Hey,
bisher habe ich in meinen Leiterplatten immer Gehäuse mit relativ großem
Pitch für SMD verwendet, und nie irgendwelche Fehler im DRC erhalten.
Nun verwende ich gezwungenermaßen den ADS1118 sowie 0402 Kondensatoren
und Widerstände. Prompt gibt mir der DRC diesbezüglich Rückmeldung.
Die Footprints wurden entweder nach Datenblatt oder (wie für 0402) nach
Empfehlungen aus dem Internet erstellt.
Meine Frage bezieht sich nun im Prinzip auf die Regel in Altium sowie
die eigentliche Leiterplattenherstellung. Wenn die Pins des ICs (oder
der SMD Widerstände/Kondensatoren) zu dicht beieinander liegen, sodass
der Lötstopplack der einzelnen Pins ebenfalls dicht beeinander liegt
bzw. "überlappt", bedeutet das doch lediglich, dass im schlimmsten Fall
die ganze Fläche dort keinen Lötstopplack besitzt.
Ich habe ein paar Bilder zur Veraunschaulichung im Anhang. Irgendwie ist
es noch nicht so 100%ig klar für mich. :/
Wie handhabt ihr das bei euren Leiterplatten?
Gruß,
Alex
In der Tat muss man bei heutigen Fine-Pitch-Bauteilen sehr häufig auf
den Lötstopplack zwischen den Pins verzichten. Dies ist allerdings ein
wesentlich kleineres Problem als befürchtet, zumindest bei maschineller
Bestückung bzw. der Verwendung von Pastendruckschablonen. Heutzutage(tm)
dient der Lötstopplack weniger dazu, Lötbrücken zwischen Pads zu
vermeiden, als vielmehr die Wärmeabstrahlung zu verbessern und ein
Wegfließen des Lots in die Leiterbahnrichtung bzw. Kupferflächen zu
verhindern.
Das schlimmste, was man machen kann, ist die Verwendung so dünner
Lötstopplackstege, dass diese noch vor der Bestückung abplatzen. Dann
hat man nämlich feine Lackbrösel auf den Pads, was zu üblen Lötproblemen
und Unterbrechungen führt. So etwas ist mir einmal passiert, aber
glücklicherweise ging es dabei nur um handbestückte Prototypen.
Andreas S. schrieb:> In der Tat muss man bei heutigen Fine-Pitch-Bauteilen sehr häufig> auf> den Lötstopplack zwischen den Pins verzichten.
Alles klar. Ich habe bereits bei verschiedenen Herstellern für
Prototypen (ITEAD etc.) nach deren Möglichkeiten/Regeln für die
Leiterplatten geschaut. Allerdings bin ich bezüglich des Lötstopplacks
nichts fündig geworden, so dass ich annehme, dass es diesbezüglich keine
Regeln seitens der Hersteller gibt.
> Dies ist allerdings ein> wesentlich kleineres Problem als befürchtet, zumindest bei maschineller> Bestückung bzw. der Verwendung von Pastendruckschablonen. Heutzutage(tm)> dient der Lötstopplack weniger dazu, Lötbrücken zwischen Pads zu> vermeiden, als vielmehr die Wärmeabstrahlung zu verbessern und ein> Wegfließen des Lots in die Leiterbahnrichtung bzw. Kupferflächen zu> verhindern.
Das ist doch schon mal gut zu wissen.
> Das schlimmste, was man machen kann, ist die Verwendung so dünner> Lötstopplackstege, dass diese noch vor der Bestückung abplatzen. Dann> hat man nämlich feine Lackbrösel auf den Pads, was zu üblen Lötproblemen> und Unterbrechungen führt. So etwas ist mir einmal passiert, aber> glücklicherweise ging es dabei nur um handbestückte Prototypen.
Kann man das mit dem bloßen Auge bereits erkennen, so dass man das im
Nachhinein irgendwie beheben kann?
Verstehe ich das also richtig, dass man die Regel in Altium bezüglich
Lötstopplack ausstellen kann (oder die Strecke in der Regel entsprechend
kleiner setzen), wenn man mit fine Pitch SMD Bauteilen arbeitet?
Alex schrieb:> Kann man das mit dem bloßen Auge bereits erkennen, so dass man das im> Nachhinein irgendwie beheben kann?
Ja, man kann mit dem bloßen Auge durchaus die beschädigten Stege
erkennen. Wo sich die Brösel abgesetzt haben, sehe ich (alter Sack) aber
nur noch mit einer Lupe.
> Verstehe ich das also richtig, dass man die Regel in Altium bezüglich> Lötstopplack ausstellen kann (oder die Strecke in der Regel entsprechend> kleiner setzen), wenn man mit fine Pitch SMD Bauteilen arbeitet?
Nein, solch eine Regel muss natürlich unbedingt bestehen bleiben, um die
zu dünnen Stege zu erkennen bzw. zu vermeiden! Allerdings sollte man bei
problematischen Footprints dann einfach händisch ein Fill oder Polygon
auf der Lötstopplage erzeugen, mit welchem man die Stege beseitigt. Es
ist bei AD überhaupt kein Problem, wenn es zu Überlappungen zwischen Pad
und händisch gezeichneten Strukturen kommt.
Bessere Leiterplattenhersteller spezifizieren aber sehr wohl die
minimale Breite von Strukturen im Lötstopplack und auch die
einzuhaltenden Abstände zu benachbartem Kupfer, z.B. bei KSG
Leiterplatten:
https://www.ksg.de/files_db/1458648472_891__5.pdf
Andreas S. schrieb:>>> Verstehe ich das also richtig, dass man die Regel in Altium bezüglich>> Lötstopplack ausstellen kann (oder die Strecke in der Regel entsprechend>> kleiner setzen), wenn man mit fine Pitch SMD Bauteilen arbeitet?>> Nein, solch eine Regel muss natürlich unbedingt bestehen bleiben, um die> zu dünnen Stege zu erkennen bzw. zu vermeiden! Allerdings sollte man bei> problematischen Footprints dann einfach händisch ein Fill oder Polygon> auf der Lötstopplage erzeugen, mit welchem man die Stege beseitigt. Es> ist bei AD überhaupt kein Problem, wenn es zu Überlappungen zwischen Pad> und händisch gezeichneten Strukturen kommt.
Okay, nun habe ich es verstanden. Habe manuell ein Polygon auf Top
Solder und Bottom Solder bei den entsprechenden Pads gelegt.
Jetzt läuft der DRC auch ohne Fehler durch.
Vielen Dank für deine Erklärungen Andreas.
Gruß,
Alex
> Bessere Leiterplattenhersteller spezifizieren aber sehr wohl die> minimale Breite von Strukturen im Lötstopplack und auch die> einzuhaltenden Abstände zu benachbartem Kupfer, z.B. bei KSG> Leiterplatten:> https://www.ksg.de/files_db/1458648472_891__5.pdf
Gut zu wissen. Vielleicht sollte ich zur Sicherheit noch mal mit dem
Hersteller direkt in Verbindung treten und nach deren Spezifikationen
bezüglich Lötstopplack fragen.
Bist du dir sicher, daß die Pads so groß sein müssen? Ich befürchte da
eher Lötprobleme, als wenn du sie kleiner machst. Anbei ein 0402
Footprint aus meiner lib. die Pads sind 0,4 x 0,75mm bei 1,1mm Abstand.
Damit habe ich weder bei Handbestückung noch bei Reflow ein Problem
festgestellt.
Stopplackfreistellung ist umlaufend 0,05mm (50µm), was aktueller Stand
der Technik ist.
Nochwas: mach das Polygon gleich in der Bibliothek aufs Pad. Sonst musst
du das bei jedem Bauteil auf der Platine händisch nachziehen...
Christian B. schrieb:> Bist du dir sicher, daß die Pads so groß sein müssen?
Bei uns ist beim 0402 in der Mitte noch problemlos 0,2mm Lötstopsteg und
der wird auch so gefertigt.
rgds