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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Analyse CAN Terminierung


Autor: Christian S. (vivus)
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Hallo,

ich habe in diesem Thread (Beitrag "CAN Beschaltung (abschluss und normale Knoten)") 
die Terminierung für jeden "Nicht Abschlusskonoten" und für die beiden 
Abschlussknoten gesehen und mich wie der Threaderöffner gefragt, warum 
dies so gewählt wurde. (Ich habe die Bilder aus diesem Thread kopiert, 
ums euch etwas einfacher zu machen...)

Ich habe gesucht, aber diese Schaltung in keiner AppNote gefunden.

Aber mal drüber nachgedacht... Im Grund müsste es doch ganz einfach 
sein.

Ich gehe von n Teilnehmer aus.

Kein Abschlussknoten: Hier ist R3 und R4 da, um 2,5V zu halten. Die 
Werte für R3 und R4 sollte man sinnvoll wählen. Das sollte keine große 
Rolle spielen ob 1,3k oder 10k jeweils.

R1 und R2 sind direkt parallel zu jedem Knoten. Dh. man hat R/n.

Abschlussknoten: Hier ist R3 R4 gleich wie bei den Nicht 
Abschlussknoten. Allerdings R1 und R2 natürlich die std. Terminierung 
für CAN. Dh. man hat 60 ohm parallel zu R/n. Daraus sollte folgen, dass 
R/n >> 60 ohm (sagen wir mal Faktor 100) da die 60 ohm ja parallel zu 
den "kein Abschlusskonoten R1 und R2" liegen. Damit müsste R1 und R2 der 
"Kein Abschlusskonten" R1 = R2 = 60*100*n sein.

Was bei 100 Teilnehmern dann R1 = R2 = 600kohm wären.

Habe ich einen Denkfehler? Den Faktor könnte man nat. noch etwas 
geringer wählen. Denke hier sollten Faktor 50 reichen. sprich 300kohm 
bei 100 Teilnehmern für R1 und R2.

Mich würde auch interessieren, wie kritisch ihr eine Erweiterung von 100 
Teilnehmern auf sagen wir mal 120 oder mehr seht. Dabei lieber direkt 
den Faktor größer 100 wählen um ggf. neue Teilnehmern besser aufnehmen 
zu können? Oder alles viel zu theoretisch. In der Praxis total egal?

Schreibt mal was... (sinnvolles) :)

Autor: soul eye (souleye)
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Christian S. schrieb:
>
> Kein Abschlussknoten: Hier ist R3 und R4 da, um 2,5V zu halten. Die
> Werte für R3 und R4 sollte man sinnvoll wählen. Das sollte keine große
> Rolle spielen ob 1,3k oder 10k jeweils.

Das war mal in einer alten VW TL, wird aber heute nicht mehr verwendet. 
4,7 nF dran, fertig.


> R1 und R2 sind direkt parallel zu jedem Knoten. Dh. man hat R/n.

Kann man machen, dann funktioniert der CAN auch ohne sachgerechte 
Terminierung im Labor schon ein bisschen. Eigentlich gehören da aber gar 
keine Widerstände hin, daher sollten diese möglichst groß gewählt 
werden.

> (...) Allerdings R1 und R2 natürlich die std. Terminierung
> für CAN. Dh. man hat 60 ohm parallel zu R/n. Daraus sollte folgen, dass
> R/n >> 60 ohm (sagen wir mal Faktor 100) da die 60 ohm ja parallel zu
> den "kein Abschlusskonoten R1 und R2" liegen. Damit müsste R1 und R2 der
> "Kein Abschlusskonten" R1 = R2 = 60*100*n sein.
>
> Was bei 100 Teilnehmern dann R1 = R2 = 600kohm wären.

Exakt so ist es. Nur bringen die mit 600k leider nichts mehr, weswegen 
Weglassen die bessere (und norm-konforme) Option ist.



Mach bei den Endknoten 60 Ohm rein (oder in die Leitungen in der Nähe 
der Endknoten) und lass die Abschlußwiderstände in den anderen 
Teilnehmern komplett weg.
Das hat den Nachteil, dass der Bus ohne Terminierung am Ende nicht 
funktioniert.
Das hat aber den Vorteil, dass der Bus ohne Terminierung am Ende 
überhaupt nicht funktioniert und nicht nur vielleicht ein bisschen -- so 
findest Du den Fehler sofort und nicht nach Wochen.

: Bearbeitet durch User
Autor: Christian S. (vivus)
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Deinen letzten Abschnitt versteh ich so:
CAN_Abschluss.png ist für die Abschlusskonten ok nur ohne R3 und R4.
Restlichen Knoten ohne R1 bis R4 und C1 nur mit TVS Diode und Spule.
Korrekt?

TVS / CMSpule ist das nächste Thema. Ti hat eine AppNote zu dem Thema. 
Dort steht, man sollte die TVS Diode möglichst nah an den 
Tranceiverausgang hängen und erst danach die CMSpule.
Was sagst du dazu?

: Bearbeitet durch User
Autor: Thomas Forster (igel)
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Christian S. schrieb:
> Ich habe gesucht, aber diese Schaltung in keiner AppNote gefunden.

Die biased split termination wird hier erwähnt, allerdings ohne Werte:

http://ww1.microchip.com/downloads/en/AppNotes/00228a.pdf

Weiter weak-split-Termination mit 1k3 Widerstände:

http://www.nxp.com/documents/application_note/AN00020.pdf

"For up to 10 nodes (8 stub nodes and 2 bus line end nodes), a typical 
resistor value for stub nodes is 1.3k"

Für deine 100 Nodes: Keine Ahnung, vielleicht das 10-fache?


Und auf Seite 17 dann die Version mit vier Widerständen, oben im Bild.

"R1 and R2 is from 1k to 2k"

> In der Praxis total egal?
Ich würde es auf der Platine vorhalten. Bestücken nach Bedarf.

Autor: soul eye (souleye)
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Christian S. schrieb:

> Deinen letzten Abschnitt versteh ich so:
> CAN_Abschluss.png ist für die Abschlusskonten ok nur ohne R3 und R4.
> Restlichen Knoten ohne R1 bis R4 und C1 nur mit TVS Diode und Spule.
> Korrekt?

Richtig.


> TVS / CMSpule ist das nächste Thema. Ti hat eine AppNote zu dem Thema.
> Dort steht, man sollte die TVS Diode möglichst nah an den
> Tranceiverausgang hängen und erst danach die CMSpule.
> Was sagst du dazu?

Die TVS als ESD-Schutz gehört direkt an die Steckerpins. So dicht wie es 
die Design Rules erlauben. Du routest vom Steckerpin zur TVS, und dann 
von der TVS zum Transceiver. Keine T-Kreuzungen bauen, der Strom muss 
immer über das Schutzelement fliessen.

Die Drossel kommt zwischen TVS (PESD1CAN) und Transceiver. Wenn Du einen 
halbwegs aktuellen Transceiver einsetzt, das Layout nicht total daneben 
ist und die Busleitungen verdrillt sind, dann brauchst Du die Drossel 
ohnehin nicht. Mach die EMV-Messungen erstmal ohne und bau sie nur ein 
wenn es nötig ist.

Autor: Thomas O. (kosmos)
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http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&sour...

hier mal etwas Lesestoff zu genau diesem Thema.

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