Hallo,
ich hätte die Frage, ob jemand gesicherte Informationen hat, ob es
mittlerweile leicht möglich ist, Den Progamm-flash trotz Lockbits
auszulesen. Hintergrund ist, ich möchte mir einen einfachen Hardware
Passwortmanager bauen und wollte die PWs einfach im Programmcode
ablegen. Zwar nicht im Klartext, aber dennoch sollte man nicht so
einfach ran kommen, falls das Gerät verloren geht oder gestohlen wird.
Wenn es nur mit Chip aufschleifen und abgefahrenen mikromechanischen
Methoden möglich ist, wäre das aber egal.
Viele Grüße,
RbCN
Gut, Deine Frage war "ob es mittlerweile leicht möglich ist".
Für meine Oma ist es sicherlich nicht leicht. Für jemanden, der auf den
Chip direkt zugreifen kann, kann es durchaus leicht sein - mit welchem
Aufwand auch immer.
Wenn ich wüßte, wie es mit Hausmitteln geht, würde ich schön die Klappe
halten und alle AVRs der Welt knacken und gnadenlos kopieren: Deine
genialen Paßwörter zu allererst ;-)
Mein Rat: bleib auf dem Teppich, setze die Lockbits und lass es gut
sein.
Baldrian schrieb:> Das Programm eines AVRs kann man über die Stromaufnahme auslesen. Jeder> Befehl hat eine typische Stromaufnahme.
Dann zeig das doch mal!
Mich interessieren auch noch die Konstantem im Flash, was im EEPROM und
im RAM gespeichert ist.
Für Dich doch sicherlich eine leichte Übung.
m.n. schrieb:> Baldrian schrieb:>> Das Programm eines AVRs kann man über die Stromaufnahme auslesen. Jeder>> Befehl hat eine typische Stromaufnahme.>> Dann zeig das doch mal!> Mich interessieren auch noch die Konstantem im Flash, was im EEPROM und> im RAM gespeichert ist.> Für Dich doch sicherlich eine leichte Übung.
Davon habe ich gelesen. Man nennt das Seitenkanalangriff. Beispiel:
https://www.cryptolux.org/images/7/7b/Xmegarump.pdf
Das bezieht sich auf Kryptografie und dem Auslesen von Keys. Ob man mit
dem Prizip Flash-Daten extrahieren kann, weiß ich nicht. Theoretisch
aber schon, wenn man keys lesen kann, dann wohl auch das Flash.
Aber wer tut das schon für ein paar lausige Amazon oder
Email-Passwörter?
Das ist doch völlig unrealistisch.
m.n. schrieb:> Mein Rat: bleib auf dem Teppich, setze die Lockbits und lass es gut> sein.
Lieber nicht, denn auf dem Teppich lädt er sich u.U. statisch auf und
zersemmelt dann den Kontroller, ohne die Lockbits anzurühren.
:)
Man muss ja nicht sicher sein, nur sicherer wie die ueblichen
Passwortspeicher, zB
- Truekey
- dashlane
- Android
- iTunes
- ..
Was auch immer ist besser, denk ich.
> sicherer wie die ueblichen Passwortspeicher
Also wenn Dir das wirklich so wichtig ist, dann würde ich ich an deiner
Stelle nicht auf die Lock Bits verlassen.
Wenn es Dir allerdings genügt, 100 mal sicherer zu sein, als eine
gewöhnliche Haustüre, dann nimm die Lockbits.
Stefan U. schrieb:> Also wenn Dir das wirklich so wichtig ist, dann würde ich ich an deiner> Stelle nicht auf die Lock Bits verlassen.
Oben war ja schon ein Oberschlauer, obwohl der 1. April noch in weiter
Ferne liegt.
Zeig doch einfach, wie DU die Lockbits umgehen kannst.
Lass mich raten, Du kannst es garnicht! Aber immer schön den
Weltuntergang herbeireden.
Das nervt!
rbcn schrieb:> ich hätte die Frage, ob jemand gesicherte Informationen hat, ob es> mittlerweile leicht möglich ist, Den Progamm-flash trotz Lockbits> auszulesen.
Ja. Geht ganz einfach:
1. Gerät oder µC zu einem Reverse-Engineering-Dienstleister schicken
2. Per Kreditkarte 100-1000€ bezahlen
3. einige Tage später eine Email mit dem Hex-Dump erhalten
> Du kannst es garnicht
richtig. Aber es gibt Firmen, die das anbieten.
Ich kann auch kein normales Haustürschloss knacken, aber praktisch jeder
Schlüsseldienst macht es für weniger als 100 Euro in höchstens 10
Minuten. Dennoch reicht mir das einfache Schloss.
Wer unbedingt rein will, kommt auch rein- Notfalls mit einer Axt.
Deswegen vergleiche ich die Lockbits mit einfachen Schlössern. Sie
halten die allermeisten Leite davon ab, den Speicher auszulesen. Aber
wer es wirklich will und bereit ist, dafür Geld auszugeben, der kann
diese Sperre sicher überwinden.
Absolute Sicherheit gibt es nicht, die Frage ist, wieviel Schutz man
sich gönnen will.
Ich glaube nicht, dass es jemand kann. Das oben beschriebene Verfahren
ist dazu nicht in der Lage, ein vollständiges Assemblerlistung zu
produzieren.
Mir ist keine Schwachstelle bei den Fuses bekannt.
Winfried M. schrieb:> Ich glaube nicht, dass es jemand kann. Das oben beschriebene Verfahren> ist dazu nicht in der Lage, ein vollständiges Assemblerlistung zu> produzieren.
Doch, gibts Dienstleister für. Preise meist zwischen 100€ und 1000€
Winfried M. schrieb:> Mir ist keine Schwachstelle bei den Fuses bekannt.
Mir schon:
1. Gehäuse aufmachen
2. Fusebit mit UV-Licht zurücksetzen
3. µC ganz normal auslesen
Schreiber schrieb:> Doch, gibts Dienstleister für. Preise meist zwischen 100€ und 1000€
Wird gerne mal behauptet, ein Bekannter, der es mal machen wollte, fand
in diesem Preissegment nix Seriöses. Alles nur Verarschung.
Wenn überhaupt, dann extrem aufwändig.
Schreiber schrieb:> Mir schon:> 1. Gehäuse aufmachen> 2. Fusebit mit UV-Licht zurücksetzen> 3. µC ganz normal auslesen
Mir auch, es gibt Anbieter, die JTAG-Tools für Glitch-Attacken im
Portfolio haben. Soll nur nicht allzu zuverlässig funktionieren.
Schreiber schrieb:> 1. Gehäuse aufmachen> 2. Fusebit mit UV-Licht zurücksetzen> 3. µC ganz normal auslesen
Das ist die harte Methode. Es gibt aber auch noch andere, z.B. Voltage-
und Clock-glitching.
Da kommt es auf das Timing an. Aber wenn man das für einen µC-Typ mal
raushat, kann man es automatisch machen.
Gibt extra Tools für sowas:
https://wiki.newae.com/Main_Page
Winfried M. schrieb:> ...ein Bekannter, der es mal machen wollte, fand> in diesem Preissegment nix Seriöses.
Natürlich nicht. Bei einem unseriösen Unterfangen ist es unmöglich,
seriöse Anbieter dafür zu finden.
:)