Bei der Verwendung von MCUs und SD Karten wird immer auf die Notwendigkeit eines Kondensator hingewiesen. Dies hängt mit dem Schreibvorgang der SD-Karte zusammen: Jedesmal wenn dieser ausgeführt wird, "schwankt" kurz die Spannung und der Kondensator soll diese ausgleichen. Kann mir jemand dieses Phänomen genauer erläutern?
Das ist bei jedem Logikbaustein und höher integrierten Baustein so; jede Aktivität verursacht kurzzeitige Spitzen in der Stromaufnahme. Die SD-Karte hat beim Schreiben wie jeder andere Flash-Baustein auch einen noch höheren Strombedarf. Sieh Dir ein Datenblatt eines beliebigen Flash-ROMs an.
Hi, Du hast eine Master Clock. Mit dieser Master Clock schalten alle Gatter quasi gleichzeitig. Im Umschaltzeitpunkt fließt leider der größte Strom. Wenn also im uC 1000 Gatter gleichzeitig umschalten gibt es einen erhöhen Strombedarf von eingen Ampere, wenn auch nur sehr kurz. Damit der Spannungsabfall über die Zuleitungen nicht zu groß wird und z.B. einen Brownout auslößt oder auch die Spannungsregeler nicht aus dem Tritt kommt muss gepuffert werden. Als faustformel gelten 100n keramisch. Hat aber etwas mit den Frequenzen zu tun. Ein FPA mit 1GHz mag wahrscheinlich nur 10n. Somit ist auch klar, warum das Ding nah dran muss, sonst spannust Du eine Fläche auf und baust einen Sender. Gruß N2
N2 schrieb: > Als faustformel gelten 100n keramisch. Hat aber etwas mit den Frequenzen > zu tun. Ein FPA mit 1GHz mag wahrscheinlich nur 10n. Im Internet stößt man immer wieder auf wesentlich größere Kondensatoren - 10nF, 25nF, 100nF. Wo würde der Unterschied (außer der Preis/die Größe) bei solchen liegen?
Saskia schrieb: > Im Internet stößt man immer wieder auf wesentlich größere Kondensatoren > - 10nF, 25nF, 100nF. Wo würde der Unterschied (außer der Preis/die > Größe) bei solchen liegen? Naja über die Kapazität lässt sich aussagen, wieviel Energie der Kondensator speichern kann. Außerdem hat der Kondensator je nach Kapazität ein anderes Verhalten bezüglich der Frequenzen die er durchlässt oder nicht durchlässt.
Sven L. schrieb: > Naja über die Kapazität lässt sich aussagen, wieviel Energie der > Kondensator speichern kann. Je größer er aber ist, desto langsamer gibt er die Energie ab. Wenn man also sehr schnell schaltende Bauteile puffern will muss man mit möglichst vielen, möglichst kleinen Kondensatoren arbeiten. Idealerweise an jedem Spannungsversorgungspin einen der dazu noch sehr nah am Bauteilpin ist.
Christian B. schrieb: > Sven L. schrieb: >> Naja über die Kapazität lässt sich aussagen, wieviel Energie der >> Kondensator speichern kann. > > Je größer er aber ist, desto langsamer gibt er die Energie ab. Wenn man > also sehr schnell schaltende Bauteile puffern will muss man mit > möglichst vielen, möglichst kleinen Kondensatoren arbeiten. Idealerweise > an jedem Spannungsversorgungspin einen der dazu noch sehr nah am > Bauteilpin ist. Also wäre in diesem Fall ein 100 nF Kondensator direkt an VDD/GND der SD-Karte am besten?
Ich habe jetzt einen 100 nF Kermaik Kondensator direkt an VDD/GND gelötet, die SD Karte kann nun nicht mehr gemountet werden - erst wieder wenn ich den Kondensator abnehme.
@ Saskia (Gast) >Ich habe jetzt einen 100 nF Kermaik Kondensator direkt an VDD/GND >gelötet, die SD Karte kann nun nicht mehr gemountet werden - erst wieder >wenn ich den Kondensator abnehme. Dann hast du wohl was falsch gemacht. Kurzschluß auf eine andere Leiterbahn? Anschlüsse verwechselt? https://www.mikrocontroller.net/articles/Kondensator#Entkoppelkondensator
Hab es kurz nach dem posten selber gemerkt, CLK mit VDD vertauscht. Ich werde es die Tage mit einem Oszilloskop testen
Hi Saskia, Bezüglich Frequenz kannst Du Dir mal ein Datenblatt von einem guten Hersteller anschauen: http://psearch.en.murata.com/capacitor/product/GRM022D80E104ME15%23.html Ziel ist die Impedanz möglichst klein zu halten. Der Kondensator wäre perfekt bei 35MHz, aber zwischen 10MHz und 100MHz sollte er er seinen Dienst auch noch tun. Dieser hat allerdings nur 2.5V rated voltage, daher bei 3V3 nicht brauchbar. Je nach Anforderung gibt es auch Kondensatorbänke. Dann hast Du 100p, 100n und 10u parallel... Sowas zu tunen erfordert einiges an (Mess-) Aufwand, weil die Schaltflanken/Ströme etc. alle noch eine Rolle spielen. Goldene Regel: 1) Halte Dich immer an die Application Note 2) Siehe 1), der Hersteller kennt seinen Baustein nämlich besser als Du 3) Sonst: An JEDEN Versorgungsspannungspin einen 100n nach GND nahe an den Pins. Sind die Frequenzen mal höher, dann parallel dazu nochmal 100p Das gilt für alle getakteten Bausteine. Gruß N2
Endloses, akademisches Geschwafel! Für die meisten Fällen ist ein 100nF Kondensator schlicht ausreichend, auch ohne endloses Philosophieren und Messen!
Hi Falk, Ich habe nichts anderes behauptet, sondern nur ein bisschen Erklärung geliefert. BTW : 100nF mag Allheilmittel sein im Hobbybereich, aber wenn es um EMC/ESD Zulassungen (Automobilelektronik oder Handys kenne ich) geht, wirst Du mit Deinen 100n recht schnell an Deine Grenzen stoßen. Nur ein Beispiel: Störeinstrahlung GSM -> unterer zweistelliger pF Bereich zum Unterdrücken Bye N2
@ N2 (Gast) >BTW : 100nF mag Allheilmittel sein im Hobbybereich, aber wenn es um >EMC/ESD Zulassungen (Automobilelektronik oder Handys kenne ich) geht, >wirst Du mit Deinen 100n recht schnell an Deine Grenzen stoßen. Also ob das für den OP auch nur ANSATZEISE relevant wäre . . .
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