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Forum: Platinen KiCAD: mehrere GND-Pins


Autor: Max G. (l0wside) Benutzerseite
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Es gibt zwar schon Threads dazu, aber eine richtig gute Lösung habe ich 
noch nicht:
Ich habe vorhin in KiCAD ein Bauteil angelegt, das im QFN36 an zwei
Pads GND hat. Dazu habe ich im Symbol einen Pin angelegt, diesem die
Nummer "GND" zugewiesen und im Package beiden Pads die Nummer "GND"
gegeben.

Hat funktioniert, führt aber dazu, dass ich beim nächsten QFN36 das
Package wieder anfassen muss. Das ist hässlich. Gibt es eine elegantere
Lösung? M.E. sollte das komplett im Symbol erledigt werden und das
Package gar nicht tangieren.

Max

Autor: Michael (Gast)
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Hallo Max,
dann mach das doch so. Nummeriere die Pads des Footprints so, wie der 
Hersteller oder wer auch immer es vorgibt. Das Symbol muß dann 
allerdings zwei Masseanschlüsse mit den entsprechenden Nummern erhalten.

(Ich hatte mal ein CAD-Programm, da konnte man einem Anschluß im Symbol 
auch x verschiedene Padnummern zuordnen. Ach ja, schön war die Zeit...)

Späße
Michael

Autor: Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Max, Michael und Jörg.

Max G. schrieb:

> Es gibt zwar schon Threads dazu, aber eine richtig gute Lösung habe ich
> noch nicht:
> Ich habe vorhin in KiCAD ein Bauteil angelegt, das im QFN36 an zwei
> Pads GND hat. Dazu habe ich im Symbol einen Pin angelegt, diesem die
> Nummer "GND" zugewiesen und im Package beiden Pads die Nummer "GND"
> gegeben.
> Hat funktioniert, führt aber dazu, dass ich beim nächsten QFN36 das
> Package wieder anfassen muss. Das ist hässlich. Gibt es eine elegantere
> Lösung? M.E. sollte das komplett im Symbol erledigt werden und das
> Package gar nicht tangieren.

Eine Möglichkeit wäre, explizit ein spezielles Symbol dazu anfertigen 
(hast Du vermutlich sowieso), und diesem ein explizit dafür angelegten 
Footprint direkt zuzuweisen.
Beides unter unverwechselbaren Namen abspeichern.

Du kannst den ursprünglichen, originalen Footprint ungestört 
weiterverwenden, und auch als Vorlage für die nächste Sonderanfertigung 
verwenden. Den angefertigten verwendest Du einfach weiter, so wie Du ihn 
benötigst.


Die Verbindung zwischen den beiden GND Pins wirst Du dann in PCBnew 
allerdings selber zeichnen müssen. Vergessen wirst Du sie kaum, weil Du 
mit einem Airwire darauf hingewiesen wirst.

Michael hat eine andere Alternative genannt:

Michael schrieb:

> dann mach das doch so. Nummeriere die Pads des Footprints so, wie der
> Hersteller oder wer auch immer es vorgibt. Das Symbol muß dann
> allerdings zwei Masseanschlüsse mit den entsprechenden Nummern erhalten.

Finde ich persönlich sogar eleganter, weil das Symbol das Bauteil 
detailgetreuer und unverfälSchter darstellt: Kein Pin wird im Schaltplan 
unterschlagen, und sie sind korrekt nach Vorgabe nummeriert. Vermutlich 
passt die Nummerierung dann auch 1:1 zur Footprintnummerierung, so dass 
Du den originalen verwenden kannst. Bei so speziellen Teilen lohnt es 
sich, die Verbindung Symbol zu Footprint im Symbol einzutragen. Die 
Verbindung zwischen den GND Pinnen musst Du dann aber auch im Schaltplan 
herstellen.

Die Verbindung zwischen den beiden GND Pins wirst Du dann ebenfalls in 
PCBnew selber zeichnen müssen. Vergessen wirst Du sie ebenfalls kaum, 
weil Du mit einem Airwire darauf hingewiesen wirst.

Die im Schaltplan eingezeichnete Masseverbindung ist bei nur zwei Pinnen 
meist kein großes Problem. Hast Du aber z.B. Klemmen für Hochstrom mit 
z.B. 10 oder 16 (oder mehr) Pinnen nur für die gleiche eine Klemme ist 
das eher albern. In dem Falle würde ich auch hingehen, und alles mit 
gleicher Pin/Pad Nummer machen.

Wo Du die Grenze ziehst, musst Du mit Dir selber ausmachen.

Jörg W. schrieb:

> Wenn du Bauteile hast, die es wahlweise im PLCC- und in einem
> anderen Gehäuse gibt, dann ist sowas völlig normal.  PLCC fängt mit
> der Nummerierung in der Mitte einer Seite an, das macht sonst kein
> anderes Gehäuse.
>
> Auch DIP- und SMD-Gehäuse sind aber zuweilen schon mal verschieden
> nummeriert, weil vielleicht zu einem DIP-40 ein QFP-44 als Pendant
> gehört, welches zusätzliche Vcc- und GND-Pins bietet.

z.B. UC3844/UC3845/UTC3844/UTC3845 mit DIL8/SO8 mit gleicher 
Nummerierung und SO14 mit zwischengeschobenen NC Pinnen und demzufolge 
abweichender Nummerierung.

Das musst Du noch nicht einmals so hoch Aufhängen. Betrachte den MIC4422 
z.B. Den gibt es in DIL8, SO8 und TO220-5. Die Nummerierung der DIL8 und 
SO8 Versionen ist identisch, aber der fünfpolige TO220 weicht ab. 
Hierbei ist bei der 8 poligen Version als relative Besonderheit der auf 
zwei Pinne verteilte Ausgang verteilt, der abweichende Beschaltung für 
High und Low erlaubt. Die Möglichkeit fällt beim Pentawattgehäuse 
natürlich weg.


Michael schrieb:

> (Ich hatte mal ein CAD-Programm, da konnte man einem Anschluß im Symbol
> auch x verschiedene Padnummern zuordnen. Ach ja, schön war die Zeit...)

Ja, dass alte DOS-Orcad hatte seine Vorzüge. Das bedingt aber auch eine 
Trennung der Nummerierung von Pin/Pad mit der angezeigten Nummerierung 
und mit dem Namen oder Funktion.

Viele Leute gehen davon aus, dass ein logischer Zusammenhang zwischnen 
Nummerierung und Funktion bestehen sollte, und ebenfalls eine Konsistenz 
der Nummerierung über verschiedene Gehäusetypen hinweg. So etwas ist 
möglicherweise, vor allem unter memmnotechnischen Gesichtspunkten, nett, 
aber kein muss. Und bei abweichender Nummerierung geht es gar nicht.

Michael schrieb:

> Wichtig ist eigentlich auch nur, daß man sich selbst irgendwelche Regeln
> ausdenkt, wann das Schaltplansymbol angepaßt wird und wann das Modul
> herhalten muß. Sonst gibt es Chaos.

Richtig. Ein System ist nötig. Ein System Vorschlag ist 
hier:https://github.com/KiCad/kicad-library/wiki/Kicad-Library-Convention

Nicht das ich dieses System nicht für hinterfragbar hielte, aber ein 
halbwegs brauchbares System ist immer noch viel besser als kein System.

Ausserdem besteht ein deutlicher Unterschied zwischen einer 
"öffentlichen" Bibliothek, aus der dann Spezialversionen leicht 
abgeleitet werden können, und einer persönlichen Biblothek, die auf 
Deine speziellen Anforderungen und Fertigungsmöglichkeiten zugeschnitten 
ist, und solche Spezialversionen enthält.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
Autor: Max G. (l0wside) Benutzerseite
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Hui, das war ja eine extrem ausführliche Antwort. Danke!

Ich habe diesmal nun die Variante mit angepasstem Gehäuse gewählt, auch 
wenn es sich für 2 Pins + ePad nicht so recht gelohnt hat. Beim nächsten 
Mal werde ich vermutlich eher eine Latte Pins im Symboleditor malen, 
denn da gehört das Thema hin. Gehäuse haben nämlich keinen Plan von der 
Funktion des Bausteins drin ;) [1] - und deswegen gehört die 
Funktionalität m.E. auch nicht in die Gehäusezeichnung, von 
Spezialfällen wie Steckern oder DMS oder ähnlichem Kram mal abgesehen.
Beim C-Programmieren schreibe ich ja auch nicht die Funktionalität in 
den Header.[2]

Wenn ich mich recht erinnere, hat Eagle das von v5 auf v6 gelernt, 
elegant mehrere Pins auf gleichem Potenzial zu managen, anstatt das 
Problem auf den Anwender abzuwälzen. Wäre auch ein nettes Feature für 
KiCad (das dafür andere Vorteile hat).

Max

[1] Ich habe mal am Rande Halbleiterei betrieben
[2] Man könnte das Gehäuse als .h-Datei, also das Interface zur Welt, 
und das Silizium als .c-Datei, d.h. Implementierung betrachten. Ist aber 
ein bisschen weit hergeholt.

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