Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik TTL - Sollte man sich heute damit noch befassen?


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von F. F. (foldi)


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Moin!

TTL, sollte man sich damit noch aktiv befassen? Also mal ein Buch lesen.

Immer wieder werden die 74ziger und 40ziger erwähnt, aber baut man noch 
heute da was mit, außer alte Sachen zu reparieren?

Und wenn ja, was sollte man wissen? Könnt ihr sonst Bücher empfehlen?

Vielen Dank und schönes Wocheende!

von Dietrich L. (dietrichl)


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F. F. schrieb:
> Immer wieder werden die 74ziger und 40ziger erwähnt, aber baut man noch
> heute da was mit, außer alte Sachen zu reparieren?

Die 40xx sind aber keine TTL sondern CMOS-Bausteine.
Die 40xx können auch bei höheren Betriebsspannungen betrieben werden und 
sind daher bei bestimmten Anwendungen auch heute noch interessant.

> Und wenn ja, was sollte man wissen?

Die TTL-Pegeldefinitionen am Eingang sollte man kennen, denn die werden 
manchmal auch bei Nicht-TTL-Bausteinen verwendet.

Gruß Dietrich

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Prinzipiell sollte man schon verstehen, wie das funktioniert und welche 
Pegel- und Stromverhältnisse an Ein- und Ausgängen herrschen. Das wars 
dann aber auch.
Erstaunlicherweise werden sie immer noch produziert, ich persönlich habe 
vor ca. 15 Jahren das letzte Mal TTL-Kram verbaut.

von Frank K. (fchk)


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F. F. schrieb:
> Moin!
>
> TTL, sollte man sich damit noch aktiv befassen? Also mal ein Buch lesen.
>
> Immer wieder werden die 74ziger und 40ziger erwähnt, aber baut man noch
> heute da was mit, außer alte Sachen zu reparieren?

Ja. Die Technik hat sich zwar weiter entwickelt, aber die Grundlagen 
bleiben. Standard TTL wird schon längst nicht mehr verwendet, auch 74LS 
ist tot, statt dessen sind 74(A)HC/(A)HCT und 74LVC üblich, und die 
4xxx'er Bausteine gibts in moderner Technik als 74HC4xxx.

Die Grundlagen der Digitaltechnik (Gatter, Logikoperationen, 
Schaltwerke, Zustandsautomaten,...) solltest Du kennen. Das ist 
technologieunabhängig, und das brauchst Du auch, wenn Du Dich mit CPLDs 
und FPGAs befasst.

Und natürlich die Grundlagen der Schaltungstechnik 
(Abblockkondensatoren, keine offenen Eingänge,...)

fchk

von Teo D. (teoderix)


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H.Joachim S. schrieb:
> Prinzipiell sollte man schon verstehen, ....

Zumindest sollte man sich das mal anschauen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Logikfamilie
Da wirst Du feststellen, das sind garnicht so Ollekammel.
Schau mal auf's Mainboard Deines Rechners und staune :)

von Peter R. (pnu)


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TTL Logik verwirklicht in ihren Bausteinen grundlegende Verknüpfungen 
und Funktionen der Schaltungslogik. Sie bieten daher einen fundamentalen 
Einstieg in die Digitaltechnik.
Um etwa in  VHDL, FPGA usw. einzusteigen dürfte Kenntnis der 
Schaltungslogik eine Voraussetzung sein.

Das ist so, als ob man das Lesen und Schreiben erst einmal anhand der 
Großbuchstaben lernen würde.

Und: Bei Überschriften, in der Werbegrafik usw. verwendet man sie mit 
Vorliebe (die Großbuchstaben)

von Harald W. (wilhelms)


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F. F. schrieb:

> TTL, sollte man sich damit noch aktiv befassen? Also mal ein Buch lesen.

Da dort auch oft allgemeine Logikgrundlagen behandelt werden,
kann das durchaus sinnvoll sein.

> Immer wieder werden die 74ziger und 40ziger erwähnt,

Direkte Neuentwicklungen mit "echten" 74ern (die mit
den Bezeichnungen 7400 usw.) würde ich nicht machen.
Man musste dort durchaus gute Vorkenntnisse haben, um
störsichere Schaltungen zu entwickeln. Anders sieht das
mit den 4000ern aus. Die eignen sich gut für Anfänger,
da sie störunempfindlich sind und keine stabilisierte
Versorgung benötigen.

> Könnt ihr sonst Bücher empfehlen?

Dafür geht man am besten in eine (UNI-)Leihbücherei
und sieht sich die dortigen Bestände an. Entdeckt man
dort ein gutes Buch, kann man es sich ja immer noch
kaufen.

von min (Gast)


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die Logik muss man verstehen, denn sie ist überall gleich. Zum 
experimentieren und lernen sind CMOS ideal. Led Blinker, Ocillatoren, 
etc.
Das sind die Basics. Auf einem FPGA läuft die gleiche Logik, nur sind 
die Gatter frei programmierbar.

von F. F. (foldi)


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Vielen Dank für eure Antworten.
Logik ja, Bausteine ... nicht unbedingt. Das ziehe ich aus euren 
Erfahrungen und deckt sich mit meiner Meinung drüber.

Also lohnt sich für mich auch nicht ein extra Buch zu kaufen, da das 
schon in meinen anderen Büchern steht und ich das eh auch schon alles 
gelesen hatte (ist aber jetzt wieder im Dunkeln).

Danke an alle!

von HildeK (Gast)


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F. F. schrieb:
> TTL, sollte man sich damit noch aktiv befassen? Also mal ein Buch lesen.

Nein, wenn du tatsächlich die 74xx und 74LSxx-Serien meinst - außer du 
hast ein uraltes Gerät zu reparieren.
Allerdings sind die gleichen Logikfunktionen auch heute noch in den 
moderneren CMOS-Familien 74HCxx, 74LVCxx usw. enthalten, pinkompatibel.
Z.B. ein Nachbau eine uralten TTL-Schaltung könnte damit fast auf Anhieb 
gelingen. Deshalb sind Infos über die Funktioninhalte der TTL und LSTTL 
nach wie vor nutzbar.

Noch ein Hinweis:
- die Serie 74HCTxx (mit dem T) hat kompatible Eingänge zu den alten TTL 
und LSTTL-Familien bez. der Eingangsschwellen.
- TTL und LSTTL haben offene Eingänge als HIGH interpretiert. Bei den 
CMOS-Nachfolgern ist das nicht so, die müssen beschaltet werden - immer.
- die 74HCxx laufen mit 3V ... 5V, die HCT, TTL und LSTTL nur mit 5V.
- vergleichbare, aber nicht immer identische Funktionen gibt es in der 
auch schon älteren CD4000er-Serie mit dem Vorteil, dass die von 3V ... 
15V betrieben werden können.
- bei den 74..Cxx-Serien gibt es viele Unterfamilien, die sich im 
Versorgungsbereich und der Geschwindigkeit unterscheiden. Wenn man 
besondere Anforderungen hat, muss man sich durch die 
(Familien-)Datenblätter durcharbeiten.

von Wolfgang (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Erstaunlicherweise werden sie immer noch produziert, ich persönlich habe
> vor ca. 15 Jahren das letzte Mal TTL-Kram verbaut.

In aktuellen µC Steuerungen tauchen immer wieder 
Schieberegistererweiterungen mit TTL oder den Funktionsgleichen CMOS 
Bausteinen auf, Einzelgatter werden immer wieder verwendet, wenn kein µC 
in der Nähe ist und Signale invertiert oder einfach verknüpft werden 
müssen. Ohne Grundlegende Logikkenntnisse steht man oft ziemlich doof da 
und das ist es, was in TTL-Grundlagenbüchern meist vermittelt wird. Dazu 
gehören auch grundlegende Schaltungstechniken von Ausgangs- und 
Eingangsstufen bzw. Gatterschaltungen, die in jedem µC-Prinzipschaltbild 
wieder auftauchen. Die detailierte Schaltungsumsetzung und der 
Chip-Aufbau ist dann für den Allgemeingebrauch eher verzichtbar.

von Rudolph R. (rudolph)


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Bis auf wenige Ausnahmen sind die Dinger tot.
Die drei 74xx Bände die ich noch rumliegen habe könnte man 
wahrscheinlich inzwischen auf einen halben Band zusammen streichen.

Puffer, Schiebe-Register, einfache Logik, sonst gibt es da ja kaum noch 
was mit dem man sich beschäftigen könnte.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Wolfgang schrieb:
> oder den Funktionsgleichen CMOS
> Bausteinen auf, Einzelgatter werden immer wieder verwendet, wenn kein µC
> in der Nähe ist und Signale invertiert oder einfach verknüpft werden
> müssen.

Das ja, aber nicht in TTL-Technik. Sondern, wie du schon sagtest: CMOS.

von Harald W. (wilhelms)


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Rudolph R. schrieb:

> Puffer, Schiebe-Register, einfache Logik, sonst gibt es da ja kaum noch
> was mit dem man sich beschäftigen könnte.

Interessant sind m.E. verschiedene Treiber aus der Serie, die
teilweise Spannungen deutlich grösser als die "TTL-Spannung"
treiben können.

von F. F. (foldi)


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H.Joachim S. schrieb:
> sagtest: CMOS.

Gehört aber in die gleiche Kategorie von dem was gemeint war. Ist doch 
letztlich nur die Fortführung der Technik.

Ich meinte auch CMOS.

Mir ging es eigentlich darum, weil es ja schon wieder so viele spezielle 
IC's gibt und man ohnehin immer zu einem (oder mehreren) µC greift, ob 
man sich grundsätzlich noch damit auseinander setzen soll.
Aber diese Frage wurde schon (für mich) ausreichend beantwortet und von 
solchen Aussagen belegt.
H.Joachim S. schrieb:
> ich persönlich habe
> vor ca. 15 Jahren das letzte Mal TTL-Kram verbaut.


Wolfgang schrieb:
> In aktuellen µC Steuerungen tauchen immer wieder
> Schieberegistererweiterungen mit TTL oder den Funktionsgleichen CMOS
> Bausteinen auf

Aber das ist auch so ziemlich das einzige was ich immer wieder sehe und 
da reicht es ja genau nur das zu wissen und dann wenn man es braucht.

Aber grundsätzlich sich noch damit auseinander setzen? Ich denke das 
habe hie meisten hier schon verneint.

von Peter D. (peda)


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Oftmals braucht man bei MC-Anwendungen noch etwas glue-Logic, um z.B. 
Leitungen einzusparen oder besonders schnell auf etwas zu reagieren.
Daher sollte man sich mit den 74HCxxx und CD40xx/45xx beschäftigen.
Gatter (74HC00, 02, 04, 08, 14, 32, 86), FFs (74HC74, 112), Zähler 
(74HC161, 193, 393, 4040), Schieberegister (74HC164, 165, 595, 4094), 
Dekoder, Multiplexer (74HC138, 4051)) sind die gebräuchlichsten und 
werden noch weiterhin produziert.

von Clemens L. (c_l)


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Bei Optokopplern mit Push/Pull-Ausgang ist TTL üblich; nicht nur bei 
älteren Modellen wie dem HCPL-2200, sondern auch bei Neuentwicklungen 
wie dem TLP2958 (wahrscheinlich aus Kompatibilitätsgründen).

Also sollte man in diesem Fall zumindest wissen, wie man ein TTL-Signal 
weiterverarbeitet. ("Okay, nimm einen µC mit TTL-kompatiblen 
Eingängen.")

(Nicht-optische Isolatoren haben üblicherweise CMOS-Ausgänge.)

von Harald W. (wilhelms)


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Peter D. schrieb:

> Daher sollte man sich mit den 74HCxxx beschäftigen.

Diese ICs sind für mich keine "echten" 74er, sondern aktuelle
Logikschaltungen, die man auch heute noch braucht. Allerdings
bringen sie wieder die Notwendigkeit eines stabilisierten
Netzteils ein, welches für die 4000er nicht benötigt wird.
Ausserdem verlangen sie wegen der hohen Geschwindigkeit auch
mehr Sorgfalt beim Design gegenüber den alten 4000ern.

von Wolfgang (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Das ja, aber nicht in TTL-Technik. Sondern, wie du schon sagtest: CMOS.

Wer 74er TTL mit 40xx CMOS in einen Topf schmeißt, dem dürfte dieser 
grundlegende Unterschied in der Schaltungstechnik egal sein. Der wundert 
sich höchstens, das im TTL-Buch die 40xx Bausteine vollständig fehlen 
;-)

F. F. schrieb:
> Mir ging es eigentlich darum, weil es ja schon wieder so viele spezielle
> IC's gibt und man ohnehin immer zu einem (oder mehreren) µC greift, ob
> man sich grundsätzlich noch damit auseinander setzen soll.

Wenn es um höhere Signalfrequenz geht, bist du schnell in einem Bereich, 
wo ein kleiner µC mit vielleicht 16MHz Taktfrequenz dicke Backen macht. 
Und wem TTL schon fremd ist, der wird wohl in solchen Fällen auch nicht 
mal schnell zu einem kleinen FPGA greifen.

von Paul B. (paul_baumann)


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HildeK schrieb:
> - TTL und LSTTL haben offene Eingänge als HIGH interpretiert. Bei den
> CMOS-Nachfolgern ist das nicht so, die müssen beschaltet werden - immer.

Wenn man TTL-Schaltkreise störsicher betreiben will, darf man nicht 
benötigte Eingänge aber auch nicht in der Luft hängen lassen. Daß diese
Technik störsicher ist, bewiesen Kontruktionen wie das Rechnersystem 
KRS4201, das ausschließlich mit TTL-Schaltkreisen bestückt war. 
Entscheidender Nachteil gegenüber LS-TTL und vor Allem CMOS ist die 
recht hohe Stromaufnahme.

CMOS-Schaltkreise der 4000er Serie habe ich erst kürzlich wieder 
verbaut, weil die einen schönen weiten Betriebsspannungsbereich haben 
und eine
ganz geringe Ruhestromaufnahme im einstelligen µA-Bereich.

MfG Paul

von chris_ (Gast)


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Man kann auch alt und neu mischen:
Beitrag "Nibbler 4 Bit Computer replica"

von Fred R. (fredylich)


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Hallo,

Nun muss ich alter Mann mal etwas im Raum werfen.

Habe mit Röhren angefangen Digitalschaltungen aufzubauen, dann 
Transistoren, dann Grundgatter IC. Heute bastle ich mit µC.

Fortschritt ist schon gewaltig, Baugröße Energieverbrauch usw.
Aber an der Logik hat sich nichts geändert. Wie es das Wort digital 
sagt, gültig nur 1 oder 0.

Mit Einführung der CMOS Technik(sehr hochohmig)
kam das  Tristate- Verhalten hinzu.
Nun muss der dritte Zustand für Verknüpfungen UND/ODER wie auch immer in 
der Software betrachtet werden. Oft wird dieser Zustand mit Hardware 
eindeutig gesetzt.

Wenn ich die Anfrage richtig verstanden habe, ist es „Wurst“ welche 
Technologie ob TTL- Pegel oder was auch immer.
Es ist immer eine Hardwaresache aber logischen Verknüpfungen im 
Digitalbereich sind immer noch gleich.

PS. Habe kein Problem wenn ich wieder viele minus Punkte für Kommentar 
erhalte, ist ja schon Standart in diesem Forum wenn die Rhetorik im 
Fordergrund steht.
Bitte denkt daran Ihr werdet auch älter.

Mit freundlichen Grüßen
Fred

von Paul B. (paul_baumann)


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Fred R. schrieb:
> Nun muss ich alter Mann mal etwas im Raum werfen.

Och Mensch -ich habe eben gekehrt...
Immerzu schmeißen die Leute was in den Raum. Schaltkreise -mit den 
Anschlüssen nach oben, Röhren, deren Glaskolben zerschellen...

Das ist doch nicht in Ordnung.
:-)

MfG Paul

von oszi40 (Gast)


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Fred R. schrieb:
> Aber an der Logik hat sich nichts geändert. Wie es das Wort digital
> sagt, gültig nur 1 oder 0.

Das kleine 1x1 ist heute auch noch gültig!

Logische Funktionen wie NAND, NOR und Negator gibt es heute noch. Die 
Frage ist nur, ob sich diese Gatter vom letzten Jahrtausend so einfach 
1:1 durch heute gefundene ersetzen lassen, da mancher Hersteller zur 
"Umgehung von Patenten" ein leicht geändertes Innenleben entwickelt hat, 
was sich auch auf das ZEITVERHALTEN und exakte Impulsformen auswirken 
kann.

von Georg A. (georga)


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Es gibt in den älteren Schaltungen auch analoge Tricks (zB. Verzögerung 
mit Cs) und vorallem viel asynchrones Zeug ala Decoder-Ausgang führt auf 
den Reset eines Zählers. Da gibt es auch viele Chips in der 74er-Reihe 
nur mit asychronem Reset, und damit auch in den TTL-Büchern solche 
Beispiele. Macht man aber heute bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht 
mehr, daher muss man da etwas aufpassen.

von Wolfgang (Gast)


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oszi40 schrieb:
> Die Frage ist nur, ob sich diese Gatter vom letzten Jahrtausend so einfach
> 1:1 durch heute gefundene ersetzen lassen, da mancher Hersteller zur
> "Umgehung von Patenten" ein leicht geändertes Innenleben entwickelt hat,
> was sich auch auf das ZEITVERHALTEN und exakte Impulsformen auswirken
> kann.

In ihrem tiefsten Inneren ist jede Digitalschaltung natürlich eine 
nichtlineare Analogschaltung. Trotzdem sollte das Design so sein, dass 
die Funktion möglichs unabhängig vom genauen Innenleben immer gegeben 
ist. Und was sind schon exakte Pulsformen.

von lutz (Gast)


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hi,

neulich trudelte folgende Email von NXP bei mir rein. Es werden Samples 
für Logikbausteine angeboten (scheinbar sind diese Bausteine immernoch 
unverzichtbar und werden auch weiterentwickelt und neu angeboten):

--------------
You may have missed our recent email offering samples of NXP’s Mini 
Logic range. With 50 years of logic development and experience NXP 
offers the largest and most comprehensive portfolio of Mini Logic 
products in the market. You can chose from 5 V HC(T) functions in our 
leaded PicoGate packages right through to the ultimate in mini logic 
devices, our 1.2 V AXP functions in leadless MicroPak and Diamond 
packages which offer the lowest power consumption for logic solutions in 
the industry in the world’s smallest packages.

So order samples today and see for yourself how NXP’s Mini Logic can 
help you overcome your challenging system design requirements, 
regardless of whether your application requires low voltage, low power, 
or needs to meet the stringent requirements of automotive AEC-Q100 
qualification.
--------------

Samples habe ich dann aber keine geordert ;-)

von lutz (Gast)


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achso: hier das Portfolio von NXP mit dem geworben wurde:

http://www.nxp.com/documents/brochure/75017702.pdf

von Peter D. (peda)


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Harald W. schrieb:
> Allerdings
> bringen sie wieder die Notwendigkeit eines stabilisierten
> Netzteils ein

Nö.
Die 74HC laufen mit 2..6V, lassen sich unstabilisiert mit 3V oder 4,5V 
Batterien speisen.

Auch einige 4000-er gibt es als 74HC, z.B. 74HC4040, 74HC4511, 74HC4051. 
Der Vorteil ist der höhere Ausgangsstrom und die Geschwindigkeit.
Ein CD4094 verträgt z.B keine 8MHz SPI-Takt vom AVR aber der 74HC4094 
lacht darüber.

Wenn man heutzutage TTL sagt, meint man Logik-ICs im allgemeinen und 
nicht nur die alten Veteranen. Die alten Stromfresser sollte man nicht 
mehr kaufen.

: Bearbeitet durch User
von F. F. (foldi)


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Wolfgang schrieb:
> Und wem TTL schon fremd ist, der wird wohl in solchen Fällen auch nicht
> mal schnell zu einem kleinen FPGA greifen.

Ja. FPGA,s und VHDL ist mir zu heftig. Aber das werde ich wohl nicht 
mehr brauchen.

Aber schön hier doch noch verschiedene Sichtweisen zu sehen.
Klasse dass ihr so eifrig und kontrovers antwortet.

von Asko B. (dg2brs)


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Paul B. schrieb:
> und eine
> ganz geringe Ruhestromaufnahme im einstelligen µA-Bereich.

Ich kann mich erinnern, das das ebend nur bei statischer Logic
so war, bei Frequenzen ueber 500kHz stieg der Stromverbrauch
ueber den der 74xx-Klasse.

Peter D. schrieb:
> Ein CD4094 verträgt z.B keine 8MHz SPI-Takt vom AVR aber der 74HC4094
> lacht darüber.

Das kann sein, kenn ich aber nicht. (Was jedoch nicht bedeuten
soll das es nicht so ist.)

Gruss Asko.

von oszi40 (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> die Funktion möglichs unabhängig vom genauen Innenleben immer gegeben
> ist. Und was sind schon exakte Pulsformen.

Das ist Deine Hoffnung. Leider gab es schon Fälle, wo NUR der eine 
Hersteller sauber funktionierte. Genau dewegen haben wir diese 1:1 
getauscht.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Was hat es eigentlich mit den orangen Farbtupfern auf sich, die damals 
on den 70er Jahren die TTL Bausteine von Siemens "verzierten"?

Ich habe noch die (als Lehrling teuer erkauften) TTL Bausteine von 
meiner damaligen Nixie Quarzuhr herumliegen und die sind alle so 
markiert. Zum Teil haben sie auch noch die Siemens Bezeichnungen (FH, 
FZ...)

Mfg,
Gerhard

von Possetitjel (Gast)


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F. F. schrieb:

> Wolfgang schrieb:
>> In aktuellen µC Steuerungen tauchen immer wieder
>> Schieberegistererweiterungen mit TTL oder den
>> Funktionsgleichen CMOS Bausteinen auf
>
> Aber das ist auch so ziemlich das einzige was ich immer
> wieder sehe und da reicht es ja genau nur das zu wissen
> und dann wenn man es braucht.

Naja, ein Grund für die abnehmende Bedeutung diskreter
Logik-ICs ist, dass die Mikrocontroller schneller geworden
sind. Dadurch sind jetzt viele Aufgaben in Software lösbar.

Schon zwischen einem U880 mit 2.5 MHz (und im Mittel etwa
zehn Takten je Befehl) und einem MSP430 mit 16 MHz und
vielleicht drei Takten je Befehl liegt ein Faktor 10 im
Befehlsdurchsatz!

> Aber grundsätzlich sich noch damit auseinander setzen?
> Ich denke das habe hie meisten hier schon verneint.

Du meinst "... Millionen Fliegen können nicht irren"?

Gatterschaltungen sind einerseits Verständnisgrundlage
für alles Digitale; andererseits stoßen schnelle
Logikfamilien (AC, VHC) in Bereiche vor, die üblichen
Mikrocontrollern verschlossen bleiben.

von Lötlackl (Gast)


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Aus gegebenem Anlaß: Für eine umschaltbare Programmierschnittstelle 
schied wegen der Einfachheit der Logik CPLD oder gar FPGA aus, hier war 
TTL das Mittel der Wahl. Jetzt dürft Ihr gerne weiter fetzen.

von HildeK (Gast)


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Paul B. schrieb:
> HildeK schrieb:
>> - TTL und LSTTL haben offene Eingänge als HIGH interpretiert. Bei den
>> CMOS-Nachfolgern ist das nicht so, die müssen beschaltet werden - immer.
>
> Wenn man TTL-Schaltkreise störsicher betreiben will, darf man nicht
> benötigte Eingänge aber auch nicht in der Luft hängen lassen.

Es soll Eingänge an ICs geben, deren Eingangspegel in der vorgesehenen 
Applikation egal ist - Beispiel: ein 7474, von dem nur ein FF genutzt 
wird. Da durfte man durchaus die Inputs offen lassen - bei CMOS darf man 
das nicht.

Ich mache auch jede Wette, dass es Schaltungen gibt, bei denen das auch 
bei relevanten Inputs gemacht wurde und falls jemand sowas auf CMOS 
umsetzt (weil er z.B. ein altes TTL Applikationsbuch erwischt hat), muss 
er das anpassen.

von Paul B. (paul_baumann)


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HildeK schrieb:
> Es soll Eingänge an ICs geben, deren Eingangspegel in der vorgesehenen
> Applikation egal ist - Beispiel: ein 7474, von dem nur ein FF genutzt
> wird.

Fakt ist: Um sich keine Störungen einzufangen, hat man auch bei TTL 
die Eingänge auf definiertes Potential zu legen. Auch und gerade dann, 
wenn nur eine Hälfte eines Schaltkreises benutzt wird. Das ist mir 
damals bei den sog. "technischen Mitteilungen" des VEB Halbleiterwerkes 
Frankfurt/Oder so beigebracht worden und ich habe keinen Grund, diese 
Empfehlungen in den Wind zu schlagen. Damit bin ich Jahrzehnte lang gut 
gefahren.

MfG Paul

von HildeK (Gast)


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Nein, Paul, das will ich auch nicht. :-)

von Wolfgang (Gast)


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oszi40 schrieb:
> Leider gab es schon Fälle, wo NUR der eine Hersteller sauber
> funktionierte.

Das meinte ich. Das Design einer Logikschaltung sollte so sein, dass es 
unabhängig von solchen Herstellerfeinheiten ist.

Da hat wohl jemand in der Schaltung etwas versaubeutelt (Stichwort: 
Laufzeiten, Race-Condition)

von Klaus R. (klara)


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F. F. schrieb:
> TTL, sollte man sich damit noch aktiv befassen?

Für eine Uhr mit Weckfunktion 5V 5A verbraten?
Wenn es Dir kalt ist kannst Du auch eine Dampfmaschine bauen.
mfg klaus

von Joachim (Gast)


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> TTL, sollte man sich damit noch aktiv befassen?

Hängt von der Anwendung ab.
Heutzutage heisst es bei jeder Kleinigkeit "nimm doch einen Kontroller".
Da meistens die Grundlagen wie Logik oder auch Transistortechnik von 
vielen gar nicht mehr verstanden werden, greifen die oft zu kleinen 
Kontrollern.
Die Wahl zu einzelnen Logikbausteinen ist aber oft zuverlässiger und 
auch billiger als Mikrocontroller.

Vorraussetzung ist natürlich, dass die Schaltungsfunktion feststeht, 
denn Änderungen würden ein komplettes Neudesign erfordern.


Gruß

Joachim

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Ist doch völlig egal, wie ein Ziel erreicht wird - Hauptsache man 
erreicht es.
Die Logik, die hinter irgendeinem System steckt, muss ich als Entwickler 
eh verstehen. Ob ich das nun in Hard- oder Software mache, spielt doch 
erst mal keine Rolle.
Seit Controller nur noch Cent-Beträge kosten, sind die Kosten kein Thema 
mehr. Platinenentwurf ist einfacher gegenüber einer reinen 
Hardwarelösung, es geht einfach schneller damit. Und kleinere Denkfehler 
in der Entwurfsphase lassen sich in Software nun mal besser ausbügeln 
als bei einer Hardwarelösung. Spätere Erweiterungen/Änderungen sprechen 
ebenfalls für den Controller.
Selbst Kinkerlitzchen wie ein Timer oder ein Nachlaufrelais sind 
letztenendes schneller/billiger umsetzbar. In der Massenproduktion mag 
das für Kleckerkram anders aussehen. Im Bastelbereich ist eine Stange 
Tiny25  einfacher zu verwaltenals jede Menge "Spezial"-ICs.

von K. Korinth (Gast)


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nur weil es Logikfamilien gibt, die Versorgungsspannung in einem weiten 
Bereich akzeptieren (ggü. nur 5V bei TTL), ist es keine gute Idee diese 
unstabilisiert zu lassen.
Eingänge unbenutzter Chipbereiche floaten zu lassen gehört in die selbe 
Kategorie.

von Hp M. (nachtmix)


Angehängte Dateien:

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Paul B. schrieb:
> Fakt ist: Um sich keine Störungen einzufangen, hat man auch bei TTL
> die Eingänge auf definiertes Potential zu legen. Auch und gerade dann,
> wenn nur eine Hälfte eines Schaltkreises benutzt wird. Das ist mir
> damals bei den sog. "technischen Mitteilungen" des VEB Halbleiterwerkes
> Frankfurt/Oder so beigebracht worden und ich habe keinen Grund, diese
> Empfehlungen in den Wind zu schlagen. Damit bin ich Jahrzehnte lang gut
> gefahren.

Fliegende Eingänge hat auch der Erfinder der TTL-Serie nie erlaubt.
Hier die Vorschrift aus dem "Pocket Guide" vom April 1973.
Dieses Büchlein enthält zwar bekannter Weise noch viele Fehler, aber 
nicht diesen!

Wer's nicht glaubt, der soll sich mal die Innenschaltung des 7400 
ansehen, und sich überlegen, was bei höheren Frequenzen mit dem 2. 
Eingang passiert, wenn man ihn nicht anschliesst, und welche 
Konsequenzen das für das Ausgangssignal hat. Stichwort Streukapazität.

von Klaus (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Im Bastelbereich ist eine Stange
> Tiny25  einfacher zu verwalten als jede Menge "Spezial"-ICs

Das gilt nicht nur im Bastelbereich. Und erst recht, wenn zur 
Qualitätssicherung die gesamte Lieferkette überwacht werden muß. Da 
verschwinden schnell die reinen Bauteilkosten im Rauschen.

MfG Klaus

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