Hallo Leute,
ich wollte bei einem Laptop die Buchse für den Netzstecker tauschen, bin
dabei dummerweise mit einem Schraubendreher abgerutscht und habe zwei
SMD-Bauteile vom Mainboard abgerissen.
Das Laptop startet mit eingelegtem Akku noch, es lässt sich ganz normal
benutzen, allerdings kann man den Akku nicht mehr laden bzw. das
Ladegerät wird nicht mehr erkannt.
Die Pads sind noch vorhanden, die Bauteile an sich sind allerdings etwas
beschädigt, deshalb würde ich gerne neue einlöten.
Ich gehe aufgrund der Farbe der Bauteile (beige, siehe Foto) und dem,
was ich so im Internet gelesen habe, stark davon aus, dass es sich um
Kondensatoren handelt.
Jetzt bin ich mir aber unsicher, welche Kapazität die haben (und ob eine
unterschiedliche Kapazität wirklich einen großen Unterschied macht..?)
und würde deshalb gerne wissen wie und ob man das Herausfinden kann.
Spannung habe ich zwischen den jeweiligen Pads gemessen, wenn der Akku
drin ist liegen ca. 14,4V an, also genau die Akkuspannung. Reicht es
wenn ich einen 16V Kondensator nehme oder sollten es 25V sein?
Die Baugröße ist 0603, also 1,6*0,8mm.
Fotos sind angehängt, hoffentlich kann man etwas erkennen. Falls noch
weitere Infos benötigt werden, einfach bescheid geben; ich bin über jede
Hilfe dankbar!
Vielen Dank schon mal und liebe Grüße!
was steht auf dem ic rechts daneben drauf? kannst du ein foto machen,
auf dem man den aufdruck des ics lesen kann? anhand des datenblattes
lässt sich schnell rausfinden, welche kapazität hier empfohlen wird.
generell: keramikkondensatoren haben deutlich weniger kapazität, wenn
man sie bis zur zul. spannung auflädt. deswegen: immer die max.
verfügbare spannungsfestigkeit für das jeweilige package nehmen. 25V
oder 50V kostet meist nur vernachlässigbar mehr.
Danke für deine Antwort!
Leider ist auf dem IC kein Aufdruck, zumindest kann ich mit bloßem Auge
nichts erkennen.
Ich kann die Kapazität nicht durch irgendeine Messmethode mit meinem
normalen Multimeter herausfinden, oder?
Macht die Kapazität denn für die konkrete Funktionsweise einen großen
Unterschied?
LG
Auf dem IC kann man doch einen Aufdruck sehen! Nur im Foto nicht lesen.
Messen kannst du die Kapazität, wenn dein Multimeter das unterstützt.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind das zwei gleiche Kondensatoren.
Sonst sehe ich wenig Chance und du musst dir jemanden suchen, der ein
Multimeter mit C-Messfunktion hat.
Joe F. schrieb:> was steht auf dem ic rechts daneben drauf?
Sieht mir nach einem Leistungs Mosfet aus der Belegung nach. Ich
vermute, das auf der anderen Seite der Platine eine Speicherdrossel
sitzt, die von dem Dings getaktet wird. Die fehlenden C werden also vor
dem Schaltregler sein. An der Kühlfahne sollte Drain liegen, die drei
gegenüberliegenden Kontakte sind Source, der letzte Pin dann Gate.
Die C blocken ab und sind vermutlich zwei verschiedene, z.B. 10nF und
100nF.
Theoretisch sollte das NB aber auch ohne die C tun. Da ist wohl noch was
anderes im Argen.
Ah, sorry, ich hatte dich falsch verstanden. Auf dem IC neben steht
H6107.
Das Notebook funktioniert ja auch, nur der Akku lässt sich nicht laden.
Das müsste doch an den fehlenden Kondensatoren liegen, oder?
LG
HildeK schrieb:> Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind das zwei gleiche Kondensatoren.
Warum sollte dann der eine beige und der andere schwarz sein?
Wenn die gleich wären, sähen sie auch gleich aus (falls die schwarze
Färbung nicht ein Produkt von irgendwelcher Rumbraterei ist).
passibe schrieb:> Reicht es> wenn ich einen 16V Kondensator nehme oder sollten es 25V sein?
IMHO auf jeden Fall 25V.
Matthias S. schrieb:> Sieht mir nach einem Leistungs Mosfet aus der Belegung nach. Ich> vermute, das auf der anderen Seite der Platine eine Speicherdrossel> sitzt, die von dem Dings getaktet wird. Die fehlenden C werden also vor> dem Schaltregler sein.
Denke ich auch. Es könnte der Bootstrap Kondensator sein.
TO: diese Seite des PCB ist ja nur spärlich mit Bauteilen bestückt.
Was ist denn auf der anderen Seite, genau gegenüber von dem Bereich mit
den abgerissenen Kondensatoren?
passibe schrieb:> Fotos sind angehängt, hoffentlich kann man etwas erkennen. Falls noch> weitere Infos benötigt werden, einfach bescheid geben; ich bin über jede> Hilfe dankbar!
Was hat denn der 4poler da für einen Aufdruck?
Anscheinend sind die beiden Bauteile da angeschlossen.
Könnte ein DC/DC-Wandler sein. Die Gerätehersteller
übernehmen meist die Applikation des Halbleiterherstellers.
Vielen Dank nochmals für die Antworten.
Ich bin mittlerweile wieder zu Hause hier also weitere Infos:
Cyborg schrieb:> Was hat denn der 4poler da für einen Aufdruck?> Anscheinend sind die beiden Bauteile da angeschlossen.
Habe gerade nachgeschaut, in der ersten Zeile steht "6030DLB".
Ist lt. Google ein MOFSET, ich konnte auf die Schnelle jetzt aber kein
Datasheet finden, ich setz mich gleich noch mal dran und such danach.
Sorry an Joe (easylife) ich hatte dich vorhin missverstanden und nicht
ganz gecheckt welchen IC du gemeint hast, aber das ist wahrscheinlich
jetzt der.
Joe F. schrieb:> TO: diese Seite des PCB ist ja nur spärlich mit Bauteilen bestückt.
Ich bau' das Mainboard gleich mal aus, dann kann ich Bilder von der
anderen Seite posten.
LG
So, hier nun ein Bild von der Rückseite. Die rausgerissenen
Kondensatoren müssten sich dort befinden, wo das Rechteck eingezeichnet
ist.
Die vom ein wenig vom Schatten verdeckte Beschriftung ist:
PJ8008
PJ8009
Aus dem Datasheet bin ich nur bedingt schlauer geworden, es gibt drei
Kapazitäts-Werte (siehe S. 6 unten)
input capacitance = 12493 pF
output capacitance = 2486 pF
reverse transfer capacitance = 1034 pF
Bringen mir die Werte irgendwas?
passibe schrieb:> Magnus M. schrieb:> Das ist das falsche Bauteil!>> Verdammt. Woran machst du das fest, bzw. welches ist das richtige?
Guck dir das Bauteil auf deinem Mainboard an und vergleiche es mit der
Zeichnung in deinem Datenblatt.
Der MosFET ist (inzwischen) relativ uninteressant. Dass es einer sein
muss hat Matthias Sch. ja schon geschrieben, die Pinbelegung passt.
Interessanter ist die Rückseite, da ist ein Richtek Controller zu sehen,
wenn ich es richtig lese ist der mit RT8885A beschriftet, zu genau
diesem finde ich aber kein Datenblatt. Es gibt aber einen vermutlich
sehr ähnlichen:
http://www.richtek.com/assets/product_file/RT8888D/DS8888D-00.pdf
In der Beispielapplikation ist genau an dem Punkt (zwischen den beiden
FETs und an einem Ende der Speicherdrossel) der Bootstrap Kondensator
angeschlossen. Im Datenblatt werden 100nF vorgeschlagen.
Ich vermute nach wie vor, dass es sich bei diesen Kondensatoren um den
Bootstrap Kondensator handelt. Wenn der fehlt startet der Regler auch
nicht.
Bei dir sind es 2 parallel geschaltete Kondensatoren, vermutlich um die
Ströme pro Kondensator geringer zu halten.
Ich würde es einfach mal mit 2x 47nF/50V ausprobieren.
Versuch es doch wenigstens mal, die Teile auszumessen!
Herrgott noch mal, was ist denn daran so unmöglich?
Sag ja nicht, du hast kein MM!
Und wie zerstört? Mindestens sind sie nicht zerbrochen.
Eines sieht braun, das andere schwarz.
Mach sie erst mal richtig sauber.
Ich hätte sie erst mal, so wie sie sind, wieder eingelötet.
Mehr als nicht gehen, kann es ja nicht.
Nach aktueller Sachlage sehe ich da nur geringe Chancen auf Erfolg.
Bei einem einfachen Mosfet, gibts keine Applikation.
Die einzige sinnvolle Option, die mir da noch einfällt, den selben
Notebook kaufen und als Ersatzteilspender verwenden, bzw. die
Bauteilwerte ermitteln. Doku von Notebooks gibts im Web so gut wie
gar nicht.
michael_ schrieb:> Ich hätte sie erst mal, so wie sie sind, wieder eingelötet.> Mehr als nicht gehen, kann es ja nicht.
Vielleicht die gute Antwort auf alle Fragen...
Oder auch nicht.
Die abgebildeten SMD sehen nicht so aus, wie wenn sie von der Kupferlage
abgerissen sind.
Die kugeligen Zinnpads sehen komisch aus.
Evtl. sind das nicht die originalen SMD.
Ich habe da schon manches erlebt. Was mir Leute erzählt haben.
Naja, sieht mir schon danach aus, als seien die Kontakte vom Kondensator
abgeplazt und die bräunlichen Reste kleben noch auf den Pads.
Aber bestellen ist ja auch albern. Schick mit mal deine Adresse per PM,
ich lege dir morgen 10 Stck vom Gurt in die Post. Eine gute Tat pro
Woche ist drin.
Als Forensiker oder Urologe würde ich da auch Fragen stellen. Als
Elektroniker gehe ich davon aus TO hat versucht die abgerissenen
Kondensatoren neu zu verzinnen - mit negativem Erfolg mangels
metallischer Kontaktfläche... ;-)
Na, da haben wir doch die Speicherdrossel. Die beiden MOSFet, einer auf
der Ober-, der andere auf der Unterseite, bilden eine Gegentakt Endstufe
und steuern die dicke graue Speicherdrossel an. Am Eingang der Drossel
also Rechteck, am Ausgeng der Drossel steht dann die geregelte Spannung.
Jetzt die schlechte Nachricht. Du solltest zwar die beiden Kondensatoren
ersetzen, aber ich vermute mal, das damit dein Ladeproblem nicht gelöst
ist. Wenn du Spass daran hast, kannst du ja auch den Elko, den sich die
Jungs gespart haben, auf der Unterseite nachrüsten.
So, ich habs mir auch nochmal genauer angeguckt, und auch noch eine
passendere Beispielschaltung für den RT8885 gefunden.
Matthias Sch. liegt ganz richtig, diese Kondensatoren fehlen zwar, ein
Ersatz wird aber vermutlich nichts bringen.
Der FET auf der Seite der abgerissenen Kondensatoren ist der high-side
FET, der auf der Seite des RT8885 ist der low-side FET.
Der Bootstrap Kondensator muss ein anderer sein. Diese Kondensatoren
scheinen eher für die Filterung der Eingangsspannung gedacht gewesen zu
sein, genauso wie der weggelassene Elko neben der Speicherdrossel, denn
beide sind mit dem Drain des high-side FETs verbunden. Die Insel auf der
anderen Seite müsste GND sein. Wenn diese beiden Kondensatoren fehlen
ist es zwar nicht schön, der Regler funktioniert aber trotzdem.
Es handelt sich auch um den Regler für CPU Versorgung, also nicht um den
Akku Laderegler.
Der Fehler muss irgendwo anders liegen. Vielleicht hast du einen Stecker
abgezogen und vergessen wieder anzuschließen (z.B. Temperatursensor des
Akkus o.ä.)?
So nochmals danke für eure Antworten, komme leider erst jetzt dazu hier
zu posten.
Ich habe nochmal nachgeschaut und herausgefunden, dass tatsächlich nicht
die Buchse, sondern der Stecker am Netzteil den Wackelkontakt hatte.
Habe dann den Stecker vom Netzteil abgetrennt und direkt mit dem
Mainboard bzw. mit dem Kabel verbunden, so weit so gut.
Habe dann die Tastatur wieder angesteckt und draufgemacht um dann das
Laptop zu starten, hat auch alles funktioniert, dann ist mir aber
aufgefallen, dass einige Tasten auf der Tastatur nicht mehr
funktionieren.
Dachte dann, dass vielleicht der Stecker nicht richtig sitzt, und habe
nochmal die Tastatur abgemacht und dabei das auf den beiden Bildern
festgestellt:
Irgend ein Bauteil auf dem MB ist durchgeschmort, dabei wurde auch das
Flexkabel erwischt, das ebenfalls angeschmolzen ist.
Ist da noch Hoffnung für a) das Flexkabel und b) das Mainboard an sich?
Das Laptop startet noch ordnungsgemäß.
Die Kondensatoren waren noch nicht angekommen, deshalb konnte sie noch
nicht einbauen. Danke Joe für das nette Angebot, aber ich musste sowieso
noch andere Sachen bestellen..
Danke weiterhin,
LG
passibe schrieb:> Irgend ein Bauteil auf dem MB ist durchgeschmort, dabei wurde auch das> Flexkabel erwischt, das ebenfalls angeschmolzen ist.
Dass ein Bauteil auf dem MB heiss wurde ist aber nur eine Vermutung von
dir, oder siehst du auch ein entsprechendes Bauteil?
Ich vermute ja eher, du hast an dem Flexkabel rumgemacht, während noch
Strom drauf war.
Es reicht nicht den Laptop nur auszuschalten. Solange die Batterie
angeschlossen ist, kann z.B. die Tastatur noch Strom bekommen (z.B. für
die Einschalttaste).
Und dabei ist dann GND und VCC auf dem Kabelkontakt zusammengekommen,
und hat den Kontakt weggebraten.
Wenn du Glück hast, reicht ein Austausch dieses Kabels...
Irgendwie scheint mir aber, es ist kaum lohnenswert, diesen Laptop noch
zu retten, da scheint ja schon so einiges kaputt zu sein...