Hallo,
Ich habe schon halbwegs viel theoretisches wissen, was Digitaltechnik
anbelangt, doch in der Praxis habe ich so gut wie keine Erfahrung. Darum
wollte ich ein kleines Projekt starten. Anfangs wollte ich einen alten
microprozessor (sab 8080 a) kaufen, da es bei dem schon alle Komponenten
"abgestimmt" gibt, doch leider habe ich keine mehr zum verkauf gefunden.
?
Deshalb suche ich eine 2. Option, einen microcomputer zu bauen, den ich
direkt mit knöpfen programmieren kann.
Ich hoffe ihr versteht mein problem, bzw. was ich machen möchte,
mit freundlichen Grüßen Elias
Wie wäre es mit einem Z80? Der steht immer noch bei Reichelt im Regal,
und Literatur zu vergleichbaren Eigenbau-Computern wird man problemlos
finden können.
guckst du mal hier:
https://en.wikipedia.org/wiki/PICAXE
Wird / wurde in England in der Schule eingesetzt..
Damit hast du schnell erste Erfolge.
Good Luck !
>Deshalb suche ich eine 2. Option, einen microcomputer zu bauen, den ich>direkt mit knöpfen programmieren kann.
Den Programmcode mit Knöpfen eingeben? Wieviel Code willst du denn so
eingeben? 10Byte, 100Byte, 1000Byte? So einen Schwachsinn tut sich heute
niemand mehr an.
Es gibt im Netz viele Projekte, mit dem Ziel einen Computer jeglicher
Größe aus Transistoren, Logik oder Relais selbstzubauen.
Spontan fällt mir da mycpu.eu ein. Wenn es etwas größer sein soll, dann
schau mal nach dem Apollo AGC oder anderen, zt. noch größeren Projekten.
Wenn du dir sowas wirklich antun willst dann wäre auch der
68000 eine Option, für den gibt es auch eine Menge Software
oder einen 8086.
Die 16 Bit vom 8086 lassen sich mit Knöpfen besser handeln als
32 Bit vom 68000.
Ich habe noch genug vom MFA-Computer,
der war nett zum lernen aber damit war es dann auch gut.
Ich mag auch den M68000.
Bekommt man noch bei Digikey (Part# MC68SEC000AA16-ND)
Chr. M. schrieb:> Die 16 Bit vom 8086 lassen sich mit Knöpfen besser handeln als> 32 Bit vom 68000.
???
Auch der 68k hat einen 16-Bit Bus und 16-Bit Instruktionen.
Gruß
Jobst
Kauf Dir einen CPC6128, den kannst Du direkt programmieren. Meinen alten
hatte ich leider vor 20 Jahren entsorgt weil die Disketten Laufwerke
nicht mehr wollten :-/
Ein paar 3" Disketten hab ich hier noch rumliegen.
Meinen hatte ich damals mit ein UART, Boot-ROM mit CPM und zweites
Disketten-Laufwerk aufgerüstet. Mit dem UART konnte ich meine Dateien
auf einen PC überspielen.
holger schrieb:> Den Programmcode mit Knöpfen eingeben?
Ich denke, das macht man bei allen Computern so:
Man gibt den Code mit den Knöpfen seiner Tastatur ein.
Harald W. schrieb:> holger schrieb:>>> Den Programmcode mit Knöpfen eingeben?>> Ich denke, das macht man bei allen Computern so:> Man gibt den Code mit den Knöpfen seiner Tastatur ein.
Also meine Tastatur hat Tasten. Wenn deine Knöpfe hat, dann ist es wohl
eine Knopfatur ;)
Aber so recht schlau werde ich aus der Frage des TE nicht: auch der von
ihm genannte 8080 ist weit über das Stadium der Programmierung mit
Schaltern/Steckbrücken/etc. hinaus.
Vom didaktischen Standpunkt her mag es ja nett sein, ein Minimalsystem
um eine klassiche 8-Bit CPU aufzubauen. Dann natürlich mit Einzel-
schrittbetrieb und LED an allen Bussignalen. Ich hatte das Privileg, als
Schüler so etwas in Form des Poly-880 zur Verfügung zu haben und es hat
mir das grundlegende Verständnis sehr gut vermittelt.
Allerdings ist es viel Aufwand, das selber zu bauen. Und man braucht es
nicht lange. Schon bald will man davon weg, Maschinencode auf einer
Hex-Tastatur in den RAM zu hämmern und will lieber eine echte Tastatur.
Und einen Bildschirm statt ein paar 7-Segment Displays.
Dann stellt sich die Frage, ob man für das grundlegende Verständnis der
internen Vorgänge nicht lieber eine Simulation anschaut. Z.B. gibt es
den grandiosen http://visual6502.org/
Oder man kauft sich einen gebrauchten Z1013 oder ZX80 oder LC80 in der
Bucht.
Axel S. schrieb:> Also meine Tastatur hat Tasten. Wenn deine Knöpfe hat, dann ist es wohl> eine Knopfatur ;)
Bei ein paar meiner Tastaturen haben die Tasten abnehmbare K(n)öpfe.
> Aber so recht schlau werde ich aus der Frage des TE nicht: auch der von> ihm genannte 8080 ist weit über das Stadium der Programmierung mit> Schaltern/Steckbrücken/etc. hinaus.
Mit einer an diverse Minicomputer und Mainframes erinnernden Knopf- und
Lämpchenleiste konnte einer der frühen 8080-Rechner schon dienen:
https://de.wikipedia.org/wiki/IMSAI_8080#/media/File:IMSAI_8080-IMG_1477.jpg
Zum Vergleich eine PDP-11 der gleichen Ära:
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/be/dd/51/bedd5198ab437129ae603a7a0c4dea52.jpg
So sieht halt Lowlevel-Debugging aus, wenn man kein JTAG hat.
Elias schrieb:> Anfangs wollte ich einen alten microprozessor (sab 8080 a) kaufen, da> es bei dem schon alle Komponenten "abgestimmt" gibt, doch leider habe> ich keine mehr zum verkauf gefunden.
Einen Mikroprozessor mit den darauf abgestimmten Peripheriebausteinen
zusammenzuschalten ist keine große geistige Herausforderung, bedeutet
aber dennoch viel Löterei (bei 16-Bit-Prozessoren noch mehr).
Ich habe vor vielen Jahren einmal einen einfachen 68000er-Rechner
zusammengepappt. Da stand aber weniger die Bastelei als vielmehr der
Kostenaspekt im Vordergrund. Heute lohnt sich der Selbstbau finanziell
kaum noch, und es gibt billige, leistungsfähige Mikrocontroller, bei
denen die Standardperipherie bereits auf dem Chip integriert ist, was
viel öde Lötarbeit einspart.
Ich würde mich deswegen eher darauf konzentrieren, so einen Controller
mit zusätzlicher Peripherie auszustatten, die nicht von vornherein
darauf abgestimmt ist. Das bringt IMHO wesentlich mehr Spaß.
> Deshalb suche ich eine 2. Option, einen microcomputer zu bauen, den ich> direkt mit knöpfen programmieren kann.
Auch das Programmieren mit Knöpfen (hab das auch schon getan) ist recht
öde, so dass man es vielleicht zwei- oder dreimal für einfache Beispiele
macht, dann aber genug davon hat. Und nur dafür möchtest du mühselig
einen Rechner zusammenzulöten?
Dafür sind, wie bereits von anderen angemerkt wurde, Simultationen viel
praktischer. Damit kannst du sofort loslegen und bist auch nicht auf
einen speziellen Prozessor beschränkt, sondern kannst fast alles
ausprobieren, was irgendwie ein Bisschen Tradition hat, bspw. auch einen
alten Zuse-Rechner, der dir noch einmal einen ganz anderen Blick in die
Computerei gewähren wird:
https://www.wpavel.de/zuse/simu/simu.php
Das ist aber nur meine eigene, subjektive Meinung zu dem Thema.
Letztendlich musst du selbst wissen, was dir liegt, was dir Spaß macht
und womit du deine wertvolle Freizeit verbringen möchtest ;-)
A. K. schrieb:> Mit einer an diverse Minicomputer und Mainframes erinnernden Knopf- und> Lämpchenleiste konnte einer der frühen 8080-Rechner schon dienen:> https://de.wikipedia.org/wiki/IMSAI_8080#/media/File:IMSAI_8080-IMG_1477.jpg
Du solltest aber besser nicht den Nachbau, sondern das Original
anführen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Altair_8800
Jörg R. schrieb:> Viel Spass beim Nachbau?>> Youtube-Video "Megaprocessor Tour 1 - (fixed audio)"
Wir hatten früher in der Fachoberschule eine CPU komplett aus Relais. Da
konnte man jeden Takt hören und mitverfolgen wie zwei Zahlen addiert
werden konnten, mit Übertrag!
Also ich würde heute für einen Einstieg eher den Raspberry Pi empfehlen.
Da gibt es genügend in der Peripherie zu lernen.
mfg klaus
Yalu X. schrieb:> Du solltest aber besser nicht den Nachbau, sondern das Original> anführen:
Mir ging es dabei um die frappierende Ähnlichkeit zur gezeigten PDP-11.
Eine ALU aus Transistoren diskret aufzubauen und dann Stück für Stück
weiter ist zu demotivierend wenn man das alleine macht. Das ist nur im
Video von Megaprocessor cool solange man es nur anschaut.
Probiere doch lieber einen µC mit Peripherie auszustatten und dann daran
herumzubasteln. Ein graphisches Display Pixel für Pixel anzusteuern ist
für einen Anfänger "der mit Knöpfen loslegen will" genug
Herausforderung.
Der TO scheint da einer unnötigen fixen Idee zu folgen.
Welchen Zweck soll denn das haben?
Der soll sich einen Arduino, Rasberry-Computer oder was
es da sonst noch gibt, zulegen und programmieren.
Vor allem nicht diese alten Kamellen, die längst überholt
sind. Mit geeigneten Simulatoren/Debuggern kann man gut
lernen was da abgeht und machbar ist.
Wenn man tiefer in die Digitaltechnik einsteigen möchte
sind FPGA die richtige Wahl.
Kann es sein, dass Deine letzte Berührung mit der Mikrocomputertechnik,
Anno 8086 stattgefunden hat?
Die Sache mit externem RAM, BIOS/EEPROM und Peripheriebausteinen tut
sich heutzutage keiner mehr an.
Natürlich kommst Du bei einem Großprojekt nicht drum herum, aber darüber
hinaus ist das nicht mehr nötig.
Die heutigen Mikrocontroller haben das meiste bereits integriert, so
dass Du Dir nur noch um die Anschlüsse (Pegelanpassung,
Sondergeschichten) Gedanken machen musst.
Heute ist je nach Hersteller und Ausführung: FLASH (EPROM-Ersatz) im
mehrstelligen Kilobyte Bereich integriert. Beim RAM sieht es ähnlich
aus. Auch haben die meisten serielle und parallele Schnittstellen
(letztere je nach Anzahl an Anschlüssen) sowie fertige Zähler und
Zeitgeber integriert. Also alles, was Dein Herz begehrt und sonst die
Platine zum überlaufen bringen würde.
Den Programmer für das EPROM kannst Du auch vergessen. Vielfach geht es
sogar völlig ohne (via USB). Die meisten Teile sind mittlerweile schon
so lange out, dass sie z.T. nur noch mit Antiquitätenaufschlag zu haben
sind.
Du hast aber recht: Es geht noch anders.
Ich würde Dir aber empfehlen mal nach einem Evaluation-Board Ausschau zu
halten. Die gibt es von vielen verschiedenen Herstellern für 'nen Appel
und ein Ei.
Oder einfach mal die Spezifikationen des Arduino anschauen. Der liegt in
der gleichen Preisklasse. Setzt Du da was in den Sand, bist Du um
vielleicht 20 Eier (für eine vollständige Umgebung für erste Tests)
ärmer.
@TO: Du könntest auch einen normalen 8051 als CPU benutzen. Der hat auch
einen Daten-/Adressbus, an dem RAM, (EP)ROM sowie Peripherie hängen
kann. Zusätzlich hast Du die integrierte Peripherie und einen
eingebauten Oszillator für einen Quarz.
Gruß
Jobst
Cyborg schrieb:> Der TO scheint da einer unnötigen fixen Idee zu folgen.> Welchen Zweck soll denn das haben?
Das haben die Kritiker bei der Erfindung des Rades auch vermutlich
gesagt...
Na ja - aber man muss ja schon mal sagen - wieviele Leute sich hier die
Zeit nehmen und dieses oder jenes eintippen...
Leider alles für die Katz !
Oft meldet sich der TO doch nicht noch ein einziges Mal...
Wahrscheinlich hat er die Knöpfe nicht gefunden !
Also: Spielt lieber mit eurer Frau, alternativ mit Hund, Katze,
Maus...
Ist ja sonst schade um die Lebenszeit...
P.S.: Schönen ´Rest-Sonntag´noch !
BitPulse schrieb:> wieviele Leute sich hier die> Zeit nehmen und dieses oder jenes eintippen...
Oder auch noch ein Bild von sich dazu einstellen ... ;-)
Gruß
Jobst
Sebastian S. schrieb:> Die Sache mit externem RAM, BIOS/EEPROM und Peripheriebausteinen tut> sich heutzutage keiner mehr an.
Och, ich hab das aus Spaß vor ein paar Jahren durchexerziert, ein paar
andere auch. Man lernt dabei schon eine Menge, z.B. Digital- und (etwas
antiquierte) Rechentechnik, aber auch ein bisschen Projekt- und
Komplexitätsmanagement.
Allerdings stimme ich zu, dass so ein Projekt ganz alleine recht schnell
langweilig wird. Find jemanden, mit dem du dich darüber konstant
austauschen kannst.
Heinz V. schrieb:> Cyborg schrieb:>> Der TO scheint da einer unnötigen fixen Idee zu folgen.>> Welchen Zweck soll denn das haben?>> Das haben die Kritiker bei der Erfindung des Rades auch vermutlich> gesagt...
Hier geht es darum, dass jemand das Rad NOCHMAL erfinden will indem er
zuerst den Faustkeil erfindet mit dem der Baum gefällt wird.
Sebastian S. schrieb:> Die Sache mit externem RAM, BIOS/EEPROM und Peripheriebausteinen tut> sich heutzutage keiner mehr an.
Du wärst überrascht. ;-)
Chris F. schrieb:> Hier geht es darum, dass jemand das Rad NOCHMAL erfinden will indem er> zuerst den Faustkeil erfindet mit dem der Baum gefällt wird.
Nein. Er möchte das Rad nicht neu erfinden. Er möchte nur selber mal
eins erstellen und verstehen.
Ich habe gerade mal geschaut.
Wirklich günstig ist ein 68k nicht zu bekommen.
Auf ebäh bekommt man welche zweifelhaft neu, sicher gebraucht und 'vom
Verkäufer generalüberholt' wtf!? =-O
Die einzige reine CPU, die sich für ein solches Projekt wirklich noch
anbietet, scheint tatsächlich der Z80.
... und als (günstige und gut verfügbare) Alternative eben der
Controller 8051. (Der C515 ist leider preislich indiskutabel (30€ beim
großen C))
(Aber ich habe gerade den AT89LP6440 gefunden, der war ewig nicht
lieferbar. Gut, hilft hier aber nicht weiter ...)
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Wirklich günstig ist ein 68k nicht zu bekommen.
10€ bei Kessler, 68HC000 in gut verarbeitbarem PLCC68.
PS: Es gibt ein paar mehr Varianten als direkt im Katalog sichtbar, wenn
man danach sucht.
die 8MHz DIL in Plastik gibts doch auch reichlich, notfalls einen
AtariST kaufen :)
aber 16 Bit Bus ist selber zu verdrahten schon eine Herausforderung,
sowas wie der TO plant würde ich maximal mit 6502 oder z80 anfangen, den
ganzen Prozzi aus Transistoren eher als 4004 nachbauen, aber da muss man
echt Langeweile haben.
Sonst fertige Module CPU/RAM/ bestückt gibts ja reichlich, alte
Mainbords von appleII, CBM (PET), Sinclair was halt beliebt.
Sebastian S. schrieb:> Die Sache mit externem RAM, BIOS/EEPROM und Peripheriebausteinen tut> sich heutzutage keiner mehr an.
Ja, deswegen gibt es heute den Fachkräftemangel in Sachen
Digitaltechnik... Echte Fachkräfte, die nicht nur Programmieren sondern
auch Prototypen aufbauen und debuggen können. Also wenn du das Lernen
willst schau dich mal nach Z80 Kits um.
https://www.tindie.com/products/Semachthemonkey/rc2014-homebrew-z80-computer-kit/http://www.retrotechnology.com/herbs_stuff/sing_bds.html
Da war mal in der Make in Artikel über die Z8ß community. Da gibt's
fertige unbestückte Platinen (also nix mit selber ätzen oder fädeln), da
brauchst du nur noch bestücken und verlöten - das schaffen auch
Anfänger. (BTW: der Apple-1 wurde mit Hilfe von ein paar Nachbarsjungen
auf diese hergestellt).
Bei www.robotrotechnik.de laufen immer mal wieder solche Retro-Projekte
um alte Homecomputer.
CPU diskret aufbauen dagegen ist wirklich Masochismus, das sollte man
dann doch mit FPGA machen.
Ich würde auch Z80 oder 80(C)51 empfehlen, wenn du wirklich diese alte
Architektur aus Einzelteilen zusammenbauen willst.
Ich nutze lieber die aktuellen 1-Chip Lösungen.
Ich wäre bei einem 68k Projekt ja sofort dabei. Wollte ich schon immer
mal machen. Aber mir fällt einfach kein Anwendungszweck ein. Und lernen
muss ich das nicht mehr. :-/
Bei einem 8051 oder Z80-System werde ich aber gerne mit Hilfe zur Seite
stehen.
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Aber mir fällt einfach kein Anwendungszweck ein.
Bei solchen Projekten ist der Weg das Ziel.
Wenn man fertig ist, dann ist die Luft raus.
A. K. schrieb:> Jobst M. schrieb:>> Aber mir fällt einfach kein Anwendungszweck ein.>> Bei solchen Projekten ist der Weg das Ziel.
Verklausuliert steht im nächsten, von Dir nicht zitiertem Satz, dass ich
diesen Weg schon kenne.
Deshalb suchte ich auch nach einem Zweck, ohne den ich bei mir keinen
Sinn sehe, so ein Ding zu bauen. Ich würde gerne. Aber einfach so, um
etwas zu tun, was ich schon gemacht habe und auch beherrsche, sehe ich
für mich persönlich keinen Grund.
Bei dem M68k wäre es einfach nur, weil ich die CPU mag. Aber ich
bräuchte eine Anwendung dafür. Sonst wäre mir so ein System zu groß und
zu teuer. Idealerweise müsste das System eine benötigte Eigenschaft
haben, die ein Controller nicht bietet. Und das sehe ich im Moment
nicht.
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Deshalb suchte ich auch nach einem Zweck, ohne den ich bei mir keinen> Sinn sehe, so ein Ding zu bauen.
Es gibt keinen. Ein STM32 steckt deinen m68k locker in die Tasche, bei
weniger Stromverbrauch, einfacherer Ersetzbarkeit und einfacherer
Verbindung mit zusätzlicher Hardware (Display, Tastatur).
Wenn man seine Hausautomatisierung oder DCF77-Nachttischuhr auf
CP/M-Basis aufbaut, dann kann man sie in 15 Jahren noch reparieren, weil
es den Z80 und die 74er-Chips sicherlich noch geben wird. Einen
STM32F100RB mag es in genau dieser Form nicht mehr geben, und damit
stünde dann ein Neudesign an (vermutlich ohnehin notwendig, die Existenz
vom DCF77 ist schließlich auch nicht garantiert).
Das wär aber auch so ziemlich alles. Abgesehen von den Kenntnissen, die
man auf dem Weg bekommt, und die selbigen ausmachen. Aber wenn du das
alles schon weißt, bringt dir das nichts.
S. R. schrieb:> Jobst M. schrieb:>> Deshalb suchte ich auch nach einem Zweck, ohne den ich bei mir keinen>> Sinn sehe, so ein Ding zu bauen.>> Es gibt keinen.
Es macht Sinn wenn man binärkompatible Software drauf laufen lassen will
oder muß. Oder 100% hardwarekompatibel (timing) zu 68k Interface sein
muß.
Retrocomputing wäre da so ein Fall.
Ansonsten gilt für CPU's das gleiche wie für Menschen - jede ist
ersatzbar.
> Jobst M. schrieb> Ich wäre bei einem 68k Projekt ja sofort dabei. Wollte ich schon immer> mal machen. Aber mir fällt einfach kein Anwendungszweck ein. Und lernen> muss ich das nicht mehr. :-/
Neben dem Lernen sehe ich das Experimentieren und Evaluieren bekannter
effizienter Lösungen als Hauptgrund. Bspw. finde ich es immer wieder
erstaunlich wie sanft und ruckelfrei mancher Editor/Textprozessor auf
einem Computer der Neunziger mit 20MHz/1MByte läuft, während eine
GUI-IDE auf einer heutigen Maschine trotz GHz und Gbyte ins Pusten
kommt.
S. R. schrieb:> Ein STM32 steckt deinen m68k locker in die Tasche, bei> weniger Stromverbrauch,
Das wären für mich keine Gründe. Auch wenn es welche sind. ;-)
C. A. Rotwang schrieb:> Bspw. finde ich es immer wieder> erstaunlich wie sanft und ruckelfrei mancher Editor/Textprozessor auf> einem Computer der Neunziger mit 20MHz/1MByte läuft, während eine> GUI-IDE auf einer heutigen Maschine trotz GHz und Gbyte ins Pusten> kommt.
Das ist eigentlich ehr ein soziales Problem. Denn dass es SW gibt, die
das leistet, wurde ja bewiesen. Warum man unnötige Dinge wie einen soft
bewegenden Cursor (auf den man als schneller Schreiber warten muss), das
Ausblenden von (gerade getippten) Leerzeichen direkt vor dem Dateiende
oder eine eigene Clipboardverwaltung einbauen muss, wird mir immer ein
Rätsel bleiben. (Liegt es daran, dass man dort mit tatschen und wischen
nicht weiter kommt?)
vi rules :-D
Gruß
Jobst
Die damaligen Texteditoren führeten allerdings auch nicht gleichzeitig
eine Rechtschreibkontrolle, einen Syntax-Check, einen Compiler und eine
Analyse aller Referenzen durch.
Doch prinzipiell verstehe ich, worauf du hinaus willst. Vor 30 jahren
machten sich Programmierer zwangsläufig noch viel mehr Gedanken um
Performance.
C. A. Rotwang schrieb:> Es macht Sinn wenn man binärkompatible Software drauf laufen lassen will> oder muß. Oder 100% hardwarekompatibel (timing) zu 68k Interface sein> muß.
Zum Timing: Ja, wobei man das Timing antiker Prozessoren bis zu einem
gewissen Grad in Software nachbilden kann, bzw. auch exakt mit FPGAs.
Wenn Zertifizierungen mit reinspielen, sieht das aber anders aus.
Zur Software: Dafür gibt es Emulatoren. Damit sind dann Dinge möglich,
die mit der realen Hardware nicht möglich wären (ordentliche
Massenspeicher, schneller Datenaustausch, höhere Leistung). Debian/m68k
wird zu einem Gutteil auf Emulatoren gebaut (allerdings auch auf realen
Maschinen), weil die um ein Vielfaches schneller sind als ein 68060.
Jobst M. schrieb:>> Ein STM32 steckt deinen m68k locker in die Tasche, bei>> weniger Stromverbrauch,> Das wären für mich keine Gründe. Auch wenn es welche sind. ;-)
Naja, wenn du den m68k für irgendwas produktives einsetzen möchtest,
also einen Grund jenseits von "der Weg ist das Ziel" suchst, ... ;-)
Stefan U. schrieb:> Die damaligen Texteditoren führeten allerdings auch nicht gleichzeitig> eine Rechtschreibkontrolle, einen Syntax-Check, einen Compiler und eine> Analyse aller Referenzen durch.
Und auch die heutigen Texteditoren müssten davon nicht langsamer
reagieren. Zumal das alles dank Mehrkernprozessoren sogar echt parallel
ausgeführt werden könnte.
S. R. schrieb:> Naja, wenn du den m68k für irgendwas produktives einsetzen möchtest,> also einen Grund jenseits von "der Weg ist das Ziel" suchst, ... ;-)
Jaaahaa, ist nicht einfach :-)
S. R. schrieb:> müssten> könnte.
Ja, dass ist ja das verwunderliche.
Egal. Wir kommen vom Thema ab.
Gruß
Jobst
Stefan U. schrieb:> Die damaligen Texteditoren führeten allerdings auch nicht gleichzeitig> eine Rechtschreibkontrolle, einen Syntax-Check, einen Compiler und eine> Analyse aller Referenzen durch.
Doch, doch die Editoren der Neunziger konnten auch syntax-highlight etc.
Und das auf Computern die um Größenordnungen also mindestens Quotient
1000 langsamer sind als die heutigen.
> Doch prinzipiell verstehe ich, worauf du hinaus willst. Vor 30 jahren> machten sich Programmierer zwangsläufig noch viel mehr Gedanken um> Performance.
Hm, performance ist da nur ein Teilaspekt. Ich glaub es geht da auch um
Systemarchitektur.
Beschäftigt man sich mit alten Systemen lernt mal schnell die "Kosten"
die moderne Features verursachen. Und mit diesen Wissen ist es leichter
System zu bauen die effizient ihren Job tun.
Beispielsweise glaube ich das der Wechsel von text-mode oberflächen wie
Turbo-Vision/ Turbo-Pascal zu realcolor-Pixel-TrueTypeFont-GUI
ehrheblich Ressourcen frisst und bei text-basierten Anwendung wie
beispielsweise Quelltext Eingabe keinen wirklichen Vorteil beim
Programmieren bietet.
Da finde ich es interessant wie stark text modes den Datentransfer
beschränken und welche einfachen Hardwarebeschleuniger in den 80igern
wie DMA-Controller oder bitplane - Technik verwendet wurden um
vernünftige Ausgabegeschwindigkeiten zu erzielen.
Ich wundere mich immmer wieder wie tröge das Atmel Studio oder das
xilinx-SDK auf Tastentipps reagiert und werde dann wütend, wenn ich sehe
wie schleichend pixelweise Rechtschreibfehler in den Kommentaren
markiert werden... Rechtschreibkontroller in Kommentarzeilen - welche
Programmierer braucht so einen Stuss?
> Beschäftigt man sich mit alten Systemen lernt mal schnell die "Kosten"> die moderne Features verursachen. Und mit diesen Wissen ist es leichter> System zu bauen die effizient ihren Job tun.
Volle Zustimmung von mir.
Ich bin auch der Meinung, das Programmierer, die Mikrocontroller
beherrschen, automatisch effizientere PC Programme schreiben. Weil sie
beim Benutzen von Objekten mehr darüber nachdenken, wie komplex das Ding
ist und ob es wirklich nötig/angemessen ist.
Mir gefällt die Artikelserie von Quinn Dunki zum Selbstbau des
Veronica-Computers. Ist auf Englisch:
http://quinndunki.com/blondihacks/?page_id=1761
Statt eines 6502 kann man auch einen Z80 nehmen oder 8080, wenn es
unbedingt sein muß.
Pascal schrieb:> Mir gefällt die Artikelserie von Quinn Dunki zum Selbstbau des> Veronica-Computers. Ist auf Englisch:> http://quinndunki.com/blondihacks/?page_id=1761> Statt eines 6502 kann man auch einen Z80 nehmen oder 8080, wenn es> unbedingt sein muß.
Interessant. Im Artikel über die VGA Grafikkarte steht das sie mit
Essig, H2O2 und Salz ihre Platinen ätzt. Klingt interessant.
Dieter F. schrieb:> Elias glänzt durch Abwesenheit - der übliche Troll und alle füttern ...
Du, genau den Nagel auf´s Köpfchen getroffen !
Das hat mich auch schon häufig gewundert hier - ein, sagen wir mal
zumindest trollverdächtiger stellt ´was in den Raum, - je abstruser -
destobesser...
Dann folgen die üblichen Antworten und Scherzchen der immerhin
hilfsbereiten Gemeinschaft.
Aber der TO - er ward nicht mehr gesehen.
Vielleicht doch nur n Student der ne neue Studie gemacht hat ? ?
Oder die Leute lesen gerne ihre eigenen Texte durch.
(einfach bei einigen Beiträgen unten ´auf Thread beobachten´ klicken -
schon ist der tägliche Mail-Eingang gesichert)
habe nun leider keine Zeit mehr, muß mal gucken ob Elias was
geschrieben hat....
BitPulse schrieb:> Dieter F. schrieb:>> Elias glänzt durch Abwesenheit - der übliche Troll und alle füttern ...>>> Du, genau den Nagel auf´s Köpfchen getroffen !>> Das hat mich auch schon häufig gewundert hier - ein, sagen wir mal> zumindest trollverdächtiger stellt ´was in den Raum, - je abstruser -> destobesser...
Nee, die Frage nach Computerselbstbau ist auch heute noch keinesfalls
abstruss und abwegig.
> Dann folgen die üblichen Antworten und Scherzchen der immerhin> hilfsbereiten Gemeinschaft.
Nee, "Scherze und übliche Antworten" hat diese Diskussion eher wenig, es
überwiegen informative und sachbezogenen Postings.
> Aber der TO - er ward nicht mehr gesehen.
Was keinerlei Einfluß auf die informative Diskussion hatte.
Die Diskussion ist auch nicht in eine Troll-Induzierte Streiterei
ausgeartet, im Gegenteil es wurden einige interssante Links und Aspekte
genannt.
Falls es dem TO wirklich um das Anzetteln einer Trollerei ging, dann hat
er dabei gründlich versagt.
Jobst M. schrieb:> Aber ich habe gerade den AT89LP6440 gefunden, der war ewig nicht> lieferbar.
Ja, nettes Steinchen und sauschnell.
Mouser hat ihn sogar als DIP40 lagernd, also spielend auf ne
Rasterplatine zu pappen.
Dann muß man sich nur noch nen kleinen Editor schreiben, mit dem man
Opcodes in die 4kB SRAM schreiben kann und dann das Progemm in den Flash
kopieren und ausführen lassen.
Man kann aber auch das MCS BASIC-52 anpassen. Ob man nun direkt im SRAM
ausführen kann oder erst in den Flash kopieren muß, sollte egal sein.
Für langsame Peripherie am externen Memory Bus kann man /RD, /WR auf bis
zu 200ns (@20MHz) strecken.
Für ein LCD mit HD44780 ist das allerdings immer noch zu schnell, da
geht dann nur Pinwackeln in SW.
Peter D. schrieb:> Für langsame Peripherie am externen Memory Bus kann man /RD, /WR auf bis> zu 200ns (@20MHz) strecken.
Oder man taktet kurz die CPU per Prescaler runter. ;-)
Peter D. schrieb:> Dann muß man sich nur noch nen kleinen Editor schreiben, mit dem man> Opcodes in die 4kB SRAM schreiben kann und dann das Progemm in den Flash> kopieren und ausführen lassen.
Und wieso nicht direkt flashen?
Für eine Prozessor-Anwendung würde ich nicht auf die Idee kommen, gerade
diesen Controller einzusetzen.
S. R. schrieb:> Oder man taktet kurz die CPU per Prescaler runter. ;-)
... oder man nimmt gleich einen etwas langsameren Controller, der dann
auch etwas günstiger ist ... ;-)
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Und wieso nicht direkt flashen?
Er will ja editieren und das geht einfacher im RAM und spart auch
Flashzyklen.
Jobst M. schrieb:> der dann> auch etwas günstiger ist ... ;-)
3,63 € bei Mouser finde ich jetzt nicht so teuer.
Ich glaub, 87C51 mit Löschfenster haben mal 100,-DM gekostet.
Im Bastelsektor hat man deshalb auch nicht so viele 51er gefunden. Da
die Brotkasten-Fans den 6504 sowieso schon kannten, fand man öfter den,
zusammen mit 6532 und EPROM beispielsweise.
Peter D. schrieb:> Er will ja editieren und das geht einfacher im RAM und spart auch> Flashzyklen.
Für diesen Zweck finde ich das MMBasic [1] von Geoff Graham ganz nett.
Ein PIC32 gehört auch nicht gerade zu den ältesten Bauelementen ;-)
[1] http://mmbasic.com/versions.html
Peter D. schrieb:> 3,63 € bei Mouser finde ich jetzt nicht so teuer.
Ja, aber die Vorzüge dieses Controllers kann ich hier nicht nutzen. Da
nehme ich doch einfach einen std. 8051 für unter einem Euro.
Gruß
Jobst