Hallo,
ich habe ein digitales 3V-Signal, welches ich in ein 5V differentielles
Signal umwandeln soll. Der Ausgang sollte belastbar sein, da eine lange
Leitung zu überbrücken ist.
Differentielle Spannungsdifferenz am Ende der langen Leitung sollte 5V
sein.
Die üblichen (mir bekannten) RS-422 Treiber bringen leider nur 3V am
Ausgang.
Signalbandbreite ist knapp 1MHz.
Wie könnte ich das Problem am günstigsten erschlagen?
ich schrieb:> Hallo,>> ich habe ein digitales 3V-Signal, welches ich in ein 5V differentielles> Signal umwandeln soll. Der Ausgang sollte belastbar sein, da eine lange> Leitung zu überbrücken ist.> Differentielle Spannungsdifferenz am Ende der langen Leitung sollte 5V> sein.>> Die üblichen (mir bekannten) RS-422 Treiber bringen leider nur 3V am> Ausgang.>> Signalbandbreite ist knapp 1MHz.>> Wie könnte ich das Problem am günstigsten erschlagen?
rs485/422 treiber mit galvanischer trennung und getrennten
versorgungseingängen, ADUMxxx und ähnliche.
ich schrieb:> ch habe ein digitales 3V-Signal, welches ich in ein 5V differentielles> Signal umwandeln soll. Der Ausgang sollte belastbar sein, da eine lange> Leitung zu überbrücken ist.
Wie lang ist "lang"?
> Differentielle Spannungsdifferenz am Ende der langen Leitung sollte 5V> sein.
Wozu? Wichtig ist, dass es auswertbar ist, dass ist die Aufgabe des
Systems Sender/Leitung/Empfänger. Nichts für sich alleine betrachtet
macht Sinn.
Und je grösser der Hub desto mehr andere Probleme handelst du dir ein.
ich schrieb:> Differentielle Spannungsdifferenz am Ende der langen Leitung sollte 5V> sein.
Dann setze einen zugehörigen Empfänger ans Ende und bereite das Signal
mit einem Inverter auf.
5V an 100Ohm über lange Leitungen mit 1 MHz sind Selbstmord.und warm.
Achim S. schrieb:> Dann setze einen zugehörigen Empfänger
Damit das klar ist: zugehörig. Also einen Empfänger, der die Differenz
auswertet, und nicht irgendeinen TTL-Baustein.
Dass es unbedingt 5V sein sollen, ist eine völlig unnötige
Einschränkung, dafür gibt es keine integrierten Lösungen. Dafür muss man
die Treiber wohl selber diskret aufbauen. Empfänger sind kein Problem,
die haben Eingangsspannungsbereiche von z.B. -5..+15V.
Georg
> Wie lang ist "lang"?
ca. 10-15m
> Wozu? Wichtig ist, dass es auswertbar ist, dass ist die Aufgabe des> Systems Sender/Leitung/Empfänger.
Naja, der Empfänger ist gegeben und erkennt ab 4,5V
... deshalb schrub ich 5V (etwas Reserve)
> Dann setze einen zugehörigen Empfänger ans Ende und bereite das Signal> mit einem Inverter auf.
Hm, ich glaube, das wird zu aufwändig. Ich hatte auch schon daran
gedacht, Schmitt-Trigger zu verwenden, aber dann hätte ich einen
zeitlichen Versatz zwischen den Differenzsignalen - nicht unbedingt das,
was ich will.
> Naja, der Empfänger ist gegeben und erkennt ab 4,5V ... deshalb schrub ich 5V
(etwas Reserve)
Schmeiss der Müll in die Tonne. Der vorgegebene Empfaenger ist Abfall.
RS422 ist das Medium der Wahl. Da sind 1MBit bei 15m keine Anforderung.
Mit RS422 Treibern zB den SN65HVD23D macht man 25MBit auf 150m.
@ ich (Gast)
>Die üblichen (mir bekannten) RS-422 Treiber bringen leider nur 3V am>Ausgang.
Das reicht ja auch, denn die passenden Empfänger erkennen ab +/-200mV
ein sicheres HIGH.
>Signalbandbreite ist knapp 1MHz.
Nicht sonderlich viel.
>Wie könnte ich das Problem am günstigsten erschlagen?
RS422 Tranceiver, MAX488 & Co.
@ ich (Gast)
>Naja, der Empfänger ist gegeben und erkennt ab 4,5V>... deshalb schrub ich 5V (etwas Reserve)
Was ist das für ein Empfänger? Der braucht 4,5V DIFFERENZspannung für
HIGH?
Kaum zu glauben.
>> Dann setze einen zugehörigen Empfänger ans Ende und bereite das Signal>> mit einem Inverter auf.>Hm, ich glaube, das wird zu aufwändig.
Unsinn, das ist der millionenfach bewährte Standardansatz.
> Ich hatte auch schon daran>gedacht, Schmitt-Trigger zu verwenden, aber dann hätte ich einen>zeitlichen Versatz zwischen den Differenzsignalen - nicht unbedingt das,>was ich will.
All das und noch mehr ist in einem MAX488 drin, ready to use, plug &
play, wash & go!
ich schrieb:> Ich hatte auch schon daran> gedacht, Schmitt-Trigger zu verwenden
Das spricht für ein vollständiges Unverständnis differentieller
Datenübertragung. Zu detektieren ist die Differenzspannung zwischen den
Signalen, nicht deren absolute Spannungen.
Da es differentiell heisst, könnte man da auch von allein drauf kommen.
Georg
> Das spricht für ein vollständiges Unverständnis differentieller> Datenübertragung.
Fragt sich, wer hier was nicht versteht.
Schließlich gibt es auch Bausteine aus der 74er Reihe, die einen Ausgang
und einen invertierten Ausgang haben - ohne dass die speziell als
differentielle Ausgänge gekennzeichnet sind.
Wenn ich zwei Logik-Signale habe, die zeitgleich (!) jeweils den
entgegengesetzten Pegel des anderen einnehmen, dann kann man das doch
als differentielles Signal ansehen - gleichgültig wie es erzeugt wurde.
@Falk: danke für den Tip mit dem Max488 - den hatte ich garnicht auf dem
Schirm. Ich werde es mal mit seinen Kollegen versuchen, der 488 ist mir
etwas zu langsam, aber 481 bzw. 490 sehen nicht schlecht aus. Danke.
>Wenn ich zwei Logik-Signale habe, die zeitgleich (!) jeweils den>entgegengesetzten Pegel des anderen einnehmen, dann kann man das doch>als differentielles Signal ansehen - gleichgültig wie es erzeugt wurde.
Mag ja richtig sein. Aber zum Decodieren brauchts nur den
Differenzpegel. Ein absoluter Pegel ist hier absolut falsch gedacht.
Wie schnell ist denn die Datenübertragung, daß ein 488er zu langsam ist?
Falls Du keinen galvanisch getrennten Aufbau gewählt hast:
Deine RS485 braucht mindestens drei Leitungen: D+/D-/Bezugspotential
Und dann wären wir schon beim allseits beliebten Thema
"Potentialausgleich und Sicherheit".
ich schrieb:> dann kann man das doch> als differentielles Signal ansehen - gleichgültig wie es erzeugt wurde.
Erzeugt schon, aber der Empfänger muss die Differenz auswerten, sonst
ist das Ganze sinnlos. Ich sehe schon, das Verständnis ist nicht nur
nicht da, es wird wohl auch nicht mehr kommen. Also lassen wirs.
Georg
ich schrieb:> nur für Georg, den Besserwisser:
Vielen Dank für den Link. Du kannst davon ausgehen, dass Georg das
Prinzip schon kennt. Und da er (wie einige andere) auch typische
Umsetzungen kennt, kannst Du bei Unklarheiten jederzeit gerne
nachfragen.