High-Z Signal richtig routen in PCB

Gast #4294537
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo,

wie man 50 Ohm Leitungen im 2-layer PCB verlegt ist mir klar (Ground 
Plane + entsprechend dicke Trace).

Meine Frage ist: Wie verlegt / terminiert man ein hochohmiges Signal 
korrekt?

Konkret: µC Ausgang - PCB - IC Eingang

der µC gibt ein digitales Signal aus, also 0->3.3V->0V mit sehr 
schnellen Flanken < 1ns. Und der IC soll am Eingang möglichst ein 
genauso-"gutes" Signal empfangen.

Mir ist aber nicht klar welche "Impedanz" jetzt ein µC Ausgang hat und 
wie man das Signal korrekt layoutet. Außerdem ist mir nicht klar ob der 
IC am Eingang dann ein Terminierungswiderstand braucht?

Was ist da eure Erfahrung?

Dadnke
Max
#4294542
Lesenswert?
• ▲
▼
@ Max (Gast)

>Meine Frage ist: Wie verlegt / terminiert man ein hochohmiges Signal
>korrekt?

???

>der µC gibt ein digitales Signal aus, also 0->3.3V->0V mit sehr
>schnellen Flanken < 1ns. Und der IC soll am Eingang möglichst ein
>genauso-"gutes" Signal empfangen.

Was hat das mit hochohmig zu tun? Das ist ein hochfrequentes Signal, 
siehe Wellenwiderstand.

>Mir ist aber nicht klar welche "Impedanz" jetzt ein µC Ausgang hat

Kommt auf den uC an.

>und
>wie man das Signal korrekt layoutet. Außerdem ist mir nicht klar ob der
>IC am Eingang dann ein Terminierungswiderstand braucht?

Eher am Ausgang, siehe Serienterminierung.
Gast #4294619
Lesenswert?
• ▲
▼
Max schrieb:
> der µC gibt ein digitales Signal aus, also 0->3.3V->0V mit sehr
> schnellen Flanken < 1ns. Und der IC soll am Eingang möglichst ein
> genauso-"gutes" Signal empfangen.

Hallo Max,

also HiZ und 0V/3V/0V sind IMHO also nicht das gleiche. Bei HiZ würde 
auch ein Tristate Zustand mit "drinne" sein.

Gut, egal, ob jetzt HiZ/0/3V/HiZ oder nicht. Mit 1ns ist das auch noch 
nicht so schnell dass man da besondere Regeln bräuchte. Klar kann das 
Reflexionen auslösen, da reden wir aber über größere Leitungslängen und 
andere Lasten und Flankensteilheiten von so 300...500ps/5V.

Und im übrigen, warum soll das Signal UNDBEDINGT so genau sein? Im 
allgemeinen ist das bei Taktverteilung so aber dann reden wir über 
andere Anforderungen.

rgds
#4294666
Lesenswert?
• ▲
▼
Flanken mit 1ns Anstiegszeit machen's eh nicht als Hochohmig. Denn die 
Leiterbahn hat eine Impedanz ungleich unendlich. Der Eingang auf der 
anderen Seite ist vielleicht kapazitiv und macht die Flanke flach.
Wenn du die 1ns Flanke haben musst, musst du auch mit 50 Ohm oder so 
verbinden.
Gast #4294771
Lesenswert?
• ▲
▼
Peter D. schrieb:
> Max schrieb:
>> schnellen Flanken < 1ns.
>
> Sicher, daß Du >1GHz benötigst?
> Wozu denn?

Es geht um ganz "normale" Signale die ein µC auf seinen Digitalports 
eben so ausgibt. Mir ist halt aufgefallen wenn man die Ausgänge wie wild 
verkabelt kommt am Ende ein sehr verzerrtes Signal raus. Deshalb die 
Überlegung wie man das korrekt macht.
Gast #4294834
Lesenswert?
• ▲
▼
Falk B. schrieb:
> @ Max (Gast)
>
as korrekt macht.
>
> Nicht wild verkabeln und gescheit layouten?


Genau, und jetzt definiere mal bitte gescheit. Ist das eine 0.1mm 
Leiterbahn auf 1.6mm FR4 oder ist es egal wie breit die Leiterbahn ist, 
hauptsache nicht zu lang, oder oder oder...?
Gast #4294838
Lesenswert?
• ▲
▼
Hier ein Beispiel was falsch angepasste Leitungen mit den Signalen 
machen:

µC -> 50Ohm Kabel 1.5m -> Oszilloskop auf Hochohmig (>1MOhm)

http://hoeckerson.de/notes/2015/04/triggering-devices-with-arduino/

genau das möchte ich vermeiden. (BNC Kabel kommt zwar keins vor in 
meiner Anforderung vom Anfang, aber eine Leitungssführung auf einer PCB 
verzerrt das Signal auch)
Angehängte Dateien:
#4294840
Lesenswert?
• ▲
▼
@ Max (Gast)

>    Arduino-GPIO-Out-Switching-Transient.png

Ahhh, der Arduino ist die HF-Quelle!
Aber der hat keine 1ns Anstiegszeit, eher 5ns. Ist auch flott, aber um 
einiges langsamer.

>>µC -> 50Ohm Kabel 1.5m -> Oszilloskop auf Hochohmig (>1MOhm)

>http://hoeckerson.de/notes/2015/04/triggering-devi...

;-)

Naja, man hätte es ja wenigstens mit einer Serienterminierung versuchen 
sollen.

>genau das möchte ich vermeiden. (BNC Kabel kommt zwar keins vor in
>meiner Anforderung vom Anfang, aber eine Leitungssführung auf einer PCB
>verzerrt das Signal auch)

Dazu muss man erstmal richtig messen. Hast du das? Wie? Wo?

https://www.mikrocontroller.net/articles/Oszilloskop#Tastk.C3.B6pfe_richtig_benutzen
Gast #4294845
Lesenswert?
• ▲
▼
Falk B. schrieb:
> Ahhh, der Arduino ist die HF-Quelle!
> Aber der hat keine 1ns Anstiegszeit, eher 5ns. Ist auch flott, aber um
> einiges langsamer.

Oh, ja sorry, ich wollte noch dazuschreiben dass es sich NICHT um einen 
Arduino handelt ;-) Das war nur das erstbeste Bild mit Screenshot.

Es handelt sich um ein ARM TM4C129x, aber wahrscheinlich ist das ja egal 
weil die µCs sich an den GPIOs ja ähnlich verhalten.
#4294847
Lesenswert?
• ▲
▼
Aber der "Artikel" der Arduino-User ist schon amüsant ;-)

"Looking at the edge of the next period, 2ms later, reveals a surprising 
amount of jitter. My el-cheapo oscilloscope does not have 
jitter-analysis software, but my impression was that most jitter is 
within ±150ns, with occasional spikes up to ±10µs, sometimes even more."

Vielleicht sollte sich der gute Mann mal die Frage stellen, was der 
liebe Arduino so alles macht. Und nein, es ist nicht nur die loop() 
Endlosschleife. Da läuft noch ein 1ms Timer im Hintergrund. Der bringt 
den Jitter. Wenn man den ausschaltet ist auch der Jitter weg.
Gast #4294848
Lesenswert?
• ▲
▼
Und was stand heute in Deinem Horoskop?

Was Du da verlinkt hast, ist ein "gutes" Beispiel für eine unangepasste 
Messung mit einem Oszilloskop an einem uC-Pin.

Es bringt nichts sich von irgendwelchen unpassenden Beispielen 
beunruhigen zu lassen. Mit der selben Methode werden auch Versicherungen 
und Amulette verkauft.

Lies Dir den Wellenwiderstand Artikel durch.
#4294850
Lesenswert?
• ▲
▼
@ Max (Gast)

>Oh, ja sorry, ich wollte noch dazuschreiben dass es sich NICHT um einen
>Arduino handelt ;-) Das war nur das erstbeste Bild mit Screenshot.

Ja, das sollte man dazuschreiben!

>Es handelt sich um ein ARM TM4C129x, aber wahrscheinlich ist das ja egal
>weil die µCs sich an den GPIOs ja ähnlich verhalten.

Dann sieh mal zu, dass du die GPIOs auf minimale Slew Rate einstellst, 
wenn das dein Controller ermöglicht. Trotzdem wird es noch ziemlich 
schnell sein. Es bleibt bei meinen Empfehlungen.

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.