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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik LDO brücken mit Vin~=Vreg


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von Dirk K. (dekoepi)


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Moin Moin zusammen,

die Frage gibt es häufiger, jedoch meist in anderem Kontext - 
Eingangsspannung deutlich größer geregelter Ausgangsspannung. Etwa hier 
mit dem Methusalem 78xx: Beitrag "Ist Linearspannungsregler überbrückbar ?"

Ich habe einen Si7021 auf diesen schönen China-Platinchen an einem 
ESP8266 hängen. Der wird bereits mit geregelten 3,3V versorgt. Diese 
Si7021-Boards sind jedoch mit eigenem XC6206 (3,3V-Version) ausgestattet 
und machen sogar I2C-Pegelwandlung.

Mein Setup mit diesem Board zieht im DeepSleep mehr als 1mA. Wenn ich 
Vin und Vout des XC6206 Brücke, geht das deutlich auf die üblichen ~50µA 
runter.

Da deer XC6206 eine kleine Sissi ist, neigt der gerne zum Schwingen, 
wodurch ich den hohen Verbrauch vermute. Die EIngangsspannung ist noch 
leicht über dem Regelbereich des LDOs und der schwingt dadurch irgendwie 
auf. Nun malen in den alten Threads jedoch diverse Leute - insbesondere 
jedoch für den anderen Fall, Vin > Vreg - den Feuerteufel an die Wand.

Wenn ich mit der einfachsten Idee rangehe, dass der Strom den Weg des 
geringsten Widerstands wählt, kann ich doch eigentlich davon ausgehen, 
dass der XC6206 da einfach vernachlässigbar wird und sicher ist? 
Insbesondere, da der Verbrauch ja in den erwarteten Bereich fällt. 
Übersehe ich da etwas?

von LowDropOut (Gast)


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Dirk K. schrieb:
> Der wird bereits mit geregelten 3,3V versorgt.

Generell sind Spannungsregler sensibel, wenn der Ausgang höher als der 
Eingang ist - das verhinderst Du mit der Brücke in-out. Da er Quelle 
ist, dürfte eine leichte Überschreitung der 3,3 V meiner Ansicht nach 
kein Problem darstellen.

Wenn Du die Hose voll hast, löte ihn runter und gut ist!

von Dirk K. (dekoepi)


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Danke - hast recht, die sauberste Lösung ist einfach runterlöten; dann 
erübrigt sich das auch. Und spart im Worst-case gar ein paar µA, die da 
sonst für die Bandgap, Spannungsteiler und OpAmp im LDO draufgehen.

von LowDropOut (Gast)


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Es gibt da noch eine nette Anmerkung im Datenblatt des XC6206:

"When it is used in a quite small input / output dropout voltage, output 
may go into unstable operation. Please test it thoroughly
before using it in production."

von Dirk K. (dekoepi)


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Die ganzen Anmerkungen auf der Seite sind ein deutlicher Hinweis, dass 
der XC6206 'ne Sissi ist ...
"For temporary, transitional voltage drop or voltage rising phenomenon, 
the IC is liable to malfunction should the ratings be exceeded"
Man muss den "recommended"-Bereich nicht einmal verlassen. Bei vielen 
größeren Lastsprüngen schwingt der auf.

Zudem ist der auch nicht so richtig LDO mit 680mVdropout bei 250mA.
Auslöten ist die beste Idee. Und wo man ihn antrifft und benötigt, 
austauschen durch etwas Ordentliches wie einen MCP1700. Auch günstig, 
niedrige Quiescent Current sowie richtig LDO. Der darf sogar mehr 
belastet werden als mit Nennstrom, der ist dort nur als RMS zu 
verstehen.

: Bearbeitet durch User
von Johannes S. (8n1)


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Hi,

Ich hab mit dem XC6206 auch keine guten Erfahrungen gemacht. Mit 5v 
klappts ganz gut, im LiPo(1s) betrieb macht die hohe Dropout Spannung 
recht schnell probleme und der ESP bootet nicht mehr richtig.
Max Strom vom XC6206 liegt laut DB auch nur bei 200mA.(nicht 250mA :) )

Mit dem MCP1700 klappt das um Welten besser. Der ESP bootet auch wenn 
der MCP im Dropoutbereich betrieben wird zuverlässig.
Das einzig negative dass mir auffiel ist dass der Stromverbrauch im 
Dropout stark ansteigt. Von 2µA auf ca. 60µA.

Was mir am MCP1700 aber am besten gefällt ist der Abschnitt "Pulsed Load 
Applications" im DB in dem steht dass der Regler auch kurzzeitig bis zu 
550mA liefern kann solange der Durchschnittsverbrauch unter 250mA liegt. 
In kombination mit der niedrigen Dropoutspannung (~350mV) ist das für 
mich daher der ideale Regler. Einzig der ansteigende Sromverbrauch stört 
etwas.

PS: Torex hat noch andere sparsame Regler im Angebot: XC6203, XC6503

von Mehmet K. (mkmk)


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Da muss ich doch noch ein gutes Wort für den XC6206 einlegen. Ich setze 
ihn sehr oft ein und hatte noch nie irgendwelche Probleme. Aber - und da 
unterscheiden sich unsere Parameter - ich benutzte ihn weit oberhalb 
seiner unteren Grenzwerte.
Dabei muss man aufpassen, dass man nicht an einem oberen Grenzwert 
(naemlich 6V) sich den Kopf anschlaegt. Mit anderen Worten: als LDO 
nicht so das Gelbe vom Ei. Aber als gewöhnlicher Spannungsregler, bei 
dem man auf den Preis achten muss, ist er ganz in Ordnung (ca 0,03 EUR @ 
100St.).

von LowDropOut (Gast)


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Dirk K. schrieb:
> Zudem ist der auch nicht so richtig LDO mit 680mVdropout bei 250mA.
"Nicht so richtig" - aber doch erheblich besser als die Klassiker 7805 / 
LM317 - die bis 3 V FropOut benötigen.

Dirk K. schrieb:
> austauschen durch etwas Ordentliches wie einen MCP1700. Auch günstig,
> niedrige Quiescent Current sowie richtig LDO.
"Input Operating Voltage Range: 2.3V to 6.0V"

Bitte mal einen Blick auf MCP1702, wenn man nicht gerade die 2,3V min 
braucht - der kann mehr Eingangsspannung ab und ist mit dem Querstrom 
auch sehr sparsam.

Ich befasse mich mit einem Projekt, wo ich aus 12V-Blei speise, da wird 
es ein MCP1703 werden "Input Operating Voltage Range: 2.7V to16.0V"

von Dirk K. (dekoepi)


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Oh, bei so hohem Vin würde ich sogar auf HT73XX-1 
(http://www.holtek.com.tw/documents/10179/fafea7fe-0c1e-4e6f-be98-64cdc6472624 
- bis 30Vin) setzen.
Auch sehr genügsam. 250mA kann der sogar.

Bei HT78xx und HT73xx gibt es aber merkwürdig leere Datenblätter, keine 
Oszillogramme. In der Praxis an USB-Spannung auf 3.3V habe ich damit 
keinerlei Zickereien. Habe nur ein ungutes Gefühl bei "so wenig" 
Dokumentation.

: Bearbeitet durch User
von LowDropOut (Gast)


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Dirk K. schrieb:
> Oh, bei so hohem Vin

Keine Bedenken, meine 12V-Blei sind nicht im Kfz, ich bleibe sicher im 
Arbeitsbereich des MCP1703. Meine Schaltungsauslegung ist noch nicht 
ganz klar, ich habe mir die in 3,3 und 5 Volt kommen lassen. Nachdenken 
muß ich noch über meine Verlustleistung bzw. Vorwiderstand.

> würde ich sogar auf HT73XX-1
> (http://www.holtek.com.tw/documents/10179/fafea7fe-0c1e-4e6f-be98-64cdc6472624
> - bis 30Vin) setzen.
> Auch sehr genügsam. 250mA kann der sogar.

Daten sehen gut aus, ich danke Dir für den Hinweis. Mal kurz beim 
Aliexpress geguckt, die HT7333 gibt es da im Zehnerpack um 1,30 €.

> Bei HT78xx und HT73xx gibt es aber merkwürdig leere Datenblätter, keine
> Oszillogramme.

Ist Dein pdf-Reader kaputt? Das Datenblatt aus Deinem Link enthält 
diverse Kurven, die bei alldatasheet gefundenen hingegen nicht.

von Dirk K. (dekoepi)


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Achtung, HT73xx ist nicht HT73xx-1!

HT73xx: 
http://www.holtek.com.tw/documents/10179/bb8bb318-371d-45a2-a428-cd8418487816 
(max 12Vin)
Die HT78xx können 500mA, aber dürfen nur 8Vin. Bei denen ist hingegen -A 
oder -1 egal, ist derselbe IC.

: Bearbeitet durch User
von LowDropOut (Gast)


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Dirk K. schrieb:
> Achtung, HT73xx ist nicht HT73xx-1!

Nette Falle :-( Und doof, da sind die Angebote der Chinesen nicht so 
ganz eindeutig - falsch gelieferte Regler hätte ich beim Ali nicht zum 
ersten Mal.

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