Spannungswandler Problem mit der Taktung des UC3842

Gast #4629420
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Guten Morgen,

ich entwickle einen Gleichspannungswandler im Rahmen meiner 
Studienarbeit. Die Eckdaten des Wandlers sind folgende:

Eingangsspannung: 400 V- 600 V
Ausgangsspannung: 12 V
Ausgangsstrom: 0,5 A
Leistung: 6 W

Nun habe ich folgendes Problem und zwar ist die Taktung von dem UC3842 
(Datenblatt: http://www.onsemi.com/pub_link/Collateral/UC3842A-D.PDF) 
nicht kontinuierlich und von der Spannung zu niedrig.
Die Taktung erfolgt alle 1,5 Sekunden und liegt bei 4,6 V (gelbe 
Kennlinie im Oszi-Bild) bei einer Eingangsspannung von 400 V.
Da die Taktung nicht richtig funktioniert können folglich auch nicht die 
Ausgangsspannung (grüne Kennlinie im Oszi-Bild) und der Ausgangsstrom 
stimmen.


Hat jemand eine Idee, woran das liegen kann?

Anbei sind der Schaltplan und das Layout.
Kurze Info zu dem Layout, dieses ist nicht das komplette Layout.
Es sind noch unabhängige Baugruppen auf der Platine, die aber nichts mit 
der Funktion des Wandlers zu tun haben.


Vielen Dank im Voraus und einen schönen Tag.

Beste Grüße

Philipp
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Gast #4629433
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Ich finde den Eingangskondensator nicht. Woher bezieht der Transistor 
seine (Puls-)Ströme?
Schau Dir mal das Layout von Schaltreglern an, und finde heraus, welche 
Leiterbahnen hohe Pulsströme führen, und daher sehr kurz sein müssen. 
Diese Grundlagen sehe ich auf der Primärseite nicht umgesetzt.
Auf der Sekundärseite sieht man nicht alle Leiterbahnen auf dem Bild.
Gast #4629444
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JoergL schrieb:
> Ich finde den Eingangskondensator nicht. Woher bezieht der
> Transistor
> seine (Puls-)Ströme?

Der Eingangskondensator ist außerhalb der Platine, da der Wandler nur 
ein Teil eines größeren Systems ist. Der Eingangskondensator dient in 
dem System als Zwischenkreiskapazität.

> Leiterbahnen hohe Pulsströme führen, und daher sehr kurz sein müssen.
> Diese Grundlagen sehe ich auf der Primärseite nicht umgesetzt.

Okay, dann muss ich das Layout überarbeiten.

> Auf der Sekundärseite sieht man nicht alle Leiterbahnen auf dem Bild.

Die Leiterbahnen sind nicht vorhanden, da die Bauteile direkt mit dem
Ground-Polygon verbunden sind.
Gast #4629560
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Philipp schrieb:
> Da die Taktung nicht richtig funktioniert können folglich auch nicht die
> Ausgangsspannung (grüne Kennlinie im Oszi-Bild) und der Ausgangsstrom
> stimmen.

Das hat mit der Stromversorgung am Pin 7 zu tun.
Bei 6W ist 4700uF viel zu fett, 220...470 uF halte ich für ausreichend.

> Die Taktung erfolgt alle 1,5 Sekunden und liegt bei 4,6 V
D.h Stromversorgung am Pin 7 bricht zusammen (oder sinkt auf 
minimum),der Controller schaltet ab.

Die Ursache kann u.a. falsches Windungsverhältnis oder zu fett am 
Ausgang demensionierte Elko sein.
Wenn das Windungsverhältnis stimmt, kann man den C12 verkleinern, oder 
C9 erhöhen und probieren.
#4629579
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Philipp schrieb:
> ich entwickle einen Gleichspannungswandler im Rahmen meiner
> Studienarbeit.

Das erste was man an einer Uni lernen sollte:

Nicht solche hingerotzen Wortsuchspiele als angeblichen Schaltplan.

Diese Baugruppen auf einem Blatt sind eine Frechheit gegenüber dem 
Leser, grottenfaul seitens des Ersteller muss JEDER Leser die Arbeit 
machen wo denn überall diese Worte in den Signalanschlüssen autreten. 
Hat er 2 gefunden, weiss er nicht ob es auch einen 3. gibt.


Philipp schrieb:
> Die Taktung erfolgt alle 1,5 Sekunden und liegt bei 4,6 V

Klnigt wie das Überstromprinzip: C9 wird über R1 R2 aufgeladen, der 
UC3842 macht einen Takt und entlädt dabei C9 wieder weil über D1 noch 
keine ausreichende Spannung kommt weil der Ausgang C12 nicht schnell 
genug aufgeladen werden kann. Grosse Elkos wirken beim Aufladen wie ein 
Kurzschluss, sie nehmen Strom ohne Ende auf.
Gast #4629732
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Was ich bisher raus gehört habe:

- Layout (kürzere Wege)

- C12 verkleinern oder C9 vergrößern, da die Stromversorgung an Pin 7
  zusammenbricht

- wegen der Wicklung: die Spannung an der Hilfswicklung beträgt 14 Volt,
  wenn der UC3842 taktet

Der überarbeitete Schaltplan ist im Anhang, ich habe zur 
Übersichtlichkeit den GND der Primärkreis hervorgehoben.

Es ist nur noch ein Label vorhanden, ich hoffe das passt so.

Beste Grüße

Philipp
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Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4629758
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Philipp schrieb:
> Eingangsspannung: 400 V- 600 V
Dein R18 hält aber nur einen winzigen Bruchteil davon aus. Und wenn man 
schon einen Optokoppler zur Potentialtrennung nimmt, dann legt man nicht 
unter das Bauteil zwischen die Beine noch ein paar fette 
Leiterbahnen. Und normalerweise sollten sekundärseitig die Leiterbahen 
breiter sein, weil dort eher hohe Ströme fließen (aber vermutlich wird 
dieses Problem mit der üblichen undurchdachten "Kupferflutmethode" 
angegangen)...

Philipp schrieb:
> Es ist nur noch ein Label vorhanden, ich hoffe das passt so.
Wenn du jetzt noch das Bauteilsymbol so machst, dass es nicht dem 
IC-Gehäuse entspricht, sondern die Pins passend zu den Funktionen 
platziert sind, dann werden die ganzen Leitungen, die dieses Symbol 
umkreisen, zu simplen kurzen Strichen. So gehören z.B. Vfb und Isense 
nach rechts, Vref dagegen nach links...
Gast #4629775
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Lothar M. schrieb:
> Dein R18 hält aber nur einen winzigen Bruchteil davon aus.
Der Widerstand ist nur zum Entkoppeln, da sollte nie ein hoher Strom 
fließen.

> schon einen Optokoppler zur Potentialtrennung nimmt, dann legt man nicht
> unter das Bauteil zwischen die Beine noch ein paar fette
> Leiterbahnen.

Danke, werde ich überarbeiten.

> Und normalerweise sollten sekundärseitig die Leiterbahen
> breiter sein, weil dort eher hohe Ströme fließen (aber vermutlich wird
> dieses Problem mit der üblichen undurchdachten "Kupferflutmethode"
> angegangen)...

Die Leiterbahnbreite beträgt 0.6096 mm. Dies sollte bei einem Strom von 
0,5 A passen. Laut folgender Quelle: 
http://www.pcb-pool.com/download/spezifikation/deu_cmso001_strombelastbarkeit.pdf


> Wenn du jetzt noch das Bauteilsymbol so machst, dass es nicht dem
> IC-Gehäuse entspricht, sondern die Pins passend zu den Funktionen
> platziert sind, dann werden die ganzen Leitungen, die dieses Symbol
> umkreisen, zu simplen kurzen Strichen...

Okay, danke für den Tipp, also einfach das Bauteil überarbeiten.
Gast #4629796
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Und wie gesagt, Schaltregler ohne Eingangskondensator direkt am 
Transistor/Trafo kann funktionieren, muß aber nicht.
Es ist schön, daß dieser auf einer anderen Baugruppe sein soll, aber 
Zuleitungsinduktivitäten haben schon viele Schaltungen von der korrekten 
Funktion abgehalten. Von den auftretenden EMV-Aussendung mal ganz zu 
schweigen...
Gast #4629856
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Tany schrieb:
> Philipp schrieb:
>> Heißt ich muss die Leitungen tauschen?
>
> verrate uns bitte mal, was das für Trafo ist: Kern, Wicklungdaten,
> Luftspalt
> Außerdem ob die Polungen wie im Schaltsplan stimmen und zuletzt was für
> MOSFET? Der STH60N10 hält nur 100V aus.

Trafo:
http://katalog.we-online.de/pbs/datasheet/760871135.pdf

MOSFET:
http://www.st.com/content/ccc/resource/technical/document/datasheet/2a/4a/f5/e9/8b/95/4e/8e/CD00050744.pdf/files/CD00050744.pdf/jcr:content/translations/en.CD00050744.pdf
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4629891
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Philipp schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> Dein R18 hält aber nur einen winzigen Bruchteil davon aus.
> Der Widerstand ist nur zum Entkoppeln, da sollte nie ein hoher Strom
> fließen.
Je nach Potential wird es das aber. Wenn du die 400V z.B. aus dem Netz 
gewinnst, dann hast du dort durchaus ein Potential gegen Erde. Und wenn 
jetzt jemand die ausgangsseitige Masse an die Erde hält, dann bekommt 
der Widerstand, der mit seiner schnuckeligen Bauform gerade mal 100V 
abkann, auch mal eine so hohe Spannung, dass er überschlägt und 
hoppala.

Und andersrum: wenn da dank des obigen Erdschlusses 100V am 10k 
Widerstand anliegen, dann schmaucht der angesichts dieses anfallenden 
Watts in kürzester Zeit von dannen.

Philipp schrieb:
> Die Leiterbahnbreite beträgt 0.6096 mm. Dies sollte bei einem Strom von
> 0,5 A passen. Laut folgender Quelle
Schon, aber wenn man Leiterbahnen ohne Aufwand breiter machen kann, 
dann tut man das. Schließlich müsste das Kupfer sonst weggeätzt 
werden...
Gast #4629915
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Vielen Danke, für eure Hilfe :)

Ich werde die Tage das Layout überarbeiten und die Werte von C12 und R18 
anpassen.

Die Leitungen an den Trafo richtig legen und auf der Sekundärseite 
größer machen.

Zudem die Zwischenkreiskapazität auf der Platine platzieren.
Gast #4629992
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Lothar M. schrieb:
> Und andersrum: wenn da dank des obigen Erdschlusses 100V am 10k
> Widerstand anliegen, dann schmaucht der angesichts dieses anfallenden
> Watts in kürzester Zeit von dannen.

Ja, und dann die Luft und Kriechstrecken.
Immerhin ist eine Seite Hochspannung. Oder ist das gar keine 
Schutztrennung?

Wenn das nämlich eine ist, musst du da mit 4kV AC ran, für den 
elektrischen Sicherheitstest zwecks verstärkter Isolation.

in dem Fall wäre das Routing so unzulässig, und unter den OK müsste 
möglicherweise noch eine Fräsung rein. Der Widerstand müsste 4kV AC 
aushalten (oder da müsste ein passender Y-Kondensator rein).

Du wirfst viel Potential weg, wenn du das nicht machst. OK und Trafo 
halten beide besagte 4kV AC aus, und das sind - neben dem besagten 
Widerstand - die einzigen Bauteile zwischen Primär und Sekundärseite. Es 
wäre ein leichtes, mit dieser Schaltung die elektrische Sicherheit 
korrekt zu lösen.

Desweiteren würde ich die Entkopplung mit dem Kondensator (auf die 
mehrfach hingewiesen wurde) nicht leichtfertig vom Tisch wischen. 
Zumindest die Pads würde ich vorsehen, die kosten nichts.
Gast #4630002
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hinz schrieb:
> Gästchen schrieb:
>> Immerhin ist eine Seite Hochspannung.
>
> Nö, Niederspannung.

Ich bin halt größtenteils auf der 24V-Seite unterwegs und nur teilweise 
bei >230V. Daher ist das halt bei uns in er Firma der Sprachgebrauch 
immer "Hochspannung" oder die "heiße Seite". Keine Schutzkleinspannung 
ist damit gemeint.

Aber du hast recht, danke für die Korrektur, Niederspannung ist schon 
korrekt :-)
Gast #4630012
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Gästchen schrieb:
> Lothar M. schrieb:
> in dem Fall wäre das Routing so unzulässig, und unter den OK müsste
> möglicherweise noch eine Fräsung rein. Der Widerstand müsste 4kV AC
> aushalten (oder da müsste ein passender Y-Kondensator rein).

Ich bin gerade auf der Suche nach einem passenden Y-Kondesator für den 
Spannungsbereich.
Gast #4630052
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Philipp schrieb:
> Gästchen schrieb:
>> Lothar M. schrieb:
>> in dem Fall wäre das Routing so unzulässig, und unter den OK müsste
>> möglicherweise noch eine Fräsung rein. Der Widerstand müsste 4kV AC
>> aushalten (oder da müsste ein passender Y-Kondensator rein).
>
> Ich bin gerade auf der Suche nach einem passenden Y-Kondesator für den
> Spannungsbereich.

Y1 wäre möglicherweise die richtige Klasse. Das ist für "verstärkte 
Isolation" zugelassen, was hier vermutlich sinnvoll wäre.

Die werden mit Spitzenspannungen von 8kV geprüft. Das müsste den Test 
überstehen, aber sicher bin ich mir jetzt auch nicht. Solches Zeug 
vergesse ich immer schnell.

Hängt aber davon ab, ob die Ausgangsspannung des Wandlers wirklich eine 
Schutzkleinspannung sein muss, oder ob sie auch gefährlich sein darf. 
Bei "darf gefährlich sein" kann man sich den Aufwand schenken, hat aber 
dafür zu beachten, dass das als Netzspannung gilt. Ergo steht sämtliche 
daran angeschlossene Elektronik sicherheitstechnisch gesehen unter 
Netzspannung. Was unpraktisch ist.

Zu den Kondensatorklassen:
http://www.kemet.com/Lists/FileStore/900%20Series%20Product%20Training%20Module.pdf

Normen:
https://www.mikrocontroller.net/articles/Leiterbahnabst%C3%A4nde
Hat schon wer brav zusammengetragen :-)

Ich würde mir zumindest Mühe geben, das sauber zu machen. Gibt bestimmt 
Extrapunkte :-)
(Firma: matzetronics) #4630769
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Philipp schrieb:
> Schaltplan.png

Immer noch etwas verwirrend, aber immerhin schon in einem Stück und 
nicht mehr in Scheiben :-P

Wenn du der Schaltung noch etwas Langlebigkeit verpassen willst, schalte 
parallel zu C9 noch einen 47nF - 100nF Kerko. Dieser Elko ist die Nummer 
1 Ursache für 'Motorboating' nach ein paar Betriebsjahren. Wenn das 
nicht geht, nimm zumindest einen guten Low-ESR.
Die Schaltung rund um den TL431 allerdings ist noch unnötig kompliziert 
und energieverschwendend. Einen Parallelwiderstand zur LED des 
Optokopplers ist unnötig und der Vorwiderstand der LED mit 220 Ohm 
unnötig klein für 12V. Nimm einen 1k o.ä. und lass den parallelen 
Widerstand weg.
Und wenn du schon eine Doppeldiode als Gleichrichter nimmst(?), dann 
kannst du die beiden Dioden auch parallel schalten.
Gast #4637242
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Danke nochmals an alle für die Lösung meines Problems!

Die Taktung funktioniert jetzt einwandfrei, sowie die Selbstversorgung. 
Die Ausgangsspannung macht noch ein bisschen Probleme, aber das bekomme 
ich schon hin :)

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