Hallo!
Ich möchte geätzte Platinen (selbst in eagle designt) auf meiner Fräse
bohren und Fräsen . Also kein isolationsfräsen, sondern nur
Nutzentrennen und Platinen mit komplexeren Formen ausfräsen, Ausbrüche
und taschen einfügen etc.
Gibt es ein gutes Tutorial, wo beschrieben wird wie man
1) in eagle Bohrungen und Nuten/Fräsumrisse korrekt einfügt
2) Daraus g-code erzeugt?
Leiterplattendesign bekomme ich noch hin, habe bisher aber immer nur
einfache Sachen geätzt und keine Bohrungen oder Nuten oder ähnliche
Geometrien eingefügt. Bedienung der Fräse und Mach 3 kann ich (siehe
Foto). Bisher habe ich, etwas umständlich, die Umrisse in Solidworks
nachgezeichnet und dann gefräst (Code mit HSMexpress erzeugt).
Allerdings ist das auf Dauer nix.
Also, kennt ihr gute Tutorials oder Artikel in denen genau das
beschrieben wird?
Danke und Grüße
Andy
Es gibt da eine "ULP" PCB2Gcode das kann man auf der Eagle Seite
irgendwo Runter laden.
Damit kann man G Code erzeugen. Zum Isolation fräsen Bohren und
ausschneiden. Einfach Praktisch und super
CPL schrieb:> in eagle Bohrungen und Nuten/Fräsumrisse korrekt einfügt
Umriß: dimension-Layer, Einfräsungen Mill-Layer
Bohrungen: Drill-Layer
All diese Layer lassen sich im Eagle-CAM exportieren (beim Drill-Layer
bietet sich excellon-rack an, da kannst Du direkt Deine Bohrertabelle
hinterlegen).
Von Excellung zu G-Code konvertiere ich mit SheetCAM, aber da sollte
jedes andere 2d-CAM mit Excellon-Support gleich gut sein.
Hi,
CPL schrieb:> Ich möchte geätzte Platinen (selbst in eagle designt) auf meiner Fräse> bohren und Fräsen
Nur für den Fall das dir das nicht sowieso schon klar is:
Gebohrt (und soweit möglich gefräst) wird üblicherweise vor dem
Ätzen/Belichten.
Das erspart einiges an Fummelei und Kopfschmerzen beim Ausrichten
gegenüber der umgekehrten Reihenfolge. Es vereinfacht dazu sogar noch
das Ausrichten der Folien beim Belichten von doppelseitigen
Leiterplatten.
Die umgekehrte Heransgehenweise - erst Ätzen, dann Bohren- ist zwar
grundsätzlich auch machbar, erfordert aber deutlich mehr Aufwand um die
Bohrungen da zu haben wo die sein sollten. Dabei gilt: Je feiner die
Strukturen um so mehr Aufwand! Bei SMD wäre man teilweise mit dem
HAndbohren fertig bevor man die Platine auch nur einigermaßen
Ausgerichtet hat.
Diese Reihenfolge setzt natürlich scharfe Bohrer & Fräser sowie etwas
Grundlagenwissen zur Vermeidung von Bohrgraten vorraus. Zumindest wenn
man vrbeschichtetes Basismaterial nimmt und nicht zu den
Selbstbeschichtern gehört.
Gehört man allerdings zu den Tonertransfer-Anhängern, so bleibt
natürlich nur der Weg des Bohrens nach dem Ätzen. Da würde ich aber im
Einzelfall entscheiden ob CNC Bohren überhaupt Sinn macht.
Gruß
Carsten
Hi,
vorneweg - Leiterplatten zerspane ich eher nicht, dafür gab's oben schon
Tipps.
Zum Thema Ausbrüche und Taschen:
Ich erstelle auch Fräsvorlagen direkt in EAGLE.
Typische Arbeiten sind kleine Vorrichtungen oder Gehäuseausbrüche.
Wenn Du im Layout unbenutzte Layer verwendest, kannst Du sogar
Elektrik/Mechanik in einem BRD kombinieren.
Ein Layer entspricht einer Kombi aus Werkzeug, Bearbeitungstiefe,
Vorschub, etc. Auch Taschen haben einen eigenen Layer.
Ein ULP (modifiziertes dxf.ulp) setzt das BRD-File in DXF um.
Im Programm Sheetcam TNG erfolgt die Zuordnung von DXF-Layer nach
Werkzeugparametersatz.
Hier kann das CNC-Programm (beschleunigt) simuliert werden - gaaanz
wichtiger Punkt.
Anschließend erfolgt die Umsetzung auf G3-Code.
Der G-Code wird in MACH3 geladen und in der Käsefräse abgearbeitet.
Bilder gibt's hier:
http://www.harerod.de/technology_ger.html#millrouter
EAGLE SheetCam Mach3
Das EAGLE-Bild zeigt die POM-Platte von diesem Prüfadapter
http://www.harerod.de/applications_ger.html#RFID_base
Die Mechanik ist um das Layout der zu prüfenden Platine herumgezeichnet
worden. Da Liniendurchmesser gleich Fräserdurchmesser, sind Ergebnis und
Nebeneffekte gut erkennbar.
Wenn ich irgendwann mal die vierte Achse einbaue, werde ich wohl bei der
Design-Software aufrüsten müssen. ;)
Tutorials: EAGLE/MACH3/SheetCam - Doku und Tutorials anschauen.
Cheerio,
Marcus
Hallo!
Erstmal vielen Dank für alle die Tipps! Ich werde mich jetzt mal in di
einzelnen Bereiche einlesen und dann gezieltere Fragen stellen.
Eine Sache aber doch vorweg (Frage an Carsten):
Wieso wird üblicherweise erst gefräst/gebohrt und dann geätzt und
belichtet? Ist diese Vorgehensweise tatsächlich Industriestandard?
Ich kenne es auch von den Videos die z.B. Datron ins netz stellt immer
umgekehrt. Scheint mir auch viel sinnvoller erst zu ätzen, da man so
immer absolut sauberes Leiterplattenmaterial im Ätzbad hat und keine
Späne / Staub das Becken verunreinigen können. Zudem ist es doch viiiel
einfacher, die Fräse per Mikroskop-Kamera auszurichten (Platine auf
Vakuumtisch, dann zwei Referenzpunkte anvisieren und dann KOS drehen),
als den Film exakt zur Platine auszurichten.
Du schreibst:
"Die umgekehrte Heransgehenweise - erst Ätzen, dann Bohren- ist zwar
grundsätzlich auch machbar, erfordert aber deutlich mehr Aufwand um die
Bohrungen da zu haben wo die sein sollten. Dabei gilt: Je feiner die
Strukturen um so mehr Aufwand!"
Könntest du mr das erklären?
Grße
Andreas
CPL schrieb:> Eine Sache aber doch vorweg (Frage an Carsten):>> Wieso wird üblicherweise erst gefräst/gebohrt und dann geätzt und> belichtet? Ist diese Vorgehensweise tatsächlich Industriestandard?
Ja, das ist absoluter Industriestandard! Im Hobby- bzw.
Semiprofessionellen Bereich wird man es sicher dann und wann auch mal
anders herum erleben.
Aber in der Industrie ist das der nach heutigen Maßstäben wirtschaftlich
einzig gangbare weg. Der Grund liegt bei den Durchkontaktierungen.
(Wenn es um einseitige Billigplatinen wie die bis vor gar nicht langer
Zeit in brauner und weißer Ware fast ausschließlich anzutreffenden
einseitigen Pertinaxplatinen mit gestanzten Löchern geht, dann ist es
natrlich wieder etwas völlig anderes! Das Folgende gilt nur für
mehrlagige Platinen (2 und mehr Lagen) mit Durchkontaktierung)
Will man z.b. doppelseitige Platinen mit 35µm dicken (nicht breiten)
Kupferbahnen herstellen startet man mit Rohplatinen die 18µm
Kupferauflage haben.
Prinzipiell läuft es so ab:
Diese werden dann in einem allerersten Arbeitsschritt gebohrt. Nach dem
Bohren wird durch chemische Prozesse im Inneren der Bohrung eine (mäßig)
leitfähige Schicht erzeugt.
Dann geht es in ein Kupferbad wo galvanisch weitere 17-18µm Kupfer auf
alle leitfähigen Flächen der Platine aufgebracht werden. Danach hat man
auf den beidne Aussenseiten 35µm und in den Bohrungen 17µm Kupferdicke.
Die Platine ist rundherum mit Kupfer überzogen.
Damit das aber funktioniert müssen alle Durchkontaktierungen mit dem
negativen Pol der Stromquelle verbunden sein. Da man zwei durchgehende
Kupferfolien hat ist das kein Problem. würde man vorher ätzen müsste man
aber jede Leiterbahn einzeln kontaktieren.
Erst dann wird die Platine mit einer Ätzmaske versehen, geätzt, dann
Lötstopplack usw.
(ISt natürlich nur eine sehr grobe Beschreibung wo ettliche Details
ausgelassen sind. Auch gibt es Verfahren wo bereits vor dem ersten
Aufkupfern eine Fotomaske aufgebracht wird und so nur gezielt
aufgekupfert wird statt alles usw.)
Für genauere Infos schaue mal hier rein:
http://www.leiton.de/formulare/Leiterplattenherstellung-Ablauf.pdf
Oder aber in die englische Version des entsprechenden Wikipedia
Artikels.
Wobei da manche Aussagen auch etwas Diskussionswürdig sind.
https://en.wikipedia.org/wiki/Printed_circuit_board
Aber im Grunde geht es dir ja um die Selbstherstellung:
Deshalb jetzt dazu:
CPL schrieb:> Ich kenne es auch von den Videos die z.B. Datron ins netz stellt immer> umgekehrt.
Sicher gibt es Leute die es in dieser Reihenfolge machen. Jemand der
Tonertransfer macht hat da z.b. gar nicht erst viel Auswahl.
Da ist der Aufwand um das Layout passgenau zu den Bohrungen auf die
Platine zu bekommen viel größer als beim Belichten.
Aber das heisß sicher nicht das es, nur wei andere dies machen, der
immer richtige oder auch nur ein habwegs Sinnvoller ist. Für Belichter
ist das nachher CNC Bohren definitiv der kompliziertere Weg!
CPL schrieb:> Scheint mir auch viel sinnvoller erst zu ätzen, da man so> immer absolut sauberes Leiterplattenmaterial im Ätzbad hat und keine> Späne / Staub das Becken verunreinigen können.
Natürlich reinigt man die Platine nach dem Bohren zumindest grob.
Dazu ist bei vorbeschichteten Material ja noch eine Schutzfolie drauf
die vor dem Belichten entfernt wird.
So ist der Eintrag von Spänen usw. in die Flüssigkeiten minimal.
Dann ist bei Belichtern die erste Flüssigkeit ja der Entwickler, der
üblicherweise eine absolute Einmalchemikalie ist. Am Ende des Tages wird
der Entsorgt. (Problemlos im Ausguss).
Und wenn da trotz des vorsäuberns und der Schutzfolie ein paar Späne im
Entwickler landen...Was stört es denn?
Erst nach dem Entwickeln kommt das Ätzbad. Dieses ist zwar keine
Einmalchemikalie sondern kann deutlich länger verwendet werden, aber
selbst wenn die wenigen in den Bohrlöcher steckenden Späne nicht durch
den
Entwickler ausgespült werden würden, was stören in der Ätzlösung einige
Späne? Es ist immer noch ein Verbrauchsmaterial. Bevor sich da so viel
an Krümelchen angesammelt hat das es einen Einfluss auf die Qualität
hätte ist die Lösung 100x gesättig.
Was meinst du was bei ältere Fe(III)Cl Ätzlösungen alles an
Schwebstoffen usw. in der Brühe geschwommen ist...
CPL schrieb:> Zudem ist es doch viiiel> einfacher, die Fräse per Mikroskop-Kamera auszurichten (Platine auf> Vakuumtisch, dann zwei Referenzpunkte anvisieren und dann KOS drehen),> als den Film exakt zur Platine auszurichten.
Lass mich raten: Du hast es noch NIEEE im Vergleich ausprobiert, oder?
Fräse mit Mikroskop Kamera ausrichten, die Referenzpunkte Anfahren und
dann dem CAM System mitteilen das es bitte die Fertigugnsdaten auf diese
beiden Referenzpunkte Transformiert...
Klar, das geht: Wenn man eine Fräse mit integrierter Mikroskop Kamera
hat, die Referenzpunkte wirklich ganz exakt getroffen werden und vor
allem das CAM System das man nutzt es Unterstützt...
Ist nur immer noch Langsamer als der umgekehrte Weg. In der ZEit die du
brauchst um die zwei Referenzpunkte genau anzufahren habe ich die Folien
schon lange ausgerichtet.
Gerade wenn die Löcher alle schon da sind ist das mit etwas Übung eine
Sache von Sekunden...
Zumal du ja auch die Folien sauber ausrichten musst. Zwar nicht auf die
Platine, sondern nur gegeneinander. Aber das auch noch so das die beiden
Seiten auch nach Einschieben der Platine zwischen die Folie noch absolut
Deckungsgleich sind. Das ist alles andere als trivial.
(Ok, wenn man nur 0,9mm Bohrungen als kleinstes hat fällt 2/10 Versatz
nicht auf. Bei 0,3mm die ich für Vias teilweise verwende schon
erheblich.
Da ist das Ausrichten beider Seiten unabhängig voneinander mittels
Durchlicht an den Bohrungen erheblich schneller.)
Und jetzt kommt es:
Was meinst du wohl we groß der Anteil derjenigen unter den
Hobbyfertigern mit eigener Fräse zum LP-Bohren ist, deren Ausrüstung den
von dir vorgeschlagenen "Einfachen" Weg überhaupt zulässt? Selbst ein
Vakuumtisch -wenn gleich die mittlerweile wirklich für kleines Geld zu
bekommen oder gar bauen sind- ist schon eher selten.
Für den durchschnittlich ausgestatteten Hobbyisten gibt es nichts
einfacheres als einfach die Platine zu nehmen, ganz grob auf der Fräse
auszurichten und zu fixieren (Mit Vakuumtisch, Doppelseitigem Klebeband
oder was auch immer!) und einfach loszulegen. Dann die beiden Folien an
den Löchern ausrichten und Belichten.
Zudem ist das Verfahren mit dem "erst bohren" etwas weniger Anfällig für
Ausschuss. Beim Bohren bauch tnoch nichts justiert sein. Ein
Justierfehler gibt es nicht. Beim Belichen sehe ich aber vorher ob die
Folien richtig ausgerichtet sind. Ich fange erst mit richtig
ausgerichteten Folien an.
Mache ich es andersherum, kann zwar beim Belichten nichts wegen der
justierung schieflaufen, aber eine fehlerhafte Nullung beim einrichten
der Fräse erkenne ich erst wenn die schon fleißig dabei ist. Evtl. ist
es dann aber schon zu spät. (-> Wobei ich gerne zugebe das dieses
Argument ein der Realität eher eine untergeordnete Rolle spielt. Und man
könnte ja auch einen Testlauf ohne Platinenberührung machen usw.)
Wie gesagt, es geht auch erst das Ätzen und dann das Bohren.
Du kannst und sollst es ruhig so machen wie es FÜR DICH am besten
funktioniert. Wenn am ende das herauskommt was gewollt ist, dann ist es
auf jeden Fall OK.
Nur versteife die nicht auf einen Weg weil du das mal so irgendwo
gesehen hast, sondern probiere die Alternativen zumindest mal aus. Dann
entscheide was jetzt für dich sinnvoller ist.
Gruß
Carsten
P.S.: Ganz Ganz zu Anfang wo ich gerade eine eigene -naja nennen wir es
mal CNC-Leiterplattenbohrimprovisation- hatte, habe ich auch erst weiter
erst geätzt und dann gebohrt. Einfach weil ich es so gewohnt war und ich
mir keine weitere Gedanken darüber emacht habe.
Erst als ich angefangen habe mich mit chemischer Durchkontaktierung zu
beschäftigen habe ich es andersherum probiert und bin sofort dabei
geblieben... Auch mit inzwischen -für Hobbymaßstäbe- "echter" CNC
Fräse...
Richard B. schrieb:> Carsten S. schrieb:>> Erst als ich angefangen habe mich mit>> chemischer Durchkontaktierung zu beschäftigen>> Das machst du zu Hause als Hobby?
JA!
Das geht durchaus...
Wurde ja auch schon öfter hier im Forum diskutiert.
Aber eines vorne Weg:
Das ist nur etwas für Leute die zumindest eine grundlegende Affinität zu
Chemie haben und von ihren Fähigkeiten sowie von den
Arbeitsmöglichkeiten auch mit nicht völlig ungefährlichen Chemikalien
sicher umgehen können.
(Gefahrenklasse etwa wie beim Ansetzen von Sur-Tin, nur halt nicht als
Baukasten. Der Arbeitsplatz sollte fern von Lebensmitteln sein und gt
gelüftet. Es brauhct auch etwas Bewegungsfreiheit das es schon mehrere
Bäder sind)
Die Chemikalien sind jetzt nicht völlig unberechenbar, aber halt auch
nicht harmlos. Man muss halt mit Säuren und bei einem Vefahren auch mit
konzentrierter Natronlauge arbeiten. Zudem ist bei einem Verfahren
Pyrrol notwendig, bei einem anderen Formaldehyd. Die Dämpfe davon sind
auch nicht ohne. (Formaldehyd ist einer der Problemstoffe im
Zigarettenqualm, Pyrrol ist von der Gefahr etwa vergleichbar). Ein gut
gelüfteer Arbeitsplatz ist also aus sicht des GMV eine
Mindestanforderung (besser wäre natürlich ein Chemie-Abzug, aber den
haben nur die Wenigsten)
Und vor allem sollte man auch Spass an der Arbeit bzw. am Tüfteln und
verbessern der Prozesse selbst haben. Wenn nur das Ergebniss interessant
ist lohnt sich der Aufwand wohl auf keinen Fall.
Für eine normale Doppelseitige Platine incl. Bohren, Fräsen und
Belichten brauche ich vom Zeitpunkt der Layoutfertigstellung daheim
unter 30 Minuten bis ich die Lötfertig in den Händen halten kann...
Für eine Doppelseitig-Durchkontaktierte Platine mit Löststopp und
Verzinnung gehen hingegen schon einmal 4-5 Studen drauf.
Wobei der Löwenanteil der Zeit auf Rüstzeit und dem Verbleib in der
Galvanik entfällt.
Ich kenne bis jetzt vier Verfahren zur chemischen Durchkontaktierung:
Bei allen vier Verfahren werden die Dukos zum Schluss in einem Kupferbad
galvanisch von innen verkupfert. Die Untershciede liegen in der
Vorbereitung der Löcher damit dieser Galvanikschritt überhaupt
funktioniert.
1. Mittels Carbonleitlack:
Hier wird ein leitfähiger Lack in die Löcher eingebracht und dann geht
es direkt ins saure Kupferbad. Dies kann auch von nicht ganz so
Chemieliebenden Hobbyisten mit beschränkten Arbeitsmöglichkeiten noch
mit gutem Gewissen Zuhause durchgeführt werden.
An Zusätzicher Chemie braucht es ausser der Farbe nur noch das
Kupferbad.
Das Kupferbad ist Chemisch sehr sehr ähnlich wie verbrauchte NaPS
Ätzlösung. Im Prinzip könnte man sogar solche nehmen, nur wird der Belag
dann nicht wirklich gut. (Gefahrenpotential ist dabei auch ziemlich
genau dasselbe wie bei verbrauchter/Gesättigter NaPS Ätzlösung)
Beschreibung:
http://www.progforum.com/showthread.php?8011-Durchkontaktieren-mit-Carbon-Lack-Tinte
2. Mittels Pyrrol:
Hier wird durch mehrere Bäder im Ergebnis eine leitfähige Schicht aus
Polypyrrol in den Löchern erzeugt bevor es ins saure Kupferbad geht.
Gefahrstoffe sind hier vor allem das Pyrrol sowie die für die
Vorbehandlung nötige heiße Kaliumpermangat haltige NaOH Lauge.
Beim Einkauf der Chemikalien könnte für Privatleute das
Kaliumpermanganat sowie das Pyrrol problematisch werden.
http://www.weisser-engineering.de/elektronik-projekte/leiterplatten/durchkontaktieren.html
3. Mittels Silberablagerung
Auch ein Verfahren mit mehreren Bädern, aber andere Chemikalien.
Problematische Chemiekalien sind hier vor allem Formaldehyd sowie
Thioharnstoff.
Für Privatleute könnte die Beschaffung dieser Stoffe sowie seit ein paar
Jahren kurioserweise auch von Borax ein Problem werden.
Beitrag "Echtes Durchkontaktieren"
4. Mittels Palladiumalzen.
Ein weiteres Verfahren mit mehreren Bädern.
Hier ist ANGEBLICH ein großes Problem das es wirklich teure Chemikalien
in nicht unbedeutender Menge braucht und gerade die Bäder mit den
größtem Materialwert nur sehr kurz haltbar sind.
Fundierte Kentnisse dazu habe ich aber nicht.
Habe dazu leider auch gerade keinen Link parat.
Ich selbst verwende je nach Anforderung die Methode 1 oder 2.
Die Variante 3 wollte ich demnächst aber zumindest mal testen.
Bei Methode 1 hat man fast immer mal die eine oder andere Fehlstelle.
Die Fehlstellen sind aber mit bloßem Auge normalerweise schon auf dem
ersten Blick erkennbar, so das man damit leben kann. (Ich muss nicht
alles durchmessen, einfach die zwei, drei, immer noch tiefschwarzen
Dukos mit Draht ausbessern und Fertig.)
Allerdings müssen die Dukos für dieses Vefahren schon eine gewisse
Mindestbohrung haben. Ab <0,6mm steigt die Versagerquote bei mir enorm
an. Löcher für THT Bauteile wählt man besser immer 0,1mm größer als bei
den anderen DuKo Methoden.
Das Verfahren ist deutlich schneller und Bequemer als Verfahren 2.
Daher verwende ich es immer dann wenn ich zwar Durchkontaktieren
will/muss, aber die Ansprüche an das Layout eher mäßig sind.
Bei Variante 2 habe ich praktisch 100% Erfolgsquote. Versagende Dukos
sind absolute Ausnahme. Bis 0,3mm Bohrungen ist das bei mir mittlerweile
Prozesssicher. (Kleinere VHM Bohrer habe ich nicht, alle die ich
gefunden habe waren exorbitant teurer. ISt mir für den Versuch nicht
wert. Von der Bruchwahrscheinlichkeit beim Rüsten ganz zu schweigen)
Wenn ich sorgfältig arbeite und auch Lötstopp usw. aufbringe bekomme ich
am Ende Ergebnisse die durchaus denen der Standard-Poolqualität von PCB
Pool Entsprechen. Dann ist aber auch wirklich ein ganzer Nachmittag weg!
So, das war jetzt aber mal genug OT für diesen Thread.
Evtl sollten wir mal einen echten Sammelthread für Dukos machen wo wir
die Verfahren zusammenführen.
Gruß
Carsten