Synthesizer startet nicht (getrocknete Elkos?)

#5079215
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Hallo,

ich habe ein Problem mit einem Synthesizer (Access Virus b), er scheint 
in einer "Bootloop" festzuhängen (startet nach dem Einschalten wie 
gewöhnlich, bootet aber neu sobald er fertig ist, als ob man ihn aus- 
und wieder einschaltet). Wichtig dazu zu sagen sei noch, dass das 
Problem nach und nach kam, früher hat er einwandfrei funktioniert, dann 
hat er immer mal das Booten wiederholt aber ist dann doch fertig 
geworden und hat fehlerfrei funktioniert. Nun startet er aber überhaupt 
nicht mehr.
Da an der Software seit kauf nie etwas geändert wurde, schließe ich ein 
derartiges Problem aus, ein Hardreset blieb erfolglos.

Externes Netzteil sowie Pufferbatterie liefern auch unter last die 
benötigte Spannung.

In einem Synthieforum habe ich gelesen, dass ein solches Problem durch 
ausgetrocknete Elkos verursacht werden kann.

      Daher meine erste Frage: Wie kann ich ohne auslöten einen faulen 
Elko
      finden?

Mir ist aufgefallen, dass von der Hauptplatine, etwa an der stelle wo 
das Externe Netzteil eingesteckt wird, ein "fiepsen/zischender hoher 
ton" zu hören ist, obwohl keine mechanischen Bauteile oder Lautsprecher 
im gerät verbaut sind. War im  normalen betrieb nicht so. Auch ist 
dieses Geräusch nicht konstant, sondern ändert geringfügig seine Tonlage 
und Lautstärke beim neu Booten. Es wird nichts unnormal warm und es 
lässt sich nichts außergewöhnliches beobachten

      Daher meine zweite Frage: Was kann das sein?


Vielen Dank fürs lesen, ich hoffe jemand kennt sich aus!
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5079291
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Daniel G. schrieb:
> Daher meine erste Frage: Wie kann ich ohne auslöten einen faulen Elko
> finden?
Kältespray und Fön wären meine ersten Ansprechpartner...

> Daher meine zweite Frage: Was kann das sein?
Das hat die gleiche Ursache. Oder vielmehr ist vermutlich das Pfeifen (= 
Reglerschwingungen) die Ursache für den laufenden Reboot.
#5079319
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Danke für die schnellen Antworten!

Lothar M. schrieb im Beitrag #5079291
> Kältespray und Fön wären meine ersten Ansprechpartner...

Was meinst du damit?

Michael W. schrieb:
> Schau mal in diesen Thread:

Cool, werden den dann mal genauer testen.

icke schrieb:
> mit einem esr messgerät, beispielsweise von ELV.

alao einen Kondensator messen kann ich, aber wenn das Teil das im 
eingebauten Zustand kann, wäre das ja mal eine sinnvolle Investition...



Danke Leute!
#5079430
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Lothar M. schrieb:
> Dann ausschalten und einen Kondensator nach dem anderen abkühlen -->
> wenn es der defekte ist, startet er nicht mehr

Ok danke, klingt jetzt um so einleuchtender, Gerät war jetzt 2-3 Stunden 
an, hab es ausgeschaltet, nach paar Sekunden wieder eingeschaltet und es 
hat sofort auf anhieb gebootet.
Werde das demnächst probieren.

Blöde Frage aber warum funktioniert das überhaupt mit dem wärmen/kühlen? 
Ich weiß ungefähr wie ein Elko aufgebaut ist aber kanns mir grade nicht 
vorstellen.
Gast #5079600
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Bei einem erwärmten Elko kommt noch wieder etwas Leben ins Elektrolyt, 
würde ich mal laeinhaft vermuten.
Die Methode mit Fön und Kältespray funktioniert ganz gut, wenn man den 
Fehler auf die Elkos eingrenzen will oder muß.

Kann man statt dem ESR-Messer nicht auch einen Oszi dazu mißbrauchen, 
wenn man am Elko die zu hohen Rippel-Spannungen unter 
Betriebsbedingungen dann sieht?
Oder eine Art Rippel-Spannungs-Lupe konstruieren, um im Betriebszustand 
den faulen Kandidaten herauszuprüfen?
Gewölbte Deckel / Kappen sind auch ein gutes Anzeichen für gealterte 
strapazierte C´s.
Gast #5079651
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Lothar M. schrieb:
> Tut mir leid, da müsste jetzt ein Chemiker her... ?

Arrhenius, Kohlrausch und Konsorten hatten da schon einiges gesagt dazu.

Niemand schrieb:
> Bei einem erwärmten Elko kommt noch wieder etwas Leben ins Elektrolyt,
> würde ich mal laeinhaft vermuten.

Genau so ist es. Das Elektrolyt altert ständig durch die über den 
Stromripple erzeugte (und oft sogar teils auch von außen, der PCB, 
eingeleitete) Wärme. Unter dieser Messmethode sogar noch etwas mehr, was 
aber durch den bevorstehenden Tausch "mehr als egal" ist.

Niemand schrieb:
> Kann man statt dem ESR-Messer nicht auch einen Oszi dazu mißbrauchen

Tektronix hat ein "halboffizielles" Prozedere veröffentlicht, auch für 
Kapazität und Induktivität, mit Vergleichsmessungen mit anderen 
Messmethoden.

Die Auswertung wird hier vereinfacht vom Averaging Mode des Tek Scopes. 
Den aber haben andere moderne DSOs auch. (Und natürlich geht´s notfalls 
ohne.):

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjhg_Culo_VAhXMhrQKHZN-AQ0QFghnMAg&url=http%3A%2F%2Fwww.tek.com%2Fdl%2F75W_28152_1.pdf&usg=AFQjCNGpjkvJElOaq03Zk3qHpKu8QQK1ww
Gast #5090264
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Super, daß der Virus wieder läuft!

Klasse wäre, wenn Du den 'Schuldigen' (also den defekten 
Original-Kondensator) noch beim Namen nennen würdest: wieviel µf/Volt - 
und am Besten noch die entsprechende Bezeichnung auf der Platine, z.B. 
C102 oder so... das würde einem eventuellen 'Kollegen' mit dem gleichen 
Problem beim gleichen Synth sicher eine gute Hilfe sein ;-)
#5094666
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Also die Nummer weiß ich jetzt nicht. Es ist aber ein 25V 100µF Elko, 
der an der beschriebenen Stelle im Bild sitzt.

Habe vor dem Löten mit einem Feuerzeug kurz probiert ob es der richtige 
ist (alles auf Raumtemperatur ->startet nicht, den elko ganz kurz mit 
dem feuerzeug erwärmt -> startet sofort)

Nach Austausch war übrigens auch das komische fiepen weg.

VG
Daniel
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