Hier wird (nicht zum ersten mal) beschrieben, daß man die Finger von VS
lassen solle und stattdessen lieber die SW updates favorisieren soll.
Beitrag "Win10 Update-Wahn bekämpfen"
Aber:
Was nutzt einem die besten Software, wenn ...
1) an einem Excel ein faules Macro dranhängt?
2) ein aktueller Virus an einer Email dranhängt?
3) überhaupt etwas an der email dranhängt?
Mein Virenscanner hat in allen 3 Fällen schon angeschlagen und mich auf
komische Anhänge hingewiesen und Ich konnte es abwehren. Was wäre
passiert, wenn Ich es geöffnet hätte?
Was ist mit infizierten Seiten?
Wenn Ich eine Seite habe, wehrt die Firewall ungebetene Scripte ab. Tut
das das neueste update auch?
Hennes schrieb:>1...>2...>3...> Was wäre passiert, wenn Ich es geöffnet hätte?
Was ist so schwer an:
"ÖFFNE KEINE UNBEKANNTEN ANHÄNGE"
???
Jedes mal wieder der gleiche Mist. Überall warnt man davor und schon
kommt der Nächste und klickt auf den Anhang von einer Person die er zwar
nicht kennt, aber der Anhang super wichtig sein muss.
Hennes schrieb:> Was ist mit infizierten Seiten?
Seitdem Flash immer seltener wird, ist das nur noch ein sehr geringes
Problem. Sonst sind da meist die MS-Browser anfällig gewesen. Ein
Problem mit dem Virenscanner ist wahrscheinlicher.
Hennes schrieb:> Was nutzt einem die besten Software, wenn ...>> 1) an einem Excel ein faules Macro dranhängt?> 2) ein aktueller Virus an einer Email dranhängt?> 3) überhaupt etwas an der email dranhängt?>> Mein Virenscanner hat in allen 3 Fällen schon angeschlagen
mein virenscanner (clamscan in claws-mail) hat schon mal nicht
angeschlagen bei einem mailanhang.
da ich aber nicht doof bin, hab ich den anhang gar nicht erst ausgeführt
(geht auch garnicht weils eine .com in einem .zip war und linux keine
.com dateien ausführt).
lustigerweise haben nur 2 scanner auf virustotal was auffälliges in der
.zip datei gefunden, als ich die entpackte .com datei scannen lies
warens schon 3.
fakt ist, das virenscanner false positives liefern und das system
lahmlegen können (wenn sie meinen "kernel.dll" sollte in quarantäne),
und das wenn ein virenscanner nichts finden das nicht heißt das da auch
wirklich kein virus ist. false positives und false negatives also.
daneben sind virenscanner so tief im system verankert und haben so viele
systemrechte, dass ein bug im scanner das gesamte system angreifbar
machen kann. (
https://www.heise.de/security/artikel/Antiviren-Software-als-Einfallstor-270932.html
)
und noch lustiger wirds wenn der scanner "tolle features" wie MITM bei
ssl-verbindungen hat.
Es ist ja auch nicht so, das wenn man auf fremde Virenscanner
verzichtet, völlig schutzlos wäre. Neben dem Menschenverstand beim
Bearbeiten der EMail Eingänge gibts ja auch noch den Windows Defender.
Es ist jedenfalls sinnvoller, Windows Updates zuzulassen, als sie aus
Angst zu verbieten.
Der Menschenverstand ist allerdings nach wie vor die wichtigste
Komponente beim Sauberhalten des Personal Computers - und wars schon
immer.
1. Wer Makros in Office anlässt ist selber schuld.
2. Ein neuer Virus wird selten bis garnicht erkannt, da der AV
prinzipbedingt nur bekannte Viren erkennen kann.
3. Dateiendungen anschalten, d.h. eine "Rechnung.pdf.exe" wird auch als
solche angezeigt und (hoffentlich) vom Benutzer ignoriert.
Wenn überhaupt, würde ich nur den AV von Microsoft installieren, denn
der kennt sich noch am Besten mit den Internas von einem
MS-Betriebssystem aus.
Beim normalen surfen wird man eigentlich nur von Scripts und infizierter
Werbung bedroht. Adblocker, Scriptblocker, 1-2 Privacy-Addons und eine
passende Browsereinstellung sorgen für schnellere Ladezeiten, erhöhter
Privatsphäre, besserer bzw. überhaupt erst vorhandener Datenschutz, und
vor allem KEINE nervige Werbung. Ich surfe fast schon seit einem
Jahrzehnt auf diese Weise, ohne AV, und hatte noch keine einzige
Infektion. Und jedes Mal wenn ich an einem jungfräulichen Browser surfen
muss bin ich von der ganzen Werbung genervt.
Sascha schrieb:> Ich surfe fast schon seit einem> Jahrzehnt auf diese Weise, ohne AV, und hatte noch keine einzige> Infektion.
Wie kannst du das feststellen? Hin und wieder mal einen AV installiert
und geprüft?
Ansonsten kann ich dir bzgl. den Addons zu den Browsern nur zustimmen.
Mach ich seit (ebenfalls) einem Jahrzehnt auch so.
Sascha schrieb:> Ich surfe fast schon seit einem Jahrzehnt auf diese Weise, ohne AV, und> hatte noch keine einzige Infektion.
Wie willst du das feststellen? Nur weil noch sich noch kein
Verschlüsselungstrojaner gemeldet hat? Ohne AV könnte der Rechner Teil
Dutzender Botnetze sein, ohne dass du es merkst.
Deswegen halte ich es für grob fahrlässig vom Windows Defender
abzuraten. Es sind ja nicht nur die neuesten Viren im Umlauf und
manchmal kann man einen Anhang bei dem man sich nicht sicher ist,
einfach ein paar Signatur-Updates lang liegen lassen.
Hab im letzetn Jahr mehrere Viren auf meine Email Adresse bekommen. Aus
Witz hab ich die immer direkt bei Virustotal hochgeladen. Deutlich unter
10% der Scanner, meist nur 2-3 obskure, haben da was gefunden. Am
nächsten Tag kannten dann die meisten Scanner die Dateien.
Fazit: Wer nicht selber aufpassen will, sollte Mails erst mit einem Tag
verzögerung und Virenscanner lesen.
Prinzipiell Ok sind folgende Anhänge: PDF, JPG(allgemein Bilder), zip(*)
Gefährlich sind: .exe, .com, .pif, .scr, .js (wtf?), alle
.pdf.(exe/com/...), .zip (*) und was ich auch gesehen habe, Dateien, die
mit exe, moc, rcs oder so Anfangen (!), also die vorherige Liste
rückwärts. Die nutzen dann einen Schriftsatz der von rechts nach links
schreibt.
Bei Zip und Office Dateien kommt natürlich drauf an, was drin ist. ZIP
öffnen ist i.A. nicht schlimm, wenn man dann das Hirn bei den Dateien
die drin sind einschalte. Bei Office sollte man sich jede Meldung beim
Start durchlesen und im zweifelsfall nicht akzeptieren. Wer Makros ohne
Nachfrage an hat, dem ist natürlich nicht zu helfen.
Allgemein, bei Anhängen von unbekannten, die Datei bei Virustotal
hochladen, im Zweifelsfall mehrere Stunden warten und nochmal probieren.
Und aufpassen, auch wenn man gerade auf ein Paket von DHL wartet oder
was bestellt hat, muss die Mail die gerade rein kommt mit
Rechnung.pdf.com nicht von DHL sein.
TL;DR Wer ohne Virenscanner surft kann sicher surfen, wer ohne Hirn
surft surft sicher unsicher.
Hennes schrieb:> 1) an einem Excel ein faules Macro dranhängt?
Grundsätzlich galt auch schon immmer, keine Office Dokumente zu
versenden. Wer mal ein Word- oder Excel Dokument mit einem Hex Editor
geöffnet hat, wird das auch nie wieder tun. Denn in diesem Dokument
steht immer z.B. der Benutzername des Users auf dem erzeugenden Rechner
drin, und auch immer wieder interessante Dateipfade.
Wer mir ein *.docx, *.xls oder *.ppd o. ä. schickt, landet direkt mal im
Hexeditor und bekommt einen Anruf, wenn ich den Absender kenne.
Ansonsten ab in den Papierkorb.
armab schrieb:> Oder man nutzt ein "Wegwerfsystem" in einer virtuellen Maschine zum> Surfen, oder böse Mails aufmachen... ;)
Wer einen Mac oder ein BSD/Linux System hat, kann sich diesen Spass auch
machen.
Sascha schrieb:> Ich surfe fast schon seit einem> Jahrzehnt auf diese Weise, ohne AV,
Ich surfe seit einem Jahrzehnt mit AV und auch keine Probleme.
Jetzt aber ohne AV, da meine Windows-VM in der hintersten Ecke des Linux
Systems verschwunden ist.
Leider funktioniert das Übertragen von Musik auf Apple-Geräte nicht ohne
Windows, daher noch die VM.
Nochmal die Frage, die schon oft gestellt wurde, aber noch kein einziges
Mal beantwortet wurde: Wer keinen AV installiert hat und behauptet, seit
"Jahrzehnten" schon virenfrei zu sein, woher wisst ihr das? Der Rechner
könnte schon jahrelang in -zig Botnetzen aktiv sein (nur ein Beispiel).
Nur weil bisher kein Trojaner Lösegeld gefordert hat, ist das noch kein
Zeichen dafür, daß der Rechner schon "jahrelang virenfrei" ist.
Also: wie kann man die Virenfreiheit ohne Virenscanner feststellen?
>Also: wie kann man die Virenfreiheit ohne Virenscanner feststellen?
Gar nicht, genauso so wie mit. Ein Computer kann nicht erkennen ob er
noch richtig funktioniert. Prinzip bedingt.
Gruß J
Huh schrieb:> Wer keinen AV installiert hat und behauptet, seit "Jahrzehnten" schon> virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?
Es gibt die Möglichkeit des Offline-Scans. Dazu wird der Rechner
heruntergefahren und von einem anderen Bootmedium neu gestartet, und das
wiederum enthält Virenscanner, mit denen das Dateisystem untersucht
wird.
Ein bekanntes Beispiel ist die jährlich erscheienende "Desinfec't" der
c't.
Rufus Τ. F. schrieb:> Huh schrieb:>> Wer keinen AV installiert hat und behauptet, seit "Jahrzehnten" schon>> virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?>> Es gibt die Möglichkeit des Offline-Scans. Dazu wird der Rechner> heruntergefahren und von einem anderen Bootmedium neu gestartet, und das> wiederum enthält Virenscanner, mit denen das Dateisystem untersucht> wird.>> Ein bekanntes Beispiel ist die jährlich erscheienende "Desinfec't" der> c't.
Da steht die Aussage von den "AV-Gegnern" dagegen, daß ein Virenscanner
ja auch "false positive" Ergebnisse liefern kann (genauso wie "false
negative"), man also nach dem Scan auch nicht weiß, sind jetzt Viren da
oder nicht? Und wenn welche gefunden wurden, sind es false positive? Und
wenn nein, sind es false negative?
Also meinen die Verfechter des Weglassens, daß man doch lieber gar nicht
scannen sollte, die Ergebnisse "könnten ja falsch sein".
Das hilft niemandem weiter!
An der Stelle möchte ich auf das regelmäßige Verkacken der
Schlangenöl-Hersteller hinweisen:
http://blog.fefe.de/?q=Schlangen%C3%B6l
(Mein persönliches Highlight: Sophos schaltet systemweit ASLR ab,
erkennt seinen eigenen Updater als Malware)
Und auf die Tatsache, dass alle active-scan Gedönse die Angriffsfläche
für Schadsoftware enorm erhöhen. Da gabs auch mal nen Exploit der dazu
geführt hat, dass das blosse Empfangen von Schadsoftware per E-Mail
direkt zum Infizieren des Rechners geführt hat ohne Zutun des Anwenders.
Da hilft dann "keine unbekannten Anhänge öffnen" auch nicht mehr, denn
dein Schlangenöl tut das für dich. Um reinzugucken obs vielleicht
gefährlich ist.
Und dann noch das Debakel mit 42.zip:
https://blog.fefe.de/?ts=b6cea88d
Und alles, was Google rausfinden musste weils die AV Hersteller nen
Dreck interessiert:
https://googleprojectzero.blogspot.de/
Um das epische Ausmaß vielleicht nochmal klar zu machen:
https://googleprojectzero.blogspot.de/2016/06/how-to-compromise-enterprise-endpoint.html
Jackpot:
"
These vulnerabilities are as bad as it gets. They don’t require any user
interaction, they affect the default configuration, and the software
runs at the highest privilege levels possible. In certain cases on
Windows, vulnerable code is even loaded into the kernel, resulting in
remote kernel memory corruption.
"
Das Produkt wird nicht umsonst in jeder IT-Abteilung "die gelbe Gefahr"
genannt.
Huh schrieb:> Da steht die Aussage von den "AV-Gegnern" dagegen,
Gewiss. Das Risiko besteht, es dürfte aber nicht so hoch sein, wie bei
einem daueraktiven Online-Scanner, der a) permanent Rechenleistung und
I/O-Durchsatz verballert, b) zu interessanten Fehlerbildern führt
(Programm X will Datei schreiben, Online-Scanner hält sie für befallen
und zerstört sie, Programm X fällt dann auf die Schnauze) und c) sich
auch noch ständig mit wichtigen Hinweisen in den Vordergrund drängelt,
um dem Benutzer klarzumachen, daß es wichtig ist, daß er eingesetzt
wird, und daß es ohne ihn so unglaublich irrwitzig gefährlich wäre ...
Klassisches Schlangenölmarketing.
Mathias schrieb:> Prinzipiell Ok sind folgende Anhänge: PDF, JPG(allgemein Bilder), zip(*)
nö. jede dateneingabe und verarbeitung kann zu ungewolltem verhalten
(hier: einer infektion) führen.
wer will kann gerne mal pdf/jpg/zip+CVE/vuln goggeln.
besonders kacke ists dann wenn das betriebssystem meint, jeden scheiß
ungefragt parsen oder gar ausführen zu müssen - für HTML-mails,
vorschaubildchen… oder weil jemand einen USB-stick ins loch gesteckt
hat.
Auch PDF-Dateien sind wunderbare Transporteure für Schadsoftware, denn
auch PDF-Dateien können aktive Inhalte enthalten und auch PDF-Betrachter
weisen Sicherheitslücken auf.
Hennes schrieb:> Was wäre passiert, wenn Ich es geöffnet hätte?
Deine Dummheit belegt, denn warum sollte jemand eine eMail öffnen, die
nicht für ihn ist und von einem unbekannten Absender stammt ? Du würdest
doch auch auf eine verlinkte Banken-Seite gehen und dort deinen
Zugangscode und TAN eintippen, welcher Virenscanner soll da helfen ?
Klar ist: Virenscanner finden vielleicht 50% der kursierenden Viren. Und
auch zwei davon nicht 100%, sondern zu 90% dieselben und zusammen dann
vielleicht 55%. Daher sind Virenscanner ein trügerischer Schutz, zumal
ein aktualisiertes Betriebssytsem gegen diese 90% der älteren bekannten
Viren immun ist.
Und: Warum scannen, wenn der Virus eingebaut ins Betriebssystem kommt ?
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Handy-Android-Malware-Smartphones-Schadsoftware-ausgeliefert-17673263.html
und man dank der verdiongelung heutiger Systeme nicht mal was dran
ändern kann ?
Insgesamt ist das Sicherheitskonzept aktueller Betriebssysteme eine
Katastrophe, die Industrie konzentriert sich zu 100% darauf, wie man
Benutzern dauerhafte Werbung so unterschieben kann, daß sie auf keinen
Fall etwas dagegen tun können (nur deswegen sind iPhones so
angeschottet), und kümmert sich einen Scheissdreck um die Frage, ob der
Benutzer mit einem Gerät auch etwas sinnvolles tun will, das irgendwie
bedienbar erreichbar wäre, und irgendwie funktionieren würde.
Huh schrieb:> Wer keinen AV installiert hat und behauptet, seit "Jahrzehnten" schon> virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?
Gegenfrage:
Wer einen AV installiert hat und behauptet, seit "Jahrzehnten" schon
virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?
Linux und BSD Systeme sind Windows hier einfach überlegen: Man kann das
System readonly booten, man kann denn home folder mit noexec mounten
damit keine Programme versehentlich ausgeführt werden, man kann
Anwendungen in container/jails/sandboxen stecken oder deren Zugriff auf
andere Dateien verhindern, etc.
Windows ist doch nur noch ein Spielzeug, von dem Firmen und User
abhängig geworden sind, welche nun Lizenzkosten zahlen müssen, und dafür
Werbung geniesen dürfen. Wiso ist das Zeug so beliebt? Nur weil die
Nutzer sich nichtmehr umgewöhnen können?
Huh schrieb:> Also: wie kann man die Virenfreiheit ohne Virenscanner feststellen?
Mit 100%iger Sicherheit gar nicht. MIT einem Virenscanner ebenfalls
nicht. Wenn der Virenscanner nichts findet, läßt dies nur einen einzigen
Schluß zu, er hat nichts gefunden. Die Offline-Scanner machen da keine
Ausnahme.
Viren werden i.A. nicht zum Selbstzweck verbreitet. Sie sollen entweder
Schaden verursachen, dem User erpresserisch Geld aus der Tasche ziehen,
Werbung unterschieben bzw. Suchergebnisse manipulieren oder Daten
ausspionieren. Die ersten drei Arten machen sich i.d.R. schnell von
allein bemerkbar. Datenspione können durchaus unerkannt bleiben, wenn
sie gut programmiert sind und man nicht gezielt danach sucht. Der
Normaluser hat leider kaum Chancen, sie zu entdecken, genausowenig wie
eine AV-Software. Ein Spionagetrojaner muß jedoch früher oder später die
gesammelten Informationen irgendwohin übertragen. Man kann also bei
Verdacht die Kommunikation des Rechners überwachen, z.B. mittels
Proxy-Log, Wireshark oder der Tracefunktion des Routers (sofern der eine
hat). Die Überwachung muß in jedem Falle extern erfolgen, da ein
cleverer Schädling natürlich auch seine Netzwerkaktivitäten
verschleiert.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich ein Trojaner im System verankert.
Das reicht von simplen Autostarts über Installation als
Systemdienst/Treiber bis hin zur Manipulation von MBR/EFI oder
Systemdateien. Glücklicherweise sind die allermeisten Viren recht
einfach gestrickt und lassen sich mit Hilfe der Sysinternals Tools und
Rootkitscannern aufspüren und meist auch entfernen. Schwierig wird es,
wenn der Bösewicht sich in vorhandenen System- oder Programmdateien
einnistet. Die Veränderung ist zwar durch Vergleich mit Originaldateien
oder MD5-Prüfsummen prinzipiell möglich, aber der zeitliche Aufwand
übersteigt fast immer den für einen Clean Install des Gerätes. Macht
also nur in Ausnahmefällen Sinn, z.B. wenn unverzichtbare Programme
betroffen sind, für die keine Installationsmedien mehr aufzutreiben
sind.
Wie auch immer, es existiert leider keine 100% sichere Methode, um sich
vor Schädlingsbefall zu schützen. Mit einer konsequenten
Backup-Strategie lassen sich jedoch die Folgen und Ausfallzeiten absolut
zuverlässig minimieren. Das Erstellen von Festplattenimages vermeidet
aufwendige Neuinstallationen und regelmäßige Sicherung der Daten
verhindert deren Verlust bzw. spart Bitcoins.
Die effektivste und einzig wahre Antivirenstrategie ist und bleibt ein
Backup.
Huh schrieb:> Wer keinen AV installiert hat und behauptet, seit> "Jahrzehnten" schon virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?
Indem man sich z.B. ein Programm wie den Systemmonitor GkrellM
installiert, hat man schon einen guten Überblick. Ist ein
leichtgewichtiges Programm und zeigt mir CPU-Last, I/O auf Datenträger,
Netzwerkaktivitäten, usw.
Wenn ich nun nichts am System mache, aber trotzdem (erhebliche)
Netzwerkaktivitäten habe, muss ja irgendwas aktiv sein. Gut bei Windows
und seinen Heim-Telefon-Aktionen ist das etwas schwieriger, aber auch
machbar.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:GKrellM_screenshot.png
T.roll schrieb:> Indem man sich z.B. ein Programm wie den Systemmonitor GkrellM> installiert, hat man schon einen guten Überblick. Ist ein> leichtgewichtiges Programm und zeigt mir CPU-Last, I/O auf Datenträger,> Netzwerkaktivitäten, usw.
Das bringt genau gar nichts. Im besten Fall findest du damit extrem
dumme Trojaner (Bitcoin Mining oder so). Aber wenn ein 12kB zip-File an
nen Chinaserver rausgeht wo alle deine Passwörter drin sind, merkst du
das nie im Leben.
Daniel A. schrieb:> Huh schrieb:>> Wer keinen AV installiert hat und behauptet, seit "Jahrzehnten" schon>> virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?>> Gegenfrage:> Wer einen AV installiert hat und behauptet, seit "Jahrzehnten" schon> virenfrei zu sein, woher wisst ihr das?>> Linux und BSD Systeme sind Windows hier einfach überlegen:
Für den Anfang X11/xorg: Läuft auf den meisten Distris mit Root-Rechten.
ALLE Anwendungen können die Tastatureingaben ALLER Anwender/Anwendungen
mitlesen (xinput list, merken was die Tastatur ist, xinput test id).
Was ist das Haupteinfallstor heutzutage: Browser, Viewer...
Wie es u.a. bei den automatischen Datei-Indexern ala Tracker, Baloo oder
den Vorschaufunktionen in div. Dateimanagern beim Thema Sicherheit
aussieht, siehe z.B. hier:
https://fosdem.org/2017/schedule/event/linux_desktop_versus_windows10/attachments/slides/1730/export/events/attachments/linux_desktop_versus_windows10/slides/1730/fosdem_linux_desktop_security.pdf
ASLR (auch wenn es zunehmend nutzlos ist): Debian, ein wenig in
Stretch(!), OpenSUSE, nur ein paar wenige Pakete, selbst Gentoo nur in
der Hardened-Variante und Ubuntu hat erst 2016 damit angefangen. Und das
gut 12 Jahre nachdem es vom Kernel unterstützt wird.
Mehr "Spaß" u.a. mit X11/xorg:
https://conf.qtcon.org/system/attachments/105/original/security.pdf> Man kann das> System readonly booten, man kann denn home folder mit noexec mounten> damit keine Programme versehentlich ausgeführt werden,
Rechte Maustaste auf den Ordner, Eigenschaften, Sicherheit,
Lesen&Ausführen in Lesen ändern. Fertig
> man kann> Anwendungen in container/jails/sandboxen stecken oder deren Zugriff auf> andere Dateien verhindern, etc.
Integrity Level gibt's seit Vista (Mandatory Integrity Control).
Am Bespiel von Firefox z.B.:
https://www.heise.de/security/artikel/Firefox-tiefergelegt-271520.html
THOR schrieb:> wenn ein 12kB zip-File an nen Chinaserver rausgeht
In der Vergangenheit haben meine Virenscanner ca. 70% gefunden und 20%
Schaden angerichtet weil sie noch zu viele Rechte hatten um überall
nachzusehen. Die restlichen 10% sind Viren, die noch nicht bekannt waren
weil sie noch zu neu oder zu WENIG verbreitet waren. Ob obiges 12k-Zip
überall erkannt wird, habe ich noch Zweifel.
Jedes Jahr mit der neuen Desinfec't einmal den Rechner zu scannen sagt
einem relativ sicher, ob man infiziert ist oder nicht. Kein vernünftiger
Mensch bestreitet, dass das sinnvoll sein kann.
Natürlich kann jede Form von Kommunikation Exploits triggern. Jeder JPG
parser oder HTML oder der Email header oder POP/IMAP/HTTP oder im TCP
Stack. 100% sicher ist ein Computer nur, wenn man jede Form von
Kommunikation einstellt und den Computer großzügig in Expoxidharz
einlegt. Sinnvoll machen kann man damit dann natürlich nicht mehr viel.
Wie viele Viren haben sich in den letzten 20 Jahren durch ungepatchte
0days verbreitet? Ich wollte jetz Sasser schreiben, aber die Wikipedia
meint, der Patch war schon 17 Tage draußen...
Wer folgende Sicherheitsregeln befolgt:
1-17) Updates einspielen (Für jede Software ein einzelner Punkt(*))
18) bei Emailanhängen aufpassen
19) Nicht auf russenschlampen.com die free-p0rn.exe ausführen
20) Adblocker nutzen (gegen "gehackte" Werbeanzeigen)
21) Treiber und Software allgemein nur von der Herstellerwebseite
beziehen (insbes. bei Billigkram aus China aufpassen)
22) Wenn man sich bei Dateien (Punkt 18,19,21) nicht sicher ist, einfach
12 Stunden warten und dann bei Virustotal hochladen, erst dann ausführen
?) Ob Spiele Cracks Virenfrei sind möchte ich nicht diskutieren.
Der wird ziemlich, ziemlich sicher surfen. Die NSA kommt natürlich
trotzdem in den Rechner, keine Frage. Aber als Privatmann und für BYOD
Computer kann man nicht viel mehr für Sicherheit tun.
(*) Für Linux Nutzer reicht natürlich ein `apt-get update`. (Falls das
nicht reicht, bin Fedora Nutzer)
Es wird immer empfohlen, das System auf dem neuesten Stand zu halten.
Klar, nur so kann eine bekannte Luecke geschlossen werden. Andererseits
werden durch Updates vermutlich auch teilweise neue Luecken eingebaut.
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass ein Grossteil der Windowsuser
automatische Updates eingeschalten hat, heisst das dann doch, dass der
Angreifer dann eine sehr homogene Ziel-Rechner-Landschaft hat. D.h. er
kann Abhaenigkeiten wie das neueste .net einplanen etc. Heisst das
nicht, dass man den Hackern dadurch die Arbeit auch ein Stueckweit
erleichtert? Und so Masseninfektionen wie mit den Telekomroutern erst
dadurch ein so grosses Ausmass bekommen?
Ich moechte das nur mal in den Raum stellen, das heisst nicht, dass ich
gegen Updates bin.
Arc N. schrieb:> Für den Anfang X11/xorg: Läuft auf den meisten Distris mit Root-Rechten.> ALLE Anwendungen können die Tastatureingaben ALLER Anwender/Anwendungen> mitlesen (xinput list, merken was die Tastatur ist, xinput test id).
Dann nimmt man eben Wayland statt X11. Ausserdem muss man sich dazu erst
mal einen keylogger einfangen, womit es e schon zu spät ist. Wenn es
keine Tastatureingeben sind, dann eben ein Botnet, ein Bitcoin miner,
oder sonst was, irgendwas kann man mit Rechenzeit immer machen. Man muss
verhindern, sich überhaupt erst einen Virus einzufangen.
> Was ist das Haupteinfallstor heutzutage: Browser, Viewer...> Wie es u.a. bei den automatischen Datei-Indexern ala Tracker, Baloo oder> den Vorschaufunktionen in div. Dateimanagern beim Thema Sicherheit> aussieht, siehe z.B. hier:> https://fosdem.org/2017/schedule/event/linux_desktop_versus_windows10/attachments/slides/1730/export/events/attachments/linux_desktop_versus_windows10/slides/1730/fosdem_linux_desktop_security.pdf
1) Dazu muss man die fehlerhafte Software installiert gehabt haben, auf
meinem Rechner habe ich die dort erwähnte Software sowieso nie
installiert gehabt.
2) Da war Windows auch nie besser, und insgesamt tauchen dort öfter
Sicherheitlücken auf. Ausserdem veröffentlicht z.B. google häufiger
Windows 0days, bevor diese gepatcht wurden, weil MS einfach zu langsam
ist, oder die Patches sind unvollständig.
3) Die oben angegeben Sicherheitslücke wurde, wie üblich, noch vor/mit
der Veröffentlichung behoben.
4) Wer startet denn heutzutage noch irgendwas als root?
Bei Windows 10 ist die Werbung ja mittlerweile schon ins OS eingebaut.
Falls die das genauso sicher hinkriegt habe wie im IE bekommt man die
Viren eventuell bald schon ohne je einen Klick gemacht haben zu müssen.
> ASLR (auch wenn es zunehmend nutzlos ist): Debian, ein wenig in> Stretch(!), OpenSUSE, nur ein paar wenige Pakete, selbst Gentoo nur in> der Hardened-Variante und Ubuntu hat erst 2016 damit angefangen. Und das> gut 12 Jahre nachdem es vom Kernel unterstützt wird.
Der Kernel hat es noch vor Windows unterstützt. Das Häkchen in der
Kernel config setzen ist ja wohl nicht so kompliziert, bei Gentoo muss
man den kernel sowiso selbst kompilieren. Und wenn die anderen Distros
das nicht einschalteten, dann war es entweder nicht besonders nützlich,
oder man sollte für Hochsicherheitsumgebungen etwas passenderes nehmen.
> Mehr "Spaß" u.a. mit X11/xorg:> https://conf.qtcon.org/system/attachments/105/original/security.pdf
Na also, da wurde das Problem doch am ende gelöst, oder? Braucht nur
etwas Erfahrung.
In einem Punkt muss ich dem PDF aber widersprechen: den root Account zu
schützen ist wichtig. Ein Virus hat im Userspace bei weitem weniger
Orte, an dem er sich persistieren kann. Die diversen bashrc und
Autostart Dateien/Ordner, etc. Das ist durchaus in den griff zu
bekommen. Die Daten werden bei mir sowieso täglich gebackupt (natürlich
so, dass der PC keinen zugriff auf das Backup hat, anderer PC bei dem
alle ports geschlossen sind), und ich kann alles bis zu vor 2 Jahren
sofort wieder herstellen.
>> Man kann das>> System readonly booten, man kann denn home folder mit noexec mounten>> damit keine Programme versehentlich ausgeführt werden,>> Rechte Maustaste auf den Ordner, Eigenschaften, Sicherheit,> Lesen&Ausführen in Lesen ändern. Fertig
Ich kann den Haken bei lesen & ausführen raus nehmen, aber dass ist ja
dann nur für den Benutzer. Und die verweigern Option verweigert auch
gleich das lesen? Nicht ganz das selbe, wie ausführen generell zu
verbieten. Und was macht man bei Medien ohne ACLs, z.B. einem USB Stick?
Ausserdem nutzt das erst richtig etwas wenn der Rest des Systems
readonly ist, und soweit ich weiss geht das in Windows immer noch nicht.
>> man kann>> Anwendungen in container/jails/sandboxen stecken oder deren Zugriff auf>> andere Dateien verhindern, etc.>> Integrity Level gibt's seit Vista (Mandatory Integrity Control).> Am Bespiel von Firefox z.B.:> https://www.heise.de/security/artikel/Firefox-tiefergelegt-271520.html
Kann ich das nutzen, um jede beliebige Anwendung soweit einzuschränken,
das sie rein gar nichts mehr vom restlichen System sieht, als wäre sie
in einer VM, oder ist das nur so was wie selinux?
THOR schrieb:> Mein persönliches Highlight: Sophos schaltet systemweit ASLR ab,> erkennt seinen eigenen Updater als Malware
Ich bin sowieso ein echter Sophos Fan, und diese Kleinigkeiten, wie du
sie genannt hast, machen einem immer wieder klar, dass es eigentlich
keinen VS gibt, der annähernd an die Qualiät von Sophos heran kommmt.
Um unbefugte Zugriffe zu unterbinden, werden die modernsten
Verschlüsselungs- und Authentifizierungsstandards genutzt, die heute
verfügbar sind; WPA2-Enterprise in Kombination mit IEEE 802.1X
(RADIUS-Authentifizierung
(siehe https://www.enbitcon.com/sophos-ap-15-access-point).
Ich hatte damit auch noch nie ein Problem, wie ich es von Standard VS
kenne. Aber wir nutzen Sophos natürlich nur in der Firma, als
Privatmann, würde ich das wohl eher nicht ;)
Egal was man von einem Virensanner hält für notwendig halte ich ihn
trotzdem. Die aktivitäten eines befalles sind nicht mit den Augen zu
sehen oder mit der Nase zu riechen oder mit dem Arsch zu erfühlen.
Wer Lust hat in dieser Angelegenheit den Kopf in den Sand zu stecken
soll es tun. Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß... gilt aber nicht
für mich. Ich bin wirklich einer der sich nicht so leicht austricksen
lässt, aber es kann passieren, dass man gerade mit Freeware sich was auf
den Rechner holt was nicht ganz koscher ist.
Mir ist es auch schon passiert, dass mich mein AV prog daran gehindert
hat eine Webseite zu besuchen. Dann halt nicht wenn die nicht koscher
ist.Und es betrifft nicht immer die nackigen Seiten wo einem das
passiert.Also mein Avast kostet nix behindert mich nicht ,also bleibt
es. Aber generell ist das surfen ohne Admin Status schon ein guter
Schutz.
herbert schrieb:> Aber generell ist das surfen ohne Admin Status schon ein guter> Schutz.
Noch besser wird der Schutz, wenn du deinen Browser in eine Sandbox
steckst. Die kannst du regelmäßig leeren und alles, was du (eventuell)
eingefangen hast, gleich mit.
T.roll schrieb:> Also genau das was die AV-Nutzer tun.
Kannst das mal für alle verständlich erklären? Bisher war ich der
Meinung es ist genau umgekehrt, also die AV- Prog- Verweiger tun das.
Wie lokalisierst du einen Befall? Kopfstand und zehn Minuten "Ich bin
nicht infiziert " murmeln? Danach zehn Minuten "Mein System ist sauber"
und das jeden Tag dreimal?
c.m. schrieb:> mein virenscanner (clamscan in claws-mail) hat schon mal nicht> angeschlagen bei einem mailanhang.
ClamAV ist aber auch das so ziemlich schlechteste Programm, was die
Erkennungsrate und false positives angeht. Und das schon seit Jahren.
herbert schrieb:> Kannst das mal für alle verständlich erklären? Bisher war ich der> Meinung es ist genau umgekehrt, also die AV- Prog- Verweiger tun das.> Wie lokalisierst du einen Befall? Kopfstand und zehn Minuten "Ich bin> nicht infiziert " murmeln? Danach zehn Minuten "Mein System ist sauber"> und das jeden Tag dreimal?
Es geht nicht darum, keinen Virenscans durchzuführen.
Es geht darum, keine Tools zu installieren, die Systemdienste kapern um
damit Einlasskontrolle zu spielen. Diese Virus Shields erkennen aktuelle
Viren meist nicht, verursachen aber an anderer Stelle Probleme. Und
vermitteln trügerische Sicherheit.
Daher empfehlen Sicherheitsexperten mittlerweile, darauf zu verzichten
und den PC regelmäßig offline zu scannen. D.h. alle paar Tage Windows PE
(c't Desinfect oder sowas) oder Knoppix aus einer zweiten Partition oder
besser noch von einem schreibgeschützten Medium booten und von da aus
das Hauptsystem prüfen.
soul e. schrieb:> Es geht darum, keine Tools zu installieren, die Systemdienste kapern um> damit Einlasskontrolle zu spielen.
denn die wieder loszuwerden ist fast unmöglich!
Ausserdem kommen AV Programme immer zu spät!
Der Virenscanner ist oft erst die Sicherheitslücke, die Schadsoftware
den Zugang in das System erlaubt.
Einfach mal schauen, wie viele fatale Sicherheitsprobleme es in
AV-Schlangenöl gibt.
WaMin schrieb:> Der Virenscanner ist oft erst die Sicherheitslücke, die Schadsoftware> den Zugang in das System erlaubt.> Einfach mal schauen, wie viele fatale Sicherheitsprobleme es in> AV-Schlangenöl gibt.
Seit wann äußerst du dich zu Computerthemen? Neues Hobby oder hat man
deinen Nick gedoppelt? Im übrigen, am fehlen von "Schlangenöl"können nur
Hacker und andere Bösewichte ein Interesse haben.