem Zeugs, was die
> eigentliche Toolchain garnicht braucht.

Wie gesagt: nackter gcc + binutils für die Zielplattform und dazu gdb. 
Und natürlich make und ein Editor deiner Wahl. Dann behältst du zu 100% 
die Kontrolle und kannst auch debuggen falls du es mal brauchst.

> Also: Den Maschinencode in die Maschine zu befördern, ist essenziell.
> Das Gucken, wie der selbstgeschriebene Code abgearbeitet wird, ist
> hingegen zweitrangig. Da ist Denkvermögen weitaus wichtiger.

Da stimme ich dir tendenziell sogar zu. Man kommt schon mit einem UART- 
Kanal für "printf() Debugging" oder sogar nur einer einzelnen LED recht 
weit. Allerdings geht man auf den fetten ARM Teilen ja normalerweise 
auch die etwas komplexeren Projekte an. Ab einer gewissen Projektgröße 
ist ein richtiger Debugger einfach sehr wertvoll.

von Bernd K. (prof7bit)


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W.S. schrieb:
> man ist immer
> auf das Gewurschtel mit irgend einer verdammten IDE angewiesen - was
> mich nicht stören würde, wenn man von diesen Dingern nicht einerseits
> bevormundet würde (Thema eigener Startup usw) und andererseits das
> Projektdirectory nicht vollgemüllt würde mit unsäglichem Zeugs, was die
> eigentliche Toolchain garnicht braucht

Das stimmt doch gar nicht! Du kannst doch eine nackte vollkommen 
neutrale IDE nehmen wie zum Beispiel Eclipse CDT mit dem GNU-ARM-Plugin 
dann hast Du erstmal ne komplett neutrale IDE die einfach nur C/C++ 
editieren, ein Makefile aufrufen und mittels J-Link & gdb debuggen kann.

Dann wirfst Du 5 Dateien in einen Ordner:

* Makefile (minimal und selbergemacht oder irgendwo abkekupfert)
* linkerscript.ld
* startup.s
* registerdefines_vom_hersteller.h
* main.c

Und fertig. Wenn das auf der Konsole kompiliert dann kannst Du das auch 
in Eclipse importieren (als Makefile-Projekt!) und es wird Dir überhaupt 
nichts zusätzliches da reinmüllen oder vermurksen, woher auch und wieso 
auch sollte es das tun?

Wenn Du in Eclipse ein Makefile-Projekt als solches (!) importierst wird 
es überhaupt keine  eigenmächtigen Dinge tun und nichts daran antasten 
und stets nur das Makefile verwenden um das Projekt zu bauen, jedoch 
hast Du dann dennoch die ganze Macht von Eclipse und gdb unter Deinen 
Fingerspitzen.

Und wenn Du dann irgendwann keine Lust mehr hast auf Eclipse nimmst Du 
die selben 5 Dateien von oben und arbeitest stattdessen mit Netbeans 
oder Qt-Creator oder K-Develop oder code::blocks oder emacs oder vim 
weiter. Je nach Geschmack.

Edit:

* noch die core-Dateien von ARM, sind glaub ich 2 Stück oder so, die hab 
ich noch vergessen.

Edit2:

Und übrigens ich schließe mich der schon anfangs ausgesprochenen 
Empfehlung an einen J-Link EDU von Segger zu kaufen. Der ist jeden 
einzelnen Cent seines Preises wert und noch viel mehr! Das wird in 
kürzester Zeit Dein liebstes Werkzeug werden im Umgang mit 
ARM-Controllern.

von S. R. (svenska)


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> * Makefile (minimal und selbergemacht oder irgendwo abkekupfert)
> * linkerscript.ld
> * startup.s
> * registerdefines_vom_hersteller.h
> * main.c

Gibt es von den Herstellern (einigermaßen durchgängig) gebrauchbare 
Registerdefines oder ist das immer so ein Riesenpaket, was man dann 
auseinanderfrickeln muss? Atmel bewirft einen ja erstmal mit einem 380 
MB großen, registrierungspflichtigen Download für seine SAM3X, wo kreuz 
und quer Abhängigkeiten zu deren Bibliothek auftauchen.

von Steffen R. (steffen_rose)


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S. R. schrieb:
> Gibt es von den Herstellern (einigermaßen durchgängig) gebrauchbare
> Registerdefines oder ist das immer so ein Riesenpaket, was man dann
> auseinanderfrickeln muss?

Unterschiedlich. Aber einen Packen Header ist schon normal, da sich 
vieles überschneidet. Und auch entsprechende Downloadpakete sind normal.
Abhängigkeiten zu Libs oder zusätzlichen C-Files hab ich eher selten 
erlebt.

von W.S. (Gast)


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S. R. schrieb:
> Gibt es von den Herstellern (einigermaßen durchgängig) gebrauchbare
> Registerdefines oder ist das immer so ein Riesenpaket, was man dann
> auseinanderfrickeln muss?

Letzteres. Frickeln ist angesagt.

Die Hersteller verfahren entweder so, daß es ihnen schnurz ist, was der 
Kunde mit ihren Chips anfängt oder sie tun das Gegenteil, indem sie 
einen in ihre (oft unerträgliche) Schublade pressen wollen - mit 
Headerfiles und anderem Zeug, das wie ein Dschungel kreuz und quer 
vernetzt ist, so daß man nicht ein einziges Projekt machen kann, ohne 
wirklich allen Schrumms dieses Herstellers mit reinziehen zu müssen.

Ich hab's mir deshalb angewöhnt, den ganzen Bockmist bleiben zu lassen, 
mir das, was ich an Headerfiles brauche, selbst zu machen, den 
Startupcode ebenfalls und mir die Hardware-Register aus dem RefMan 
herauszukopieren. Das macht anfangs ein klein wenig Arbeit, aber die ist 
nicht umsonst, weil man ja nebenher auch liest, was der Chip denn so 
drin hat. Und später ist das Ganze goldwert, denn man ist unabhängig von 
aller aufgesetzter Schaumschlägerei.

W.S.

von Bernd K. (prof7bit)


Angehängte Dateien:

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W.S. schrieb:
> Ich hab's mir deshalb angewöhnt, den ganzen Bockmist bleiben zu lassen,
> mir das, was ich an Headerfiles brauche, selbst zu machen, den
> Startupcode ebenfalls und mir die Hardware-Register aus dem RefMan
> herauszukopieren.

Ich mach es ähnlich (eigener Startup, eigenes Linkerscript, eigene 
SystemInit), aber für die Registerdefines hab ich bis jetzt jedesmal 
immer genau die Orginal-Datei(en) des Herstellers gefunden die genau das 
(und nichts anderes) enthalten. Diesen Teil kann man normalerweise 
vollständig von den ganzen unnötigen Libraries trennen.

*

Im Anhang zum Beispiel ein Screenshot von nem STM32F401RE nach dem 
Ausmisten, das sind sogar alles unmodifizierte Orginaldateien des 
Herstellers (bei diesem Beispiel hab ich sogar den Startup noch orginal 
so gelassen wie er war, war OK so), ohne jedoch auch nur eine einzige 
Datei von der HAL mit reinzuziehen. Es mach einmalig ein bisschen Arbeit 
das so aufzuräumen und den Bloat vollständig rauszuwerfen aber es geht 
und es lohnt sich.

von S. R. (svenska)


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Hallo,

W.S. schrieb:
> Ich hab's mir deshalb angewöhnt, den ganzen Bockmist bleiben
> zu lassen, mir das, was ich an Headerfiles brauche, selbst zu
> machen, den Startupcode ebenfalls und mir die Hardware-Register
> aus dem RefMan herauszukopieren.

Also ungefähr das, was ich auch vorhatte. Nur fehlt mir dabei Wissen.

Mich stört, dass ich evtl. Dinge übersehe, die mich später böse in den 
Hintern beißen. In den Linkerfiles sind Dinge drin, die ich nicht 
verstehe, und auch im Binary tauchen mir unverständliche Funktionen auf 
(die ganzen ARM*-Sections, Konstruktor-/Destruktor- und C++-Zeug, 
register_tm_clones, usw.) und ich weiß nicht, was wie kaputtgeht, wenn 
ich das alles rauswerfe. Und wenn da irgendwelche wichtigen Funktionen 
reingelinkt werden, die ich nicht kenne und im Startup-Code auch nicht 
aufrufe, dann hat das sicherlich auch Folgen, die ich nicht abschätzen 
kann. Und langfristig möchte ich auch die libc (newlib) nutzen, die im 
gcc irgendwie mit drin ist.

Ich habe bisher keine ordentliche Beschreibung gefunden, wie das alles 
zusammenhängt und was man genau wofür braucht. Das ist alles 
Compilerwissen und nur begrenzt meine Welt.

Bernd K. schrieb:
> Im Anhang zum Beispiel ein Screenshot von nem STM32F401RE [...]

Ja, ST ist da noch eher gutmütig. Wie gesagt, das Fass zum Überlaufen 
gebracht hat Atmel; das Downloadpaket von denen ist ein Monster und 
überhaupt nicht mit den AVRs vergleichbar (leider).

Gruß,
Svenska

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