Hallo,
ich hab mal ne Frage über den Ausfall von Schottky-Dioden!
wenn eine Schottky-Diode ausfällt, also z.B. mit einem Strom immer
oberhalb
des zulässigen Stromes betrieben wird oder auch nur einmal kurz weit
über den zulässigen Durchlassstrom betrieben wird,
wie fällt die Diode dann aus?
wir sie eher hochohmig?
oder eher nieder ohmig?
ersteres wäre besser! ;)
VG
Das ist teilweise auch gehäuseabhängig. Eine Kleinleistungsdiode im
Glasröhrchen, da wird der Bonddraht wegbrennen, bei einer vergossenen
Diode, wo die Kontaktierung nirgendwo hin kann, die legieren eher durch.
So sind jedenfalls meine Erfahrungen bei den Transistoren von
Linearnetzteilen.
Väterchen Zufall bestimmt das.
Ich würde aber die Chancen für hochohmig höher einschätzen.
Da aber beides nur mit einem Messinstrument feststellbar ist, würde ich
sagen: Ist egal.
Hochohmig bedeutet nichts, wenn falsche Richtung!
Niederohmig bedeutet nichts, wenn falsche Richtung!
diodenhoden schrieb:> wir sie eher hochohmig?> oder eher nieder ohmig?
Lt. IEC 62380 zu 80% Kurzschluß, zu 20% Unterbrechung. In der Praxis
habe ich eigentlich nur Kurzschluß beobachtet.
Hallo Leute,
Shottkydioden basieren auf Silizium und damit sind die physikalischen
Gegebenheiten klar:
Bei Überstrom brennt ein Bonddraht durch oder der Kristall wird
thermisch zerstört, beides führt zu einer Unterbrechung.
Bei Überspannung wird, durch den Avalancheeffekt, der Halbleiter zum
Leiter, was zu einem Kurzschluß führt.
Die Praxis ist allerdings nicht so eindeutig. Bei Kurzschluß kann als
Folge ein zu hoher Strom fließen, der den Kristall oder Bonddraht
zerstört.
Fazit: Eindeutig ist nur der Kurzschluß infolge einer Überspannung. Eine
Unterbrechung kann durch primären Überstrom ODER Überstrom in Folge
einer Überspannung eintreten.
Weißt ein Halbleiter einen Kurzschluß auf, so war die Ursache eine
Überspannung. Bei Kurzschluß ein Überstrom ODER eine Überspannung (ein
Blick in den Schaltplan kann klären, ob ein Überstrom infolge der
Überspannung möglich ist).
Was mich noch interessierte ist, wie Übertemperatur auf eine
Shottkydiode wirkt. Dazu habe ich eine Shottkydiode 1N5819 an den
Diodentest meines Multimeters angeschlossen und mit einer Kerze erwärmt:
In Durchlaßrichtung fällt die Flußspannung rasch bis zum Kurzschluß.
In Sperrichtung fällt die Sperrspannung rasch bis zum Kurzschluß.
Nach abkühlen stellt sich der ursprüngliche Zustand wieder ein. Mir ist
es nicht gelungen, die Diode thermisch zu zerstören, obwohl ich sie
erhitzte bis das Gehäuse brannte. Ein weiteres erhitzen hätte zur
Unterbrechung geführt, einfach weil die Diode auseinander fällt.
Im Datenblatt der Diode ist zu erkennen, wie schnell die Sperrspannung
mit der Temperatur fällt. Schon bei ca. 120°C beträgt sie nur noch 4V
(Bild im Anhang). Die Flußspannung verhält sich gleich.
Nun ist das erwärmen der Diode mit einer Kerze nicht das gleiche wie die
Eigenerwärmung durch Spannung und Strom (Beim realen Halbleiter ist der
Widerstand und damit die Temperatur nicht gleichmäßig über den Kristall
verteilt, es bilden sich Wärmenester), aber es zeigt doch, daß es keine
gute Idee ist Shottkydioden auf höherer Temperatur zu betreiben, ausser
man will dieses Verhalten ausnutzen.
Gruß. Tom
Ich hatte jedoch folgenden Fall:
LL103A : Aufgrund von Überlast mit Unterbrechung ausgefallen. Die sind
schlicht von der Leiterplatte gefallen, weil das Lötzinn durch die
Erwärmung flüssig wurde.
Sie haben nach erneutem Einlöten wieder funktioniert.
Ich hatte aber schon einige Schottkys mit Kurzschluss.
Es kann sogar die Leiterplatte durch verkohlung leitfähig werden, auch
das hatte ich schon.
-> Seriös lässt sich das nicht vorhersagen, denke ich.
Amateur schrieb:> Ich würde aber die Chancen für hochohmig höher einschätzen.
nicht bei 2 möglichen Szenarien das kann man dann würfeln 50:50,
diodenhoden schrieb:> wenn eine Schottky-Diode ausfällt, also z.B. mit einem Strom immer> oberhalb> des zulässigen Stromes betrieben wird
bedeutet Überhitzung vom Chip, der legiert dann wohl eher durch und wird
niederohmig.
diodenhoden schrieb:> oder auch nur einmal kurz weit> über den zulässigen Durchlassstrom betrieben wird,
das betrifft eher die Bonddrähte, die brennen durch und es wird
hochohmig
Lothar M. schrieb:> TomA schrieb:>> Shottkydioden basieren auf Silizium> Und auf dem Namen des Österreichers Walter Schottky. Deshalb auch das c> im Namen...
Österreicher war der nicht.
Niedliches Kerlchen schrieb:>> Österreicher war der nicht.>> Vielleicht war er als geborener SCHWEIZER nicht ganz so wortkarg
In der Schweiz geboren zu sein macht nicht zum Schweizer.
Als Kind deutscher Eltern ist man Deutscher (jus sanguinis).
Als in den USA Geborener ist man Amerikaner (jus soli).
Als Kind deutscher Eltern in den USA geboren ist man deshalb beides.
hinz schrieb:> Lothar M. schrieb:>> TomA schrieb:>>> Shottkydioden basieren auf Silizium>> Und auf dem Namen des Österreichers Walter Schottky. Deshalb auch das c>> im Namen...>> Österreicher war der nicht.
Aber er basierte auf Kohlenstoff (carbon)
;-D
PS: In D wie in CH gilt das Abstammungsprinzip (jus sanguinis). Sein
Vater war Deutscher, damals in der Schweiz an der ETH Zürich lehrend.
Ein Schicksal, das er mit vielen heutigen Professoren der ETH teilt.
Neandertaler schrieb:> Aber er basierte auf Kohlenstoff (carbon)
Aber zu 1-2g auch aus Silizium. Auch er schon, wenngleich manche
Menschen heute so viel davon mit sich rumschleppen, dass man kaum noch
von einem Spurenelement sprechen kann.
A. K. schrieb:> Aber zu 1-2g auch aus Silizium.
Vermutlich mehr.
Wer weiss, wieviel Silizium er im Laufe seines Forscherdaseins aus
Versehen eingeatmet oder verschluckt hat...
A. K. schrieb:> Wenn sie so aussehen, dann wohl eher "fail closed":> https://en.wikipedia.org/wiki/File:Schottky_Diode_Section.JPG
Danke, das war sehr interessant und eine mir immer offene Frage wurde
damit dann auch gleich beantwortet. Nur hätte ich nicht gedacht, dass
dieser Wert so irre hoch ausfällt.
Das kommt auf den Strom an... Wenn die Dinger an Hitze sterben, werden
sie extrem niederohmig. Wenn nach dem Knall nur noch die Beinchen übrig
sind, werden sie ziemlich hochohmig.
hinz schrieb:>> des Österreichers Walter Schottky. Deshalb auch das c>> im Namen...> Österreicher war der nicht
Man lernt nie aus. ;-)
Aber die Schreibmaschine wurde von einem Österreicher erfunden...
Lothar M. schrieb:> Aber die Schreibmaschine wurde von einem Österreicher erfunden...
Das können je nach Einstellung zur Sache und je nach Ausmass des
Patriotismus viele für sich reklamieren. Italiener, Engländer, Dänen,
Amerikaner und auch dein etwas spät in der Liste auftauchender Tiroler.