Hallo,
ich habe hier einen Kondensatormotor der als Lüfter laufen soll:
Typenschild:
220V; 0,73A
Nauf 90W (ich nehm an die aufgenommene Leistung)
1465 u/min; cosphi 0,56
4uF Betriebskondensator
Für den Lüfter bräucht ich zwei Stufen, "volle Pulle" und "viertel
Kraft".
Meine Überlegung war anstatt
Stufentrafo/Phasenanschnitt/FU/Vollwellensteuerung dem Motor einen
Kondensator in Reihe (in der Zuleitung) zu spendieren. Hatte noch einen
einen 5uF Betriebskondensator rumliegen, ausprobiert und funktioniert.
Drehzahl liegt damit bei 260 u/min. Noch etwas wenig, um die 400-500
wären ideal, schätze mal 10-15 uF?
Gibt es da grundsätzliche Bedenken dagegen oder kann man das schon
machen? Evtl. noch Tipps zur Dimensionierung des Kondensators?
nochwas schrieb:> Evtl. noch Tipps zur Dimensionierung des Kondensators?
Du solltest die Spannung über dem Kondensator messen.
Sie ist möglicherweise deutlich höher als 230V!
Mit sowas habe ich schon mal 'ne kleine Pumpe zerstört. Also auf jeden
Fall den Tipp von Harald beherzigen und die Anordnung auf Resonanzen
(die es nicht geben darf) überprüfen.
Harald W. schrieb:> Du solltest die Spannung über dem Kondensator messen.> Sie ist möglicherweise deutlich höher als 230V!
Grad gemessen, 260V. (Einfaches Multimeter ohne TrueRMS, spielt das hier
eine Rolle?)
Läuft sehr ruhig, kein Brummen.
Ich nehm an wenn ich die Kapazität vergrösser wird auch die Spannung
weiter ansteigen?
nochwas schrieb:> Ich nehm an wenn ich die Kapazität vergrösser wird auch die Spannung> weiter ansteigen?
Du weißt nicht was Resonanz ist?
Und du solltest die Ströme durch Haupt- und Hilfswicklung messen, die
dürfen beide nicht größer als im Nennbetrieb sein.
hinz schrieb:> Und du solltest die Ströme durch Haupt- und Hilfswicklung messen, die> dürfen beide nicht größer als im Nennbetrieb sein.
Nennbetrieb:
Haupt: 1,2A
Neben: 0,5A
mit Reihenkondensator 5uF:
Haupt: 0,43A
Neben: 0,09A
hinz schrieb:> Du weißt nicht was Resonanz ist?
Ich könnte es jetzt nicht genau definieren, nehme aber an du meinst dass
sich die beiden Kondensatoren bei einer ungünstigen Phasenlage
gegeneinander aufschwingen?
nochwas schrieb:>> Du weißt nicht was Resonanz ist?>> Ich könnte es jetzt nicht genau definieren, nehme aber an du meinst dass> sich die beiden Kondensatoren bei einer ungünstigen Phasenlage> gegeneinander aufschwingen?
Nein, aber da sind Induktivitäten mit im Spiel.
hinz schrieb:> Nein, aber da sind Induktivitäten mit im Spiel.
Achso, die beiden Wicklungen könnten bei ungünstiger Auslegung mit dem
Kondensator in Resonanz gehen. Das dürfte sich am Motorlauf aber
deutlich bemerkbar machen, oder?
Werde es mal mit einem grösserem Kondensator versuchen, wenn alles ruhig
bleibt und die Ströme über die Wicklungen angemessen sind probier ich es
mal im Dauerbetrieb unter Aufsicht.
Danke euch dreien.
nochwas schrieb:> Achso, die beiden Wicklungen könnten bei ungünstiger Auslegung mit dem> Kondensator in Resonanz gehen.
Ja.
> Das dürfte sich am Motorlauf aber> deutlich bemerkbar machen, oder?
Er gibt Rauchzeichen von sich.
hinz schrieb:>> Achso, die beiden Wicklungen könnten bei ungünstiger Auslegung mit dem>> Kondensator in Resonanz gehen.>> Ja.
Die Problematik besteht doch bei bei Drosselung durch Stufentrafo /
Phasenanschnitt ganz ähnlich, oder irre ich da?
Hatte schon erwogen einen billigen China-Phasenanschnittdimmer (wird für
Teichpumpen bis 800W angeboten wird) zu nehmen, war mir dann aber doch
zu heikel.
hinz schrieb:> Er gibt Rauchzeichen von sich.
Nach Viertelstunde Dauerlauf bleibt der Motor kalt, von daher gehe ich
mal davon aus dass es klappen könnte.
Spannung über Reihenkondensator = 260V, Scheitelspannung also ~ 370V;
denke der Kondensator (400/450V) sollte das abkönnen.
nochwas schrieb:> Hatte schon erwogen einen billigen China-Phasenanschnittdimmer (wird für> Teichpumpen bis 800W angeboten wird) zu nehmen,
Geht, brummt aber nervig.
nochwas schrieb:> Spannung über Reihenkondensator = 260V, Scheitelspannung also ~ 370V;> denke der Kondensator (400/450V) sollte das abkönnen.
Die Spannungsangabe auf Motorkondensatoren ist AC.
Ich habe einen "normalen" Dimmer für Glühlampen, mit dem ich einen
Lüfter für den Ofen antreibe (Primärluft), und bei dem Kurzschlussläufer
verhält es sich so, dass die Drehzahl zwar minimiert wird, jedoch ohne
Leistungsregelung - je länger er läuft, umso mehr erhöht sich die
Drehzahl - aber schön langsam und die 50 Hz kommen auch so
rüber im Ton - es schaukelt sich so weit auf, bis der Lüfter dann eine
gewisse Drehzahl erreicht...
Hört sich so ungefähr an:
Wu - Wuu -- Wuuu - Wuuuu - also, der Lüfter beschleunigt, bis er
eine gewisse Drehzahl erreicht hat und der Luftwiderstand so
eine relativ konstanten Wert erreicht...
Eh normal für Kurzschlussläufer, oder?
Mani W. schrieb:> Ich habe einen "normalen" Dimmer für Glühlampen, mit dem ich einen> Lüfter für den Ofen antreibe (Primärluft),
Der Dimmer sollte schon für induktive Lasten taugen.
hinz schrieb:> Der Dimmer sollte schon für induktive Lasten taugen.
Der normale! reicht auch für meine Umlaufpumpe, aber beim
Lüfter merkt man, dass er sich synchronisiert?
nochwas schrieb:> Konzept scheint also nicht zu taugen.
Hängt vom Motor ab. Mit Widerstandsläufer geht das problemlos, wird in
Millionen Luftquirlen so gemacht.
hinz schrieb:> Der Dimmer sollte schon für induktive Lasten taugen.
Interessanterweise ist kurze Zeit nach Anschluss eines 100 W Lüfters an
einen Dimmer (siehe Bild) der Widerstand R2 durchgebrannt.
Nach Austausch von R2 gegen einen 1W-Typ lief der Dimmer wieder (aber
jetzt bestimmungsgemäß nur an ohmschen Lasten)
Nicht etwa der Triac brennt durch, sondern...
Man muss bei Wechselspannung eben mit den komplexen Grössen rechnen.
Bei Reihenschaltung von Bauteilen verteilen sich die
Spannungen/aufgenommenen Leistungen eben anders als im Gleichstromkreis
bzw. bei "ohmscher" Last.
nochwas schrieb:> Nachtrag: Habs mal längere Zeit laufen lassen, dabei festgestellt dass> sich die Drehzahl stetig erhöhthinz schrieb:> nochwas schrieb:>> Konzept scheint also nicht zu taugen.>> Hängt vom Motor ab. Mit Widerstandsläufer geht das problemlos, wird in> Millionen Luftquirlen so gemacht.
Das Prinzip des Motors ist doch dran schuld. (Gehe einmal davon aus,
dass der Venti-Motor im Prinzip dem Asynchronmotor ähnelt.)
Ein Ventilatormotor wird doch hier durch den "Schlupf" in seiner
Drehzahl verändert.
Das heißt die Drehzahl ist nicht konstant, sondern wackelt mit der
Belastung.
Wie schon gesagt, wäre ein Frequenzumrichter eine Möglichkeit.
Das wäre aber für Ventis IMHO der Overkill.
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> Wie schon gesagt, wäre ein Frequenzumrichter eine Möglichkeit.> Das wäre aber für Ventis IMHO der Overkill.
Funktioniert allerdings sehr gut. Ich habe mal einen Mitsubishi FU
geerbt, der eine defekte Phase hatte und betreibe meine Umluftanlage für
den Winter mit 2 Ventilatoren, die zwischen den beiden verbleibenden
Phasenausgängen hängen. Meine Ventilatoren lassen sich allerdings
deutlich besser über die Spannung als über die Frequenz steuern, da sie,
wie gustav schon sagte, über Schlupf arbeiten.
Karl B. schrieb:> Interessanterweise ist kurze Zeit nach Anschluss eines 100 W Lüfters an> einen Dimmer (siehe Bild) der Widerstand R2 durchgebrannt.
Der hatte aber sicher keine 300kOhm, ehr 300 Ohm.
Karl B. schrieb:> Das Prinzip des Motors ist doch dran schuld. (Gehe einmal davon aus,> dass der Venti-Motor im Prinzip dem Asynchronmotor ähnelt.)
Ja, aber eben mit Widerstandsläufer.
> Ein Ventilatormotor wird doch hier durch den "Schlupf" in seiner> Drehzahl verändert.
Ja.
Hi,
habe in meinem "Bastelbuch" noch eine erprobte Schaltung zum "Dimmen"
eines Ventilators gefunden. (Der Venti läuft damit schon -zig Jahre.)
Es sieht zunächst wie eine normale Triac-Schaltung aus.
Der Clou ist die Abstimmung der Bauteile aufeinander. Also, ob jeder
Motor damit läuft, kann ich nicht garantieren. Jedenfalls ist mit dem
Motor dran der vorher gezeigte Dimmer wie gesagt kaputtgegangen.
Mit dem jetzt im Bild vorgestellten Dimmerkonzept geht es aber.
(Da ist dann noch eine weitere Funkentstörung drin. Ein Durchführungs-C
mit X und Y Konds. Das Motorgehäuse wird mit dem Verbindungspunkt der
beiden 2,5 nF Y's verbunden. Die Motorzuleitung ist auch noch
abgeschirmt. Schirm ebenfalls an die Y's. Dimmer selbst in einem
Blechkasten mit Löchern.)
Der Nachteil dabei ist, dass sich in niedriger Drehzahl die
Netzspannungsschwankungen stärker auswirken. Der Anlaufpunkt ist zwar
ziemlich gut definiert, trotzdem kann es 'mal passieren, dass der Motor
beim Anlassen in der untersten Potistellung stehenbleibt und nur ein
bisschen brummelt. Deswegen sollte man ihn laut Bedienungsanleitung
nicht über eine Schaltuhr schalten und unbeaufsichtigt in gedimmter
Stellung laufen lassen.
ciao
gustav