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Forum: Platinen KiCAD - add layer alignment target


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Autor: U.G. L. (dlchnr)
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Aus meiner lange zurückliegenden Angestelltenzeit war mir bekannt, dass, 
zumindest damals die Leiterplattenhersteller wenigstens drei, möglichst 
weit auseinanderliegende Markierungen benötigten, mit denen die Lagen 
genau übereinander justiert werden konnten.
Ich habe nun die KiCAD -Funktion "add layer alignment target"
mit den damaligen Notwendigkeiten in Verbindung gebracht und vier dieser 
Markierungen möglichst weit voneinander in den Ecken plaziert.
Beim Leiterplattenhersteller hat das Irritationen ausgelöst - sind diese 
Markierungen heutzutag nicht mehr notwendig oder habe ich "add layer 
alignment target" für den flaschen Zweck eingesetzt? Wenn ja, wozu dient
diese Funktion dann?

Autor: Greg (Gast)
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Du brauchst wirklich keinerlei Markierungen auf den Layern zu machen. 
Der Leiterplattenhersteller macht das für sich so wie er es braucht. 
z.B. Bei Multilayern machen die sich eine "Lochungsmarkierung" für Ihre 
Presse und Werkzeugaufnahme. Du kannst jedes einzelne Layer ausserhalb 
der Leiterplattenkonturen (Edge.Cuts) noch bezeichnen Toplayer, Bottom 
Layer, innerlayer1 innerlayer2, Silkscreen top, Paste Mask.... um 
Verwirrungen auszuschliessen. Auch die Kupferdicke kann dort eingetragen 
werden wenns vom Standard abweichen soll.
Dann generierst du die Gerberdaten und Bohrdaten und schickst die ab. 
Fertig.
Beim Leiterplattenhersteller deren Designroules beachten ist schon 
alles.
Gruß aus DN
Greg

Autor: U.G. L. (dlchnr)
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für was ist dann die Funktion "add layer alignment target" gedacht?

Autor: Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo U.G.L.

U.G. L. schrieb:

> für was ist dann die Funktion "add layer alignment target" gedacht?

In der deutschen Fassung steht "Orientierungspunkt setzten".

Es gab früher mal Verfahren zur mechanischen Bearbeitung von Platinen, 
wo das wichtig war. Es könnte immer noch Leute geben, die sowas manchmal 
brauchen, genau wie der separate Ursprung für Pick und Place daten.

In KiCad selber kann man mit dem relativen Koordinatensystem vieles 
elegant erledigen. Hierbei können solche Markierungen nützlich sein.
Aber dann sollte man nicht vergessen, sie anschliessend zu löschen.

Um den Koordinatenursprung (für das absolute Koordinatensystem) zu 
ändern, gibt es in der Tool-Leiste rechts ganz unten einen eigenen 
Button.

Relativ unüblich ist, das KiCad selber den Koordinatenursprung links 
oben hat. Das ist angelehnt an die GUI Canvas Bibliotheken. Die haben 
die auch links oben.

U.G. L. schrieb:
> Aus meiner lange zurückliegenden Angestelltenzeit war mir bekannt, dass,
> zumindest damals die Leiterplattenhersteller wenigstens drei, möglichst
> weit auseinanderliegende Markierungen benötigten, mit denen die Lagen
> genau übereinander justiert werden konnten.

Das stammt noch aus Zeiten, wo die Leiterplattenhersteller die Filme 
noch aufbewarten (klimatisiert), und kontrollieren mussten, dass sie 
sich nicht verzogen haben.

Heutzutage werden die Filme aber speziell für den Fertigungsauftrag 
gedruckt, und vernichtet, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, oder 
älter als wenige Tage sind, und bei der nächsten Verwendung aus den 
Daten neu erzeugt. Anders ist die Präzision kaum zu erreichen.

Bei kleineren Stückzahlen wird oft überhaupt nicht mehr mit einem Film 
gearbeitet, sondern mit einem Laserdirektbelichter.
Ein Direktbelichter braucht aber länger, dafür hat er kaum Einrichtzeit.
Für große Stückzahlen wird er darum nicht verwendet.

Ich habe vor ein paar Jahren mal kurz im CAM-Input mit Genesis einer 
Leiterplattenfabrik gearbeitet. Das Layer alignment wurde gut 
überprüft*).
1) Schritt: Nachsehen, ob das Layer alignement schon stimmt Passen 
Bohrungen/Vias/Kanten?
2) Schritt: Wenn es nicht Stimmt Die Software mit einer Alignement 
Automatik drüberhetzten.
3) Erneut kontrollieren. Wenn es nicht passt, die Lagen von Hand 
verschieben. Dabei an Kanten orientieren.

Ausschlaggebend für die Daten und die Maschine ist der Nullpunkt.
Spezielle Passermarken für die Layer werden zwar noch benötigt, aber die 
werden ausserhalb der Platine im Nutzenrand angelegt.

Aussnahmen sind Passermarken bei bestimmten Präzisionsbohrungen oder 
Bestückungsautomaten. Aber auch dass überlass einfach der Fabrik (Oft 
ist es dann auch der Wunsch des Bestückers) Diese Passermarken sind 
meistens Ringe und werden von der Maschine automatisch per Bildanalyse 
einer Videokamera oder eines Röntgengerätes erkannt.


> Ich habe nun die KiCAD -Funktion "add layer alignment target"
> mit den damaligen Notwendigkeiten in Verbindung gebracht und vier dieser
> Markierungen möglichst weit voneinander in den Ecken plaziert.
> Beim Leiterplattenhersteller hat das Irritationen ausgelöst - sind diese
> Markierungen heutzutag nicht mehr notwendig oder habe ich "add layer
> alignment target" für den flaschen Zweck eingesetzt? Wenn ja, wozu dient
> diese Funktion dann?

Sie sind insofern überflüssig, als dass man als Kunde einer 
Leiterplattenfabrik die Daten so abliefert, wie man die Platine 
hinterher gerne hätte. Alles ausserhalb der Leiterplatte irritiert 
dabei. Wenn man selber Passermarken inerhalb der Platine benötigt, legt 
man sie an. Wenn man Sonderwünsche bzüglich Nutzenfertigung und 
Passermarken ausserhalb der Platine wünscht, sollte man das dem 
Hersteller unbedingt explizit Mitteilen.

Bezüglich Leiterplattenfertigung und Gerber hat sich in den letzten 
Jahren viel getan.

Gerberdaten steuerten früher Photoplotter mit Vektordaten. Heutige 
Plotter arbeiten komplett anders, so das die Daten auch anders 
aufbereitet werden müssen. Das Format der Gerberdateien hat sich als 
praktisches Austauschformat allerdings erhalten, auch wenn es jetzt nur 
noch so darstellt, als ob die Daten einen Photoplotter steuern würde.

Auf der anderen Seite ergeben sich dadurch auch 
Vereinfachungsmöglichkeiten. Speicherplatz ist billig geworden, aber der 
Lochstreifen für die Plotter war teuer. Darum wurde auch die Definition 
von Gerber angepasst.

Siehe:
https://www.mikrocontroller.net/articles/Gerber-Tools#Aktuell:_Gerber_Version_2_.28X2.29

*) Die größeren Probleme gibt es mit einer uneindeutigen Kennzeichnung 
der Reihenfolge von Kupferlagen, speziell von Innenlagen. Das Fatale 
dabei ist, dass die Vertauschung von Innenlagen kaum erkannt werden 
kann, und oft auch nicht zu Problemen in der groben Funktion führt. Aber 
das EMV-Verhalten oder schnelle Busse können schlecht werden.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
Autor: U.G. L. (dlchnr)
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Thx für die ausführliche Antwort

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