Hallo,
ich bin neu hier und bin auf der suche nach einem Höhenmesser.
Zu meinem Anliegen: Ich möchte mit einem Freund einen Wetterballon in
die Stratosphäre schicken. Wir haben es schon einmal gemacht, doch
dieses mal möchten wir auch Dinge wie Höhe, Temperatur,
Luftfeuchtigkeit, etc. messen und abspeichern. Ich habe schon
verschiedene Module gefunden, doch oft gehen die Höhenmesser nur bis
eine Höhe von ca. 9000m, unser Wetterballon erreicht aber vermutlich
eine Höhe von ca. 30000m.
Daher meine Frage:
Hat hier irgendjemand Erfahrungen in diesem Bereich, bzw. kann mir ein
passendes Modul zu unserem Vorhaben empfehlen.
Gruß
Oli
Ist da ein GPS modul nicht besser um auch die Hohe zu vermessen ? Ich
glaube das ueber die Luftdruck die Genauigkeit relatif schlecht ist.
Gute Erfahrungen habe ich mit einen Ublox M8N GPS module.
MFG, RP6Conrad
Oli1995 schrieb:> Ich möchte mit einem Freund einen Wetterballon in> die Stratosphäre schicken.
Sagt dir das Wort 'Aufstiegsgenehmigung' was? :(
Habt ihr die schon?
Man sollte nicht Hoehenmesser gegen GPS ausspielen wollen. Zum einen
kann man die beiden vergleichen, und ein Druck gegen Hoehe Profil
erstellen, zum anderen hat das GPS eine Hoehenbeschraenkung, da sonst
jeder eine Interkontinentalrakete bauen koennte.
Hah schrieb:> Ja das habe ich auch zu spät bemerkt, als ich meine> Interkontinentalrakete schon fertig hatte.
Du lachst, die Beschränkung gibts wirklich.
Oli1995 schrieb:> GPS würden wir nicht nehmen, da es nur bis in eine Höhe von 18km> funktioniert.
Nö, das funktioniert schon. Eine allgemeine Höhenbeschränkung gibts bei
GPS-Empfängern nicht.
Es gibt nur eine Höhenbeschränkung bei hohen Geschwindigkeiten. Das
Problem ist nur, dass manche Hersteller das nicht sauber implementieren,
weil das ja kein normaler Mensch braucht. Dummerweise kann man das nicht
mit Hobbymitteln testen.
Als Problemlösung für hartnäckige Fälle gibt es noch die Möglichkeit
einen normalen SDR und Matlab als GPS-Empfänger zu verwenden. Dann ohne
alle Beschränkungen. Gibt sogar passende Literatur dazu in der
Buchhandlung...
Hallo,
Schreiber schrieb:> Oli1995 schrieb:>> GPS würden wir nicht nehmen, da es nur bis in eine Höhe von 18km>> funktioniert.> Als Problemlösung für hartnäckige Fälle gibt es noch die Möglichkeit> einen normalen SDR und Matlab als GPS-Empfänger zu verwenden. Dann ohne> alle Beschränkungen. Gibt sogar passende Literatur dazu in der> Buchhandlung...
Du meinst jetzt für die Interkontinental-Rakete oder den Wetterballon?
Früher(tm) haben die Wettersonden Barometerdosen benutzt, eine
mechanische Übersetzung auf einen Schleifer. Der lief über eine Bahn, wo
alle paar Millimeter ein Kupferstreifen war. Die waren miteinander
verbunden.
Am Boden wurde die Nullstellung eingestellt, war der Kontakt auf einer
Leuterbahn wurde der Heißleiter zur Temperaurmessung überbrückt und
somit der Referenzwert der Temperatur übermittellt. Dazwischen gab es
den Heußleiterwert. So konnte die Abkühlung der Schaltung per Diagramm
rausgerechnet werden. Der Luftdruck wurde anhand der Anzahl
Überbrückungen festgestellt. Da die Sonder per Radar verfolgt wurde
hatte man auch Schrägentfernung und Geschwindigkeit und damit die Höhe.
Naha, war russische Armeetechnik um 1970. Die Wettersonden waren aber
Standard damals. Versorgung waren Luft-Sauerstoffbatterien.
Höher als 35000m ist der Trupp bei uns leider nie gekommen...
Gruß aus Berlin
Michael
Oli1995 schrieb:> Wir haben es schon einmal gemacht, doch> dieses mal möchten wir auch Dinge wie Höhe, Temperatur,> Luftfeuchtigkeit, etc. messen und abspeichern.
Was habt ihr denn mit dem Wetterballon gemacht wenn er keine Wetterdaten
sammelt?
Du könntest ja mal bei einer Universität mit meteorologischem
Fachbereich nachfragen, die machen sowas vermutlich häufiger.
Michael U. schrieb:> Schreiber schrieb:>> Oli1995 schrieb:>>> GPS würden wir nicht nehmen, da es nur bis in eine Höhe von 18km>>> funktioniert.>> Als Problemlösung für hartnäckige Fälle gibt es noch die Möglichkeit>> einen normalen SDR und Matlab als GPS-Empfänger zu verwenden. Dann ohne>> alle Beschränkungen. Gibt sogar passende Literatur dazu in der>> Buchhandlung...>> Du meinst jetzt für die Interkontinental-Rakete oder den Wetterballon?
Für beides.
Bei einem Wetterballon reicht aber ein normaler GPS-Empfänger, sofern
der Chipsatzhersteller bei der Implementierung der Höhenbeschränkung
nicht gepfuscht hat. Die Höhenbeschränkung gilt nämlich nur bei einer
hohen (=Rakete, Militärflugzeug) Geschwindigkeit. Bei einer geringen
Geschwindigkeit (=Wetterballon) gibt es keine Höhenbeschränkung.
Das einzige Problem ist, dass manche Chipsatzhersteller hier pfuschen
oder diesen unüblichen Betriebszustand nicht ausreichend testen.
Alexander schrieb:> Kann man nicht einfach eine Schnur an den Ballon hängen und> gucken, wie> viel schon abgerollt wurde.>> Ne Schnur aus Stahl am besten.
Probiers doch bitte aus.
Oli1995 schrieb:> unser Wetterballon erreicht aber vermutlich> eine Höhe von ca. 30000m.Alexander schrieb:> Kann man nicht einfach eine Schnur an den Ballon hängen und gucken, wie> viel schon abgerollt wurde.
Wo bekommt man eine Schnur mit 30km Lauflänge?
Christopher B. schrieb:> Oli1995 schrieb:>> unser Wetterballon erreicht aber vermutlich>> eine Höhe von ca. 30000m.>> Alexander schrieb:>> Kann man nicht einfach eine Schnur an den Ballon hängen und gucken, wie>> viel schon abgerollt wurde.>> Wo bekommt man eine Schnur mit 30km Lauflänge?
Häng ne Spinne in den Ballon und fütter die gut ;)
il Conte schrieb:> Sagt dir das Wort 'Aufstiegsgenehmigung' was? :(> Habt ihr die schon?
Da braucht es keine.
Man muss bei Ballons ab 500 Gramm 2 Wochen in voraus den Start der DFS
mitteilen und bekommt dann ein Zeitfenster für den Start zugeteilt.
Formloses Schreiben oder eMail reicht.
Hochgenaue GPS-Empfänger (<50cm) ohne Höhenbeschränkung fallen jeden Tag
zu Hauf von Himmel. Einfach mal auf 400-408 MHz hören und eine
DFM06/DFM09 einsammeln. Dann hat man das was man braucht.
Wir hatten den Sensor ms5607-02ba03 eingesetzt.
Googeln und das Datenblatt kommt.
Hat zwar funktioniert, aber der Luftdruck wird doch arg dünn, so dass
man nicht mehr so genau weiß wie hoch man tatsächlich ist. (Die
Barometrische Höhenformel gilt ja z.B. nur bis unter 10.000m) Würde
daher heute auch auf GPs setzen.
Wir hatten auch noch Feuchte und Temperatur gemessen. Aber wenn du mal
den Temperaturumkehrpunkt (ab der Höhe wo es wieder wärmer wird) hinter
dir hast, waren die Feuchtewerte bei 0%rF. Wenn man im weiteren
Flugverlauf aussagekräftige Werte haben will braucht man eine viel
genauere Messtechnik als wir sie hatten.
Hier unser Projekt, das jetzt aber auch schon wieder einige Jahre
zurückliegt.
https://www.youtube.com/watch?v=q18B3dJlmM8
(Zur Orientierung: Vor dem Platzen des Ballon sieht man den Bodensee)
Kleine Anmerkung zur genannten 'Aufstiegsgenehmigung'.
--> klar die braucht man, man braucht aber auch unbedingt eine
Versicherung (die übliche Haftpflicht greift hier nicht)
Viel Spaß und Erfolg.
Jan H. schrieb:> Ich glaube das ueber die Luftdruck die Genauigkeit relatif schlecht ist.
Wer verbreitet eigentlich immer dieses Gerücht?
Ich kann versichern dass zwischen 0m und ca.4500m
(da war ich selbst dabei:))
die Messungen von GPS und Drucksensor fast deckungsgleich sind.
Das Datenblatt besagt dass es noch weit höher geht.
@TO: schau dir mal den MS5611 an.
Ob dir 10mbar und -40°C reichen musst du mal ausrechnen.
http://www.amsys.de/products/ms5611.htm
Empfindlichkeit ist auch Jenseits von allem Nötigen.
https://www.youtube.com/watch?v=i5qiqXCGg2w
Chr. M. schrieb:> Jan H. schrieb:>> Ich glaube das ueber die Luftdruck die Genauigkeit relatif schlecht ist.>> Wer verbreitet eigentlich immer dieses Gerücht?> Ich kann versichern dass zwischen 0m und ca.4500m> (da war ich selbst dabei:))> die Messungen von GPS und Drucksensor fast deckungsgleich sind.> Das Datenblatt besagt dass es noch weit höher geht.
Bei 30km ist der Druckabfall pro Meter deutlich geringer als bei 4500m,
daher ist die Genauigkeit in diesem Höhenbereich wirklich nicht sehr
gut. Siehe Barometrische Höhenformel.
> daher ist die Genauigkeit in diesem Höhenbereich wirklich nicht sehr> gut.
Ja, glaube ich.
Die Frage ist: Wie genau soll es sein?
Für ein Hobbyprojekt reichen vielleicht einige 10m Auflösung.
Mir ist es nur aufgestossen weil letzten schonmal einer das gleiche
behauptet hat(in dem Wurfkamerathread)
Chr. M. schrieb:> habe gerade gesehen dass der U-Blox GPS Empfänger bis 50.000m> im Datenblatt spezifiziert ist.
Dessen Mindesttemperatur von -40°C könnte zum Problem werden. Und heizen
wird man im Wetterballon nicht wollen.
A. K. schrieb:> Chr. M. schrieb:>> habe gerade gesehen dass der U-Blox GPS Empfänger bis 50.000m>> im Datenblatt spezifiziert ist.>> Dessen Mindesttemperatur von -40°C könnte zum Problem werden. Und heizen> wird man im Wetterballon nicht wollen.
Du glaubst gar nicht wie gut Styropor isoliert und wie ausreichend
Eigenwärme dort ist!
A. K. schrieb:> Dessen Mindesttemperatur von -40°C könnte zum Problem werden.
weniger als -50 Grad wirds meist nicht, wenn man sich warm anzieht geht
das schon, der Flug dauert ja nicht ewig
A. K. schrieb:> Chr. M. schrieb:>> habe gerade gesehen dass der U-Blox GPS Empfänger bis 50.000m>> im Datenblatt spezifiziert ist.>> Dessen Mindesttemperatur von -40°C könnte zum Problem werden. Und heizen> wird man im Wetterballon nicht wollen.
Das nicht, aber in der Regel sind die Gehäuse von Radiosonden aus
Styropor gefertigt, und so schon mal einigermaßen wärmeisoliert.
Man kann in noch als "Heizung" in Beutel eingeschweißtes Wasser
dazupacken. Die Gefrierwärme des Wassers wirkt der Abkühlung deutlich
entgegen.
Dieses Verfahren wird tatsächlich in den schweizerischen
Meteolabor-Radiosonden zur Verbesserung der Messgenaugigkeit angewandt,
es existiert darüber ein Paper des Herstellers.
Jan W. schrieb:> Da braucht es keine.> Man muss bei Ballons ab 500 Gramm 2 Wochen in voraus den Start der DFS> mitteilen und bekommt dann ein Zeitfenster für den Start zugeteilt.> Formloses Schreiben oder eMail reicht.>> Hochgenaue GPS-Empfänger (<50cm) ohne Höhenbeschränkung fallen jeden Tag> zu Hauf von Himmel. Einfach mal auf 400-408 MHz hören und eine> DFM06/DFM09 einsammeln. Dann hat man das was man braucht.
Hallo, im DFM-06 ist laut Recherche ein Telit JN3 - GPS-Modul eingebaut.
Meine Frage: Auf ebay gibt es ja günstige Neo-M8N - GPS-Module, die auf
den ersten Blick von den Specs her ähnlich aussehen.
Ich will so ein Ding in ein Flugzeug einbauen.
Aber wie kommst du auf hochgenauer Empfänger (<50 cm)?
aus dem Datenblatt: Horizontal Position Accuracy typisch < 2,5 m !?
Kann vielleicht jemand dazu eine Stellungnahme angeben?
> Jan W. schrieb:>> Da braucht es keine.>> Man muss bei Ballons ab 500 Gramm 2 Wochen in voraus den Start der DFS>> mitteilen und bekommt dann ein Zeitfenster für den Start zugeteilt.>> Formloses Schreiben oder eMail reicht.
Das kommt wohl sehr auf den Startort an. Mir wird bei dem Gedanken
schlecht, dass mir "nur 500g" auf die Frontscheibe klopfen könnten.
Ich habe einmal einen Flug mit kaputter Frontscheibe erlebt, das war
einmal mehr, als nötig.
Hier wäre die entsprechende Einstiegsinfo von der DFS.
https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/Services/Luftsport%20&%20Freizeit/Sonstige%20Aktivit%C3%A4ten/martin schrieb:> Ich will so ein Ding in ein Flugzeug einbauen.
Was meinst Du mit "Flugzeug"?
Bernhard D. schrieb:> Man kann in noch als "Heizung" in Beutel eingeschweißtes Wasser> dazupacken. Die Gefrierwärme des Wassers wirkt der Abkühlung deutlich> entgegen.
Der Heliumballon hat ja auch nichts besseres zu tun, als Wasser durch
die Gegend zu schleppen ;-)
Da müsste man anhand typischer Flugprofile mit Temperaturdaten über die
Zeit nachrechnen, wie sich Heizung durch Verlustleistung
(Batteriegewicht), kompakterer Aufbau (geringe Oberfläche), thermische
Isolation und Temperaturstabilisierung durch Phasenübergang auf das
Gewicht Nutzlast auswirken.
Werner M. schrieb:> Bernhard D. schrieb:>> Man kann in noch als "Heizung" in Beutel eingeschweißtes Wasser>> dazupacken. Die Gefrierwärme des Wassers wirkt der Abkühlung deutlich>> entgegen.>> Der Heliumballon hat ja auch nichts besseres zu tun, als Wasser durch> die Gegend zu schleppen ;-)
Es muss ja kein 10 l Eimer sein ;-)
> Da müsste man anhand typischer Flugprofile mit Temperaturdaten über die> Zeit nachrechnen, wie sich Heizung durch Verlustleistung> (Batteriegewicht), kompakterer Aufbau (geringe Oberfläche), thermische> Isolation und Temperaturstabilisierung durch Phasenübergang auf das> Gewicht Nutzlast auswirken.
Bitte sehr (siehe Anhang).
Drei solcher Beutel "liefern" eine Gefrierwärme von 13200 Ws. Damit kann
man eine Stunde mit 3.67 W "heizen" bei ca. 50 g zusätzlicher Masse.
Nicht schlecht, finde ich.
Bernhard D. schrieb:> Bitte sehr (siehe Anhang).
Vielen Dank.
Leider verraten sie dort nichts über die Effektivität im Vergleich zu
anderen Maßnahmen. Da wird es ein Effizienzoptimum zwischen Isolation
und Wärmepuffer geben.