Hans P. schrieb:
> der Fototransistor auf der Sekundärseite eines Optokopplers hat einen
> Basisanschluss.
Nur bei wenigen Optokopplern ist die Basis des Fototransistors heraus-
geführt bzw. überhaupt kontaktiert.
> Das Ergebnis einer Suche im Internet nach dessen
> Funktionalität, die die Hersteller diesem zuschreiben, war bei mir sehr
> dürftig, auch im Wikiartikel dieses Forums hier. Weiß jemand mehr?
Der Fototransistor mit herausgeführter Basis verhält sich erst mal wie
ein ganz gewöhnlicher Transistor [1] - du kannst ihn also über die Basis
steuern. In Verbindung mit der IR-LED im Optokoppler ergeben sich dabei
verschiedene Möglichkeiten:
- wenn man den Optokoppler analog verwendet, dann kann man am
Basisanschluß den Arbeitspunkt des Transistors einstellen.
- im Digitalbetrieb ist bei einem Optokoppler mit Fototransistor vor
allem der Abschaltvorgang langsam. Wenn man zwischen Basis und Emitter
einen Widerstand einfügt, geht der Abschaltvorgang schneller -
allerdings auf Kosten der Empfindlichkeit (CTR).
- man kann des Basisanschluß als eine zweite Möglichkeit verwenden, den
Optokoppler anzusteuern. Der Optokoppler ist dann als NOR Gatter
verwendbar. Emitter auf GND, Pullup am Kollektor. Dann geht der Ausgang
auf L, wenn die LED bestromt wird oder Strom in die Basis fließt.
Die letzte Anwendung ist einigermaßen exotisch, ich habe sie aber in der
Tat mal in einem Schaltnetzteil gefunden. Da wurde das Feedback wie
gewöhnlich über die LED im Optokoppler gemacht. Aber eine Schutz-
schaltung auf der Primärseite konnte zusätzlich den Optokoppler über den
Basisanschluß ansteuern und so die Ausgangsspannung herunterziehen.
[1] das funktioniert auch anders herum: wenn man den Chip eines
gewöhnlichen Transistors freilegt, so daß Licht darauf fallen kann, dann
wird er lichtempfindlich. So haben wir früher <tm> Fototransistoren
selber gebaut - aus Transistoren im Metallgehäuse.