Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ESP32 im professionellen Einsatz


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von Markus Betz (Gast)


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Hi Leute,

gibt es schon Erfahrungen was den ESP32 in kommerziellen Projekten 
angeht?
Irgendwelche Auffälligkeiten?
Könnt ihr den Chip empfehlen?

Beste Grüße,
Markus

von Emil (Gast)


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Also, das ESP8266-SDK ist erst seit relativ kurzer Zeit halbwegs stabil, 
sofern man nicht auf SSL angewiesen ist. Was ich aber beobachtet habe: 
Seit es den ESP32 gibt, findet beim Vorgänger fast keine 
Weiterentwicklung mehr statt. Als ob sie den Chip fallen ließen wie eine 
heiße Kartoffel. Dabei ist er gar nicht mal so lange am Markt. So eine 
Firmenpolitik macht mich skeptisch. Ich würde darauf verzichten, in 
Zukunft irgendetwas von denen einzusetzen.

von Rene K. (xdraconix)


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Ich habe hier eine drahtlose Maus von Razer auseinander gebaut heute 
(Razer Naga) und musste feststellen das der Funk über ein ESP8266 
realisiert wird. Zugegeben: zu meiner Verwunderung... da 2,4Ghz für 
Mäuse ja doch relativ ungewöhnlich ist.

Die Maus ist Schätzungsweise ca. 4 Jahre alt. Und funktioniert tadellos 
(bis auf den Kabelbruch des mechanisch Probritären USB Kabel welches ich 
ausbesserte)

Also: ja die ESP werden schon kommerziell und professionell eingesetzt.

: Bearbeitet durch User
von Dr. Sommer (Gast)


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Rene K. schrieb:
> und musste feststellen das der Funk über ein ESP8266
> realisiert wird.
Na sowas, wird da ein richtiges WLAN aufgemacht? Oder wird der Funk-Teil 
per Software so gesteuert dass er ein eigenes 
(einfacheres/effizienteres) Protokoll nutzt?

von Pinker Waschbär (Gast)


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Rene K. schrieb:
> Die Maus ist Schätzungsweise ca. 4 Jahre alt.

Da gabs den ESP8266 AFAIR doch noch gar nicht (jedenfalls nicht 
verfügbar).
Und WLAN (802.11bgn) in ner Maus? Nunja... recht hohe Verzögerung und 
Energiebedarf und komplexe Settings --> unwahrscheinlich.

Nicht alles was ein ähnliches Package hat ist gleich ;-)

von G. H. (schufti)


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Ich würde da bis auf weiteres die Finger lassen. Die erste in Massen 
ausgelieferte Version hatte noch erbärmliche Fehler die viele Funktionen 
unnutzbar ließen.
Aktuell scheint auch das SDK noch nicht mal wirklich im Beta Stadium.
Man hat das Gefühl es wurden nach "bullshitbingo" viele Funktionsblöcke 
in einen Chip gewürfelt und jetzt schaut man während der SDK Entwicklung 
was davon auch verwendbar ist.

Ein plakatives Beispiel für das Gebahren der Firma ist der "deepsleep" 
des esp8266.
Da verhindert wohl ein Fehler im internen Bootloader den korrekten 
Einsatz und muß durch ein - noch dazu im Datenblatt falsch beschriebenes 
- Workaround mit Funktionseinschränkung erzwungen werden; anstatt einer 
neue Revision zu bringen.

Kommt man mit den im aktuellen SDK gerade funktionstüchtig 
implementierten Funktionen aus ist es sicher ein "Schnäppchen", 
Hoffnungen auf einen uneingeschränkten Einsatz aller beworbenen Features 
würde ich mir allerdings nicht machen....

von André R. (andr_r619)


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G. H. schrieb:
> Ein plakatives Beispiel für das Gebahren der Firma ist der "deepsleep"
> des esp8266.
> Da verhindert wohl ein Fehler im internen Bootloader den korrekten
> Einsatz und muß durch ein - noch dazu im Datenblatt falsch beschriebenes
> - Workaround mit Funktionseinschränkung erzwungen werden;

Wie meinen? Der Modus funktioniert doch.

von G. H. (schufti)


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nö, eben nicht so wie eigentlich vorgesehen.
Der Würgaraund ist eben der "Reset" über gpio16 von dem behauptet wrid, 
dass er zum Aufwachen benötigt wird (wobei die direkte Verbindung wie 
sie im DB gefordert wird einen normalen Reset bzw. eine Neuprogramierung 
zum Glücksspiel macht).
Auch ohne die Verbindung wacht der µC auf, bloß weiß der 1st stage BL 
nichts mit "wakeup" anzufangen ....

von Strubi (Gast)


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Moin,

für die Espressiv-Lösungen habe ich auch nur noch vernichtente Kritik 
übrig. Der schlimmste Bug ist der HW-Watchdog im Radio-Teil, der den 
Chip in seltenen Fällen einfach zum Neustart zwingt. Damit sind keine 
24/7-Anwendungen zu machen. Zudem strotzen JTAG und Bootloader nur vor 
Bugs. Anstatt einen Fix zu präsentieren, schmeisst man halt einfach mal 
einen weiteren CPU-Kern drauf. Ob das Problem damit behoben ist, ist mir 
allerdings nicht bekannt, habe ich dem ESP32 keine Chance mehr gegeben.
Die wenigen Dollar, die man gegenüber brauchbaren Lösungen einspart, 
machen den Aufwand für die ganzen Workarounds nicht wett. Dazu kommen 
eine Menge Lizenzkonflikte, die eine saubere industrielle Anwendung 
unmöglich machen.

von Florian S. (sevenacids)


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Rene K. schrieb:
> Ich habe hier eine drahtlose Maus von Razer auseinander gebaut heute
> (Razer Naga) und musste feststellen das der Funk über ein ESP8266
> realisiert wird. Zugegeben: zu meiner Verwunderung... da 2,4Ghz für
> Mäuse ja doch relativ ungewöhnlich ist.
>
> Die Maus ist Schätzungsweise ca. 4 Jahre alt. Und funktioniert tadellos
> (bis auf den Kabelbruch des mechanisch Probritären USB Kabel welches ich
> ausbesserte)
>
> Also: ja die ESP werden schon kommerziell und professionell eingesetzt.

2,4 GHz für Mäuse ist jetzt nicht so ungewöhnlich -> Bluetooth.

von Marco H. (damarco)


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Ich quäle mich auch gerade mit einen ESP32 herum -> fürchterlich bis man 
alles zusammen hat.

Ich glaube ich bleibe beim winc1500, da auch weniger Strom verbraucht. 
Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat das mit dem ASF sofort gut 
funktioniert.

Die IDF ist einfach fürchterlich überladen und dadurch ist das was als 
Task für den Anwender übrig bleibt er lächerlich.

Also Anwendung darauf entwickeln zu müssen ist so ziemlich grausam...

: Bearbeitet durch User
von André R. (andr_r619)


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G. H. schrieb:
> Auch ohne die Verbindung wacht der µC auf, bloß weiß der 1st stage BL
> nichts mit "wakeup" anzufangen ....

Das wusste ich nicht. Ich frage mich nur: Haben die das Hardwaredesign 
versaubeutelt, oder warum gibt es da nicht ein einfaches Firmwareupdate?

Strubi schrieb:
> Die wenigen Dollar, die man gegenüber brauchbaren Lösungen einspart,
> machen den Aufwand für die ganzen Workarounds nicht wett.

Welche brauchbaren Lösungen meinst Du? Sind die ähnlich einfach zu 
programmieren?

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Welche brauchbaren Lösungen meinst Du?

Mir fallen spontan die Chips von Wiznet ein.

von Arduino Fanboy D. (ufuf)


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André R. schrieb:
> oder warum gibt es da nicht ein einfaches Firmwareupdate?
Der Bootloader befindet sich im ROM.
evtl. Maskenprogrammiert, also nix Update.

von André R. (andr_r619)


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Stefan U. schrieb:
>> Welche brauchbaren Lösungen meinst Du?
>
> Mir fallen spontan die Chips von Wiznet ein.

Die kosten nach ersten Recherchen aber auch gut und gerne das 
Zwanzigfache – oder mehr.

Arduino F. schrieb:
> André R. schrieb:
>> oder warum gibt es da nicht ein einfaches Firmwareupdate?
> Der Bootloader befindet sich im ROM.
> evtl. Maskenprogrammiert, also nix Update.

Das kann gut und gerne sein. Aber der Fehler scheint ja schon seit 
Jahren bekannt zu sein. Was hätte dagegen gesprochen, eine zweite 
Hardwarerevision herauszugeben, in der der Fehler korrigiert ist? Von 
mir aus einen 8266A, o.Ä.

Nur der Interesse halber: Kann es dann eigentlich sein, dass die so 
genannte RTC des Chips sich eigentlich gar nicht zurücksetzen sollte, 
wenn der Timer den Chip aufweckt, und dies nur wegen des Workarounds mit 
dem Reset tut? Mir kommt das nämlich fehlkonstruiert vor, dass dieser 
nach jedem Aufwachen bei 0 zu zählen beginnt. Die Uhr muss systembedingt 
im DeepSleep weiterlaufen, um dem System zu sagen, wann der Reset 
ausgelöst wird. Warum man den Timer dann zurücksetzt, ist mir 
schleierhaft!

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Die kosten nach ersten Recherchen aber auch gut und gerne das
> Zwanzigfache – oder mehr.

Lohnt sich trotzdem, sofern du ein Einzelstück entwickelst und mit den 
Macken der ESP Chips noch nicht vertraut bist.

Wer Geld sparen will und in größerer Menge Produziert, mag ESP Chips 
bevorzugen.

Ich habe micht im Ramen des Hobbiues mit dem ESP8266 beschäftigt. Da war 
der Weg das Ziel und Zeit spielte keine Rolle. Ob ich aber jemals einen 
kommerziellen Auftrag damit entwickeln würde, ist sehr unwarscheinlich.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Was hätte dagegen gesprochen, eine zweite
> Hardwarerevision herauszugeben

Die Entwicklungskosten. Solange sich der alte Chip verkauft, wird er 
verkauft. Bei diesem Produkt setzt man ganz klar auf Masse statt Klasse.

> Kann es dann eigentlich sein, dass die so genannte RTC des Chips
> sich eigentlich gar nicht zurücksetzen sollte, wenn der Timer den
> Chip aufweckt, und dies nur wegen des Workarounds mit
> dem Reset tut?

Ich weiss nicht, was der Hersteller sich dabei gedacht hat, aber ich 
halte es für einen Bug.

Ich halte es auch für einen Bug, daß der Chip einige zig mA aufnimmt, 
wenn man die Stromversorgung einschaltet während man den EN (CH_PD) Pin 
auf Low hält.

: Bearbeitet durch User
von Martin S. (strubi)


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André R. schrieb:
> Welche brauchbaren Lösungen meinst Du? Sind die ähnlich einfach zu
> programmieren?

Wiznet (schon genannt) ist recht einfach zu programmieren und ist 
ziemlich stabil, meine Favoriten sind aber die Mediatek 7688 
MIPS-Plattformen. Die laufen mit einem kompakten OpenWRT from the Box 
sehr robust und sind als DIP-Module zu kriegen. Bei einigen 100 Stück 
lohnt sich das längst und die Module kann man ohne Bauchweh betr. 
gefälschter FCC-Zertifikate auch in ein Industriegerät einsetzen. Wenns 
ans Stromsparen geht, muss man etwas tiefer ins System einsteigen.

Stefan U. schrieb:
>> Die kosten nach ersten Recherchen aber auch gut und gerne das
>> Zwanzigfache – oder mehr.
>
> Lohnt sich trotzdem, sofern du ein Einzelstück entwickelst und mit den
> Macken der ESP Chips noch nicht vertraut bist.

Ja, lohnt. Ich habe am ESP8266 sicher 1 Mannmonat an Reverse-Engineering 
verbraten, man darf also rechnen.
Es gibt sicher Frickel-Anwendungen, wo man mit einem weiteren Käfer den 
ESP-Kram per MOSFET bei Bedarf einschalten kann um mal schnell ne 
Message wegzuschicken. Da ist aber eine klassische WLAN-Karte über SDIO 
oder USB die deutlich bessere Wahl.

von Pinker Waschbär (Gast)


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Keine Ahnung was ihr erwartet, aber das Teil wurde von Chinesen 
entwickelt bzw. teilweise aus 3rd party IP blöcken (Tensilica usw.) 
zusammen ge-copy+pasted.
Die Software wurde doch sogar teilweise von den Anwendern aufpoliert... 
als das auf den Markt kam war die Software ein schlechter Witz soweit 
ich mich erinnern kann.

Das ist halt nicht Atmel oder TI.

von André R. (andr_r619)


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Stefan U. schrieb:
> Ob ich aber jemals einen
> kommerziellen Auftrag damit entwickeln würde, ist sehr unwarscheinlich.

Das ist eh nicht meine Ambition. Für mich ist das eher ein Hobby und an 
kniffligen Herausforderungen habe ich schon immer Spaß gefunden. Wenn 
ich mein Endprodukt hinterher verkaufen würde und dafür auch noch 
Garantie übernehmen müsste, würde ich sicher auch so denken.

Martin S. schrieb:
> Bei einigen 100 Stück
> lohnt sich das längst und die Module kann man ohne Bauchweh betr.

Das kann ich mir vorstellen. Habe auch die von Dir empfohlenen Chips 
einmal angesehen. Für eine Hobbyinstallation sind mir aber knapp 45 $ 
pro Stück dann doch etwas zu viel. Für das Geld kann ich viele ESPs 
verbraten.

Pinker Waschbär schrieb:
> Keine Ahnung was ihr erwartet, aber das Teil wurde von Chinesen
> entwickelt bzw. teilweise aus 3rd party IP blöcken (Tensilica usw.)
> zusammen ge-copy+pasted.

Das finde ich prinzipiell nicht verwerflich. Sicher sehen das hier 
einige anders, aber machen wir uns doch nichts vor: Das Rad neu erfinden 
tut doch schon lange keiner mehr. 90-95 % eines jeden "neuen" Produktes 
sind doch letztlich zusammen geklaut. Und das machen auch deutsche 
Hersteller und Entwickler so.

Und immerhin muss ich, wenn man die Mitbewerber so vergleicht, den 
Chinesen meine Hochachtung dahingehend ausdrücken, dass sie es geschafft 
haben, einen solch universellen Chip für einen derart niedrigen Preis 
herstellen zu können. Man muss sich immer eine Zahl vor Augen führen: 
1,70 € inklusive Versand bei Einzelabnahme (wenn man ein gutes Angebot 
erwischt).

von Rudolph R. (rudolph)


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Pinker Waschbär schrieb:
> Keine Ahnung was ihr erwartet,

Naja, es steht doch im Titel, "im professionellen Einsatz".

Ich frage mich bei den Dinger immer, wie viel die FCC ID wert ist.
Macht man eigene Software müsste das hinfällig sein.
Aber eine zertifizierte Software habe ich auch noch nicht gesehen, nur 
mal für den ESP8266 das Angebot einer Dienstleistung von einer 
Dritt-Firma das zu zertifizieren.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Aber eine zertifizierte Software habe ich auch noch nicht gesehen

Ist das nicht die AT Firmware?

von Rudolph R. (rudolph)


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Stefan U. schrieb:
> Ist das nicht die AT Firmware?

Wenn Du dafür einen belastbaren Beleg findest, gerne posten.

von Gerd E. (robberknight)


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André R. schrieb:
> Habe auch die von Dir empfohlenen Chips
> einmal angesehen. Für eine Hobbyinstallation sind mir aber knapp 45 $
> pro Stück dann doch etwas zu viel.

von welchen redest Du da?

Ich glaube strubi meinte eher etwas in diese Richtung:
https://www.seeedstudio.com/LinkIt-Smart-7688-p-2573.html

Kostet zwar immernoch mehr als ein ESP-Modul, aber dafür bekommst Du 
halt ein ohne Bauchschmerzen anpassbares OpenWRT als Basis.

von Strubi (Gast)


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André R. schrieb:
> Das kann ich mir vorstellen. Habe auch die von Dir empfohlenen Chips
> einmal angesehen. Für eine Hobbyinstallation sind mir aber knapp 45 $
> pro Stück dann doch etwas zu viel. Für das Geld kann ich viele ESPs
> verbraten.

45? Also für die LinkIt-Module bezahlst du normalerweise unter 10 USD in 
Einzelstückzahlen.

von Pete K. (pete77)


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Stefan U. schrieb:
> Ich halte es auch für einen Bug, daß der Chip einige zig mA aufnimmt,
> wenn man die Stromversorgung einschaltet während man den EN (CH_PD) Pin
> auf Low hält.

Ist das vielleicht bedingt durch den Flash-Speicher? Hast Du ein Modul 
oder den nackten Chip vermessen?

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Ist das vielleicht bedingt durch den Flash-Speicher?

Da ich den Flash Speicher von außen nicht steuern kann und auch nicht 
will, halte ich das für einen Konstruktionsfehler. Egal welcher der 
beiden Chips auf dem Modul nun Schuld ist.

Wenn ich den EN Pin nach dem Boot Vorgang auf Low ziehe, geht die 
Stromaufnahme wie erwartet auf unter 1mA runter.

von Markus (Gast)


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>Ich frage mich bei den Dinger immer, wie viel die FCC ID wert ist.
>Macht man eigene Software müsste das hinfällig sein.

Wenn ich es richtig weiß, ist eine FCC-Zulassung auf einem Bauteil im 
Gerät sowieso nutzlos weil immer das gesamte Gerät mit dem letzten 
Softwarestand abgenommen werden muss. D.h. Du kannst zwar ein 
Funkinterface mit Zulassung einbauen, musst aber trotzdem eine 
Zulassungsprüfung für das Gesamtgerät machen.
Mein Idee dazu ist: Ein Gerät mit Linux Kern bauen und einen WIFI-Stick 
in die Verpackung dazu legen.

von Martin S. (strubi)


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Markus schrieb:
> Wenn ich es richtig weiß, ist eine FCC-Zulassung auf einem Bauteil im
> Gerät sowieso nutzlos weil immer das gesamte Gerät mit dem letzten
> Softwarestand abgenommen werden muss

Neuerdings, so ich die 'neuen' FCC-Restriktionen verstanden habe, muss 
garantiert werden können, dass an der Radio-Firmware keine Parameter 
verändert werden können.
Da die FW aber ein statisch gelinkter Blob ist, der höchstens noch auf 
"closed" ROM-Routinen zugreift, ist da keine richtige Trennung 
vorhanden. Darin liegen offenbar eine Menge juristischer Fallstricke, 
mal von den ganzen Lizenzverletzungen abgesehen. Beim Mediatek-OpenWRT 
kann man zwar ebenso am Kerneltreiber manipulieren, aber es ist 
einigermassen getrennt vom Userspace, so kann man als 
"Inverkehrsbringer" immerhin gut nachweisen, dass man den 
Originaltreiber verwendet.
Vielleicht war das die Idee beim ESP32, einfach durch einen zweiten Kern 
einen "userspace" zu schaffen. Bringt nur nicht viel, wenn das gesamte 
Software-Framework schon broken by design ist..

von René F. (therfd)


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Markus schrieb:
> Wenn ich es richtig weiß, ist eine FCC-Zulassung auf einem Bauteil im
> Gerät sowieso nutzlos weil immer das gesamte Gerät mit dem letzten
> Softwarestand abgenommen werden muss. D.h. Du kannst zwar ein
> Funkinterface mit Zulassung einbauen, musst aber trotzdem eine
> Zulassungsprüfung für das Gesamtgerät machen.
> Mein Idee dazu ist: Ein Gerät mit Linux Kern bauen und einen WIFI-Stick
> in die Verpackung dazu legen.


Afaik reicht bei vorzertifizierten Funkmodulen eine normale CE/EMV 
Prüfung. Wird der WiFi Stick dem Gerät beigelegt gehört er zum Gerät und 
muss bei der Prüfung mit geprüft werden, muss der Kunde ihn gesondert 
bestellen als normaler WiFi Stick ohne Bezeichnung "WiFi Modul für Gerät 
XY" kann man dies auch umgehen, solch ein Problem hatten wir schon mal, 
ich weiß bloß leider nicht mehr für welches Land/Norm dies notwendig 
war.

von André R. (andr_r619)


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Gerd E. schrieb:
> Ich glaube strubi meinte eher etwas in diese Richtung:
> https://www.seeedstudio.com/LinkIt-Smart-7688-p-2573.html

Strubi schrieb:
> 45? Also für die LinkIt-Module bezahlst du normalerweise unter 10 USD in
> Einzelstückzahlen

Danke für den Link. Als ich den Namen gestern bei Google eingegeben 
habe, wurden mir Boards angezeigt, die alle bei knapp 40 $ zzgl. Versand 
lagen. Unter 10 $ klingt ja schon ganz anders. Ein Node-MCU mit dem 
ESP8266, also Board mit herausgeführten Pins fürs Breadboard, kostet 
effektiv ja auch 6 $ um den Dreh.

von Klaus (Gast)


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von randy (Gast)


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guten morgen,

André R. schrieb:
> Ein Node-MCU mit dem
> ESP8266, also Board mit herausgeführten Pins fürs Breadboard, kostet
> effektiv ja auch 6 $ um den Dreh.


jfyi: die nodemcu kosten aktuell ca. $2.60 inkl. versand aus china.

gruss,
-- randy

von André R. (andr_r619)


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Oh, da sind dann meine Preise nicht mehr ganz auf dem Stand der Dinge. 
Ist schon unglaublich günstig, das Zeugs. 1,55 $ für das obige Angebot, 
das sind momentan 1,29 €.

von Christopher J. (christopher_j23)


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Ich hatte hier selber schonmal das SDK des ESP32 als "haaresträubend" 
bezeichnet und in manchen Belangen ist es tatsächlich so. Ich muss aber 
fairerweise sagen, dass es nicht in allen Belangen so ist. Ich würde es 
irgendwo zwischen "unausgegoren" und "es fehlt der letzte Feinschliff" 
einordnen. Die grundsätzlichen Funktionen sind aber alle sehr stabil. 
Wifi funktioniert bisher tadellos und Schnittstellen wie SPI, I2C oder 
UART machen auch keine Probleme. Mit BLE habe ich noch keine 
persönlichen Erfahrungen gesammelt. Ich finde man muss die Sache ganz 
nüchtern betrachten. Preis und Verfügbarkeit des ESP32 sind sehr gut und 
der Standby-Verbrauch von 5uA kann sich ebenfalls sehen lassen. Das SDK 
ist brauchbar, könnte aber besser sein, was es aber auch täglich wird. 
Einen Vergleich mit dem ESP8266 finde ich nicht wirklich angebracht. 
Sowohl was die Hardware, als auch was die Software und das Ökosystem 
drum herum angeht spielt der ESP32 in einer ganz anderen Liga. Ob man 
den Chip nun "professionell" einsetzen sollte oder nicht kommt meiner 
Meinung nach ganz stark auf die individuellen Anforderungen an. Die 
Frage ist vor allem was man denn für Alternativen hat und was die können 
oder eben nicht können bzw. was diese kosten. Die CC3220 von TI sehen 
recht interessant aus und sind auch als Modul verfügbar. Die Wizard 
Geckos von Silabs könnten ebenfalls etwas taugen. Beide haben aber 
meines Wissens nach z.B. kein BLE, was aber auch nicht schlimm ist, wenn 
man es denn nicht braucht. Eine Lösung mit OpenWRT würde ich nur in 
Betracht ziehen, sofern man die Vorteile die man mit Linux bekommt auch 
nutzen kann und man sich bewusst ist, dass man so ein System auch 
pflegen muss, weil das Produkt nämlich ansonsten auch schnell Teil eines 
Botnetzes werden kann, wie Abermillionen IP-Cameras und digitale 
Videorekorder beweisen.

von Gerd E. (robberknight)


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Christopher J. schrieb:
> Eine Lösung mit OpenWRT würde ich nur in
> Betracht ziehen, sofern man die Vorteile die man mit Linux bekommt auch
> nutzen kann und man sich bewusst ist, dass man so ein System auch
> pflegen muss, weil das Produkt nämlich ansonsten auch schnell Teil eines
> Botnetzes werden kann, wie Abermillionen IP-Cameras und digitale
> Videorekorder beweisen.

Bei einer Lösung mit ESP32 bist Du das Thema Sicherheit nicht los, 
sondern Du musst es auch teilweise selbst angehen und teilweise musst Du 
dich auf Espressiv verlassen und kannst es gar nicht selbst lösen, da es 
in deren Binaries ist.

Das sehe ich eher als deutlichen Nachteil des ESP32. Denn während ich 
das OpenWRT vollständig im Source vorliegen habe und ein 
Sicherheitsproblem auch in 5 Jahren noch selbst patchen kann, kann es 
sein daß es Espressiv in 5 Jahren gar nicht mehr gibt oder die sich dann 
nur noch um den ESP64 kümmern und denen der ESP32 und seine 
Sicherheitslücken nicht mehr interessieren.

Auch wenn jemand nicht in der Lage sein sollte das OpenWRT selbst zu 
patchen, so gibt es genug Selbständige die das können und die man für 
einen überschaubaren Betrag sowas machen lassen kann.

Ein Sicherheitsproblem aus einem binary Blob wie beim ESP32 
rauszupatchen ist dagegen eine ganz andere Liga, durch den eher 
ungewöhlichen Tensilica-Core nochmal ganz besonders.

von Christopher J. (christopher_j23)


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Ich gebe dir Recht, dass das Thema Sicherheit ganz eng mit dem Vertrauen 
in den Hersteller verbandelt ist. Blobs hasse ich selber wie die Pest, 
die hat man allerdings durchaus auch bei Linux, vor allem im 
Treiberbereich. Bei vielen Geräten (vor allem bei Android-Handys) ist 
das der Grund warum man keinen neueren Kernel bekommt. Da hat man aber 
als Normalsterblicher auch keine Chance etwas zu machen. Reversing des 
Treibers und Anpassung auf neuen Kernel? So etwas gibt es nicht für 
kleines Geld zu haben. Immerhin hat der ESP32 deutlich weniger Blobs als 
sein Vorgänger. Wären es Null wäre es mir persönlich natürlich lieber 
aber selbst da müsste man die Vertrauensfrage stellen. TI redet beim 
CC3220 schon direkt von "ROM-based" Wifi-Coprocessor. Da Frage ich mich 
ob die tatsächlich den Netzwerkstack in OTP-Flash gegossen haben. Von 
den Produktionskosten her würde es sicher Sinn machen aber wenn dem so 
sein sollte, dann gute Nacht wenn es da mal einen Exploit gibt.

von Martin S. (strubi)


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Gerd E. schrieb:
> Bei einer Lösung mit ESP32 bist Du das Thema Sicherheit nicht los,
> sondern Du musst es auch teilweise selbst angehen und teilweise musst Du
> dich auf Espressiv verlassen und kannst es gar nicht selbst lösen, da es
> in deren Binaries ist.

Da gabs zumindest beim ESP8266 eine Menge Böcke in den Libraries und im 
ROM, um das System von aussen abzuschiessen, Buffer Exploits habe ich 
mit dem xtensa erst gar nicht versucht.
Dazu kommt, dass das System keine effektive MMU/Kernel protection hat, 
d.h. potentiellen Zugriff auf alles.
Bei OpenWRT sind's eher die unbeschwerten User, die mal eben einen 
unsicheren Service installieren, oder die Service-Passwörter 
herumleaken, gross Magie ist in so nem IoT-Botnetz nicht. Sonst ist mein 
Vertrauen in die prinzipielle Härte eines MIPS-basierenden 
OpenWRT-Router ziemlich gross, wenngleich man beim closed Wifi-Teil auch 
nur eben vertrauen kann, auch da wäre nicht ausgeschlossen, dass 
illegale Radiopakete Kernelspace-Zugang verschaffen könen. 
Schlussendlich ist es eine Frage der wahrgenommenen MTBF oder des 
empirischen Honeypot-Tests.

von Gerd E. (robberknight)


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Martin S. schrieb:
> Sonst ist mein
> Vertrauen in die prinzipielle Härte eines MIPS-basierenden
> OpenWRT-Router ziemlich gross, wenngleich man beim closed Wifi-Teil auch
> nur eben vertrauen kann, auch da wäre nicht ausgeschlossen, dass
> illegale Radiopakete Kernelspace-Zugang verschaffen könen.

Klar, siehe Broadcom.

Aber zumindest für die MT7688 gibt es soweit ich weiß hier auch 
Opensource-Treiber von Mediatek:
http://www.openwrtdl.com/wordpress/mt76xx-p4rev%E7%B3%BB%E5%88%97%E4%B8%8B%E8%BD%BD

Ich hab diese jetzt bei mir noch nicht ausprobiert, aber sieht aus als 
würden die passen.

Dann kannst Du die Mediateks komplett ohne fremde Blobs verwenden.

von Oliver S. (phetty)


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von Marco H. (damarco)


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Das bringt alles nichts wenn du plötzlich feststellst das es sich mit 
einigen APs nicht verbindet lässt oder es extrem lange dauert -> Assoc 
Fail .

wie immer eine Lösung ist nicht in Sicht. Wenn du wirklich das Ding 
professionell einsetzen willst kannst du deinen Anwendern erklären warum 
eine Verbindung nicht möglich ist.

Deswegen habe ich es auch fast aufgeben das MQTT Projekt auf den ESP 
weiter zu zu entwickeln. Der winc1500 machte da eine bessere Figur, der 
konnte auch mehr messages verarbeiten. Das RTOS lässt nicht mehr viel 
übrig für umfassende Anwendungen.  Das Problem dabei ist auch das viele 
Funktionen die Anwendung blockieren. Call Back Möglichkeiten z.Bsp des 
lwIP sind durch das IDF schon verwendet und lassen nach Außen wenig 
Spielraum.

Der ESP ist zwar deutlich günstiger aber benötigt auch mehr Strom, 
Problematiken wie deep sleep wo auch das wlan betroffen ist da sich der 
ESP nicht mehr mit dem AP verbindet wenn er aufwacht geben das ganze den 
Rest.

: Bearbeitet durch User
von Marco H. (damarco)


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und wer sich mit dem Thema beschäftigen will dem ist folgende Literatur 
zu empfehlen.

https://leanpub.com/kolban-ESP32

von Marco H. (damarco)


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Also der Code muss immer schlimmer werden ;) Gestern habe ich mal meine 
IDF auf den neusten stand gebracht und der ESP schmierte sofort ab.  Das 
Problem liegt irrend wo in der  u8g2 lib .. Da muss ich nochmal 
forschen. Zumindest mein MQTT Stack lieft ohne Probleme...

von Vincent H. (vinci)


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Ich habe gerade zum ersten Mal mit dem ESP32 zu tun und bei aktuellem 
Stand ist das Bluetooth SPP Profil des IDF Frameworks defakto 
unbrauchbar... zumindest wenn man auf eine stabile Datenübertragung 
angewiesen ist.

von Linux T. (Gast)


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Vincent H. schrieb:
> Ich habe gerade zum ersten Mal mit dem ESP32 zu tun und bei aktuellem
> Stand ist das Bluetooth SPP Profil des IDF Frameworks defakto
> unbrauchbar... zumindest wenn man auf eine stabile Datenübertragung
> angewiesen ist.


Was ist für Dich "aktuell"?
3.1 stable oder 3.2dev?

von Vincent H. (vinci)


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3.1 stable

Über folgendes Problem bin ich gestolpert:
https://www.esp32.com/viewtopic.php?t=5613

Der Workaround aus Kommentar #2 funktioniert nachwievor und ermöglicht 
auch hohe Datenraten zu fahren.

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