Kann µC 12V-Transistor ansteuern?

#5033797
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µC: ATmega-Familie


Ein µC soll (mit LOW-Pegel) einen PNP-Transistor ansteuern, dessen 
Emitter an +12V hängt. Siehe Bild.

Geht das problemlos? Im Moment stehe ich auf der Leitung. Bin allerdings 
übernächtigt. Kann sein, wenn ich ausgeschlafen bin, dass ich lache und 
alles wieder lösche ;)
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Gast #5033848
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Torben K. schrieb:
> Geht das problemlos?

Ohne Zusatzmaßnahmen nicht.
- Die korrekten Maßnahmen wurden genannt.
- man kann auch nur einen Spannungsteiler verwenden, der kleine 
Rückstrom in die Schutzdiode des µC spielt keine Rolle - solange er 
klein bleibt. Ist aber etwas kritisch bez. der Dimensionierung, falls 
ein weiter Lastbereich abgedeckt werden soll.
- man kann auch noch die anhängende Variante verwenden, ohne Strom in 
die Schutzdiode und für breiteren Lastbereich verwendbar.
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#5033883
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Torben K. schrieb:
> Ein µC soll (mit LOW-Pegel) einen PNP-Transistor ansteuern, dessen
> Emitter an +12V hängt. Siehe Bild.

Erstmal vernachlässigen wir den Stromfluss durch den Widerstand:

Wenn der uC auf high schaltet hast du an der Basis +5 V.
Wenn der uC auf low schaltet hast du an der Basis 0 V.

Über dem Widerstand und der BE-Strecke liegt somit entweder -7 V oder 
-12 V an. Mit simplem Transistor-Kenntnissen sollte hier eigentlich doch 
klar sein, dass man damit den Transistor nicht abschalten kann.

Du brauchst hier noch einen passenden Pegelwandler da du ja an die Basis 
des Transistors zum Abschalten auch 12 V anlegen können musst.

Lösungen wurden ja auch schon einige genannt, den Tipp von mir: Einfach 
erstmal grob überlegen welche Potentiale sich ausbilden können. Dann 
sieht man in der Regel sehr schnell was funktionieren kann und was 
nicht.
Gast #5033913
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Wenn man den Ausgang vom µC einfach nur auf hochohmig schaltet statt auf 
High, bekommt der Transistor überhaupt keinen Basisstrom und schaltet 
somit auch ab. Zwar nicht unbedingt saubere Lösung aber es geht.
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #5033930
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Die Schaltung mit einer Z-Diode o.ä. besitzt den gewaltigen Nachteil, 
dass der Transistor bei nicht vorhandenen 5V für die uC-Versorgung 
angesteuert wird, und zwar über die gegen die Versorgungsspannung 
wirkenden Schutzdioden des uC. Falls dieser sowie die restliche durch 5V 
versorgte Schaltung eine sehr geringe Stromaufnahme besitzen sollten, 
kann dies sogar zu der Situation führen, dass der uC alleine durch 
diesen Querstrom versorgt wird. Eventuell kommt es dabei sogar zu einer 
langsamen Oszillation: langsames Aufladen der 5V-Pufferkondensatoren 
über den Portpin -> Erreichen der Resetschwelle des uC -> Loslaufen der 
uC-Firmware -> Initialisierung der Ports mit aktivem Lowpegel des 
Portpins -> Entfall der Stromversorgung -> Entladen der 
5V-Pufferkondensatoren. Und das ganze wieder von vorne.

Sobald ein zusätzlicher NPN-Transistor oder n-Kanal-MOSFET eingesetzt 
wird, besteht die o.a. Gefahr nicht mehr.
#5033935
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Ralf schrieb:
> Dann schaltest Du zwei NPN-Transistoren in Emitterschaltung
> hintereinander, damit die Phasenlage von Deinem vorgegebenem Signal
> wieder richtig ist.

Es geht auch mit nur einem NPN ohne Phasendrehung - schließlich gibt es 
ja nicht nur die Emitterschaltung! Also: Basis des NPN an +5V und 
Emitter an µC-Port (natürlich geeigneten Widerstand dazwischen), 
Collektor an die Basis des PNP.
Gast #5033947
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Andreas S. schrieb:
> Sobald ein zusätzlicher NPN-Transistor oder n-Kanal-MOSFET eingesetzt
> wird, besteht die o.a. Gefahr nicht mehr.

Da hast du natürlich prinzipiell recht und wenn man bedenkt, dass eine 
SMD-Diode und ein SMD-NPN oder -MOSFET den gleichen Platz beanspruchen, 
dann ist die Transistorlösung auf jeden Fall vorzuziehen, weil sie nur 
Vorteile bietet.
Die Z-Diode wurde nicht zufällig mit recht hoher Spannung (10V) gewählt. 
In dem Fall wären es nur noch 2V minus ESD-Diodendrop, die entstehen 
könnten. Da läuft nicht mehr jeder µC und mit entsprechend gesetzter 
Brown-Out-Schwelle schon gar nicht.
Kommt halt auf das Gesamtkonzept an, außerdem invertiert die 
Z-Dioden-Variante.
Gast #5034215
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Frank M. schrieb:
> H.Joachim S. schrieb:
>> https://www.mikrocontroller.net/articles/Transisto...
>
> Die Überschrift (und damit auch der Link) im Artikel hat sich schon vor
> längerer Zeit geändert. Wo hast Du den Link her?

Den wird er sich halt mal irgendwann im Lauf der Geschichte als 
Lesezeichen gesetzt haben - ganz grob so ungefähr zwischen Prä­kambrium 
und "Wir schaffen das" ...
#5034811
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THOR schrieb:
> Stimmt, es gibt auch ne Negation in Software ;)

Aber anscheinend nicht in seiner - irgendwo oben stand, daß die Pegel 
vorgegeben sind.

TorbenK schrieb:
> Und wieso ist der Optokoppler keine Option für euch?
>
> Keine zwei Transistoren, sondern nur 1 IC mit 4 Beinchen.

Im Vergleich zu zwei Transistoren (gibt's übrigens auch in einem 
Gehäuse) ist ein Optokoppler groß, teuer, langsam und kann nur kleine 
Ströme schalten.
Wenn hier tatsächlich nur ein 12V Signal ohne nennenswerten Strom 
geschaltet werden soll und Du sowieso eine Schachtel voll Optokoppler 
'rumliegen hast, kann es auch für Dich eine Option sein - die genauen 
Anforderungen an Deine Schaltung kennst nur Du selbst.
Gast #5034867
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TorbenK schrieb:
> Und wieso ist der Optokoppler keine Option für euch?

Natürlich kann man auch in der Suite eines 5-Sterne Hotels "einfach nur 
übernachten".

p.s.
Die Zener-Dioden Lösung hat den ganz entscheidenden Nachteil, dass sie 
versagt, sobald die 12V keine stabilen 12V sind, sondern auch mal 10 
oder 14V. Ohne Toleranzangabe taugt die überhaupt nichts.
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #5035140
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batman schrieb:
> Das kann man dann gleich für jede Schaltung sagen.

Nein. Gute Schaltungen sind so ausgelegt, dass Bauteiletoleranzen in 
Form von Exemplarstreuungen, Alterung, Temperatur- und 
Mondphasenabhängigkeit usw. nicht die Funktion beeinträchtigen. Bei 
unkritischen Digitalschaltungen, und dazu gehört die o.a. Ansteuerung 
des Transistors, ist dies auch leicht zu erreichen. Bei 
Analogschaltungen muss man entweder den entsprechenden Aufwand für die 
Kompensation betreiben oder (der heutzutage übliche Weg) die 
verursachten Abweichungen in Software korrigieren. Allerdings müssen 
hierfür die Abweichungen bekannt und gut verstanden sein, um geeignete 
Modelle für die Kompensation aufstellen zu können.
Gast #5035185
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Andreas S. schrieb:
> Nein. Gute Schaltungen sind so ausgelegt, dass Bauteiletoleranzen in
> Form von Exemplarstreuungen, Alterung, Temperatur- und
> Mondphasenabhängigkeit usw. nicht die Funktion beeinträchtigen.

Das passiert hier auch nicht. Man muß schon etwas differenzieren, welche 
Toleranzen man meint und sie müssen auch grundsätzlich definiert sein, 
um so eine Aussage machen zu können.

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