Forum: Platinen Leiterplatten herstellen (fotopositiv)


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von Phil G. (phil333)


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Ich mache gerade erste Versuche PCBs selbst herzustellen.

Ich habe einseitige Kuperplatten hier und eine fotopositive Folie 
(photosensitive dry film).
Die Kupferplatte entfette ich und mache sie mit Stahlwolle komplett 
sauber.
Danach ziehe ich Schutzfolie von der fotopositiven Folie ab, mach die 
Kupferplatte nass und bringe die Folie ohne Luftblasen an.
Danach falte ich ein Blatt Papier und stecke die Platte dort rein.
Dann kommt das durch mein Laminiergerät (heiß), wird ausgepackt, in ein 
weiteres Papier gesteckt und nochmal durch den Laminierer gezogen.

Jetzt kommt der erste Knackpunkt:
Ich habe keinen Laserdrucker und drucke daher mit einem Inkjet 
Fotodrucker (Epson PX830FWD) auf InkJet Overheadfolie.
Das ist aber glaube ich nicht so gut wie es per Laserdrucker gehen würde 
und auch glaube ich nicht so UV abschirmend.

Die Klarsicht-Folie lege ich dann mit etwas Wasser benetzt auf die 
Leiterplatte, auf der die Fotopositiv-Folie drauf ist (wieder so, dass 
keine Luft eingeschlossen wird und die Folien dicht aufliegen).

Nun wird mittels UV Röhren belichtet.
Bei einem Abstand von 10cm benötigt die Folie etwa 15-20 Sekunden um 
dunkelblau zu werden.
Nach etwa 23 Sekunden wird das UV Licht ausgeschaltet.

Erstes großes Problem:
Ich bekomme die unbelichtete Folie nur schwierig runter.
Da ich kein NAOH verwende (n möchte), habe ich zuerst "Kaisers 
BackNatron" (Natriumhydrogencarbonat) genommen, weil ich schon öfters 
gelesen habe, dass es damit gut funktionieren soll.
Das funktioniert bei mir aber gar nicht.
Als andere leicht zugängliche Chemikalie habe ich dann "Reine Waschsoda" 
aus der Drogerie genommen.
Damit (Natriumcarbonat), in heißem Wasser gelöst (etwa 60°C) gehen die 
unbelichteten Stellen ganz gut weg, allerdings bleiben einige Rückstände 
hartnäckig auf der Leiterplatte, weshalb ich die Leiterplatte länger 
darin "bade" und immer mit einem Schwamm vorsichtig über die Platte 
"streichel" :D

Dabei gehen dann leider auch meist die feinen Leiterbahnen auf meinem 
Testboard weg.
Theoretisch könnte 5mil wunderbar klappen, aber durch das lange bad 
gehen die Leiterbahnen kaputt und selbst die 8mil Bahnen werden z.T. 
beschädigt.

Das Ätzen habe ich bisher immer übersprungen, weil ich erstmal "den 
Rest" gut können möchte.

Danach habe ich den letzten Schritt "das Entfernen der 
Fotopositiv-Folie" geübt.
Versucht habe ich es anfangs mit Nagellackentferner, doch da tat sich 
gar nichts.
Anschließend mit verschiedensten Chemikalien und schlussendlich bin ich 
doch in den Baumarkt gefahren und habe Aceton gekauft.
Selbst damit löst sich der ausgehärtete Lack kaum.
Ich muss daher immer ein Acetonbad heiß machen... und zusätzlich mit 
Stahlwolle den Lack runterkratzen.
Das dauert bei einem 10x7cm Board um die 10min (es geht wirklich kaum 
runter).

Ich hoffe hier auf Tipps, wie es besser und einfacherer geht.

Vielen Dank euch allen!

von Michael B. (laberkopp)


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Hmm, photopositive Folie habe ich nie verwendet,
ich kenne nur die photonegative Folie von Bugrad,
und die schreiben: Trocken, kein Wasser, laminieren
bei 100-110 GradC.

http://www.tme.eu/de/Document/f1ade6ac0fcd499879f524ea8c827c02/Laminat%20Resist%20E%20neu.pdf

Die Folie soll in Natriumcarbonat entwickelt werden können
ud mit Natriumhydroxid schon bei 1-2% gestrippt werden können.

Phil G. schrieb:
> Das Ätzen habe ich bisher immer übersprungen, weil ich erstmal "den
> Rest" gut können möchte.

Unsinn.

Du siehst nicht, ob vom Photolack noch 1/10 der Ursprungsdicke
drauf geblieben ist, weil die Belichtung nicht tief genug ging.
Nur der Ätztest zeigt, ob due Platine durchbelichtet und
durchentwickelt wurde. Man SIEHT nicht ob die Photoschicht ganz
runter ist oder nur zum Teil entfernt iust und immer noch das
Kapufer schützt.

von Cerberus (Gast)


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Belichtungsreihe machen und die Verarbeitungshinweise des Herstellers
für diese "Positivfolie" beachten. Dryfilm arbeitet für gewöhnlich
negativ und die Trägerfolie bleibt während des Laminierens auf
dem Dryfilm. Nach dem Laminieren kann man die Schutzfolie abziehen.
Man kann grundsätzlich auch mit Inkjet-Layouts belichten, aber man
legt zwei gleiche Ausdrucke übereinander und sieht zu, das die
Tinte Kontakt zum Dryfilm hat, also gespiegelt ausgedruckt werden
muss. Mit der Belichtungsreihe wird die UV-Dämpfung der Druckfolie
kompensiert. Theoretisch müsste es dann gehen.

von Phil (Gast)


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Naja also "Unsinn" ist das nicht.
Wenn ich schon sehe, dass der Fotolack abgeht, dann ist ein ätzen 
unnötig.
Erstmal müssen soweit die Teilschritte grundsätzlich funktionieren - 
danach kann ich ja das finetuning machen (mit richtigem ätzen dann).

Ich habe jetzt mal 2 Folien bedruckt, übereinander gelegt und dann 
belichtet.
Das sieht schon besser aus, aber auch noch nicht wirklich gut (im 
Anhang).
Scheint so, als ob ich wohl n Laserdrucker brauche :(

von Heinz V. (heinz_v)


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Phil G. schrieb:
> Die Klarsicht-Folie lege ich dann mit etwas Wasser benetzt auf die
> Leiterplatte, auf der die Fotopositiv-Folie drauf ist (wieder so, dass
> keine Luft eingeschlossen wird und die Folien dicht aufliegen).

Bedruckte Seite auf der Platine?

>
> Nun wird mittels UV Röhren belichtet.
> Bei einem Abstand von 10cm benötigt die Folie etwa 15-20 Sekunden um
> dunkelblau zu werden.
> Nach etwa 23 Sekunden wird das UV Licht ausgeschaltet.

Vielleicht solltest Du mal einen grösseren Abstand mit mehr 
Belichtungszeit testen.

Zeig doch mal deinen Belichter.

von Zeno (Gast)


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Phil schrieb:
> Scheint so, als ob ich wohl n Laserdrucker brauche :(

Laserdrucker ist nicht unbedingt besser. Gerade die modernen Drucker 
arbeiten tonersparend und damit bedruckte Folien sind definitiv nicht 
100% lichtdicht obwohl es auf den ersten Blick gut aussieht.
Es gibt bei C... einen "Tonerverdichter" mit dem man die bedruckte Folie 
einsprühen kann. Diese wird dann rein visuell schon lichtdichter, aber 
das Endergebnis überzeugt nicht wirklich, zumindest wenn man feine 
Strukturen machen möchte.
Das beste ist wenn man 2 bedruckte Folien übereinander legt, dann ist es 
lichtdicht genug. Allerdings funktioniert das nur bei relativ einfachen 
Leiterplatten gut, wenn die Leiterplatten komplizierter sind wird es 
schwierig die 2 Folien ordentlich zu überdecken.
Lichtechnisch funktioniert folgendes Verfahren recht ordentlich:
 -Ausdruck auf ganz normales Officepapier mit dem Laserdrucker
 -den Ausdruck mit z.B. Sonnenblumenöl einreiben (die unbedruckten 
Bereiche
  werden hierdurch für UV-Licht durchlässig)
Nachteil des Verfahrens ist, daß sich dabei ein leichter Ölfilm auf 
Leiterplatte bildet, der verhindert das die Chemikalien ran kommen. Man 
muß den Ölfilm halt entfernen, was mit Gasoline bzw. Feuerzeugbenzin 
geht. Man kann auch zwischen Leiterplatte und und Papier eine 
unbedruckte Overheadfolie legen, dann kommt kein Öl an die Platine. Die 
Folie ist aber nicht bei sehr feinen Strukturen geeignet, da es durch 
Beugung des Lichte zur Überstahlung kommt - die Strukturen werden 
dadurch dünner (bei mir wurden Strukturen von 0,2mm(8mil)dann gar nicht 
oder fehlerhaft dargestellt).

Lies Dir das http://www.sprut.de/electronic/platinen/ mal durch, 
vielleicht kannst Du da noch einige Anregungen für Dich raus ziehen.

von Phil (Gast)


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@Heinz V.
also die Reihenfolge ist: Leiterplatte, Dryfilmfolie (mit Schutzfolie 
oben noch drauf), Wasser, darauf dann die bedruckte Overheadfolie mit 
der Druckseite nach oben (sonst wäscht sich die Tinte wieder ab) und 
dann belichten

Mein Belichter ist ein Gesichtsbräuner Philips HP 3153/A.

Ich habe jetzt auch nochmal 3 andere Möglichkeiten probiert:
1. 2 mal ausgedruckt auf Overheadfolie, davon eins Spiegelverehrt und 
diese beiden Folien übereinander gelegt.
Das klappte kaum bis gar nicht, weil die Folie für InkJet etwas klebrig 
ist und man nur einen Versuch hat (ansonsten zieht man die Klebeschicht 
ab).

2. 2 mal normal ausgedruckt und übereinander gelegt.
Dann über die DryFilm beschichtete Leiterplatine (durchsichtige 
Schutzfolie noch drauf) und belichten.
Funktioniert reproduzierbar "OK" und man kann danach die Folien 
weiterhin verwenden.

3. Einmal spiegelverkehrt ausgedruckt und auf den Dryfilm direkt drauf 
(ohne dessen durchsichtige Schutzschicht).
Das Belichten funktioniert so super!
Man bekommt deutlich schärfere Kanten als mit der 2. Methode.
Problem ist hier allerdings, dass man nach dem Belichten die Folie nicht 
mehr schadfrei runter bekommt, also man zieht nach dem Belichten mit der 
Overhead-Folie auch was von dem belichteten Dryfilm mit ab.


Nachtrag:
Ich habe aufgrund deines Beitrages @Zeno mal mit Öl experimentiert.
Dabei ist mir aufgefallen, dass die Tinte nicht verschmiert, wenn ich Öl 
auf die Overheadfolie nach dem Druck mache.
Diese Eigenschaft habe ich gleich genutzt und nochmal eine Platine 
Belichtet.
Dryfilm auf die Platine drauf, dann die Schutzschicht runter,
Overheadfolie spiegelverkehrt bedruckt und mit (Sonnenblumen-) Öl 
dazwischen auf den Dryfilm drauf.
Alles schön glatt gestricken und einmal 15 und einmal 30 sek belichtet.

Das Ergebnis ist das bisher Beste.
Ecken nicht ganz so scharf wie Methode 3, aber deutlich besser als 
Methode 2 und die Folie ist weiterhin verwendbar.
Beim Abwaschen des unbelichteten Dryfilms sind mir die 1mil Leitungen 
kaputt gegangen und die 5mil Leitungen an einer Stelle auch.
8mil geht definitiv uns das Ergebnis ist schonmal zufriedenstellend.
Ich werde als nächstes mal eine Platine genau so nochmal machen, aber 
eine 2. Folie (die wieder normal herum) über das Ganze legen um die 
unbelichteten Teile noch etwas besser zu schirmen.

So habe ich eine Art "Vorfilter" von der obersten Tinte, dann kommen 2 
Overhead-Schichten, dann wieder Tinte, dann ein dünner Öl-Film und dann 
der Dryfilm.
Ich denke das sollte dann eine gute Kombination aus Abschirmung des 
UV-Lichts und Schärfe der Belichtung sein - und das alles wäre 
reproduzierbar, da man die Folien weiterhin verwenden könnte.
Ich melde mich nach dem Belilchten nochmal mit ein paar Bildern :)

von Johannes S. (jojos)


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Wasser/Öl auf die Platine? Sowas höre ich zum erstenmal. Lege die Folie 
auf die ganz trockene Platine, Druckseite nach unten (bedruckte Seite 
auf die Platine). Je nach Platinenseite muss gespiegelt gedruckt werden. 
Dann eine Glasscheibe drauf und drauf achten das die plan aufliegt.

: Bearbeitet durch User
von Sven L. (sven_rvbg)


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Hallo Phil,
was für Folien und was für einen Laminator verwendest Du?

von Zeno (Gast)


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Ich hatte aber nicht von Öl als Trennschicht zwischen Folie und Platine 
gesprochen.
Bei meinem Beispiel mit dem Öl wurde auf ganz normales weißes Papier 
gedruckt, welches durch Einreiben mit Öl an den unbedruckten Stellen UV 
durchlässig wird. Papier, weil das Druckergebnis bezüglich 
Lichtdichtheit auf Papier besser als auf Overheadfolie ist

PS: In dem von mir verlinkten Beitrag (s. letzter Post) wird auch 
Transparentpapier als Druckmedium vorgeschlagen - habe ich aber noch 
nicht ausprobiert.

von Phil (Gast)


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von Johannes S. (jojos)


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auch da gehört kein Öl hin.
Mit Tintenstrahlern bekommt normalerweise bessere (dichtere) Folien hin 
als mit Laser wo man noch mit Tonerverdichter nacharbeiten muss.
Wichtig sind die richtigen Einstellungen, hier gibts einen Artikel mit 
einigen Daten:
https://www.mikrocontroller.net/articles/Drucker_und_Material_f%C3%BCr_Platinenlayouts

von Zeno (Gast)


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Phil schrieb:
> Nein kein Öl auf die Platine.
> Öl zwischen Dryfilm und bedruckte Folie.

Ich hatte auch nicht von Öl zwischen Dryfilm und bedruckter Folie 
gesprochen.

Einfaches bedrucktes weißes Papier. Drucke einfach mal Dein Layout auf 
weißes Papier und reibe es dann mit Öl ein. Man sieht an den 
unbedruckten Stellen sofort den Untergrund durch wo das Papier liegt.

von Cerberus (Gast)


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Zeno schrieb:
> Bei meinem Beispiel mit dem Öl wurde auf ganz normales weißes Papier
> gedruckt, welches durch Einreiben mit Öl an den unbedruckten Stellen UV
> durchlässig wird. Papier, weil das Druckergebnis bezüglich
> Lichtdichtheit auf Papier besser als auf Overheadfolie ist

Dafür gibts doch saubere Lösungen:
https://www.conrad.de/de/crc-kontakt-chemie-transparent-21-pausklar-spray-79509-aa-200-ml-618952.html

von Georg (Gast)


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Zeno schrieb:
> Drucke einfach mal Dein Layout auf
> weißes Papier und reibe es dann mit Öl ein

Öl ist der grösste Feind aller Fotochemie. Nimm Haarspray.

Georg

von Zeno (Gast)


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Cerberus schrieb:
> Dafür gibts doch saubere Lösungen:
> 
https://www.conrad.de/de/crc-kontakt-chemie-transparent-21-pausklar-spray-79509-aa-200-ml-618952.html

Mit dem Öl war ja nicht meine Idee. Der Vorschlag kam von hier 
http://www.sprut.de/electronic/platinen/ und ich hab's einfach mal 
ausprobiert - kostet ja nichts - und es hat ganz gut funktioniert und 
einen Versuch war's allemal wert.

Georg schrieb:
> Öl ist der grösste Feind aller Fotochemie. Nimm Haarspray.

Das der Ölfilm  Probleme macht hatte ich ja geschrieben:
Zeno schrieb:
> Nachteil des Verfahrens ist, daß sich dabei ein leichter Ölfilm auf
> Leiterplatte bildet, der verhindert das die Chemikalien ran kommen. Man
> muß den Ölfilm halt entfernen, was mit Gasoline bzw. Feuerzeugbenzin
> geht. Man kann auch zwischen Leiterplatte und und Papier eine
> unbedruckte Overheadfolie legen ........

Bestreite ja auch nicht das es bessere LÖsungen gibt, z.B. die Cerberus 
genannte. Das mit dem Haarspray probiere ich mal aus, hat ja Frau 
normaleweise im Hause. Schon erstaunlich was man mit Haarspray so alles 
machen kann. Geht z.B. auch zum Entfernen von Kugelschreibertinte auf 
Leder, aber das ist ein anderes Thema

von Werner H. (pic16)


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Phil G. schrieb:
> Ich mache gerade erste Versuche PCBs selbst herzustellen.

Schau mal hier nach.
TitelBeitrag "China Tentinglaminat"

von Phil G. (phil333)


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Eieiei... ich hätte nicht gedacht, dass es doch so schwierig ist ein 
passabeles Ergebnis hin zu bekommen.

Ich habe jetzt mal eine Testplatine komplett gemacht/versucht.

Ich habe dabei wieder den Dryfilm wie gehabt mit etwas wasser 
aufgetragen, 2x heiß laminiert, Schutzfolie ab, Overheadfolie 
spiegelverkehrt bedruckt, mit Öl aufgebracht, noch einmal richtig herum 
ausgedruckt, wiederrum mit Öl aufgebracht, dann mit Zeiten von 5 - 60 
Sekunden belichtet und anschließend alles wieder ab.

Dann das Ganze in Wasch-Soda und den unbelichteten Dryfilm ab.
Anschließend 40g Natruimpersulfat in 250ml ca 55°C heißes Wasser und 
geätzt.
Das klappte SEHR schlecht.
Ich habe eine Glasschüssel (rund, groß genug, dass die Platine mit 1cm 
Abstand zum boden rein passt) und mit einem Plastiklöffel (und natürlich 
mit Handschuhen) immer schön "die Suppe" im Kreis gerührt..
Nach etwa 15min konnte man an manchen Stellen kein Kupfer mehr sehen.
bis etwa 25min ging das so weiter... und dann passierte nichts mehr.
Ich hab dann die Konzentration des Natriumpersulfat erhöht...
brachte aber auch nichts.
Dann die Platine raus, abgewaschen, mit Waschsoda nochmal ordentlich 
geschrubbt (denke da war noch "unsichtbarer" Lack drauf), abgewaschen 
und dann wieder in das Natriumpersulfat rein.
nach weißteren 20min war dann auch dort das Kupfer weg.
Insgesamt hat es 68min gedauert!!

Mit dem Ergebnis bin ich kein Stück zufrieden.
Klar es ist mein aller erster Versuch, aber das muss deutlich besser 
werden :D
Ich lade jetzt noch ein paar Bilder hoch, damit ihr den Verlauf ansehen 
könnt.

Bild 00: Overheadfolien (beide) auf PCB+Dryfilm direkt nach dem 
belichten (Folie etwas verutscht beim Fotografieren)
Bild 01: Overheadfolien entfernt vor dem Entfernen der unbelichteten 
Stellen
Bild 02: Nach dem Entfernen der unbelichteten Stellen mit Wasch-Soda
Bild 03: Nach der 68min Tortur mit Natriumpersulfat
Bild 04: Nach dem Entffernen des belichteten Dryfilms.

(die Platine ist insgesamt 15x7cm)

Das Thema mit dem "China Tentinglaminat" les ich mir im Anschluss durch.

von Guido B. (guido-b)


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Die Belichtung ist extrem ungleichmäßig, das wird so nicht
reproduzierbar. Lass das Öl weg, außer dir nimmt das keiner!

von Werner H. (pic16)


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Phil G. schrieb:
> Dryfilm wie gehabt mit etwas wasser aufgetragen

Durch das Wasser entstehen unter erwärmen Microblasen. Wer hat dir denn 
diesen "Trick" verraten? Da kann das Laminat nicht richtig haften.

> 2x heiß laminiert, Schutzfolie ab
einmal kalt, danach bei ca 50°C und die Schutzfolie bleibt beim 
belichten drauf.

> mit Öl aufgebracht

Noch so'n "Trick", warum nimmst du keine plane Glasplatte?

> les ich mir im Anschluss durch

Hättest du vielleicht vorher lesen sollen?

von michael_ (Gast)


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Phil G. schrieb:
> Eieiei... ich hätte nicht gedacht, dass es doch so schwierig ist ein
> passabeles Ergebnis hin zu bekommen.

Ist es auch nicht.
Das ist doch hier schon hunderttausendmal durchgekaut worden.

Phil G. schrieb:
> Anschließend 40g Natruimpersulfat in 250ml ca 55°C heißes Wasser und
> geätzt.

Ab 53°C wird Natriumpersulfat zersetzt.

Was soll das mit dem Laminat?
Ohne zwingenden Grund sollte man das nicht selbst machen.
Beschichtete Platinen kann die Industrie besser.
Ansonsten mit Positiv-20.
Und der Käse mit doppelten Ausdruck, Tonerverdichter, durchsichtigmachen 
von Papier usw. ist auch nicht aus den Köpfen zu kriegen.
Nimm für den Laser ordentlich mattierte Folie.

von Phil G. (phil333)


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Werner H. schrieb:
> Phil G. schrieb:
>> Dryfilm wie gehabt mit etwas wasser aufgetragen
>
> Durch das Wasser entstehen unter erwärmen Microblasen. Wer hat dir denn
> diesen "Trick" verraten? Da kann das Laminat nicht richtig haften.
>
Das habe ich aus ner Youtube Anleitung:
https://www.youtube.com/watch?v=2eRdbvGXkio

>> 2x heiß laminiert, Schutzfolie ab
> einmal kalt, danach bei ca 50°C und die Schutzfolie bleibt beim
> belichten drauf.
>
>> mit Öl aufgebracht
>
> Noch so'n "Trick", warum nimmst du keine plane Glasplatte?
>
Weil ich es nie anders gelernt hab.
>> les ich mir im Anschluss durch
>
> Hättest du vielleicht vorher lesen sollen?
Hätte ich auch gemacht, wenn ich denk Link vor dem Ätzen gesehen hätte.

Ich werd es mal so machen wie du beschrieben hast.



michael_ schrieb:
> Phil G. schrieb:
>> Anschließend 40g Natruimpersulfat in 250ml ca 55°C heißes Wasser und
>> geätzt.
>
> Ab 53°C wird Natriumpersulfat zersetzt.
>
> Was soll das mit dem Laminat?
> Ohne zwingenden Grund sollte man das nicht selbst machen.
> Beschichtete Platinen kann die Industrie besser.
> Ansonsten mit Positiv-20.
> Und der Käse mit doppelten Ausdruck, Tonerverdichter, durchsichtigmachen
> von Papier usw. ist auch nicht aus den Köpfen zu kriegen.
> Nimm für den Laser ordentlich mattierte Folie.

Bei niedriferen Temperaturen tat sich nichts mehr, daher habe ich die 
Temperatur erhöht und es ätzte weiter etwas Kupfer weg (aber nicht 
wirklich gut)

Was das mit dem Laminat soll?
Ich hab ähnlich wie Werner ein paar Kupferplatten bekommen.
Das ist die einzige Möglichkeit die ich bisher gefunden habe, die auch 
wirtschaftlich ist.

Ich habe übrigens keinen Laserdrucker.

von HXD K. (hxd_k)


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9 PCB services for over 10 years, there are many pcb knowledge is 
written by our expert, if you have interest in it you can visit website 
www.flyingpcb.com to know more.

von Crazy H. (crazy_h)


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Wieso laminiert man das überhaupt? Hab ich noch nie gehört beim 
Photoverfahren.

von Paul B. (paul_paul)


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Phil G. schrieb:
> Eieiei... ich hätte nicht gedacht, dass es doch so schwierig ist ein
> passabeles Ergebnis hin zu bekommen.

Ist es nicht. Man muss nur die richtigen Materialien nehmen:
Bsp. Ich habe 1 Jahr probiert akzeptable Ergebnisse mit der Tonermethode 
zu bekommen. Vergebens. Dann habe ich mir auf EBay einen Belichter 
ersteigert, Bungard Platinen gekauft und erhielt sofort (1es mal) super 
Ergebnisse.

> Ich habe dabei wieder den Dryfilm wie gehabt mit etwas wasser
> aufgetragen, 2x heiß laminiert, Schutzfolie ab, Overheadfolie
> spiegelverkehrt bedruckt, mit Öl aufgebracht, noch einmal richtig herum
> ausgedruckt, wiederrum mit Öl aufgebracht, dann mit Zeiten von 5 - 60
> Sekunden belichtet und anschließend alles wieder ab.
>
> Dann das Ganze in Wasch-Soda und den unbelichteten Dryfilm ab.
> Anschließend 40g Natruimpersulfat in 250ml ca 55°C heißes Wasser und
> geätzt.
> Das klappte SEHR schlecht.
> Ich habe eine Glasschüssel (rund, groß genug, dass die Platine mit 1cm
> Abstand zum boden rein passt) und mit einem Plastiklöffel (und natürlich
> mit Handschuhen) immer schön "die Suppe" im Kreis gerührt..
> Nach etwa 15min konnte man an manchen Stellen kein Kupfer mehr sehen.
> bis etwa 25min ging das so weiter... und dann passierte nichts mehr.
> Ich hab dann die Konzentration des Natriumpersulfat erhöht...
> brachte aber auch nichts.
> Dann die Platine raus, abgewaschen, mit Waschsoda nochmal ordentlich
> geschrubbt (denke da war noch "unsichtbarer" Lack drauf), abgewaschen
> und dann wieder in das Natriumpersulfat rein.
> nach weißteren 20min war dann auch dort das Kupfer weg.
> Insgesamt hat es 68min gedauert!!
>
> Mit dem Ergebnis bin ich kein Stück zufrieden.
> Klar es ist mein aller erster Versuch, aber das muss deutlich besser
> werden :D

Mein Tipp: Hol dir am Anfang erst mal Bungard Platinen, die sind 
deutlich besser für Anfänger geeignet und sparen auch ordentlich Zeit 
(nur Schutzfolie abziehen und los gehts.) Und kauf dir nen richtigen 
Entwickler (Natriumhydroxid)

In der Zeit wo du brauchst ätze ich Platinen in guter Qualität, verzinne 
sie, trage Lötstopplaminat auf und lege sie zum aushärten in den 
Belichter.

von Paul B. (paul_paul)


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HXD K. schrieb:
> We're willing to share many PCB knowledge to your,we have been offering
> 9 PCB services for over 10 years, there are many pcb knowledge is
> written by our expert, if you have interest in it you can visit website
> www.flyingpcb.com to know more.

Ist Werbung hier erlaubt?

von Johannes S. (jojos)


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Phil G. schrieb:
> Weil ich es nie anders gelernt hab.

jetzt sag bitte nicht mit 'gelernt' meinst du das von dir verlinkte 
YouTube Video gesehen zu haben? Das erinnert mich an den 8-jährigen 
Amerikaner der unbedingt zu McDonalds wollte und weil sein Papa schlief 
dann mit seinem Schwesterchen selber gefahren ist. Auf die Frage, woher 
er Auto fahren kann, sagte er: "habe ich von YouTube gelernt"...
Also das einizige was in dem Video professionell ist, ist das er brav 
seine PSA trägt. Den Rest beschreibt sein Kommentar: "who cares about 
precisision?". Die Leiterbahnen und die Schriften auf der Platine sehen 
unscharf aus und ich sehe auch min. 1 Unterbrechung.

Das dürfte daher kommen das die Folie eben nicht ganz dicht auf dem 
DryFilm aufliegt. Dann kann Licht von der Seite auf den Film und es wird 
unscharf oder belichtet dünne Striche. Das ist einfache Physik, sowas 
nimmt dir auch Bungard Material übel. Richtig gut wird es mit 
Vakuumbelichtern, Glasscheibe geht auch wenn die gleichmässig andrückt. 
Als Glasscheibe reicht der billigste Bilderrahmen vom Baumarkt, bessere 
haben vielleicht wieder UV Stop und das wollen wir nicht.

Wenn du mit Bungard und NaOH arbeitest: auf keinen Fall wie CNLohr es 
zeigt die Chemikalie einfach ins Wasser auf die Platine schütten! Erst 
alles in Wasser auflösen, warten, noch mal umrühren und dann die Platine 
rein. Schon kleinste Reste nicht gelöstes NaOH fressen Löcher in die 
Fotoschicht.

Zum Ätzen: 250 ml NaPS ist sehr wenig und schnell gesättigt. Meine 
Küvette ist auch klein, da pssen etwas über 1L rein. Frisch angesetzt 
dauert die erste Platine bei 40-45°C ca. 7-8 min. Die nächsten brauchen 
schon jeweils 2-3 min. länger.
'Viel hilft viel' gilt hier für die Konzentration nicht, den Fehler habe 
ich auch mal gemacht, Ergebnis war das gar nix ging und das Kupfer eine 
pickelige Oberfläche bekam.

Und zum Drucken: die besten Folien habe ich mit dem alten Epson Photo 
750 bekommen. Ein aktueller Canon war ganz schlecht, habe extra wieder 
einen alten gekauft. Wichtig ist wie geschrieben die Einstellung, 
allerfeinste Auflösung ist auch schlechter weil dann weniger Tinte 
aufgebracht wird, da muss man mal schwarze Flächen mit verschiedenen 
Einstellung drucken.

von Phil G. (phil333)


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Nein mit "gelernt" meinte ich eigentlich, dass ich bisher keine andere 
Wissensquelle habe.
Jede Anleitung schreibt eine etwas andere Vorgehensweise und zusätzlich 
unterscheiden sich die Dryfilm-Folien noch (z.B. schälen sich manche bei 
Kontakt mit Aceton wie von selbst ab, bei mir tut sich da gar nichts).

Ich werde dran bleiben und bin gerade dabei verschiedene Fehlerquellen 
auszumerzen.

1. Kein Öl mehr :D

2. Folie wird trocken wie von Werner empfohlen angebracht.
Problem hierbei wird aber sein, dass mein Laminiergerät mit einer 
Temperatur von 97 - 105 °C arbeitet.
Das wird zu heiß sein oder?
Hilft es, wenn ich es in eine oder 2 Lagen Papier rein lege oder ist die 
Temperatur unkritisch?

3. Die Natriumcarbonat Lösung werde ich mal niedriger dosieren (10g/l) 
und nicht so heiß machen.

4. Druckereinstellungen werde ich nochmal durchtesten (habe ich zwar 
schon, aber vielleicht findet sich noch was).
Momentan Drucke ich als "optimales Foto" auf Epson Photo Quality InkJek 
in Graustufen, mit ICM Farbprofil ohne Farbanpassung.

Beim Papier gibt es zur Auswahl
Normalpapier, Epson Ultra Glossy, Epson Premium Glossy, Epson Premium 
Semigloss, Epson Glossy, Epson Photo, Epson Matte, Epson Photo Quality 
Inkjet und Epson Photo Stickers.

Bidirektionales Drucken und "Glatte Kanten" sind ausgeschaltet.

von Paul B. (paul_paul)


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Phil G. schrieb:

> 4. Druckereinstellungen werde ich nochmal durchtesten (habe ich zwar
> schon, aber vielleicht findet sich noch was).
> Momentan Drucke ich als "optimales Foto" auf Epson Photo Quality InkJek
> in Graustufen, mit ICM Farbprofil ohne Farbanpassung.
>
> Beim Papier gibt es zur Auswahl
> Normalpapier, Epson Ultra Glossy, Epson Premium Glossy, Epson Premium
> Semigloss, Epson Glossy, Epson Photo, Epson Matte, Epson Photo Quality
> Inkjet und Epson Photo Stickers.
>
> Bidirektionales Drucken und "Glatte Kanten" sind ausgeschaltet.

Mein Epson WF 7260 erreicht bei Epson Matte und Optimaler Qualität, 
Graustufen die besten Ergebnisse. Da muss ich auch nichts Übereinander 
kleben.

Ich hänge dir mal ein Foto an wie meine fertigen Platinen aussehen.

von michael_ (Gast)


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Phil G. schrieb:
> Was das mit dem Laminat soll?
> Ich hab ähnlich wie Werner ein paar Kupferplatten bekommen.
> Das ist die einzige Möglichkeit die ich bisher gefunden habe, die auch
> wirtschaftlich ist.

Wenn du Kupferkaschierte Platinen meinst, ist das nicht wirtschaftlich.
Wirf sie weg und besorge dir fertiges von Bungard.
Falls du aber massives Cu meinst, nimm Positiv20.

Phil G. schrieb:
> Bei niedriferen Temperaturen tat sich nichts mehr, daher habe ich die
> Temperatur erhöht und es ätzte weiter etwas Kupfer weg (aber nicht
> wirklich gut)

Deshalb löst man es in lauwarmen Wasser.
Beim ätzen hält man eine Temperatur von 43 - 45°C ein. fertig.

Phil G. schrieb:
> Ich habe übrigens keinen Laserdrucker.

Tintenstrahler ist dafür sogar besser.

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