Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich mit meiner Frage hier richtig bin:
Ich möchte einen Gleichstrommotor (aus einem Akkuschrauber) über eine
Brücke ansteuern. Den Schaltplan für einen Zweig der Brücke habe ich
angehängt. Funktioniert auch ganz gut, zumindest die erste Woche lang
(keine große Last, keine langen Laufzeiten, keine häufige Änderung der
Drehrichtung, Strom durchschnittlich ca. 15A). Eine Woche später, keine
erkennbare Änderung der Umstände, schalten direkt beim Anschließen der
Batterie beide Mosfets gleichzeitig durch, was ja einen länger
andauernden Kurzschluss und damit das Ende der Mosfets bedeutete (der
Versorgungsstrom kommt ungesichert aus einer Autobatterie). Der
Transistor war dann auch kaputt (oder vieleicht der Transistor zuerst?).
Meine Frage also: Wie kann das passieren? Kann der Plan generell nicht
funktionieren, oder, was meine Vermutung ist, hab ich eventuell einfach
nur beim Löten geschlampt.
Für einen Hinweis wäre ich dankbar.
Andreas
Wie realisierst du denn mit dieser Brücke eine Drehrichtungsumkehr?
Mit einem Schalter?
Diese Brücke selbst kann das auf keinen Fall, sonst bräuchtest du eine
H-Brücke.
Wenn du es mit einem Schalter machst, dann brauchst du den Mosfet im
Pluszweig garnicht und kannst somit auch keinen "Shoot trough"
erreichen.
Deine Ansteuerung ist nich sehr schön, weil du keinen wirklichen Schutz
vor gleichzeitigem Einschalten der Mosfets drin hast.
Ansonsten kann es auch ein thermisches Problem sein, wie kühlst du?
@Andreas (Gast)
>Ich möchte einen Gleichstrommotor (aus einem Akkuschrauber) über eine>Brücke ansteuern.
Bei welcher Spannung und welchen Strömen?
Nimm nach Möglichkeit eine vollintegrierte H-Brücke, die hat viele
Vorteile.
H-Brücken Übersicht> Den Schaltplan für einen Zweig der Brücke habe ich>angehängt. Funktioniert auch ganz gut,
Bei Sonnenschein und Leerlauf ;-)
>andauernden Kurzschluss und damit das Ende der Mosfets bedeutete (der>Versorgungsstrom kommt ungesichert aus einer Autobatterie).
Volltreffer! ;-)
>Meine Frage also: Wie kann das passieren?
Deine Schaltung taugt nix.
Beitrag "Re: Fragen zur H-Brücke die X-te"
Die Schaltung ist kappes. Wenn an den Gates halbe Betriebsspannung
anliegt (und das wird während des Umschaltens zwangsläufig passieren),
dann leiten beide FETs. Und zwar ordentlich, so im 10-100A Bereich.
Patrick schrieb:> Wie realisierst du denn mit dieser Brücke eine Drehrichtungsumkehr?
Ich hab zwei solcher Zweige, an jedem Motoranschluss ist einer dran
(dann sollte es eine H-Brücke sein).
Falk B. schrieb:> Bei Sonnenschein und Leerlauf ;-)
Gab die letzten beiden Wochen keinen Regen, daher kann ich nicht
widersprechen.
THOR schrieb:> Wenn an den Gates halbe Betriebsspannung anliegt
Ja, aber nur kurz, ich dachte, dass wird bei 5 Ein/Ausschaltvorgängen am
Tag kein Problem sein.
THOR schrieb:> Die Schaltung ist kappes
OK, sehe ich ein.
Andreas schrieb:> Ja, aber nur kurz, ich dachte, dass wird bei 5 Ein/Ausschaltvorgängen am> Tag kein Problem sein.
Du brauchst ja nur bei offenem Eingang Störungen drauf haben, die den
Treibertransistor nur halb aussteuern, dann begeht deine Halbbrücke
Selbstmord. Der Zustand 6V an beiden Gates muss absolut sicher vermieden
werden, z.B. indem ein Gate nur Spannung bekommen kann, wenn das andere
auf 0V geschaltet ist.
Georg
Georg schrieb:> Du brauchst ja nur bei offenem Eingang Störungen drauf haben
Du meinst mit offenem Eingang, dass MOTOR1_SIG "in der Luft hängt"?
Mir ist schon klar, dass die Schaltung nicht sicher ist und ich wundere
mich auch nicht wirklich darüber, dass die Mosfets irgendwann
durchbrennen. Was mich beschäftigt: was hat den Transistor zerstört?
Ist es so, dass z.B. der kaputte highside Mosfet ans Gate die 12V
durchgibt und, da zwischen Gate und Kollektor kein Widerstand ist, die
Leistungsgrenze des Transistors überschritten wird? Könnte man dem mit
einem z.B. 500Ohm Widerstand vor jedem Gate vorbeugen?
So wie die Schaltung jetzt ist, rettet Die Mosfet`s nur blitzschnelles
schalten. Schneller als der Stromanstieg in der Zuleitung.
Mit 500 Ohm vor`m Gate sind sie zu langsam.
Bau doch was gescheites, mit low-und high-side Treibern. Damit ein
gleichzeitiges Einschalten beider Mosfet`s sicher vermieden wird. Das
macht zwar mehr Mühe, aber dafür hast Du länger Freude daran.
Wieder mal ein typisches Beispiel dafür wie man es nicht machen soll.
Wahrscheinlich hat die Schaltung früher mal Transistoren geschaltet und
der Änderer hat sich wohl gesagt: Das geht auch in anderer
Konfiguration.
Tut es aber nicht...
Mach' Dir aber nichts daraus. Dererlei Schaltungen gibt es im Netz
zuhauf.
der schreckliche Sven schrieb:> So wie die Schaltung jetzt ist, rettet Die Mosfet`s nur blitzschnelles> schalten. Schneller als der Stromanstieg in der Zuleitung.
Ich will die Mosfet's nicht retten. Ich will den Transistor retten.
Andreas schrieb:> schalten direkt beim Anschließen der> Batterie beide Mosfets gleichzeitig durch, was ja einen länger> andauernden Kurzschluss und damit das Ende der Mosfets bedeuteteAndreas schrieb:> Ich will die Mosfet's nicht retten
Dazu erübrigt sich jeder Kommentar.
Georg
Georg schrieb:> Dazu erübrigt sich jeder Kommentar.
Genaugenommen korrekt, aber... ignorier ich mal kurz.
Andreas schrieb:> Ich will die Mosfet's nicht retten. Ich will den Transistor retten.
Glaube ich Dir nicht - Du willst (auch, und genaugenommen sogar
vor_allem ... die sind doch weit teurer?) die MOSFETs retten.
Was Du wohl meintest: "Ich will wissen, wie ich den Transistor retten
kann. Bei den MOSFETs hab ich schon Ahnung jetzt."
Sogar, wenn Du aus irgend einem Grund die FETs für 0,1 Cent / Stk.
bekommen solltest (oder 10000 davon für 10 Euro gekauft und daheeme),
dafür für die Transistoren 5 Euro / Stk. bezahlen mußt (bzw. nur noch 2
stk. daheim oder sonstwas...) ... die Schaltung ist ein Murks.
Andreas, vergiß den Transistor. Mach es richtig (1):
Falk B. schrieb:> Nimm nach Möglichkeit eine vollintegrierte H-Brücke, die hat viele> Vorteile.
Oder (2):
der schreckliche Sven schrieb:> Bau doch was gescheites, mit low-und high-side Treibern.
Ersteres ist einfacher + komfortabler, und oft noch weit billiger.
da ali g. schrieb:> Glaube ich Dir nicht - Du willst (auch, und genaugenommen sogar> vor_allem ... die sind doch weit teurer?) die MOSFETs retten.
Das kannst du mir schon glauben. Ich will wissen, warum der Transistor
k.o. geht. Was war zuerst da?
- Mosfets kaputt, Rückschlag auf Transistor?
- Transistor kaputt und beide Gates 6V (Wie kann ein intakter Transistor
in
dieser Konfiguration "längere Zeit" 6V am Kollektor haben?).
Der ansteuernde Transistor kann nur durch den Ausfall des MOSFETs
gehimmelt sein. Davon kannst Du Dich in einfacher Weise überzeugen: bei
dem kaputten MOSFET ist nicht nur ein Kurzschluss zwischen drain und
source, sondern auch zwischen drain und gate - und über diesen Pfad wird
der ansteuernde Treiber in den Abgrund gerissen.
Mark S. schrieb:> und über diesen Pfad wird> der ansteuernde Treiber in den Abgrund gerissen
Davor könnte man ihn schützen, indem man einen Widerstand vor den
FET-Gates einfügt, so dass der Strom durch den Treiber nicht unbegrenzt
ansteigen kann. Aber das wären ja schon wieder ruinöse Mehrkosten.
Georg
Georg schrieb:> Davor könnte man ihn schützen, indem man einen Widerstand vor den> FET-Gates einfügt
Bei der oben gezeigten Treiberschaltung bildet so ein Vorwiderstand
einen Spannungsteiler mit dem Pull-Up. Die Gates sind damit länger (oder
nur noch) halb durchgesteuert.
d.H. du veränderst die Schaltung von "Manchmal überleben die FETs" in
Richtung "Jetzt gehen sie immer kaputt".
Einfacher & Schneller: Die 10000er Kiste FETs in der Mikrowelle gut
durchgaren.
Mark S. schrieb:> sondern auch zwischen drain und gate - und über diesen Pfad wird> der ansteuernde Treiber in den Abgrund gerissen.Georg schrieb:> Davor könnte man ihn schützen, indem man einen Widerstand vor den> FET-Gates einfügt
Vielen Dank, genau das wollte ich wissen.
Planlos schrieb:> Die Gates sind damit länger (oder nur noch) halb durchgesteuert.
Länger, klar. Aber nur noch? Der Vorwiderstand hat doch keinen Einfluss
auf die Spannung am Gate, sondern nur auf die Dauer des Ladevorgangs.
Planlos schrieb:> Bei der oben gezeigten Treiberschaltung bildet so ein Vorwiderstand> einen Spannungsteiler mit dem Pull-Up
Einfach nur Nein.
Planlos schrieb:> d.H. du veränderst die Schaltung von "Manchmal überleben die FETs" in> Richtung "Jetzt gehen sie immer kaputt"
Vollkommener Unsinn. Vorwiderstände kommen vor die Gates der FETs und
sind so zu dimensionieren, dass sie Überlastung des Treibertransistors
verhindern. Da ist nirgends kein Spannungsteiler nicht, eine Schaltung
mit 3 Widerständen sollte man geistig gerade noch verkraften können.
Oder auch nicht.
Georg
neFrage schrieb:> Georg schrieb:>> Vorwiderstände kommen vor die Gates der FETs und>> Horizontal oder vertikal?
Der Punkt zw. PullUp-R und PullDown-T
(= R28 unten = Kollektor T2)
ist hier der "Treiberausgang".
"vor" impliziert eine Reihenschaltung.
Treiberausgang --- Widerstand --- Gate(s)
-------------------------------------------------------
Und ich hoffe mal, das war entweder eine (nicht gelungene)
Scherzfrage eines Users, dem langweilig ist, oder eine
ernstgemeinte eines unerfahrenen Besuchers, der das
wirklich nicht wußte.
Sollte "neFrage" Andreas sein, der nicht von dieser
>>ach, so schön einfach<< - Schaltung lassen will,
bin ich einen Millimeter näher am Verzweifeln.
Die Threads zum Thema "irgendwo aufgefundene super-
simple-H-Brücke" gehen hier schon in die 1000de?
Ich wiederhole: Schaltung so Unsinn (!), Quelle ominös.
da ali g. schrieb:> Und ich hoffe mal, das war entweder eine (nicht gelungene)> Scherzfrage eines Users, dem langweilig ist, oder eine> ernstgemeinte eines unerfahrenen Besuchers, der das> wirklich nicht wußte.
Danke, aber weder noch. Das ist Auflehnung gegen ungenaue und
möglicherweise mißverständliche Schaltungsprosa. Wie soll ein
Anfänger/Mitleser/unerfahrener Fragesteller wissen, was mit "vor"
gemeint ist? Dein Beitrag beweist, daß es auch anders geht.