Woran sterben Zeilentrafos?

Gast #4866740
Ist das geplante Obszönleszens?
Ich dachte schon nach über 35 Jahren glotzen wäre mein Fernseher davon 
verschont gewesen, bis gestern grrr.
Die HV-Kaskade hat 100kOhm Durchgang zur Masse, die anderen Wicklungen 
scheinen ok. Was geht da ab in den Dingern, daß die nicht alt werden? 
Ich meine 35 ist doch kein Alter, für einen Trafo?
(Firma: matzetronics)
Der isolierende Kunststoff hat evtl. Feuchtigkeit aufgenommen und 
sprühende Hochspannung hat dann langsam aber sicher die Isolierung 
ausgehölt.

Bei einem Trafo mit integrierter HV Diode (Diode-Split Trafo) kann dann 
auch die Diode die Hufe hochreisen, wenn der Strom durchs Sprühen zu 
hoch wird.

Mach dir nichts draus, mein alter 37cm Multinorm Grundig hat damals 
ingesamt 3 HV Kaskaden innerhalb von 15 Jahren verschlissen.
Gast
batman schrieb:
> Ich meine 35 ist doch kein Alter, für einen Trafo?

Für einen Zeilentrafo schon.

Ich meine 400000 km sind auch kein Alter für einen Motor. Für den LKW 
und den Traktor stimmt das, die sind gerade mal eingelaufen. Bei einem 
Porsche oder Ferrari ist das schon deutlich anders, und bei einem Formel 
Rennmotor nochmal.
Gast
Ja echt ey, keine Qualität heutzutage mehr!
Erst kürzlich musste ich doch bei meinem Auto nach 14,5 Jahren und 140 
tkm die original Werksbatterie tauschen. Zahnriehmen ist auch schon seit 
80 tkm überfällig.
(Firma: matzetronics)
OXI T. schrieb:
> Dann hält die Kaskade.

Aber das Bild wird flauer und grösser. Da musste dann wieder überall 
dran rumdrehen. Da die BG2047 (oder so ähnlich) nicht die Welt kostete, 
wars nicht so schlimm. Heute siehts mit der Ersatzteilversorgung 
allerdings nicht mehr so gut aus, wobei HR Diemen m.W.n. immer noch 
Z-Trafos herstellt.
Gast
Ich hab mich bloß gewundert, was dahinter steckt. Man kann ja fast drauf 
warten, spätestens nach ein paar Jahrzehnten geht der Zeilentrafo hoch. 
Meistens sogar noch eher.
Aber das mit der Feuchtigkeit kann in diesem Falle gut hinkommen. Der 
Kasten hatte nämlich gerade nach 3 Jahre Pause für 30 Minuten seinen 
Dienst angetreten, bevor er abpfiff.
Naja das Phänmomen muß dann wohl die nächste Zivilisation auf dem 
Planeten lösen, also vermutlich die Affen.
Der Fernseher hatte einfach nur Mitleid mit Deinen Augen und wollte 
ihnen das schlechte, grobauflösende und verzerrte Bild nicht länger 
zumuten.
Wenn sie im TV mal wieder alte Vorabendserien im 3:4 Format wiederholen, 
kriege ich das kalte Grausen. Da hilft auch Brille putzen nichts.
Gast
Peter D. schrieb:
> Wenn sie im TV mal wieder alte Vorabendserien im 3:4 Format wiederholen,
> kriege ich das kalte Grausen.

Ich kriege eher das kalte Grausen wenn ich sehe was heutzutage so auf 
dem Bildschirm nicht mehr flimmert. Egal ob Superstar, holt bloß 
niemanden raus, Bauer sucht Sau oder die ganzen Ami-Serien die drüben 
keiner mehr sehen will.
Hauptsache Hirn aus und möglichst peinlich.

Von daher ist mein Fernseher fast nur noch für Nachrichten, Dokus und 
mal ne DVD/Bluray an.
Gast
Womit fütterst du denn deinen Zeilentrafo-TV?

Für DVBT-2 liefern die Tuner doch kein herkömmliches auf HF
moduliertes FBAS mehr.

- Brauchst du vielleicht noch einen Fernschreiber?
Gast
Ich vermutte, dass die Hochspannung sehr schwer zu isolieren ist und 
deswegen gibt's immer irgendwo Leckströme und dabei wird die Spule 
überbelastet durch zu viel Stromfluss.
Gast
Jobst M. schrieb:
> batman schrieb:
>> Die HV-Kaskade
>
> Eine Kaskade ist aber kein DST/Trafo. Kaskade war noch davor und ein
> Trafo war zusätzlich notwendig. Die sind eigentlich reihenweise
> gestorben.
> 35 Jahre - da hat sich auch Verbrauchstechnisch eine Menge geändert.
> Freu Dich über die nächste Stromrechnung. ;-)
>
>
> Gruß
>
> Jobst

Erzähl mal ...nachdem Du eine moderne Glotze gemessen hast.

Gruß,

Holm
Gast
Das nimmt sich nicht viel. Der Nordmende Spectra S 72 zieht 60-80W und 
der LCD ähnlicher Fläche konstante 60W. Mein etwas größerer Loewe Art 
mit Röhre zieht allerdings schon an die 200W. Ja Retro kostet.
> Verbrauchen die auch so viel? Ach was?

Auf die Fläche gesehen nicht und vermutlich auch so nur knapp. Meine 
55"-LG-Glotze mit Local Dimming braucht je nach Bild so 40-60W (ist aber 
augenfreundlich eingestellt). Der alte Grundig Monolith aus 1983 mit 
67cm (27") war bei deutlich mehr als 100W. Und die 55" sind trotz 16:9 
von der effektiven Fläche her grob das vierfache des Röhrenbilds...
(Firma: matzetronics)
Harald W. schrieb:
> Die alten "vollgeröhrten" Farbfernseher lagen wohl bei etwa  1...2kW.

Philips Goya Hybrid (Transistor/Röhre) von 1972 (für die Olympischen 
Spiele damals gekauft) bei 420W.

Plasma TV schaffen sowas allerdings auch in diesen Jahrtausend.

OXI T. schrieb:
> Die Kaskade ist übrigens kein Verschleissteil.

Da war mein Grundig von oben allerdings anderer Meinung. Z-Trafo lief 
wie Schmidts Katze, die BG1897 rauchte immer wieder ab.
http://www.n-tronics.com/english/electronic_parts/triplers.php
Jobst M. schrieb:
> Der alte Metz von meinem Opa (mit Kaskade) lag bei 400W.

die letzten TV mit CRT brauchten für 66/70cm nur 75W
allerdings sind die heutigen LEC/LED TV typischerweise in der Fläche 4x 
soviel, ich bezweifel da unter 100W

OXI T. schrieb:
> Die Kaskade ist übrigens kein Verschleissteil.

als alter Fernsehklempner, ich musste stets mehr Kaskaden tauschen als 
Zeilentrafos, nun sage mir wie du zu dieser Aussage kommst.
Gast
Joachim B. schrieb:
> als alter Fernsehklempner, ich musste stets mehr Kaskaden tauschen als
> Zeilentrafos, nun sage mir wie du zu dieser Aussage kommst.

Das ist so ähnlich wie mit dem ständigen Röhren tauschen.
Du bekämpft da das Sympthom aber nicht den Fehler.

Die Kaskade geht kaputt wenn ...
und jetzt bist Du dran.
M.N. schrieb:
> Merkste was?

merkst du was?

es war nur C&P von anderer Stelle

aber die Kernaussage hast du nicht verstanden,

keine 1-2kW und kein standby Verbrauch wo wir heute doch alle so grün 
sind

wenn man mal alle Flach TV hochrechnet im standby hui wie sparsam sind 
doch die modernen [wer Sarkasmus findet...]
Gast
Georg A. schrieb:
>> Verbrauchen die auch so viel? Ach was?
>
> Auf die Fläche gesehen nicht und vermutlich auch so nur knapp. Meine
> 55"-LG-Glotze mit Local Dimming braucht je nach Bild so 40-60W (ist aber
> augenfreundlich eingestellt). Der alte Grundig Monolith aus 1983 mit
> 67cm (27") war bei deutlich mehr als 100W. Und die 55" sind trotz 16:9
> von der effektiven Fläche her grob das vierfache des Röhrenbilds...

Du solltest aber mit einer halbwegs modernen Röhrenglotze vergleichen 
wenn Du vergleichen möchtest und nicht hinken.
Wie wäre es mit einer "modernen" aus den 90ern?

Gruß,

Holm
Gast
OXI T. schrieb:
> Das ist so ähnlich wie mit dem ständigen Röhren tauschen.
> Du bekämpft da das Sympthom aber nicht den Fehler.
>
> Die Kaskade geht kaputt wenn ...
> und jetzt bist Du dran.

Hach, immer wenns gerade spannend wird. :(

Ich vermute Risse im Gießharz, die irgendwann durch Schrumpfung, 
Trocknung, Dehnung o.a. entstehen. Irgendwo muß der Verschleiß ja 
herkommen. Es sei denn man glaubt an einen zufälligen tödlichen 
Netz-Spike, der nach einer gewissen Laufzeit zu 50% eingetroffen ist.
Holm T. schrieb:
> Du solltest aber mit einer halbwegs modernen Röhrenglotze vergleichen
> wenn Du vergleichen möchtest und nicht hinken.
> Wie wäre es mit einer "modernen" aus den 90ern?

Den Philips Mat(s)chline aus 2000 mit 100Hz habe ich leider nicht 
vermessen. So gefühlt kams da hinten aber auch recht warm raus. Ich 
bezweifele mal, dass sich da noch wirklich gross was getan hat. Welcher 
Technologiesprung soll denn da viel eingespart haben?
Gast
Georg A. schrieb:
> Holm T. schrieb:
>> Du solltest aber mit einer halbwegs modernen Röhrenglotze vergleichen
>> wenn Du vergleichen möchtest und nicht hinken.
>> Wie wäre es mit einer "modernen" aus den 90ern?
>
> Den Philips Mat(s)chline aus 2000 mit 100Hz habe ich leider nicht
> vermessen. So gefühlt kams da hinten aber auch recht warm raus. Ich
> bezweifele mal, dass sich da noch wirklich gross was getan hat. Welcher
> Technologiesprung soll denn da viel eingespart haben?

Die Schaltnetzteile vs. Trafo und Analogreglern.

Im Ernst, die Leistungsaufnahmen einer "Endzeitröhrenglotze" und einem 
aktuellem LCD Ding liegen in der selben Größenordnung.
Ich habe irgendwo eine 100Hz Scharp-Glotze da stehen 80 Watt dran.

Gruß,

Holm
Gast
Peter D. schrieb:
> Irgendwie vermisse ich das 50Hz Flackern, den Schnee, das Moiré,
> die
> Geisterbilder, die Farbsäume, das eirige Testbild und das bildabhängige
> 50Hz-Brummen der Röhren-TVs.

Das Beste ist das stetige Pfeifen und Knarren vom Ablenkmotor. :)
Muß man aber schon bissie ältere nehmen, mein letzter 100 Hz ist schon 
völlig geräuschlos.
Holm T. schrieb:
> Die Schaltnetzteile vs. Trafo und Analogreglern.

Der Grundig-Monolith hatte auch schon ein SNT. War AFAIR der zweite 
BU208 neben der H-Endstufe.

batman schrieb:
> Muß man aber schon bissie ältere nehmen, mein letzter 100 Hz ist schon
> völlig geräuschlos.

Der nicht billige Philips Matschline (Ultra-Flat-Röhre, 100Hz, Digital 
Natural Motion) hatte ein äusserst enervierendes 100Hz-Knattern auf den 
Lautsprechern... Das hat er sich wohl irgendwie über eine schlechte 
Masseplanung eingefangen. Wenn man die Endstufe gemutet hat (Volume=0), 
war es nämlich weg. Die Horizontalablenkung hat auch ab und zu irgendwie 
hörbar (auf 8kHz?) rumresoniert. Und dank der Flachröhre mit 3cm Glas 
vorne war er für einen Einzelnen quasi un-entsorgbar...

Nö, der Zeit trauere ich nicht wirklich hinterher...
Gast
Also mein 100Hz Röhren-Daewoo lief manchmal tagelang unbemerkt mit 
Schwarzbild (Receiver aus) und das auf dem Lande, wo man eine Nadel 
fallen hört.
Nerviges Pfeifen und Knarren (besonders wenn man davor sitzt) ist leider 
mit dem Kommen der LCDs nicht ausgestorben. Das ist wohl eher 
Glückssache und alternde Elkos.

Aber BTT..
Gast
Harald W. schrieb:
> Holm T. schrieb:
>
>> Die Schaltnetzteile vs. Trafo und Analogreglern.
>
> Netztrafos haben Röhrenfernseher, bis auf wenige Ausnahmen,
> eigentlich nie gehabt. Der Technologiesprung war der Ersatz
> von Röhren in der Signalverarbeitung durch Transistoren.

Wir reden von Glotzen mit Bildröhre Harald..

Gruß,

Holm
Holt euch doch stromsparende LCD-Glotzen die dynamisch entscheiden 
welcher Bildbereich wieviel verpixelt bzw. verfärbt wird - und das für 
jede Szene anders :-)

Ne Spass beiseite ...
Ich hatte mal einen spratzelnden Grundig-Röhren-Fernseher bei dem ich 
mich damit abfand dass er bald kaputtgeht weil irgendwo Hochspannung 
überspringt. Nach sehr langer Zeit stellte ich beim Transport fest dass 
nur der Netzstecker wacklig in seiner Buchse hinten steckte und immer 
mal wieder einen hörbaren Funken erzeugte ...

Die TFT-Kits sind soweit mir bekannt, alle affig teuer, da bekommt man hier schon fast ne 2. FP-NC dafür. Ausserdem ist die Röhre noch schön hell und ohne Einbrand, wäre schade, das Teil zu entsorgen.

Plan bis jetzt, Flyback-Spule runter und dann separaten Flyback dazu: https://www.ebay.co.uk/itm/364609713254 https://www.ebay.de/itm/273453325509

Die noch gute Seite vom Flyback macht dann die CRT-internen Spannungen, China-Flyback mit 20kV Diode am Ausgang die Anodenspannung. Anodenspannung kann man ja dann auch entsprechend mit Spartrafo-Schaltung stufenweise einstellen.

Separates HV-Modul reinbasteln ist wahrscheinlich dumme Idee, weil dann die Röhre brutzelt, wenn die Röhre HV ohne Ablenkung bekommt.

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