Hi,
welche Erfahrungen habt ihr mit Bestückern im Privatbereich? Ich habe ab
und zu Platinen, die professionell mit SMD-Bauteilen bestückt werden
müssen (Bauteile ab Baugröße 0603, TSSOP-Gehäuse,...). Welche Firmen
bieten diese Leistung einigermaßen preisgünstig auch für Privatpersonen
an?
Bitte keine Angebote von Hobby-Bastlern. Ich benötige einen
professionellen Anbieter.
-Roland-
Hallo,
ich bestücke Prototypen und Kleinserien für mich und einige industrielle
Kunden.
Günstig ist immer relativ, daher kann dir ein Angebot machen wenn du mir
per PM deine deine Kontaktdaten, Board-Dateien und falls vorhanden die
Stückliste zuschickst.
Beste Grüße
Robert
Roland schrieb:> Bitte keine Angebote von Hobby-Bastlern. Ich benötige einen> professionellen Anbieter.
Was hast du gegen Hobbybastler?
Die sind bei Kleinserien meist billiger als ne Firma - und sie können
auch auf Extrawünsche besser eingehen, ohne das dies gleich mehr kostet.
Aber jeder wie er will ... :-|
> Was hast du gegen Hobbybastler?
Es könnte sein, dass er seine Geschichten nicht mit unkontrollierter
Chinatechnik oder auf der Kochplatte gelötet haben möchte.
Bestücken alleine ist ja wohl witzlos.
Moin,
habe privat und beruflich mit PCB-Pool/Beta Erfahrungen gemacht.
Bis dato eigentlich nur gute.
Der Laden ist nicht billig, aber ich schätze den Service sehr. Notfalls
kann man per eMail oder Phon kommunizieren ohne Kopfschmerzen zu
bekommen und die CAM Ops denken sogar echt mit.
--
Sven Johannes
@Roland (Gast)
>welche Erfahrungen habt ihr mit Bestückern im Privatbereich?
Sehr gute.
>müssen (Bauteile ab Baugröße 0603, TSSOP-Gehäuse,...). Welche Firmen>bieten diese Leistung einigermaßen preisgünstig auch für Privatpersonen>an?Beitrag "Re: [S] Bestückungsautomat (ggf. auch Linie)"
>habe privat und beruflich mit PCB-Pool/Beta Erfahrungen gemacht.>Bis dato eigentlich nur gute.
Kann ich bestätigen, aber...
Wenn Du mal auf die Schnelle 20 Bauteile mehr bestellen (und natürlich
auch bezahlen) musst, weil die Automaten (von Beta Layout) nicht mit
einzelnen Teilen in der Zuführung klarkommen, so solltest Du beten, dass
es sich um 06-er Widerstände handelt.
Beim superteuren, etwas größeren Bauteil kommen auch mal schnell 3 Stück
zusammen.
Also würde ich mir das als Privatmann vorher gut überlegen...
Jetzt rede ich mal für den TO schrieb:> Es könnte sein, dass er seine Geschichten nicht mit unkontrollierter> Chinatechnik oder auf der Kochplatte gelötet haben möchte.
Du scheinst merkwürdige Vorstellungen zu haben, was inzwischen in
mancher Hobbywerkstatt als SMD-Ofen steht.
Bei Privatanbietern habe ich nur begrenzte Möglichkeit zu reklamieren,
wenn es Probleme gibt. Zudem benötige ich eine Rechnung, die ich beim
Finanzamt absetze. Und Privatpersonen haben üblicherweise keine so
professionelle Geräte wie Hobbyisten.
W.A. schrieb:> Jetzt rede ich mal für den TO schrieb:>> Es könnte sein, dass er seine Geschichten nicht mit unkontrollierter>> Chinatechnik oder auf der Kochplatte gelötet haben möchte.>> Du scheinst merkwürdige Vorstellungen zu haben, was inzwischen in> mancher Hobbywerkstatt als SMD-Ofen steht.
Sicher, zweifelt keiner an das auch Hobyisten vernünftige Platinen
zustandebekommen. Inklusive BGA und whatnot. Was nur viele nicht wissen,
ist dass es zu einer Serienproduktion mehr braucht, als nur den
Lötprozess zu beherrschen!
Beispiele:
Kannst du garantieren, den Lötprozess für alle Bauteile einzuhalten? Und
das auch nachweisen?
Kannst du MSL-3 Bauteile aufbewahren und verarbeiten?
Kannst du eine AOI oder einen ICT-Test machen?
Hast du eine Datenbank, in der du Serienfehler rückverfolgen kannst?
Wenn du einen Auftrag mit z.B. 10k€ hast, Brauchst du einfach einen
definierten Fertigungsablauf. Den kann ein Hobbyist nicht lesten.
Hurra schrieb:> Und> das auch nachweisen?Hurra schrieb:> MSL-3 Bauteile aufbewahrenHurra schrieb:> eine AOI oder einen ICT-Test machenHurra schrieb:> Serienfehler rückverfolgen
Hallo?! Der TO ist Bastler, und es geht höchstwahrscheinlich um ein
absolutes Püppi-Platinchen. Das Problem ist nur, er hat seine eigenen
Reflowversuche gesehen, und denkt nun, das kann gar niemand schaffen!
Erst wenn der Chef von Fa. Pfuscher-electronics engineering 4/5 seines
Geldes einstreicht, kann sowas klappen! Ist ne Glaubensfrage, da macht
man bekanntlich nichts...
Wenn ich meine dichtgepackten Platinen so ansehe, die würden von
"professionellen" Bestückern reihenweise abgelehnt werden!
Roland schrieb:> Zudem benötige ich eine Rechnung, die ich beim> Finanzamt absetze.
als Privatperson?
Erklär mir wie Du Deine Hobbyplatinen beim Finanzamt abgesetzt bekommst,
das möchte ich auch ;)
Gerd E. schrieb:> Erklär mir wie Du Deine Hobbyplatinen beim Finanzamt abgesetzt bekommst,> das möchte ich auch ;)
Dafür dürfte eine vermietete Wohnung reichen, solange das irgendwie mit
SmartHome zu tun hat ;-)
Finanzamt:
ich bilde mich regelmäßig weiter (privat bezahlte Fortbildungen). An die
Fortbildungen folgen ab und zu irgend welche dazugehörende
Bastelarbeiten, die ich dann versuche, beim Finanzamt abzusetzen.
Wenn die hören, daß man sich weiterbildet, um einen besser bezahlten Job
zu bekommen, geht schon eher was. Mehr Gehalt = mehr Steuern fürs
Finanzamt.
Roland schrieb:> ich bilde mich regelmäßig weiter (privat bezahlte Fortbildungen). An die> Fortbildungen folgen ab und zu irgend welche dazugehörende> Bastelarbeiten, die ich dann versuche, beim Finanzamt abzusetzen.
Sorry, das ist nur noch... Käse...
Um mal wieder back to topic zu kommen: die Anforderungsliste von "Hurra"
ist für eine professionelle Fertigung von Serien unverzichtbar. Um
ein paar Prototypen zusammenzunageln (und so lese ich die Anforderungen
des TO), ist das völlig übers Ziel hinausgeschossen. Wenn er relevante
Stückzahlen hätte, hätte er ein Gewerbe.
Preislich ist der Bestückservice von Elecrow kaum zu schlagen. Ich hatte
mal überlegt, mit meinem kleinen Tischbestücker hier
Bestückdienstleistungen anzubieten. Gegen die Preise von Elecrow ist das
aber völlig sinnlos.
Ansonsten hatte ich in ähnlicher Situation mal bei mir in der Gegend
herumgefragt. Positiv herausgestochen (sowohl preislich als auch vom
Support) war damals CAD-UL.
Max
Max G. schrieb:> Preislich ist der Bestückservice von Elecrow kaum zu schlagen. Ich hatte> mal überlegt, mit meinem kleinen Tischbestücker hier> Bestückdienstleistungen anzubieten. Gegen die Preise von Elecrow ist das> aber völlig sinnlos.
Absolut. Und was bei denen dazu kommt sind echt günstige Bauteilpreise.
Ich habe eine Bestückung mit einem Atiny841 und einem Luftdrucksensor in
Auftrag gegeben. Habe die Beschaffung Elecrow überlassen, aber zur
Sicherheit überall Mouser Bestellnummern angegeben.
Die berechneten Bauteilpreise, gerade für diese beiden teuersten
Komponenten, lagen deutlich unterhalb des Preises für den ich die hätte
beschaffen können. Und das bei nur 50 Stück.
Dazu kommen Schmankerl wie Gratis-Hühnerfutter.
Ich habe bisher immer hier bestücken lassen:
https://blselectronics.ch
War immer zufrieden.
Schnelle kommunikation, transparente Preisgestalltung, was nicht immer
selbstverständlich ist.
Preislich eher im günstigen Segment, obwohl schweizer.
Cyblord -. schrieb:> Die berechneten Bauteilpreise, gerade für diese beiden teuersten> Komponenten, lagen deutlich unterhalb des Preises für den ich die hätte> beschaffen können. Und das bei nur 50 Stück.
und jetzt überlege Dir mal, wie das wohl kommen mag.
Hint 1: Elecrow sitzt in China
Hint 2: siehe hier:
https://www.mikrocontroller.net/attachment/316091/counterfeit-parts.pdf
Wenn Du 50 Stück brauchst, wirst Du sie wohl gewerblich vertreiben /
einsetzen. Tut mir leid, aber so etwas mit Bauteilen aus zweifelhafter
Herkunft (da so günstig, also sehr wahrscheinlich Nachbauten oder
Ausschussware) zu verteilen, ist unverantwortlich!
Ich kann nur noch mal über CAD-UL berichten.
Kommunikation absolut professionell, auch mit meinem (aus deren Sicht)
Kleinauftrag immer zeitnah Antwort erhalten. Auch preislich das
attraktivste Angebot. Andere Bestücker haben nach Monaten(!) mal
angerufen und gefragt, ob sie noch was schicken sollen, und dann kam
doch nie was (Baudisch, Kirron).
Schlecht gelaufen: verpolte Elkos trotz separater Zeichnung mit Polungen
- wurde auf deren Kosten repariert, trotzdem ärgerlich. Ich habe den
Folgeauftrag dennoch dort bestellt. Woanders kämen dann nur neue Themen
hoch, die ich noch nicht auf dem Schirm hatte. Murphy ist kreativ.
Oliver schrieb:> Wenn Du 50 Stück brauchst, wirst Du sie wohl gewerblich vertreiben /> einsetzen. Tut mir leid, aber so etwas mit Bauteilen aus zweifelhafter> Herkunft (da so günstig, also sehr wahrscheinlich Nachbauten oder> Ausschussware) zu verteilen, ist unverantwortlich!
Unsinn. Die fertigen Baugruppen werden hier getestet und entsprechen
alle der geforderten Spezifikation.
Die hiesigen Mondpreise können ja die Leute zahlen denen du mit so was
ein schlechtes Gewissen einreden kannst. Bei mir klappt das leider
nicht.
Martin M. schrieb:> hat jemand Erfahrungen mit folgenden Bestückern?
Nö. Aber mit der Firma SK-Tronic in Magdala. Die können einem auch nen
BGA auf eine einzelne Eval-Platine setzen, ohne dafür ne Schablone haben
zu wollen.
W.S.
W.S. schrieb:> Nö. Aber mit der Firma SK-Tronic in Magdala. Die können einem auch nen> BGA auf eine einzelne Eval-Platine setzen, ohne dafür ne Schablone haben> zu wollen.
weil sie mit Pastendruckern arbeiten...
Hallo Roland,
ich weiß die Frage ist etwas älter, aber da ich sie auch noch gefunden
habe denke ich ist es ja potentiell noch für andere Interessant.
Ich habe vor wenigen Jahren sehr gute Erfahrungen mit einer lokalen
Firma in meiner Nähe gemacht. https://www.etb-electronic.de/fertigung/
Nachfragen lohnt sich bestimmt. Ich war damals mit dem
Preis/Leistungsverhältnis sehr zufrieden.
Liebe Grüße und bleibt gesund,
Tristan
Tristan schrieb:> Ich habe vor wenigen Jahren sehr gute Erfahrungen mit einer lokalen> Firma in meiner Nähe gemacht. https://www.etb-electronic.de/fertigung/> Nachfragen lohnt sich bestimmt. Ich war damals mit dem> Preis/Leistungsverhältnis sehr zufrieden.
ETB Electronic ist der mit Abstand schlechteste Bestücker, den man sich
so vorstellen kann. Einer meiner Kunden ließ dort einige Baugruppen
fertigen, und es gab fast immer beträchtliche Qualitätsmängel:
1. Spritzer mit frischer Lötpaste auf fertigen Baugruppen
(Foto loetpaste1)
2. Größere Mengen an Lötpastenresten unter bedrahteten(!) Bauelementen
(Foto loetpaste2)
3. LED, die falsch herum bestückt wurden und zum Geräteinneren scheinen,
obwohl nicht nur die Bestückung, sondern auch die Montage des ganzen
Geräts beauftragt war
4. Die Nachbesserung der reklamierten Mängel von 3. wurde so
dilettantisch mit ungeeignetem Werkzeug durchgeführt, dass etliche
Bauteile völlig verkokelt waren und dicke kalte Lottropfen an den
Lötstellen hingen. Selbstverständlich wurden auch nicht einmal die
verkohlten Flussmittelkrusten entfernt.
5. Falsche Bestückung auf Grund verwechselter Stücklisten bei
verschiedenen Fertigungslosen
Glücklicherweise hat mein Kunde dann irgendwann endlich den Bestücker
gewechselt. Er war ohnehin nur so lange bei ETB geblieben, weil keiner
seiner Mitarbeiter Lust und Zeit hatte, andere Bestücker ausfindig zu
machen.
Bei Reklamationen war besonders problematisch, dass alles immer über den
Tisch des zuständigen Vertrieblers laufen musste, der sein Büro an einem
ganz anderen Standort als die Fertigung hatte. Und offenbar hatte er
auch noch nie eine Fertigung von innen gesehen. Bei jeder Reklamation
hieß es: "Das kann nicht sein. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen,
dass so etwas bei uns passiert sein soll." Und ein paar Tage später kam
dann oft irgendeine fadenscheinige Rechtfertigung der Art "Der Kunde
hätte schon genauer spezifizieren müssen, dass die LEDs durch die
Gehäuseöffnungen nach außen statt auf das Geräteinnere leuchten sollen."
Wohlgemerkt war das ganze genau spezifiziert, einschließlich 3D-Modell
usw..
Bei einer Baugruppe, für deren Fertigung ETB ein Angebot abgeben sollte,
meinte der Vertriebler, dass sie prädestiniert dafür wäre, mit Infrarot
gelötet zu werden. Diese Baugruppe hatte etliche blanke SMD-Kühlkörper,
unter denen sich dann auch noch gut abgeschattet die betreffenden
Leistungshalbleiter befanden. Gerade das ist doch ein
Ausschlusskriterium für IR-Löten und stattdessen ein typischer Fall fürs
Dampfphasenlöten. Nach einer länglichen, äußerst lästigen Diskussion mit
diesem völlig ahnungslosen Vertriebler räumte er ein, dass an dem
geplanten Fertigungsstandort nun einmal keine Dampfphasenlötanlage zur
Verfügung stünde.
Andreas S. schrieb:> Bei jeder Reklamation> hieß es: "Das kann nicht sein. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen,> dass so etwas bei uns passiert sein soll." Und ein paar Tage später kam> dann oft irgendeine fadenscheinige Rechtfertigung der Art "Der Kunde> hätte schon genauer spezifizieren müssen, dass die LEDs durch die> Gehäuseöffnungen nach außen statt auf das Geräteinnere leuchten sollen."> Wohlgemerkt war das ganze genau spezifiziert, einschließlich 3D-Modell> usw..
Zahlt der Kunde jetzt mehr oder weniger?
Ich sehe die Bestückung in Deutschland ebenfalls als kritisch an, einige
kalkulieren so knapp dass sie eventuelle Nacharbeiten nicht durchführen
können und dann mit allen möglichen Ausreden daherkommen. Die gängigste
ist meiner Ansicht die Leiterplatten sind schuld.
Vergleichsweise sind die dann immer noch teurer als diverse Firmen in
Fernost (wo man aber auch die gleichen Probleme haben kann, aber die
Chance größer ist dass die LPs nachgearbeitet werden da sie mehr
Spielraum haben).
Gerade bei Bestückern in Aquatornähe/Meer-Nähe (da hätten wir dann wohl
Ost-China oder auch Taiwan) ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch was
Bestücker dann extra beachten müssen, ansonsten ist die Chance gut dass
diverse Bauteile in Windeseile korrodieren oder auch Chipsätze wenn man
sie vorher nicht zum Backen vormerkt einfach mal draufgehen.
Ich habe so einige Bestücker mit kontrollierten sowie unkontrollierten
Umgebungen gesehen (in Deutschland und im Ausland). Ist halt dann auch
eine Preis und Mengenfrage ob sich bei diesen die Bestückung lohnt.
https://www.etb-electronic.de/wp-content/uploads/2017/05/Slide1_Leiterplatte-1200x413.jpg
wenn ich mir das von ETB Electronic (?) ansehe schwierig ist das nicht
zu bestücken.
Als Kunde hat man wirklich die Qual der Wahl, egal wo..
Spätestens mit dem Schaden kommt dann auch die Erfahrung :-)
Thomas H. schrieb:> Zahlt der Kunde jetzt mehr oder weniger?
ETB stellte die minderwertige Nacharbeit in Rechnung, was dann mein
Kunde mir wiederum unter die Nase rieb. Vor allem um auch meinen Ruf zu
retten habe ich dann die Sache weiterverfolgt und meinem Kunden dringend
dazu geraten, ETBs Rechnung nicht zu bezahlen. Abgesehen von der
ursprünglichen Fehlbestückung war ja die Nacharbeit wirklich schlecht
ausgeführt worden. Da waren mein Kunde und ich uns völlig einig.
Das war ja auch nicht der erste Pfusch von ETB. Ich suchte auch ein paar
Schulungen zum Thema Löten heraus, z.B. eine ganz hervorragende Serie
eines NASA-Mitarbeiter, die bei YouTube veröffentlich wurde. Es gab auch
eine verbindliche E-Mail an ETB, dass die dort aufgeführten
Qualifikationen durch die Lötkräfte einzuhalten seien. Einige Zeit
später hatten wir (ETB, Kunde und ich) eine Telefonkonferenz zu diesen
Themen, bei der auch irgendein Fertigungsleiter o.ä. anwesend war. Ich
fragte gleich nach, ob sie denn die o.a. Schulungsvideos angesehen
hätten und die Inhalte in die Fertigung einfließen ließen. Dies wurde
von allen (Vertriebler, Techniker) ganz klar bejaht. Dann stellte ich
ein paar böse Fragen: 1. Welche Organisation hat die Videos erstellt? 2.
Aus wie vielen Teilen besteht die Serie? 3. Wie wird die Lötspitze
vorbereitet?
Weder der Techniker noch der Vertriebler konnten auch nur eine der
Fragen beantworten, d.h. sie haben das Blaue vom Himmel heruntergelogen
und keines der Videos angeschaut.
> Ich sehe die Bestückung in Deutschland ebenfalls als kritisch an, einige> kalkulieren so knapp dass sie eventuelle Nacharbeiten nicht durchführen> können und dann mit allen möglichen Ausreden daherkommen. Die gängigste> ist meiner Ansicht die Leiterplatten sind schuld.> Vergleichsweise sind die dann immer noch teurer als diverse Firmen in> Fernost (wo man aber auch die gleichen Probleme haben kann, aber die> Chance größer ist dass die LPs nachgearbeitet werden da sie mehr> Spielraum haben).
Ich habe keine Ahnung, ob ETB damals besonders billig war. Der Laden war
einfach drölfzig Jahre zuvor als ein Lieferant für Bestückungen
festgelegt worden, so dass der Einkauf auch immer wieder dort anfragte.
Wie sich aber herausstellte, war das nur Bequemlichkeit ohne
fortlaufende Evaluierung der Leistung. Naja, das wurde dann ja auch
revidiert, d.h. ich hatte zwei andere Bestücker vorgeschlagen, die
anschließend auch den größten Teil der Produkte fertigten.
> Gerade bei Bestückern in Aquatornähe/Meer-Nähe (da hätten wir dann wohl> Ost-China oder auch Taiwan) ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch was> Bestücker dann extra beachten müssen, ansonsten ist die Chance gut dass> diverse Bauteile in Windeseile korrodieren oder auch Chipsätze wenn man> sie vorher nicht zum Backen vormerkt einfach mal draufgehen.
Ja, das kann ich bestätigen. Vor einigen Jahren hatten wir einige
Spritzgussformen bei einem Fertiger in Taiwan. Ich ärgerte mich gewaltig
darüber, dass die Formen vor jedem Fertigungslos immer für teures Geld
entrostet werden sollten. Irgendwann flog ich dann nach Taipeh und
besuchte auch das Werk in Taichung. Es ist wirklich unglaublich, wie
schnell alles mögliche verrostete. Den Spritzgussformen konnte man schon
beim Rosten zuschauen, aber überall - nicht nur dort im Werk - war
Flugrost, insbesondere auch auf Schraubenköpfen. Ich vermute, dass die
extrem hohe Luftfeuchtigkeit mit dem Smog hochkorrosiv wirkt, z.B. in
Form von schwefliger Säure.
Noch schlimmer ist, wenn die Temperatur um die 0° pendelt. Sobalds unter
den Taupunkt geht, kondensiert die Feuchtigkeit der Tau liegt auf allem.
Wenn die Luft dann auch noch salzhaltig ist, Au weia.